Stellungnahme

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Stellungnahme zu dem Buch:

„Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes – die selbst zugefügte Wunde der Christenheit” von Anthony F. Buzzard und Charles F. Hunting

Inhaltsverzeichnis:

Geschichte des Arianismus
Der Begriff „Heiland”, „Lasset uns” und „Elohim”
Exkurs: Die Pluralität Gottes
Echad (zusammengesetzte Einheit) und Jachid (absolute Einheit)
Sünden vergeben
„Ego eimi” (die absolute Gottesformel)
Adoni und Adonai (Psalm 110)
Exkurs: Einige hebr. Namen und Titel des Vaters und des Sohnes
Menschen als Elohim
„Mein HERR und mein GOTT” (Johannes 20,28)
Philipper 2
Der Begriff „Logos”
Übersetzung von Johannes 1,1
Die Granville-Sharp-Regel
Was haben die Urchristen geglaubt?
Exkurs: Die Präexistenz JESU
JESUS besitzt Eigenschaften, die nur GOTT hat
Beliebte Einwände der Unitarier
Fazit

OpenClips / Pixabay
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Die Autoren des Buches „Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes – die selbst zugefügte Wunde der Christenheit” outen sich als Unitarier. „Unitas“ ist ein Wort aus dem Lateinischen und bedeutet „Einheit“. Die geistigen Wurzeln der unitarischen Religion sind aber schon viel älter als das Christentum: Sie reichen Jahrtausende zurück bis in das antike Griechenland und in das alte Indien. Der Glaube an die Einheit Gottes und an die Göttlichkeit der All-Natur ist also der eine Ausgangspunkt für den unitarischen Glauben. Dazu kam in der Aufklärung die Bedeutung, die man der menschlichen Vernunft zuerkannte. Einen großen Einfluß auf den Unitarismus hatte der Arianismus. Deshalb ist es durchaus möglich die beiden Begriffe „Unitarismus” und „Arianismus” synonym zu verwenden. Die Geschichte des Arianismus wird in dieser Arbeit dargestellt.

Der Unitarismus neuenglischer Prägung war ein Produkt der Aufklärung und der amerikanischen Revolution. Unter dem Einfluss des naturwissenschaftlichen Denkens, des Rationalismus und des Sensualismus hatte sich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts der Zerfall der puritanisch-kalvinistischen religiösen Vorstellungen beschleunigt. Der Zusammenprall von Vernunft und Glauben, von säkularem Wollen und starrem Dogmatismus, hatte zum Entstehen des Unitarismus geführt, einer Konfession, deren Anhänger neben anderen biblischen Wahrheiten auch die der Trinität als vernunftwidrig verworfen und an die Stelle der Dreieinigkeit den einpersönlichen Gott gesetzt hatten. Der vermenschlichte Christus wurde als Mittler zwischen dem Wesen und den Menschen angesehen. Die im Neuen Testament beschriebenen Wunder Jesu wurden als Offenbarungen, Glaubenswahrheiten und Existenzbeweis Gottes gewertet.

Geschichte des Arianismus

Die Autoren behaupten, dass sie für einen Monotheismus eintreten. In Wirklichkeit verkündigen sie einenMonarchianismus („monarchia” = „Einheit”). Darunter versteht man die Ansicht, dass JESUS nur heilsökonomisch zu verstehen sei und dass es keine innergöttlichen Beziehungen zwischen Ihm und dem Vater gibt. Allerdings besaßen die Monarchianer keine einheitliche Lehre; einige von ihnen hielten Jesus für einen begnadeten Menschen, durch den Kraft und Weisheit Gottes auf besondere Weise wirkten (in abgeschwächtem Maße sei dies auch bei Moses und den Propheten der Fall gewesen); andere waren zwar von der Gottheit Jesu überzeugt, meinten aber, es sei der Vater gewesen, der auf die Erde gekommen sei; sie erklärten dies mit den verschiedenen Offenbarungsweisen (modi), die dem Vater zu eigen seien. Von den frühesten Anfängen an traten im Christentum immer wieder Strömungen auf, die sich nicht mit der überlieferten Lehre Jesu vereinbaren ließen. Teils entstanden sie in den christlichen Gemeinden selbst, teils stellten sie Vermischungen der christlichen Lehre mit Religionssystemen oder Philosophien dar. So berichtet schon die Geschichte des frühen Christentums von Häresien oder Ketzereien; darunter fällt alles, was den Aussagen der Bibel zuwiderläuft. Nachstehend will ich chronologisch die Geschichte einer Häresie, des Arianismus, skizzieren. Einer der Vorläufer des Arianismus ist der sog. Ebionitismus (entstanden im 2. Jahrhundert n. Chr). Die Ebioniten (Judenchristen) wurden auch Sobiai genannt, was soviel wie Getaufte (Juden) bedeutete. Da sie zur übrigen Gemeinde, die vorwiegend aus Heidenchristen bestand, wenig Kontakt hielten, kamen in den nächsten Jahrhunderten verschiedenen Irrlehren in ihren Reihen auf. Nach ihnen war Jesus nichts anderes als ein von Gott mit einer besonderen Kraft (Dynamis) begabter und von ihm als Sohn adoptierter Mensch. Der Ebionitismus ist selber wieder in zwei Formen aufgetreten. Von der einen wurde die wunderbare Geburt Jesu aus Maria kraft der Wirksamkeit des Heiligen Geistes anerkannt. Die andere hat jedoch diese Wirksamkeit geleugnet. Diese aus dem Osten stammende Christologie ist von Theodot dem Gerber (Th. dem Älteren) und seinem ebenfalls Theodot genannten Schüler, von Theodot dem Wechsler (Th. dem Jüngeren), nach Rom gebracht worden. Nach Theodot dem Gerber ist Christus bloßer Mensch. Er wurde bei der Taufe mit göttlichen Kräften erfüllt und von Gott an Sohnes Stelle angenommen (adoptiert). Später begegnen uns solche dynamische Tendenzen bei Paul von Samosata, Lukian von Antiochien und seinen Schülern. Aus dieser Schule stammt auch Arius. Der Ebionitismus selbst freilich hatte nur eine sehr kurze Lebensdauer. Reste dieser lehrmäßig immer mehr verirrten Sekte finden sich bis zur arabischen Invasion in Palästina 635 n. Chr.

Anfang des 3. Jahrhunderts bekam eine Richtung innerhalb des Monarchianismus besondere Bedeutung, der Sabellianismus, der erstmals den Heiligen Geist in die Überlegungen mit einbezog. Sabellius aus Libyen lehrte, es gebe nur eine göttliche Person; diese habe drei Wirkungsarten, die er mit Prosopa bezeichnete. Prosopa kann heißen: Schauspieler-Rolle oder Schauspieler-Maske, aber auch Person — dadurch entstand eine gewisse Verwirrung über den eigentlichen Inhalt seiner Lehre. Sabellius verglich die drei Wirkungsmöglichkeiten Gottes mit Körper, Seele und Geist beim Menschen. Gott wirke als Vater in der Gesetzgebung, als Sohn in der Menschwerdung, als Heiliger Geist in der Heiligung. Sohn und Heiliger Geist könnten sich nach Erfüllung ihrer Aufgaben wieder im Vater auflösen.

Da einige Gruppen der Monarchianer die Trinität leugneten und andere Gruppen nicht an die Gottheit des Sohnes glaubten, wurden sie auf mehreren Synoden insgesamt aus der Kirche ausgeschlossen. Als einer ihrer Gegner auf den Synoden trat u. a. Origenes auf, der entschieden die Trennung Gott Vater – Gott Sohn – Gott Heiliger Geist lehrte.

Die Fragen zur Trinitätslehre, die im 2. und 3. Jahrhundert auftraten, waren auch im 4. Jahrhundert noch nicht völlig geklärt. Nach dem Ausschluß der Monarchianer aus der Kirchengemeinschaft hatte sich als Lehrmeinung herauskristallisiert: Christus ist eine göttliche und gleichzeitig vom Vater verschiedene Person. Beide Personen waren also göttlich; doch in welchem Verhältnis standen sie zueinander? Vorerst gab es darüber keine verbindliche Lehrmeinung.

Während im Orient der Sohn dem Vater unter geordnet wurde (Subordinatianismus), wobei jedoch an seiner Göttlichkeit nicht gezweifelt wurde, lehrte die römische Kirche die „Homousie“ (Wesensgleichheit, bzw. Wesenseinheit) zwischen Vater und Sohn (nicht zu verwechseln mit „Homöusie“ – Wesensähnlichkeit). Der Presbyter Arius zu Alexandrien (ca. 280—336) vertrat den Subordinatianismus in extremster Form. Einige Punkte aus seiner Lehre:

  • Der Logos besteht nicht seit Ewigkeit.
  • Er wurde vom Vater aus nichts geschaffen, ist also Geschöpf.
  • Durch den Logos hat Gott alles geschaffen.
  • Während zwischen dem Logos und den Geschöpfen nur ein quantitativer Unterschied besteht, ist der Unterschied zwischen Gott und dem Logos unendlich groß.
  • Der Logos ist nur als angenommener Sohn Gottes zu bezeichnen.
  • Der Logos vermag sich zum Guten wie zum Bösen zu entscheiden; seine Sündlosigkeit beruht auf freier Willensentscheidung. Der Vater habe im voraus von seinem vorbildlichen Leben gewusst.

Arius verkündete seine Lehre zunächst in Alexandrien (ab 318). Nach einigen vergeblichen Verboten durch seinen Bischof Alexander wurde Arius im Jahre 320 oder 321 mit seinen Anhängern auf einer Synode aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen. Dennoch nahm der Streit zwischen Anhängern und Gegnern des Arius immer größere Ausmaße an. Besondere Unterstützung erfuhr Arius durch den Bischof Eusebius von Nikomedien (dessen Anhänger wurden Eusebianer genannt). Kaiser Konstantin sah Ruhe und Ordnung gefährdet und versuchte zu vermitteln, jedoch ohne Erfolg.

So wurde im Jahre 325 die 1. ökumenische Synode nach Nicäa einberufen. Es nahmen etwa 300 Bischöfe daran teil, davon sieben Abendländer (diese Zahlen sind jedoch nicht genau überliefert). Die Verhandlungen verliefen sehr erregt, zumal auch Arius selbst anwesend war. Als einer seiner Hauptgegner tat sich Athanasius aus Alexandrien (295—373) hervor. Auch der Kaiser selbst griff mehrmals ein. Schließlich wurde die arianische Lehre verworfen, und die Konzilsväter bemühten sich um eine klare Formulierung des rechten Glaubens.

Einen Hauptangriffspunkt bildete später der Begriff „homousios“, da er des Sabellianismus verdächtigt wurde. Arius wurde zusammen mit zwei Bischöfen, die die Unterschrift verweigert hatten, exkommuniziert und verbannt. Kurz darauf wurden zwei weitere Bischöfe ebenfalls in die Verbannung geschickt, da sie sich des Arianismus verdächtig machten. Die Schriften des Arius wurden dem Feuer übergeben, auf ihren Besitz stand fortan die Todesstrafe.

386 n. Chr. Versuchte die Kaiserin-Mutter Justina noch einmal, die Arianer zum Sieg zu bringen. Sie ließ mit Gewalt Kirchen der Athanasianer an die arianische Kirche enteignen. Mit ihrem Tod 388 endete der Einfluß der Arianer auf die römische Kirche.

Auch nach dem Konzil von Nicäa bildeten die Arianer eine mächtige Partei, die besonders von Konstantins Schwester, Konstantia, unterstützt wurde. So bestand der Arianismus vor allem in Hofkreisen weiter; auch manche Origenisten (Anhänger der Lehre des Origenes) duldeten oder förderten ihn.

Kaiser Konstantin, der niemals tief in theologische Fragen eingedrungen war, erlaubte im Jahre 328 dem Arius, wieder aus der Verbannung heimzukehren. Die beiden ehemals mit ihm zusammen verbannten Bischöfe erhielten ihre Bischofssitze wieder. Mehr und mehr wurden die Führer der nicänischen Partei von ihren Bischofssitzen verdrängt. Athanasius aus Alexandria (s. Kapitel III) wurde von Arianern verleumdet und im Jahre 335 vom Kaiser in die Verbannung geschickt.

Auf Befehl des Kaisers sollte Arius im Jahre 336 wieder in die Kirche aufgenommen werden; alles war bereits für dieses feierliche Ereignis vorbereitet; doch Arius verstarb plötzlich, als er in Konstantinopel einzog. — Ein Jahr später, 337, starb auch Kaiser Konstantin. Kurz vor seinem Tode ließ er sich noch taufen, und zwar von einem arianischen Bischof.

Nach dem Tode Konstantins wurden der östliche und der westliche Teil des Reiches getrennt verwaltet. Die nun folgende Zeit war geprägt von gegenseitigen Anklagen der nicänischen Partei und der Arianer, von Verleumdungen, Absetzungen und Verbannungen. Es traten verschiedene Synoden zusammen, die ihre Beschlüsse gegenseitig verwarfen.

Dies alles fiel bereits teilweise in die Regierungszeit von Konstantins Nachfolger im Ostreich, Kaiser Konstantius (337—361), der ebenfalls die Arianer begünstigte. Die Streitigkeiten zwischen den Nicänern und den verschiedenen arianischen Gruppen mit ihren voneinander abweichenden Meinungen nahmen Ausmaße an, die sich kaum mehr überblicken ließen.

Die Arianer besassen auch einen eigenen Festkalender sowie eine vom Katholizismus unabhängige Tracht, die u.a. aus Rotfuchspelzen und metallenen Halsringen bestanden haben soll.

Verschiedene Glaubensformeln (vier antiochenische Formeln von 341 und vier sirmische Formeln von 35 1/359) sollten den Konflikt beseitigen, bekämpften aber alle mehr oder weniger den Begriff „homousios“. Papst Liberius, der zeitweise in der Verbannung leben mußte, durfte erst wieder nach Rom zurückkehren, als er im Jahre 358 die 3. sirmische Formel unterschrieb.

Immer mehr tat sich eine Kluft zwischen dem Morgenland und dem Abendland auf: Der Papst und die abendländischen Bischöfe kämpften für die Beschlüsse von Nicäa, der Kaiser und die morgenländischen Bischöfe für den Arianismus. In welcher Lage sich die Kirche nun befand, zeigt ein Ausspruch des Kaisers Konstantius:

Was ich will, muß als Kirchengesetz gelten.

Kaiser Konstantius machte zweimal den Versuch, endgültige Beschlüsse durch eine ökumenische Synode zu erzielen; beiden Synoden blieb jedoch die ökumenische Anerkennung versagt:

a) Die im Jahre 343 nach Sardika einberufene Reichssynode endete damit, daß sich beide einander befehdende Parteien mit dem Bann belegten.

b) Im Jahre 359 berief der Kaiser erneut eine Reichssynode ein, diesmal die Abendländer nach Armini um, die Morgenländer nach Seleucia. Damit sollte verhindert werden, daß sich die gemäßigten Arianer, die inzwischen Splittergruppen gebildet hatten, mit den Abendländern vereinigten. Die Abendländer bekannten sich weiterhin zu den Beschlüssen von Nicäa; die Morgenländer kamen wegen ihrer Aufspaltungen zu keinem Ergebnis.

Im Jahre 360 bedrohte Konstantius alle Bischöfe des Ostens und des Westens mit dem Bann, wenn sie nicht die Einigungsformel unterschrieben: „Vater und Sohn sind ähnlich gemäß der Heiligen Schrift.“ Papst Liberius verweigerte diesmal die Unterschrift.

Als Kaiser Konstantius im Jahre 361 starb, ergaben sich neue Möglichkeiten für die nicänische Partei: Kaiser Julian der Abtrünnige, Nachfolger des Kaisers Konstantius, ließ die Bischöfe beider Parteien wieder aus der Verbannung zurückkehren — wenn auch in der Hoffnung, daß sich das Christentum auf diese Weise selbst vernichten wurde. Die nicänischen Bischöfe konnten nun wieder ungehindert wirken, und viele gemäßigte Arianer gingen zu ihnen über.

Nach Kaiser Julian kam Kaiser Valens (364—378) an die Regierung. Er begünstigte den strengen Arianismus. Dennoch ging die Blütezeit des Arianismus im römischen Reich zu Ende. Die Arianer und Semiarianer waren in zu viele Splittergruppen zerfallen und bekämpften sich zu sehr, als daß sie noch gemeinsame Ziele hätten verwirklichen können. (Semiarianer waren gemäßigte Arianer, unter ihnen gab es z. B. die „Homöusianer“, die eine „Wesensähnlichkeit“ zwischen Vater und Sohn betonten).

