14 Thesen zum Thema Sprachenreden in der Bibel

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Versuch einer Analyse und Beurteilung des Thesenpapiers von Roger Liebi

Ein Forum-Teilnehmer unserer Internetpräsenz bat mich, das Thesenpapier von Roger Liebi zu analysieren und zu kommentieren. Diesem Wunsch bin ich gerne nachgekommen, da ich der Meinung bin, dass die Thematik in vielen Gemeinden sehr kontrovers diskutiert wird.

Zur besseren Unterscheidung werden Roger Liebis Thesen, mein Kommentar und die zitierten Bibelstellen in unterschiedlicher Farbe dargestellt:

Thesen von Roger Liebi      = Blau
Mein Kommentar                = Schwarz

  1. Bei der Gabe der Sprachenrede in der Bibel handelte es sich um eine übernatürliche Gabe von Gott.

Dieser These ist ausdrücklich zuzustimmen. Es ist das biblische Zeugnis, dass die/der Gläubige das Zungenreden nicht lernen kann, denn der Verstand bleibt fruchtleer. Die Bibel sagt dazu: Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. (1. Korinther 14,14)

 

2. Der Heilige Geist vermittelte die Fähigkeit zur Sprachbeherrschung und zur korrekten Aussprache.

Dies ist korrekt, denn es handelt sich dabei um keine erlernte Sprache.

 

3. Beim Sprachenreden in der Bibel handelte es sich nicht um ein Gestammel oder um unartikulierte Laute, sondern um wirkliche Sprachen.

Leider beweist R. Liebi diese Hypothese nicht durch die Bibel. Bei seiner Behauptung übersieht er, den vielfältigen Gebrauch des Begriffes „GLOSSO“:

Selbstverständlich kann es sich bei GLOSSA um „echte“ Sprachen handeln (um menschliche oder Sprachen der Engel: 1. Korinther 13,1).

GLOSSA umfasst allerdings weit mehr:

Das Substantiv GLOSSA = verwandt mit GLOCHES (= Grannen der Ähren, aus dem pflanzlichen Bereich stammend) bedeutet urspr. „Zunge“ (von Menschen und Tieren). Das bedeutet, dass neben der allgemeinen Sprache vor allem die Redefähigkeit gemeint ist!

Nachlesen kann man das z. B. in der LXX: Hier wird das Wort von ca. 160 Belegen ca. 100 x für hebr. LASCHON bzw. aram. LISCHAN = Zunge, Sprache gebraucht). Damit ist die Zunge als leibliches Organ bei Menschen und Tieren wieder gemeint (2. Mose 4,10; Richter 7,5). Übertragen bedeutet es die Redefähigkeit oder Sprache (1. Mose 11,7).

Im NT schließt sich der Gebrauch des Wortes an LXX an, wobei GLOSSA die Zunge als Körperteil (Lk. 16,24; Offb. 16,10), Organ des Redens (Lk. 1,64; Mk. 7,35; 1 Joh. 3,18; Jak. 1,26 u.a.) bezeichnet.

Die Verwendung von GLOSSO im Neuen Testament:

1. Zunge (vor allem als Sprachorgan): Lukas 16,24; 1,64

1.1 Im übertragenen Sinne „Zunge“ als Subjekt von Jubel und Lobpreis: Apg. 2,26; Phil. 2,11

2. Sprache: Apg. 2,11; Offb. 5,9; 7,9; 10,11; 11,9; 13,7; 14,6.

2.1 ein veraltetes Wort, das man nicht mehr versteht

2.2 Dialekt

2.3 Fremdsprache

2.4 Mundstück einer Flöte

2.5 Die Fähigkeit eine fremde Sprache zu sprechen, die man nicht gelernt hat.

Zusammengefasst bedeutet das, dass GLOSSA sich auf das Sprachwerkzeug (Zunge) beziehen kann (damit sind auch unartikulierte Laute möglich) und auf „intellektuelles Reden“ (Sprachen). Deshalb unterscheidet Paulus sprachlich zwischen der Nationalsprache („Stimmen“: PHONÄ) und der Zungensprache („Zungen“ GLOSSA) in 1. Kor. 14,10.18:

1. Korinther 14, 10.18
Es gibt vielleicht so und so viele Arten von Stimmen (gr. PHONÄin der Welt, und keine Art ist ohne bestimmten Ton … Ich danke GOTT, ich rede mehr in einer Sprache (gr. GLOSSOals ihr alle
 

4. Die Bezeichnung „Zungenreden“ ist eine falsche Wiedergabe von EN GLOSSA LALEIN. Korrekt muss man übersetzen mit „Sprachenreden“ bzw. „Fremdsprachenreden“.

„Fremdsprachenrede“ ist sehr missverständlich, denn wenn ich Englisch oder Italienisch spreche, ist das auch eine  „Fremdsprachenrede“, hat aber nichts mit der Gabe des Zungenredens zu tun. Es ist daher gut, an dem weniger eleganten Wort „Zungen“ festzuhalten, denn Sprachen kann man erlernen durch intellektuelle Leistung, während der Begriff Zungen im biblischen Sinn eine Gabe des GEISTES GOTTES meint: Eine Sprache, die uns durch übernatürliche Wirkung des GEISTES geschenkt wird (vgl. Punkt 1).

Aus der Benennung des Charisma mit GENÄ GLOSSON (1. Kor. 12,10.28; vgl. 1. Kor. 14,10) ergibt sich dass das Besondere an ihm der Reichtum und die Verschiedenartigkeit der GLOSSAI war; aus den

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Begriffen ETERAI (Apostelgeschichte 2,4) und KANAI (Markus 16,17), dass das ganz Andere, für Menschen Unerhörte das eigentlich Bezeichnende für diese Wundergabe war. Dann liegt es aber am nächsten, GLOSSA = „Sprache“, als technischen Ausdruck für irgendeine besonderer Sprache, die „Sprache des Geistes“ zu fassen, eine Wundersprache, wie sie im Himmel im vertrauten Umgang mit GOTT von den Engeln gesprochen wird (1. Korinther 13,1), wie sie auch vom Geiste verzückten, in den Himmel entrückten (2. Korinther 13,1), Betern (vgl. dazu 1. Korinther 14,2.13ff.; Apostelgeschichte 10,46; 2,11) zugänglich werden kann. Der himmlische Ursprung des Phänomens ist auch in Apostelgeschichte 2,2ff. stark betont. Die einschlägige Fachliteratur benutzt den Ausdruck: „Glossenreden“. Auch diesen Ausdruck halte ich für wesentlich besser geeignet als „Fremdsprachenreden“, weil „Glossenreden“ sowohl das Sprachorgan „Zunge“ und das „Fremdsprachenreden“ bezeichnet.

 

5. Die biblischen Sprachenredner beherrschten die jeweilige Fremdsprache aktiv, ohne sie jemals zuvor gelernt zu haben.

Diese Behauptung steht im direkten Widerspruch zu Punkt 2 und geht nicht konform mit dem Zeugnis der Heiligen Schrift.

 

6. Auch der Akzent war jeweils korrekt, sodass die biblischen Sprachenredner selbst bestimmte Dialekte beherrschten.

Sofern es sich um menschliche Sprachen handelt, ist diese Aussage korrekt (vgl. den Unterschied zwischen GLOSSO und PHONÄ unter Punkt 3).

 

7. Die biblischen Sprachenredner wirkten nicht als Medien. Ihr Bewusstsein war nicht eingeschränkt und ihr Verstand nicht ausgeschaltet.

Auch diesen Punkt kann jeder bestätigen, der die Gabe des Zungenredens oder andere Geistesgaben empfangen hat. Als biblische Belegstelle möchte ich 1. Kor. 14,32 anführen.

 

8. Die biblischen Sprachenredner waren sich daher auch immer dessen, was sie sagten, voll bewusst. Sie waren ja die Redenden, mit Hilfe des Heiligen Geistes.

Dieser Punkt ist unklar formuliert: Sie waren bei vollem Bewusstsein, aber verstanden nicht, was sie sagten:

1. Korinther 14, 2
Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für GOTT; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im GEIST.

9. Die biblischen Sprachenredner waren beim Sprechen in einem nüchternen Zustand der völligen Selbstkontrolle.

Dieser Punkt ist eine Wiederholung von Punkt 8. Wenn jemand bei vollem Bewusstsein ist, dann befindet er sich natürlich auch in einem nüchternen Zustand der völligen Selbstkontrolle.

 

10. Diese übernatürliche Sprachengabe sollte insbesondere dem Volk Israel bezeugen, dass mit Pfingsten (Apg. 2) ein neues Zeitalter, das Zeitalter der Mission, begonnen hat: Gott spricht nun nicht mehr lediglich in einer Sprache zu einem Volk, sondern in vielen Sprachen zu allen Völkern.

Hier bleibt R. Liebi bei der Prophetie der Glossenrede stehen und geht nicht weiter zur vollen neutestamentlichen Offenbarung. Ferner hat mit Apg. 2 nicht das Zeitalter der Mission, sondern das Zeitalter der Gemeinde begonnen.

 

11. Die Sprachenrede hatte nur einen Sinn, wenn die Anwesenden den Inhalt verstehen konnten. Falls die Anwesenden die jeweilige Fremdsprache nicht verstanden, musste für Übersetzung gesorgt werden.

Hier muss ich widersprechen, und zwar auf der Grundlage von 1. Kor. 14, 13:

1. Korinther 14, 13
Darum, wer in einer Sprache redet, bete, dass er (es auch) auslege!

Dieser Vers macht zeigt deutlich, dass der Glossenredner in der Regel eben NICHT versteht, was er sagt. Darum soll er um die Gabe der Auslegung der Glossenrede (1. Kor. 12, 10) beten, um das Gesagte verständlich machen zu können. Allerdings sagt die Bibel auch, dass nicht jedes Zungengebet auslegungsbedürftig ist (1. Kor. 14,2).

 

12. Nicht alle Christen der Anfangszeit konnten in Sprachen reden, sondern nur gewisse, die in Gottes souveräner Auswahl die Gabe bekommen hatten.

Dieser Punkt ist richtig und trifft auch heute noch zu. Ob es sich um eine souveräne Auswahl GOTTES handelt oder ob es am einzelnen Gläubigen liegt (1. Kor. 14,1) lässt die Bibel offen.

 

13. Es gab nur einen Typ von Sprachenrede in der Bibel. Bei der Sprachenrede von Apg. 2 handelte es sich um dasselbe Phänomen wie in 1. Kor 12-14.

Diese Aussage steht klar im Widerspruch zur Heiligen Schrift: 1. Kor 12,10 einem anderen aber Arten (gr. GENOS = Verwandtschaft, Familie, Art, Klasse, Gattung) von Sprachen (gr. GLOSSA).

