Hütet Euch vor der Evangelischen Allianz!

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Dokumentation eines Irrweges

Die Evangelische Allianz ist die Hauptwurzel und Vorläuferin des Genfer Weltkirchenrates. So steht es im Ökumenischen Katechismus1 und so steht es auch in einer Selbstdarstellung der Evangelischen Allianz, dem 1990 vom Christlichen Verlagshaus Stuttgart herausgegebenen Buch „Die Evangelische Allianz als ökumenische Bewegung“2

Die Evangelische Allianz wurde 1846 als Initiative des Freimaurers Thomas Chalmers gegründet. Chalmers war Vizepräsident der Royal Society von Edinburgh und Mitglied der Freimaurer-Loge St. Vigean Nr. 101 in Forfarshire. Das bescheinigte mir die Großloge von Schottland in einem persönlichen Brief, den ich im Anhang veröffentliche.

Vom 01.10. – 03.10.1845 berief Thomas Chalmers die erste vorbereitende Konferenz nach Liverpool ein. Die Gründungskonferenz fand dann am 19.08.1846 um 10 Uhr im Freimaurer-Tempel „Freemason Hall“ in London statt.3  Zum Vorsitzenden der Gründungsversammlung wurde Sir Eardley Culling gewählt, der unter die Väter der Evangelischen Allianz gezählt wird, obwohl er politisches Mitglied der liberalen Partei (!) Englands war. Er forderte schon damals Gleichberechtigung aller Religionen.

Die erste internationale Allianzkonferenz auf deutschem Boden war 1857 in Berlin.4 Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) stand von Anfang an unter der Schirmherrschaft des Preußischen Königshauses, das immer Protektor der Preußischen Großloge.5

Von Anfang an gab es aber auch Männer, die die Freimaurerei der Evang. Allianz durchschauten und heftig davor warnten, z. B. die Pfarrer E. W. Hengstenberg und Fr. J. Stahl, sowie J. H. Wichern, der den Besuch der Allianzkonferenz verweigerte.Lieblingsprediger der Konferenz war Prof. Dr. Schenkel, Pfarrer und Freimaurer, der später zusammen mit Freimaurer Bluntschli den Protestanten-Verein gründete.7 Die Pfarrer Hengstenberg und Stahl verließen Berlin aus Protest für die Zeit der Konferenz; denn die Berliner Allianz-Mitgliedliste wies eine ganze Reihe weiterer prominenter Freimaurer auf.Die freimaurerische Vetternwirtschaft in der Allianz war auch mit der Grund, weshalb sieben Jahre später Prediger Ch. H. Spurgeon aus der Evang. Allianz austrat und auch den Baptisten-Weltbund verließ.9

Der Historiker Prof. E. Beyreuther schrieb in seinem Buch „Der Weg der Ev. Allianz“, dass dies alles Anlass genug war, die Ev. Allianz von Anfang an mit der Freimaurerei in enge Beziehung zu bringen.10 Die Londoner Allianz z. B. hielt ihre regelmäßigen Sitzungen in der dortigen Loge ab. Lord Shaftesbury, Präses des CVJM und Mitglied der Apollo-Loge-Nr. 357 in Oxford,11 nannte die Berliner Allianz-Konferenz eine „Epoche der Weltgeschichte“. Der erste Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz war ebenfalls ein Geheimbündler: Andreas Graf von Bernstorff, Ritter der Sächsischen Provinzial-Genossenschaft des Johanniter-Ritterordens12.

Verwunderlich nur ist, dass der freimaurerische Hintergrund der Allianz von den Allianzhistorikern H. Hauzenberger13 und K. H. Voigt14 ignoriert oder nur vage angedeutet, ja verharmlost wird. Warum überhaupt wird das Thema Freimaurerei in der Geschichtsschreibung so gründlich ausgeklammert? Warum kommt in den Biographien bekannter Männer nie oder nur sehr selten deren Mitgliedschaft in Klubs, Logen und Orden zur Sprache? Gerade das Verkehren in Hinterzimmern der Gesellschaft könnte wichtige Hinweise auf den Charakter und die Denkweise eines Menschen liefern. Ja, ich behaupte: Die richtige Beurteilung eines Menschen im Rahmen einer Biographie ist nur unter Einbeziehung seiner privaten Verbindungen möglich. Wer keinen Einblick in die Privatsphäre eines Menschen hat, wird ihn nie richtig beurteilen können.

Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse

Die Allianz- und Ökumenebestrebungen sind unbiblisch, weil sie immer auf Kosten der Wahrheit geht. Wahre christliche Einheit kann nicht „gemacht“ werden, sondern sie wächst automatisch überall dort, wo man im Lichte wandelt (1. Johannes 1,7).

Hintergrund all der religiösen Unionsversuche aus dem 19. und 20. Jahrhundert ist nachweislich die Freimaurerei mit ihrer Weltverbrüderungsidee. Dass die christlichen Allianzbestrebungen immer Planziel der Kapitel-Logen waren, geben die Drei-Punkte-Brüder nicht ohne Stolz selbst zu. Der Freimaurer De Maistre schrieb schon im Jahr 1782:

Es wäre an der Zeit, die Schande Europas auszulöschen. Wozu dient uns der Besitz einer Religion, da wir selbst den nahtlosen Rock Christi zerrissen haben? Es bedarf einer Organisation, um das Einigungswerk zu vollbringen. Dieses große Vorhaben kann nur im Verborgenen beginnen. Ausschüsse müssen eingerichtet werden, die sich vor allem aus in die Freimaurerei aufgenommenen und eingeweihten Geistlichen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften zusammensetzen. Wir werden langsam, aber sicher arbeiten18

1846 war es dann soweit: Die Evangelische Allianz als erste ökumenische Organisation, die Vorstufe des Weltkirchenrates, ein Werk der Weltfreimaurerei!

Die Allianz ist ja nicht Ortsgemeinde oder Freikirche, wie viele irrtümlich meinen, sondern ein neben der Gemeinde aus dem Hintergrund agierender Bund von einzelnen Männern, der heute die ganze kirchliche und freikirchliche Szenerie mit einem unauffälligem Netzwerk überzogen hat. Sie bilden einen Engbund, der den üblichen evangelikalen Gemeinden als eine Art christlicher Hochgrad aufgepropft ist. Fast in jeder Stadt befindet sich solch ein Allianz-Zirkel. Die Allianz ist straff durchorganisiert von den Ortsallianzen über die Bezirks- und Regionalallianzen bis hinauf in den Hauptvorstand. Aber bitte einmal um Einsicht in eine Mitgliederliste und Du wirst merken, dass sie genauso geheimbündlerisch sind wie der Rotary-Klub. Die Evang. Allianz kann eben auch heute ihre freimaurerische Herkunft nicht verleugnen.

Ganz im Sinne der Loge schrieb Pastor Deitenbeck in einem Brief vom 15.03.1988:

„Ich kann mir kein Werturteil erlauben über Christen, die sich einer christlich gearteten Freimaurergruppe zuwenden.“

Wenn die Allianzführer der Freimaurerei keine klare Abfuhr erteilen können, ja dieselbe sogar verteidigen wie Horst Marquardt, so hängt das einfach mit de zu starken personellen Verquickung der Allianz mit der Loge zusammen, besonders in den USA. Horst Marquardt vom ERF schrieb in einem Brief (19.12.1984):

„Man kann sie [die Freimaurerei, Anm. NH] sehr schnell dem Satan zuordnen oder irgendwelchen Weltverschwörern. Ich würde hier sehr vorsichtig sein.“

Und der frühere Geschäftsführer der Allianz und Billy-Graham-Übersetzer Peter Schneider schrieb in seinem Brief vom 22.10.1987:

„Inwieweit sich jemand als gläubiger Christ zur Freimaurerei halten kann oder nicht – wobei man auch berücksichtigen muss, dass die Freimaurerei verschiedene Ausdrucksformen gefunden hat -, das muss der einzelne selbst vor Gott entscheiden.“

Man sieht: Die Fraumaurerei wird von den Allianzführern großenteils verteidigt oder zumindet verharmlost, eben weil sie ihre Kinderstube nicht  verleugnen können.

Folge davon ist, dass alle Freikirchen und Missionswerke, die von der Allianz kontrolliert werden, ökumenisch sind und schon mehr oder weniger mit der Katholischen Kirche, mit Adventisten und Neuapostolischen zusammenarbeiten (über die ACK und das Diakonische Werk).

