Wie evangelikale Führer die Evangelikalen verführen

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Maier, Morgner, Strauch und andere sind geistliche Männer, die viel für die Gemeinde GOTTES getan haben. Das stimmt! Dennoch: Die hitzigen Debatten, die nun für Streit und Ärger sorgen werden, dafür zeichnen nicht die verantwortlich, die sich über die Ökumene-Äußerungen von prominenten Evangelikalen jetzt aufregen. Nein, es sind die, die sie in die Welt gesetzt haben – gezielt. Der Morgner-Artikel in idea wurde auf ausdrücklichen Wunsch des Gnadau-Chefs veröffentlicht. Was ist mit Bischof Maier los, fragen sich die Pietisten in Württemberg?

Viele können sich Maiers Befürwortung der Ökumene mit den Katholiken nur noch so erklären, dass man ab einer gewissen Stufe in der Kirchen-Hierarchie einfach „verbogen“ werde. Oder ist doch alles ein abgekartetes Spiel? Einiges spricht dafür. Seit Monaten fährt die evangelikale Zeitschrift Aufatmen, die der Pastor der Freien ev. Gemeinden Ulrich Eggers als Chefredakteur verantwortet, einen radikal pro-katholischen Kurs.

Eggers‘ oberster Dienstherr ist Peter Strauch. Er ist auch Vorsitzender der Deutschen Ev. Allianz. Strauch veröffentlichte schon Ende letzten Jahres in „Aufatmen“ einen Beitrag, in dem er darüber nachdachte, wie man die Katholiken trotz aller Unterschiede in die Arme schließen könne. In der aktuellen Ausgabe (3/2002) ist wieder ein pro-katholischer Artikel erschienen mit dem Titel „Lernen von der katholischen Kirche?“. Darin bejubelt Ulla Schaible, Leiterin einer christlichen Arbeits- und Lebensgemeinschaft, die katholische Tradition und Mystik.

„Für mein persönliches Wachstum waren die Exerzitien von Ignatius von Loyola sehr entscheidend, die ich vor einigen Jahren besuchte.“

Loyola war Gründer des Jesuiten-Ordens, hatte „Marien“- und „Christusvisionen“ und bezeichnete sich als Anti-Luther. Seine Exerzitien basieren auf der okkulten Technik des Visualisierens. Davon liest man im Artikel nichts. Loyolas Jesuiten-Horden brachten in der Inquisition Zigtausende von Evangelischen grausam um. Sollten sich Evangelikale einen solchen schillernden Mann als geistliches Vorbild nehmen? Schaible empfiehlt es den „Aufatmen“-Lesern, wovon viele Entscheidungsträger im evangelikalen Raum sein sollen, und schreibt weiter:

„Ich sehe im protestantischen Bereich — gerade auch bei den Evangelikalen — viel Abwehr gegen die katholische Tradition und viel Berührungsängste. Mir scheint das schade, weil wir uns dadurch auch vom Reichtum eines Teils der Christenheit abschneiden, der unseren Glauben beleben und vertiefen könnte.“

Der blitzgescheite Jesuit Loyola hätte sich heute ob dieser Naivität vor Freude auf die Schenkel geklopft und Martin Luther – lebte er jetzt – würde sein berühmtes Tintenfässchen nicht nur gegen den Teufel schleudern, sondern womöglich auch auf manchen Evangelikalen zielen. Für Luther waren nämlich große Teile der katholischen Kirche reines Teufelswerk. Dies erkennen auch heute noch Katholiken. So beispielsweise 25 ehemalige katholische Priester, die in dem Buch „Von Rom zu Christus“ (Bestell-Telefon 0800 / 50 50 601) ihre inneren Kämpfe beschreiben, bevor sie den Weg zur Freiheit „allein in Christus“ fanden.

Quelle: TOPIC Nr. 10/2002

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