 

14.    Die biblische Sprachenrede sollte allmählich verklingen und, im Gegensatz zu verschiedenen anderen Gaben, nicht bis zur Wiederkunft Christi bleiben.

Diese Hypothese steht im direkten Widerspruch zu den Aussagen der Heiligen Schrift.

 

15. Das heutzutage propagierte und von Tausenden praktizierte Zungenreden entspricht nicht dem biblischen Phänomen der Sprachenrede.

Auch hier bleibt Liebi jeden biblischen Beweis schuldig

 

Alle 6 Stellen der Bibel zum Thema

AT: Jes 28,11.12: Ankündigung für Israel

NT: Mark 16,15 18: Ankündigung durch den Herrn Jesus

Apg 2: Das Kommen des Heiligen Geistes

Apg 10,44.48: Die Nationen nehmen das Evangelium an

Apg 19,1.7: Johannes Jünger werden Christen: AT -> NT

1 Kor 12-14: Belehrung und Korrektur

Neben diesen Bibelversen gibt es noch weitere Stellen, die indirekt die Gabe des Zungenredens bezeugen:

1. Thessalonicher 5,19.20: Da wir aus dem 1. Korintherbrief wissen, dass die Gabe des Zungenredens zu den Manifestationen des HEILIGEN GEISTES gehört, kann die angeführte Stelle als indirekter Hinweis auch auf diese Geistesgabe betrachtet werden

Kolosser 3,16: Hier fordert Paulus die Gemeinde auf, einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern zu ermahnen. Er schreibt hier von der gleichen Art der Anbetung wie in 1. Kor. 14,14, dass jeder einen Psalm hat (oder) er hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Zungenrede, hat eine Auslegung.

Epheser 5,18-20: Hier ermahnt Paulus die Gläubigen noch eindrücklicher, sich nicht mit Wein zu betrinken, sondern voll GEISTES zu werden und zueinander in Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern zu reden.

Galater 4,6: Hier bezeugt die Bibel, dass GOTT den GEIST Seines Sohnes in unsere Herzen gesandt hat, der da ruft: Abba, Vater!

Römer 8,14.15: Hier braucht Paulus fast die gleichen Worte wie in Gal. 4,6 und sagt dann weiter:

Römer 8, 16.17
Ebenso kommt auch der GEIST unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der GEIST selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der jedoch, der die Herzen erforscht, weiss, was das Trachten des GEISTES ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie es GOTT gefällt

 

Beachte ferner:

In 1Mose 2 wurde der Mensch mit voll ausgestatteter Sprachfähigkeit erschaffen (Sprechen und Verstehen). In 1Mose 11 schuf Gott verschiedene neue Sprachen. Die Menschen waren plötzlich fähig, die jeweilig neue Sprache zu sprechen und zu verstehen.

1. Mose 2: Diese Bibelstelle zeigt deutlich, dass durch das Zungenreden wieder „paradiesische Zustände“ geschaffen sind. Wie in 1. Mose 2 bekommt der die Sprache direkt von GOTT. Der Unterschied ist der, dass er den Inhalt seiner Rede nicht versteht (außer wenn ihm GOTT die Gabe der Auslegung der Zungenrede gibt).

1. Mose 11: Diese Bibelstelle steht in einem ganz anderen Zusammenhang („Sprachenverwirrung“).

 

Sprachliche und exegetische Hinweise

GLOSSA = Zunge (als Organ), Sprache/ Fremdsprache

Das Substantiv GLOSSA = verwandt mit GLOCHES (= Grannen der Ähren, aus dem pflanzl. Bereich stammend) bedeutet urspr. „Zunge“ (von Menschen und Tieren). Das bedeutet, dass neben der allg. Sprache vor allem die Redefähigkeit gemeint ist!

Nachlesen kann man das z. B. in der LXX: Hier wird das Wort von ca. 160 Belegen ca. 100 x für hebr. laschon bzw. aram. LISCHAN = Zunge, Sprache gebraucht). Damit ist die Zunge als leibliches Organ bei Menschen und Tieren wieder gemeint (2. Mo. 4,10; Ri. 7,5). Übertragen bedeutet es die Redefähigkeit oder Sprache (1. Mose 11,7).

Im NT schließt sich der Gebrauch des Wortes an LXX an, wobei GLOSSA die Zunge als Körperteil (Lk. 16,24; Offb. 16,10), Organ des Redens (Lk. 1,64; Mk. 7,35; 1 Joh. 3,18; Jak. 1,26 u.a.) bezeichnet.

 

Die Verwendung von GLOSSO im Neuen Testament:

1. Zunge (vor allem als Sprachorgan): Lukas 16,24; 1,64

1.1 Im übertragenen Sinne „Zunge“ als Subjekt von Jubel und Lobpreis: Apg. 2,26; Phil. 2,11

 

2. Sprache: Apg. 2,11; Offb. 5,9; 7,9; 10,11; 11,9; 13,7; 14,6.

2.1 ein veraltetes Wort, das man nicht mehr versteht

2.2 Dialekt

2.3 Fremdsprache

2.4 Mundstück einer Flöte

2.5 Die Fähigkeit eine fremde Sprache zu sprechen, die man nicht gelernt hat.

 

Zusammengefasst bedeutet das, dass GLOSSA sich auf das Sprachwerkzeug (Zunge) beziehen kann (damit sind auch unartikulierte Laute möglich) und auf „intellektuelles Reden (Sprachen). Deshalb unterscheidet Paulus sprachlich zwischen der Nationalsprache

(„Stimmen“: PHONÄ) und der Zungensprache („Zungen“ GLOSSA) in 1. Kor. 14,10.18:

1. Korinther 14,1 0.18
Es gibt vielleicht so und so viele Arten von Stimmen (gr. PHONÄ) in der Welt, und keine Art ist ohne bestimmten Ton …Ich danke GOTT, ich rede mehr in einer Sprache (gr. GLOSSO) als ihr alle. 

 

„giossais Lalein“ / „glosse Lalein“ =“(Fremd)- Sprachen sprechen“ / „eine (Fremd)- Sprache sprechen“; nicht: „in Zungen reden“

„Fremdsprachenrede“ ist sehr missverständlich, denn wenn ich Englisch oder Italienisch spreche, ist das auch eine „Fremdsprachenrede“, hat aber nichts mit der Gabe des Zungenredens zu tun. R. Liebi hatte bereits richtig erwähnt, dass es sich dabei um eine übernatürliche Gabe GOTTES handelt.

Aus der Benennung des Charisma mit GENÄ GLOSSON (1. Kor. 12,10.28; vgl. 1. Kor. 14,10) ergibt sich dass das Besondere an ihm der Reichtum und die Verschiedenartigkeit der GLOSSAI war; aus den Epithea ETERAI (Apg. 2,4) und KAINAI (Mk. 16,17), dass das ganz Andere, für Menschen Unerhörte das eigentlich Bezeichnende für diese Wundergabe war. Dann liegt es aber am nächsten, GLOSSA = „Sprache“, als technischen Ausdruck für irgendeine besonderer Sprache, die „Sprache des Geistes“ zu fassen, eine Wundersprache, wie sie im Himmel im vertrauten Umgang mit GOTT von den Engeln gesprochen wird (1. Kor. 13,1), wie sie auch vom Geiste verzückten, in den Himmel entrückten (2. Kor. 13,1), Betern (vgl. dazu 1. Kor. 14,2.13ff.; Apg. 10,46; 2,11) zugänglich werden kann. Der himmlische Ursprung des Phänomens ist auch in Apg. 2,2ff. stark betont. Die einschlägige Fachliteratur benutzt den Ausdruck: „Glossenreden“. Diesen Ausdruck halte ich für wesentlich besser geeignet als „Fremdsprachenreden“, weil „Glossenreden“ sowohl das Sprachorgan „Zunge“ und das „Fremdsprachenreden“ bezeichnet.

„neue Sprachen“ (Mk 16,17), „kainos“ (nicht „neos“): neu für die Sprechenden, nicht neuartige Sprachen

Hier gibt R. Liebi nicht die ganze Komplexität des Begriffes KAINOS wieder:

–          neu d.h. vorher noch nicht vorhanden:

–          neuartig, neu d. Art und Weise nach;

–          ungewöhnlich, unerhört, unbekannt

Verwandte Ausdrücke:

– einen neuen Weg herstellen d. es bisher nicht gab, und durch d. erstmalige Benützung eröffnen (d.h. „einweihen“). 1. Samuel 11,14; Psalm 51,12; Hebräer 10,20

– neu in Form und Qualität: frisch (gemacht), ungebraucht, noch nie getragen; unbenützt – im Ggs. Judas 5,13; Matthäus 9,17; Markus 2,22; Lukas 5,36.38 u. a.

– neu im Gegensatz zum Alten: besser als d. Alte und ihm überlegen. Jesaja 65,17; Hesekiel 18,31; Matthäus 26,29; Lukas 22,20; 1Kor. 11,25; Epheser 4,24; Hebräer 8,8 u. a.

Dadurch, dass R. Liebi wesentliche Eigenschaften des Wortes verschwiegen hat, suggeriert er eine falsche Bedeutung des Begriffes KAINOS. Zusammengefasst bedeutet der Begriff KAINOS: etwas neues, das noch nicht vorhanden war (z. B. eine neue Sprache).

 

Apg 2,8. 11: „in unserer eigenen Mundart“ („dialektos“), „in unseren Sprachen“; auch Apg 10: Es handelte sich um verständliche, menschliche Sprachen und Dialekte.

Es werden bei 120 Jüngern nur 14 Sprachen aufgezählt; die übrigen Sprachen wurden nicht verstanden, daher meinten viele auch:

Apostelgeschichte 2, 13
sie sind betrunken


Apg. 2,4: Der Heilige Geist bewirkte die korrekte Aussprache:

„apophthengomai“ = aussprechen (mit Bezug auf den lautlichen, klanglichen Aspekt der Sprache; vgl. Louw/Nida, Greek- English Lexicon).

Apg. 2,4: Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden (LALEO), wie der Geist ihnen gab auszusprechen (APOPHTHENGOMAI).

Auch diese Erklärung von Liebi beinhaltet nur die halbe Wahrheit:

LALEO = geschwätzig, plauderhaft; ai.: [wie ein Kind] „lalala“ sagen; vgl. nhdt.: „lallen“); Vb. (296) Gräz.: von Vögeln: zwitschern; zirpen. Hier geht es also um das Betätigen des Sprechorgane = nichtintellektuelles Reden.

APOPHTHENGOMAI = Von d. kurzen und abgehackten (aber auch treffenden) Aussprüchen der Weisen, d. Beschwörer oder d. Orakelwahrsager.