Ein Hauptmerkmal der Loge und aller von ihr beeinflussten Werke ist: Sie predigen Demokratie, dulden aber keine Demokratie bei sich selbst. Im Gegenteil, bei ihnen wird alles von oben nach unten verfügt. Sie wissen genau – und das gehört mit zum Geheimnis der Freimaurer – dass das demokratische Prinzip schwächend und zersetzend auf die Menschheit wirkt. Und gerade das ist beabsichtigt, alle Nationen schwach zu halten, damit sie selbst über alle Völker herrschen können.

Auch die Evangelische Allianz predigt Demokratie, jedoch hat keiner aus ihrem Hauptvorstand ein Mandat irgendeiner evangelikalen Gemeinde bekommen, als Sprecher der Evangelikalen aufzutreten. Die Allianzmänner haben sich selbst erwählt und können deswegen auch nicht abgesetzt werden, sondern sie üben ungestört Kontrolle aus über die Kirchen und Gemeinden.

Freimaurerische Machtstrukturen zeigen sich in den Bestrebungen, Kontrolle über das Kapital zu erreichen, im Falle der Evangelischen Allianz über die Spendengelder; denn wer das Geld beherrscht, beherrscht die Welt und wer das Spendenwesen beherrscht, beherrscht die fromme Welt. Die Allianz hat mit dem Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin (DZI) eine Vereinbarung ausgehandelt, die die Allianz dazu befugt, Kontrolle über andere Missionswerke auszuüben16. Sie hat das Recht, „TÜV-Plaketten“ an Missionswerke zu verleihen, die sie überprüft und als spendenwürdig befunden hat. Wer dieses Prüfzertifikat der Allianz nicht erhält, tut sich schwer, weil er ohne diese Plakette leicht anrüchig als spendenunwürdig gilt, und was sich davon noch alles ableiten läßt.

Wie die Allianz zu solch einer, in Europa einzigartigen Machtfülle über andere Missionswerke kommt – wohlgemerkt ohne jegliches Mandat von einer Kirche oder Gemeinde – brauche ich jetzt wohl nicht mehr zu erklären.

Durch die Vereinbarung mit dem DZI in Berlin ist es der Allianz erlaubt, gewissermaßen als Auskunftei über rund 250 Glaubenswerke zu fungieren und die Ermittlungsergebnisse an das DZI weiterzuleiten. Die Evangelische Allianz als Spitzeldienst für das staatliche DZI? Big Brother is watching you. Das Prüf- und Richtkomitee der Evangelischen Allianz zur Erteilung der Spendenwürdigkeit besteht aus drei Männern17. Frage: Wer aber prüft die Allianz? Je mehr Weltkirchengeist die Evangelische Allianz atmet, desto mehr macht sich die Gottlosigkeit in ihr breit. Nur ein paar Beispiele:

Als der damalige Papst 1990 nach Deutschland kam, nahmen Methodistenbischof H. Sticher (er nannte den Papst „Hl. Vater“) [* 23.01.1927; † 19.12.2014] und Präses Knöppel (Freie Evang. Gemeinde, Präses von 1973 – 1991) am Papstempfang teil. Knöppel und Sticher saßen beide im Hauptvorstand der Evang. Allianz. Ein Skandal! Allianzhäuptling Sticher unterschrieb sogar ein Papier, in dem der Dialog mit den außerchristlichen Religionen gefordert wird!13 Ein weiterer Beweis der Verquickung von Allianz und Ökumene ist die Tatsache, dass ein Allianzman es war, der in der Chefetage der Ökumenischen Zentrale in Frankfurt saß, um dort die Verbindung Ökumene/Allianz mehr und mehr zu festigen. Es handelte sich um den damaligen Referenten für Freikirchen, den Baptistenpastor Wolfgang Müller († 13.01.2008).

So hat auch Horst Marquardt vom ERF es längst aufgegeben, die bestehende Verbindung zwischen Evang. Allianz und Weltkirchenrat zu leugnen. In einem Interview mit dem Bruderhilfe-Journal „EXTRA“ vom Februar 1989 antwortete Marquardt auf die Frage: „Hat die Arbeit des ERF bewusst ökumenische Dimensionen?“:

Wir verstehen uns als ein Kind der Evang. Allianz, aber wer daran denkt, dass diese ja der Vorläufer der ökumenischen Bewegung war, weiß das sicher richtig einzuordnen.

