Fleisch und Geist

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Apologetik/Bibellehre

Fleisch und Geist sind immer gegeneinander wie Feuer und Wasser (Galater 5,17). Es ist die Tragödie des menschlichen Lebens, dass Fleisch und Geist auf engstem Raum in einer Person zusammengejocht sind. Das ist ungefähr so, wie wenn man Hund und Katze in ein- und denselben Stall sperrt. Daraus ergibt sich der lebenslange Konflikt zwischen Wollen und Vollbringen. Man kann das Fleisch nicht bekehren oder veredeln, es ist und bleibt schlecht. Darum werden Fleisch und Blut das Reich GOTTES nicht sehe, sondern in der Verwesung bleiben. Es wird auch nicht auferstehen, wie die Kirchen lehren, denn auferstehen wird nur der Geistleib:

1. Korinther 15, 50
Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit.

Einzige Ausnahme ist die Entrückung. Da werden die sterblichen Leiber der Lebenden verwandelt:

Römer 8, 11b; 1. Korinther 15, 51; Philipper 3, 21; Römer 8, 23
auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch Seinen GEIST, Der in euch wohnt…. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden … der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann … und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des GEISTES haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

Das Fleisch kann nicht veredelt werden, es bleibt schlecht, auch wenn Du schon 60 Jahre gläubig bist. Sobald Du dem Fleisch wieder zu viel Spielraum lässt, praktizierst Du nach 60 Jahren die gleichen Sünden, die Du vor Deiner Bekehrung ausgeübt hast. Das Fleisch ändert sich nicht.

Johannes 6, 63; Römer 7, 18
Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind GEIST und sind LEBEN … Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht.

Das einzige, was wir tun können ist, das Fleisch an die Kette zu legen wie einen Hund, und mit Paulus zu seufzen:

Römer 7, 24
Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?

Vor GOTT zählt nicht, wie wortgewaltig einer predigen kann, wie operettenartig er singen, wie huldreich er beten, wie eifrig er bekennen kann, sondern allein, ob er geistlich oder fleischlich ist. Das ist die Demarkationslinie, die quer durch Gemeinde und Familie geht. Der Unterschied zwischen zwischen fleischlichen und geistlichen Christen ist der: Der geistliche ist lebenslang damit beschäftigt, das Fleisch zu kreuzigen samt den Lüsten und Begierden und ihm nur das Nötigste zu erlauben, um so dem empfangenen GEIST immer mehr und dem Fleisch immer weniger Raum zur Entfaltung zu geben. Der Fleischliche hingegen kultiviert das Fleisch und seine Begierden regelrecht, so dass es immer geiler, immer sinnlicher, immer genusssüchtiger, immer ehrgeiziger, immer geldgieriger, immer fauler, immer bequemer wird und der GEIST keinen Raum zur Entfaltung mehr vorfindet.

Römer 8, 6
Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des GEISTES aber Leben und Frieden …

Und damit sind wir auch schon beim Thema Ehe angelangt. Der Sinn der Ehe besteht u.a. darin, dass wir die Möglichkeit haben, auch die stärkste Auswirkung des Fleisches in unserem Leben, nämlich die Sexualität, einzuschränken auf einen begrenzten Raum, und so die Begierde lebenslang an die Kette zu legen durch ein geordnetes Eheleben. Allerdings ist auch die Ehe kein Freibrief zum Kultivieren der Fleischeslust, bis hin zu abartigen Praktiken. Vielmehr soll durch die Ehe die Fleischeslust unter Kontrolle gehalten werden. Natürlich gibt es auch Menschen, die von GOTT zur Ehelosigkeit berufen, begabt und dazu ausgestattet sind. Ein auserwählter Stand! Ich habe aber auch solche kennengelernt, die haben die Gabe der Ehelosigkeit nicht, tun aber trotzdem so, als wären sie völlig frei von Begierden, weil sie in ihrer Geltungssucht möglichst geistlich erscheinen wollen. Sie führen dann meist ein Doppelleben in schlimmsten Phantasien oder treiben schandbare Heimlichkeiten in Pornoläden und Sexfilmen. Am Sonntag sitzen sie dann wieder in der Gemeinde mit verklärtem Augenaufschlag, als wären sie der allerheiligste Nepomuk. Die Apostellehre schreibt für solche, die sich nicht enthalten können, die Ehe vor, damit sie nicht eine Beute des Teufels werden. Allerdings muss man auch ganz nüchtern sehen, dass dieses Sich-nicht-enthalten-können ein Unvermögen ist und wahrlich nicht das Vollkommene ist! Das sollte man sich demütig eingestehen. Das Ziel aber soll uns niemand verrücken: Den Status der Vollkommenheit, d.h. der Zustand wie es im Himmel sein wird. Dort gibt es keinen Sex, auch keine Ehe, überhaupt keine Fleischeslust, sondern nur Himmelslust; denn wir werden den Engeln gleich sein (Lukas 20,36).

Quelle: Glaubensnachrichten 03-2003, S. 4

Bildnachweis:
Das verwendete Beitragsbild steht unter folgender Lizenz: „Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz“
Herzlichen Dank an Praise Poster

Unsere Bewertung
Deine Bewertung
[Total: 1 Average: 2]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.