Was sagt die Bibel über Maria?

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Für viele Außenstehende ist es selbstverständlich, daß die Verehrung Marias oder der „Gottesmutter“ ein fester Bestandteil des Christentums ist. Übersehen wird dabei, daß die Verehrung Marias an sich eine Sonderlehre der Katholischen Kirche ist, die von den biblisch orientierten Kirchen abgelehnt wird. Es handelt sich somit um ein zwischen den Konfessionen streitiges Thema.

Im Rahmen dieses Artikels möchte ich prüfen, ob die Lehren der Katholischen Kirche über Maria in der Bibel eine Grundlage haben.

1. Was lehrt die Katholische Kirche über Maria?

Wenn ich etwas über Maria, die Mutter Jesu, schreibe, sei zunächst gesagt, daß es mir fernliegt, irgendetwas gegen diese vorbildliche Frau sagen zu wollen.

MIr geht es nur um die Frage, ob die katholische Lehre über Maria mit der Bibel übereinstimmt.

In den vergangenen 150 Jahren sind zahlreiche päpstliche Enzykliken, Rundschreiben und Dogmen zur Ehre Marias veröffentlicht worden, darunter auch solche, die völlig neue Lehren aufstellten, wie die unbefleckte Empfängnis Marias (1854) und die Himmelfahrt Marias (1950). Beides wird in der Bibel mit keiner Silbe erwähnt, was auch die Katholische KIrche eingesteht.

Die Verehrung Marias hat im Lauf der Geschichte der römisch-katholischen Kirche ständig an Bedeutung gewonnen und der heutige Papst ist wohl einer der inbrünstigsten Marienverehrer überhaupt, was er durch sein Motto totus tuus („völlig dein“ in bezug auf Maria) ausdrückt.

In vielen neueren katholischen Dokumenten wird Maria mit einer solchen Flut von Lobpreis überschüttet, wie ich es zuvor noch nirgends über einen Menschen gelesen habe. Hier eine Auswahl aus katholischen Lehrdokumenten über Maria. Schon vorab sei gesagt, daß ich diese Texte zum Teil als gotteslästerlich empfinde.

Die Lehre, daß die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis…..von jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und muß deshalb von allen Gläubigen fest und unabänderlich geglaubt werden……Auf sie setzen wir unsere ganze Hoffnung und unser vollstes Vertrauen……sie ist die sicherste Zuflucht und treue Helferin aller Gefährdeten des Erdkreises, die mächtige Mittlerin und Versöhnerin bei ihrem eingeborenen Sohne……Sie ist gesetzt vom Herrn als Königin des Himmels und der Erde…..
Pius IX. „Ineffabilis Deus“; in Heilslehre der Kirche, Paulusverlag 1953, S.323-325 (für unfehlbar erklärt)

Es ist eine von Gott geoffenbarte Glaubenswahrheit, daß die unbefleckte, immer jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen worden ist. Wenn daher….jemand diese Wahrheit….zu leugnen oder bewußt in Zweifel zu ziehen wagt, so soll er wissen, daß er vollständig vom göttlichen und katholischen Glauben abgefallen ist.
Pius XII. „Munificentissimus Deus“ in Der Glaube der Kirche, Nr.487 (für unfehlbar erklärt)

…..nach ihrer Aufnahme in den Himmel…..fährt [Maria] durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen….
Katechismus der Katholischen Kirche Nr.969

…..wie deshalb niemand zum Vater im Himmel kommen kann als durch seinen Sohn, so ähnlich kann niemand zu Christus kommen als durch seine Mutter.“
Leo XIII. „Octobri mense; in Heilslehre der Kirche, S.301

Der Tod kam durch Eva, das Leben durch Maria.
II. Vatikanisches Konzil in Kleines Konzilskompendium S.189

2. Maria – ewige Jungfrau?

Die Katholische Kirche behauptet also, daß Maria “unbefleckte, immer jungfräuliche Gottesmutter” sei – also auch nach der Geburt Jesu immer Jungfrau geblieben sei.

