Das Frauenbild der frühen „Kirchenlehrer“

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geralt / Pixabay
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Einige Christen sind der Meinung, dass man neben der Bibel, dem Wort GOTTES, auch die Aussagen der sog. frühen “Kirchenlehrer” berücksichtigen und als verbindlich ansehen sollte. Oftmals wissen die Geschwister jedoch nicht, was die sog. frühen “Kirchenlehrer” konkret gelehrt haben.

Daher soll diese Seite dazu dienen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Ich habe mich für das Thema “Frauenbild” entschieden:

Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen.
Johannes Chrysostomos (349-407), Kirchenlehrer, heiliggesprochen

Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen.
Kirchenvater Augustinus (354-430), heiliggesprochen; Augustinus gilt als einer der bedeutensten Kirchenlehrer.

Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.
Thomas von Aquin, Kirchenlehrer (1225-1275), heiliggesprochen

Die Frau muß das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.
Ambrosius, Kirchenlehrer (339-397), heiliggesprochen

Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.
Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen

Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!
Papst Pius II. (1405-1464)

Die Frau ist ein Missgriff der Natur… mit ihrem Feuchtigkeits -Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger… eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann … die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.
Thomas von Aquin, Kirchenlehrer (1225-1274)

Wo sich ein Priester aufhält, darf kein Weib eintreten.
Synode von Paris, 846

Nahe der Kirche dürfen keine Frauen wohnen.
Synode von Coyaca, 1050
Priester, die Frauen beherbergen, die Verdacht erregen, sollen bestraft werden. Die Frauen aber soll der Bischof in die Sklaverei verkaufen.
2. Synode von Toledo, 589

Bei der Frau muss schon das Bewusstsein vom eigenen Wesen Scham hervorrufen.
Clemens Alexandrinus, vor 215

Die Frauen dürfen im eigenem Namen Briefe weder schreiben noch empfangen.
Synode von Elvira, 4. Jahrhundert

Das ganze (weibliche) Geschlecht ist schwach und leichtsinnig. Sie finden das Heil nur durch die Kinder.
Johannes Chrysostomos (349-407), großer Kirchenlehrer

Es gibt noch weitere Zitate, aber die möchte ich den LeserInnen nicht zumuten.

Auch das Wort GOTTES äußert sich zu dem Thema “Frauenbild”:

 

1. Im Schöpfungsbericht wurde die Gleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott und untereinander schon deutlich gemacht; beide sind im Bilde Gottes erschaffen, die Frau wird gleichsam vom Manne genommen, und sie sollen ein Fleisch sein. ‚Ein Fleisch‘ zu sein bedeutet mehr als nur eine Sexualbeziehung; von keinem der anderen Geschöpfe, die zum Zwecke der Vermehrung Sexualbeziehungen haben, wird davon gesprochen, daß sie ‚ein Fleisch‘ würden. Dagegen macht die Schrift deutlich, daß unter diesem Begriff ein ‚Einswerden‘ in Liebe zu verstehen ist. Paulus sagt, daß niemand sein ‚eigenes Fleisch‘ je gehasst habe (Eph. 5,29).

2. Nach dem Abfall in Eden entwickelte sich eine dominante Männergesellschaft auf Kosten der Frau, was sich schon in der frühzeitigen Einführung der Polygamie zeigte, die Gott zwar weder wollte noch billigte, jedoch in seinem Gesetz regelte, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern (Matth. 19, 5-8). Durch das Gesetz sorgte er besonders für die Schwachen, wie für Witwen und Waisen sowie auch für ungeliebte Frauen und deren Kinder (2.Mose 21:10; 5.Mose 21:15-17); sogar Regelungen für das Erbrecht von Töchtern waren vorgesehen (4.Mose 27). Allerdings war alles weit entfernt von den ursprünglichen Absichten Gottes, die erst unter Christus wieder hergestellt werden sollten und sollen.

3. Das zeigte sich besonders im Verhalten und Benehmen JESU gegenüber Frauen; er hatte ein zwangloses, offenes Verhalten gegenüber Frauen, wurde sogar von einigen begleitet, was für einen jüdischen Rabbi völlig ungewöhnlich war (Luk. 8, 1-3). Als er am Brunnen Jakobs (Johannes 4) im Gespräch mit einer Samariterin befunden wurde – einem Gespräch, in dem er mehr von sich offenbarte als in vielen Gesprächen mit Juden, selbst Pharisäern – , wunderten sich seine Jünger sehr; nur der Respekt vor ihrem HERRN hielt sie zurück, ihrem Erstauen Ausdruck zu geben (Vers 27). Auch seine Gespräche mit der Frau in Tyrus oder mit der Erkrankten, die sein Gewand berührte und geheilt wurde (Matth. 15, 28; Mark. 5, 34), zeigen seine offene und achtungsvolle Haltung gegenüber Frauen. Er scheute auch nicht zurück vor dem Kontakt mit stadtbekannten Sünderinnen (Luk. 7, 37-39). Er war ja gekommen, Sünder zu retten!

4. Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß GOTT durch Seine Engel die Auferstehungsnachricht Frauen anvertraute, um sie den Jüngern zu überbringen, obwohl damals das Zeugnis einer Frau im Orient nicht anerkannt wurde, und daß die erste Person, die den Auferstandenen zu Gesicht bekam, eine Frau war (Matth. 28; Mark. 16; Joh. 20).

Frauen in der Apostelgeschichte

Daß die Haltung Jesu gegenüber Frauen schon vor Pfingsten auf die Jünger abgefärbt hatte, zeigt Apostelgeschichte 1:14! Dort wird berichtet, daß sie einmütig im Gebet verharrten zusammen mit Frauen, etwas, was für die damalige Zeit völlig ungewöhnlich war. Jüdische Männer und Frauen beteten nicht gemeinsam; für eine jüdische Gebetsversammlung war eine bestimmte Anzahl von Männern erforderlich; Frauen zählten nicht! Das, was hier von den Nachfolgern JESU berichtet wird, war neu: Männer und Frauen beteten gemeinsam! Hier wurde schon gelebt, was später in  – von Paulus – so formuliert wurde:

Galater 3,28
da ist nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in CHRISTUS JESUS.

Die Anerkennung der Frau als selbständige Anbeterin vor GOTT bedeutete auch eigene Verantwortlichkeit. Während zum Beispiel in Josua 7 die Familie Achans das Geschick des verantwortlichen Familienhauptes erleiden mußte, hatte gemäß Apostelgeschichte 5:7-9 Saphira die Möglichkeit, für ihr Verhalten und Geschick selbst einzutreten; sie war nicht mehr automatisch an das Los des Ehemannes gebunden.

Interessant ist auch, daß in Apostelgeschichte 9,36 von einer ‚Jüngerin‘ Tabitha gesprochen wird, was zeigt, daß auch der Ausdruck ‚Jünger‘ sich keineswegs nur auf Männer bezog oder daß diese Bezeichnung ein männliches Vorrecht gewesen sei.

Als Paulus nach Apostelgeschichte 16 den Auftrag erhielt, mit der Botschaft JESU nach Mazedonien zu gehen, war die erste Person, die den christlichen Glauben annahm, eine Frau! Der erste Christ in Europa, Lydia, eine Frau! Und Paulus war darüber offensichtlich nicht enttäuscht! Er blieb sogar mit dieser Gemeinde, die sich dort bildete – möglicherweise in Lydias Haus – stets in besonders enger Verbindung! Seine Freude kommt im Brief an die Philipper besonders zum Ausdruck, so sehr, dass man den Brief an die Philipper auch den ‚Brief der Freude‘ genannt hat.

In Apostelgeschichte 17,34 wird ebenfalls eine Frau unter den wenigen Bekehrten in Athen erwähnt, was für antike Verhältnisse durchaus ungewöhnlich ist. Im 18. Kapitel lernen wir dann ein Ehepaar kennen, Aquila und Priscilla, die, wenn sie erwähnt werden, immer zusammen genannt werden, häufig sogar die Ehefrau an erster Stelle, weil sie möglicherweise der aktivere Teil der beiden war. Es wird sogar berichtet, daß sie einen jüdischen Gelehrten (18,24) – Apollos – genauer im christlichen Glauben unterrichtete.

Nach Apostelgeschichte 21:8-9 ist Paulus bei dem Evangelisten Philippus zu Gast, dessen vier Töchter weissagten; Paulus scheint nichts dagegen gehabt zu haben; nach seinen Briefen zu urteilen, schätzt er ja, wenn Christen prophezeiten, und wie hätte er sich nicht freuen sollen, wenn GOTT Seinen GEIST auf Menschen legt, ob Männer oder Frauen!

Aus all diesen Hinweisen und Bemerkungen der Apostelgeschichte, die durchaus keine Abhandlung über die Stellung der Frau in der Christenversammlung abgibt – darüber zu schreiben wäre einem Lukas nicht eingefallen -, kann man aber die andersgeartete Stellung der Frau in der Christenversammlung im Vergleich zum Judentum und erst recht zum Heidentum erkennen. Gewiss war diese Stellung im öffentlichen Leben noch nicht unabhängig von der Umwelt und sollte sich im Laufe der Jahrhunderte noch ändern – nicht immer zum Guten! Aber es war eine ganz neue Würde und Identität, die der Frau hier gegeben wurde, was auch eine neue Beziehung zwischen Männern und Frauen einschloss, die, wie die Beispiele der frühen “Kirchenlehrer” zeigen, durchaus nicht allen Männern gefiel.

Fazit: Wenn wir das Frauenbild der frühen “Kirchenlehrer” mit den Aussagen der Heiligen Schrift vergleichen, wird deutlich, dass wir unseren Glauben nicht auf die Aussagen dieser “Kirchenlehrer”, sondern alleine auf das Wort GOTTES bauen sollen. Auch hier gilt: Sola scriptura!

Quelle (Teil 2): Metanoia-Forum

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