Gerade am Evangeliumsrundfunk ERF sieht man die freimaurerische Herkunft der Evang. Allianz besonders deutlich. Ein Bruder schrieb mir, er habe erfahren, dass der ERF von Radio Monte Carlo nur deswegen eine Sendegenehmigung erhielt, weil er sich per Vertrag verpflichtet hatte, niemals negative Bemerkungen über die Katholische Kirche und andere Religionen und Kirchen zu senden (Monte Carlo/Monaco ist katholischer Bischofssitz). Als ich das las, konnte ich es kaum glauben. Das würde ja darauf hinauslaufen, dass der ERF von der Kirche Roms und dem Spielbankenstaat kontrolliert wird. Ich wollte das genau wissen und schrieb Radio Monte Carlo an mit der Bitte um eine Kopie des Vertrages, den Trans World Radio (Dachverband des ERF) mit Radio Monte Carlo geschlossen hatte.

Den Vertrag händigte man mir zwar nicht aus, aber man bestätigte mir schriftlich, dass solche Vereinbarungen in puncto Katholischer Kirche tatsächlich getroffen worden waren. Der Direktor der Geschäftsstelle von Trans World Radio TWR (der ERF gehört zum TWR), A. R. Olson, schrieb mir damals zwei Antwortbriefe, aus denen ich hier auszugsweise, und ins Deutsche übersetzt, zitiere:

„Sehr geehrter Herr Homuth, ich bedauere, dass es mir nicht möglich ist, Ihnen eine Kopie des Trans World Radio-Vertrages mit Radio Monte Carlo zu liefern … mit einer oder möglich zwei geringen Ausnahmen besteht dieser Vertrag noch im wesentlichen … Sicher, wir müssen politische Themen sorgfältig vermeiden, und eine positive Präsentation der christlichen Botschaft geben. Durch dieses Verhalten sind die Programme sogar akzeptabel in den kommunistischen Ländern geworden.“
(Brief vom 20.07.1990)

„Sehr geehrter Herr Homuth, … Außer unserem Abkommen (mit Radio Monte Carlo), politische Themen zu meiden, haben wir bei Trans World Radio auch das Abkommen geschlossen, kritische Bemerkungen über die katholische Kirche zu unterlassen … Nebenbei möchte ich erwähnen, dass wir dies Haltung im Verlauf der Jahre auch betreffs aller religiösen Organisationen oder Kirchen angenommen haben. Mit anderen Worten: Wir erlauben keine Diskussionen, die eine Religion mit der anderen vergleicht, weil dadurch die andere Religion oder Kirche immer in ein schlechteres Licht gestellt würde. Darum ist unsere Taktik das Senden einer positiven Präsentation der christlichen Botschaft ohne Angreifen. Keinder der Programminhalte würde Ärgernis erregen bei solchen, die andere Positionen vertreten als unsere eigenen.
In früheren Tagen unseres Betriebes in Monte Carlo wurden wir angewiesen, schriftliche Manuskripte unseres ganzen Programminhaltes vorzulegen; es wurde von den Radio Monte Carlo-Mitarbeitern kontrolliert. Nach einigen Jahren jedoch hatten wir zu ihrer Befriedigung bewiesen, dass wir schwierige Themen meiden.“
(Brief vom 21.09.1990)

Jeder, der über Radio Monte Carlo sendet, muss diese Bedingungen erfüllen. Das ist nicht mehr die Botschaft der Bibel, sondern ein ANDERES EVANGELIUM, ein rein positivliche Frohbotschafterei ohne Wächteramt und Warnung von Irrlehre, Katholizismus und Ökumene. Der ERF ist keine christliche Stimme im reinen biblischen Sinne, sondern ein Vertreter der freimaurerischen Toleranz-Idee, die alle Religionen und Kirchen als gleichberechtigt nebeneinander stehen läßt.

Den vorläufigen Höhepunkt ihres Abfalls vom Schmalen Weg hat die Evangelische Allianz erreicht, als sie den Dialog mit dem Buddhismus begannen. Es kam bereits zur offiziellen Begegnung zwischen der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) und dem Dalai Lama. Sogar die landeskirchentreue Bekenntnisbewegung protestierte scharf dagegen. Schützenhilfe bekam die WEA für ihren gottlosen Dialog von ihren Paladinen aus Deutschland, dem damaligen Allianzvorsitzenden Rolf Hille und seinem Generalsekretär Hartmut Steeb, die das Treffen mit trickreichen Worten verteidigten, sich in der Hitze des Gefechtes jedoch selbst als Menschenrechtsorganisation bezeichneten, womit sie sich allerdings gründlich demaskiert haben. Hille verteidigte den buddhistisch-evangelikalen Dialog mit der Begründung, dass eine

„Zusammenarbeit zwischen Menschenrechtsorganisationen notwendig…“

sei21.

