Häresie

Das Messopfer

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In diesem Artikel beweisen wir, dass die katholische Irrlehre des Messopfers babylonischen Ursprungs ist und auf die Idee des  “unblutigen Opfers” zurückgeht. Von Tacitus lernen wir, dass kein Blut auf dem Altar der paphianischen Venus dargebracht werden durfte. Opfer wurden zum Zweck der Haruspex dargebracht, dies mag von der Besichtigung der Eingeweide dieser Opfer herrühren, aber die Altäre der paphianischen Göttin mussten von Blut rein bleiben. Tacitus zeigt, dass der Haruspex des Tempels der paphianischen Venus wegen des Wissens um ihre Riten aus Cilicien gebracht wurde, damit sie dem vermeintlichen Willen der Göttin entsprechend ausgeführt werden, da die Cilicier besonderes Wissen über ihre Riten haben. Nun, Tarsus, die Hauptstadt Ciliciens, wurde von Sanherib, dem assyrischen König, in  beeindruckender Nachahmung Babylons erbaut. Deren Religion war natürlich  dementsprechend, und wenn wir in Zypern “unblutige Opfer” finden, dessen Priester aus Cilicien kamen, ergibt sich unter diesen Umständen von selbst eine starke Vermutung, dass das “unblutige Opfer” durch Cilicien von Babylon kommt.  Diese Vermutung wird bekräftigt, wenn wir von Herodot erfahren, dass der eigenartige und abscheuliche Brauch Babylons, Jungfrauen zur Ehre der  Mylitta prostituieren zu lassen, auch in Zypern zu Ehren der Venus beobachtet wurde. Aber das Zeugnis von Pausanias läßt die Vermutung zur Wirklichkeit werden. Er spricht vom Tempel des Vulcan in Athen, wenn er sagt “in der Nähe ist ein Tempel der himmlischen Venus, welche zuerst von den Assyrern angebetet  wurde, nach diesen von den Paphianern Zyperns und den Phöniciern, die die Stadt  Ascalon in Palästina bewohnten. Aber die Cytheranier verehrten die Göttin, weil sie die geheimen Riten von den Phoniciern gelernt haben. Die assyrische Venus –  die große Göttin Babylons – und die zyprische Venus waren ein und dieselbe und demnach der “blutlose” Altar der paphianischen Göttin zeigt die besondere  Eigenschaft der Anbetung der babylonischen Göttin, von der sie ursprünglich stammt. In dieser Beziehung unterscheidet sich die Göttin-Königin Chaldäas von  ihrem Sohn, der in ihren Armen verehrt wurde. Er wurde begeistert in Blut  dargestellt. Aber sie, als die Mutter der Gnade und Barmherzigkeit als die himmlische “Taube”, als “die Hoffnung der ganzen Welt” war dem Blute abgeneigt und wurde mit einem gütigen und milden Charakter dargestellt. Demgemäß trug sie in Babylon den Namen Mylitta – d.h. „Mediatrix.“ [Mylitta ist  dasselbe wie Melitta, die weibliche Form von Melitz, „der Mittler,“ das im chaldäischen zu Melitt wird. Das Wort Melitz wird in Hiob gebraucht: 

Hiob 33, 23.24
Wenn es für ihn einen Boten gibt, einen Wortführer (hebr. Metitz, „einen Mittler“)einen aus tausend, um dem Menschen seine Geradheit kundzutun, dann erweist er ihm Gunst und spricht: “Erlass es ihm, in die Grube hinabzufahren! Ich  habe ein Lösegeld gefunden!

