Sekundäre Absonderung

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Es ist eindeutig eine wichtige Christenpflicht, sich von falschen Lehrern fernzuhalten, die die fundamentalen Lehren des Glaubens leugnen.

2. Korinther 6, 14
Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?

Diese Pflicht wurde bekannt als die Lehre der Absonderung.

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Dennoch gibt es bibelgläubige Prediger und Gemeinden, die liberalen Denominationen angehören wie bspw. in der Anglikanischen Kirche oder in der Baptist Union, in denen Leute, die das wahre Evangelium ablehnen, in der Mehrheit sind.

Manchmal können evangelikale Pastoren oder Kleriker dieser Denominationen ziemlich „unabhängig“ agieren, aber gewöhnlicherweise kooperieren sie mit ihren denominationellen Leitern und Kollegen, die die fundamentalen Wahrheiten des Glaubens leugnen. Indem sie dieses tun, ignorieren und verwerfen sie die Pflicht biblischer Absonderung. Sie erkennen jene an, die der Herr als Wölfe im Schafspelz bezeichnet und arbeiten mit diesen zusammen.

Ist sekundäre Absonderung richtig?

Die Frage stellt sich, wie sich Evangelikale, die Gottes Gebot der Absonderung befolgen, gegenüber ihren Mitevangelikalen verhalten sollten, die sich weigern, sich von Liberalen abzusondern? Sollten sie weiterhin mit diesen Evangelikalen Gemeinschaft pflegen oder sich von ihnen trennen? Letzteres wird als sekundäre Absonderung bezeichnet.
In der Vergangenheit haben unabhängige Gemeinden, bibeltreue Baptistengemeinden und Brüdergemeinden praktisch die Auffassung vertreten, dass sekundäre Absonderung, oftmals mit großem Bedauern, unsere Pflicht ist, aber heute hören wir die Pastoren dieser Gemeinden sagen, dass sie nicht mehr an sekundäre Absonderung glauben. Einige bezeichnen sie als eine extreme Form der Absonderung (hyper-separation) und erwecken den Eindruck, diese sei hart und lieblos. Wir haben sogar gehört, dass man sie als „Sünde der Spaltung“ bezeichnete.
Man sollte nicht vergessen, dass die Pflicht zur Absonderung, ob primär oder sekundär, durch Gottes unendliche Güte in der Bibel geboten ist. Absonderung ist weit davon entfernt, lieblos zu sein, sie ist eine Pflicht, welche das Evangelium bewahrt und die Gemeinde schützt. Sie ist uns als Segen und Kraft gegeben. Sie dient uns als Schutz vor Tausend Fallen und Herzeleid.

Absonderung mit Besonnenheit

Einer der Gründe, warum einige Pastoren vor sekundärer Absonderung zurückschrecken, ist, dass sie scheinbar übersehen, dass Absonderung mit Besonnenheit angewendet werden muss, im Geist des 1. Korintherbriefes:
1. Korinther 16, 14
Lasst alles bei euch in Liebe geschehen!
Paulus sagt dies unmittelbar nach seiner Ermahnung, im Glauben festzustehen.
Wenn ein Pastor in einer liberalen Denomination wissentlich, willentlich und aktiv mit falscher Lehre in Verbindung gebracht wird, dann sollten wir mit ihm keine Gemeinschaft pflegen, aber wenn ein solcher Mann durch seine nicht-evangelikalen Kollegen betrübt wird, indem er gegen ihre falschen Lehren protestiert und von der wahren Lehre Zeugnis gibt sowie die Zusammenarbeit mit ihnen verweigert, dann müssen wir ihn respektieren und Liebe üben. Vielleicht hat er seine Position niemals überdacht. Wir sollten ihn als einen Bruder anerkennen, privat mit ihm Gemeinschaft haben, für ihn beten und ihn ermutigen, seine Denomination zu verlassen, sofern dies möglich ist.
Dennoch wäre es uns unmöglich, mit ihm an gemeinsamen Veranstaltungen teilzunehmen oder ihn zu fragen, ob er bei uns eine Predigt halten könne, denn dies würde als Empfehlung seiner liberalen Denomination gelten und Gottes Volk verwirren. Aber wir sollten uns von ihm nicht zurückziehen in einer Weise, wie wir es bei einem evangelikalen Pastor tun würden, der willentlich ungehorsam ist und mit seinen denominationellen falschen Leitern zusammenarbeitet.
Die Übersetzung der KJV von Judas 22 drückt Liebe im Tadel so aus:
1. Korinther 16, 14
Und erbarmt euch über die einen, wobei ihr unterscheiden [differenzieren] sollt;
es geht um die Ebenen der Verstrickung in den Irrtum.
Vor Jahren gab es viele bibeltreue Evangelikale in den liberalen Denominationen, die als „Rebellen im Inneren“ galten. Sie standen unzweideutig für die Wahrheit und distanzierten sich von falscher Lehre. Heute gibt es nur noch wenige von dieser Art von Personen, aber wo wir auf sie treffen, bewundern wir sie und pflegen herzliche Beziehungen zu ihnen, wenn gleich wir denken, dass ihre Positionen unlogisch sind.