Die Menschenrechtsorganisationen gehen alle auf die Erklärung der Menschenrechte zurück und sind legitime Kinder der Französischen Revolution un der Freimaurerei. Die Erklärung der Menschenrechte wurde vom Hochgardfreimaurer Lafayette in der Freimaurerloge von Aix/Frankreich ausgebrütet und von der Französischen Revolution am 13.09.1791 ausgerufen.

Die Menschenrechte verkündigen, dass der Mensch Maßstab aller Dinge, ja letzlich sein eigener Gott sei. Nicht von ungefähr gilt der Erzrebell Luzifer als der Patron der Französischen Revolution, wie er noch heute auf dem Platz der Bastille in Paris und auf dem Revers französischer Münzen verherrlicht wird, mit der Prometheus-Fackel der Aufklärung in der Hand, allzeit bereit, dieselbe hineinzuschleudern in die Stätten des einfältigen Glaubens.

Wenn die Evangelische Allianz sich selbst als Menschenrechtsorganisation versteht, hat sie sich wieder einmal zu ihrer freimaurerischen Wurzel bekannt, die sie einfach nicht verleugnen kann. Als fast schon normal erscheint dann die Tatsache, dass die Weltweite Evangelische Allianz seit September 1997 als offizieller Beobachter bei der UNO zugelassen ist22.

In Bezug auf die freimaurerische Wurzel der Evangelischen Allianz kam es sogar zu einem beachtlichen Schuldeingeständnis der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA). Am 08. März 1999 sagte sich der Zentralvorstand der SEA offiziell in Form eines Lossagegebetes

„von allen Machenschaften und Verbindungen zur Freimaurerei“

los, unterzeichnet von den Mitgliedern des SEA-Vorstandes (siehe Anhang). Zunächst habe ich mich über das Schuldbekenntnis gefreut. Aber es hat sich herausgestellt, dass sie dsas Bekenntnis nicht aus voller Überzeugung abgelegt hatten. Es war Diplomatie und Berechnung im Spiel. Sie wollten drängende Gläubige aus den eigenen Reihen durch ein diskretes Schuldbekenntnis zufriedenstellen. An die Öffentlichkeit aber sollte die Sache, wie mir mitgeteilt wurde, nicht gelangen, was ihnen durch meinen „Glaubensnachrichten“-Artikel jedoch gründlich vermasselt worden war. So musste sich wohl oder übel auch der damalige Informationsdienst der Allianz (idea) einschalten und schnell einen nachträglichen Bericht bringen23, um alles in ihrem Sinne „zurechtzurücken“, d. h. die Spuren zu verwischen und abzuwiegeln. Allianz-Chef Hille schrieb damals:

„Deshalb könne es keine Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Allianz und Freimaurern geben.“

Das sind die in solchen Fällen üblichen diplomatischen Noten ohne echte Aussagewert. Genauso scheinheilig redet der Papst daher, obwohl es in seiner Kurie von Freimaurern nur so wimmelt24. Hille mag für sich selbst sprechen und die deutschen Verhältnisse, aber er kann nicht für die Evangelische Allianz sprechen, die ist weltweit.

Der Medienbeauftragte der SEA, Fritz Herrli, der das Schuldbekenntnis mit unterschrieb, hatte mir am 06.07.1999 mitgeteilt:

„Wie Sie bereits aus unserem Papier wissen, haben wir, außer der Tatsache, dass die Evangelische Allianz 1846 in London im Lokal einer Freimaurerloge gegründet worden ist, keinerlei Hinweise auf irgendeine Verbindung der EA oder ihrer Repräsentanten mit dem Freimaurertum gefunden. Allein der Verdacht, eventuell irgendwann in der Geschichte vielleicht damit vertrickt gewesen zu sein, war uns Anlass, diese Lossprechung durchzuführen. Wir hatten nichts zu verlieren. Damit, Herr Homuth, ist aber auch nichts bewiesen.“

Und das sollen wir Ihnen glauben, Herr Herrli? Kein Verein dieser Welt, auch nicht der frömmste und die Evangelische Allianz schon gleich gar nicht, würde ein Absagegebet an die Freimaurerei verfassen und dazu noch von allen Vorstandsmitgliedern unterschreiben lassen, wenn da nicht tatsächlich etwas vorläge. Nur eines vagen Verdachtes oder einer Eventualität wegen veranstaltet keiner solch ein Prozedere. Und von wegen

„keinerlei Hinweise auf irgendeine Verbindung der Evangelischen Allianz zum Freimaurertum gefunden!“

Herr Herrli! Haben Sie es tatsächlich vergessen, dass bereits der erste Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) ein hoher Freimaurer war? Sein Name: Henry Dunant, zugleich Begründer des CVJM-Weltbundes und des Roten Kreuzes.