Viele katholische Lehren über Maria sind jedoch schon deshalb hinfällig, weil die Bibel eindeutig zeigt, daß Maria nicht „ewige Jungfrau“ ist, sondern nach der Geburt Jesu auf natürliche Weise weitere Kinder bekam. Die mehrmals erwähnten leiblichen Brüder Jesu (z.B. Matthäus 12,46 13,55 Johannes 2,12 7,3-5 ) sind nicht, wie Katholiken häufig annehmen, seine „Vettern“, denn für Vetter gibt es im Neuen Testament ein anderes Wort (vgl. Kolosser 4,10 ).

Vielmehr sind es tatsächlich die (Halb-)Brüder Jesu. Besonders eindringlich belegt das Psalm 69, ein eindeutig auf Jesus hindeutender prophetischer Psalm (vgl.Psalm 69,22 mit Matthäus 27,47-48). Über den am Kreuz leidenden Herrn steht hier in Vers 9 geschrieben: Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter.

Doch selbst wenn man sich auf die katholische Behauptung einlässt, es handele sich bei den Brüdern Jesu in Wahrheit um seine “Vettern”, bleiben folgende Anfragen:

1. Von den Brüdern Jesu ist stets nur mit Maria zusammen die Rede. Aus welchem Grund hier „Vettern“ ständig zusammen mit ihrer Tante unterwegs sein sollten, ist nicht verständlich. Eine Erklärung dafür gibt es in der Bibel nicht. Was liegt unter diesen Umständen näher, als anzunehmen, daß die „Brüder“ tatsächlich Brüder sind?

2. Ich bitte zu beachten, daß Jakobus, der erste Gemeindeleiter von Jerusalem und Verfasser des Jakobusbriefes, nach einhelliger Überlieferung der Urkirche ein (Halb-)Bruder Jesu war. Diese Überlieferung wird von der Katholischen Kirche völlig ignoriert.

3. Die Auslegung, es handele sich um “Vettern”, kann also bestenfalls eine Möglichkeit sein: Mit welcher Autorität wird hier etwas behauptet, was nur „möglicherweise“ richtig ist? Und was ist davon zu halten, wenn an dieser Behauptung ganze Lehrgebäude über Maria hängen und die Behauptung, Maria sei immer Jungfrau geblieben, von der Katholischen Kirche als „unfehlbar“ bezeichnet wird?

4. Wie wahrscheinlich ist es nach menschlicher Erfahrung, daß eine junge, verheiratete Frau ihr ganzes Leben lang Jungfrau bleibt?

5. Selbst wenn man die katholische Annahme, es handele sich um „Vettern“, als richtig unterstellt, bleibt in jedem Fall die zentrale Anfrage: Wo stellt die Bibel positiv fest, Maria sei immer Jungfrau geblieben? Einen solche Aussage gibt es in der Bibel nicht. Die Behauptung, Maria sei immer Jungfrau geblieben, ist schon deshalb unbiblisch und hat keine Grundlage.

Zusammenfassung:

1. Die katholische Lehre der “Jungfrau Maria” hat unbestreitbar den biblischen Wortlaut („Brüder“) gegen sich.

2. Die katholische Lehre hat unbestreitbar die Überlieferung der Kirchenväter gegen sich (Jakobus als Bruder Jesu).

3. Die katholische Lehre hat unbestreitbar die Lebenswahrscheinlichkeit gegen sich (eine verheiratete Frau immer Jungfrau?)

4. Für die bloße „Möglichkeit“, es handele sich um Vettern, spricht hingegen nichts.

5. Die Bibel sagt nirgendwo positiv, dass Maria immer Jungfrau geblieben sei.

3. Vergleich der katholischen Marienlehre mit der Bibel

Die biblische Lehre über Maria ist äußerst knapp, denn außer in den ersten beiden Kapiteln von Lukas und Matthäus und in Johannes2,1-12 (Hochzeit zu Kana) wird sie nur noch fünfmal kurz erwähnt (zzgl. vier parallele Berichte). Das letzte mal wird Maria beiläufig in Apostelgeschichte 1,14 beim gemeinsamen Gebet mit den Jüngern erwähnt. Man kann gar nicht von einer besonderen „Lehre“ der Bibel über Maria sprechen, da über sie keine Lehre aufgestellt, sondern nur einige Szenen aus ihrem Leben berichtet werden.