I.) frei heraus verlauten lassen

1) (her)aussprechen, etw. frei heraus (und laut) erklären, daher: mit Begeisterung reden. Hesekiel 13,9.19; Micha 5,11; Sacharja 10,2; Apostelgeschichte 2,4.14; 26,25

 

1 Kor 13, 1: Sprachen der Engel“: hypothetisch (Zusammenhang!), jedenfalls kann aufgrund dieser Stelle nicht behauptet werden: Sprachenreden = Reden auch in Engelsprachen

Dies ist eine freie Interpretation von R. Liebi. Gerade der Kontext weist auf alles andere als eine hypothetische Aussage des Apostels hin.

 

Kein ekstatischer Zustand, kein eingeschränktes Bewusste (2. Tim 4.5 „nepho“ =“frei sein von jeder geistigen und seelischen Trunkenheit, von Leidenschaft, Überstürzung, Verwirrnis, Exaltiertheit (Griechisches Wörterbuch zum NT v. Walter Bauer). Allerdings: grosse Freude ist biblisch: Ps 100, 1; Phil 4:4); Das NT ruft 11 x zur Nüchternheit auf. l. Kor 15,34; 1Thes 5,6.8; 1Tirn 3,2.11; 2Tim 2,26; 4,5; Tit 2,2; l. Pet 1,13; 4,7; 5,8. Ferner findet sich der Befehl „wachet“ 14x im NT. –> keine Passivität des Geistes, sondern Aktivität: „widerstehen, „kämpfen“ etc.; Gegenteil: östliche Religionen, Meditation, Traumreisen, Trance, Yoga, Autogenes Training, Rockmusik, Drogen etc.

Dieser Ausführung von R. Liebi ist zuzustimmen.

 

1. Kor 14: Zur Erbauung durch Sprachenreden:

Problem, wenn keine Fremdsprachigen da waren: Wenn die Fremdsprachen nicht verstanden wurden, so gab es keine Erbauung. Daher war in diesem Fall „Auslegung“ absolut notwendig (14,5; „diermeneuo“ = übersetzen, auslegen, deuten, erklären). –> Nicht das Sprachphänomen an sich, sondern allein die dadurch übertragene Botschaft war erbauend. Beispiel: Die Psalmen sind auf hebräisch inspiriert. Wenn man die Psalmen lesen würde (in deutscher Umschrift), würden sie niemanden erbauen, obwohl es die Sprache des Heiligen Geistes ist. Beachte: Wer in einer Sprache betete, und wusste genau, was er sagte. Für ihn war die Sprache nicht unverständlich: Er erbaute sich selbst (1Kor 14,4). Nicht das übernatürliche Phänomen erbaute, sondern der Inhalt, sonst wäre auch die Gemeinde erbaut worden, wenn keine Auslegung da war (14,17). Der menschliche Geist betete (14,14; vgl. Ps 77,5.6). Nicht vom Sprechenden, sondern vom Zuhörer heisst es: Er ist ein Barbar, der nichts versteht (14,11), er kann nicht „Amen“ sagen zur Bestätigung (14,16), er nimmt die Stellung des Unkundigen ein (14,16).

An dieser Behauptung kann man gut erkennen, dass R. Liebi nicht die Gabe des Sprachenredens von GOTT empfangen hat. Er redet wie ein Blindgeborener über Farben.  Menschen, die die Gabe der Sprachenrede haben, wissen, dass sie ermutigt und gestärkt werden durch die Ausübung dieser Gabe (= Anbetung GOTTES) im „stillen Kämmerlein“, und zwar ohne, dass sie  verstehen, was sie beten (genau das sagt auch die Bibelstelle aus).

 

Die Frage „Reden alle in Sprachen?“ und „Legen alle aus“ (1Kor 12,30) verlangen eine verneinende Antwort (Fragen die mit der griech. Partikel „me“ gestellt werden sind rhetorische Fragen, die ein „Nein“ als Antwort verlangen). -> Nicht alle Christen hatten die Gabe der Sprachenrede!

Diese Aussage ist korrekt.

 

Wir sind verantwortlich für all unsere Worte, die wir reden (Matthäus  12,36.37). Der Verstand darf daher nicht ausgelöscht oder eingeschränkt werden. Die Gläubigen sollen vielmehr „Erwachsenel Vollkommene am Verstand“ sein (1Kor 14,20). Der Mensch ist eine von Gott geschaffene Einheit von Geist, Seele und Leib (1Thes 5,23). Kein Aspekt des Menschen darf verachtet und vernachlässigt werden.

Mt. 12,36.37: Bezieht sich ausschl. auf intellektuelles Reden, nicht auf Zungenreden. Es ist richtig, dass kein Aspekt des Menschen verachtet werden darf. Deshalb ist es unbiblisch, das „verstandesmäßige Reden“ über das Zungenreden zu stellen.

 

Zum Problem der Zungenredner heute, die sich nicht verstehen, die nicht wissen, was sie sagen und zum Problem der heutigen Ausleger, die die Sprachen gar nicht verstehen: In 1Kor 14,14.15 scheinen die Begriffe „Geist“ („pneuma“) und „Verstand“ („nous“) Gegensätze zu sein. Aber eigentlich können diese Begriffe gar keine Gegensätze sein! Deshalb fragen wir uns: Was kann „nous“ alles bedeuten? (= Verstand, Gesinnung, Bedeutung von Wörtern etc. Was bedeutet „fruchtleer“? Antwort: keine Fruchtbringen für andere (beachte, wie oft in diesem Abschnitt über den anderen gesprochen wird) -> Ich will in Sprachen reden, jedoch möchte ich auch, dass man mich versteht. Wenn es eindeutig um die intellektuelle Verstandeskräften geht, braucht Paulus in 1Kor 14 ein anderes Wort („phren“, 14,20).

Das Wort NOUS hat – zumindest im klassischen Griechisch – tatsächlich auch die Bedeutung „Sinn“, „Inhalt (einer Rede)“, aber nicht „Aussagekraft“. Im NT findet sich die Bedeutung „Sinn/Aussage“ jedoch nicht. Es ist interessant, dass Roger Liebi in V. 15 und V. 19 nicht das Wort „Sinn“ oder „Aussage“ benutzen kann, was lexikalisch korrekt wäre, was aber keinen Sinn ergeben würde: „Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit Aussage“ (V. 15), „Aber in der Gemeindezusammenkunft will ich lieber fünf Worte reden mit Aussage, damit ich auch andere unterweise … „, denn auch dann, wenn die Zuhörer das Reden in einer fremden Sprache nicht verstehen, hat es doch eine Aussage (wenn auch eine für die Zuhörer unverständliche). Also muss er  mit „Aussagekraft“ übersetzen, aber eben diese Bedeutung hat das Wort NOUS nicht.

 

Quellen falscher Sprachenrede: a) aus dem eigenen Herzen (vgl. Hes 13,2.3) = erlogen; b) durch Einbildung, seelische Überspanntheit (bekanntes Psychiatrisches Phänomen!); c) dämonisch (bei Gläubigen möglich? -> Mat 16,16.23; Eph 4,27; 2Kor 11,4).

Hesekiel 13,2.3: Hier geht es um das prophetische Reden und nicht um das Glossenreden.

Matthäus 1,6.16.23: Hier sagt der HERR zu Petrus 

Matthäus 1,6.16.23
Weg mit dir, Satan….

Der Grund ist aber nicht, dass Petrus in Zungen gesprochen hat, sondern zum HERRN gesagt hat, dass Ihm das angekündigte Leiden erspart bleibt.

Eph. 4,27: Hier geht es darum, dass wir dem Teufel keinen Raum geben sollen, indem wir keinen Raum unserem Zorn geben (hat auch nichts mit Sprachenreden zu tun).

2. Kor. 11,4: Hier geht es um die Verkündigung eines anderen Jesus, Geistes und Evangeliums. Auch dieser Vers hat nichts mit dem Sprachenreden zu tun.

Ergebnis: R. Liebi kann nicht durch die Bibel nachweisen, dass es ein „dämonisches“ Zungenreden gibt.

 

Sprachenrede wozu?

Eigentliche Bedeutung: für das ungläubige Israel (Jes 2.8,11.12; 1. Kor 14,21): Zeichen“(= Hinweis): Gottes Wort für alle Völker und Sprachen (vgl. IMos 11; Apg 2); bis 1800: Bibel in ca. 70 Sprachen, 1830: 156 Sprachen; 1999- in über 2 100 Sprachen; evang. Botschaften auf Kassetten und Platten: über 4800 Sprachen und Dialekte; Arbeit ohne Sprachenrede!

Hier verwechselt R. Liebi das Sprachenreden mit dem Übersetzen der Bibel. Die Bibel lehrt etwas anderes:

Gebetsdienst: nicht intellektuelle Kommunikation:

1. Korinther 14, 14.15
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer. Was ist nun? Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand

Anbetung Gottes (mehrheitlich als Zungenreden)

Gesang:1 Kor 14,15

Danken: 1 Kor 14,17

gehört zusammen mit Segnen (EULOGEO): 1.  Kor 14,16

1. Korinther 14, 16
Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu GOTT; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse.

Vollmachtshandlung: Markus 16,17

Die Zungen als „Zeichen“ (SÄMEION)! Besondere Hilfe im Dienst der Vollmacht (Exorzismus, Befreiung durch Gebieten in Zungen, Heilung…).

Zungen als

1. Korinther 14, 21.22
Zeichen für Ungläubige

 

Die Sprachenrede sollte abklingen

1. Kor 13,8.13: „hinwegtun“ = „katargeo“: vernichten, abschaffen, zunichte machen (Heb 2,14), entfernen, urspr. „herab machen“ –> plötzliches unmittelbares Beseitigen (bei der Entrückung; „aufhören“ (nur in Verbindung mit Sprachenrede!) = „pauo“: abklingen (Apg 20,1 von der Beruhigung des Volkstumultes) –> allmähliches Abklingen (d.h. vor der Entrückung); Zeugnisse aus der Kirchengeschichte verdeutlichen das Aufhören der Zeichen und Wunder: z.B. Augustinus 392 n. Chr.; Chrysostomos 4. Jahrh.; Isidor v. Pelusium 4. Jahrh.; Isidor von Sevilla 7. Jahrh.

Der Begriff in V. 9: das Vollkommene (gr. TELEIOS) hat folgende Bedeutungen:

– das Ende erreicht habend

– Vollkommen zum Ende oder Ziel gebracht,

– vollendet; vollständig (d.h. nichts mehr brauchend zur Vollendung). Bsp.: Mt. 5,48; Röm. 12,2; 1Kor. 13,10; Hebr. 9,11; Jak. 1,4; 3,2; 1Jo 4,18 u. a.