Papst Damasus 1. (366—3 84) setzte sich sehr für eine Versöhnung mit den Homöusianern ein; und nach dem Tode des Kaisers Valens fand das Bekenntnis von Nicäa auch im Osten wieder mehr Anhänger.

Die „Jung-Nicäner“ Basilius, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa stellten zum Verständnis der Beschlüsse von Nicaa eine neue Glaubensformel auf: „Eine Wesenheit, drei Personen“.

Das wird auch allerhöchste Zeit für eine Kirche, deren Riß zwischen Arianern und römischen Christen sich immer weiter auftut. Denn längst sind die arianischen Gedanken über Afrika hinausgewachsen und sogar nach Germanien gelangt.

Bischof Wulfila (311-383) trägt arianische Gedanken in die Schar seiner Gläubigen. Wulfila ist Lektor einer gotischen Christengemeinde, kommt um 337 mit einer Gesandtschaft nach Konstantinopel und wird dort von Eusebius von Nikomedien zum Missionsbischof bei den Goten geweiht. Sieben Jahre wirkt er nördlich der Donau, wird dann mit seiner Gemeinde vertrieben und findet Aufnahme im Balkangebirge, wo er noch über 30 Jahre als Bischof und Primas, also geistlicher und weltlicher Herrscher, amtiert. Von dort aus wirkt er auch auf die Goten jenseits der Reichsgrenzen ein, also auf Germanien. Sein eigenes, von einem Schüler überliefertes Glaubensbekenntnis weist ihn klar als Arianer aus. Wichtiger als dieses Bekenntnis ist der Nachwelt freilich seine Bibelübersetzung ins Gotische geworden. Wulfila entwickelte dafür in seiner „gotischen Bibel“ ein eigenes Alphabet, das z.T. auch auf die alten Runen zurückgriff. Es benutzte den für die Germanen vertrauten Stabreim sowie altheidnische Formulierungen, um ihnen die ungewohnten Wertvorstellungen des Christentums nachvollziehbar zu machen. „Frauja“, das Wort für Jesus Christus, bezog sich etwa auf den alten Sonnen- und Lichtgott „Fro“ (Freyr), der den Frühling brachte, „runa“ (Zauberrune, geheimnisvolles Zeichen) wurde für das Mysterium der Offenbarung verwendet und aus dem Hinrichtungsinstrument des Kreuzes machte Wulfila einen Galgen. JESUS CHRISTUS Dank zu sagen, bedeutete für die Germanen nicht, in die Knie zu fallen, sondern ihm ein „Preislied zu singen.“ Das Verhältnis von Jesus zu seinen Jüngern interpretierte man als Beziehung von selbstbewussten Lehensherren gegenüber ihrem Herzog, der in seiner „Geschöpflichkeit“ kein Gott, sondern ein vorbildhafter Lehrer und Anführer war. Die Bedeutung des unbekannten „Paradieses“ machte man anhand des Walhall-Mythos klar: nach dem Tode gebe es ein Zusammentreffen der Gefolgsleute mit ihrem König in den Hallen des Himmelsgewölbes, das jedoch hier nicht als Kampfplatz und Trinkfest, sondern als unermessliches „Lichtreich“ gepriesen wurde. Begriffe wie „Hölle” oder „Jüngster Tag” waren den Arianern unbekannt. Ebenso erkannte der Arianismus nicht die Notwendigkeit der Verkündigung des Evangeliums. Bei den Goten und Langobarden etwa bestand über lange Zeit ein tolerantes Nebeneinander von Heidentum, Katholizismus und Arianismus, das der gotische Bischof Agila einmal in folgendem Ratschlag kleidete: „Lästere nicht den Glauben, den du nicht teilst; wir lästern den euren auch nicht, und zweierlei Glaube wird bei uns nicht zum Verbrechen gerechnet; denn so heisst es bei uns im Sprichwort: ‚Es schadet nichts, wenn jemand an Altären der Heiden und an einer Kirche Gottes vorübergehend vor beiden sein Haupt entblößt.'“

Wulfila hat guten Grund zu einem Flirt mit arianischem Denken: Die Germanen, zu denen die Goten gezählt werden, kennen in ihrer Götterwelt sozusagen einen Chef und viele Untergebene. Eine Dreieinigkeit zu denken, ist ihnen viel zu kompliziert. Da ist es viel einleuchtender, wenn irgendwo ein richtiger Gott sitzt, der seinen Sohn als eine Art König in die Welt sendet, und diesem König – so die Germanen – sei zu folgen, wie der Ritter oder Knappe seinem Herrn folgt.

Der Arianismus unter den Goten hat jedoch keine Chance: Als Theodosius der Große (379-396) römischer Kaiser wird, muß er auf Einheit drängen. Nach wechselvollen Kämpfen mit den Goten kommt es im Jahr 389 zum Frieden, der in der Konzession eines fast autonomen Gotenstaates auf dem Reichsgebiet gipfelt. In diesem Zuge vollzieht der Kaiser die längst überfällige Restauration der nicänischen Orthodoxie durch sein Edikt aus dem Jahr 380. De facto ist damit das Credo von Nicäa zur Staatsreligion erhoben, da der Kaiser zugleich in aller Schärfe gegen das Heidentum vorgeht und die Häretiker auch bürgerlich disqualifiziert.

Nachstehend sollen nun die Kernaussagen dieses Buches anhand der Bibel untersucht und geprüft werden. Zur besseren Unterscheidung werden die Aussagen der obigen Autoren rot und kursiv dargestellt.
Der Begriff „Heiland”

Der Vater Jesu ist der einzige absolute Heiland. Andere können als Heiland wirken, doch in einem untergeordneten und delegierten Sinn. (S. 20)

Leider belegen die Verfasser ihre Behauptung nicht mit einer einzigen Bibelstelle. Wir müssen uns deshalb fragen: Wieviele „Heilande” gibt es eigentlich? Wo lehrt die Bibel etwas von einem „absoluten Heiland” und von „Unter-Heilanden”. Leider bleiben die Autoren die Antwort schuldig.

„Lasset uns” und „Elohim”

1. Mose 1,26: Moderne Gelehrte verstehen den Ausdruck „Lasst uns” oder das Wort Elohim (Gott) nicht mehr länger als eine Pluralität von Gott-Personen als Schöpfer. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Plural Fürwort „uns” einen Bezug zu dem Rat von Engeln hat, die im Bilde Gottes geschaffen worden waren und die Zeugen der Schöpfung des Universums waren.“ (vgl. Hiob 38,7).” „Ein Hebräischlexikon für die Bibel bestätigt, dass das Wort elohim (Gott) kein „uniplurales” Wort ist, wobei zwei oder drei Personen die Gottheit ausmachen……Wir beachten, was die Gesenius’ Hebrew Grammar, eine anerkannte Autorität, bezüglich des Wortes elohim zu sagen hat: „Der Majestätsplural… fasst die verschiedenen Charakteristika dieser Idee zusammen und fügt weiterhin die sekundäre Bedeutung einer Intensivierung der ursprünglichen Idee mit ein. Dass die Sprache die Idee einer numerischen Pluralität in elohim (wenn es sich auf den einen Gott bezieht) völlig abgelehnt hat, wird besonders dadurch bewiesen, dass es fast immer mit einem singulären Attribut verbunden wird (Gesenius’ Hebrew Grammar, Hrsg. E. Kautzsch (Oxford: Clrendon Press. 1910) 398, 399). „Wenn elohim in diesem Text mehr als eine Person einschließt, wie will man dann erklären, dass das gleiche Wort, elohim, für Mose benutzt wird….(2. Mose 7,1)?…..Der eine heidnische Gott Dagon wird als elohim (Gott) bezeichnet…….(1. Sam. 5,7). In ähnlicher Weise wird elohim benutzt, um den Gott der Amoriter zu beschreiben…. (Richter 11,24). Außerdem wird auch der Messias als elohim bezeichnet (Ps. 45,6, Hebr. 1,8)…. (S. 21 ff.)

Um diese Behauptung zu stützen, müssen die Autoren zunächst beweisen, daß Engel ebenfalls nach dem Bilde GOTTES erschaffen worden sind. Wenn sie nicht nach GOTTES Bild erschaffen sind, kann es nicht heißen: „nach UNSEREM Bild”, und es ergibt sich nirgendwo aus der Heiligen Schrift, daß irgendein anderes Geschöpf beteiligt war, als der Mensch nach dem Bilde GOTTES geschaffen worden ist.

Ist das Wort „uns“ nur eine grammatische Form oder Redeweise, die die Gelehrten „Pluralis majestatis“ oder „Pluralis majestaticus“ nennen — vergleichbar mit einem König, der heute sagen würde: „Wir, König von England, haben hiermit bestimmt…“?

Historische Bücher und Nachschlagewerke machen deutlich, daß die frühen Hebräer mit diesem Konzept nicht vertraut waren, und daß es erst später von den Griechen entwickelt und sodann von den Römern übernommen wurde.

So lesen wir z.B. im Dtv-Lexikon, unter „Plural“, folgendes:

Plur’alis maiest’atis oder maiest’aticus [lat. ‚die Mehrzahl der Erhabenheit‘], die Mehrzahl ‚wir‘, wenn sie von einer redenden Person (z.B. von Fürsten) statt der Einzahl ‚ich‘ gebraucht wird. Der Pluralis maiestatis ist an den hellenistischen Höfen entstanden und kam über Rom in das monarchische Titelwesen der Neuzeit.

Sodann findet sich eine interessante Aussage in George Knight’s Buch „Eine christliche Theologie des Alten Testamentes“, das 1959 in England erschienen ist. Es heißt auf Seite 66:

Einige haben gesagt, daß dieser Plural ein pluralis maiestatis ist. Doch dies bedeutet, in die hebräische Sprache eine moderne Ausdrucksweise hineinzulesen. Soweit uns die biblischen Berichte helfen können, werden die Könige von Juda und Israel immer im Singular angesprochen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen gravierenden Fehler der beiden Autoren hinweisen: Sie zitieren aus „Gesenius’ Hebrew Grammar”, um den Majestätsplural zu belegen. Allerdings haben sie vergessen, auf die Fußnote in „Gesenius, Wilhelm: Hebräische Grammatik, Hildesheim 1962, § 124 g, Nachdruck der 28. Vielfach verbesserten und vemehrten Auflage Leipzig 1909” hinzuweisen. Hier schreibt der Verfasser:

…..plur. Majestaticus. Zu letzterer Bezeichnung mag vor allem der Gedanke an das Wir im Munde der Könige (vgl. 1. Makk. 10,19; 11,31) Anlaß gegeben haben, und   f ä l s c h l i c h   (Hervorhebung R.O.) hat man so auch die Plurale im Munde Gottes Ge 1,26; 11,7; Jes. 6,8 genommen;……Ganz fremd ist dem Hebr. der Gebrauch des Plurals als Respektsform in der Anrede.

Aufgrund dieses Fehlers wird dem Leser suggeriert, daß Gesenius den Majestätsplural in der hebräischen Sprache bestätigt – die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Übrigens ist derselbe Fehler auch den Zeugen Jehovas unterlaufen. Nachzulesen in ihrer „Neue-Welt-Übersetzung” mit „Studienverweisen” Revidiert 1986, S. 1632 (Anhang 1J).

Die einzige Erklärung ist also, daß GOTT aus mehr als aus nur einer Person bestehen muß. Diese Schlußfolgerung wird durch die Tatsache unterstützt, daß das hebräische Wort „ELOHIM“, das in 1. Mose 1, 26 mit „GOTT“ übersetzt wird, ein plurales Wort sein kann. D.h., dieses Wort kann, obwohl es von der Grammatik her im Singular gebraucht wird, von der Bedeutung her, d.h. dem Sinne nach, Plural sein. Wir sprechen z.B. von einem Klub, von einem Verein oder von einer Familie. Dies sind singulare Wörter, aber eine Familie besteht aus mehr als aus nur einem Mitglied. Das Gleiche gilt für einen Klub oder einen Verein. Wir haben einen Klub, aber wenn der Klub nur aus einem Mitglied bestehen würde, hätten wir in Wirklichkeit keinen Klub.

Viele Kommentare stellen klar und deutlich heraus, daß das hebräische Wort ELOHIM ein plurales Wort sein KANN, d.h. ein Wort, das manchmal von der Form her im Singular gebraucht wird, aber eine plurale Bedeutung hat.

Beispielsweise findet sich folgende Aussage in dem Kommentar von Adam Clarke:

Das Wort ELOHIM, Gott, ist mit Sicherheit die plurale Form von El oder Eloah, und ist schon seit langem von vielen Gelehrten so aufgefaßt worden, daß es eine Pluralität von Personen in der Gottheit andeutet.

Adam Clarke fährt dann fort zu erklären, daß das singulare Verb „schuf“, das dem pluralen Hauptwort Elohim oder Gott folgt, auf die Einheit und Einigkeit der göttlichen Personen hinweist. Es herrschte also totales Einverständnis zwischen ihnen, als sie den Menschen schufen. Später wendet sich Adam Clarke gegen den Versuch einiger zu behaupten, daß das Wort ELOHIM kein plurales Wort sei. Er schreibt:

Einige Christen haben sogar voller Verzweiflung versucht zu beweisen, daß das Wort Elohim ein Hauptwort sei, das lediglich singulare Bedeutung hat. Doch dies hat niemand jemals beweisen können. Es wäre dann ebenfalls möglich zu beweisen, daß es überhaupt keine Mehrzahl in der Sprache gibt.

Ein anderer Kommentar, „Jamieson, Fausset and Brown“, hat folgendes über das Wort ELOHIM zu sagen:

Eine bemerkenswerte Besonderheit findet sich im Hinblick auf dieses Wort (Elohim); denn es ist ein plurales Hauptwort, das in Beziehung gebracht wird zu einem singularen Verb… Sowohl dieser Wechsel von singularen und pluralen Formen, als auch die häufigeVerbindung beider Formen im gleichen Satz, stellt eine Besonderheit im Hebräischen dar, die sich kaum in einer anderen Sprache findet… Dies war nicht etwa das Resultat eines grammatischen Defektes, da das Wort (Elohim) nämlich bereits in der singularen Form existierte… Deshalb müssen wir zu dem Ergebnis kommen, daß der plurale Gebrauch dieses Wortes (Elohim) etwas in verschleierter Form lehrt, zu Beginn der Bibel, das in späteren Stellen klar offenbart wird — nämlich daß, obwohl Gott eins ist, eine Pluralität in der Gottheit besteht, die zusammen an der Schöpfung beteiligt war.

Einige Grammatiker sind der Ansicht, dass der Pluralname Gottes (Elohim) eine unbestimmte Weite der Ausdehnung bezeichnet, um eine Fülle von Macht und Kraft anzudeuten. Der Name ist daher der allgemeine Ausdruck für Gott, er kann auch für die Heidengötter gebraucht werden. Aus dem Namen allein mehrere Personen abzuleiten, ist zweifelhaft. Wo Gott aber für Sich Selbst Fürwörter in der Mehrzahl (1. Mose 1,26; 3,23; 11,7; Jes. 6,8) und Verben in der Mehrzahl (1. Mose 1,26; 11,7) verwendet, müssen wir auf mehrere Personen schließen.

George Knight erklärt in „Eine christliche Theologie des Alten Testamentes”, daß das hebräische Wort „Adam”, mit „Mensch” übersetzt, sich auf den individuellen Menschen Adam, auf den Menschen als Gattung, oder sogar auf Mann und Frau beziehen kann. Und daß die Bibel gleichwohl sagt, daß die zwei eins sind. Knight geht sodann näher auf das Wort ELOHIM ein, wenn er schreibt:

Die Hauptwörter mayim, für Wasser, shamayim, für Himmel, und gewisse andere plurale Wörter, die sich von einer singularen Wurzel ableiten, wie z.B. ne’urim, Jugend, bilden eine Kategorie, zu der auch das Wort ELOHIM gehört… Wasser, z.B., kann als individuelle Regentropfen oder als ein gewaltiger Ozean betrachtet werden. Doch es ist in beiden Fällen das gleiche Wasser… Wasser ist sowohl Singular als auch Plural… In gleicher Weise lesen wir, daß Elohim sagt: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei. Wir haben bereits erklärt, daß Adam, das hier mit Mensch übersetzt wird, sowohl Singular als auch Plural ist…

George Knight macht also deutlich, daß sowohl Elohim als auch Adam Singular oder Plural sein können, je nach dem Zusammenhang.

Einige haben behauptet, daß das Wort ELOHIM, wenn es sich auf den GOTT Israels bezieht, IMMER mit einem singluaren Verb gebraucht wird, was beweisen soll, daß GOTT nur EINE Person, EIN Wesen, sein könne.

