Gelten die Zehn Gebote auch für Christen?

Schwester I. R. aus A. schreibt in Bezug auf den Sabbat:

„Was aber die Zehn Gebote betrifft, kann man doch nicht behaupten, dass eines davon – das Sabbatgebot – im Neuen Bund geistlich zu verstehen ist, während die anderen neun Gebote ihre ursprüngliche Bedeutung behalten.“

Antwort:

Auch die anderen neun Gebote gelten im Neuen Bund nicht mehr. Die Zehn Gebote wurden nur dem Volk Israel am Berg Horeb gegeben, nicht den Nationen. Das hat das erste Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15 festgelegt. Jeder Bund hat seine eigene Gesetzgebung:

Hebräer 7, 12
Denn wenn das Priestertum verändert wird, so muss notwendigerweise auch eine Änderung des Gesetzes erfolgen.

Im Neuen Bund gilt das Gesetz des Neuen Bundes, das ist das Gesetz des CHRISTUS, d. h. die Lehre JESU und der Apostel. Dass von den Zehn Geboten (= Dekalog) auch Bestandteile in den Neuen Bund eingeflossen sind, ändert nichts an der Tatsache, dass der Alte Bund und sein Gesetz (Torá) heute keine Rechtskraft mehr haben. Jakobus schreibt ja sehr deutlich (Jakobus 2, 10), dass wer ein Gebot der Torá hält, muss auch alle anderen halten, d. h. wer den alttestamentlichen Sabbat hält, muss auch das ganze Gesetz des Moses halten, inklusive Speisevorschriften, Vermeidung von Mischgewebe usw. Ähnlich äußert sich Paulus:

Galater 5, 3.4
Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. Ihr seid losgetrennt von CHRISTUS, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen,

d. h. auch durch das Halten der Zehn Gebote gerecht werden wollt. Denn der Kern des Gesetzes sind die Zehn Gebote. Ehebruch und Mord ist auch im Neuen Bund verboten, aber nicht weil es im Dekalog steht, sondern weil das Gesetz des CHRISTUS es gebietet. Da fängt der Mord allerdings schon beim Bruderhass an und der Ehebruch bei der Augenlust (1. Johannes 3,15; Matthäus 5,28).

Quelle: Glaubensnachrichten 06-2017, S. 4

 

Gelten die Zehn Gebote auch für Christen?
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3 Antworten auf „Gelten die Zehn Gebote auch für Christen?“

  1. Eine gute Zusammenfassung dazu über die 10 Gebote und den Neuen Bund:
    https://www.christianforums.com/blogs/notes-ephesians-2-8-contd-to-ephesians-2-15.53152/

    (Re: Is the idea of each of the 10 commandments *repeated in the New Testament/New Covenant?)

    Yes, in that the New Covenant repeats the ideas of the 1st and 2nd of the 10 commandments of the Old Covenant (Deuteronomy 5:7-10) in such verses as 1 Corinthians 8:4, Mark 12:29-30 and 1 John 5:21. The idea of the 3rd of the 10 commandments (Deuteronomy 5:11) is amplified in the New Covenant to include our actions and not just our words (Titus 1:16). That is, we can profess the name of the LORD/YHWH, but we do so in vain if we don’t obey Jesus Christ and God the Father (Matthew 7:21, Hebrews 5:9, Luke 6:46).

    The idea of the 4th of the 10 commandments of the Old Covenant (Deuteronomy 5:12-15) is amplified in the New Covenant to include every day of a Christian’s life in Jesus Christ (Matthew 11:28-30, Hebrews 4:3,10, Luke 9:23). The idea of the 5th of the 10 commandments (Deuteronomy 5:16) is repeated in the New Covenant (Ephesians 6:1-3) and amplified to include honoring every person who’s older than us (1 Timothy 5:1-2). The idea of the 6th of the 10 commandments (Deuteronomy 5:17) is repeated in the New Covenant (Revelation 21:8, Galatians 5:21) and amplified to include hatred by itself (1 John 3:15), or unjustified anger by itself, or name-calling by itself (Matthew 5:21-22).