Dr. Lloyd-Jones über Absonderung

Kürzlich wurde die Behauptung aufgestellt, dass sekundäre Absonderung Extremismus sei. Der Autor des Artikels  ging viel weiter als Dr. Martyn Lloyd-Jones (1899-1981), der bekannte Pastor derWestminster Chapel. Lloyd-Jones hatte Evangelikale dazu aufgerufen, liberale Denominationen zu verlassen. Derjenige, der behauptete, dass Lloyd-Jones sekundäre Absonderung ablehnte, zitierte Lloyd-Jones:
Wenn ich überzeugt bin, dass ein Mann mein Bruder ist, muss ich ihn ertragen. Ich werde mich nicht von ihm absondern … Wir sind durch den gleichen Heiligen Geist wiedergeboren in die gleiche Familie … Ich sondere mich nicht von meine Bruder ab (Unity in Truth, S.120-121).
Dr. Lloyd-Jones sprach in diesem Zitat allerdings nicht von sekundärer Absonderung, sondern über die Einheit unter Evangelikalen, die ihre liberalen Denominationen verlassen hatten. Sein Traum und seine Hoffnungen bestanden darin, dass sich alle britischen Evangelikalen vom Irrtum trennen würden, um zusammen eine neue Denomination zu gründen. Nicht alle waren davon begeistert; einige sagten zu ihm: „Wir sind Baptisten, und wir können keine Einheit mit Pädobaptisten (Kindertaufe) eingehen“, und andere sagten: „Wir sind Calvinisten und können keine Einheit mit Arminianern eingehen.“ Dr. Lloyd-Jones hat diese Personengruppen angesprochen, als er schrieb, er würde sich von einem solchen Bruder nicht absondern und andere sollten dies ebenso wenig tun. Er sprach nicht über die Absonderung von den Evangelikalen, die mit liberalen Nichtevangelikalen in ihren Denominationen zusammenarbeiten, denn eine solche Absonderung befürwortete Lloyd-Jones. Er rief zur Einheit unter jenen auf, die sich abgesondert hatten. Lloyd-Jones hatte den Eindruck, dass diese ihre Überzeugungen in Bezug auf die Taufe und die Lehren der Gnade, usw., um der Einheit willen zurückstecken sollten.