Zunächst einmal ist dies eine Frage der Grammatik und keine Frage der Bedeutung. Wir sagen ja auch nicht: „Die Familie sind“, sondern: „Die Familie ist“, und wir verstehen gleichwohl, daß eine Familie mehr als nur EIN Familienmitglied hat.

Nehmen wir das Wort „Polizei“ als Beispiel. Es kann auf nur einen Polizisten hinweisen, der von sich selbst sagt: „Hier steht die Polizei!“ Es kann sich aber auch auf viele Polizisten beziehen, oder auf die Polizei als eine Gesamtheit, eine Organisation. Gleichwohl ist das Verb, das im Zusammenhang mit Polizei gebraucht wird, immer Singular.

Sodann zeigen uns Kommentare sogar, daß in verschiedenen Stellen im Hebräischen das Wort ELOHIM, wenn es sich auf den GOTT Israels des Alten Testamentes bezieht, zusammen mit einem pluralen Verb gebraucht wird – was natürlich die plurale Bedeutung der Gottheit beweist. Z.B. wird in 1.Mose 35,6-7 davon gesprochen, daß sich GOTT, ELOHIM, dem Jakob „offenbart“. Das Wort „offenbart“ ist Plural im Hebräischen. Weiter lesen wir in 1. Mose 20,13, daß GOTT (ELOHIM) den Abraham aus seines Vaters Hause „wandern hieß“. Das Wort „hieß“ ist ebenfalls Plural im Hebräischen. Schließlich lesen wir in 2. Samuel 7,23, daß GOTT (ELOHIM) „hingegangen“ ist, sein Volk zu erlösen. Das Wort „hingegangen“ ist Plural im Hebräischen. Im Buch Prediger, Kapitel 12, Vers 1, lesen wir sodann, daß der Jüngling an seinen „Schöpfer“, also an GOTT, denken soll. Im hebräischen Original steht das Wort „Schöpfer“ im Plural.

Das Buch Jesaja enthält ein weiteres Beispiel für die Pluralität GOTTES, und zwar im 54. Kapitel, Vers 5. Die Übersetzung in der revidierten Lutherbibel ist eine unglückliche Verstümmelung. Wir lesen dort: „Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann – Herr Zebaoth heißt sein Name.“ Richtig aus dem Hebräischen übersetzt, muß die Stelle heißen: „Deine Schöpfer…deine Ehemänner.“ Sowohl „Schöpfer“ – Luther schreibt hier: „der dich gemacht hat“ — als auch „Männer“ oder „Ehemänner“ stehen im Plural. Die Tatsache, daß das Wort „Schöpfer“, das sich auf den wahren GOTT bezieht, im Plural steht, zeigt erneut, daß GOTT aus mehr als aus nur einer Person bestehen muß. Das Wort „Schöpfer“ bezieht sich auf GOTT den Vater, auf GOTT den Sohn und auf GOTT den Heiligen Geist. Das Neue Testament bestätigt z. B., daß GOTT der Vater alles durch CHRISTUS erschuf. So heißt es z.B. in Hebräer 1,1-2:

Hebräer 1, 2
Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat.

Von daher besteht Gott laut Bibel aus zwei Personen, dem Vater und dem Sohn. Und diese Pluralität in der Gottheit erklärt, warum wir in 1. Mose 1,26 lesen:

1. Mose 1, 26
Lasset UNS Menschen machen, ein Bild, das UNS gleich sei.

Exkurs: Die Pluralität GOTTES

Der Name JHWH wird auf zwei Personen angewandt

Ein Beleggrund für die Pluralität GOTTES ist die Tatsache, dass der persönliche Name GOTTES, der aus vier hebräischen Buchstaben besteht, welche den deutschen Buchstaben JHWH entsprechen und manchmal mit „Jahwe“ oder „Jehova“ übersetzt werden, sich ebenfalls innerhalb eines Abschnittes auf zwei unterschiedliche Personen bezieht. Das erste Beispiel finden wir in 1.Mose 19,24:

1. Mose 19, 24
Da ließ JaHWeH auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen von JaHWeH aus dem Himmel…

In diesem Vers lässt der erste Jahwe Feuer und Schwefel regnen und zwar von einem zweiten Jahwe aus dem Himmel. Der erste Jahwe ist auf der Erde, er war es, der zuvor mit Abraham geredet hatte. Jahwe war Abraham bei der Terebinthe Mamre erschienen und er hatte ihn vor der kommenden Zerstörung Sodoms gewarnt. Dieser Jahwe auf der Erde, der erste Jahwe, ließ nun Schwefel und Hagel regnen, vom zweiten Jahwe, der im Himmel war. Der Begriff Jahwe, der persönliche Name GOTTES bezieht sich hier auf zwei unterschiedliche Personen. Ein zweites Beispiel finden wir in Sacharja:

Sacharja 2, 12.13
Denn so spricht JaHWeH der Heerscharen, nachdem die Herrlichkeit mich ausgesandt hat, über die Nationen, die euch geplündert haben- denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an  -: Ja siehe ich werde meine Hand über sie schwingen, und sie sollen ihren Knechten zur Beute werden. Und ihr werdet erkennen, dass JaHWeH der Heerscharen mich gesandt hat.

Der Vers besagt, dass der erste Jahwe der Redende ist: Denn so spricht Jahwe der Heerscharen. Während er redet, teilt er uns mit, dass er gesandt wurde, um den Willen des zweiten Jahwe zu tun. Auch hier sendet ein Jahwe einen anderen Jahwe, um etwas Bestimmtes auszuführen.

Pluralität Gottes im Neuen Testament

Im zweiten Abschnitt wollen wir uns mit der Pluralität GOTTES im Neuen Testament beschäftigen. Wir finden dort, dass mehr als nur eine Person als GOTT bezeichnet wird. So wird zunächst einmal der Vater als GOTT bezeichnet (Johannes 6,27; Galater 1,1.3). Zweitens wird auch der Sohn als GOTT beschrieben (Johannes 1,1; Römer 9,5; Titus 2,13; 1. Johannes 5,20). Drittens wird in Apostelgeschichte 5,3-9 auch der Heilige Geist als GOTT benannt, wo das Belügen des Heiligen Geistes mit dem Belügen GOTTES gleichgestellt wird. Eine weitere Stelle finden wir in 2.Korinther 3,17.

Zusammenfassung: Durch die gesamte Bibel hindurch lehrt uns die Heilige Schrift die Pluralität GOTTES. GOTT besteht aus mehr als einer Person.

(Quelle: ARIEL MINISTRIES Freundesbrief, Ausgabe IV/2002 )

Echad (zusammengesetzte Einheit) und Jachid (absolute Einheit)

Das hebräische Wort für „ein” – Echad Abraham war ein Einzelner [echad] (Hes. 33,24). Jes. 51,2…… Echad wird übersetzt als das numerische „eins”, und dann als „einer, einzelner, alleinige, allein, ganze, ungeteilt, ein Einzelner. (Theological Dictionary of the Old Testament (Grand Rapids: Eerdmans, 1974),1:194).

Seine normale Bedeutung ist

ein Einzelner und kein Zweiter (Pred. 4,8)….

Robert Morey ist der Ansicht, das echad nicht ein absolutes „ein” bedeutet, sondern ein zusammengesetztes „ein” (Morey, 88)…..Echad erscheint etwas 960 Mal in der hebräischen Bibel und an keiner Stelle hat das Wort selbst einen Hinweis auf eine Pluralität… Echad ist ein ….. Adjektiv und wird natürlich manchmal auch zusammen mit einem kollektiven Substantiv benutzt – eine Familie, eine Herde, eine Gruppe. Wir müssen dabei aber sorgfältig beachten, dass der Gedanke an Pluralität hier in dem zusammengesetzten Substantiv liegt und nicht in dem Wort „echad” (ein)…….(1. Mose 2,24)…..Es war notwendig, auf diesen Punkt so umfassend einzugehen, weil die neueren Verteidigungen für die Trinität die erstaunliche Behauptung aufstellen, dass „echad” immer eine „zusammengesetzte Einheit” impliziere.” (S. 25 ff.).

Eine äußerst wichtige Bibelstelle für die Einheit GOTTES im Alten Testament ist ein unter Juden sehr bekannter Vers: 5.Mose 6,4. Er wird als die Sch‘ma bezeichnet und gilt als Fundament aller jüdischen Schattierungen. Der Vers besagt:

5.Mose 6, 4
Höre Israel: JaHWeH ist unser GOTT, der HERR ist einer!…

Mehr als irgendeine andere Bibelstelle betont dieser Vers die Vorstellung der Einheit Gottes. In der Evangelisation unter Juden wird dieser Vers oft als Beleg gegen die Pluralität GOTTES vorgebracht. Doch wenn man diesen Vers genauer betrachtet, stellt man fest, dass er keine absolute Einzahl, sondern eine zusam- mengesetzte Einheit lehrt. Anstatt sich gegen die Pluralität Gottes zu wenden, unterstützt 5.Mose 6:4 diese Vorstellung sogar noch. Zunächst einmal sollte erwähnt werden, daß das Wort für Gott im Ausdruck „Jahwe unser Gott” im Hebräischen in der Mehrzahl genannt wird, also wörtlich „Jahwe, unsere Götter.“ Doch unser Hauptaugenmerk sollte sich auf das Wort „Einer” richten.

Echad

Das hebräische Wort für Einer ist Echad. Wenn man sich anschaut, wie das Wort Echad in anderen Stellen im Alten Testament verwandt wird, zeigt sich deutlich, dass es sich auf eine zusammengesetzte Einheit und nicht auf eine absolute Einzahl bezieht. Zum Beispiel heißt es in 1.Mose 1,5 :

1. Mose 1, 5
Und GOTT nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: ein (Echad) Tag.

Die Zusammensetzung aus Abend und Morgen stellt die Einheit eines Tages dar. Ein weiterer wichtiger Abschnitt ist 1.Mose 2,24:

1. Mose 2, 24
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.

Ein Mann und eine Frau, die heiraten, werden zu einem [Echad] Fleisch. Es sind zwei Personen, ein Mann und eine Frau, die in der Ehe eins werden. Offensichtlich kann hier nicht von absoluter Einzahl die Rede sein, denn beide behalten ihre eigenen Persönlichkeiten, aber sie bilden eindeutig eine zusammengesetzte Einheit. In Esra 3,1 finden wir noch ein Beispiel, wo sich das Volk wie ein [Echad] Mann versammelte. Obwohl sich diese Gruppe aus vielen Einzelnen zusammensetzte, so wurden sie doch wie ein Mann angesehen, also eine zusammengesetzte Einheit. Ein weiteres Beispiel ist Hesekiel 37,17, wo Hesekiel zwei Hölzer zusammenfügen soll, und sie so in seiner Hand zu einem [Echad] Holz werden sollen. Diese Beispiele über den Gebrauch des Wortes Echad im hebräischen Text, dem gleichen Wort, welches in 5.Mose 6,4 benutzt wird, zeigt, dass es sich auf eine zusammengesetzte Einheit und nicht auf eine absolute Einzahl bezieht.

Jachid

Es gibt ein anderes hebräisches Wort, welches sich auf eine absolute Einheit bezieht: Jachid. Es wird in 1.Mose 22,2 gebraucht, wo betont wird, dass Isaak Abrahams einziger, einzigartiger Sohn ist. Wenn Mose also eine absolute Einheit Gottes hätte betonen wollen, so hätte er den Begriff Jachid benutzt. Aber er hat dieses Wort nicht der Einheit Gottes zugeschrieben. 5. Mose 6,4 ist deshalb ein Argumentationspunkt für die Pluralität Gottes und lehrt dennoch zugleich die Einheit innerhalb dieser Pluralität Gottes. (Quelle: ARIEL MINISTRIES Freundesbrief, Ausgabe IV/2002 )

Die Tatsache, dass es zwei verschiedene Begriffe in der hebräischen Sprache für das Wort „Einheit gibt, verschweigen die Unitarier. Der biblische Kontext zeigt deutlich, dass „echad” für eine zusammengesetzte Einheit und „jachid” für eine absolute Einheit benutzt wird.

Sünden vergeben

Die Autorität, Sünden zu vergeben, wurde Jesus als Vertreter Gottes gegeben. Das machte ihn nicht zu Gott, sondern zu einem Menschen, der als rechtmäßiger Vertreter Gottes mit außerge- wöhnlichen Kräften ausgestattet war………Ja, um ein ‘Sohn Gottes” zu sein zu sein, muss man eine Person sein, die nicht Gott ist…. (Colin Brown, Trinity and Incarnation: In Search of Contem- porary Orthodoxy, Ex Auditu, 1991, 87-88)

Es gibt keine biblische Stelle, die bezeugt, dass der lebendige Gott einem Vertreter die Autorität übertragen hat, Sünden zu vergeben. Hier wird wieder eine Behauptung von den Unitariern aufgestellt ohne die Richtigkeit zu belegen. Im Gegenteil, das Wort Gottes bezeugt klar, daß nur Gott die Autorität besitzt, Sünden zu vergeben.

Die Juden missverstanden, was Jesus gesagt hatte und glaubten, er nehme in Anspruch, ein wirklicher Zeitgenossen Abrahams zu sein (Joh. 8,57). (S. 205)

Diese Behauptung ist reine Spekulation und durch die Aussagen des Neuen Testamentes in keinster Weise gedeckt. Hinzu kommt, dass der Herr Jesus dieses „Mißverständnis” nicht aufklärte.

….zeigen uns die Bedeutung der bekannten Aussage „ego eimi”: „Ich bin der Verheißene”, „der nach dem gefragt wurde”. Der ehemals Blinde identifiziert sich als „Ich bin die Person, die ihr gesucht habt”, als „Ich bin derjenige” (Joh. 9,9, Anm. R.O.) (S.207).

Leider unterschlagen die Unitarier ganz wesentliche Aspekte der altgriechischen Grammatik. Die obigen Ausführungen werden in beeindruckender Weise von dem maßgebenden Standardwerk im deutschen Sprachraum „Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament” von Kittel widerlegt:

Ein Problem für sich ist das „ego eimi” ohne jede prädikative Bestimmung, das an einigen Stellen der Evangelien begegnet. Es weist….zurück auf das theologische „Ich bin es” des AT und der Apokalyptik. Die emphatische Formel „Ich bin es” ist im AT vorbereitet durch das „Ich bin, der ich bin” von 2. Mose 3,14 (die Offenbarung greift zurück auf die Ausdeutung des Gottesnamens „Ego…ho on aus 2. Mose 3,14, erweitert aber die präsentisch zeitlose Prädikation um zwei weitere Glieder und gewinnt so eine dreigliedrige Formel im Stile des iranischen Dreizeitenschemas: ho on kai ho än kai ho erchomenos – Offb. 1,8. Die Formel ohne „ego” steht in Offb. 1,4; 4,8. Neben dieser Weiterbildung stehen zweigliedrige Formeln, in denen die alte Gottesproklamation aus Jes. 44,6 zu neuem Ausruck kommt: „ego eimi to alpha kai to o, hä archä kai to telos). Sie gewinnt deutlichere Gestalt in 5. Mose 32,39. Sie wird zur festen Formel in den Gottesproklamationen Jesajas (Jes. 43,11; 41,4; vgl. 59,16; 63,5f.; 48,12). Es gehört zum Stil dieser Ichworte, daß die Bedeutung des inhaltsschweren „Ich bin’s” durch eine anschließende Formel expliziert wird – und zwar immer in dem gleichen Sinne: Der so spricht, ist das wahre und alleinige Subjekt allen Geschehens, der wahre und alleinige Gott (5. Mo. 4,35; Jes. 43,12f.; 45,5). Die Vorliebe für das inhaltsschwere „Ich bin es” kommt auch bei der Übersetzungsarbeit der LXX zur Geltung (Hiob 33,31; Jes. 48,12).

In Joh. 9 ist ein Steit entstanden über die Identität des blinden Bettlers, den die ganze Nachbarschaft gekannt hatte. Da sagt jener (9,9): „ego eimi”, d. h. Ich bin eben jener, „ich bin’s”…..Am Ende der Tage aber, so sagt JESUS in Mk. 13,6, werden viele kommen…….. Und er warnt 13,21ff:…… Hier ist zu „ego eimi” ein Prädikat aus dem Zusammenhang nicht zu ergänzen. Es klingt vielmehr wie eine geschlossene und bedeutungsschwere Formel, die allein dem CHRISTUS zusteht und von Pseudomessiassen mißbraucht wird (Mt. Hat sinngemäß umschrieben: ego eimi ho Christos.