Einen Hinweis auf ihre Stellung vor Gott geben uns die Worte des Engels Gabriel inLukas 1,28-30, wo er sie „Begnadete“ (die richtige Übersetzung des katholischen „voll der Gnade“) nennt, und ihr mitteilt, daß sie „Gnade bei Gott gefunden“ hat.

Das läßt keinen anderen Schluß zu, als daß Maria selbst Gnade und somit Erlösung braucht.

In der Bibel finden wir hingegen kein Wort von Maria als „Mittlerin aller Gnaden“, „unbefleckt Empfangene“, „Himmelskönigin“, „Miterlöserin“, „Schlangenzertreterin“, „Mittlerin zum Mittler“ oder von ihrer angeblichen Himmelfahrt.
Die Bibel berichtet von der Jungfrauengeburt und Himmelfahrt Jesu. Von einer Jungfrauengeburt und Himmelfahrt Marias sagt die Bibel hingegen nichts. Und doch wurden diese beiden Lehren 1854 und 1950 zu “unfehlbaren” Dogmen der Katholischen Kirche erklärt. Bei diesen Lehren handelt es sich jedoch ersichtlich um Behauptungen ohne jede biblische Grundlage. Indem die Katholische Kirche solche frei erfundenen Dogmen aufstellt, disqualifiziert sie sich in meinen Augen selbst und beweist schlagend, daß von einer “Unfehlbarkeit” des Papstes keine Rede sein kann.

Jesus selbst spricht Maria auch nirgendwo in der Bibel direkt mit Mutter, sondern stets mit „Frau“ an, wie z.B. bei der Hochzeit zu Kana, Johannes 2,4: Was habe ich mit Dir zu schaffen, Frau?”. Was für eine Distanz Jesu zu Maria spricht aus diesen Worten….

Jesus selbst macht deutlich, daß seine Mutter keinen Vorrang vor anderen Gläubigen hat:

Lukas 11, 27.28
…da erhob eine Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glückselig der Leib, der dich getragen und die Brüste, die du gesogen hast ! Er aber sprach: Gewiß, doch glückselig, die das Wort Gottes hören und befolgen!

Das ist Jesu Antwort auf Verehrung Marias: Gewiß ist sie zu ehren, doch jeder, der das Wort Gottes hört und befolgt, steht mit ihr auf einer Stufe.

So wenig Nachdruck die katholische Kirche auf die Notwendigkeit einer persönlichen Beziehung zu Jesus legt, so viel Nachdruck legt sie merkwürdigerweise auf eine persönliche Beziehung zu Maria. Jesus möchte jedoch, daß wir eine persönliche, direkte Beziehung zu ihm haben. Entweder haben wir diese unmittelbare Beziehung zu ihm oder gar keine, entweder sind wir in ihm oder getrennt von ihm, vgl. Johannes15, 5. Eine indirekte Beziehung zu Jesus über einen Mittler gibt es nicht. Vielmehr sagt die Bibel in 1.Timotheus 2,5: „Einer ist Gott und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus.“ Jesus wäre ein schlechter Mittler, benötigte man wiederum einen weiteren Mittler zu ihm.

Maria vermittelt nichts, schon gar keine Gnade – denn Gott gibt Gnade und benötigt niemand, um diese Gnade zu übermitteln. Maria als “Mittlerin aller Gnaden” zu bezeichnen, ist daher falsch und gotteslästerlich.