Dr. Lloyd-Jones und Billy Graham

Um dies zu belegen, weisen wir darauf hin, wie Lloyd-Jones sich weigerte, mit Billy Graham zusammenzuarbeiten, was ein bedeutsames Beispiel sekundärer Absonderung ist. 1963 bat der Evangelist Lloyd-Jones darum, den Vorsitz über den Weltkongress für Evangelisation zu übernehmen (1966 in Berlin abgehalten als Folgeveranstaltung von Lausanne). Dr. Lloyd-Jones teilte Billy Graham mit, er würde den Vorsitz nur dann übernehmen, wenn Graham keine liberalen und katholischen Teilnehmer einladen und seinen Altarruf aufgeben würde.
Billy Graham war nicht bereit, sein Haltung zu ändern, und Dr. Lloyd-Jones lehnte es ab, Grahams Veranstaltungen zu empfehlen oder zu unterstützen oder mit ihm zusammenzuarbeiten. Zweifelsohne verlief das Treffen zwischen diesen beiden Personen in einer höflichen Form (es dauerte drei Stunden), aber das Resultat war ein klares Zeugnis sekundärer Absonderung.
Dr. Lloyd-Jones nahm die gleiche Haltung gegenüber Billy Graham ein, als dieser in London seine evangelistischen Veranstaltungen hielt. Er vertrat die Auffassung, die er öffentlich darlegte, dass sichtbare Einheit mit jenen, die die grundlegenden Lehren des Heils nicht vertreten, Sünde sei. Ferner war Lloyd-Jones überzeugt, dass der Altarruf die Quelle für Massenverführung war und viel Schaden in den Gemeinden anrichtete.
Trotz des hohen Ansehens, das Billy Graham bei den meisten britischen Evangelikalen genoss, trotz der enthusiastischen Unterstützung durch säkulare Medien, trotz der Tatsache, dass Grahams Name mittlerweile jedem bekannt war, und trotz der bedeutenden Stellung Grahams im weltweiten Evangelikalismus, die Graham zunutze machen wollte, bestand Dr. Lloyd-Jones auf seinen biblischen Prinzipien und ging auf keine der Verlockungen ein. Er würde Graham nicht empfehlen oder mit ihm zusammenarbeiten. Das ist wahre Loyalität gegenüber Gottes Wort, und es ist ein Schutz für die eigene Gemeinde.
Der Autor dieses Artikels kann nicht erkennen, dass er in seinen Ansichten über das hinausgeht, was Dr. Lloyd-Jones vertrat, obgleich er den Enthusiasmus dieses großen Mannes nicht teilt, eine neue evangelikale Denomination zu schaffen.

Spurgeon über sekundäre Absonderung

In einer bekannten Predigt brachte Spurgeon die gleiche Auffassung mit diesen Worten zum Ausdruck:
Damit ich mein Zeugnis nicht ins Lächerliche ziehe, habe ich mich klar von jenen abgesondert, die im Glauben irren, und selbst von jenen, die mit diesen Gemeinschaft haben (Metropolitan Tabernacle Pulpit 1888, Nr. 2047).
Dr. Lloyd-Jones hatte die gleiche Gesinnung, aber beide übten milde Besonnenheit.
Manchmal hören wir, dass es keinen Text in der Bibel gibt, der sekundäre Absonderung verlangt, aber wir betrachten eine derartige Aussage als erstaunlich. Erstens, die vielen Texte, die primäre Absonderung verlangen, sind eindringlich, nachdrücklich, zwingend und unumgänglich, was zeigt, welch ein großer Fehler es ist, wenn man diesen Worten nicht gehorsam ist. Sie sind kategorisch und absolut. Sie sind zwingend und nicht lediglich der eigenen Wahl überlassen. Ungehorsam führt dazu, dass ein Gläubiger als jemand betrachtet wird, der „unordentlich wandelt“ und nicht auf der Linie der Anordnungen der Apostel. Denn das Wort ist eindeutig:

2. Thessalonicher 3, 14
Wenn aber jemand unserem brieflichen Wort nicht gehorcht, den kennzeichnet und habt keinen Umgang mit ihm, damit er sich schämen muss.
 

Zweitens, die ernsten Worte auf Offenbarung 18,4 bringen ein tiefes und prophetisches Prinzip zum Ausdruck:
Offenbarung 18, 4
Geht aus ihr hinaus, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt…
In 2. Johannes 11 lernen wir, dass derjenige, der einen falschen Lehrer segnet, an seinen bösen Taten teilhat. Gott spricht denjenigen schuldig, der sich nicht absondert, und dies sollten wir nicht einfach unter den Teppich kehren.
Schließlich, diejenigen, die irrtümlicherweise in liberalen Denominationen bleiben, haben Anteil (ob sie es wollen oder nicht) am Sieg der Feinde des Herrn. Wir sehen dies am Niedergang einstmals großer evangelikaler Denominationen. In diesem Artikel haben wir es als einen großen Fehler bezeichnet, wenn wir den Schriftstellen, die von Absonderung sprechen, nicht gehorsam sind. Dr. Lloyd-Jones bezeichnete dies als Sünde. Diese Schriftstellen fordern ausdrücklich, dass wir uns von jenen absondern, die falsche Lehrer anerkennen und unterstützen.
Einige schrecken vor sekundärer Absonderung zurück, weil sie überzeugt sind, wir hätten die Pflicht, die Einheit unter Gemeinden zu fördern, wie aus dem hohepriesterlichen Gebet unseres Retters in Johannes 17 hervorgeht. Diese Frage wird in einem besonderen Teil dieses Artikels beantwortet werden. Doch zunächst müssen wir einen weiteren wichtigen Grund für Absonderung betrachten.