Die Umschreibung zeigt, das das „oti” von Mk. 13,6 als Anführungszeichen verstanden werden muß…..) in einem Augenblick, da die Endoffenbarung des CHRISTUS erwartet wird…… In Joh. 8,58 wird der letzte Sinn des prädikatlosen „ego eimi” deutlich: Es ist die technische Formel für die Selbstoffenbarung GOTTES. Man hat die christologischen Ichreden der Evangelien, namentlich des Joh. Auf hellenistische Vorbilder zurückführen wollen. Das ist ein Kurzschluß. Das emphatische Ichwort geht letzten Endes auf eine doppelte Wurzel zurück: auf altorientalische Stiltradition, die dann im Synkretismus zur höchsten kommt, und auf at.liche Redeformen, die dann in der Synagoge absterben. Die at.lichen und altorientalischen Traditionen begegnen sich in der jüdischen Apokalyptik und wirken in dieser Vereinigung auf die Umwelt JESU und der Evangelien. JESUS in den Ichreden des Joh.evg. den Pseudoheilanden und Pseudogöttern der polytheistischen Welt alles Recht auf soteriologische Ichprädikatiionen streitig. Er überbietet sie alle und offenbart sich in der absoluten Gottesformel „ego eimi”, dem reinsten Ausdruck Seiner einzigartigen Bedeutung. (Quelle: Kittel, Gerhard: Theologisches Wörterbuch zum NT, Stuttgart [Kohlhammer] 1990)

Ein zweiter Aspekt, den die Unitarier vergessen haben zu erwähnen, ist, dass der Herr Jesus sich mit der sog. Doppelbezeichnung („Ich, Ich bin”) als der lebendige Gott Seinen Zuhörern offenbart. „Ich, Ich bin” ist eine bedeutungsvolle Formel, die aus der Erklärung des Gottesnamens JHWH (JaHWeH)

2. Mose 3, 14
Ich bin, der Ich bin

hergeleitet ist. Nach 2. Mose 3,6 offenbart sich Gott dem Mose mit den Worten:

2. Mose 3, 6
Ich, Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs
 (Matth. 22,32).

In den Evangelien, in der Apostelgeschichte und in der Offenbarung bedient Sich Jesus über fünfzigmal (!) dieser Formel, die an Seine göttliche Selbstbezeichnung erinnert. Das Johannesevangelium enthält die meisten Beispiele dieser Art, dessen Hauptanliegen ist, die Gottheit Jesu besonders zu betonen. In der Apostelgeschichte nennt Sich der gen Himmel Gefahrene vor Saulus in Damaskus:

Apostelgeschichte 9,5; 22,8; 26,15
Ich, Ich bin JESUS

und der Erhöhte bezeichnet Sich in der Offenbarung mit:

Apostelgeschichte 9,5; 22,8; 26,15
Ich, Ich bin

siebenmal (Offb. 1,8.11.17; 2,23; 21,6; 22,13.16). Aus allen diesen Stellen geht deutlich hervor, dass Sich Jesus mit der Verdoppelung als Gott offenbart. Dieser Sinn geht schon aus einigen Stellen deutlich hervor, an denen „Ich, Ich bin” ohne jeden Zusatz angewandt wird. Jesus rief den vom Seesturm bedrohten Jüngern zu:

Matthäus 14,27; Markus 6,50; Johannes 6,20
Seid getrost, Ich, Ich bin es, fürchtet euch nicht!

Zu der Samariterin am Jakobsbrunnen sagte der Herr, als sie von dem kommenden Christus sprach:

Johannes 4,26
Ich, Ich bin es, der mit dir redet

Auf die Frage des Hohenpriesters:

Markus 14,62
Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?” Sprach aber Jesus: „Ich, Ich bin es!

Jesus sagte zu den Häschern, die mit Judas kamen, ihn zu greifen auf die Frage:

Lukas 22,70
Wen sucht ihr? Ich, Ich es bin!

Der Auferstandene offenbarte Sich noch so (Luk, 24,36.39). Zu beachten ist, dass Johannes der Täufer mit dieser Doppelbezeichnung es ablehnt, der Christus zu sein (vgl. Joh. 1,29; 3,28), was Fälscher sich dagegen anmaßen (Matth. 24,5; Luk. 21,8). Mit der Doppelaussage „Ich, Ich bin” sind eine Anzahl Prädikate verbunden, welche das Göttliche charakterisieren:

Brot des Lebens, das Brot, Licht der Welt, die Türe, der gute Hirte, der Weg, die Wahrheit, das Leben, der Weinstock, Sohn Gottes, Auferstehung, König, A und O, der Erste, die Wurzel Davids, der Letzte, der Anfang und das Ende.

Diese Verbindungen stehen sämtlich in den johanneischen Schriften, die mit Nachdruck den Glauben an die Person des Herrn betonen (Joh. 13,19), dass Er der wahrhaftige Gott ist.

„Ego eimi” (die absolute Gottesformel)

Die Juden missverstanden, was Jesus gesagt hatte und glaubten, er nehme in Anspruch, ein wirklicher Zeitgenossen Abrahams zu sein (Joh. 8,57). (S. 205)

Diese Behauptung ist reine Spekulation und durch die Aussagen des Neuen Testamentes in keinster Weise gedeckt. Hinzu kommt, dass der Herr Jesus dieses „Mißverständnis” nicht aufklärte.

….zeigen uns die Bedeutung der bekannten Aussage „ego eimi”: „Ich bin der Verheißene”, „der nach dem gefragt wurde”. Der ehemals Blinde identifiziert sich als „Ich bin die Person, die ihr gesucht habt, als „Ich bin derjenige” (Joh. 9,9, Ann. R.O.) (S.207).

Adoni und Adonai (Psalm 110)

Auch über den Psalm 110 machen die Unitarier sich ihre Gedanken:

In Psalm 110,1 bezieht sich jedoch fraglos der erste Herr, der genannt wird, auf Gott, den Vater, den Einen Gott Israels (wie auch an etwa 6700 weiteren Stellen). Das zweite Wort für „Herr” (hier: „mein Herr”) ist adoni (d. h. Adon mit der persönlichen Nachsilbe „i” („mein”). Es ist erstaunlich, dass eine Anzahl von Kommentatoren fälschlicherweise annimmt,, dieser zweite Herr sei „adonai”, siehe z. B. The Bible Knowledge Commentary (Hrsg. Walvoord und Zuck….)…… Tatsächlich ist das hebräische Wort für „mein Herr” nicht „adonai” sondern „adoni”, welches niemals für Gott gebraucht wird, dagegen aber oft für den König Israels und andere menschliche Oberste…”Adoni”, „mein Herr”, „mein Meister” bezieht sich in keinem Fall auf Gott. Andererseits ist „adonai” die besondere Form von „adon”, eine Anrede, die dem Einen Gott vorbehalten ist.” (S. 47f.) „Vincent Taylor gibt zu, dass in Vers 8 der Ausdruck „o Gott” als Anrede an Jesus gerichtet ist, aber er sagt ebenfalls, dass der Schreiber des Hebräerbriefs nur den Psalm zitiert und seine Terminologie gebraucht hat, ohne den Vorsatz, Jesus als Gott zu bezeichnen….und in Analogie zum „mächtigen Gott” aus Jes. 9,6, könnte „Gott” einfach als ein königlicher Titel angesehen und so auf Jesus als davidischen Messias angewendet worden sein (Jesus, God and Man (New York: Macmillan, 1967), S. 24, 25). (S. 77).

In der Konsonantenschrift des Hebräischen schreibt man adoni gleich wie adonai. Der Kontext entscheidet. In Ps 110 kann man mit Fug und Recht „adonai” lesen. Die genaue Funktion des Morphems „y“ ist umstritten. Es kann sich um eine Pluralform, ein Suffix für die 1. Person Singular oder um eine Bezeichnung des Herrschens handeln, also „Herren“, „mein Herr“ oder „herrschender Herr“ (vgl. Davidson, Analytical Hebrew and Chaldee Lexicon).

Exkurs: Einige hebräische Namen und Titel des Vaters und des Sohnes

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer:

Römer 15, 4
All das, was vorher geschrieben wurde, ist gerade uns zur Belehrung geschrieben worden, damit wir durch Ausharren und durch den Zuspruch der Schriften Zuversicht haben mögen.

Das möge auch unter uns geschehen: Das Wissen um die Bedeutung der in den hebräischen heiligen Schriften verzeichneten Namen und Titel unseres Gottes und Vaters und unseres Herrn Jesus Christus darf uns ein Zuspruch sein und uns in der Zuversicht stärken. Die mannigfachen göttlichen Bezeichnungen werden uns in der Erkenntnis der Eigenschaften Gottes weiterführen.

Der Titel El

In  steht geschrieben:

1. Mose 14, 18-20
Da brachte Melchisedek, der König von Salem, Brot und Wein heraus, denn er war ein Priester Els, des Allerhöchsten. Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram von El, dem Allerhöchsten, dem Eigner der Himmel und der Erde; gesegnet sei El, der Allerhöchste, der deine Gegner in deine Hand überantwortet hat.

El ist der Gott, aus dem und durch den und zu dem hin das All ist (Röm.11:36). Es gibt keinen anderen Gott außer dem einen (1.Kor.8:4). Das hebräische Wort El beschreibt die Haupttätigkeit Gottes, nämlich die des Unterordnens. El darf mit Unterordnender wiedergegeben werden. Der Wortstamm El bedeutet ,,zu hin“ und drückt die Macht aus, andere sich unterzuordnen und zu sich hin zu führen. Dies entspricht der griechischen Bezeichnung ,,theos“, was Platzierer, alles an seinen Platz Setzender bedeutet, denn einer, der jeden an seinen Platz stellen kann, kann sich auch alle unterordnen. Wie wird uns doch dadurch zugesprochen, dass unser Gott und Vater der alles Sich Unterordnende ist. Da es nun viele Unterordner in der Welt gibt, gleichgültig ob sie ihre von Gott abgeleitete Befugnis zu Recht oder missbräuchlich ausüben, können viele diesen Titel führen. So lesen wir in Jesaja 44:15, dass sich jemand aus Holz einen El schnitzt und ihn anbetet. Was die Nationen den Götzen opfern, das opfern sie allerdings den Dämonen (1.Kor.10:20). Jenen ordnen sie sich unter. Auch der Widerwirker, der ,,Gott dieses Zeitalters“, der die Gedanken der Ungläubigen blendet, damit ihnen der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus nicht erstrahle (2.Kor.4:4), ist ein Unterordner. Paulus schreibt dazu:

1.Korinther 8, 5.6
Wenn es zwar auch so genannte Götter gibt (sei es im Himmel oder auf Erden, ebenso wie da viele Götter und viele Herren sind), so ist jedoch für uns nur Einer Gott, der Vater, aus dem das All ist (und wir sind zu Ihm hingewandt), und nur Einer Herr, Jesus Christus, durch den das All geworden ist (und wir sind es durch Ihn)

In Jesaja 31, 3 ist zu lesen:

Jesaja 31, 3
Die Ägypter sind Menschen – und nicht El; ihre Rosse sind Fleisch – und nicht Geist.

Aus diesem Parallelismus, aus diesem Gedankenreim, erfahren wir, dass El Geist ist, wie auch unser Herr sagt:

Johannes 4, 24
GOTT ist GEIST

Der Wortstamm El ist auch Teil vieler Namen, wie zum Beispiel bei Heseki-el, Dani-el und El-ia..
El, der Allgenugsame

1. Korinther 15,28
Als Abram 99 Jahre alt war, erschien JHWH dem Abram und sagte zu ihm: Ich bin El, der Allgenugsame; wandle vor Mir und sei makellos“ (1.Mose 17:1). Und Abraham fand seine volle Genüge in El, der ihm alles gab, die Rechtfertigung sowie einen Sohn. Der hebräische Begriff El-Schaddaj ist abgeleitet von der nährenden Mutterbrust, die dem Säugling ganze Befriedigung gibt. Gott, der Allgenugsame, wird auch uns die volle Genüge geben, die überfließende Erfüllung, wird doch Seine Liebe alle Herzen erfüllen (Eph.3:19) und Er alles in allen sein

Der Titel Elohim

Die Schlusssilbe -im bezeichnet den Plural. Elohim ist die Mehrzahlsform von Eloah und bedeutet: die zu El hin Unterordnenden. Diese können der Vater gemeinsam mit Seinem Sohn oder Boten und sogar Menschen sein. Mose sagte zu dem Volk: „Elohim sprach all diese Worte: Ich bin JHWH, dein Elohim, der dich aus dem Land Ägypten herausgebracht hat, aus dem Haus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter (hebr. Elohim) haben, Mir ins Angesicht“ (2.Mose 20:1-3). Hier haben wir zugleich ein Beispiel für den Gebrauch von „Elohim“ für Götzen; auch sie sind Unterordner, wenn auch üble. Mögen wir hierbei nicht nur an die Schnitzbilder jener Zeit denken, sondern auch Acht auf uns selbst geben, dass wir uns nicht weltlichen oder religiösen Geistesströmungen (z. B. Unitarismus) unterordnen, sei es dem Zeitgeist oder einer Lehre neben der des Apostels Paulus.
Menschen als Elohim

In 2.Mose 21:6 und 22:8,9 werden Menschen, und zwar Rechtsangelegenheiten beordnende Schiedsrichter, Elohim genannt, denn sie verfügen über andere und suchen sie zurechtzubringen.

Johannes 20, 28
Mein HERR und mein GOTT

Es ist eine Tatsache, dass das NT das Wort Gott – in seiner griechischen Form „ho theos” – auf Gott, den Vater, allein ca. 1350 Mal anwendet. Die Worte ho theos (der Eine Gott) in ihrer absoluten Bedeutung werden nirgends mit Sicherheit auf Jesus angewandt. Das Wort, mit dem Thomas Jesus in Joh. 20,28 anredete, war in der Tat „theos”….. (S. 85)

Diese Behauptung entspricht nicht der Wahrheit. In Joh. 20,28 steht im Grundtext „ho theos” (der Eine Gott) und der Kontext belegt, dass sich die Aussage von Thomas explizit auf Jesus bezieht. Auf Jesus wird immer „ho theos” angewandt (mit einer Ausnahme: Joh. 1,1: Stünde der Artikel vor „und Gott war das Wort”, würde sich die Gottheit nur auf das „Wort” beschränken, der Vater und der Heilige Geist wären von ihr ausgeschlossen).

Philipper 2

In Phil. 2 beschreibt Paulus den erhöhten Status des Menschen Jesus. Als Spiegelbild Gottes, seines Vaters, war er „in der Gestalt Gottes” (der Text sagt nicht, dass er Gott war) und erachtete solche „Gleichheit mit Gott” nicht als Privileg, welches für seinen eigenen Ruhm hätte ausgenützt werden dürfen. Jesus, welcher als Messias mit der funktionellen Gleichheit mit Gott ausgerüstet war und dazu ausersehen war, an der Rechten des Vaters zu sitzen, demütigte sich selbst, indem er zum Sklaven der Menschheit wurde, sogar bis zu dem Punkt, als er einwilligte, den Tod eines Verbrechers am Kreuz zu sterben. Jesus zog keinen Nutzen aus der Tatsache seiner königlichen Position als Vertreter Gottes, sondern nahm den Charakter eines Knechtes an. Der Kontrast ist zwischen der Position Gottes, wobei Jesus der Vertreter Gottes ist, und dem Rang eines Dieners. (S. 99 – 100).