Der Katholizismus lehrt, daß Maria im Himmel für die Gläubigen Fürbitte bei Gott leistet. Die Bibel hingegen:

1. Johannes 2, 1
…wenn jemand sündigt – wir haben einen Fürsprecher bei dem VATER: JESUS CHRISTUS, den Gerechten.

Die Maria des Katholizismus tritt somit auch als Fürsprecherin an die Stelle Christi. Maria kann jedoch gar nicht vor Gott für andere eintreten, weil sie selbst – ebenso wie die anderen – die Gnade Gottes zur Vergebung ihrer Sünden braucht.

Marias Bezeichnung als „Schlangenzertreterin“ ist eine Anspielung auf 1. Mose 3,15, wo Gott nach dem Sündenfall zur Schlange, dem Teufel, spricht: Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen und; er wird dir den Kopf zermalmen und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. Hier sehen wir jedoch deutlich, daß es der Same der Frau ist, ihr Nachkomme – nämlich Jesus Christus selbst -, der die Schlange besiegen wird. Jesus hat dies am Kreuz getan, denn dadurch wurde die Macht des Teufels über unser Leben gebrochen, vgl. Hebräer 2,14 :…durch den Tod den zunichte gemacht, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel. So bezieht sich schon das „Ferse zermalmen“ in 1.Mose 3,15 symbolisch auf die Kreuzigung, bei der der Nagel durch den Fersenknochen geschlagen wird.

Nicht Maria hat die Macht des Teufels gebrochen, sondern Jesus. Das Verdienst, der Schlange den Kopf zertreten zu haben, kommt daher niemand anderem zu als Jesus allein.Von daher ist auch die katholische Bezeichnung Marias als „Schlangenzertreterin“ eine Beleidigung des einzigartigen Werkes Jesu.

Der Katholizismus bezeichnet Maria auch als “Königin des Himmels”. Eine „Königin des Himmels“ kommt in der Bibel tatsächlich vor; jedoch als Götze. Mit ihrer Verehrung beschworen die Israeliten den Zorn Gottes auf sich herab (Jeremia 7,18und 44,17-19). Im Himmel gibt es nur einen König; das ist Jesus Christus, das Lamm Gottes, vgl. Offb.17,14: …und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue.

Ein besonders krasses Beispiel dafür, daß die katholische Lehre Maria immer wieder mit Titeln und Auszeichnungen benennt, die nur Jesus zustehen, vermittelt uns ein Vergleich der katholischen Lehraussage

der Tod kam durch Eva, das Leben durch Maria (s.o.)

mit der entsprechenden biblischen Aussage in :

1. Korinther 15, 21.22 (vgl. dazu auch Römer 5,12-19)
Da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden

Jesus ist darüberhinaus auch nicht der „eingeborene Sohn Marias“, sondern ihr erstgeborener Sohn (Lukas 2,7) und der eingeborene Sohn Gottes (Johannes3, 18).

Wie die Bibel in Lukas1,28-30 ausdrücklich sagt, braucht Maria selbst die Gnade Gottes. Nur aus einer einzigen Bibelstelle – nämnlich aus Apg1,14 – wissen wir, daß Maria – die zunächst offenbar Jesus Handeln als Erlöser ablehnte (Vgl. Matthäus 12,46-50) – sich überhaupt zu Christus bekehrt hat. Ohne diese kurze Erwähnung in der Apg1,14 wüßte man von der Bibel her nicht einmal, ob Maria überhaupt errettet wurde.

Zusammenfassung:

Mit der ganzen Autorität der Bibel läßt sich daher sagen, daß die katholische Lehre über Maria falsch ist und Maria in gotteslästerlicher Weise mit Titeln überhäuft, die nur Jesus zustehen.

Es gibt
nur einen Erlöser,
nur einen Fürsprecher,
nur einen himmlischen König,
nur einen unbefleckt Empfangenen,
nur einen, der vom Tode auferstanden ist
nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen,
nur einen Schlangenzertreter, der die Macht des Teufels gebrochen hat,

…nämlich JESUS CHRISTUS

Maria ist nur ein toter Mensch. Sie kann schon deshalb nicht für uns vor Gott eintreten, weil sie selbst die Gnade Gottes zur Vergebung ihrer Sünden braucht. Eine von der Bibel weitgehend abgeirrte Katholische Kirche hat diesen toten Menschen im Laufe der letzten Jahrhunderte zu einer Art Göttin gemacht und dabei in der Glaubenspraxis selbst das erste Gebot (2. Mose 20, 2.3) vergessen, welches lautet:

Bibelstelle
Ich bin der HERR, Dein GOTT. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir.