– erwachsen – ein Mensch, dervollendet ausgewachsen ist: reif, mündig und volljährig. 1Chr 25,8; 1Kor 2,6; 14,20; Eph 4,13; Phil 3,15; Kol 1,28; Hebr 5,14

Das Nomen TELOS wird abgeleitet von einer Wurzel TEL, die herumdrehen bedeutet (z. B. das Steuer) und meint ursprünglich den Drehpunkt, das Scharnier, den Kulminationspunkt, an dem das eine Stadium endet und das andere beginnt; später das Ziel, das Ende. Von Bedeutung ist noch die Aussage über Gott als ARCHE KAI  TELOS, Anfang und Ende aller Dinge; nur Er fasst Anfang und Ende zusammen.

In 1. Kor.13,10 steht TO TELEION (Neutrum mit Artikel). im Gegensatz zu TO EK MEROUS (das was stückweise ist). Hier auf der Erde, in dieser gefallenen Schöpfung gibt es nur eine teilweise Vollkommenheit, während das eigentliche Ziel im Himmel ist (Hebräer 9,11). So wird sich das vollkommene Gesetz der Freiheit erst in Gottes neuer Welt voll entfalten (Jakobus 1,17).

Wenn dieser Vers sich auf die Vollendung des NT beziehen würde, hätte der Apostel den Begriff HOLOKLEROS („alle Teile habend“; „ganz“; „alles“). Denn dieser Ausdruck bezeichnet das, was alles ihm Zugeteilte enthält und dem nichts mehr zur Vollständigkeit fehlt bzw. nach Verlust der Vollständigkeit diese wieder zurück gewonnen hat (kommt im NT nur in 1. Thessalonicher 5,23 und Jakobus 1,4) vor.

Der in 1. Korinther 13,10 mit Vollkommene übersetzte Begriff TELEION ist im Epheserbrief 4,13 mit vollen Mannesreife (Rev. EÜ) wiedergegeben und als das Erreichen des Vollmaß des Wuchses der Fülle CHRISTI definiert. In diesem Zustand werden wir ganz sicher erst bei der Wiederkunft CHRISTI sein.

Ein zweiter Punkt ist ganz wesentlich, nämlich der Kontext. In 1. Kor. 13,8 schreibt Paulus, dass nicht nur Weissagungen, Sprachen, sondern auch Erkenntnis (gr. GNOSIS) weggetan werden. GNOSIS meint nicht das Wort der Erkenntnis (LOGOS GNOSEOS), sondern bezeichnet u. a. die Erkenntnis des wahren GOTTES und Seines CHRISTUS (Römer 15,14; 1. Korinther 1,5; 2. Korinther 2,14; 4,6; 6,6; 8,7; 10,5; Epheser 3,19 u. a.) und darüber hinaus Verstand, Einsicht und Vernunft (1. Petr. 3,7). Wenn man die Meinung dieser Ausleger konsequent zu Ende denkt, wäre mit Vollendung des NT die Erkenntnis GOTTES, sowie Verstand, Einsicht und Vernunft beseitigt worden. Ist das wirklich die Botschaft der Heiligen Schrift?

Fazit: Wenn man diese Fakten berücksichtigt wird deutlich, dass mit dem Vollkommenen unmöglich die Vollendung des NT gemeint sein kann. Denn diese Lehre widerspricht sowohl dem Grundtext als auch dem Textzusammenhang. Es gibt für diese Hypothese keinen einzigen biblischen Anhaltspunkt. Vielmehr meint die Heilige Schrift mit dem Vollkommenen das Endgültige, das Ziel des Heilsplanes GOTTES, die Wiederkunft JESU CHRISTI und das vollendete Gottesreich. Unsere Erwartung des Vollkommenen ist eine Person: Der Herr JESUS selbst.

Liebi argumentiert hier mit dem „argumentum e silentio“ („Argument aus dem Stillschweigen“, d. h. wenn man das „argumentum e silentio“ anwendet, zieht man Schlussfolgerungen nicht aufgrund von in einem bestimmten Text Vorhandenem, sondern aufgrund des darin Fehlenden). Die Gabe des Zungenredens und andere „wundersame“ Gaben werden angeblich (fast) nicht erwähnt, also seien sie am Aussterben.

Ähnlich hat schon der Bibelkritiker Jul. Wellhausen in bezug auf das Gesetz argumentiert:

Das Gesetz Moses wird bis zu den Propheten nirgends in den Schriften des Alten Testament erwähnt; also ist es bis dahin noch nicht vorhanden;

die Propheten sind somit nach Wellhausen älter als das Gesetz. Damit hat er die verhängnisvolle Umstellung in der Datierung vorgenommen, die Israels Geschichte auf den Kopf gestellt und auch aus der Darstellung der biblischen Theologie ein Zerrbild gemacht hat.

Hier müsste man beachten, dass das Nichterwähnen einer Sache die verschiedensten Ursachen haben kann. Bei Liebi ist das „argumentum e silentio“ nicht beweiskräftig, da es auf nicht erfüllten oder nicht erfüllbaren Grundvoraussetzungen beruht:

  • Möglichkeit, in jedem Falle die Ursache des Silentiums ( = Stillschweigens) bestimmen zu können
  • Annahme steter Wiederholung von bereits Erwähntem

Dazu passt das Schema nicht einmal, denn das Zungenreden wird von den „Kirchenvätern“ wohl erwähnt. Ich werde diese Tatsache durch Zitate noch ent- sprechend belegen.

Genauso falsch ist die Argumentierung, die man oft hört, dass das Zungenreden vor allem in der Gemeinde zu Korinth praktiziert wurde und ein Problem war (mit allen Schlussfolgerungen daraus), in anderen Gemeinden nicht oder weniger, nur weil im 1. Korintherbrief diese Gabe u. a. (Kp. 12 und 14) besonders erwähnt werde. Auch das ist ein Argument aus dem Stillschweigen der anderen Briefe über dieses Thema.

Es kann, genauso wie das Gesetz nicht in allen Büchern, die nach den fünf Büchern Mose entstanden sind, erwähnt wird und dennoch vorhanden war, einfach als Tatsache vorausgesetzt werden. Nicht jedes biblische Buch und nicht jeder neutestamentliche Brief muss zu jeder Frage Stellung nehmen. Oder sind etwa die Taufe oder das Herrenmahl in den Gemeinden nicht praktiziert worden, weil die an sie gerichteten Briefe sie nicht erwähnen? Das sind lauter  „argumenta e silentio“. So ist auch das ein „argumentum e silentio“, dass das Zungenreden ein besonderes Charakteristikum nur der Gemeinde in Korinth gewesen sei.

Es ist methodisch sehr fragwürdig, „Kirchenväter“ als Belege zu biblischen Aussagen anzuführen. Bekanntlich haben die sog. „Kirchenväter“ neben richtigen Aussagen auch manche schriftwidrigen gemacht (vgl. als Belege z. B. Schnepel, Erich: Jesus im Römerreich. Der Weg der Gemeinde Jesu in den ersten vier Jahrhunderten, Bad Liebenzell 1977, Verlag der Liebenzeller Mission (TELOS 206): Clemens von Rom, S. 39/46, Ignatius S. 41,42ff., 46, zur Gemeindezucht S. 62/63 u. a., oder weitere Beispiele in: Hauss, Friedrich: Väter der Christenheit, Von den apostolischen Vätern bis zur Reformation, BDI, Wuppertal 1956). So können sie klare Aussagen der Schrift weder stützen noch entkräften.

Wichtig sind für uns in bezug auf alle Fragen, auch die der Gabe des Zungenredens, die Aussagen der Heiligen Schrift. Sie allein ist die inspirierte, absolute Wahrheit. Und was sie dazu sagt, ist für uns allein maßgebend. Alle Glieder am Leib JESU CHRISTI sind wichtig (Römer  12,3-8; 1. Kor. 12,21-25), ebenso alle Gaben. Entscheidend ist allein, dass

1. Korinther 12, 11
ein und derselbe GEIST jedem für sich zuteilt, wie ER will

Bemerkenswert ist, dass die kirchengeschichtlichen Beispiele, die Liebi erwähnt, alle aus dem 4. bzw. 7. Jhd. stammen. Was Liebi verschweigt, ist die Tatsache, dass in der nachapostolischen Zeit die römische Kirchenlehre begonnen hat mit all ihrer Vermischung von Wahrheit und Irrtum. Das geistliche Leben hat abgenommen und damit auch manche Äußerungen des HEILIGEN GEISTES, die in der Urgemeinde noch vorhanden waren. Es ist nicht ein „allmähliches Abklingen“ bzw. ein „Aufhören der Zeichen und Wunder“, sondern ein Zeichen des Abfalls, vor dem Paulus gewarnt hat (Apostelgeschichte 20,28-30).

Die damalige „Kirche“ ist vom Wort GOTTES abgefallen und hat sich schlimmen Götzendienst zugewandt. Ein Merkmal dieser Staatskirche war, dass an einer festgeschriebenen Liturgie festgehalten wurde, die dem GEIST GOTTES  und Seinen Gaben keinen Raum mehr bot. Selbstverständlich gab es auch in dieser Zeit wiedergeborene Christen, die von GOTT die Gaben des GEISTES bekommen haben (z. B. Zungenreden usw.).

Da Liebi die Kirchengeschichte in Bezug auf das Zungenreden falsch darstellt, möchte ich noch auf diesen Punkt eingehen. Die Zungenrede blieb nicht auf die Urgemeinde beschränkt. Durch die ganze Kirchenge- schichte trat sie immer wieder in Erscheinung. Es trägt zu einem tieferen Verständnis bei, diesen Erscheinungen nachzugehen.

Aus Platzgründen möchte ich mich auf wenige Beispiele beschränken.

Auch unter den Schreibern der frühen Gemeinde der nachapostolischen Zeit gibt es Hinweise auf das Zungenreden. Es ist für die richtige Einschätzung dieser Gabe von Bedeutung, dass es nicht auf die apostolische Zeit beschränkt blieb, sondern unter den späteren Leitern der Gemeinde JESU seine Fortsetzung fand.

Wir sehen das deutlich beim späteren Irenäus. Er schrieb in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts als Bischof von Lyon die erste Systematik des christlichen Glaubens. Vom Besuch des Petrus bei Cornelius in Cäsarea schrieb er:

Petrus hätte ihnen niemals so bereitwillig die Taufe gegeben, wenn er sie nicht prophetisch prophezeien gehört hätte, als der Heilige Geist auf sie kam

(Hinweise und Zitate betr. Der „Kirchenväter“ finden sich im Buch „The Ante-Nicene Fathers“ und „The Nicene and Post-Nicene Fathers“, 1952 und 1956 Eerdmans Publishing Co., Grand Rapids, Michigan). Die Bibel sagt uns bei diesem Bericht aber, dass sie in Zungen sprachen. Irenäus benutzt stattdessen das Wort „prophezeien“. Irenäus wusste genau, wovon er redete. Das wird deutlich an verschiedenen Stellen seines großen Werkes „Adversus haereses“, wo er über die Erfahrung der Zungenrede spricht. So beschreibt er beispielsweise mit folgenden Worten:

Der Geist aber fiel, wie Lukas sagt, am Pfingsttage auf die Jünger nach der Himmelfahrt des Herrn und verlieh ihnen die Macht, allen Völkern den Eingang zum Leben zu gewähren und zur Eröffnung des neuen Bundes. Von jenem Tage an priesen sie Gott einmütig in allen Sprachen, wobei der Geist Angehörige entfernter Völker zur Einigkeit im Glauben brachte und so dem Vater die Erstlingsfrüchte aus allen Völkern dargeboten wurden.

