Die katholische, evangelische und biblische Rechtfertigungslehre

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Die katholische Rechtfertigungslehre ist unbiblisch, weil sie das Heil von Menschenlehre (Sakramente, Messopfer usw.) abhängig macht. Die lutherische Rechtfertigungslehre aber ist noch verderblicher, weil sie das Tor zur Gesetzlosigkeit des antichristlichen Zeitalters weit aufgestoßen hat. Bezeichnend für den gesetzlosen Geist Luthers ist, dass er in seiner Bibelübersetzung des Wort „Gesetzlosigkeit“ (ANOMIA) an allen Stellen mit allgemeinen Begriffen wie „Untugend“ oder „Übeltat“ umgangen hat (Matthäus 7,23; 23,28; 24,12; Römer 6,19; 2. Korinther 6,14; 2. Thessalonicher 2,3; Titus 2,14; Hebräer 10,17).

Luthers Rechtfertigungslehre ist letztlich nur die Rechtfertigung seiner eigenen Fleischeslust und Weltlichkeit, die er zum Menschenrecht erhoben hat, d.h. Luthers Rechtfertigungslehre ist die erste Erklärung der Menschenrechte.

Luther suchte einen Weg, auf dem man sündigen kann, ohne dass GOTT einem die Sünde zurechnet: simul justus et peccator („Sünder und gerecht zugleich“). Das ist der Kerngedanke der protestantischen Rechtfertigungslehre. 

Die Gerechtigkeit, die vor GOTT gilt (Römer 1,17), kann man nur über den Gnadenweg erlangen. Wer im weltlichen Recht auf Grund einer richterlichen Begnadigung freigesprochen werden will, muss auf alle Fälle seinen Vorsatz, vom Unrecht abzulassen und es nie wieder zu tun, glaubhaft bekunden. Ohne dieses Bekenntnis gibt es keine Begnadigung, weder im weltlichen noch im göttlichen Recht.

Das ist ungefähr so, wie wenn ein Bankräuber eine Gesetzeslücke ausfindig machen will, die es möglich macht, dass er für seine Raubzüge nicht belangt werden kann. Solch eine Theologie musste erst erfunden werden, die gab es noch nicht, die musste erst gebraut werden hoch oben in der Turmstube zu Wittenberg. Dort ging Luther das Licht auf zum Hintertürchen, wo sich ihm ein „pecca fortiter“ („sündige tapfer!“) auftat ohne die herkömmlichen Nebenwirkungen (Gewissensbisse). Fürwahr eine berauschende Religion, die zum Opium für alle Völker werden sollte und auch ihn selbst fortan beflügelte, der „Papstsau“ (O-Ton-Luther) die Stirn zu bieten, wobei er allerdings immer wieder, wie auf dem Weg zum Wormser Reichstag, kräftig mit Umtrünken (Einbecker Bier) nachhelfen musste.

Die biblische Rechtfertigungslehre hat mit solcher Rechtsbeugung nichts zu tun. Die Gerechtigkeit, die vor GOTT gilt (Römer 1,17), kann man nur über den Gnadenweg erlangen. Wer im weltlichen Recht auf Grund einer richterlichen Begnadigung freigesprochen werden will, muss auf alle Fälle seinen Vorsatz, vom Unrecht abzulassen und es nie wieder zu tun, glaubhaft bekunden. Ohne dieses Bekenntnis gibt es keine Begnadigung, weder im weltlichen noch im göttlichen Recht. Mit Pecca fortiter = Sündige tapfer und sonstigen frechen Sprüchen stand Luther völlig neben dem Gnadenweg. Er hat die biblische Rechtfertigungslehre gründlich missverstanden, ja benutzt sie nur als Deckmantel seiner Geilheit:

„Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher, das sei Gott gedankt. Amen.“ (Luther)

Typisch für die protestantische Rechtfertigungslehre ist die Umdeutung des biblischen Begriffes „Gesetz“. Der HERR und die Apostel meinten, wenn sie vom Gesetz sprachen, das Gesetz des Moses (Torá) mit Sabbat, Beschneidung, Speise- und Feiertagsvorschriften usw. Dementsprechend verstand Paulus unter dem Los-sein-vom-Gesetz die Freiheit von der mosaischen Tradition des Alten Bundes und gesetzlich war, wer an Moses festhielt. In der protestantischen Umdeutung aber wird „gesetzlich“ ausgedehnt auf das Neue Testament, auf die Gebote JESU und der Apostel, so dass jeder, der bemüht ist, die Apostellehre zu befolgen, als gesetzlich diffamiert wird. Immer wieder kann man es erleben, dass der biblische Begriff „Gesetz“ seines Inhaltes entleert und mit neuem Inhalt versehen wurde. Die ist eine Methode der Unterwanderung,die noch heute vom Neo-Marxismus der Frankfurter Schule praktiziert wird.

