Der Abfall der Evangelikalen

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Die Apostel konnten u. U. sehr hart, auch spitz und sogar ironisch sein, wenn es darum ging, Sünde in der Gemeinde zu strafen. Paulus z. B. rät den Galatern, die die Beschneidung wieder einführen wollten, sich doch gleich kastrieren zu lassen (Galater 5, 12) oder er verflucht die gesetzlichen Judaisten (Galater 1, 9); Unbußfertige übergibt er dem Satan zum Verderben des Fleisches (1. Timotheus 1, 20) und für aufsässige Frauen, die sich beim Gebet nicht bedecken wollten, ordnete er an, dass man ihnen eine Glatze schere (1. Korinther 11, 6). Die Folge solcher Strenge war, dasss in den Gemeinden Gottesfurcht und Ordnung herrschte.

Die Predigt der Evangelikalen heute erinnert in fast nichts mehr an die neutestamentliche Verkündigung über die Rettung vor der Hölle. Heute geht es nur noch um „sinnvoll leben“, Weltverbesserung und Umweltschutz. Einige Prediger sehen in jedem Zuhörer einen potenziellen Spender, vor dem sie katzbuckeln. Allerdings könen sie auch schnell zu Gift- und Gallespuckern werden, wenn sie sich durch Aufdecken ihrer Machenschaften um den Gewinn gebracht fühlen.

Die Geldgier ist der tiefste Grund des Abfalls der Evangelikalen.

Ein Allianz-Pfarrer forderte die Abschaffung der „Konfrontationsevangelisation“, wie er die herkömmliche Bekehrungspredigt abfällig nennt und plädiert für eine „Musikevangelisation“, wo jeder reden und dazwischenfragen darf, vermischt mit viel Musik, Pantomime und Witze. Mit solchen Zirkuseinlagen glauben sie, die Kirchenaustrittswelle und damit die Kirchensteuerschrumpfungswelle stoppen zu können. Doch dadurch, dass alles ins Witzige und Humorvolle gezogen wird, vernebeln sie den Gläubigen den Blick für die Realität, so dass heute kaum noch einer den tödlichen Ernst der Lage erfasst und das gesamt Christentum einer verrückten Karnevalsgesellschaft auf der sinkenden Titanic gleicht.

Geldgier ist der tiefste Grund des Abfalls der Evangelikalen

Das Hauptanliegen der Evangelikalen ist, dass bloß niemand mit Sünde und Hölle erschreckt wird, weil solche „Drohbotschaften“, wie sie die Bekehrungspredigt abfällig nennen, angeblich zu psychischen Störungen führe. Ja, Du hast Dich nicht verlesen; das behaupten sie tatsächlich. Im „Zeltgruß“ (02/88) der deutschen Zeltmission kann man lesen:

Viele Christen leiden unter krankhaften Glaubensvorstellungen … Fragen der Haartracht, Kleidung, Kosmetik oder des Rauchens dürfen nicht in den Rang einer Glaubensfrage erhoben werden. Ein solches Gesetzesdenken führt uns zu Spannungen und damit auch zu psychischen Krankheiten.

Man denke aber dabei an das Petruswort für die Frauen:

1. Petrus 3, 3
Ihr Schmuck soll nicht äußerlich sein mit Perlen und Ketten

Ähnliche Worte finden wir bei Paulus. Laut Deutscher Zeltmission entsprangen diese Apostelworte einer „krankhaften Glaubensvorstellung“, d. h. im Klartext: Petrus und Paulus waren Psychopathen!

Im EC-Blatt „anruf“ (05/92) wird dann grundsätzlich die Frage gestellt: „Macht der Glaube psychisch krank?“ Allein, dass solch eine Frage in einem EC-Blatt gestellt wird, ist schon ungeheuerlich genug. Noch ungeheuerlicher ist die bejahende Antwort der Frage für viele Fälle, wobei besonders wieder die „gesetzliche“ Verkündigung verantwortlich gemacht wird und zur Hexenjagd auf die altmodischen Prediger geblasen wird, die noch heute an der Apostellehre festhalten und sie verkündigen.

Merkt ihr nicht, Geschwister, wie die evangelikale Verkündigung längst von Kräften der Hölle übernommen worden ist und immer mehr ihre Kreuzesfeindlichkeit offenbart? Das Evangelium, das die Evangelikalen (die Kirchen kann man ohnehin vergessen) heute bringen, ist sehr oft verzerrt und antichristlich.

Wenn das persönliche Betroffensein von Sünde, Schuld und Verlorenheit abgeschafft und die Gute Botschaft JESU zur Humoreske gemacht wird, sind Bekehrungen hier nicht mehr möglich. Je größer ein Mensch eine Not empfindet, desto dankbarer wird er dem sein, der ihm aus der Not geholfen hat. So ist es auch im Geistlichen. Je tiefer einer seine Sünde und Verlorenheit erkannt hat, desto strahlender erscheint ihm die Gestalt des Sünderheilandes. Je weniger einer von seiner Sünde betroffen ist, desto blasser und bedeutungsloser ist ihm der HERR JESUS. Wenn die Evangelikalen heute die Predigt von Sünde und Rettung vor der Hölle immer mehr hinter Comic strips und Humorpredigt zurücktreten lassen, erreichen sie dadurch zwar volle Säle und Kassen, aber keine Bekehrten. Der Preis, den sie für ihre religiöse Prostitution bezahlen, ist der Verlust aller geistlichen Substanz.

Das Evangelium der Evangelikalen ist sehr oft verzerrt und antichristlich.

Ein echt Bekehrter hängt sein Herz nicht an Dinge, die vergehen,sondern sein tiefstes Vergnügen ist es, dem HERRN zu dienen, mit IHM vertraut zu sprechen, und sich Seiner Huld bewusst zu sein. Denn

1. Johannes 2, 7
die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen GOTTES tut, der bleibt in Ewigkeit.

Wer sich an das Vergängliche hängt, wird mitvergehen.

Quelle: Glaubensnachrichten November 1992, S. 1f.

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