Absonderung von weltlichen Evangelikalen

Die biblische Pflicht, sich von gewissen Evangelikalen abzusondern, bezieht sich nicht ausschließlich auf falsche Lehrer und auf jene, die sie unterstützen, sondern auch auf jene, die sündiges, weltliches und schädliches Verhalten fördern. Diese Kategorie der Absonderung schließt jene ein, die sich ernsthafter Vergehungen wie Unmoral oder anderer Sünden schuldig machen, die zur Gemeindezucht führen, wie sie in 1. Korinther 5, 9-13 und an anderen Schriftstellen beschrieben wird. Selbst säkulare professionelle Sportmarken trennen sich von jenen, die sie in Verruf bringen.
Weltliches und schädliches Verhalten sind Fluchen und Lästern, schwerwiegende Respektlosigkeit Christus oder der Schrift gegenüber und absichtliche sexuelle Anspielungen oder pornographische Beschreibungen. Heute gibt es Prediger, die von sich behaupten, rein zu sein, die durch ihr Verhalten ihr christliches Zeugnis in Misskredit bringen, und solche können wir unter keinen Umständen unterstützen. Sie mögen behaupten, in ihrer Lehre reformiert zu sein, aber tatsächlich leugnen sie durch ihr Verhalten eine grundlegende Lehre des Glaubens, indem sie mit ihrem Handeln zum Ausdruck bringen, dass Gott überhaupt nicht heilig ist. Sie stören sich nicht daran, dass sie übermäßig Alkohol trinken, fluchen, sich ungehobelt verhalten und sich weltlicher Zurschaustellung schuldig machen! Tatsächlich erfreuen sie sich daran, wenn sich ihre Gemeinden Ausschweifungen hingeben. Das ist das „Glaubensbekenntnis“ ihres Lebens. Dann gibt es noch das enorme Problem willentlicher Weltlichkeit. Wer kann ermessen, welchen Schaden Weltlichkeit in unseren Gemeinden anrichtet.

Absonderung von Rapp und Rock

Wer hätte sich vor zwanzig Jahren vorstellen können, dass Rap, mit all seinen negativen kulturellen Assoziationen, im Gottesdienst gespielt und von reformierten Gemeinden akzeptiert werden würde? Unsäglicher Schaden wird angerichtet, Ehrfurcht zerstört, die Botschaft verzerrt durch die Kultur, und der Jugend wird vorenthalten zu lernen, was der Unterschied ist zwischen der Gemeinde und der Welt.
Sündhafte Dinge durchdringen zunächst den stupiden, weltangepassten Gottesdienst dieser Tage, um ihn schließlich gänzlich zu beherrschen, oftmals weil Pastoren dachten, es sei lieblos, wenn sie sich von solchem Tun distanzieren würden. Folglich wird ihre Herde bald befleckt sein, Heiligung wird gemieden und die Liebe Christi muss bloßer Zügellosigkeit und Unterhaltung weichen. Die neue und massive Invasion von Weltlichkeit nahm ihren Anfang in den 1960er Jahren, aber der Zustand von heute wurde erst in den 1990er Jahren erreicht, lange nach dem Dienst von Dr. Martyn Lloyd-Jones, E. J. Poole-Connor und anderen bemerkenswerten Personen, die in ihrem Dienst Warnungen aussprachen, die dem Schutz der Gemeinde dienen sollten. Sie warnten nicht vor der heutigen extremen Verweltlichung, denn in ihren Tagen herrschte diese noch nicht vor. Tatsächlich war in der ganzen Geschichte der Gemeinde eine solche Entwicklung noch nie zu beobachten. Jüngere Leute in unserer Zeit haben keine Vorstellung mehr, wie sehr sich die Gemeinde der Kultur einer fleischlichen Welt angepasst hat.
Es ist niemals Spaltung, wenn wir den Irrtum aufdecken, wenn wir offenkundige Sünde konfrontieren, oder wenn wir uns von schädlichen Einflüssen fernhalten.