Jeder, der die Bibel liest und sieht, wie ausdrücklich sie erklärt, da ist nur „ein Gott“ und es gibt nur

1. Timotheus 2, 6
einen Mittler zwischen Gott und Menschen,

muss sich wundern, wie es irgend jemandem in den Sinn kommen konnte, Maria die Eigenschaft des Mediatrix  zuzuschreiben, wie es die Kirche Roms tat. Aber die babylonische Göttin in der Eigenschaft als Mylitta wird dadurch ausreichend beschrieben. In Übereinstimmung mit der Eigenschaft als Mediatrix wurde sie Aphrodithe genannt – d.h. „die Zorn-Beschwichtigerin“ [Von chaldäisch „aph,“ „Zorn“ und „radah,“ „beschwichtigen;“ radite ist die weibliche Entsprechung.] – welche durch  ihren Charme den Zorn in der Brust Joves beschwichtigen kann und mildert die  ärgste betrügerische Gesinnung der Götter oder sterblichen Menschen. In Athen wurde sie Amarusia genannt, was „die Mutter der gnädigen Aufnahme“  bedeutet. [Von „Ama,“ „Mutter“ und „Retza,“ „gnädig annehmen,“ was im Partizip  aktiv zu „Rutza“ wird. Pausanias drückte sein Erstaunen aus über die Bedeutung des Namens Amarusia, der Diana beigegeben wurde, wenn er sagt, „Bezüglich dieser  Bezeichnung fand ich niemanden, der mir befriedigend darüber Auskunft geben konnte.“ Die heilige Sprache zeigt ganz einfach die Bedeutung.] In Rom wurde sie „Bona Dea,“ „die gute Göttin“ genannt, die Mysterien dieser Göttin wurden von Frauen mit besonderer Heimlichkeit abgehalten. In Indien wird die Göttin  Lakshmi, „die Mutter des Universums“ und Gemahlin Vischnus, auch so dargestellt, als verfüge sie über höchste Gnade und beste Veranlagung und jene Veranlagung wird auf dieselbe Weise gezeigt wie im Fall der babylonischen Göttin. „Bei den Festen der Lakshmi,“ sagt Coleman, „wurden keine blutigen Opfer dargebracht.“ In China, die großen Götter, von denen das Schicksal der  Menschheit abhängt, werden allgemein gefürchtet, aber die Göttin Kuanyin, „die Göttin der Gnade“ von der die Chinesen von Canton zugeben, dass sie eine Analogie zur Jungfrau von Rom hat, wird beschrieben, wie sie mit einem mitleidigen Auge  auf die Schuldigen blickt und sich dazwischenschaltet, um die elenden Seelen von  Qualen zu erretten, zu denen sie in der Geisterwelt verdammt wurden. Deshalb wird sie bei den Chinesen in besonderer Gunst gehalten. Diese Eigenschaft der  Gottesmutter strahlte eindeutig von Chaldäa aus in alle Richtungen. Nun haben  wir gesehen, wie es kommt, dass Rom Christus, das „Lamm Gottes,“ welches mildgesinnt und von Herzen demütig ist und kein geknicktes Rohr zerbricht und keinen glimmenden Flachsdocht auslöscht, der zu jedem trauernden Sünder die  süßesten Worte der Ermunterung spricht, der über Jerusalem weinte, der für seine  Mörder betete, als harten und unerbittlichen Richter darstellt, vor dem der  Sünder „im Staub kriecht und nie sicher sein kann, dass seine Gebete erhört werden,“ während Maria in ein gewinnendes und bezauberndes Licht getaucht wird,  als Hoffnung für die Schuldigen und als gewaltige Zuflucht für Sünder; und wie  es kommt, dass vom ersteren gesagt wird, er habe „sich das Recht und Gericht  vorbehalten,“ aber habe es Seiner Mutter überantwortet, alle Barmherzigkeit  auszuüben! Die meisten der normalen Andachtsübungen Roms sind von diesem Grundsatz durchdrungen, sie verherrlichen das Mitleid und die Sanftheit der  Mutter auf Kosten der lieblichen Eigenschaften des Sohnes. Deshalb sagt St. Aljphonsus Liguori zu seinen Lesern, dass der Sünder, wenn er es wagte, sich  direkt an Christus zu wenden, dies mit Angst und in Befürchtungen seines Zornes tun möge; aber lass ihn sich nur unter Vermittlung durch die Jungfrau mit ihrem Sohn beschäftigen, dann bräuchte sie ihm nur „die Brüste zu zeigen, an denen  er gesogen,“ so würde sein Zorn augenblicklich besänftigt sein. Aber wo in Gottes Wort könnte so eine Idee gefunden werden? Sicherlich nicht in der  Antwort, des Herrn Jesus an eine Frau, die ausrief:

Lukas 11, 27.28
Glücklich der Schoß, der  dich getragen, und die Brüste, die du gesogen! ER aber sprach: “Nein, glücklich sind vielmehr die, die das Wort GOTTES hören und es bewahren.