Für den Begriff „Raub” steht „Harpagmos” im Grundtext und dieses Wort kommt nur in Phil 2,6 vor. Die Elberfelder Bibelübersetzung sagt dazu: ‚der (Christus) in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub (harpagmon) hielt, Gott gleich zu sein‘ sollte in der intrans. (intransitiven, nicht zielenden, Anm. R.O.) Bedeutung aufgefaßt werden. Der Ausdruck ‚Gott gleich sein‘ ist als Objekt des Verbs ‚für einen Raub halten'(harpagmon hegesato) anzusehen und bedeutet, daß Christus das Mit-Gott-Gleichsein nicht so ansah und krampfhaft festhielt, wie ein Räuber (harpax (…)) Sein….. zusammengeraubtes Gut, seine Beute. Außerdem mußte Christus sich die Gottgleichheit gar nicht rauben, sondern besaß sie seit Ewigkeiten; er war ja ‚in Gestalt (morhphe (…)) Gottes‘, was gleichbedeutend ist mit ‚Gott gleich … Sein‘. Aber die Betonung liegt darauf, daß Christus die Gestalt Gottes losließ, um für uns Mensch zu werden um diese mit der Knechtsgestalt, morphe doulou (…), zu vertauschen.“ (Elberfelder Studienbibel). Wir sollen, so Paulus, die Gesinnung JESU haben. Ihm geht es dabei um die Bereitschaft, sich freiwillig zu erniedrigen, nicht darum, etwas, das uns nicht gehört, an uns zu reißen. Statt dessen sollen wir bereit sein, auf das, was uns gehört, zu verzichten (siehe die Verse vorher). Dann: „Er machte sich selbst zu nichts“ – das heißt doch, Er war vorher etwas und gab dies auf. Hätte Er vorher nichts gehabt und auch nichts an Sich reißen wollen, würde dieser Satz, daß Er sich selbst zu nichts machte, ein Widerspruch sein. Auch dieses: „Er nahm Knechtsgestalt an“ – was war Er denn vorher? Die intransistive grammatikalische Auslegung dieses Wortes macht hier einzig Sinn. Wenn Er nämlich nicht danach trachtete, Gott gleich zu werden, so braucht Er sich auch nicht darum zu kümmern, Knechtsgestalt anzunehmen; die hatte Er dann nämlich schon. Wir sehen also: Der Zusammenhang legt die transistive grammatikalische Auslegung unbedingt nahe; da die Alternative zu viele Widersprüche im Text verursacht, die sich nicht mehr auflösen lassen. Außerdem – wie hätte JESUS denn überhaupt danach trachten sollen, GOTT gleich zu werden? Kein Mensch kann GOTT gleich werden. Es wäre doch völlig untypisch für JESUS, etwas ausdrücklich nicht an Sich reißen zu wollen, was Er ohnehin nicht erlangen kann. Warum etwas bewußt nicht tun, was man eh nicht tun kann? Warum sollte ich danach trachten, keine Frau zu werden, wenn ich sowieso keine Frau werden kann? Wo wäre da die Logik und vor allem das Vorbild für andere, die die gleiche Gesinnung haben sollen?

Der Begriff „Logos”

Für Johannes bedeutete „logos” nicht eine zweite Person in der Gottheit, sondern Gottes Ausdruck Seiner eigenen Persönlichkeit …… Man findet keinen Trinitarismus im Prolog des Johannesevangeliums, wenn das „Wort” als Beschreibung des Planes Gottes und (an dieser Stelle) nicht als Sohn Gottes angesehen wird…..Es war nicht der Sohn Gottes, der präexistent war, sondern das Wort, die Botschaft oder das Versprechen des Lebens. Dieses Versprechen des Lebens wurde in einem menschlichen Wesen ausgedrückt, im Messias Israels. Menschwerdung in der Bibel meint nicht die Menschwerdung einer zweiten Person der Gottheit, sondern die Absicht Gottes, Seinen Geschöpfen Unsterblichkeit zu schenken, wurde offenbart, veranschaulicht und in einem einzigartigen menschlichen Wesen verkörpert. (S. 125 – 134).

Betrachten wir zunächst die Etymologie des Begriffes „Logos”:

– Aufzählen,Erzählung (Rechenschaftsbericht)
– Rechnung,Berechnung, Rechnungsergebnis
– Term. Techn. Der Mathematik: Proportion, Verhältnis, Beziehung.
– seit der 2. Hälfte des 5. Jhdts. Subjektiv: die ratio des Menschen, das Denkvermögen (synon mit nous), die Vernunft, der menschliche Geist und Gedanke.

Das Schwergewicht der „Logos”-Aussage des Prologs liegt dort, wohin schon in 1. Joh. 1,1f. Ein Teil der Aussagen wies: in der Vorzeitlichkeit. Das „egeneto” aus Joh. 1,14 ist der Übergangspunkt: das „Wort” wird geschichtliche Erscheinung. Christologische Präexistenzaussa-gen gehörten zum festen Bastand des gesamten Paulinismus: Röm. 1,4; 8,3; 1. Kor. 10,3 f.; 2. Kor. 8,9; Phil. 2,6 ff.; Gal. 4,4; 1. Kor. 8,6; Kol. 1,16. Das nt.liche uns so auch das johanneische Denken aber hat keinerlei primäres Interesse an einer „Weltvernunft” oder an einem halbgött- lichen Zwischenwesen „Logos”, ….: sondern einzig und allein an dem in der Person JESU Geschehenen. ….”kai theos en ho logos” ……des nach Personifikation Klingenden. Der „Logos” ist wie eine GOTT gegenübergestellte, zwar nie- mals von ihm lösbare, aber dennoch auch nicht bloß eine Funktion GOTTES dargestellte Größe ……. dass das Denken des urchristlichen Autors überhaupt nicht an der Spekulation, …… seinen Ausgang hat, sondern an einer Person, nämlich: der Person JESU CHRISTI, in welchem jenes „sarx egeneto” des „Wortes” geschah. Die Präexistenz des „Logos” ist in Wirklichkeit die Präexistenz des CHRISTUS.” (Quelle: Kittel, Gerhard: Theologisches Wörterbuch zum NT, Stuttgart [Kohlhammer] 1990)

Er war nicht eine bloße Emanation, wie die Arianer es in der frühesten Form ihrer uns bekannten Denkweise erträumten.

Zusammengefasst kann man feststellen, dass die Unitarier den Begriff „Logos” mit „Absicht” bzw. „Versprechen des Lebens” übersetzen. Die Etymologie des Begriffes „logos” ergibt eindeutig, dass er benutzt wird, um ein Verhältis bzw. eine Beziehung zu beschreiben. Welchen Sinn macht es nun, wenn Johannes das Bezie- hung Gottes zu Seinen Gedanken beschreiben will? Daran kann man erkennen, wie konfus und absurd diese Theorie ist. In diesem Fall wird das Verhältnis bzw. die Beziehung zwischen zwei Personen dargestellt und beide Personen werden als GOTT bezeichnet. Weiterhin ergibt sich bei der etymologischen Untersuchung des Begriffes „logos”, dass dieser Begriff erst in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhun- derts die Bedeutung „Absicht”, „Denkvermögen”, „Vernunft”, „Gedanke” bekommen hatte. Johannes konnte diese Begriffe nicht mit dem „logos” verbinden, da diese Bedeutungsformen zu seiner Zeit völlig unbekannt waren.

Das religiöse Gedankengebäude, das die Unitarier verbreiten, stammt aus den Mysterien- Kulten. Durch diese Kulte gewannen außergriechische, vor allem ägyptische theologische Spekulationen Einfluss auf griechisches Denken. So etwa im Isis-Osiris-Mysterium, in der Osiris, der von der Isis erschaffene „logos”, das geistige Abbild der Welt ist. Ähnlich in dem Kult des Hermes, der in dem zum Kult gehörigen „heiligen Text” seinem Sohn Tat (ägypt. Name) berichtet, wie er durch Gottes Erbarmen „logos” geworden sei und damit Sohn Gottes. In dieser Eigenschaft bringt er Ordnungen und Form in die Welt, bleibt selbst aber Mittlerwesen zwischen Gott und Materie einerseits und Gott und dem Menschen andererseits.

Übersetzung von Johannes 1,1

Einige sagen, daß die Aussage in Johannes 1,1 („und das Wort war Gott“) eine Fehlübersetzung sei, und daß es wie folgt übersetzt werden müsse: „und das Wort war göttlich“. Man will damit leugnen, daß Christus Gott war, oder daß er vor seiner Geburt als Mensch als eigenständige Person existierte. Das griechische Wort für GÖTTLICH ist „theios“. Hier, in Johannes 1,1, steht jedoch nicht das griechische Wort „theios“, sondern das griechische Wort „theos“. Und „theos“ bedeutet Gott, nicht göttlich.

Die „Anchor Bible“ hat zu dieser Stelle folgendes zu sagen:

Einige übersetzen: ‚Das Wort war göttlich‘. Doch dies ist zu schwach, denn es gibt im Griechischen ein Adjektiv für ‚göttlich‘ (theios), das der Autor aber gerade NICHT benutzen wollte… Die Übersetzung ‚Das Wort war Gott‘ ist ganz richtig.

Andere übersetzen (z. B. die Zeugen Jehovas):

und e i n Gott war das Wort.

Zur Begründung ziehen sie folgende Argumente heran: Erstens, das Fehlen des determinierten Artikels ho vor theos (im Gegensatz zu dem ersten theos in 1b, wo er nicht fehlt (ton)); zweitens: „jemand, der ‚bei‘ einer anderen Person ist, kann nicht derselbe sein wie die andere Person“ und drittens, würde die Übersetzung „(der) Gott“ den logos zu dem „allmächtigen Gott“ machen, was „nach der Gesamtaussage der Bibel“ nicht wahr sei. Wie haltbar ist die Übersetzung und ihre Begründungen?

Zuerst muss gesagt werden, dass das Fehlen des bestimmten Artikels vor theos in 1c nicht zwingend bedeutet, dass theos undefiniert ist. Es ist hier offensichtlich, dass ho logos das Subjekt (da mit Artikel), und dass theos das Prädikatsnomen ist (da ohne Artikel) dessen Stellung hier vor der Kopula ist. Es gibt daher theoretisch drei Möglichkeiten theos zu übersetzen: erstens undefiniert („ein Gott“), zweitens qualitativ („Gott“) und drittens definiert („[der] Gott“). Der Kontext ist bei dieser Frage entscheidend. Die Übersetzung mit “ ein Gott“ ist grammatikalisch unwahrscheinlich ), theologisch nicht möglich (nach dem johanneischen Allgemeinverständnis von Gott) und vom unmittelbaren Kontext ausgeschlossen. Wir dürfen nicht vergessen, wer Johannes war: ein vom monotheistischen Judentum geprägter Judenchrist. Es ist nicht möglich, dass Johannes hier von „einem Gott“ redet, den er (neben [dem] Gott) verehrt! Der unmittelbare Kontext von Joh 1,1c spricht auch gegen die Übersetzung „ein Gott“.

Beginnen wir mit 1,1a „En archê ên ho logos“. Es ist unübersehbar, dass Johannes auf 1Mo 1,1 anspielt und mit „en archê“ „Bere š ijt“ wiedergibt. Damit sagt Johannes, dass, bevor Gott angefangen hat zu schaffen der Logos schon da war ]. Die ewige Präexistenz des Logos, die damit ausgedrückt wird, schließt die Übersetzung „ein Gott“ aus. Aufgrund der o.g. Fakten können wir erkennen, dass Johannes in seinem Prolog die ewige Präexistenz (vorgeschichtliches Dasein) Jesu, des göttlichen, persönlichen Logos beschreibt, wie auch schon der Prophet Micha getan hat, wenn er schreibt:

Micha 5, 1
Du aber, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Gaustädten von Juda, aus dir soll mir ausgehen, der ein Herrscher sei in Israel, und dessen Ausgänge von der Vorzeit (qädäm), von Tagen der Urzeit (olam) her sind

Der Messias hat demnach mehrere Ausgänge. Nach Amos 9,11 liegt der Anfang des davidischen Hauses auch schon in den Tagen der Urzeit (olam). Der Prophet greift aber noch weiter zurück zu den älteren Verheißungen für Abraham, Jakob und Juda, die alle schon auf den kommenden Messias hinweisen. Derselbe war seit unvordenklichen Zeiten bereits im Kommen begriffen:

Jesaja 48, 16
Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es ward, bin ich da. Und nun hat der Herr, JHWH, mich gesandt und sein Geist

Diese Linie rückwärts wird in der Schrift endlos verlängert. Es ist deshalb beachtenswert, daß Jesus seine ewige Präexistenz und Gottheit nicht von diesen Stellen ableitet, sondern einen anderen Schriftbeweis dafür erbringt:

Matthäus 22,41-46
„Was dünkt euch von dem Christus? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids“. Er spricht zu ihnen: „Wie nennt David ihn denn im Geiste Herr, indem er sagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege unter deine Füße? (Ps. 110, 1). Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er sein Sohn?“ Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand von dem Tage an, ihn ferner zu befragen.

Der Begriff der Ewigkeit des Messias wird im Prophetismus wachstümlich gebildet. In Verbindung mit Jesaja, dem Zeitgenossen Michas, muß Micha 5, l als prophetisches Zeugnis für die ewige Präexistenz des Messias angesprochen werden, so daß dem zeitlichen Ausgang aus Bethlehem der Ausgang aus der Ewigkeit gegenübersteht:

Jesaja 9, 6
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen: „Wunderrat, starker Gott (el), Vater der Ewigkeit (abi ad).

Durch die schriftgemäße Auslegung des Neuen Testaments finden wir die große gerade Linie von Micha 5, l bis Johannes l, l. Das Problem des Messias ist durch Micha in den Mittelpunkt der Weissagung gestellt, herausge- boren aus der Not der Zeit. Diese besteht darin, daß das verheißene Friedensreich einen König haben muß, der größer und mächtiger wäre als alle davidischen Könige, deren Reformationsversuche restlos im Bankrott endigten. Johannes zeigt uns nun den Messias als mensch-geworde- nen Logos, dessen Herrschaft Zeit und Ewigkeit, Himmel und Erde umfaßt und Gottheit und Menschheit vereinigt.

Zeigt uns der Prolog (vgl. l, 1—5) die ewige Vorgeschichte Jesu Christi als den Logos, so bezeugt uns der Täufer Johannes die Ergänzung dazu.

Johannes 1, 11 ff.
Und das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns, und wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit wie eines Einziggezeugten vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm, und laut rufend sagt er von ihm: „Dieser war es, von dem ich sprach: Der hinter mir her Kommende ist vor mir geworden; denn er war wesenhaft mir ein Erster. Denn aus seiner Fülle haben wir alle genommen, und zwar Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben worden, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Gott hat niemand jemals gesehen. Der einziggezeugte Sohn, der in des Vaters Schoß hinein ist (sein Wesen hat), jener hat es kundgemacht (erklärt)

Das „und“, mit dem dieser Abschnitt beginnt, weist auf Vers 11 zurück und bezeichnet den Fortschritt im heilsgeschichtlichen Werden. CHRISTUS als das Wort (logos) war nicht nur der Kommende auf der zunehmenden prophetischen Heilslinie im Alten Testament bis zu Seinem öffentlichen Auftreten auf dem Boden Israels, sondern wurde Fleisch und zeltete unter uns. Hier haben wir wohl den stärksten Ausdruck der Menschwerdung GOTTES. Er ist wirklich Mensch geworden. Er hat sich entäußert, das heißt: Er entleerte sich Seiner Gottheit und wurde ein Mensch unter uns. Er wollte nichts anderes sein als ein wahrer Mensch (vgl. Phil. 2, 7), „der“ Mensch in Gottes Augen. Wenn nun gesagt wird:

Johannes 1, 11
Das Wort wurde Fleisch …

so ist mit „Fleisch“ (sarx) nicht das sündige Fleisch gemeint, sondern Fleisch als die materielle Naturbasis des Menschen, wie Gott ihn gewollt und erschaffen hat (vgl. l. Mos. 2,11-24; Matth. 19, 4-6; Eph. 5, 30-32); und mit dem Werden ist nicht nur der einfache Geburtsakt gemeint, sondern ein heilsgeschichtliches Werden, das bis in die ewige Präexistenz des Messias zurückweist (vgl. Mich. 5, l).

Die Granville-Sharp-Regel

Auch die Granville-Sharp-Konstruktion wird erwähnt:

Eine Anzahl zeitgenössischer Diskussionen machen die sogenannte „Granville Sharp’s Rule” geltend, um ihren Anspruch, Jesus werde in Titus 2,13 (und 2. Petrus 1,1, Anm. R.O.) der „große Gott und Heiland” genannt, zu unterstützen…. Eine große Anzahl von Grammatikern und Bibelgelehrten haben erkannt, dass das Fehlen des bestimmten Artikels vor „unser Heiland Jesus Christus” äußerst ungeeignet ist, um den trinitarischen Anspruch, Jesus werde hier „der große Gott” genannt, zu begründen. (S. 259f.)

Das Leugnen der Granville-Sharp-Regel erinnert mich an die berühmten drei Affen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Sharp’s Regel ist solch ein fundamentaler Grundsatz in der griechischen Grammatik, dass Griechisch-Studenten oft schon in ihrem zweiten Ausbildungsjahr damit bekanntgemacht werden. Die Regel, die 1798 entdeckt und in einer Formel formuliert wurde, besagt dass, wenn zwei personenbezogene, im Singular stehende Substantive (aber keine Eigennamen), die denselben Kasus haben, miteinander mit „und“ verbunden sind und nur das erste den definitiven Artikel hat, sich dieser Artikel auf beiden Begriffe bezieht. Allein aus diesem Grund ist die Übersetzung

Titus 2, 13
die Erscheinung unseres großen Gottes und Retters, Jesus Christus

die geeignetste. Zu Gunsten dieser Übersetzung sprechen auch noch die folgenden Argumente:

Erstens, die „Erscheinung“ bezieht sich im NT durchgehend auf eine einzige Person, nämlich auf Christus. Zweitens, die Formel „Gott und Heiland“ wurde in der religiösen Terminologie des ersten Jh. üblicherweise als Titel zur Bezeichnung von einer einzigen Person bzw. Gottheit gebraucht. Es gibt viele fundamentale Standardwerke, die die Granville-Sharp-Konstruktion belegen. Eines dieser Werke ist das maßgebende Werk von Werk von Dana und Mantey. Im Einklang mit anderen Gelehrten erklären diese, daß das Griechische von Titus 2,13 definitiv

zur Geltung bringt, dass JESUS der große GOTT und Heiland ist. (Dana; Mantey: A manual Gramar of the Greek New Testament, S. 147).