Satan hat erreicht, dass die Christenlehre auf den Kopf gestellt wurde. Während der HERR anordnet:

Matthäus 28, 20; Johannes 14, 15
Lehret sie halten alles, was ICH euch geboten habe … Wer mich liebhat, der hält meine Gebote (= Dogmen),

verkündigen sie ein dogmenfreies Christentum, in dem praktisch jeder das tut, wonach er Lust und Laune hat. 

Die biblische Rechtfertigungslehre ist kein Freibrief zum Sündigen wie bei Luther, sondern sie verkündigt die Gute Botschaft, dass GOTT den Menschen durch den Opfertod JESU eine Möglichkeit der Begnadigung geschaffen hat. Dem Antrag auf Begnadigung wird aber nur stattgegeben, wenn der Bittsteller gedemütigt ist und bereit, die begangenen Sünden nicht mehr zu tun bzw. lebenslang gegen die sündigen Neigungen anzukämpfen.

In der Protestantischen Rechtfertigungslehre wird also die Freiheit vom Gesetz umgedeutet als eine Dogmenfreiheit, in der es keine allgemeinverbindlichen Lehranweisungen mehr gibt und jeder selbst mit seinem Gewissen vereinbaren muss, was er tun und lassen soll. So lehrte ein Pastor von der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) auf einer Theologischen Woche des Verbandes, dass man in Sachen Ehescheidung sich in der heutigen Zeit nicht mehr auf ein eindeutiges Wort der Bibel berufen könne. Jeder Betroffene müsse zu einer eigenen Entscheidung kommen. Wörtlich sagte er:

Kein Wort Jesu erlaubt oder verwehrt die Ehescheidung.

Diese Ausführungen sollten der Fortbildung (!) der FEG-Prediger dienen. Ein anderer FEG-Pastor rechnet verächtlich mit der alten „gesetzlichen“ Generation ab und fordert auf zum „Mut zur Grenzübeschreitung“. Er schreibt:

Neue Gesetzlichkeit, was tun? Sie begegnet uns vor allem in der Gestalt der Verteufelung von vielen Dingen.

Diese beiden Beispiele protestantischer Gesetzlosigkeit sind keine Einzelfälle, sondern heute schon die Norm unter den Evangelikalen.

„Tue, was dir gefällt, soll sein das ganze Gesetz“, lehrte Satanist Aleister Crowley. Wer den protestantischen Weg der Umdeutung des Gesetzesbegriffes mit der geforderten Grenzüberschreitung konsequent zu Ende geht, landet automatisch im Satanismus und Anarchismus. Dass die Kinder protestantischer Pfarrer auffällig oft zum Anarchismus neigen, ist bereits zur Binsenweisheit geworden, wie auch das Sprichwort sagt:

Pastors Kinder, Müllers Vieh,
gedeihen selten oder nie.

Die biblische Rechtfertigungslehre ist kein Freibrief zum Sündigen wie bei Luther und seinen protestantischen Vandalen, sondern sie verkündigt die Gute Botschaft, dass GOTT den Menschen durch den Opfertod JESU eine Möglichkeit der Begnadigung geschaffen hat. Dem Antrag auf Begnadigung wird aber nur stattgegeben, wenn der Bittsteller gedemütigt ist und bereit, die begangenen Sünden nicht mehr zu tun bzw. lebenslang gegen die sündigen Neigungen anzukämpfen.

Das soll vorerst einmal genügen, um zu zeigen, dass die Reformation nicht der Durchbruch zum Urchristentum war, wie von charismatischen Wirrköpfen behauptet wird, sondern der Durchbruch zum Menschen der Gesetzlosigkeit des antichristlichen Zeitalters.

Quelle: Glaubensnachrichten 11-1999, S. 1f.

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