Das Medium ist die Botschaft

Heute gibt es eine Reihe von Predigern, die einnehmende Persönlichkeiten sind und über eine ausgeprägte Gabe verfügen, Dinge zu präsentieren; sie sagen, sie wollen sehen, wie Seelen errettet werden, aber sie machen den Fehler, dem Evangelium den Mantel von Rock, Rap und anderen sündhaften Methoden umzuhängen. Es ist falsch zu sagen, dass wir nur auf ihren Glauben an das Evangelium und auf ihr Verlangen, Seelen zu erretten, schauen sollten.
Der Satz, den der Philosoph Marshall McLuhan im Jahre 1964 prägte – „das Medium ist die Botschaft“ – ist wahr. Er meinte damit, dass die Art und Weise der Kommunikation den Hörer der Botschaft tief beeinflusst und prägt. Der Prediger spricht über die Heiligkeit Gottes und die Sünde des Menschen, über den Sühnetod Christi und über Buße und Glaube, aber der Sünder beobachtet die Kultur, die leger gekleideten Personen auf der Bühne und den Musikstil, der dem weltlicher Musik gleicht, die Unmoral und Ausschweifung fördert. Folglich kommt bei ihm die Botschaft an: „Du kannst fortfahren, die sündhaften Aspekte der Welt zu genießen, und Christus wird dich dennoch in den Himmel bringen.“ Auf diese Weise wird das Evangelium verzerrt und es werden Kompromisse gemacht. Tatsächlich ist der Grad dieser Art von Manipulation, die angewendet wird, um eine Reaktion auf das Evangelium zu erzeugen, um ein vielfaches verführerischer als die Manipulation durch einen Altarruf, den Martyn Lloyd-Jones ablehnte.

Wie dem Evangelium Schaden zugefügt wird

Wenn dem Evangelium ernsthafter Schaden zugefügt wird, müssen wir uns absondern von dieser Art weltlicher, schädlicher Form von Evangelisation, ganz gleich wie anziehend oder populär ein Prediger durch seine Kompromisse mit weltlicher Kultur geworden ist.
Was den Dienst von sich selbst und seinen Mitarbeitern angeht, schreibt Paulus:
2. Korinther 6, 3
Wir geben niemand irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert wird
Mit anderen Worten, wir werden niemandem ein Hindernis in den Weg legen, damit niemand wegen uns stolpern wird und niemand an unserem Dienst Anstoß nimmt. Nichts sollte das Evangelium in Misskredit bringen, es verzerren, es verleugnen oder in ein schlechtes Licht setzen.
Die Schriftstelle zeigt weiter, wie Gottes Arbeiter durch Tugenden wie Geduld und Reinheit, wie das Wort der Wahrheit und die Kraft Gottes bestätigt und anerkannt werden. Die Akzeptanz von Weltlichkeit wird biblisch verurteilt, nicht gefördert. Der Herr Jesus Christus lehrte nicht, dass das Evangelium durch offene Weltlichkeit gefördert wird, geschweige denn durch Fluchen oder sexuelle Anspielungen. Im Gegenteil, er sagte:
Matthäus 5, 16
So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen
Paulus sagte, dass er alles ertrage,
1. Korinther 9, 12
damit er dem Evangelium von Christus kein Hindernis bereite
Wir sollen
Philipper 2, 15.16
unsträflich und lauter sein, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem wir leuchten als Lichter in der Welt, indem wir das Wort des Lebens darbieten, zum Ruhm am Tag des Christus
Vorsätzliche Imitation und Akzeptanz von Musik und Kleidung, die mit Sünde und Gottlosigkeit verbunden wird, ist eine alarmierende Falschdarstellung des Evangeliums, womit wir nichts zu tun haben sollten.
Paulus ruft wiederholt dazu auf, gottesfürchtig zu leben, damit
1. Timotheus 6, 1
der Name Gottes nicht verlästert werde
Titus gab sich einem Leben hin, das
Titus 2, 1-11
der gesunden Lehre entspricht, damit niemand etwas Schlechtes über ihn sagen kann
Durch gute Werke wird das Evangelium bestätigt (1Petr 2,12), nicht durch einen Lebensstil einer sündhaften Welt. Ganz gleich wie klar das Evangelium verkündigt wird oder wie ernst der Verkündiger es meint, das „Medium“ kann die Botschaft verzerren und sie zu einem Freibrief für Sünde machen, statt von Sünde zu befreien.
An den Früchten erkennen wir den Irrtum, dem viele gefolgt sind, die die neuen, weltlich konformen Methoden angewendet haben. Jeder kann die Internetvideos von den wichtigsten Jugendkonferenzen anschauen, wo sich die jungen Christen bei „christlicher Rockmusik“ in einer unmoralischen Weise verhalten, so wie die Welt es tut. Das Evangelium, das verkündet wurde, brachte sie nicht aus der Welt heraus.
Wir hören auch von den kolossalen Zahlen abgefallener Christen, die weltliche Gemeinden besuchen. Wir wissen aus gesicherten Quellen von Studenten in Studentengemeinden, die überfüllt sind; kaum einer von ihnen folgt dem Herrn nach, wenn sie ihr Studium beendet haben. Besorgte Mitarbeiter einer bekannten, weltlich ausgerichteten Megagemeinde berichteten uns, wie wenige Leute wirklich wissen, was das Heil bedeutet, und wie wenige von ihnen ein Leben in Heiligkeit und im Dienst leben.