Dann berichtet er, was in seiner Zeit an Gaben des GEISTES zur Auswirkung kam, ohne das Zungenreden besonders zu erwähnen:

Einige treiben wahrhaft Teufel aus, so dass die, welche von bösen Geistern gereinigt wurden, häufig an Christus gläubig werden und der Gemeinde beitreten. Andere haben ein Wissen von Dingen, die kommen werden. Sie sehen Gesichte und äußern prophetische Redensarten. Andere wieder heilen Kranke durch Auflegen ihrer Hände und machen sie gesund. Ja, sogar Tote sind auferweckt worden und haben noch manche Jahre unter uns gelebt…….

Die klassische Stelle jedoch, wo deutlich wird, dass er Prophetie und Zungenrede als ein- und dasselbe betrachtet, folgt später:

Aus diesem Grunde erklärt der Apostel ‚Weisheit aber reden wir unter den Vollkommenen’, wobei er die vollkommen nennt, die den Geist Gottes empfangen haben und durch den Geist Gottes in allen Sprachen sprechen, wie er selber auch spricht. In gleicher Weise hören wir viele Brüder in der Gemeinde, die prophetische Gaben besitzen, durch den Geiste in vielen Arten von Sprachen sprechen und zur allgemeinen Erbauung viele verborgene Dinge ans Licht bringen und die Geheimnisse Gottes erklären……

Ich möchte weitere Zeugen der nachapostolischen Zeit in Bezug auf die Gabe des Zungenredens zitieren:

Im ersten Clemensbrief wird die Gemeinde in Korinth daran erinnert, dass „eine volle Geistesausgießung auf euch allen gewesen ist“ („Zungenreden“, S. 63), und dass Diener der Gemeinde durch die Gnade GOTTES durch den GEIST gesprochen haben.

Justinus Martyr, der in der Mitte des 2. Jhds. lebte, widerlegte die Behauptung, dass unter den Nachfolgern CHRISTI kein Prophet mehr aufgestanden sei. Er beschreibt die damalige geistliche Situation so:

Nun können wir unter uns Frauen und Männer sehen, die Geistesgaben besitzen….. („Zungenreden“, S. 64).

Diese Männer kannten die Aufzählung der Geistesgaben bei Paulus. Sie lassen keinen Raum für die Vermutung, dass eine davon nicht mehr vorhanden gewesen sei.

Auch Tertullian (ca. 150 – 223) hat deutlich vom Zungenreden gesprochen. Dieser fähige Jurist aus Nordafrika, dem wir zahlreiche Schriften verdanken, war der erste theologische Schriftsteller, der sich der lateinischen Sprache bediente. Man betrachtet ihn als Erben von Irenäus und den Vorgänger von Cyprian und Augustin und somit als einen der Miturheber der Lehre der Westkirche. Er sprach offensichtlich von Tatsache, als er schrieb:

So soll denn Marcion prahlen mit dem, was ihm Gott gegeben habe: Propheten, die aus dem Geist Gottes sowohl künftige Dinge voraussagten, wie auch Geheimnisse des Herzens kundtaten (1. Kor. 14,25); er soll einen Psalm, eine Vision, ein Gebet aus dem Geist produzieren; …… er soll mir ruhig auch zeigen, wie irgendeine der Frauen unter seiner besonders heiligen Schwestern mit prahlerischer Zunge prophezeit hat. Alle diese Zeichen geistlicher Gaben kommen bei mir ohne Schwierigkeiten zum Vorschein und befinden sich zudem in Übereinstimmung mit den Regeln, Anordnungen und Unterweisungen des Urhebers … Das ist mein offenes Bekenntnis jedem gegenüber, der Näheres wissen möchte. („Zungenreden“, S. 64f.).

Aus dem vierten Jahrhundert liegt noch ein rein historischer Bericht vor über den ägyptischen Abt Pachomius, gestorben etwa 346 n. Chr. Dieser soll in Engelszungen gesprochen haben, wie der Historiker Sozomen im fünften Jahrhundert berichtet („Zungenreden“, S. 65).

In Butlers „Lives Of The Saints“ wird von Pachomius (ein Freund des Athanasius) erzählt, dass ihm als Geschenk des Himmels das Sprechen in Griechisch und Latein gegeben wurde. Es waren Sprachen, die er nie Zeit gehabt hatte zu studieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es auch im 4. Jhd. Menschen gab, die vom Zungenreden wussten und es als Tatsache anerkannten. Nirgendwo wird in den Schriften der sog. „Kirchenväter“ in Abrede gestellt, dass Zungenrede eine Gabe des GEISTES ist. Es scheint unter dem Namen „Prophetie“ anerkannt – und in späteren Zeiten vernachlässigt worden zu sein.

Liebi beruft sich auf Augustin, um seine Hypothese zu untermauern. Allerdings verschweigt Liebi wesentliche Informationen, wie Augustin zu seiner Erkenntnis gekommen ist. Er ist der Irrlehre zum Opfer gefallen, dass Zungenrede angeblich den Aposteln nur zum Zweck der Evangelisierung verliehen wurde. Festzuhalten ist, dass die Haltung Augustins die kirchliche Meinung prägte. Es war aus seiner Sicht der unnötig, darüber weiter zu diskutieren. In seiner Auseinandersetzung mit den Donatisten über die Taufe bezeichnete der die Glossolalie als nicht mehr vorhanden:

Der heilige Geist wurde nicht nur gegeben unter Handauflegung mit Begleiterscheinung von Wunderzeichen wie in früheren Zeiten, als der Glaube noch einer sichtbaren Bestätigung bedurfte, damit die Gemeinde wachsen konnte. Wer erwartet denn heute, dass unter Handauflegung der heilige Geist und die Gabe der Zungenrede empfangen wird?

Dadurch dass Liebi diese Tatsache verschweigt suggeriert er, dass es sich bei Augustin um historische Tatsachen handelte. In Wirklichkeit kommt darin Augustins Wunschdenken zum Ausdruck, weil er eine Irrlehre (neben vielen anderen Irrlehren) gezielt verbreiten wollte (und dies leider auch erfolgreich getan hat).

Mit dem Untergang des weströmischen Reiches im 5. Jhd. Teilte sich der Strom des „christlichen“ Lehrens und Denkens. Zwei verschiedene „christliche“ Traditionen waren die Folge. Die griechisch-orthodoxe Ostkirche und die lateinische oder römische Westkirche entwickelten unterschiedliche Haltungen gegenüber den Geistesgaben im allgemeinen und dem Zungenreden im besonderen.

Im Jahre 691 kodifizierte die Ostkirche auf ihrem 6. Konzil die „102 Kanons“. Einer davon war ein Gesetz, das den Laien zu lehren verbot, sie hätten denn die Gabe des Lehrens empfangen. Der Kanon bezieht sich dann auf 1. Kor. 12,29 mit dem Hinweis, dass Zungenreden eigentlich nur eine besondere Lehrfähigkeit sei (The Rudder [Pedalion] , trans. D. Cummings, Chicago, The Orthodox Christian Educational Society 1957, S. 363). Dieser Hinweis auf die paulinische Aufzählung der Geistesgaben, in der das Zungenreden mit eingeschlossen ist, mag die Grundlage sein für die Aussage des Patriarchen von Konstantinopel, dass seine Kirche das Zungenreden immer anerkannt und kontrollierend praktiziert habe.

Schon früh wurde das Zungenreden in der westlichen christlichen Tradition mit Misstrauen betrachtet. Wo es vorkam, wurde es oft als ein Zeichen der Besessenheit durch Dämonen betrachtet. Diese Sicht wurde zum Standpunkt der römischen Kirche gemacht und ins „Rituale Romanum“ aufgenommen, das seine endgültige Form ungefähr um das Jahr 1000 fand. Im Abschnitt über „Exorzismus bei Besessenen“ wird der Priester, der den Exorzismus vollziehen will, wie folgt unterrichtet:

Die Zeichen, anhand derer Besessenheit von Melancholie oder einer anderen Krankheit unterschieden werden kann, sind die Fähigkeiten, mit Leichtigkeit in einer unbekannten Sprache zu sprechen oder eine solche zu verstehen, wenn sie von anderen gesprochen wird; die Fähigkeit, die Zukunft zu enthüllen oder verborgene Ereignisse offenbar zu machen; die Entfaltung von Kräften, die dem Alter oder den natürlichen Fähigkeiten des Individuums nicht entsprechen; und viele andere Anzeichen, die, als Ganzheit gesehen, offenbar machen.

Monsignore Roland A. Knox, der durch seine umfassende Studie über christliche Schwärmerei bekannt ist, nimmt den gleichen Standpunkt ein:

Ich bestreite nicht, dass es während der ganzen fraglichen Geschichtsperiode Zungenreden gegeben hat. Das Sprechen in Sprachen, die man nicht gelernt hat, war aber damals wie heute ein anerkanntes Symptom in Fällen von erklärter diabolischer Besessenheit…… („Enthusiasm”).

Bei dieser Sicht dieser Gabe ist es sicherlich zu verstehen, warum im Westen so selten von Zungenrede gesprochen wurde.

Ein weiterer wichtiger Punkt wird deutlich: Gerade Gemeinschaften, die sich für „bibeltreu“ halten, vertreten oft den Standpunkt, dass es sich angeblich beim heutigen Zungenreden um eine diabolische Gabe handelt. Zur Untermauerung dieser fadenscheinigen Behauptung werden noch einige Geister erfunden (z. B. „Pfingstgeist“, „Schwarmgeist“ usw.). In Wirklichkeit ist diese Lehre nicht biblischen, sondern römisch-katholischen Ursprungs. Diese Gemeinschaften lehnen i. d. R. die röm.-kath. Kirche zu Recht ab. Aber sie sind sich nicht zu schade, die Irrlehren der röm. Kirche zu übernehmen, solange sie in das eigene Gedankengebäude passt.

Nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes durch Ludwig XIV. im Jahre 1685 begegnen wir der Gabe des Zungenredens als Massenerscheinung. Die Hugenotten, die ein großes Maß an Glaubensfreiheit besessen hatten, sahen sich plötzlich heftig verfolgt. Viele dieser französischen Protestanten flohen in die Neue Welt. Zu den Zurückgebliebenen gehörte auch eine Gruppe in den Cevennen, die mit Hingebung das Neue Testament zu betrachten begann und dabei zu der Überzeugung kam, dass sie von GOTT berufen und mit dem HEILIGEN GEIST erfüllt worden sei.

