Die hochkirchliche Bewegung

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Joseph de Maistres, Großredner der Freimaurer-Loge “La Sincérité” in Chambéry schrieb 1782 in seiner “Denkschrift an Herzog Ferdinand”:

Es bedarf einer Organisation, um das Einigungswerk zu vollbringen. Dieses große Vorhaben kann nur im Verborgenen beginnen. Ausschüsse müssen eingerichtet werden, die sich vor allem aus in die Freimaurerei aufgenommenen und eingeweihten Geistlichen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften zusammensetzen. Wir werden langsam, aber sicher arbeiten.

PublicDomainPictures / Pixabay
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Auch der Herrenmeister des Senfkornordens, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700 -1760), war bei allem frommen Schein einer der geheimen Meister. Er war als geweihter Bischof der Böhmischen Brüder ein maßgeblicher Schrittmacher der Ökumene (Gemeindelexikon, Ökumenische Bewegung II).

Im kirchlichen Bereich tritt diese Art von Freimaurerei besonders unter dem Namen “hochkirchliche Bewegung” auf. Der Name hochkirchliche Bewegung ist irreführend und hat nichts mit kirchlichen Hochämtern oder besonderer Kirchlichkeit zu tun, sondern meint die Kreise, die an eine lückenlose Sukzession (Nachfolge) der Ämter bis auf die Apostel zurück glauben. Im Gegensatz zur katholischen Kirche, welche ihre Ämter durch die Handauflegung des Bischofs vermittelt und bis auf Petrus zurückführen will, glauben die Freimaurer an eine auf Johannes zurückreichende Sukzession, die durch die Handauflegung eines Freibischofs oder Logenmeisters geheim übertragen wird. Darum liegt auf dem Logenaltar immer eine Bibel, aufgeschlagen bei Johannes Kap. 1. Daraus ergab sich zwangsläufig die Feindschaft zwischen der Freimaurerei und der Römischen Kirche. Bis Papst Angelo Giuseppe Roncalli kam (1958-1963). Der tat etwas Unerhörtes, für alle Eingeweihten ein deutliches Signal: er nahm bewusst den Namen Johannes an und zwar Johannes XXIII., obwohl es einen Johannes XXIII. schon einmal gab, den Gegenpapst Balthasar Cossa (1410-1415). Die Johannes-Päpste liebäugelten damals mit der esoterischen Idee des falschen Propheten Joachim von Fiore, der mit seiner Johannes-Lehre den Stuhl Petri heftig erschütterte. Nach dem damaligen Joh. XXIII., der vom Konzil abgesetzt worden war, gab es keinen Papst mehr mit dem Namen Johannes, bis zum Jahre 1958. Angelo Roncalli war noch als Erzbischof von Mesembria Freimaurer geworden. Als er seinen Logennamen Johannes auch als Papst übernahm, wollte er die johannische Tradition bewusst wieder aufleben lassen, d. h. die Petruskirche und ihre johannische Parallelstruktur, die Johannisloge/Freimaurerei, miteinander versöhnen, was ihm auch gelungen ist. Als er gestorben war, würdigte die Freimaurerei die­sen Papst öffentlich als einen der ihren. Der Text der Todesanzeige erschien in Spanisch am Dienstag, den 04. Juni 1963 in der mexikanischen Tageszeitung “El Informador”:

DIE WESTMEXIKANISCHE GROSSLOGE

der freien und angenommenen Maurer bekundet anlässlich des Todes von

Papst Johannes XXIII.

ihren Schmerz über das Ableben dieses grossen Mannes, der kam, um die Ideen, Gedanken und Riten der römisch- katholischen Liturgie zu revolutionieren.

DIE ENZYKLIKEN “MATER ET MAGISTRA” UND “PACEM IN TERRIS” haben die Auffassungen zugunsten

DER RECHTE DES MENSCHEN UND SEINER FREIHEIT

revolutioniert.

Die Menschheit hat einen grossen Menschen verloren, und    die Maurer anerkennen an IHM seine erhabenen Grundsätze, seine Mitmenschlichkeit und seine Haltung eines GROSSEN LIBERALEN.

Guadaljara, Jalisco, Mexiko, den 3. Juni 1963               WESTMEXIKANISCHE GROSSLOGE                        Lic. José Guadulupe Zuno Hdez.

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Das ist der Hintergrund der hochkirchlichen Bewegung. Zu ihr gehören die Brüder vom gemeinsamen Leben, die Böhmischen Brüder, Ökumenischer Christusdienst, Fokolarini, Taize, Johannesbruderschaft, Johanniterorden, Christentumsgesellschaft, und fast alle evangelischen Kommunitäten.

Um die hochkirchliche Bewegung besser durchschauen zu können, muss man sich einen ihrer Hauptstrategen, Friedrich Heiler (1892-1967), anhören. In seinem Buch “Rundbriefe der Ostasien- u. Indienreise” bekennt er sich zur Gleichheit (Egalité) aller Religionen. Udo Tworuschka schreibt in einer Rezension zum Buch: „Ergriffen stand er (Heiler) im größten buddhistischen Tempel Japans, dem Amida-Tempel. In den Gottesdiensten der Mönche streute auch er vor dem Buddha-Altar den Weihrauch und verneigte sich dreimal … Tief ergriffen besuchte er den Geburtsort Buddhas im südlichen Nepal. Eine Säule mit Inschrift erinnert an die Geburt. Heiler: „nachdem ich die Säule und Inschrift fotografiert hatte, faltete ich meine Hände und dankte Gott dafür, daß er dieses Licht über Asien erstrahlen ließ und durch Buddha Millionen von Menschen Frieden und Seligkeit geschenkt hat. Dann warf ich mich zur Erde nieder und berührte sie mit der Stirn” (Mitteilungsblatt der hochkirchl.Vereinigung Nr. 194/195). Das sind die finsteren Kräfte, die hinter der ökumenischen Bewegung stecken.

(Quelle: Glaubensnachrichten 10/2004)

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