Es kann kein Zweifel bestehen, dass diese Antwort von einem vorwissenden Heiland stammt, als Ankündigung der keimenden Idee, wie sie von  einem Liguori zum Ausdruck gebracht wurde. Dennoch war diese Idee, die nicht aus  der Schrift stammt und welche der Schrift auch ausdrücklich zuwiderläuft, weitverbreitet im Reich des Heidentums. Deshalb finden wir eine genaue Wiedergabe in der hinduistischen Mythologie, in Bezug auf den Gott Siva und  seiner Frau Kali, wenn jener Gott als kleines Kind erscheint. „Siva,“ sagt Lainga Puran, „erschien als Säugling auf einem Friedhof, umgeben von Geistern,  ihn erblickend nahm ihn Kali (seine Frau) auf und ihn umarmend gab sie ihm die Brust. Er trank die nektargleiche Flüssigkeit, wurde aber zornig, und um  ihn abzulenken und zu beschwichtigen zog Kali ihn an ihren Busen, tanzte mit den sie begleitenden Kobolden und Dämonen zwischen den Toten, bis er zufrieden und glücklich war; während sich Vishnu, Brahma, Indra und alle anderen Götter verbeugten, rühmen Kali und Parvati mit erhebenden Melodien den  Gott der Götter.“ Kali ist in Indien die Göttin der Zerstörung, aber sogar in die Mythen, die sich mit der Göttin der Zerstörung befassen, fand die Macht der  Gottes-Mutter, einen verärgerten Gott zu besänftigen – und zwar nur in  dem Sinne übereinstimmend, ein gereiztes Kind zu beschwichtigen – ihren Eingang. Wenn die hinduistische Erzählung ihren „Gott der Götter“ in einem solch erniedrigenden Licht darstellt, wieviel mehr Ehre verleiht die päpstliche  Erzählung dem Sohn der Gesegneten, wenn er so dargestellt wird, als benötige er die Beschwichtigung seiner Mutter, die ihm die „Brüste, die er gesogen“ darbietet. All dies geschah nur, um die Mutter als gnädiger und mitleidiger denn ihren glorreichen Sohn zu verherrlichen. Genau dies war  in Babylon der Fall; und zu dieser Eigenschaft der göttlichen Königin passten  ihre Lieblingsopfer ganz genau. So treffen wir die Frauen Judas, die

Jeremia 44, 19
der Himmelskönigin räucherten und für sie Trankopfer ausgossen und für sie Opferkuchen machten

Diese Kuchen waren das „unblutige  Opfer,“ das sie forderte. Jene „unblutigen Opfer“ brachten ihre Verehrer nicht einfach dar, sondern in Verbindung mit den höheren Mysterien hatten sie daran  Teil, sie schworen ihr von neuem die Treue. Im vierten Jahrhundert, als begonnen  wurde, die Himmelskönigin in der christlichen Kirche unter dem Namen Maria zu  verehren, wurde dieses „unblutige Opfer“ ebenfalls eingebracht. Epiphanius  bestätigt, dass der Brauch des Opferns und Essens unter den Frauen Arabiens  begann und zu jener Zeit es allgemein als von den Heiden kommend bekannt war. Die besondere Form des unblutigen Opfers mag zeigen, woher es stammt. Es ist  eine dünne, runde Oblate und auf deren Rundheit legt die Kirche  von Rom so große Betonung, so dass, um mit den wesentlichen Worten von John Knox in Bezug auf den Oblaten-Gott zu sprechen: „Wenn beim Fertigen der Rundung der Ring brach, dann musste einer der folgenden Kekse die Ehre erhalten, zu einem Gott gemacht zu werden und der verrückte oder verrückt elendige Keks, der einst die Hoffnung hatte, zu einem Gott gemacht zu werden,  musste einem Säugling zum Spielen gegeben werden.“ Was könnte das Papsttum veranlasst haben, so hartnäckig auf die „Rundheit“ seines „unblutigen Opfers“ zu bestehen? Auf keinen Fall besteht ein Bezug zur göttlichen Einrichtung des  Abendmahls unseres Herrn, denn in allen Berichten davon findet sich keine  Erwähnung hinsichtlich der Form des Brotes, welches unser Herr nahm, als er darüber einen Segen sprach, es brach und seinen Jüngern mit den Worten gab:

Matthäus 26, 26f.
Nehmt, esst! Dies bedeutet meinen Leib… Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.

Ein wenig könnte auf die Verbindung zur Form des jüdischen Passahbrotes hingewiesen werden, aber in den Büchern des Moses findet sich keine  Verbindung dazu. Die Wichtigkeit, mit der Rom die Rundheit der Oblaten  belegt, muss einen Grund haben und diesen Grund werden wir finden, wenn wir uns den Altären Ägyptens zuwenden. „Der dünne runde Kuchen,“ sagt Wilkinson,  „findet sich auf allen Altären.“ Nahezu jedes Jota oder jeder i-Punkt in der ägyptischen Anbetung hat eine symbolische Bedeutung. Die runde Scheibe,  häufig in den heiligen Emblemen Ägyptens zu finden, stellt die Sonne dar.  Nun, als Osiris, der Sonnen-Gott, Fleisch wurde und geboren war, geschah dies nicht lediglich, um sein Leben als Opfer zugunsten der Menschen zu geben,  sondern auch, um das Leben und die Nahrung für die Seelen der Menschen zu sein. Es ist allgemein anerkannt, dass Isis das Original der griechischen und römischen Ceres war. Aber Ceres wurde nicht einfach als Entdeckerin des Kornes verehrt, sie wurde als „Mutter des Kornes“ verehrt (Genitrix, oder Mater  frugum). Das Kind, das sie hervorbrachte, war He-Siri, „der Same,“ oder wie er  oft in Assyrien genannt wurde „Bar,“ was gleichzeitig „der Sohn“ und „Korn“ bedeutet. Der Uneingeweihte mag Ceres für die materielle Gabe  ehren, Korn zur Ernährung des Körpers zu geben, aber der Eingeweihte verehrte sie wegen einer höheren Gabe – Nahrung für seine Seele – für das Brot Gottes,  das vom Himmel kommt – für das Leben der Welt, (für das Brot) das „wenn ein Mensch isst, er nie mehr stirbt.“ Kann sich irgend jemand vorstellen, dass es lediglich eine Lehre des Neuen Testamentes ist, dass Christus das „Brot  des Lebens“ ist? Paulus teilt uns mit, dass das Manna, das die Israeliten in der Wildnis aßen, für sie ein Muster und lebendiges Symbol für „das Brot des  Lebens“ war (1. Korinther 10:3), „alle aßen dieselbe geistige Speise“ d.h. Speise, die nicht nur ihr materielles Leben erhalten sollte, sondern auch  auf den hinweist, der das Leben ihrer Seelen bedeutet. Clemens von Alexandria,  dem wir die Entdeckung all dieser Fakten in neuerer Zeit verdanken, versichert uns ausdrücklich, dass in ihrem heimlichen Charakter die Rätsel der Ägypter denen der Juden sehr ähnlich waren.“ Wir haben klare und  zwingende Beweise dafür, dass die eingeweihten Heiden tatsächlich glaubten, dass das „Korn,“ welches Ceres der Welt darbietet, nicht das „Korn“ dieser Erde war,  sondern der göttliche „Sohn,“ durch den allein man sich geistigen und ewigen Lebens erfreuen kann. Die Druiden waren ergebene Anbeter der Ceres und als  solche wurden sie in ihren mystischen Gedichten als „Träger der Kornähren“ gelobt. Das Folgende ist die Darstellung, welche die Druiden von ihrer großen Gottheit in Form von „Korn“ gaben. Jene Gottheit wurde dargestellt, als habe er  sich als erstes aus dem einen oder anderen Grund den Verdruss der Ceres zugezogen  und sei in Angst vor ihr geflohen. In seiner Angst „nahm er die Gestalt eines  Vogels an und stieg in die Luft. Dieses Element gewährte ihm keine Zuflucht; die Frau in Form eines Falken kam ihm näher – sie war gerade dabei, sich  auf ihn zu stürzen. Vor Angst schaudernd erreichte er einen Haufen sauberen  Weizens auf dem Boden, stürzte sich mitten hinein, und nahm die Form einer einzelnen Getreideähre an. Ceridwen (die britische Ceres) nahm die Gestalt einer schwarzen Henne an, stieg in den Weizen, kratzte ihn heraus und  verschluckte ihn. Und sie wurde, wie die Geschichte weiter erzählt, mit ihm schwanger für neun Monate und als sie ihn gebar, fand sie ihn als ein so liebliches Kind, dass sie sich nicht entschließen konnte, ihn zu Tode zu  bringen. Hier ist klar erkennbar, dass die Kornähre ausdrücklich „das  liebliche Kind“ ist, davon ausgehend wird weiter deutlich, dass Ceres, die in den Augen des gewöhnlichen Menschen nur die Mutter des „Bar,“ „das Korn,“ ist, unter den Eingeweihten als Mutter des „Bar,“ „des Sohnes,“ bekannt war. Und nun  mag der Leser die volle Bedeutung der Darstellung der „Jungfrau mit der Kornähre in ihrer Hand“ verstehen. Die Kornähre in der Hand der Jungfrau ist ein anderes Symbol für das Kind in den Armen der jungfräulichen Mutter.