Die erste Zungenrede erwuchs aus den prophetischen Aussprüchen der 10jährigen Isabeau Vincent, die den Misshandlungen ihres Vaters entflohen war und gesehen hatte, wie die Soldaten des Königs Frauen und Kinder, die in ihrer eigenen Kirche zum Gottesdienst beisammen waren, mit dem Bajonett erstachen. Der GEIST GOTTES kam auf dieses Mädchen und sie rief zur Buße auf. Sie sprach dabei in ihrem Dialekt, der einzigen ihr bekannten Sprache. Als man von ihren ihren wunderbaren Prophezeiungen hörte, kamen viele Leute aus der Umgebung, um sie zu hören. Zu diesen nun sprach sie in perfektem Französisch mit guter Aussprache. Später rezitierte sie Teile aus der lateinischen Messe (die ihr etwas bekannt war, denn ihr Vater hatte sie gezwungen, daran teilzunehmen), die sie anschließend widerlegte. Bald wurden Kinder überall in den Cevennen vom GEIST GOTTES erfasst und prophezeiten (deshalb wurden sie auch die „kleinen Propheten aus den Cevennen“ genannt). Sogar Kinder von drei Jahren sollen die Leute in Ansprachen ermahnt haben. Auch Erwachsene wurden vom GEIST erfasst und sahen sich zu ihrem Erstaunen französische Worte sprechen, die sie nicht verstanden. Eine einfältige Frau hielt eine Rede auf so hohem Niveau und in so gutem Französisch, dass die Hörer sagten: „Der Esel Bileams hat einen Mund von Gold!“ Über 300 Kinder wurden verhaftet und durch die medizinische Fakultät von Montpellier untersucht, die zu den besten Europas zählte. Diese Männer, die sich aus der Zeit, in der sie die Päpste mit ärztlichen und anderen Dienstleistungen versorgt hatten, recht frei in ihrem Denken fühlten, nahmen die Meinung der Priester, dass diese Kinder von Dämonen besessen seien, nicht einfach hin, nannten sie aber Fanatiker. Und so wurde eine Anzahl dieser jungen „Fanatiker“ auf die Galeeren geschickt, viele Jünglinge wurden in die Armee gesteckt und einige wurden gleich getötet.

Die Botschaften, die diese Kinder sprachen, wären an sich nicht ungewöhnlich gewesen, aber ihr ebenso beredtes wie gewähltes Französisch lag völlig jenseits ihrer Fähigkeiten. Die Gaben des HEILIGEN GEISTES unterstanden nicht ihrer Willkür, sondern kamen über sie, während sie beteten. Ein Autor schreibt, dass viele von denen, die die Geistesgaben empfingen, völlig umgewandelt wurden, und zwar sowohl in moralischer als auch in geistlicher Hinsicht. 

Als Conyers Middleton behauptete, dass seit der Zeit der Apostel „nie mehr“ in Zungen gesprochen worden sei, widersprach ihm Wesley mit einer Beschreibung der „kleinen Propheten“.

Ein führender Quäker berichtete von einer konservativen Quäker-Gruppe, die in Zungen reden. Diese Feststellung wird unterstrichen durch ein Zitat aus dem Werk eines der ersten Quäker, Burrough’s „Preface To Great Mystery“, in dem es heißt:

 …. unsere Zungen verloren sich  und unsere Lippen öffneten sich, und wir sprachen mit neuen Zungen, wie der Herr es uns auszusprechen gab. („Zungenreden“, S. 79 ff.).

So könnte ich noch viele weitere Beispiele anführen, die belegen, dass es zu allen Zeiten Menschen gab, die die Gabe des Zungenredens empfangen hatten.

 

Schutz in den letzten Tagen

Das Wort Gottes (AT und NT): 2Tim 3,13 17; Mat 7,21.27

Wie helfen? 2Tim 2,24-26

Bemerkungen zu einzelnen Versen in l. Kor 14

1. Korinther 14, 13.14.15.19.20
Darum, wer [immer wieder] in einer Sprache redet, bete [immer wieder], auf daß er es [immer wieder] auslege. („Präsens“ = Durativ ün Griech., hier mit iterativer, wiederholender, Bedeutung. Es geht nicht darum, eine Gabe zu erbitten. Der in Sprachen Redende weiss ja genau, was er sagt. Doch soll er Gott um Hilfe bitten, um anderen das Gesagte verständlich zu machen.) … Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist [=“pneuma mou“; d.h. der Geist des Menschen, der denkt und forscht; Ps 77,7], aber mein Verstand meine Bedeutung [„nous“ = hier: der Sinn von dem, was ich sage] ist fruchtleer [d.h. nützt den anderen nichts] … Was ist es nun? Ich will beten mit dem Geiste [„pneuma“] aber ich will auch beten mit dem Verstande/ mit der Bedeutung [„nous“; d.h. so, dass andere, den Sinn verstehen]; ich will lobsingen mit dem Geiste [„pneuma“], aber ich will auch lobsingen mit dem Verstande/ mit der Bedeutung [„nous“] … Aber in der Versammlung will ich lieber fünf Worte reden mit meinem Verstande/ mit meiner Bedeutung [„nous“; d.h. mit der Bedeutung von dem, was ich sagen will], auf daß ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache … Brüder, werdet nicht Kinder am Verstande [„phren“; ein anderes Wort als im vorhergehenden Vers!], sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstande [„phren“, nicht „nous“ wie im vorhergehenden Vers!] aber seid Erwachsene.

„Durativ“ bezeichnet nicht eine wiederholtes, sondern ein andauerndes Handeln; für das wiederholte Handeln gibt es den Fachausdruck „iterativ“. Beide Aktionsarten werden im Griechischen durch die Präsensform ausgedrückt. Das bedeutet aber nicht, dass jedesmal, wenn im griechischen NT ein Verb im Präsens gebraucht wird, ein wiederholtes oder andauerndes Handeln gemeint ist.

In den Evangelien z.B. wechselt die Erzählung oft unvermittelt vom Aorist (erzählende Vergangenheitsform) zum Präsens (z.B. in Mt. 15,29-32a: Aorist; V. 32b – 34: Präsens; ab V. 35: Aorist). Hier hat das Präsens keineswegs eine durative oder iterative Bedeutung. Außerdem kann man tatsächlich in 1. Kor. 14, 13 auch eine wirklich durative Bedeutung sehen; dann müßte man so übersetzen: „Darum, wer (andauernd) in einer Sprache redet, bete (andauernd), auf daß er es (andauernd) auslege.“ Allerdings stehen die Verben im zweiten und dritten Satzteil im Konjunktiv, bei dem die Zeitbedeutung in den Hintergrund tritt, so dass man eigentlich so übersetzen müßte: „Darum, wer (andauernd) in einer Sprache redet, bete, auf dass er es auslege.“ Für die Aussage: „Es geht nicht darum eine bestimmte Gabe zu erbitten“ reicht also der Befund nicht aus – im Gegenteil.

„Das in Vers 20 für Verstand gebrauchte Wort ist ‚phren’ und meint im Gegensatz zu „nous“ Verstandeskraft.“

Auch das kann ich nicht bestätigen. Ich habe eher die Bedeutung „Gebrauch des Verstandes“ gefunden (neben anderen).

 

Epilog:

Es ist begrüßenswert, dass Roger Liebi versucht hat, die Gabe des Sprachenredens in seinem Thesenpapier systematisch darzustellen. Leider muss angemerkt werden, dass Liebi m. E. dabei sehr tendenziös vorgegangen ist und bei bestimmten Punkten eine Überpretation vorgenommen hat, auf der Suche nach Bestätigungen für eine vorgefasste Meinung. Offensichtlich hat sich Liebi weniger durch die Aussagen der Heiligen Schrift leiten lassen, sondern mehr durch die Dogmen eines persönlichen, theologischen Systems (Dispensationalismus).

Weil man bereits eine feste Theorie im Kopf  hat („es gibt kein Zungenreden mehr“), sitzt auf Augen und Ohren ein Filter, der nur noch die ins eigene System einfügbaren Fakten durchlässt. Dies erklärt auch, weshalb Liebi bestimmte historische Fakten unberücksichtigt ließ. Deshalb ist hinter Liebis Prüfungsergebnisse ein doppeltes Fragezeichen zu setzen, weil die Prüfungsmethoden selbst unbiblisch sind. Wer falsch prüft, kommt auch zu einem falschen Resultat.

 

Literatur:

(Knox, Roland A.: Enthusiasm: A Chapter In The History Of Religion, Oxford 1950)

Kelsey, Morton T.: Zungenreden, 1. Aufl., Konstanz 1970

Kalewey, Jens: Bemerkungen zum Umgang mit Geistesgaben und „pfingstlichen Strömungen“, Riehen (Schweiz) o. Jg.

Külling, Samuel R.: Was beweisen die Kirchenväter, Riehen (Schweiz) o. Jg.

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23 Gedanken zu „14 Thesen zum Thema Sprachenreden in der Bibel

  1. Ich habe mich oft gefragt, warum gerade gegen diese Gabe ein solcher Aufruhr enstanden ist und noch entsteht:
    Weil es die einzige Gabe ist von der es heisst:
    Wer sie ausübt, erbaut sich selbst!
    Dass der Widersacher das nicht will ist klar.
    Darum: Wehrt nicht in Sprachen zu reden!

    1. Die Gaben des Heiligen Geistes sind nicht zur Selbsterbaung.Die Gaben sind nicht für Dich und auch nicht für Gott.Sie sind ausschliesslich für die Gemeinde Christi.Desweiteren rate ich dazu die Entstehung der „ekstatische Rede“ zu erforschen.Es ist ja keine Sprache an sich.Eine Sprache versteht der Sprecher zumindest.Ein ganz wichtiger Punkt noch; jeder der denkt er besitzt die Gabe der Zungenrede wie sie im NT beschrieben ist,ist verpflichtet für Übersetztung zu sorgen ,er ist verpflichtet die Worte zu verstehen die er redet und auch dass andere es verstehen.Nicht der Satan geht gegen die unverständliche Ekstasie vor sondern der Heilige Geist.Der Heilige Geist ist GOTT.Ein Gott der Weisheit,der höchsten Inteligenz die es gibt.Ein Souveräner GOTT.Kein GOTT welcher Angst vor dem Satan hat und seinen Kindern eine Geheimsprache gab,sondern ein Allmächtiger GOTT der Menschen diese Sprache zur Zeiten des NT gab um den Juden zu erkennen zu  geben, DASS er nicht nur die Gnade für sie allein ausgegossen hat, sondern für alle Völker der Erde.Das war das Zeichen der Sprachenrede im NT an di e Juden.Heute hat leider Satan diese Irrlehre in die Welt gesetzt.Natürlich wird sie mit Bibelversen verteidigt.So wie viele andere Irrlehren.Alle Gute:“Ex-Zungenredner“

      1. Die Zungenrede ist in erster Linie ein Gabe, die für das Gebet zu GOTT bestimmt ist:

        Wer in Zungen redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu GOTT.