    The idea of the 7th of the 10 commandments of the Old Covenant (Deuteronomy 5:18) is repeated in the New Covenant (Galatians 5:19-21) and amplified to include lust by itself (Matthew 5:28). The idea of the 8th of the 10 commandments (Deuteronomy 5:19) is repeated in the New Covenant (1 Corinthians 6:10). The idea of the 9th of the 10 commandments (Deuteronomy 5:20) is repeated in the New Covenant (Matthew 15:19, cf. Revelation 22:15c). The idea of the 10th of the 10 commandments (Deuteronomy 5:21) is repeated in the New Covenant (Luke 12:15, Ephesians 5:5; 1 Corinthians 6:10).

    So there’s no need to go back to the 10 commandments of the Old Covenant. The New Covenant has all of them covered. Indeed, the New Covenant forbids all manner of sins for those who want to be ultimately saved (1 Corinthians 6:9-10, Galatians 5:19-21).

  2. 1 Korinther 7,19 „Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist auch nichts, wohl aber Gottes Gebote halten.“
    (Paulus getrieben vom Geist Gottes)

    Was nahm CHRISTUS hinweg? Unsere Sünden! (1.Joh.3,5) CHRISTUS erschien, die Übertretung des Gesetzes zu beseitigen, aber nicht, um das Gesetz abzutun!
    b. Was schaffte CHRISTUS ab? Die Macht des Todes! (2.Tim.1,10) Der Tod ist die Folge der Sünde!
    c. Was zerstörte CHRISTUS? Die Werke des Teufels! (1.Joh.3,8)
    d. Was änderte CHRISTUS? Den Menschen! (Eph.2,1-10) Nicht das Gesetz! Es ist also aus den Lehren der Heiligen Schrift ersichtlich, dass CHRISTUS kam, um etwas hinweg zu nehmen, nicht das Gesetz, sondern unsere Sünden, um etwas abzuschaffen, doch nicht das Gesetz, sondern den Tod, um etwas zu zerstören, aber nicht das Gesetz, sondern die Macht des Teufels! CHRISTUS kam, um etwas zu verändern, jedoch nicht das Gesetz, sondern uns! Das alles hat ER durch Sein eigenes Opfer getan. Hätte das Gesetz verändert oder abgeschafft werden können, so hätte CHRISTUS nicht zu sterben brauchen.

    1. Das Gesetz des Moses beschreibt das Gesetz der Knechtschaft, das nichts zur Fülle bringen konnte. Es beinhaltet Gebote, die um der Übertretung willen hinzugefügt worden sind. Es beinhaltet Gebote, die ein Schatten der zukünftigen Dinge darstellen. Die Gebote wurden nicht von Gott persönlich, sondern von Engeln verkündigt. Das Maß der Übertretung sollte voll werden, deshalb ist das Gesetz mit seinen Satzungen und Geboten daneben hereingekommen. Mit dem Gesetz des Moses ist die gesamte Torah gemeint mit den 613 Geboten und Verboten (nach pharisäischer Zählung). Doch heißt dies jetzt, dass es nicht mehr gültig ist und das Gesetz Sünde ist? Das sei ferne! In der Torah finden sich z.B. die 10 Worte wieder, die überdies unabhängig von dieser (im Kontext des neuen Bundes) gültig sind.

      Heißt dies nun, dass alles ausgeführt werden muss als Christ? Das sei ferne! Gültigkeit bekommt etwas auch, wenn es nur ein Schatten war und erfüllt wurde und somit praktisch nicht mehr gültig ist. Doch nun: Gültig bedeutet, dass die Gebote im Kontext des neuen Bundes gültig sind. Das heißt, dass man prüfen muss, was vom Charakter Gottes übrig bleibt und was zur Fülle gebracht worden ist.

