Martin Luther

Die Rechtfertigungslehre Martin Luthers

Bewertung

Was war das Verderbliche an Luthers Rechtfertigungslehre? Luther war am Ende seines Lebens selbst entsetzt über die Auswirkungen seiner Lehre. Er ist dreimal aus Wittenberg geflohen wegen der sodomitischen Zustände, die dort seine Lehre hervorgebracht hatte. Sicher war das nie seine Absicht gewesen. Er war einem falschen Geist zum Opfer gefallen und zum Spielball fremder Mächte geworden. Selbst eine engsten Mitarbeiter wie Melanchthon rückten von seiner falschen Glaubenslehre ab. Willibald Pirckheimer schrieb:

„Ich bekenne, dass ich anfänglich auch gut lutherisch gewesen bin wie unser seliger Albrecht (Dürer). Denn wir hofften, die römische Büberei, desgleichen der Pfaffen und Mönche Schalkheit sollte gebessert werden; aber so man zusieht, hat sich die Sache so verschlimmert, dass die evangelischen Buben jene Buben fromm erscheinen lassen …“

Luthers Irrlehre war das sola fide, „allein“ durch Glauben, ohne unser Mitwirken. Um seine Irrlehre zu stützen, fälschte er den Bibeltext in Römer 3,28, indem er das Wort „allein“ einfügte. Luther musste sich bereits zu Lebzeiten für diese Ungeheuerlichkeit rechtfertigen. Kein Manuskript des Grundtextes enthält nämlich Luthers Variante. Mit beispielloser Polemik nimmt er wie folgt dazu Stellung:

„Wahr ists. Diese vier Buchstaben, sola, stehen nicht drinnen, welche Buchstaben die Eselsköpfe ansehen, wie die Kühe ein neues Tor. Sehen aber nicht, dass gleichwohl die Meinung des Textes in sich hat, und wo mans will klar und gewaltiglich verdeutschen, so gehört es hinein. Denn ich habe deutsch, nicht lateinisch noch griechisch reden wollen, da ich deutlich zu reden im Dolmetschen vorgenommen hatte. Das ist aber die Art unserer deutschen Sprache, wenn sie eine Rede begibt von zweien Dingen, der man eins bekennt und das andere verneinet, so gebraucht man das Wort solum (allein) neben dem Wort ’nicht‘ oder ‚kein‘. Als wenn man sagt: Der Bauer bringt allein Korn und kein Geld. Nein, ich hab wahrlich jetzt nicht Geld, sondern allein Korn. Ich hab allein gegessen und noch nicht getrunken. Hast du allein geschrieben, und nicht überlesen? Und dergleichen unzählige Weisen im täglichen Brauch.“

Luther war ein Sprachvirtuose, ein brillanter Rhetoriker. Aber genau dieser Umstand macht solche Wölfe im Schafspelz gefährlich. Denn er handelte vermessen, indem er seine Interpretation, d. h. sein selektives, nämlich einen entscheidenden Aspekt des Evangeliums unterschlagendes Verständnis des wahren Evangeliums als GOTTES Botschaft ausgab.

Das Neue Testament lehrt dagegen einheitlich, dass wir zwar durch Glauben gerecht werden, dass aber unser Mitwirken hinzukommen muss:

Matthäus 22, 37
Du sollst den HERRN, deinen GOTT, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.

Der Glaube ohne Werke ist tot:

Jakobus 2, 17
So auch der Glaube: Wenn er nicht Werke hat, ist er in Bezug auf sich selbst tot.