Die Grammatiker betonen, dass nur eine Person gemeint ist und nicht zwei. Winer Schmeidels Grammatik (S. 158) sagt:

Die Grammatik verlangt, dass eine Person gemeint ist.

A. T. Robertsons World Pictures in the New Testament (Wortbilder im Neuen Testament) (Bd. 6, S. 147) stellt fest:

Eine Person, nicht zwei. (Vgl. Moultons Grammar, Bd. 3, S. 181).

Soweit es die griechischen Gelehrten betrifft, ist es ein klarer, abgeschlossener Fall. In einem Kommentar betreffs Titus 2,13 weist A. T. Robertson darauf hin daß Dr. Moulton „die meisten Papyrus Beispiele von VII A. D. fand, die zeigen, daß

Titus 2, 13
unser großer GOTT und Heiland

unter den griechisch-sprechenden Christen eine geläufige Redewendung war… (Robertson, A. T.: A Grammar of the Greek New Testament in the Light of Historical Research, S. 786). Dieses eben erwähnte Zitat wurde der unfangreichen Grammatik von über 1.454 Seiten von Dr. A. T. Robertson (dem maßgebenden Werk über neutestamentliches Griechisch) entnommen. Die griechischen Gelehrten bezeugen, daß Sharps Regel JESUS selbst als

Titus 2, 13
unseren GOTT und Heiland[/stext]

in Titus identifiziert. Zusätzlich zu Titus 2,13 identifiziert Paulus CHRISTUS mit GOTT in 2. Kor. 5,19; Römer 9,5; 1. Thess. 3,11 (im gr. Grundtext); 2. Thess. 2,16.17 (gr. Grundtext); Kolosser 1,19; 2,9 und 1. Tim. 1,16.17.
Was haben die Urchristen geglaubt?

In einer der ersten säkularen Berichte über die Christen charakterisiert nämlich Tacitus die „Chrestianoi“ um ca. 100 n. Chr. dadurch, daß diese sich auf den gekreuzigten Zimmermann „Chrestos“ berufen, den sie als Gott verehren. Tacitus sagt also schlicht und einfach: Die Christen sind diejenigen, die Christus als Gott verehren.

Genauso zeigen auch die Berichte der apostolischen Väter aus der Zeit von 90 – 150 n. Chr, daß die Urchristen der Bibel gemäß an die Gottheit Jesu geglaubt haben. Diese apostolischen Väter werden nach der Überlieferung als Schüler der Apostel und als die ältesten Kirchenlehrer angesehen. Zu ihnen gehören unter anderem Barnabas (nicht identisch mit dem aus der Apg.), Clemens, Justin der Märtyrer, Romanus, Ignatius, Polycarp, Hermas und der namentlich nicht bekannte Verfasser des Briefes an Diognet und Papias. Vor allem von Ignatius sind viele Lehrbriefe an verschiedene Gemeinden überliefert, die sehr hoch im Ansehen standen. Ignatius mußte in einem seiner Briefe sogar betonen, daß seine Briefe nicht mit denen des Paulus auf einer Stufe stünden und kein Wort Gottes seien, da er kein Apostel sei.

Ignatius schreibt in seinem Brief an die Epheser sehr oft über Christus als Gott. Zum Beispiel schreibt Ignatius in Kapitel 7:

Dort ist ein Arzt, der sowohl Fleisch als auch Geist besitzt, beides gemacht und nicht gemacht, Gott im Fleische existierend […] Wir haben auch als einen Arzt den Herrn, unseren Gott Jesus Christus, den einziggezeugten Sohn und das Wort, bevor die Zeit begann…

In Kapitel 17 heißt es:

Und warum sind wir nicht alle klug, da wir die Erkenntnis Gottes empfangen haben, welche Jesus Christus ist.

In Kapitel 18 geht es weiter:

Denn unser Gott Jesus Christus war gemäß der Bestimmung Gottes empfangen im Leib durch Maria, vom Samen Davids, aber durch den Heiligen Geist.

In Kapitel 19 schreibt Ignatius:

Gott selbst offenbarte sich in menschlicher Gestalt […] Gott wurde offenbart als Mensch…

In seinem Brief an die Magnesier schreibt Ignatius in Kapitel 8, daß ein Gott ist, der sich selbst durch Jesus Christus, seinen Sohn und sein ewiges Wort geoffenbart hat. Im Brief an die Trallier wird Jesus Christus in Kapitel 7 „unser Gott“ genannt. Im Brief des Ignatius an die Römer wird Jesus Christus in der Grußformel als Gott bezeichnet, ebenfalls in Kapitel 3.

Im Brief an die Philadelphier schreibt Ignatius in Kapitel 6

daß jemand, der Christus nicht als eingeborenen Gott, das Wort Gottes, bekenne, eine Schlange sei.

Auch im Brief des Ignatius an Polycarp schreibt Ignatius in Kapitel 8:

In unserem Gott, Jesus Christus….

Im Brief an die Smyrnaer nennt Ignatius in Kapitel 1 Jesus Christus

Gott, das Wort.

Im Brief des Barnabas (ca. 120) wird in Kapitel 5 die Stelle 1.Mose 1,26 zitiert, wo Gott spricht:

Laßt uns Menschen machen.

Barnabas argumentiert hier genauso wie ich (eher umgekehrt – mein Argument stammt nämlich letztlich aus dem Barnabasbrief und ist daher fast 1900 Jahre alt) indem er sagt, daß Christus der Herr der ganzen Welt sei, zu dem Gott in dieser Bibelstelle spricht.

In seiner ersten Apologie (vor dem Jahr 130) widerlegt Justin den heidnischen Vorwurf des Atheismus und verdeutlicht, daß die Christen den Schöpfer des Weltalls, an zweiter Stelle den Sohn und an dritter Stelle den prophetischen Geist anbeten (Kapitel 13). Justin nennt Jesus in Kapitel 63 einen

Engel und Apostel, der auch Gott ist.

Im Brief an Diognet (ca. 100), dessen Autor namentlich nicht bekannt ist, steht in Kapitel 7 über Jesus Christus ausdrücklich:

Gott sandte ihn als Gott

In Kapitel 11 steht, daß Jesus von Ewigkeit her sei. Der Begriff “Dreieinigkeit” stammt aus dem Jahr 325. Inhaltlich haben die Christen allerdings schon von Beginn an an einen dreieinigen Gott geglaubt – an Jesus, in dem Gott Mensch wurde:

Johannes 20,28
Thomas antwortete und sprach zu Ihm (Jesus): Mein Herr und mein Gott!

Exkurs: Die Präexistenz JESU

Wollen wir die Person unseres Herrn studieren, so schlagen wir unwillkürlich das NT auf. Die ersten Kapitel der Evangelien berichten von Seiner Geburt. Doch wer wurde geboren? Ist Seine Geburt der Anfang Seiner Geschichte oder nur ein weiteres Kapitel Seiner Biographie?

Unter der Präexistenz Jesu Christi verstehen wir Seine personenhafte Existenz vor der Fleischwerdung (Geburt). Gibt es keine Präexi- stenz Jesu Christi, so gibt es keine Trinität. Dann wäre Jesus nicht Gott, sondern ein Lügner. Das gesamte Heilsgeschehen am Kreuz, die Auferstehung, unsere Errettung, beruht auf der Tatsache der ewigen Existenz Jesu Christi. Als unser Herr auf dieser Erde lebte, gab Er selbst immer wieder Zeugnis davon, daß Er bereits vor Seiner Geburt existierte: Joh. 3,17.31 und Joh. 6,38. Es verwundert uns nicht, daß besonders viele dieser Verse im Johannesevangelium zu finden sind (z. B.: Joh. 3,13.16; 6,33.42.50. 51.58.62; 7,29; 8,23.42). Gerade das Johannes- evangelium hat zum Ziel, die Gottheit unseres Herrn in besonderem Maße darzustellen. Dies bestätigt Johannes am Ende seines Buches: Joh. 20,31. Doch wieweit läßt sich die Präexistenz Jesu Christi in die Vergangenheit zurückverfolgen? Joh. 1,15. Zum Zeitpunkt der Geburt Jesu war Johannes bereits 6 Monate alt (Lk 1,26)! Jesus nennt in einem Gespräch mit den Juden einen noch viel früheren Zeitpunkt: Joh. 8,58

Er sagt nicht: „war ich“, sondern benutzt das präsentische „bin ich“, was den schon immer anhaltenden Aspekt unterstreicht. Die Juden verstanden, daß Er sich mit dieser Aussage Gott gleichstellte (2.Mose 3,14) – in ihren Augen eine Gotteslästerung, die die sofortige Steinigung rechtfertigte (Joh 8,59).

Wir finden die Existenz unseres Herrn vor der Erschaffung der Welt: Joh. 17,5.24; Eph. 1,4

Nur ein ewiger Gott ist Gott! Nur wenn die Präexistenz Jesu bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten zurückreicht, ist Er wirklich Gott. Kol 1,16.17

In diesen Versen lesen wir, daß alles durch Ihn geschaffen ist. Also kann Er selbst nicht erschaffen sein. Er ist ewig – ohne Anfang und Ende (Hebr 7,3). Diese wunderbare Tatsache wurde im AT verkündigt, im NT bestätigt und von unserem Herrn Jesus bezeugt: Micha 5,1; Joh. 1,1

Fazit:

Gerne werden die vielen Bibelstellen übersehen, die unmißverständlich deutlich machen, daß Jesus Christus Gott ist. Es ist ja keineswegs so, daß man von irgendeinem Satz allein Jesu Gottsein ableiten müßte. Sondern man wird schier erschlagen von der Masse der Belege, die ich im Rahmen dieses Artikels nicht einmal alle aufführen kann, weil ich in meiner Bibellese immer noch ständig auf neue, gewichtige Argumente stoße. Daß Jesus Gott ist, wird zum Beispiel ausdrücklich gesagt in Römer 9,5; Titus 2,13; 1. Johannes 5,20. Selbst die Zeugen Jehovas müssen anerkennen, daß Jesus „ein Gott“ ist – wenn auch angeblich nicht derselbe Gott wie der Vater. Dies ist natürlich schon fast ein verkappter Polytheismus. Durch diese bibelwidrige Idee haben die Zeugen Jehovas dementsprechend Probleme mit den Bibelstellen, die deutlich machen, daß es nur einen wahren Gott gibt. Zum Beispiel Jesaja 44,6 oder noch besser:

Jesaja 45, 22
Denn ich bin Gott und keiner sonst.

Wenn man diese Stelle liest und dann fragt, ob nach der Lehre der Zeugen Jehovas Jesus nun ein wahrer oder ein falscher Gott ist, geraten die meisten Zeugen etwas ins Schwierigkeiten…..Die Bibel sagt deshalb auch eindeutig, daß Jesus nicht nur „ein“ Gott, sondern derselbe Gott ist.

Daß Jesus derselbe ist, der schon die Propheten des Alten Testaments gesandt hat, um Israel zur Buße zu rufen, ist den Worten Jesu deutlich zu entnehmen:

Matthäus 23, 37
Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!

Oder vergleiche einfach mal Offenbarung 1,8 mit Offenbarung 22,13. Alpha und Omega sind der erste und letzte Buchstabe des griechischen Alphabeths.

Offenbarung 1, 8
der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

In Offenbarung 22,13 wird aber genau der gleiche Titel von Jesus gebraucht, vgl. im selben Kontext Offenbarung 22,16:

Offenbarung 22, 16
Ich, Jesus, habe….

Dasselbe sagt auch Offenbarung 1,17-18:

Offenbarung 1, 17.18
Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.

Der Titel „der erste und der letzte“ ist ein Titel Gottes, vgl. Jesaja 48,12 und Jesaja 44,6. Doch wer ist es denn, der hier spricht und von sich sagt: „und ich war tot“ ? Ist es Gott, der Vater ? Nein, es ist Jesus und er führt den Titel Gottes.

Lies bitte Apg. 16,6.7. Hier wird hier ganz selbstverständlich einmal vom Geist Gottes und das andere mal vom Geist Jesu gesprochen. Für die Apostel ist das offenbar dasselbe. Vergleiche dazu auch Galater 4,6.

Der Vater redet seinen Sohn in Hebräer 1,8 selbst als „Gott“ an! Wenn der Vater hier selbst seinen Sohn als Gott anerkennt, werden meines Erachtens auch wir nicht umhin kommen, dies ebenso zu tun. Wenn wir das tun, müssen wir aber an Jesaja 45,22 denken:“Denn ich bin Gott und keiner sonst“.

Wenn Jesus Gott ist, es jedoch gleichzeitig nur einen Gott gibt, dann ist Jesus offensichtlich derselbe Gott!

Vergleiche Johannes 20,28 bitte mit Offenbarung 22,8.9. Johannes fällt hier nieder, um einen Engel anzubeten. Im Gegensatz zu Jesus verbittet es sich der Engel jedoch, angebetet zu werden. Wenn Jesus tatsächlich nicht selbst Gott wäre, hätte er in Joh.20,28 Götzenverehrung zugelassen.

Weitere Stellen, wo Menschen in der Bibel unmittelbar Jesus anbeten sind übrigens Apg. 7,59-60; Apg. 22,7-10; Lukas 24,52; Offenbarung 1,5-6; Offenbarung 5,13; Offenbarung 7,10; Offenbarung 22,20.

Johannes hält es dementsprechend in 1.Johannes 5,13-14 offenbar für selbstverständlich, daß der Sohn Gottes Gebete erhört. In Philipper 2,9-11 sollen alle ihre Knie vor Jesus beugen, was jedenfalls göttliche Verehrung bedeutet. Paulus bezeichnet die Christen als schlicht diejenigen, die

1.Korinther 1, 2
den Namen Jesu anrufen

Danach sind überhaupt nur diejenigen Christen, die Jesus anbeten (= „den Namen Jesu anrufen“). In diesem Sinne ist wohl auch 1.Johannes 2,23 zu verstehen. Die typisch katholische Dialektik, daß ein Unterschied zwischen „anbeten“ und „anrufen“ bestünde, dient in meinen Augen lediglich der wortspalterischen Verschleierung der Tatsache, daß viele Katholiken Maria und die Heiligen als Götter verehren und kann sicher nicht auf 1.Korinther 1,2 übertragen werden, da Paulus solche Differenzierungen nicht kannte.
JESUS besitzt Eigenschaften, die nur GOTT hat

1. Ewige Existenz: Es gibt hunderte von Bibel- stellen, die die ewige Existenz Jesu in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft belegen: z.B. Johannes 1,1; Offenbarung 1,17.18 – es ist offensichtlich, daß es Jesus ist, der hier spricht, da der Vater nicht tot war. Jesus bezeichnet sich hier ausdrücklich als

Offenbarung 1,17.18
der erste und der letzte.

Wer außer Gott könnte sich so nennen ? Darüberhinaus sagt Jesus auch von sich selbst, seit Ewigkeit zu existieren: Johannes 8,58; Johannes 17,5, Offenbarung 1,18, Offenbarung 22,13.

2. Allgegenwart: Die Briefe des Neuen Testaments gehen in vielfältigen Formulierungen von Jesu Allgegenwart aus. Jesus sagt aber auch von sich selbst, allgegenwärtig zu sein: Matthäus 18,20; Matthäus 28,20.

3. Allwissenheit: Jesus wußte offensichtlich Dinge, die nur eine allwissende Person weiß: Matthäus 16,21; Matthäus 24,2 ff.; Lukas 6,8; Lukas 11,17; Johannes 4,29 u.a. Eine Besonderheit ist in diesem Zusammenhang nur Matthäus 24,36 / Markus 13,32 auf die ich nachher noch eingehen werde.

4. Allmacht: Jesus behauptete, allmächtig zu sein und bewies dies auch (z.B. Matthäus 28,18; Markus 5,11-15; Johannes 11,38-44). In Hebräer 13,8 wird Jesus überdies auch die göttliche Eigenschaft der Unveränderlichkeit zugesprochen.