      Im Gesetz des Moses finden sich
      a) Schattengebote wieder, die in Christus ihre Bedeutung, ihr Ziel (vgl. Röm. 10, 4) und ihre Fülle gefunden haben, die somit aufgelöst sind, durch ihre Erfüllung in Christus. Dies betrifft das gesamte levitische Priestertum mit seinen Geboten, das nichts zur Fülle bringen konnte (vgl. Hebr. 7, 11) und schwaches Abbild des Eigentlichen war (Hebr. 8,5; 10, 1 und Kolosser 2, 17). Diese Gebote sind gültig, doch diesmal müssen diese Stellen im Kontext des neuen Priestertums nach Melchisedek geprüft und geistlich sowie messianisch übertragen werden (Festtage + Sabbat, Speisegebote, Reinheitsgebote, Priestergebote, Opfer, Beschneidung, Tempel etc.). Nur so haben sie im neuen Bund eine ewige Gültigkeit durch die Ablösung des neuen Priestertums. Sie haben eine messianische und geistliche Bedeutung. Mit dem Wechsel des Priestertums gibt es zwingend eine Änderung im Gesetz (vgl. Hebr. 7, 12).
      b) es finden sich Gebote wieder, die nichts mit dem levitischen Priestertum zu tun haben, aber den Moralcharakter Gottes beschreiben und auch durch Christus erfüllt sind, aber diesmal dadurch nicht abgeschafft sind, sondern vielmehr verschärft, bzw. zur wahren Fülle (vgl. Mt. 5, 17-20; Hebr. 7, 11) gebracht. Morden ist immer noch Sünde, aber Morden wird neu definiert und auf eine geistliche Ebene gebracht und das Gegenteil, nämlich Hingabe, wird geboten, d.h. man ist im neuen Bund unkonventionell. Diese haben dann eine noch größere Tiefgründigkeit und erfordern mehr, was die Verbote bzw. Gebote aussagen, die nach wie vor gültig sind, jedoch nicht annulliert, sondern bestätigt sind. Denn das Gesetz vom Berge am Sinai bzw. am Berg Horeb hat nichts zur Vollkommenheit gebracht (vgl. Hebr. 7, 18) und musste zu dieser Vollkommenheit kommen (vgl. Mt. 5, 17-20). Sie haben eine exklusive, erweiterte Gültigkeit.
      c) es finden sich auch Gebote wieder, die weder zum levitischen Priestertum angehören, noch eine Erfüllung nötig haben, sondern Ewigkeitscharakter aufweisen, die v.a. die leibliche Ordnung betreffen, äußere Dinge, die nicht unbedingt moralisch zu bewerten sind, sondern Mittel zur Heiligung, Absonderung, geziemtes Auftreten. Und diese Prüfung ist am schwierigsten, da man schauen muss was Gottes universaler, absoluter Wille ist, das für jede Zeit gilt und was auf das neue Priestertum übertragen und somit nichtig ist. Umstritten sind hierbei: Bart des Mannes, Blutgenussverbot, Tötungsgebot bei Mordschlag (noachidische Gebote) etc.
      d) Es gibt auch Gebote, die gültig sind, aber übertragen werden auf den Staat (Gericht, Polizei z.B.) und der Gemeinde, da es kein nationales Volk Israel und keine Theokratie mehr gibt. Diese Gebote und Verbote haben keine geistliche Bedeutung, sondern wurden einfach übertragen und gelten der Gemeinde und Staatsordnung.

      e) Es gibt auch Gebote, die theoretisch gesehen nach wie vor gültig sind, doch es im Kontext des neuen Bundes praktisch nicht mehr sind. Eine (geistliche) Übertragung ist nicht möglich, da durch den neuen Bund gewisse Gebote auch annulliert wurden. Man kann nur von einer Erfüllung durch Christus sprechen, wodurch es abgeschafft wurde. Dies betrifft jedoch nur wenige Gebote bzw. Verbote (z.B. Feindeshass, jegliche Tötungsgebote, Scheidebrief, Schwurgebot etc., die durch den Kreuzestod Jesu und seinem universalen Gesetz ihre ursprüngliche Bedeutung, ihr Ziel und Ende gefunden haben). An sich sind nicht mal diese Gebote, also Tötungsgebote und Feindeshass verboten, sondern sie haben ihr Ziel in Christus gefunden, der als Opfer dem Gesetz das gibt, was es verlangt und somit Gnade finanzieren kann.

      Christen stehen nicht mehr unter dem Gesetz des Mose!

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