Und zu behaupten, außer der Allianzgründung in einem „Freimaurerlokal“ sei keine weitere Verbindung zur Freimaurerei bekannt, ist schlichtweg falsch. Nicht nur die Allianz-Gründung fand in der Loge statt – was ja schon Beweis genug wäre – auch die regelmäßigen Allianzversammlungen wurden in Räumen der Loge abgehalten.

Dass man die Gründungsversammlung sowie später regelmäßige Allianzversammlungen in der Freimaurerloge durchführte, wertet der methodistische Allianz-Historiker Hans Hauzenberger natürlich nicht als Verbindung zur Freimaurerei, sondern er will es verschleiern mit dem Arguement, es wäre damals üblich gewesen, dass auch andere Vereine ihre Versammlungen in der Londoner Freemason-Hall abgehalten haben25, was jedoch nur auf Vereine mit Verbindung zur Loge zutrifft. Restlose Aufklärung darüber geben uns die Freimaurer selbst. Das Internationale Freimaurerlexikon schreibt unter dem Stichwort „Hall“:

„Man bezeichnet im heutigen angelsächsischen Sprachgebrauch als „Masonic Hall“ ein Gebäude, das auschließlich freimaurerischen Zwecken dient, während als „Masonic Building“ Gebäude bezeichnet werden, die auch an profane Betriebe und andere mehr, Räume abgeben“26.

Dass die Evangelische Allianz ihre Versammlungen in der Londoner Masonic-Hall durchführte, ist der sicherste Beweis dafür dass das ganze Unternehmen von Männern der Loge ausgegangen war.

Übrigens halte ich von den Schuldbekenntnissen der Evangelischen Allianz überhaupt nichts. Das letzte mir bekannte Schuldbekenntnis unterschrieb der Direktor der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Geoffe Tunnicliffe. Es wurde am 18.11.2007 in der New York Times veröffentlicht und beginnt mit einer Anrufung Allahs. Der Inhalt lautet:

„Wir bitten den Allbarmherzigen und die Gemeinschaft der Muslime überall in der Welt um Vergebung.“

Es wurde dabei bewusst der Titel „Allbarmherziger“ verwendet, der im Islam für Allah steht. Die Evangelische Allianz hat Allah um Vergebung gebeten und sich dadurch zugleich zu ihrer freimaurerischen Tradition bekannt, in der die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam den gleichen Gott anbeten.

Gewiss ist im deutschsprachigen Raum während der Nazi-Zeit die Freimaurerei ziemlich dezimiert worden; dementsprechend dünn ist die Quote der Wortverkündiger in der Loge hierzulande, ein Umstand, hinter dem sich die Evangelische Allianz gerne versteckt. Doch an deutschen Verhältnissen darf und kann man die Evangelische Allianz nicht messen, weil sie eben kein deutsches Produkt ist, sondern aus England importiert wurde, eben direkt aus der Londoner Mutter-Loge.

Außerhalb von Deutschland ist die Verbindung der Evangelischen Allianz zur Freimaurerei sehr stark. In den USA ist fast jeder einflussreiche Prediger Mitglied der Loge. Aus „Who Is Who In Freemasonry“27, „The Clergy And The Craft“28 und andere interne Nachschlagewerke könnte ich Hunderte von Allianz-Männern respektive Methodisten, Baptisten, Heilsarmee u. a. mit Namen und Anschrift aufzählen, die in der Loge sind. Und da wollen uns die Allianz-Funktionäre weismachen, dass die Evangelische Allianz mit Freimaurerei nichts zu tun habe. Durch die Mitgliedschaft der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in der World Evangelical Fellowship (Weltweite Evangelische Allianz) besteht auch für sie eine starke Verbindung zur Freimaurerei, zumal die Weltallianz beratenden Status bei der UNO hat und von der Freimaurerei völlig durchsetzt ist. Wollte sich die DEA und SEA vom Vorwurf der Logen-Kumpanei glaubhaft lösen, dürfte das jedenfalls nicht weiterhin durch Desinformation, Spurenverwischung und Lüge geschehen wie bisher, sondern durch ein ehrliches Bekenntnis, durch Austritt aus der Weltallianz und durch Rückkehr zur neutestamentlichen Absage an Welt und Sünde.