Dieser Sohn, der durch „Korn“ symbolisiert wurde, war die Inkarnation des Sonnen-Gottes, gemäß dem heiligen Orakel der großen Göttin Ägyptens: „Kein Sterblicher hat meinen Schleier gelüftet. Die Frucht, die  ich hervorbrachte, ist die Sonne“ (Bunsen; Egypt). Was wäre natürlicher, wenn diese inkarnierte Gottheit als das „Brot Gottes“ symbolisiert wird, als dass er dargestellt wird als eine „runde Oblate,“  um ihn mit der Sonne zu identifizieren? Ist dies bloße Phantasie? Der Leser sollte sich folgenden Auszug von Hurd genau ansehen, in dem er die Ausschmückungen des römischen Altars beschreibt, auf dem das Sakrament oder die geweihten Oblaten liegen und dann wird er selbst urteilen können: „Ein silbernes Tablett in der Form einer Sonne ist gegenüber dem Sakrament auf dem Altar  befestigt, welches im Kerzenlicht am brillantesten erscheint.“ Was hat jene „brillante Sonne“ dort auf dem Altar gegenüber dem  „Sakrament,“ oder runden Oblaten zu suchen? In Ägypten wurde die  Sonnenscheibe in den Tempeln dargestellt, und der Souverän und seine Frau  und Kinder wurden dargestellt, wie sie selbige verehren. In der Nähe der kleinen Stadt Babain in Oberägypten existiert immer noch in einer Grotte die Darstellung  einer Opferung an die Sonne, wo zwei Priester zu sehen sind, wie sie das  Sonnenbildnis anbeten wie auf den nebenstehenden Holzschnitt zu sehen  ist.  Im großen Tempel in Babylon wurde das goldene Bildnis der Sonne zur Anbetung der Babylonier ausgestellt. Im Tempel von Cuzco in Peru war die Sonnenscheibe in flammendem Gold an einer Mauer befestigt, damit alle, die hinein gingen, sich davor niederbeugten. Die Bewohner von Thrakien waren Sonnenanbeter und in ihrer Anbetung verehrten sie ein Bildnis der Sonne in Form einer Scheibe an der Spitze  einer langen Stange. In der Baalsanbetung, wie sie die götzendienerischen Israeliten in den Tagen ihrer Abtrünnigkeit ausübten, wurde die Anbetung des Sonnenbildnisses ebenso beobachtet und es ist beeindruckend, dass sich das  Sonnenbildnis, welches das abtrünnige Israel verehrte, über dem Altar aufgerichtet wurde. Als der gute König Josia seine Reformation durchführte, lesen wir, wie seine Diener das Werk ausführten: „Und ließ vor sich abbrechen  die Altäre der Baalim und die Sonnensäulen obendrauf hieb er ab“ (2 Chronika 34:4, Luther). Benjamin von Tudela, der große jüdische Reisende, gab einen beeindruckenden Bericht über die Sonnenanbetung in sogar vergleichsweise modernen Zeiten, wie sie unter den Kuschiten des Ostens gehandhabt wird, wenn das Bildnis der Sonne – sogar in seinen Tagen – auf dem Altar verehrt wurde. „Dort ist ein Tempel,“ sagt er, „unter den Nachkommen des Kusch, die süchtig  nach dem Betrachten der Sterne sind. Sie beten die Sonne als Gott an, und das ganze Land, eine halbe Meile um ihre Stadt ist gefällt, die ihm geweiht sind.  