Gebet steht nur Gott allein zu, also Vater, Sohn und Heiligem Geist. Einen Unterschied zwischen “anrufen” und “anbeten” gibt es nicht; ein solcher wird in der Bibel auch nicht gemacht.

Maria “anzurufen” ist daher eine Verletzung des ersten Gebots und nichts anderes als Götzendienst.

4. Der historische Hintergrund des Marienkults

In der Überlieferung der Urkirche findet sich von Marienverehrung kein Wort. Es handelt sich bei der Marienverehrung um ein Element, das aus dem antiken heidnisch-polytheistischen Bereich langsam mehr und mehr in die christliche (katholische) Volksfrömmigkeit eingedrungen ist, als nach 384 unter Kaiser Theodosius das Christentum im römischen Reich Staatsreligion wurde.

Viele Heiden mußten damals offiziell „Christen“ werden, da Theodosius alle heidnischen Religionen verbieten ließ. Glaube läßt sich jedoch nie erzwingen mit der Folge, daß die “christianisierten” Heiden die heidnische Göttin Isis mit dem Horuskind in den neuen Glauben importierten und äußerlich „christianisierten“, indem Isis mit Maria identifiziert wurde. Diese Praxis der “Gleichsetzung” verschiedener Gottheiten war in den polytheistischen Religionen der Antike allgemein verbreitet. So wurde aus Isis mit dem Horuskind die „christliche“ Göttin Maria mit dem “Jesuskind”. Man kennt Statuen aus dieser Zeit des Übergangs von Isis zu Maria, von denen man nicht einmal weiß, ob die Figur Isis mit dem Horuskind auf dem Arm darstellt oder Maria mit dem “Jesuskind”. Auch die Vorstellung vom “Jesuskind” oder “Christkind” kommt aus der gleichen Wurzel. Jesus ist kein “Kind”, sondern Herr der ganzen Schöpfung und herrscht zur Rechten des Vaters.

Isis ist übrigens dieselbe Göttin Astarte, die auch bereits in der Zeit des Alten Testaments als „Himmelskönigin“ bezeichnet wurde (vgl. Jeremia7,18und44,17-19). Die Maria des Katholizismus hat also vermutlich sogar ihren anmaßenden Titel „Himmelskönigin“ direkt von ihrem heidnischen Ursprung übernommen.

Ihre heutige Bedeutung für die offizielle Lehre hat die aus der Volksfrömmigkeit stammende Marienverehrung im Katholizismus allerdings erst in den letzten 200 Jahren erlangt. Noch Martin Luther (1483 – 1546) mußte sich in seiner Auseinandersetzung mit den katholischen Abirrungen von der Bibel mit Marienverehrung nur am Rande beschäftigen. Schon die Tatsache, daß die Marienverehrung erst in den letzten Jahrhunderten in der heutigen Form entstand und noch 1950 ein neues Dogma hinzugefügt wurde, disqualifiziert eigentlich jeden Versuch, Marienverehrung als Teil des christlichen Glaubens hinzustellen.

5. Antworten und Argumente von Marienverehrern

In aller Regel gehen die Argumente von Katholiken zur Rechtfertigung der Marienverehrung ohne jeden Bezug zur Bibel von irgendwelchen menschlichen Überlegungen oder Gefühlen aus. Einmal wurde mir gegenüber beispielsweise vertreten, daß wir ja neben dem Vater im Himmel auch eine Mutter bräuchten – das sei Maria. Ich finde es schon äußerst krass, Maria in dieser Weise als Pendant zu Gott einsetzen zu wollen. Dazu ist im übrigen zu sagen, daß Gott nicht in dem Sinne männlich ist, daß Er eine weibliche Ergänzung bräuchte.