Absonderung von Satans Strategie

Als das Dokument Evangelicalsand Catholics Together in den späten 1990er Jahren in den USA verfasst wurde, war es eine große Anzahl von Gemeinden, die dieses Dokument verwarfen. Satan musste erkennen, dass der Versuch, Einheit zwischen bibelgläubigen Christen und Katholiken auf der Grundlage von Lehre herzustellen, ein Schritt zu viel und zu schnell war. Sodann bediente er sich in seinem nächsten Schritt der vermehrten Förderung zeitgenössischer Musik und weltlichen Lebensstils, zunächst in einer moderaten Weise, um diese Entwicklung nur noch heftiger und schneller voranzutreiben. Vielleicht hatte Satan erkannt, dass Evangelikale und Katholiken keinen Unterschied mehr sehen, sobald sie in der gleichen Weise anbeten. Wer weiß, wo dies noch enden wird? Wer weiß, wie viel Schaden bereits angerichtet ist?
Würde man doch nur auf die Gebote Gottes hören in seiner beschützenden und bewahrenden Güte und sich von weltlichen, schädlichen Dingen fernhalten. Sekundäre Absonderung bedeutet, dass wir uns selbst von „bibelgläubigen“ Personen absondern müssen, wenn sie Dinge tun, die dem Evangelium und den Gemeinden Schaden zufügen.
Wie wir bereits erwähnten, üben wir Absonderung mit Besonnenheit. Wenn ein Pastor oder eine Gemeinde zeitgenössisches Material lediglich in geringem Maße verwendet, wäre es an uns gelegen, ihn zu überzeugen und ihn zur Einsicht zu führen, anstatt die Gemeinschaft mit ihm zu brechen. Wenn allerdings das Schlagzeug Einzug gehalten hat und dazu eine Gemeinde ganz weltlich geworden ist, dann können wir nicht mit solchen zusammenarbeiten. Jakobus 4,4 steht über solch einer Situation – „Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes!“ 2Thessalonicher 3,14-15 muss beachtet werden:

2. Thessalonicher 3, 14.15
Wenn aber jemand unserem brieflichen Wort nicht gehorcht, den kennzeichnet und habt keinen Umgang mit ihm, damit er sich schämen muss; doch haltet ihn nicht für einen Feind, sondern weist ihn zurecht als einen Bruder.
 

Die ernste Warnung des Paulus in 1Korinther 3,17, dass niemand der Gemeinde Gottes Schaden zufügen dürfe, sollte uns alle zur Vorsicht dienen:
1. Korinther 3, 17
Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.
Darf ich ein Wort an Pastoren, Älteste und Diakone richten – wir haben eine Wahl. Entweder zeigen wir rückhaltlose Güte, Schutz und Solidarität mit dem, der sich dem Evangelium widersetzt, oder wir zeigen dies dem Evangelium oder unseren Gemeinden. Wir empfehlen entweder das eine oder das andere. Was werden wir wählen? Kein Pastor oder Gemeindemitarbeiter kann wahrhaftig dem Wort loyal sein und die Herde bewahren, ohne sekundäre Absonderung zu praktizieren, die mit aller Sensibilität, Besonnenheit und Güte angewendet werden muss.