Bei Morgendämmerung stehen sie auf und laufen aus der Stadt, um die aufgehende Sonne zu erwarten, von der auf jedem Altar ein geweihtes Bildnis  steht, nicht in Gestalt eines Menschen, sondern als Sonnenkugel,  gestaltet in magischer Kunst. Diese Kugeln fangen Feuer, sobald die Sonne  aufgeht und erklingen mit gewaltigem Geräusch, während jeder – Männer und Frauen  – ein Räucherfass in den Händen hält und alle verbrennen Räucherwerk vor der Sonne.“ All dies verdeutlicht, dass das Bildnis der Sonne auf oder über dem Altar  eines der bekannten Symbole derer war, die Baal oder die Sonne verehrten. Und hier, in der sogenannten christlichen Kirche, ein glänzendes Silbertablett, „in  der Form der Sonne,“ ist so auf dem Altar plaziert, dass jeder, der vor dem Altar seine Anbetung vollführt, sich in demütiger Ehrerbietung vor dem Bildnis der „Sonne“ niederbeugen muss. Woher, fragte ich, kann so etwas  kommen, wenn nicht von der antiken Sonnenanbetung oder Verehrung des Baal? Und  wenn die Oblaten so plaziert sind, dass die silberne „Sonne“ vor den  „runden“ Oblaten steht, deren „Rundheit“ ein so bedeutendes Element in den römischen Mysterien ist, was kann dies für eine Bedeutung haben,  außer dass es denen, die Augen zum Sehen haben zeigt, dass die „Oblaten“ selbst nur ein anderes Symbol für Baal oder die Sonne ist? Wie die Sonnengottheit in  Ägypten als „der Same“ verehrt wurde,“ oder in Babylon als das „Korn,“ so wurde die Oblate in Rom genauso verehrt. „Brot-korn des Auserwählten, habe  Mitleid mit uns,“ ist eines der bestimmten Gebete der römischen Litanei während  der Messfeier, bestimmt für die Oblate. Und eine der Mindestanforderungen an die  Art und Weise, wie daran teilzunehmen ist, ist dieselbe, die bei der alten  Anbetung der babylonischen Gottheit zwingend gegeben war. Jene, die daran  teilnahmen, mußten sich strengem Fasten unterziehen. Dies ist genau festgelegt.  Bischof Hay, der das Gesetz darüber festlegte, sagt, es sei unabdingbar, „dass wir fasten von Mitternacht an, so dass von zwölf Uhr nachts an nichts in unseren  Bauch gelangt bevor wir empfangen, weder Speise, noch Getränk, noch Medizin.“  Wenn man diese Bedingung in Bezug auf  das „unblutige Opfer“ der Messe im Lichte der eleusianischen Mysterien betrachtet, erklärt sich mit einem Male, denn die erste Frage an jene, die die Einweihung suchten, war: „Hast du gefastet?“ und bevor diese Frage nicht bejaht war, konnte  keine Einweihung stattfinden. Es steht außer Frage, dass Fasten unter gewissen  Umständen seine biblische Berechtigung hat, aber während die Heilige Schrift kein solches Regelwerk bzg. des Herrenmahls aufstellt, macht diese Regelung in  Bezug auf die babylonischen Mysterien klar, woher diese Bedingung wirklich kommt.

