Kirchliches Bibelverbot

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Der Kampf zwischen der Heilige Schrift, dem inspirierten, bleibenden Wort GOTTES (Kanon) und den menschlichen Satzungen flammte von Jahrhundert zu Jahrhundert mehr und mehr auf, als die kirchlichen Obrigkeiten ihr widergöttliches Leben und Lehren durch eigene Lehren und neue Dogmen zu rechtfertigen versuchten und damit die Bibel ins Abseits drängten. Die röm.-kath. „Kirche“ setzte sich nun immer mehr von der Lehre JESU und der Apostel ab. Systematisch wurde das Volk von CHRISTUS und Seinem Evangelium entfremdet. Die Bibel, das Gesetzbuch GOTTES für die Menschen, wurde weitgehend durch eigene Satzungen ersetzt. Von Jahrhundert zu Jahrhundert nahmen die kirchlichen Lehren zu, heute sind es 1752 Satzungen. Die Bibel wird nur dort zitiert, wo sie solche Bestimmungen untermauern kann. Wo GOTTES Wort das Gegenteil lehrt, wird sie einfach ignoriert, übergangen oder mit einer Sonderauslegung versehen. Stattdessen versucht man mit schönen, hochheiligen, menschlichen Erklärungen dem Volk die traditionellen Meinungen als heilsnotwendiges Reden Gottes einzuprägen.

Die Päpste teilten in ihren Absichten, die Welt zu beherrschen, die Menschheit systematisch in zwei Klassen ein. Die erste, gehobene Klasse entwickelte sich zum sogenannten Klerikerstand der Geweihten oder Eingeweihten. Den zweiten Stand bildeten die Nichtgeweihten, die Laien, jene, die lernen mussten, im Kadavergehorsam zu tun, was ihnen von päpstlich-göttlicher Autorität befohlen wird. Sie haben nicht zu fragen, schon gar nicht zu hinterfragen!

Auch die Funktion der Kleriker wurde im Laufe der Geschichte immer mehr beschnitten, zentralisiert und schlussendlich 1870 von Papst Pius IX. auf eine Person, den Papst allein konzentriert.

Um die religiöse Macht des Klerus und insbesondere des Papstes zu stärken und die Uniformität der Massen zu fördern, ging man – immer „im Namen Gottes“ – systematisch vor. Ein Prinzip war, die Massen durch spezielle Lehren an sich zu binden. Parallel dazu musste die Heilige Schrift weitgehend verdrängt und dann verboten werden. Anstatt beim Wort GOTTES zu verbleiben und alle Kraft zur Ausbreitung und zum Verständnis der Heiligen Schrift einzusetzen, verbot man, die Gottesdienste in der Muttersprache abzuhalten. Stattdessen wurde Latein die obligatorische Sprache der liturgischen Feier. Dem Volk wurden so die Quellen des Heils verborgen, es verarmte im geistlichen Leben buchstäblich und war schutzlos den herrschenden Kirchenfürsten ausgeliefert.

Papst Gregor I. der Grosse (590-604) führte die lateinische Sprache in den Gottesdiensten ein.

Papst Johannes VIII. (872-882) untersagte Bischof Methodius im Jahre 879, die Gottesdienste in der slavischen Sprache abzuhalten.

Papst Gregor VII. (1073-1085) lehnte das Gesuch des Herzogs von Böhmen, in der Landessprache die Gottesdienste abhalten zu dürfen, ab mit der Begründung, dass es dem allmächtigen Gott gefallen habe, dass die Heilige Schrift in manchen Ländern unbekannt bleibe.

Wir sehen: Genau das Gegenteil von dem, was JESUS und die Apostel lehrten, lehren die Päpste.

Papst Innozenz III. (1198-1216) liess 1209 die röm.-kath. Masse, durch Ablässe angelockt, zur Ausrottung der Christen in Südfrankreich aufmarschieren und das Land in Schutt und Asche legen. Abertausende von Christen hatte er umbringen lassen, Kinder, Männer, Frauen. Wer sich retten konnte, verschwand im Untergrund oder verliess das Land.

Die Christen verbreiteten die Bibel in ihrer Muttersprache. Das schreckliche Treiben und Lehren der Päpste und des Klerus stand nicht im Einklang mit der Lehre JESU und der Apostel. Weil das Volk durch einige Priester und Gelehrte die Bibel oder Auszüge davon in ihrer Muttersprache lesen konnte, prangerte es die Gottlosigkeit des Klerus an. Viele Gläubiggewordene fingen an, nach dem Evangelium zu leben. Dies alles erregte den Zorn des Papstes und des Klerus. Mit allen Mitteln versuchten sie nun, die Christen zu verfolgen und auszurotten, denn immer mehr Länder nahmen den christlichen Glauben durch das Lesen der Heiligen Schrift an. Die Päpste und der Klerus sahen ihre Macht geschwächt.

Papst Gregor IX. (1227-1241) entzog dem Volk die Bibel völlig und verbot auf dem Konzil von Toulouse (1229) das Lesen der Heiligen Schrift. Dieser Papst erhob die schreckliche Inquisition (blutigen Folter- und Kirchengerichte) zu einer offiziellen Einrichtung der Kirche. Mit Androhungen der Höllenstrafe, mit Folter und Schwert wurden jene ausfindig gemacht, die eine Bibel in der Muttersprache oder Teile davon besassen.