Kopieren möchte ich jedoch Auszüge aus dem Mail eines katholischen Marienverehrers, der versucht hat, seine Marienverehrung mit der Bibel zu rechtfertigen – zusammen mit meinen Antworten auf die einzelnen Punkte:

Da Jesus Gott ist und Jesus von Maria geboren wird, ist Maria die Mutter Gottes. Auch die Anrede „Mutter meines Herrn“ (Lukas 1,43) besagt dasselbe wie Gottesmutter.

In gewisser Weise verstehe ich vom Gedankengang her durchaus, warum im Katholizismus von Maria als „Gottesmutter“ gesprochen wird. Der Begriff „Gottesmutter“ taucht in der Bibel allerdings nirgendwo auf.

Jesus als das Wort Gottes war zudem bereits im Anbeginn der Schöpfung da und erst durch Ihn wurde alles geschaffen (Kolosser. 1,16; Johannes1,1-3) – also auch Maria. Niemand kann aber Mutter des eigenen Schöpfers sein. Als Mensch ist Jesus der Sohn Marias, nicht aber als Gottes Wort, das Mensch geworden ist.

Die Geburt Jesu ist nur der Weg, auf dem Gottes Wort Mensch wurde. In seiner göttlichen Gestalt war Jesus jedoch schon lange vor Maria da. Kurz gesagt:

Gott ist nicht Marias Sohn – Maria ist daher auch nicht “Gottesmutter”.

Zu Lukas1,41-43 ist zu sagen, daß Jesus auch als Mensch als “Herr” angeredet wird. Maria ist die Mutter dieses Menschen Jesus, nicht aber die Mutter Gottes.

Maria sagt im Magnificat: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter.“ Kann in einer Kirche, die diese Worte des Evangelisten ernst nimmt, das Marienlob verstummen?

Mit dem “Magnificat” gemeint ist Lukas 1,46-48:
46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
47 und mein Geist hat gejubelt über Gott, meinen Heiland.
48 Denn er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter.

Die von mir zitierte Elberfelder Bibel übersetzt hier glücklich preisen – in einigen Übersetzungen heißt es auch seligpreisen. Was aber ist damit gemeint? Maria wird gepriesen, weil wir wissen, daß Gott sie auserwählt und ihr eine besondere Ehre erwiesen hat. Daß jedoch Maria selbst irgendeine besondere Bedeutung hätte, wird schlagend dadurch widerlegt, welchen Stellenwert Jesus selbst dem “Marienlob” einräumt:

Lukas 11, 27
…da erhob eine Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und sprach zu ihm: Glückselig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Gewiss, doch glückselig, die das Wort GOTTES hören und befolgen.

Anders gesagt: Jeder, der das Wort Gottes hört und befolgt, wird hier von Jesus ganz ausdrücklich auf die gleiche Stufe wie Maria gestellt. Jesus sagt lapidar, daß Maria nicht “glückseliger” ist als alle anderen, die Gottes Wort hören und befolgen. Einen ähnlichen Inhalt hat auch Markus3,31ff.

Übrigens wird nicht nur Maria in der Bibel seliggepriesen, sondern genauso z.B. auch die Trauernden und die Barmherzigen, vgl. Matthäus5,1-12. Ist daraus nun zu schlussfolgern, daß alle Trauernden und Barmherzigen ebenso wie Maria als Quasi-Götter zu verehren und “anzurufen” sind?

Gott braucht die Zustimmung Marias bzw. will sie brauchen. Das Fiat der Magd des Herrn ist insofern die Voraussetzung für die Menschwerdung des Sohnes und für die Erlösung der Menschen.

Mit dem “Fiat” (lat. “es geschehe”) ist gemeint, daß Maria in Lukas 1,38 auf die Botschaft des Engels, der ihr die Geburt Jesu verheißt, erwidert: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort! 