Schriftstellen für biblische Absonderung

Die obligatorische, dringliche und imperative Natur des Gebots zur Absonderung zeigt uns, wie groß der Fehler ist, es zu verwerfen, und warum das Prinzip aus 2Thessalonicher 3,6 und 3,14 so wichtig ist.
2Korinther 6,14-18
Galater 1,8-9
Epheser 5,11
Römer 16,17
2Johannes 16-17
2Thessalonicher 3,6 und 3,14
Titus 3,10
1Timotheus 1,18-20; 5,22; und 6,3-5
2Timotheus 2,16-21; 3,5
2Chronika 19,2
Offenbarung 18,4
Schriftstellen, die zur Absonderung von Weltlichkeit und schädlichen Praktiken aufrufen.
Jakobus 4,4
1Johannes 2,15
Galater 1,4
Johannes 17,13-16
Römer 12,2
Epheser 5,8

Gibt es eine Pflicht, sich für die Einheit aller Gemeinden einzusetzen?

Einige Pastoren sind zögerlich in Bezug auf sekundäre Absonderung, weil sie überzeugt wurden, dass sie die biblische Pflicht haben, Einheit unter Evangelikalen zu stiften. Sie verstehen das Gebet Jesu, „auf dass sie alle eins seien“, als einen Wunsch des Herrn, einer formalen irdischen Vereinigung anzugehören. Aber im Neuen Testament verlangt der Herr keine irdische Einheit, die von Menschen organisiert wird. Es gibt keinen Hinweis auf solch eine Einheit der Gemeinde im Neuen Testament.
Die Einheit, für die Christus betete, war ein geistliches Phänomen, und sein Gebet war von dem Moment an, da er gebetet hatte, erfüllt. Christus betete, dass sein Volk in ihm selbst vereint sein würden, er die Radnabe und sein Volk die Speichen, die mit Christus verbunden waren, in der grundlegenden Lehre, in ihrer Denkweise, in ihrem Streben nach Heiligung, in ihrem Dienst für den Herrn, in ihrer Liebe zu ihm und in ihrem Warten auf seine Wiederkunft, und dies obgleich die Speichen sich nie berühren.
Er betete, dass sein bluterkauftes Volk, obgleich die Erlösten sich nicht kennen – einige in weit entfernten armen Dörfern des Himalaya, andere im feindlichen Nordkorea oder Somalia oder in der freien Welt -, alle gemeinsam auf ihn vertrauen und das gleiche Zeugnis für die Welt haben.
Wir bringen diese geistliche Einheit zum Ausdruck, wo immer wir können, ohne dass wir uns in Organisationen zusammenschließen müssen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sind wir erfreut, uns zu versammeln oder denjenigen zu helfen, die in Nöten sind, ob es sich um Calvinisten, Arminianer, Baptisten oder Presbyterianer handelt. Einheit hat nichts mit der Zugehörigkeit zu einer irdischen Organisation zu tun. Die einzige Einheit im Neuen Testament begegnet uns in der lokalen Gemeinde.
Spurgeon sagte einmal, dass jede Gemeinde ein Evangeliumsschiff ist, das die Freiheit hat, an der Seite eines jeden anderen Schiffes zu segeln, das die gleiche Gesinnung hat, aber es ist nicht gezwungen, die Ozeane mit verbindenden Seilen zu schmücken, die alles zusammenbinden.
Es gibt keine biblische Unterweisung, eine irdische Organisation zu gründen. Wann immer derartige Dinge versucht wurden, haben sie sich für eine Zeit als gut erwiesen, um irgendwann Schaden zu erleiden und zu einer Quelle aller Art von Irrtum für eine Denomination zu werden. Dies ist die Geschichte aller historischen Denominationen.
Wir beobachten dies heute in Großbritannien, wo ganze Gruppen von gesunden Gemeinden, in welchen die Leiter nun aktiv extrem zeitgenössische Musik und weltliche Einflüsse zulassen, den Charakter der Mitglieder ihrer Gemeinden allmählich verändern. Verbindungen von Gemeinschaften erscheinen vielen Leitern als wünschenswert, aber mit der Zeit entsteht eine verhängnisvolle Mischung aus Leuten, die nach Einfluss streben, um ihre eigene Gemeinde-Agenda voranzutreiben. Die göttliche Genialität der Bibel kennt keinen Aufruf für derartige Zusammenschlüsse, und folglich gibt es keine Notwendigkeit, einen Bund mit anderen Gemeinden zu schaffen. Das Wort fordert dies nicht, das Evangelium bedarf es nicht; und Liebe, Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft für andere können auch ohne diese Organisationen  zum Ausdruck gebracht werden.
Autor: Dr. Peter Masters, When to Stand Apart. In: Sword & Trowel 2013, Issue 2, S.23-32.
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