        Außerdem bezeugt die Heilige Schrift, dass derjenige, der in Sprachen redet, nicht andere, sondern sich selbst erbaut:

        Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst.
        (1. Korinther 14,4)

        Der biblische Begriff „Erbauung“ meint nicht das Schwelgen in frommen Gefühlen, sondern geistlichen Aufbau. Solche „Erbauung“ geschieht in der Förderung des Glaubenslebens, Vertiefung der Hingabe und Reifung im Christsein.

        Durch Zungengebet soll also persönliche Erbauung geschehen. Den Wert dieser Gabe lernt man erst durch intensives Gebetsleben kennen. Wer ihn entdeckt, mag diese Gabe nie mehr missen.

        Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute
        Praktizierender Glossolalist

  2. Hallo liebe Geschwister,
    ein sehr langer Artikel mit sehr vielen Aussagen. Möchte hier gerne nur einen Punkt herausnehmen und etwas zu 1.Kor. 14,4 anmerken

    Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.
    ο λαλων γλωσση εαυτον οικοδομει ο δε προφητευων εκκλησιαν οικοδομει

    hier sagt Paulus dass derjenige der in einer Sprache redet sich selber erbaut, also er wird nicht durch den Heiligen Geist erbaut sondern durch sich selbst. Biblische Erbauung bedeutet nicht, sich gut zu fühlen, denn man kann sich auch bei einem guten Essen oder in einem schönen Urlaub oder bei einem lustigen Abend mit Freunden gut fühlen. Erbauung im biblischen Sinn bedeutet, dass man geistig erbaut wird. Wenn ich aber nur etwas rede, das weder ich noch ein anderer versteht, wieso sollte ich dadurch geistig erbaut werden? Erbaut wird der Sprachenredende nur, wenn er, bzw. die Zuhöhrer verstehen was er sagt, denn Vers 5 zeigt, dass man nur erbaut wird, wenn man das Gesagte versteht. Dadurch wird klar, die Gabe als solches erbaut nicht, wenn keiner etwas versteht. Wird aber, in einer dem Zuhörer verständlichen Sprache gesprochen, ist sie für Ungläubige (1.Kor.14,22) ein Zeichnen, denn dadurch werden auch die Zuhörer erbaut (siehe Apg. 2) und es wird kein Übersetzer benötigt (siehe Apg. 2)

    Man wird durch das Gesprochene, wenn es sich um die echte Gabe handelt und man selbst versteht was man sagt, zwar selbst erbaut, aber die Selbsterbauung ist nicht das Ziel oder Zweck dieser Gabe (denn sonst bräuchte man ja die Gabe der Übersetzung nicht). Ziel und Zweck der Gaben allgemein ist die Erbauung der Gemeinde, wie es Paulus an mehreren Stellen in diesem Kapitel betont. Die Aussage erbaut sich selbst ist nicht nur eine Feststellung sondern ein Tadel. Denn den Korinthern ging es nur um die eigene Erbauung und sie haben sich nicht darum gekümmert, dass auch die Gemeinde erbaut wird, deshalb betont er nochmal in V.12 strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt!
    siehe auch 1. Kor.10,24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.
    In 1. Kor 14,1 schreibt Paulus: „Strebt nach der Liebe“ und in 1. Kor 13,5 wird über die Liebe gesagt „sie sucht nicht das Ihre“ wer also in in Sprachen spricht um sich selbst zu erbauen und nicht übersetzt, strebt in dem Moment nicht nach der Liebe.
    In 1.Petr 4,10 heißt es dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Eine Gnadengabe wird empfangen zum Dienst an den anderen und nicht um sich selbst zu erbauen, allerdings wird man natürlich auch durch den eigenen Dienst am Anderen erbaut.

    Frage: Wieso sollte ich selber erbaut werden, obwohl ich die Sprachen die ich rede nicht verstehe und im Gegensatz dazu wird die Gemeinde erst erbaut, wenn sie die Sprachenrede verständlich übersetzt bekommt (V5)

    1. Lieber Martin,

      herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.

      In 1. Korinther 14,4 steht für „erbauen“ das griechische Wort „OIKODOMEO“. Es setzt sich eigentlich aus zwei Wörtern zusammen: „OI“ = Haus oder Haushalt und „DOMEO“ = „bauen“.

      Der Schwerpunkt dabei liegt also auf der Bedeutung „erbauen“, „aufbauen“. Gemeint dabei ist immer die Gemeinde (Mt. 16,18; 1. Kor. 14,4b) bzw. die einzelnen Glieder (Apg. 20,32; 1. Kor. 8,1: 10,23; 14,4a.17; 1. Thess. 5,11 usw.). derselben.

      Die Sprachenrede ohne Auslegung baut den Glauben und das geistliche Leben des Sprechers auf, weil er/sie durch den HEILIGEN GEIST in direkter Kommunikation und geistlicher Einheit mit GOTT steht (vgl. Epheser 3,16; Judas 1,20). Die Person spricht auf einer geistlichen Ebene (1. Kor. 14,2.14), um zu beten (1. Kor. 14,15.28), Dank zu sagen (1. Kor. 15,16.17) oder zu singen (1. Kor. 14,15). Paulus bezeugt, dass er auf diese Weise betet und mit GOTT Zwiesprache hält, genauso wie mit seinem Verstand (d. h. mit seinen eigenen Worten, die er versteht ==> 1. Kor. 14,14.15).

      Alle Geistesgaben sind in erster Linie dau da, die Gemeinde an sich und einzelne Christen zu stärken. „Erbauung“ bedeutet, in JESU Jüngern geistliches Leben, Reife und gottwohlgefällige Charaktereigenschaften zu fördern. Ziel ist, dass sie CHRISTUS ähnlicher werden und sich nicht in das gottlose Schema der Welt fügen. Die persönliche Erbauung durch das Reden in neuen Sprachen ist ein ausgeprägter Segen, der uns mit dieser Gabe übermittelt wird. Eine Schwester, die diesen Segen erfuhr, schrieb folgenden Brief an ihren ehemaligen Pastor:

      Während der letzten Jahre verspürten wir eine Vertiefung unseres geistlichen Lebens. Wir befanden uns auf der Suche nach GOTTES Wahrheit und Seinem Willen für uns. Ich betete, dass ER mir Seine Gegenwart offenbaren, mir einen engeren Wandel mit CHRISTUS schenken und mich mit dem HEILIGEN GEIST erfüllen möchte. Im Januar dieses Jahres begann GOTT, dieses Gebet zu erhören, aber gar nicht auf die Art, wie ich es erwartet hatte. Nun, wo ein paar Monate vergangen sind, kann ich sehen, wie ER es beinahe Schritt für Schritt getan hat. Zuerst bekam ich eine echte Empfindung für Seine Gegenwart, und dann kam auch diese seltsame Gabe des geistlichen Redens. Glauben Sie mir, es war eine sehr demütigende Erfahrung. Schließlich habe ich das Abitur gemacht und war immer dankbar, dass mir ein guter Verstand zu eigen ist. Anstatt mir viel Weisheit und Verstehen zu geben, wovon ich dachte, es sei für mich gut, gab ER mir diese scheinbar nutzlose Sprache. Wie kann eine Sprache nützlich sein, wenn niemand sie versteht? Doch ich wusste von anderen, die sie ebenfalls erhalten hatten, dass sie sich ihrer erfreuten.
      Unser Pastor erklärte mir, dass der Segen sich unterschiedlich im Leben auswirken könne, aber im allgemeinen sei die Gabe sehr hilfreich im persönlichen Gebetsleben. Er ermutigte mich, sie in dieser Weise zu gebrauchen, zu warten und zu sehen, welche Absicht der HERR hatte, indem ER sie mir gab.
      Während die Wochen dahingingen, versuchte ich, seinen Rat zu befolgen, wurde aber doch entmutigt. Diese seltsame Sprache brachte mir nichts. Aber langsam bemerkte ich, dass meine Gedanken sich von mir und meinen täglichen Aktivitäten zu GOTT und Seiner Größe und Seiner Liebe für den Menschen verlagerten. Meine Alltagsarbeit sah ich als echten Dienst für IHN an, und die Gegenwart CHRISTI war jeden Tag irgendwie näher. Ich habe zwar schon immer versucht, mein Leben als Gottesdienst zu leben und CHRISTUS nahe zu sein, aber es war so anstrengend. Nun kam es ganz natürlich, beinahe ohne Mühe. Es scheint mir, dass GOTT die Dinge für mich macht. Die Veränderung ist nicht mein Verdienst und nicht mir zuzuschreiben, sondern alles Ehre kommt dem HERRN zu.

      Quelle: Christenson, Larry: Segen und Sinn des Zungenredens. Vom rechten Gebrauch des Zungenredens in Gemeinde und persönlichem Leben, 1. Aufl. (Leuchter-Verlag), Erzhausen 1983, S. 59f.

      Die Schwester schreibt spontan aus ihrer Erfahrung heraus, ohne den Versuch einer theologischen Betrachtung. Und doch trifft sie genau die Bedeutung von 1. Korinther 14,4. Wir sind es gewohnt, bei Erbauung in rein intellektuellen Begriffen zu denken. Aber Paulus sagt ausdrücklich, dass beim Beten in Zungen der Intellekt nicht beteiligt ist. Wenn Du diese Gabe in Deiner persönlichen Gebetszeit anwendest, wird eine anderer Teil von Dir, über den Intellekt hinaus, erbaut (beim persönlichen Gebrauch der Gabe ist Auslegung nicht notwendig, 1. Kor. 14,28). Die Erbauung, von der in 1. Kor. 14,4 gesprochen wird, hat daher die ganze Person im Auge.

      Shalom
      Roland

      1. Hallo Roland

        freue mich, dass du so schnell geantwortet hast, bin aber in einigen Punkten nicht deiner Meinung
        Du schreibst: Die Sprachenrede ohne Auslegung baut den Glauben und das geistliche Leben des Sprechers auf, weil er/sie durch den HEILIGEN GEIST in direkter Kommunikation und geistlicher Einheit mit GOTT steht (vgl. Epheser 3,16; Judas 1,20).