Doch war die Zustimmung Marias nicht Voraussetzung der Geburt Jesu. Gott drängt sich nicht auf. Wenn ein Mensch es ablehnt, sich von Gott gebrauchen zu lassen, wird Gott diesen Menschen nicht gegen dessen Willen behelligen. Aber Gott hat immer auch andere Wege, Seinen Plan zu verwirklichen. Jesus wäre in jedem Fall geboren worden – so oder anders. Hätte Maria die Botschaft des Engels abgelehnt, wäre eine andere Frau auserwählt worden. Die Geburt des Erlösers hing jedoch nicht von der Zustimmung Marias ab.

Beim Wort vom Kreuz „Siehe, Deine Mutter“ handelt es sich um mehr als nur um eine pietätsvolle Fürsorge Jesu um seine Mutter. Hier sagt Jesus zu Maria, Maria solle nicht nur in „Johannes“, sondern in allen, die er liebt (typologische Deutung!), ihre Söhne sehen, und umgekehrt sollen alle in Maria ihre Mutter erkennen. Maria wird zur Mutter der Kirche berufen.

Gemeint ist Johannes 19,26-27:
“26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe Dein Sohn!
27 Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe Deine Mutter ! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.

Was hier behauptet wird, ist eine Vergewaltigung der Bibelstelle. In Johannes 19,26-27 heißt es spiegelbildlich Siehe, dein Sohn! und Siehe, Deine Mutter! Es ist einfach unlogisch, daß das eine für uns alle Bedeutung haben soll (warum eigentlich?), das andere aber nicht. Wenn Maria unser aller Mutter sein soll, dann müßte Johannes konsequenterweise unser aller Sohn sein. Jesus macht keinen Unterschied zwischen beiden. Selbst wenn man beides bejahen wollte, wäre dies der Stelle Johannes 19, 26.27 so nicht zu entnehmen.

Bei der katholischen Auslegung kommt jedoch zusätzlich noch erschwerend hinzu, daß sie inkonsequent ist und nur hinsichtlich des einen Teilsatzes völlig überzogene Schlußfolgerungen ziehen möchte, während die parallele Aussage Jesu zu Johannes ignoriert wird.

Mit völlig gleicher Berechtigung könnte man nämlich spiegelverkehrt – und ebenso absurd – behaupten: „Beim Wort vom Kreuz „Siehe, Dein Sohn“ handelt es sich um mehr als nur um eine pietätsvolle Fürsorge Jesu um Johannes. Hier sagt Jesus zu Johannes, Johannes solle nicht nur in „Maria“, sondern in allen, die er liebt (typologische Deutung!), seine Mütter sehen und umgekehrt sollen alle in Johannes ihren Sohn erkennen. Johannes wird zum Sohn der Kirche berufen.“

Beides ist natürlich gleichermaßen Unfug. Maria ist genauso wenig “Mutter der Kirche” wie Johannes der “Sohn der Kirche” ist.

Die Mutter Jesu tritt im Johannesevangelium nur zweimal auf, aber an kompositorisch bedeutungsvoller Stelle, nämlich zu Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu: auf der Hochzeit zu Kana und am Ende: bei der Kreuzigung. Die Mutter Jesu wird weniger in ihrer Individualität, sondern in ihrer heilsgeschichtlichen Rolle herausgestellt; wohl deshalb wird sie auch nie mit ihrem Namen genannt (wie auch der Jünger nicht, den Jesus liebte).

Ja, und im Rahmen dieser „Komposition“ sagt Jesus zu Maria (Johannes 2,4): Frau, was habe ich mit Dir zu schaffen? Soviel zur besonderen Bedeutung Marias.

Aus der Tatsache, daß Maria nur ganz am Rande und nicht mal mit Namen erwähnt wird , soll eine besondere „heilsgeschichtliche“ Rolle Marias konstruiert werden? Wäre Maria öfters und mit Namen erwähnt worden, würde man das Gegenteil behaupten, um die “besondere Rolle” Marias zu rechtfertigen.