Fazit

Eine Bewegung, die im Festsaal einer Freimaurerloge gegründet worden war (Freemasons-Hall London) und deren Hauptinitiator ein Freimaurer war (Thomas Chalmers), und bei deren Gründungsversammlung den Vorsitz ein Politiker der liberalen Partei Englands hatte, der schon damals die Gleichberechtigung aller Religionen forderte (Sir Eardley Culling), vor solch einer Bewegung muss man sich hüten!

Quellenangaben

01 = Ökumenischer Katechismus, Verlag Lembeck Frankfurt 1985
02 = Voigt, K. H.: Die Evangelische Allianz als ökumische Bewegung, Stuttgart 1990
03 = Hauzenberger, H.: Einheit auf evangelischer Grundlage, Gießen 1986
04 = Beyreuther, E.: Der Weg der Evangelischen Allianz, Wuppertal 1969, S. 25
05 = wie 04, S. 32
06 = wie 04, S. 37
07 = wie 04, S. 37
08 = Hengstenberg, E. W. in: Evangelische Kirchenzeitung, 09.01.1858
09 = C. H. Spurgeon And The Modern Church, Grace Publications, London 1985
10 = wie 04, S. 37
11 = Internationales Freimaurer-Lexikon, Stichwort: Shaftesbury
12 = Gesamtliste der Mitglieder der Balley Brandenburg, Stand 1925
13 = wie 03
14 = wie 02
15 = de Maistre, Joseph: Denkschrift an den Herzog Ferdinand 1782
16 = idea-spektrum 49/91, S. 5
17 = idea-spektrum 13/92, S. 3
18 = Wiesbadener Tageblatt 14.07.1983
19 = idea-spektrum 46/85
20 = Lions-Mitgliederverzeichnis von 1986 bis 1990
21 = idea-spektrum 46/98, S. 3
22 = idea-spektrum 37/97, S. 9
23 = idea-spektrum 28,29/99, S. 9
24 = Kyrie eleison, Jan/Feb. 1979
25 = wie 3, S. 319
26 = Internationales Freimaurer-Lexikon, Stichwort: Hall, Masonic
27 = Who Is Who In Freemasonry, Highland Springs 1986
28 = Rev. Forrest D. Gaggard, The Clergy And The Craft, Missouri Lodge Of Research 1970

Anhang

Thomas Chaimers

Lossage-Gebet

 

 

 

 

 

 

de Maistre

Freemasons Hall

 

 

 

 

 

 

 


Bildnachweis (WEA): „WEA-Logo“ von unbekannt – vektorisiert nach http://www.iirf.eu/fileadmin/user_upload/PDFs/WEA_GIS_1_-_Thomas_K._Johnson_-_Human_Rights_01.pdf (Page 108). Lizenziert unter Logo über Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:WEA-Logo.svg#/media/File:WEA-Logo.svg

Bildnachweise (Anhang): Norbert Homuth

Quelle: Homuth, Norbert: Hütet euch vor der Evangelischen Allianz, Nürnberg o. Jg.

Bildnachweis (Beitragsbild):
Von unbekannt – vektorisiert nach http://www.iirf.eu/fileadmin/user_upload/PDFs/WEA_GIS_1_-Thomas_K._Johnson-_Human_Rights_01.pdf (Page 108), Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5689604

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2 Gedanken zu „Hütet Euch vor der Evangelischen Allianz!

  1. Sehr geehrter Herr Homuth,

    Danke, das der Herr durch Sie uns die Augen öffnet. Ich habe Ihren Namen von einer Glaubensschwester. Wir beten zusammen, im Geist und in der Wahrheit.

    Der Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs segne und beschütze Sie weiterhin auf allen Ihren Wegen. Herzlichst B.

    1. Liebe B.,

      herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung. Wir freuen uns auch darüber, dass Sie mit einer Glaubensschwester eine Gebetsgemeinschaft bilden.

      Seien Sie gegrüßt mit Apostelgeschichte 18,9.10

      Maranatha
      Roland

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