Weiterhin vollbringt Jesus Dinge, die offensichtlich nur Gott tun kann:

1. Sünden vergeben: Jesus vergibt an vielen Stellen Sünden, als Beispiel für viele bekannte Stellen: Markus 2,1-12.

2. Leben geben: Jesus verheißt, daß er ebenso wie der Vater Tote auferweckt, wie er will (Johannes 5,21) und daß er sogar selbst das Leben IST (Johannes 14,6). Welcher Mensch könnte das von sich behaupten?

3. Schöpfung: Gott Jahweh ist der Schöpfer (1.Mose 1,1), doch der dreieinige Gott Jahweh hat alles durch Jesus geschaffen: (Johannes 1,3; Römer 11,36; 1.Korinther 8,6; Kolosser 1,16-17; Hebräer 1,2; Offenbarung 4,11). Jesus kann schon deshalb nicht seinerseits vom Vater geschaffen worden sein, denn sonst wäre nicht alles durch ihn geworden, was geschaffen wurde (Johannes 1,3).

4. Gericht: Jesus sagt, daß er die Menschen richten werde (für viele Stellen z.B. Johannes 5,22-27)

Jesus ist der Sohn Gottes. (z.B. Johannes 1,34.49; 5,25; 9,35; 20,31; Matthäus 4,3; 8,29; 14,33; 16,16; 26,63; Lukas 1,35 – Vgl. dazu auch 2.Johannes 3; Johannes 3,35; 5,19-26; 6,27.37.44; 8,16.28; 10,15.17.30.36.38; 12,50; 13,1.3; 14,8-9; 17,1.5.11.21-25; Lukas 2,49; 22,29; 24,49). Schon im Alten Testament wird übrigens der Messias ausdrücklich als der Sohn Gottes bezeichnet: Vgl. Psalm 2,7-12. Als Sohn Gottes hat sich Jesus auch selbst bezeichnet (z.B. Johannes 10,36).

Obwohl der Zusatz „Sohn“ auch Nachkomme heißen kann, so trägt er auch stets die Bedeutung „von der gleichen Art wie“ in sich. Die Bezeichnung „Sohn Gottes“ bedeutet bei Jesus, daß er von demselben Stand oder derselben Art wie Gott ist, was einen eindeutigen Anspruch auf Göttlichkeit darstellt. Wenn Jesus von sich selbst sagte „Ich bin der Sohn Gottes“ (Johannes 10,36), so verstanden seine Zeitgenossen sehr wohl, daß er sich dadurch mit Gott gleichstellte – voll und ganz auf derselben Stufe wie der Vater. Dies erkennt man auch aus dem Verhör vor dem Hohen Rat, wo die Bestätigung Jesu, er sei der Sohn Gottes als Gotteslästerung gewertet wurde: Lukas 22,70; Matthäus 26,63-65. Es ist übrigens in diesem Zusammenhang auffällig, daß Jesus sich gleichzeitig als Sohn Gottes und als Menschensohn bezeichnet: Er drückt damit selbst aus, daß er „gleicher Mensch und gleicher Gott“ ist.

Ein eindeutiger Anspruch Jesu auf Göttlichkeit findet sich auch in Johannes 10,30, wo Jesus lapidar erklärt, daß er und der Vater eins sind. Mit einigem Aufwand verrenken sich die Unitarier und manch andere hier, um diese Stelle in ihr System zu pressen. Sie berufen sich dabei auf Johannes 17,21-23. Ich denke, daß diese Stellen so nicht miteinander in Verbindung zu setzen sind. Das Einssein in Johannes 17,21-23 ist offensichtlich nur als ein geistiges Einssein zu verstehen. Würde man die Beziehung Jesu zum Vater auf dieses geistige Einssein reduzieren, würde de facto aus Johannes 17,21-23 folgen, daß jeder gläubige Christ im selben Verhältnis zum Vater wie Jesus Christus stünde. Dann könnten wir uns alle als „Sohn Gottes“ bezeichnen und jeder von uns könnte von sich behaupten: „Der Vater und ich sind eins“. Jeder von uns könnte sagen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Johannes 14,9) Jesus hätte uns in seinem Verhältnis zum Vater nichts voraus. Das kann es doch wohl nicht sein? Im übrigen möchte ich auf zwei Dinge hinweisen, die bei der fragwürdigen Auslegung von Johannes 10,30 gern übersehen werden: Die Zeitgenossen Jesu haben sehr wohl verstanden, was Jesus mit seinem Ausspruch meinte: daß er sich selbst zu Gott machte.

Lies dazu bitte mal im Zusammenhang Johannes 10,30-33. Auch in Philipper 2,6 wird ausdrücklich gesagt, daß Jesus sich Gott gleich machte.

Jesus Christus ist

1. Timotheus 3, 16 (Textus Receptus), vgl. Joh. 1,14
GOTT geoffenbart im Fleisch

Er war

Philipper 2,6
in Gestalt GOTTES und hielt es nicht für einen Raub, GOTT gleich zu sein.

JESUS

Philipper 2, 7
nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden

Aber Jesus ist

Römer 9, 5
GOTT, gepriesen in Ewigkeit

In 1.Johannes 1,2 wird von Christus als dem geoffenbarten ewigen Leben, welches bei dem Vater war, gesprochen (vgl. Johannes 14,6). Kapitel 4 und 5 des 1. Johannesbriefs zeigen Christus als

1. Johannes 4, 2.3, vgl. mit Joh. 1,14
im Fleisch gekommen

als den eingeborenen Sohn, der

1. Johannes 4, 9, vgl. mit 1. Joh, 3,5-8
in die Welt gesandt

als Heiland der Welt (1.Johannes 4,14), Jesus, den Sohn Gottes (1. Johannes 4,15), als den Christus (1. Johannes 5,1) als den, der gekommen ist durch Wasser und Blut (1. Johannes 5,6) und schließlich als den, der

1.Johannes 5, 20
der wahrhaftige Gott und das ewige Leben ist

Spätestens wenn man 1.Johannes 5,20 mit 1.Johannes 1,2 vergleicht, wird klar, daß das ewige Leben bei dem Vater und gleichzeitig der wahrhaftige Gott selbst ist. Es handelt sich dabei um die gleiche Art von Gleichzeitigkeit wie in Johannes 1,1 (siehe oben).

Markus 10,18 ist nach allgemeiner Auffassung so zu verstehen, daß Jesus hier sinngemäß fragt: „Wenn du glaubst, daß ich nur ein menschlicher Lehrer bin, warum nennst du mich dann gut?“ Jesus will also gerade darauf hinweisen, daß er eben kein normaler menschlicher Lehrer, sondern Gott selbst ist.

Jesus ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes – wer ihn sieht, hat den Vater gesehen:

Johannes 4, 7.9.10; 12, 45
Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen, und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen … Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen … Glaubst du nicht, daß ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst, der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke … Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

Wer aufmerksam liest, wird merken, welcher Anspruch hinter diesen Bibelstellen steht. Jesus ist viel mehr als ein “Prophet”, sondern er ist der fleischgewordene Gott (1.Johannes 4,2-3; Johannes 1,1; 1,14) und als solcher Gottes Ebenbild (2.Korinther 4,4). Die Eigenschaft Jesu als Abglanz der Herrlichkeit Gottes (Hebräer 1,3) bedeutet nicht, daß er ein anderer als der Vater wäre, sondern vielmehr steckt dahinter, daß jede fleischliche Manifestation Gottes immer nur „Abbild“ der vollständigen Herrlichkeit Gottes sein KANN. Wer meint denn, daß der allgegenwärtige und unendliche Gott durch einen begrenzten und nur an einem Platz befindlichen menschlichen Körper vollständig repräsentiert werden könnte ? Doch wohl kaum. Jede Manifestation Gottes in Menschengestalt muß daher bloßer Abglanz bleiben! Dennoch ist es derselbe Gott, der sich hier manifestiert. Nur weil er wirklich derselbe Gott ist, kann Jesus Aussagen wie Johannes 12,45 und Johannes 14,9 machen. Da Jesus durch seine menschliche Gestalt den Vater nicht vollständig repräsentieren kann, ist der Vater auch größer als er (Johannes 14,28). Das ist nur logisch: Der allgegenwärtige und unbegrenzte Gott ist größer als seine Manifestation in Menschengestalt.

Dennoch ist Jesus SEINE Manifestation und nicht ein anderer – schon gar nicht ist Jesus ein bloßer Mensch.

Paulus schrieb über Gottes Sohn, dass er

Römer 1, 3
aus der Nachkommenschaft Davids gekommen ist dem Fleische nach

Das griechische Wort für „gekommen“ ist auch ginomai , wörtlich „wurde“. Es bezeichnet die Verwandlung von einem Zustand in einen anderen. Paulus sagt sicher nicht, dass Jesus bei seiner Inkarnation geschaffen wurde, sondern dass er, der in Ewigkeit ausschließlich göttlich war, nun zu einem menschlichen Nachkommen Davids geworden war. Ein wichtiger Punkt betrifft unsere Erlösung. Die GOTTHEIT JESU ist direkt mit unserer Erlösung verbunden. Weil kein Geschöpf imstande ist, für die Sünden eines anderen einzustehen (Hes. 14,14), kann Jesus kein geschaffenes Wesen sein, das an Gottes Stelle die Menschen erlöst. Durch den Tod seines Sohnes engagiert sich Gott vielmehr selbst, um die Sünder zu retten. Paulus schreibt, dass Jesus göttliche Gestalt hatte, Gott gleich war und sich selbst erniedrigte (Phil. 2,5-8). Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes und hat die Fülle der Gottheit (Kol 1,15; 2,9). Er hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens (Hebr. 7,1-3; hier verglichen mit Melchisedek).
Beliebte Einwände der Unitarier

Ist die Trinität GOTTES unlogisch? Die Unitarier (z. B. Arianer) behaupten, dass die Trinität GOTTES unlogisch sei und nur verwirrend wirke, und deshalb als unbiblisch abzulehnen sei. Doch wer die Dreieinigkeit mit Logik zu begründen versucht, wird scheitern. Auf Grund seiner in die Sünde gefallenen Natur ist es dem Menschen unmöglich, Gott aus eigener Kraft und logisch-philosophischen Überlegungen heraus zu erkennen. Obwohl die Natur Gott „verkündigt“ (vgl. Ps 119) verkehrt der Mensch das richtige Gottes Bild (vgl. Röm 1,21-23). Die menschliche Logik war nie der Maßstab, woran Gott sich messen ließ.

„Jesus ist der Erstgeborene, das bedeutet doch, dass er geschaffen wurde!” Was wollte Paulus mit „Erstgeborener (prôtotokos) aller Schöpfung“ (Kol 1,15) sagen? Prôtotokos heißt „erstgeboren“ und kann (nach Louw & Nida) „firstborn“, „existing before“ oder „superior“ bedeuten. Es ist auf Grund des Kontextes nicht möglich, Jesus hier als einen Teil der Schöpfung zu sehen, denn unmittelbar nach diesem Ausdruck begründet Paulus seine Aussage mit:

Kolosser 1, 15
denn (hoti) in ihm wurde alles (ta panta) geschaffen.

Jesus ist also derjenige, durch den alles in das Sein gebracht wurde, was geschaffen ist, sei es im Himmel, auf der Erde oder unter der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare (V.16).

Zu Recht schreibt Michaelis:

Zielt die Wendung auf die Schöpfungsmittlerschaft Christi, dann kann sie nicht gleichzeitig besagen, er sei als das erste Geschöpf geschaffen worden

Wollte Paulus mit der Bezeichnung der das Bild des unsichtbaren Gottes ist (15a) die Beziehung Jesu zu dem Vater zeigen, so wollte er parallel dazu mit Erstgeborener aller Schöpfung seine Beziehung zur Schöpfung klarstellen: Jesus ist der Schöpfung weit überlegen (vgl. V.17: „er ist vor allen“, V.18a: „er ist das Haupt“, V.18b: „er ist Anfang, der Erstgeborene aus den Toten“, V.18c: „damit er in allem den Vorrang habe“). Diese Parallelen zeigen sehr eindeutig, dass Paulus in V.15 den Rang Jesu in Bezug auf die Schöpfung und seine Überlegenheit meint. Daher ist der Genitiv als ein Genitiv der Beziehung zu fassen: „der Erstgeborene in Bezug auf die Schöpfung“ bzw. ein Genitiv des Vergleiches „der Erstgeborene, der über allem Geschaffenen steht“. Es ist aber vom Kontext her nicht möglich, hier mit einem genitivus partitivus zu übersetzen (wie es z. B. die Zeugen Jehovas es tun).

Johannes 14, 28
Der Vater ist größer als ich

Das ist der Lieblingsvers der Unitarier, um die absolute Gottheit Jesu und seine vollkommene Gleichheit mit dem Vater zu leugnen. Es stimmt, dass Jesus in seiner Rolle als Knecht, solange Er auf der Erde war, einen niedrigeren Rang einnahm, als der Vater (sogar ein wenig niedriger als die Engel). Ein solcher Rang hebt jedoch nicht Seine göttliche Natur auf. Im selben Abschnitt sagte Jesus zu Philippus:

Johannes 14, 8.9
Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?

Diese Erklärung verdeutlicht, daß Jesus und der Vater in ihrer Natur eins sind. Den einen gesehen zu haben, hieß, den anderen gesehen zu haben (vgl. Joh. 12,44.45). Daher bezogen sich die Worte Jesu, der Vater sei größer, auf seine vorübergehende Position, nicht auf Sein Wesen.

Gott der Vater ist das „Haupt” Christi Dieselbe Beziehung von größer und kleiner wird in 1. Kor. 11,3 illustriert. In dieser Passage werden drei Vergleiche aufgestellt: Mann zu Christus, Mann zu Frau und Christus zu Gott. Der dritte Vergleich zwischen Jesus und Gott ist der , um den es hier geht. „Gott ist das Haupt Christi. Klingst das nicht nach Überordnung?” Beachten Sie, daß dieser Vergleich mit Autoritätsmustern zu tun hat; er beinhaltet keine Unter- oder Überordnung. Vielmehr stellt sich Jesus, solange Er auf der Erde war, freiwillig unter die Führung des Vaters, um sich mit der Menschheit zu identifizieren.

1. Korinther 15, 28
Wenn Ihm (Jesus) dann alles unterworfen ist, wird auch Er, der Sohn, sich Dem unterwerfen, Der Ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem

Auch hier bedeutet das Verb „unterwerfen” nicht eine Ungleichheit der Personen, sondern vielmehr einen Unterschied in den Rollen. Unterwerfung bezieht sich allein auf die Funktion und sich unterwerfen bedeutet nicht notwendigerweise Unterordnung.

Jesus wurde „gezeugt”

„Zeugen” heißt, Vater eines Lebewesens zu werden; „(er-)schaffen heißt „machen”. Das ist der Unterschied: Der Zeugende erzeugt ein Wesen seiner eigenen Art; ein mensch zeugt Menschen, ein Biber kleine Biber, ein Vogel Eier, aus denen kleine Vögel schlüpfen. Wer dagegen etwas macht, bringt etwas hervor, was sich von seiner eigenen Art unterscheidet. Der Vogel baut ein Nest, der Biber Dämme, der Mensch einen Computer. Deshalb: Was Gott zeugt, ist Gott; wie Mensch ist, was der Mensch zeugt. Was Gott erschafft, sit nicht Gott, wie das von Menschenhand Geschaffene nicht Mensch ist. In Hebräer 11,17 wird Isaak als „einziger Sohn” Abrahams bezeichnet, obwohl Abraham zwei Söhne hatte, Isaak und Ismael. „Gezeugt” wird hier im Sinne von „einzigartig, besonders gesegnet oder geehrt” verwendet. Dasselbe trifft in Joh. 3,16 auf Jesus zu. „Monogenes”, das Wort, das mit „einzig (gezeugt)” übersetzt wird, ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt. „Monos” bedeutet „einzeln, einzig, einsam”. „Genes” bedeutet „Nachkomme, Kind, Rasse, Art, Sorte, Spezies”. Es ist ein zusammengesetztes Wort; es bedeutet einzig in seiner Art.

