Die Zurüstung der Heiligen

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Epheser 4, 11-16
Und Er hat gegeben etliche zu Aposteln, etliche zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, um die Heiligen zuzurüsten für das Werk des Dienstes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis dass wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen und zum vollkommenen Manne [werden], zum Maße der vollen Größe Christi; damit wir nicht mehr Unmündige seien, umhergeworfen und herumgetrieben von jedem Wind der Lehre, durch die Spielerei der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern [daß wir], wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken in ihm, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib, zusammen- gefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maße der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes voll- bringt, zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.

Nemo / Pixabay
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In unserer Zeit wird Unverbindlichkeit sehr groß geschrieben (z. B. „Ehe” ohne Trauschein usw.). Leider ist diese Einstellung auch in den Gemeinden verbreitet. Die o. g. Dienste dienen nicht nur der Wortverkündigung, sondern die einzelnen Glieder sollen in die rechte Position gebracht werden. Noch wichtiger ist die Funktionsfähigkeit der Glieder.

Der Begriff zuzurüsten in Vers 12 ist die Übersetzung von dem gr. KATARTISMOS, das 13 x im NT vorkommt. Dieser Begriff hat zwei Grundbedeutungen:

1. Medizinisch: Glieder einrenken, auch  Wiedereingliederung (Rehabilitation).

2. Militärisch: Ausrüstung (z. B. Heer, Kriegsschiff), militärischer Drill.

Weitere Übersetzungsmöglichkeiten sind: „Anpassen”, „ausrüsten”, „zurüsten”, „wieder zurechtbringen”, „aufhelfen”, „in den gehörigen Zustand versetzen”.

Wenn durch einen Unfall ein Gelenk ausgerenkt ist, genügt es nicht, dass der Arzt kühle Umschläge macht, sondern er muss es wieder einrenken. Im geistlichen Bereich rennen leider sehr viele Leute mit „Eisbeuteln” herum, statt das Gemeindeglied wieder einzugliedern. Es darf keine Distanz zwischen Gliedern entstehen, denn ein ausgerenktes Glied kann die Befehle des Hauptes nicht richtig ausführen! Auch im geistlichen Bereich gibt es schmerzhaft Unfälle, wie z. B. Besserwisserei, Hochmut, Widerspenstigkeit. Der Leib muss funktionstüchtig sein und das ist viel barmherziger, denn die Krankheit wurde entfernt. Ein typisches Eingliederungsproblem der Gemeinde ist, dass nicht nur Menschen für JESUS zu gewinnen sind, sondern auch für Seinen Leib. Unverbindliche Glieder sind ein Widerspruch in sich selbst. Das können bestenfalls Prothesen sein, vielleicht sogar aus Edelholz. Trotzdem sind sie ein Fremdkörper am Leibe. Sie vielleicht eine kosmetische Wirkung und können hier und dort einige praktische Dienste übernehmen, wie z. B. Beinprothesen oder Zahnprothesen (hier braucht man sein Schnitzel nicht zu lutschen). Sie übernehmen wichtige Dienste und sind trotzdem kein Teil des Leibes. Gemeinde bedeutet, dass die Glieder fest verwachsen sind. Sind die Glieder schlecht zusammengefügt, befinden sie sich zwar am Körper, haben aber das Problem der Funktionseinschränkung (functio laesa). Das bedeutet, dass wir Menschen nicht nur in Kontakt mit JESUS bringen sollen, sondern auch mit Seinem Leib.  (Einverleibung!). Heute spricht man nicht von einer Einverleibung, sondern von einer Transplantation. Diesen chirurgischen Dienst haben wir im geistlichen Bereich zu übernehmen. Dies ist unsere Zielvorgabe:

  • Die Menschen kommen zum Eckstein (Bekehrung)
  • Die Menschen sind lebendige Steine geworden.