Der evangelische Theologe und ehemalige Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen sowie Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Gerhard Maier, schreibt in seinem Kommentar zu Jakobus 2, 14 u.a. wie folgt:

„Zu den Einzelheiten von 2,14: Τί τὸ ὄφελος bestreitet nicht das „Glauben haben“ schon als solches, sondern den soteriologischen und eschatologischen Wert eines solchen „Glaubens“ ohne Werke. Vorausgesetzt ist hier also ein „Glaube ohne Werke. Für Paulus hat der „Glaube“, richtig aufgefasst, stets die „Werke“ bei sich, die Paulus allerdings lieber „Früchte“ nennt (vgl. Gal 5,6 mit Gal 5,22). Man darf aber nicht übersehen, dass auch Paulus „gute Werke“ für erforderlich hält (vgl. I Kor 3,13; Kol 3,17; Eph 2,10; I Thess 1,3; II Thess 2,17; I Tim 5,10.25; 6,18; Tit 2,7.14; 3,8). Was Paulus ablehnt, sind solche „Werke des Gesetzes“ (ἔργα νόμου – Anm. von R.O.: Eckhard Schnabel beschreibt es in seinem Kommentar zu Rö 3:28 u.a. so: ‚… das die mosaische Tora bei der Rechtfertigung des Sünders infolge des Sühnetodes Jesu keine Rolle spielt …‘), durch die der Mensch einen Anspruch GOTT gegenüber begründen will. Es wäre falsch, ja verheerend, wenn man die ἔργα (Anm.: = Werke) in Jak 2,14ff. mit den ἔργα νόμου (Anm.: = Werke des Gesetzes/ der Tora) des Paulus gleichsetzen würde!
Hier muss man terminologisch sauber differenzieren. Tut man das, dann ergibt sich eindeutig, dass Jak 2,14ff. nicht als Frontstellung gegen Paulus verstanden werden darf. Ein „werk“-loser Glaube „kann“ im eschatologischen Gericht nicht „retten“, wie der Schlusssatz von V. 14 festhält …“ (Der Brief des Jakobus, Historisch-Theologische Auslegungsreihe, 2004, S. 127).

Luther nannte deswegen den Jakobusbrief eine

„stroherne Epistel“,

weil er seiner Irrlehre widersprach.

Um das Erlösungswerk JESU CHRISTI richtig verstehen zu können, muss man den gesamten soteriologischen Zusammenhang erfasst haben. Die Erlösung durch den HERRN JESUS ist nicht nur Vergebung der Schuld, sondern geht weit darüber hinaus. Wenn ein Herr einen Sklaven von einem anderen Herrn loskaufte. so hatte er damit natürlich auch dessen Schulden bezahlt. Aber der Loskauf besagte mehr, er besagte, dass der Sklave nun unter der Obrigkeit seines Käufers kam, er war nach wie vor Sklave, nur hatte er jetzt einen neuen Herrn.

Der HERR JESUS hat uns losgekauft, nun sind wir nicht mehr des Teufels, sondern CHRISTI Sklaven. Für diesen Loskauf hat JESUS den Kaufvertrag mit Seinem Herzblut unterschrieben (Offenbarung 5,9). Er hat unsere Schulden bezahlt und bezahlt auch weiterhin, wenn wir bereuen, aber wir sind fortan vertraglich an Ihn gebunden und verpflichtet. Ihm dienstbar zu sein und Seine Gebote zu befolgen.

1. Korinther 6,20; 2. Petrus 2,1
denn ihr wurdet um einen ‹hohen› Preis erkauft … und den unumschränkten HERRSCHER, Der sie kaufte, verleugnen werden [und] sich selbst einen baldigen Untergang zuziehen.

Luther aber reduzierte das Erlösungswerk CHRISTI auf die Bezahlung der Schuld in Form einer Blanko-Absolution für das ganze Leben, und folgerte daraus, dass man von GOTT nicht mehr belangt werde, auch wenn man sündigt (pecca fortiter). Luther formulierte es so:

„… unser Glaube macht, dass unser Dreck vor Gott nicht stinkt“.

Daran berauscht er sich euphorisch. Es war Opium für ihn und Opium für das Volk. Am Ende seines Lebens ahnte er , was er angerichtet hatte und seine Euphorie schlug um in Depressionen, die er mit reichlich Alkohol zu ertränken suchte.

Quelle: Glaubensnachrichten 11-2017, S. 4 (mit Ergänzungen von Roland Odenwald. Grundlage hierfür sind Kommentare in Facebook von TJS).

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