Fazit

Der Unitarianismus bietet für diese durchgängige Darstellung von Gottes Pluralität in der Einheit, die nicht allein im Neuen, sondern bereits im Alten Testament zu finden ist, keine Antworten. Allein der Trinitarianismus kann das erklären. Das Wort „Dreieinigkeit“ oder „Trinität“ kommt als solches in der Bibel nicht vor, doch dieses Konzept wird dort eindeutig gelehrt und kann nicht wegdiskutiert werden. Dieser Begriff eines dreieinen Gottes ist tatsächlich die einzig mög- liche Erklärung für die Einheit und Verschiedenheit, die die Liebe und Gemeinschaft innhalb von Gott ermöglicht. Die Irrlehre, Gott sei ein einzelnes Wesen und nicht drei ewige Personen in einem Gott, wurde um das Jahr 220 n.Chr. von einem libyschen Theologen namens Sabellius erstmalig in die junge Gemeinde eingeschleust. Natürlich hatte er ein Problem, die biblische Sprache über Vater, Sohn und Heiligen Geist zu verwenden, ohne dabei das dreieine Wesen Gottes anzuerkennen. Sabellius behauptete, Gott existiere als einzelne Person, die auf dreierlei Weisen oder unter drei Masken in Erscheinung tritt: als Vater in der Schöpfung, als Sohn in der Erlösung und als Heiliger Geist in Prophetie und Heiligung. Diese Sicht wurde von der überwiegenden Mehrheit der Christen als Irrlehre verurteilt und seit dem stets als solche angesehen, außer von solch abgeirrten Gruppierungen wie der United Pentecostal Church oder der Unitarier. Jesus sagte:

Johannes 3, 35; 5, 20
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben … Der Vater hat den Sohn lieb …

Der Gott der Bibel ist wahrhaft Liebe, nicht nur in bezug auf die Menschheit, sondern vor allem unter den drei Personen Gottes. Und das müssen drei eigenständige Personen sein. Die Auffassung, Vater, Sohn und Heiliger Geist seien lediglich Funktionen, Titel oder Erscheinungsweisen, unter denen Gott sich manifestiert, ist bedeutungslos. Funktionen, Titel und Erscheiungsweisen können nicht einander lieben, beratschlagen und miteinander Gemein- schaft üben. Nicht allein Jesus Christus, der Sohn, wird als Person dargestellt, sondern der Vater und der Heilige Geist sind im Neuen Testament in gleicher Weise personal beschrieben. Das Alte Testament stimmt damit überein. Lesen wir dazu beispielsweise die folgenden Verse:

Jesaja 48, 12-16
Höre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist, ich der Erste, ich auch der Letzte: Ja, meine Hand hat die Grundmauern der Erde gelegt und meine Rechte die Himmel ausgespannt … Ich, ich selbst habe geredet … Tretet her zu mir, hör dies! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es geschah, bin ich da. – Und nun hat der Herr, HERR, und sein Geist mich gesandt

Wir stellen fest, daß der Eine, der hier durch den Propheten Jesaja spricht, von sich selbst spricht als „der Erste“ und „der Letzte“ und der Eine, der alle Dinge geschaffen hat (Vers 13), also Gott sein muß. Aber im selben Abschnitt spricht er von zwei anderen, die gleichfalls Gott sein müssen: Der Herr, HERR, und sein Geist (Vers 16). Diese beiden, die Gott sein müssen haben „mich gesandt“, sagt der Sprechende, der ebenfalls Gott sein muß. Das Neue Testament erklärt diesen Abschnitt, für den das Judentum keine Erklärung bietet:

1. Johannes 4, 14
… daß der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt

Es ist wahr, daß kein Sterblicher die Dreieinigkeit erklären kann, doch genau so wenig kann jemand die menschliche Seele oder den Geist oder die Liebe oder die Schönheit oder die Gerechtigkeit erklären. Der Umstand, daß Gottes Person und seine Macht die menschliche Vorstellungskraft übersteigen. ist kein ausreichender Grund, um Unitarier zu werden. Und auch die Tatsache, daß wir nicht verstehen können, wie der eine wahre Gott drei verschiedene Personen umfassen kann, ist kein zulässiger Grund für eine Ablehnung dessen, was die Bibel angefangen bei 1. Mose bis hin zur Offenbarung uns so eindeutig vorstellt.

Der Apostel Petrus schreibt:

1. Petrus 5, 8
Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe uns sucht, wen er verschlinge

Gerade in Fragen, die mit Gott zu tun haben, dürfen Nüchternheit und Aufmerksamkeit nie außer Acht gelassen werden. Wo Sachkenntnis und Nüchternheit fehlen, kommt es schnell zu falschen Schlußfolgerungen. Die Gefahr fehlender Wachsamkeit kann uns eine amüsante Begebenheit aus dem Leben des dänischen Religionsphilosophen Sören Kierkegaard (1813 – 1855) illustrieren. Er berichtet von einem peinlichen Erlebnis:

Während eines Spaziergangs fiel ihm in der Auslage eines Geschäftes ein Schild mit der Inschrift „Hier wird gebügelt” auf. Die Entdeckung freute ihn, denn eine Bügelanstalt hatte der Junggeselle schon lange gesucht. Am nächsten Tag stand er mit etlichen Kleidungsstücken im Gepäck in diesem Laden. Zu seinem Erstaunen mußte er aber eine ernüchternde Erfahrung machen: In diesem Geschäft dachte niemand daran, sich um seine Wäsche zu kümmern. Vielmehr klärte ihn ein Mitarbeiter darüber auf, daß man hier nicht bügelt, sondern daß hier Schilder hergestellt werden, u. a. für Bügelanstalten. Ein solches Schild hatte Kierkegaard in die Irre geführt. So kurios dieses Erlebnis ist, gibt es doch eine wichtige Wahrheit weiter: Auch ein noch so überzeugender äußerer Anschein kann in die Irre führen. Man sollte sich immer genau informieren, mit wem oder was man es zu tun hat. Dies besonders bei solch wichtigen Lehrfragen wie die Gottheit Jesu. Der Apostel Johannes schreibt:

2. Johannes 7 - 9
Denn viele Irrlehrer sind hinausgegangen in die Welt, die nicht bekennen, dass Jesus der im Fleisch gekommene Christus ist; das ist der Irrlehrer und der Antichrist. Sehet euch vor, dass ihr nicht verlieret, was ihr erarbeitet habt, sondern vollen Lohn empfanget! Wer darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.

Das gr. Wort für „gekommen” lautet „erchomai” und seine wörtliche Bedeutung ist

  • „von einem Ort zu einem anderen kommen“,
  • „her(bei)kommen”,
  • „öffentlich erscheinen”,
  • „auftreten”.

Wenn die Unitarier lehren, dass Jesus erst mit Seiner Menschwerdung geschaffen worden ist, dokumentieren sie, dass sie nicht an den im Fleisch gekommenen Christus glauben – sie glauben an einen anderen Christus (Anti-Christus oder Anstatt-Christus). Die Bibel bezeichnet sie als Irrlehrer. Wie geht der o.g. Textabschnitt nun weiter? „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmet nicht auf in euer Haus und grüßet ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, macht sich teilhaftig seiner bösen Werke.” (2. Johannes 10.11).

Literatur:

– Knight, George: Eine christliche Theologie des Alten Testamentes 1959
– Kittel, Gerhard: Theologisches Wörterbuch zum NT, Stuttgart [Kohlhammer] 1990
– Wörterbuch der Elberfelder Studienbibel
– Diverse Aufsätze (zusammengestellt von Falko Schmidt)
– Coenen, Lothar; Beyreuther Erich; Bietenhard Hans:
– Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament, 9. Aufl., Wuppertal 1993
– Strong, James: Abingdon’s Strong’s Exhaustive Condordance of the Bible, 43. Aufl. 1984
– Meister, Abraham: Namen des Ewigen, Pfäffikon 1973
– Buzzard, Anthony F; Hunting, Charles F.: Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes – die selbst zugefügte Wunde der Christenheit, Linz o. Jg.
– McDowell, Josh; Larson, Bart: JESUS – eine biblische Verteidigung Seiner Gottheit, Weichs 1985
– Graves R. B.: Der Gott zweier Testamente, Wiesbaden o. Jg.
– ARIEL MINISTRIES Freundesbrief, Ausgabe IV/2002
– Wagner, Rainer: Gemeinde Jesu zwischen Spaltungen und Oekumene, 1. Auflage Wuppertal 2002

Online-Artikel:

– Landersheim, Dieter: Die hebräischen Namen und Titel des Vaters und des Sohnes
– Link, Norbert: Lasset uns Menschen machen
– Ingmar: Die Dreieinigkeit Gottes
– Kachouh, Noel: Jesus ist Gott: eine Gegendarstellung zur Lehre der Zeugen Jehovas

2 Gedanken zu „Stellungnahme

  1. Pardon das oben erwähnte Buch habe ich gelesen.
    Die Behauptung, dass sich die Schreiber des erwähnten Buches als Unitarier „outen“ habe ich nicht festgestellt. Sie halten sich nur an die Selbstaussage von dem Allmächtigen, der durch Jesaja spricht, Jes. 44,24.
    Was ist wichtiger, was wie es Jeshua sagen würde, die Schrift, oder die Überlieferungen?
    Sollte man nicht von dem ausgehen, was die ersten Nachfolger Jeshuas von seinen Aussagen verstanden,so wie den Schriften der Apg. und der Brriefe Und nicht die der Interpreten ab ca 150 n.Chr.
    Dann darf man auch prüfen wie das Dogma zur Trinität endstand und wie es durchgestzt wurde!
    Unitarier sind, nach diversen Lexikas:
    Anhänger der religiösen Gemeinschaft des Unitarismus (Religion)
    eine politische Fraktion in der Schweiz von 1798 bis 1803, siehe Helvetische Republik
    eine politische Fraktion im Argentinien des 19. Jahrhunderts, siehe Geschichte Argentiniens
    Mitglieder im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas eine Fraktion bezüglich der Homerischen Frage.
    Keine dieser Ausführungen trifft auf die Autoren zu!

    Prüfet alles, behaltet das GUTE. Prüf so wie die Nachfolger zu Beröa, ob es sich so verhält. Diese prüften anhand der Schrift, damls wie heute die Tenach!
    Nichts anderes!

    4 Denn ist er auch in menschlicher Schwachheit gekreuzigt worden, so lebt er nun durch Gottes Kraft. Wir sind auch schwach wie er; doch in seiner Gemeinschaft werden wir durch Gottes Kraft voll Leben sein, und das sollt ihr erfahren!
    5 Seht zu, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder merkt ihr nicht, daß Jesus Christus in euch wohnt? Ihr wärt sonst nicht echt (im Glauben).
    6 Daß wir echt sind und die Probe bestehen, das sollt ihr hoffentlich erfahren.
    7 Wir beten aber zu Gott, er möge euch vor allem Bösen bewahren. Uns liegt ja nicht daran, daß wir erprobt erscheinenA, sondern daß ihr das Gute tut, – dann wollen wir gern als solche gelten, die die Probe nicht bestehenB.
    A) In der Ausübung der apostolischen Strafgewalt. B) Wenn ihr das Gute tut, dann brauchen wir ja die apostolische Strafgewalt nicht auszuüben.
    8 Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, wir wollen nur die Wahrheit fördernA.
    A

  2. „Unitarier“ ist der Sammelname für diejenigen, die die Dreieinheit GOTTES ablehnen und die Gottheit JESU verwerfen. Der Ausdruck wurde in den siebenbürgischen Kämpfen 1566-73 von P.  Melius gegen F. Davidis geprägt. Im prinzipiellen Sinne könnten bereits die dynamistisch-adoptianischen Monarchianer,  Arius und die Pneumatomachen als Unitarier angesprochen werden. Jedoch hat sich der Sprachgebrauch auf die durch den Humanismus des 16. Jh.s bestimmten Erscheinungen der Neuzeit beschränkt. Der Ausdruck  „Sozinianer“ ist synonym.

    Es ist gut, wenn du alles anhand der Schrift prüfen möchtest. Dann wirst du feststellen, dass die Bibel den Dreieinen GOTT bezeugt und dass der HERR JESUS GOTT im Fleisch gewesen ist.

    Nachstehend einige Bibelstellen, die bezeugen, dass der HERR JESUS GOTT ist:

    1. Das Alte Testament prophezeit, dass der MESSIAS GOTT ist

    In Psalm 45,6-7 wird der MESSIAS GOTT (ELOHIM) genannt. Siehe Hebr. 1,18
    In Psalm 102,25-27 trägt der MESSIAS den Namen JHWH, so wie der VATER. Siehe auch Hebr. 1,10-12
    In Psalm 110,1 trägt der MESSIAS den Titel ADONAI, ein Titel GOTTES.
    In Jesaja 7,14 wird der MESSIAS „GOTT mit uns“ (IMMANUEL) genannt (siehe Mt, 1,23).
    In Jesaja 9,6 trägt der MESSIAS die göttlichen Titel wunderbarer Rat, mächtiger Gott, ewiger Vater und Friedefürst.
    In Daniel 7,13 wird der MESSIAS mit einem Menschensohn verglichen, der göttlichen Charakter besitzt.

    2. JESUS bezeugt Selbst, dass Er GOTT ist

    JESUS nennt Sich in Anlehnung an Daniel 7,13 Menschensohn, was vom Zusammenhang her ein göttlicher Titel ist.
    JESUS nennt Sich SOHN GOTTES (z.B. Mat 11,27). Die Juden haben in diesem Titel sehr wohl erkannt, dass er damit Gleichwertigkeit mit GOTT aussagt (siehe Joh 5,17-18; 10,24-39; 19,7).
    JESUS zieht vier Parallelen zwischen Ihm und dem VATER, die Seine Göttlichkeit bestätigen (Mat 11,27; Mat 21,33-39; Markus 13,32; Mat 28,19).
    Immer wieder bestätigt uns das NT die Einheit von SOHN und VATER (z.B. Joh 10,28-29; Joh 10,36-38).
    JESUS bestätigt seine Präexistenz (Joh 17,1.5; 17,24; Joh 6,38; Joh 6,46; Joh 6,62 etc.).
    Was JESUS tut, kann nur GOTT tun:
    JESUS vergibt Sünden (Mat 9,6; Mark 2,10; Luk 5,24; Mat 9,2; Mark 2,5; Luk 5,20; 7,48).
    JESUS erhört Gebete (Joh 14,13, Apg 1,24; 7,59; 9,10-17; 2Kor 12,8).
    JESUS nimmt Anbetung entgegen (Mat 21,16)
    JESUS ist das Objekt des Glaubens (Joh 14,1)
    JESUS besitzt die Eigenschaften GOTTES:
    – Souveränität und Allmacht (Mat 11,27; Joh 5,21; Joh 5,28-29; Joh 5,22.27; Joh 10,18; Mat 24,30; Mat 28,18).
    – Allgegenwart (Mat 28,20).
    – Allwissen (Joh 1,48; Mat 11,27).

    3. Die alttestamentlichen JHWH-Texte werden auf JESUS angewandt

    Deut 10,17 → Offb 17,14; 19,16
    Psalm 102,25-27 → Hebr 1,10-12
    Sprüche 18,10 → Apg 4,12
    Joel 2,32 → Röm 10,13
    Jes 6,1-3 → Joh 12,40-41
    Jes 8,12-13 → 1Petr 3,14-15
    Jes 8,14 → Röm 9,32-33
    Jes 40,3; Mal 3,1; 4,5 → Mat 3,3; 11,10
    Jes 43,10; 45,22 → Apg 1,8; Mt 11,28
    Jes 44,6 → Offb 2,8; 22,12-13
    Jes 45,23 → Röm 14,11; Phil 2,10
    Sach 12,10 → Joh 19,37

    4. Die Schreiber des Neuen Testaments bestätigen, dass JESUS GOTT ist

    1. Tim 3,16
    Kol 2,9
    Philipper 2,6-11
    Kol 1,15-20
    Titus 2,13
    Römer 9,5
    Römer 1,15-16
    Hebr 1,1-2
    Apostelgeschichte 2
    1. Petrus 2,3 (JESUS wird mit GOTT gleichgesetzt, siehe Psalm 34,8)
    1. Petrus 2,6 als Zitat von Jes 28,16
    1. Petrus 2,8 als Zitat von Jes 8,14

    5. GOTT (theos) wird im Neuen Testament als Titel für Jesus gebraucht

    Angesichts der überwältigenden Anzahl von Bibelstellen, die JESUS voll und ganz als GOTT beschreiben, erstaunt es nicht, dass die Autoren des Neuen Testaments JESUS wie GOTT den VATER THEOS (GOTT) nennen. Für die Schreiber das Neuen Testaments ist JESUS also genau so GOTT wie der Vater.
    – Johannes 20,28
    – Apostelgeschichte 20,28
    – 2. Petrus 1,1
    – Johannes 1,14
    – 1. Johannes 5,20

    Der Kommentar wurde Mithilfe der angegeben Quellen zusammengestellt und ergänzt:
    Unitarier. Die Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 33652
    (vgl. RGG Bd. 6, S. 1148) (c) J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)

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