Maria wird weniger als individuelle Person gesehen, sondern als eine Gestalt mit einer bestimmten heilsgeschichtlichen Sendung. Paulus, die Offenbarung des Johannes und das Johannesevangelium nennen nicht einmal den Namen, sondern sprechen von der „Frau“, der „Mutter Jesu“, dem „Zeichen“. Auch die vielen alttestamentlichen Anklänge (Frau, Bundeslade, Sion, Israel, Judit) unterstreichen die heilsgeschichtliche Aufgabe Mariens. In Hinblick auf die oft inkriminierte Distanz zwischen dem Schweigen großer Teile des Neuen Testaments über Maria und der angeblichen marianischen Hypertrophie späterer Jahrhunderte sei vermerkt, daß einerseits das Neue Testament durchaus gewichtige Aussagen über die Mutter Jesu bringt, vor allem wenn man die typologischen Zusammenhänge bedenkt, daß andererseits aber innerhalb des Neuen Testaments eine Entwicklung festzustellen ist.

Das Neue Testament macht keine einzige „gewichtige Aussage“ über Maria. Die angeblichen „typologischen“ Zusammenhänge sind Produkt des aus der katholischen Praxis hergeleiteten dringenden Wunsches, eine Rechtfertigung für die überbordende Verehrung Marias in der Bibel zu finden.

Dies ist natürlich ein klassischer Trugschluß: Wenn mehr als die Hälfte des Neuen Testaments nicht einmal den Namen Marias nennt, dann ist das auch kein Zeichen irgendeiner „heilsgeschichtlichen Sendung“, sondern schlicht ein Zeichen der Bedeutungslosigkeit Marias für den christlichen Glauben.

…..dieses Kreuz ist nicht nur für Jesus die radikale Entäußerung unter dem Willen des Vaters für seine Brüder, sondern auch für Maria die Entäußerung jeder natürlichen Mutterschaft in der Kreuzesnachfolge ihres Sohnes zugunsten der universalen Mutterschaft für alle Menschen.

Maria „entäußert“ gar nichts, weil sie nur machtlos vom Rande aus zusieht, was geschieht. Es ist nicht ihre Entscheidung, was geschieht und es ist auch nicht ihre Entscheidung, was Jesus zu Johannes und ihr sagt.

Maria ist am Kreuz nur hilfloser Zuschauer und handelt nicht. Ein Hinweis auf eine “universale Mutterschaft” Marias geht aus dem biblischen Bericht nicht hervor und läßt sich insbesondere den Worten Jesu an Johannes nicht entnehmen.

Wenn man noch Worte des Magnificat berücksichtigt, wonach die Maria persönlich erwiesene Auserwählung („mein Retter“, „Niedrigkeit seiner Magd“, „der Mächtige hat Großes an mir getan“) dem ganzen Volk Israel gilt („Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat“) dann kann man sagen: Maria ist in Person das wahre Zion, auf das sich die Hoffnungen in allen Verwüstungen der Geschichte gerichtet haben. Sie ist das wahre Israel, in dem Alter und Neuer Bund, Israel und Kirche, trennungslos eins sind“.

Die Bibel sagt in Römer 9-11 , daß Israel nie verworfen wurde. Das wahre Israel ist immer nur Israel, nicht eine Kirche und schon gar nicht Maria. Letztere Idee ist in meinen Augen geradezu grotesk. Ich kann keine Begründung dafür erkennen.Römer 11,2 sagt: „Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das ist ausgeschlossen.“Neben Israel ist kein Platz für ein „wahres Israel“.

Es ist eine weitere unbiblische Sonderlehre der Katholischen Kirche, daß die Kirche an die Stelle Israels getreten sei. Vielmehr gilt Römer11,17-24 : Israel bleibt der wahre Ölbaum und wir aus den Nationen sind nur die aufgepropften Zweige, nicht mehr. Römer 11,18 fordert die Christen auf, sich nicht gegen Israel zu rühmen, man sei das „wahre Israel“.

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