Ein Steinhaufen bildet noch lange kein Haus. Es gibt die falsche Lehre, dass jeder Bekehrte automatisch zur Gemeinde gehört. Die Bibel sagt jedoch, dass jeder Bekehrte ein lebendiger Stein ist und sich einbauen lassen muss. Dies ist auch der Unterschied zwischen einer Staatskirche und einer biblischen Hauszellengemeinde. Die Staatskirche enthält viele Steinhaufen und ist eine Nachwuchskirche. Die Hauszellengemeinde bildet das Haus GOTTES und ist eine Zuwachskirche. In diesem Zusammenhang möchte ich noch ein Wort zur biblischen Glaubenstaufe sagen. Oft lassen sich Menschen mit Gewissensnöten in einer Gemeinde taufen und verschwinden dann wieder. Sie nehmen so eine Art „Tauf-Service” in Anspruch; so eine Art geistliche Tankstelle (oder besser: Taufstelle). Aber man lässt sich ja auch nicht trauen, um getraut zu sein, sondern um eine Ehe zu gründen. Es ist der Beginn einer neuen Lebensbeziehung. Ich habe einmal von den sog. „Krypto-Baptisten” gehört, die sich heimlich taufen lassen. So ähnlich war es bei mir, aber der HERR hat mich diesbezüglich eines Besseren belehrt. Falls Sie gerne Details über meine Taufe wissen wollen, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Wer sich nur taufen lässt, aber nicht einer Gemeinde angehört, hat ein Defizit: Die fehlende Verbindlichkeit bzw. Einverleibung. Es ist nicht die Absicht JESU, dass die Steine in einer Ecke herumliegen und sie mit der Zeit von Moos überwuchert sind!

Kommen wir noch zur militärischen Bedeutung des Begriffes KATARTISMOS. Ganz praktisch werden hier die Geistestaufe, der Empfang von Geistesgaben und das Lernen mit geistlichen Waffen (Waffenrüstung) umzugehen. Außerdem, sollen wir fest in der Apostellehre verwurzelt sein, damit wir nicht Unmündige sind. Oft hat man den Eindruck, dass viele Christen ihre Waffen in ein Museum eingeschlossen haben. Doch die Gemeindeglieder müssen geistlich ausgerüstet werden, damit die Gläubigen geistliche Reife erlangen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es nicht nur Quartalssäufer, sondern auch Quartalschristen gibt. Letztlich geht es auch nicht um große Zahlen. In Offenbarung 3,8 ist von der Gemeinde zu Philadelphia die Rede und ihr wird eine „kleine Kraft“ bescheinigt. Das bedeutet, dass die Gemeinde aus wenigen Gemeindegliedern bestand. Der obige Bibelvers spricht von „Handreichung”. Dieser Begriff hat im Hellenischen drei Bedeutungen:

  • Medizinisch/anatomisch: Sehnen und Bänder
  • Musik, z. B. Gitarre
  • Finanzielle Leistung

Das heißt, dass jeder von uns die Funktion einer Sehne übernehmen soll. Eine Sehne bewirkt vor allem zwei Dinge: Darreichen und fest verbinden. Die Sehnenbänder haben eine Prellbockfunktion, die Spannung aushalten muss. Knochen können brechen, Sehnen müssen halten. Wenn sie überdehnt werden, gibt es eine Zerrung bzw. eine Sehnenscheidenentzündung. Deshalb ist es wichtig, dass wir in der Lage sind, Spannungen auszuhalten. Viele sind erst be-geistert, dann ent-geistert!

Eine weitere Funktion der Sehnen ist, dass sie Impulsgeber für die Arbeitsleistung sind. Es gibt Krankheiten, bei denen die Impulse nicht vom Haupt, sondern autonom von Sehnen und Bändern kommen (z. B. Veits-Tanz). Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz:

Erst sind die Menschen entsetzt, dann ist die Gemeinde zersetzt.

Musik: Das Schöne ist, dass der HERR auch auf einem verstimmten Klavier spielen kann. Deshalb kann er uns gebrauchen.

Finanzielle Leistung: Wir sollen nicht nur die Töne des Himmels weitergeben, sondern auch die Mittel der Erde zum Zwecke des Himmels einsetzen. Im Reich GOTTES gibt es keine Inflation, sondern die Gaben erfahren eine konstante Aufwertung!

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