Wir untersagen auch, dass man den Laien gestattet, die Bücher des Alten und Neuen Testamentes zu besitzen… Wir verbieten ihnen auf das nachdrücklichste, die oben erwähnten Bücher in der Volkssprache zu besitzen. – Die Wohnungen, die elendesten Hütten und selbst die verborgensten Zufluchtsstätten jener Menschen, bei denen man derartige Schriften findet, sollen vollständig vernichtet werden. Diese Leute sollen bis in die Wälder und Höhlen verfolgt werden, und wer ihnen Obdach gewährt, hat strenge Strafe zu erwarten. (1)

Gelesen werden durften nur noch die Psalmen und zwar nur auf lateinisch denn das Volk verstand kein Latein, ebenso wenig die meisten Priester!

Das Konzil von Tarragona (1234) legte ebenfalls fest:

Niemand darf das Alte oder Neue Testament lesen oder verbreiten. . . oder… er würde der Ketzerei angeklagt werden. (2)

Konzil von Konstanz (1415). Der hochgelehrte röm.-kath. Priester Wycliff, der erkannte, dass Päpste und Würdenträger aller Ebenen und das verführte Volk von seinem „frommen“ lasterhaften Leben nur durch die Hinwendung zur Heiligen Schrift zu Busse und Umkehr zu bewegen ist, gab eine Bibel in der englischen Muttersprache heraus. In den kommenden Jahren regierten drei Päpste gleichzeitig: Benedikt XIII. (1394-1423) Gregor XII (1406-1415) Alexander V. (1409-1410) und Johannes XXIII. (1410-1415) als Nachfolger Alexanders.

Das Volk wandte sich in seiner Not und in seinem Hunger nach der Wahrheit vom Vatikan mehr und mehr ab und suchte gierig nach der Bibel in der Muttersprache oder nach Teilen davon. Es spielten sich überall in der Welt ähnliche Szenen ab, wie noch vor wenigen Jahren in der Sowjetunion und den andern kommunistischen Ländern. Heimlich wurden die Heiligen Schriften in der jeweiligen Muttersprache von Hand abgeschrieben – später dann auch mit Hilfe der Druckereien – und einander weitergereicht. Wer erwischt wurde, musste für sich und seine Angehörigen mit Gefängnis, Folter, Verbannung oder mit dem Tod rechnen, denn die päpstlichen Todesschwadrone waren allgegenwärtig!

Der Erzbischof von Canterbury, Arundel, musste darum auf dem Konzil von Konstanz nachträglich den bereits verstorbenen einflussreichen Gelehrten und Priester Wycliff öffentlich verdammen mit den Worten:

jener giftige Bube einer verdammungswürdigen : Ketzerei, der eine neue Übersetzung der Heiligen Schrift in seiner Muttersprache eingeführt hat.(3)

Wie tiefsitzend der Hass des Vatikans gegen die Christen war, die an Stelle der Lehren Roms dem Volk das Wort GOTTES verkündeten und zugänglich machten, zeigt uns sein Vorgehen gegen die sterblichen Überreste von John Wycliff.

Der röm.-kath. Theologe Jedin schreibt in seinem Handbuch der Kirchengeschichte:

… es folgte die Verordnung, dass die Gebeine Wycliffs aus der geweihten Erde entfernt werden sollten… Im Dezember 1427 endlich erhielt der Bischof von Lincoln den Befehl, die Gebeine Wycliffs ausgraben und verbrennen zu lassen, was dann auch ausgeführt wurde.(4)

Das Wort GOTTES sollte durch die öffentliche Verurteilung dieser freimütigen Männer „im Namen Gottes“ aus den Herzen der Menschen ausgemerzt werden. Eine grosse Zahl christlicher, heiliger Märtyrer, deren Namen durch die Päpste ausgelöscht worden sind, wird uns am Tage des Gerichtes begegnen. Entsetzen wird die Mitglieder dieser “Kirche” packen. Stattdessen haben die Päpste Verbrecher heiliggesprochen, die von Millionen Mitgliedern der römischen Kirche um Heil angefleht und angebetet werden müssen. Welch ein Elend!

Im 16. Jh. verfolgte der Vatikan mit letzter äusserster Gewalt und Brutalität jene Priester, die dem Volk die Bibel in ihre jeweilige Landessprache übersetzten. Um hier nur ein Beispiel zu nennen. Der Priester Luigi Giovan Paschale gab 1555 die Bibel zweisprachig in italienisch und französisch heraus. Er wurde von der päpstlichen Garde 1560 in Rom durch Räderung grausam gefoltert und hingerichtet. Unter der grausamen Hand des „frommen“ Papsttums ist er als Märtyrer gestorben. Obwohl „zwischen 1567 und 1773 – wenigstens offiziell – in Italien keine einzige Bibel in der Volkssprache veröffentlicht werden konnte,” (5) mehrte sich die Zahl der Priester, die dem Volk die Bibel als alleingültiges Reden GOTTES in die jeweilige Muttersprache übersetzten und damit dem Auftrag Jesu gehorsam wurden:

Matthäus 28, 19
und lehrt sie alles zu befolgen, was Ich euch geboten habe

Durch all die Jahrhunderte hindurch zieht sich der Kampf der Päpste und des Klerus zur Unterdrückung und Ausrottung des Gotteswortes. Ständig müssen neue „fromme“ diplomatische und philosophisch ausgeklügelte Manieren erfunden werden, um die Leute von GOTTES Wort fernhalten zu können. Alles geschieht immer „im Namen Gottes“.

Fußnoten:

(1) White: Der grosse Kampf, Advent, S. 708

(2) Ebd S 708

(3) Ebd., S. 708 ! 343

(4) Jedin: Kirchengeschichte, Herder, Bd III/2, S. 542

(5) Schweizerische Bibelgesellschaft, 37. Jahrgang, Nr. 1, 1991

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