Obgleich der Gott, den Isis oder Ceres zur Welt brachten und der ihr unter dem Symbol der Oblate oder des dünnen runden Kuchens als „das Brot  des Lebens“ dargereicht wurde, in Wirklichkeit die glühende, sengende Sonne oder der furchtbare Moloch war, wurde dennoch all sein Terror in jenem Opfer verhüllt  und alles abstoßende in die Unterwelt verbannt. In diesem bestimmten Symbol  wurde er sogar der gutartigen Mutter angeboten, welche die Urteile mit  Barmherzigkeit mildert und auf die sich alle spirituellen Segnungen letztendlich  beziehen; und gesegnet durch jene Mutter wurde er zurückgegeben, um darin zu schwelgen, als Stütze des Lebens, als Nahrung der Seelen ihrer Anbeter. Deshalb wurde die Mutter zur bevorzugten Gottheit erhoben. Und aus dem völlig gleichen  Grund stellte auch die Madonna von Rom ihren Sohn als „Mutter voll Gnade und  Barmherzigkeit“ in den Schatten.

In Bezug auf den heidnischen Charakter des „unblutigen Opfers“  der Messe haben wir noch nicht alles gesehen. Es gibt noch etwas zu erwähnen, in dem sich die Werke des Geheimnisses der Gesetzlosigkeit weiter zeigt. Es sind Buchstaben auf den Oblaten, die lesenswert sind. Diese Buchstaben sind I. H. S.  Was bedeuten diese geheimnisvollen Buchstaben? Für einen Christen bedeuten diese  Buchstaben „Iesus Hominum Salvator,“ „Jesus der Heiland der Menschen.“ Aber lass einen römischen Anbeter der Isis (zur Zeit der Kaiser gab es unzählige Anbeter der Isis in Rom) einen Blick darauf werfen, was würde er lesen? Er wird natürlich gemäß seinem eigenen ihm wohlbekannten System des Götzendienstes  „Isis, Horus, Seb“ lesen, d.h. “Die Mutter, das Kind und der Vater der Götter”. Kann der Leser sich vorstellen, dass diese Doppeldeutigkeit zufällig zustande kam? Sicherlich nicht. Genau derselbe Geist, der das Fest des heidnischen Oannes in das Fest des christlichen Johannes verwandelte, bewahrte gleichzeitig all sein antikes Heidentum, äußerst geschickt plante er die Initialen I. H. S., um den Eindruck zu erwecken, sich dem Christentum zu unterwerfen, während in Wirklichkeit all sein Inhalt dem Heidentum huldigte.

Als die Frauen Arabiens begannen, diese Oblaten zu machen und  „unblutige Opfer“ darzubringen, sahen alle echten Christen den wahren Charakter dieser Opfer. Sie wurden als Häretiker betrachtet und mit dem Namen Collyridianer gebrandmarkt, vom griechischen Namen für die Kuchen, mit denen sie  sich beschäftigten. Aber Rom sah, dass sich die Häresie umkehren ließ und deshalb wurde trotz Verurteilung durch den treuen Teil der Kirche die Praktik des  Darbringens und Essens dieses „unblutigen Opfers“ durch das Papsttum begünstigt und hat nun innerhalb der Grenzen der römischen Gemeinschaft das von unserem HERRN eingeführte Gedächtnismahl restlos verdrängt.

Innig verbunden mit dem Messopfer ist die Verwandlung (von Brot  und Wein in Leib und Blut Christi), aber diese Thema wird an anderer Stelle noch  behandelt.

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