        Aber im 1. Kor. 14,14 steht doch ausdrücklich „wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist“ also nicht der Heilige Geist betet sondern mein Geist!
        Vermutlich wirst du dann auf Röm. 8,16+17 verweisen „Ebenso kommt auch der GEIST unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der GEIST selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der jedoch, der die Herzen erforscht, weiss, was das Trachten des GEISTES ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie es GOTT gefällt“ aber wenn man sich diesen Vers anschaut fällt auf, dass Paulus hier von unaussprechlichen Seufzern mit der Betonung auf unaussprechlich spricht. Wenn hier unaussprechlich steht kann damit keine Sprachenrede gemeint sein, da man Sprachenrede ja ausspricht.
        In den Bibelstellen die du anführst Epheser 3,16; Judas 1,20 steht nichts vom Sprachenreden sondern von der Krafft des Heiligen Geistes.

        Ich meine wirklich, dass man trennen muss zwischen der biblischen Gabe des Sprachenredens (Reden in einer ungelernten Sprache) und der nachgeahmten Zungensprache die heute von allen Pfingstlern und Charismatikern praktiziert wird, bis hin zu den katholischen Charismatikern die mit ihrer Gabe des Zungenredens Maria anbeten und behaupten, dass dies das Wirken des Heiligen Geistes ist

        Zu deiner Aussage über LALEO = geschwätzig, plauderhaft; ai.: [wie ein Kind] „lalala“ sagen; vgl. nhdt.: „lallen“); Vb. (296) Gräz.: von Vögeln: zwitschern; zirpen. Hier geht es also um das Betätigen des Sprechorgane = nichtintellektuelles Reden.
        Hierzu ist zu sagen, dass LALEO häufig für das Reden von Jesus in den Evangelien benutzt wird und du wirst sicher nicht behaupten wollen, dass Jesus wenn er zur Volksmenge oder den Jüngern sprach nichtintellektuelles Reden praktiziert hat

        Lieber Bruder, ich möchte dich mit diesen Ausführungen nicht ärgern sondern ich bin nur auf der Suche nach der biblischen Wahrheit.

        Herzliche Grüße
        Martin

      2. Hallo Martin,

        ich empfinde es auch nicht so, dass Du mich ärgern willst. Die Kommentarfunktion gibt es ja, um Fragen/Kritik zu äußern.

        Du schreibst:

        Aber im 1. Kor. 14,14 steht doch ausdrücklich „wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist“ also nicht der Heilige Geist betet sondern mein Geist!

        Natürlich betet der Geist des Zungenredners, der jedoch nicht von dem Verstand (siehe Vers 15!), sondern vom HEILIGEN GEIST bewegt wird. Das bedeutet, dass der Verstand beim Reden in neuen Sprachen nicht beteiligt ist (Verstand bleibt „fruchtleer). Dies ist auch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur okkulten „Glossolalie“, bei der der Zungenredner „übermannt“ wird und keine Kontrolle über die Ausübung der Glossolalie hat. Im Ggs. dazu lehrt uns die Heilige Schrift, dass der Geist des Propheten dem Propheten untertan ist. Dadurch, dass ich mit meinem Geist in Zungen bete, kann ich den Zeitpunkt des Zungenredens bestimmen. Ich kann jedoch die Glossolalie nicht inhaltlich beeinflussen, da der Verstand daran nicht beteiligt ist.

        Vermutlich wirst du dann auf Röm. 8,16+17 verweisen … unaussprechlichen Seufzern

        Du meinst vermutlich Römer 8,26.27. Es gibt drei wichtige Beobachtungen bzgl. der Gebetsunterstützung des HEILIGEN GEISTES:
        1. Als Kinder GOTTES haben wir zwei große Fürsprecher (d. h. Mittler, die andere verteidigen oder für die Nöte und Situationen anderer Verantwortung übernehmen): CHRISTUS setzt Sich für uns im Himmel ein (1. Kor. 8,34; 1. Johannes 2,1) und der HEILIGE GEIST setzt Sich für uns auf Erden ein, aus unserem Innern heraus.
        2. Die Formulierung „unaussprechlichen Seufzern“ (andere Übersetzungsmöglichkeit: „wortlosen Seufzern“) soll vermitteln, dass der HEILIGE GEIST durch die verzweifelten Schreie und Sehnsüchte unseres Herzens mit GOTT dem VATER kommuniziert, wenn uns die passenden Worte fehlen und wir unsere Nöte und Wünsche GOTT gegenüber nicht ausdrücken können.
        3. Die Sehnsüchte unseres Herzens müssen vom HEILIGEN GEIST kommen, Der in uns lebt. Er setzt Sich vor dem VATER für unsere Bedürfnisse ein, „dem Willen GOTTES gemäß“ (Römer 8,27).

        In den Bibelstellen die du anführst Epheser 3,16; Judas 1,20 steht nichts vom Sprachenreden sondern von der Krafft des Heiligen Geistes.

        Es ging mir bei den angeführten Bibelstellen darum, Dir zu zeigen, dass unserer innerer Mensch gestärkt werden muss. Dazu ist das Reden in neuen Sprachen eine wichtige Option (vgl. 1. Korinther 14,4).

        Ich meine wirklich, dass man trennen muss zwischen der biblischen Gabe des Sprachenredens (Reden in einer ungelernten Sprache) und der nachgeahmten Zungensprache die heute von allen Pfingstlern und Charismatikern praktiziert wird

        Wie kannst Du Deine Behauptung beweisen, dass alle Pfingstler/Charismatiker lediglich die Glossolalie nachahmen?

        ZU LALEW: Grundsätzlich finde ich es nicht gut, wenn man eine Bibelstelle gegen eine andere ausspielen möchte. Damit wir dieser Gefahr nicht erliegen, müssen wir einen wichtigen Grundsatz des Übersetzens berücksichtigen, nämlich, dass der Kontext die Bedeutung eines Begriffes (mit-)bestimmt. Wenn Du Dich an Apg. 2 erinnert, wurden über die Apostel Witze gerissen, dass sie wohl betrunken waren. Dem HERRN JESUS wurde Betrunkenheit nie unterstellt. Und wenn ein Vogel zwitschert (und hier im Grundtext LALEW) steht, wirst Du sicherlich nicht von einem intellektuellen Reden des Vogels ausgehen, wie dies bei dem HERRN JESUS der Fall gewesen ist.

        Deshalb müssen wir hier im Grundtext unterscheiden, z. B. LEGW (sammeln, zählen, sagen), LOGIKOS (geistig, vernünftig), LOGION (Spruch), LOGIOS (beredt, gebildet), ALOGOS (unvernünftig, sprachlos), LALEW ([plaudernd] reden, sprechen, nichtintellektuelles Reden).

        Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden und daher ist es folgerichtig, dass in der Heiligen Schrift „LALEW“ gebraucht wird (hier in diesem Zusammenhang für nichtintellektuelles Reden).

        Shalom
        Roland

      3. Hallo Roland,

        freue mich, dass wir uns offen über dieses Thema auseinandersetzen können, denn ich habe in meiner eigenen Gemeinde schon schlechte Erfahrungen gemacht, wenn ich manche Dinge angesprochen habe, für die es meiner Meinung nach keine biblische Begründung gibt.

        Ich frage mich welcher Richtung ihr angehört, denn ich lese auf euren Seiten viel Kritik an den Pfingstgemeinden, aber deine Argumentation entspricht genau der Pfingstlehre.

        Zu deiner Aussage: Wie kannst Du Deine Behauptung beweisen, dass alle Pfingstler/Charismatiker lediglich die Glossolalie nachahmen?
        Das kann ich natürlich nicht beweisen, denn es ist so wie du schreibst nur eine Behauptung und ich hätte auch das „alle“ weglassen sollen. Aber ich meine, dass es Gründe für diese Behauptung gibt. Erkläre mir doch bitte, wie es sein kann, dass charismatische Katholiken in Zungen reden und gleichzeitig Maria anbeten. Wie kann es sein, dass Extrempfingstler und Charismatiker wie Benny Hinn usw, in Zungen reden und sehr viele Dinge tun, die dem Wort Gottes widersprechen und wie kann es sein, dass obwohl es meines Wissens ca. 500 Millionen Menschen auf der Welt gibt die von sich behaupten in Zungen zu sprechen, Gott scheinbar es immer so führt, dass das Zungenreden von niemandem verstanden wird, wohingegen es in der APG von den Anwesenden sehr wohl verstanden wurde.
        Eine Erklärung wäre, dass es echtes und nachgeahmtes Zungenreden gibt. Aber wie kann man das unterscheiden, wenn sich beides gleich anhört und auch beides von keinem verstanden wird. Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis für die Echtheit dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen. Ebenso kann jeder Laute ohne Bedeutung aussprechen, die teilweise sogar wie eine Sprache klingen, in welche manchmal, bewusst oder unbewusst, früher einmal gehörte oder dem Redner bekannte Worte einer anderen Sprache eingeflochten werden. Dies hat allerdings nichts zu bedeuten, denn wenn ich von einer Sprache 10 oder 20 Wörter kenne, werde ich niemals behaupten, dass ich diese Sprache sprechen kann.
        (Auszug aus der Erklärung einer Sprachschule: Wenn Sie eine Fremdsprache lernen, so sollten Sie als Anfänger (in der Grundstufe) 1.300 bis 2.000 Wörter lernen. Man geht in der Sprachforschung davon aus, dass man mit einem Grundwortschatz von 2.000 wichtigen Wörtern die meisten Gespräche im Alltag bestreiten kann. Als Lerner in der Mittelstufe sollten Sie Ihren Wortschatz aufstocken und zwischen 3.000 und 4.000 Wörtern beherrschen. Fortgeschrittene schließlich, die sich mit ihrem Wissen zur Oberstufe rechnen dürfen, verwenden bis zu 6.000 Wörter der Fremdsprache im aktiven Wortschatz).

        Zu deiner Aussage: Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden
        Wie kannst du diese Behauptung beweisen?
        Bitte nicht mit
        1. Kor. 14,2 Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist
        da die Aussage „denn niemand versteht es“ hier wohl kaum zutreffend ist.
        Eine Erklärung für 1. Kor 14,2+4 wäre: Wenn der Sprachenredende in einer fremden, ungelernten, aber für ihn selbst verständlichen Sprache Gott lobpreist, dann redet er zu Gott, denn Gott versteht natürlich alle Sprachen, er redet in diesem Moment aber nicht zu Menschen, da die Geschwister in der Gemeinde das Gesprochene nicht verstehen, deshalb ist das Gesagte für sie ein Geheimnis, wenn es nicht übersetzt wird. Der Sprachenredende wird aber durch seinen Lobpreis Gottes selbst erbaut, da er ja versteht was er sagt und durch Lobpreis Gottes werden wir auch immer selbst erbaut.

        Herzliche Grüße
        Martin

      4. Hallo Martin,

        schade, dass Du in Deiner Gemeine so schlechte Erfahrungen gemacht hast, wenn Du (aus Deiner Sicht) unbiblische Dinge ansprichst. Zumindest sollte in einer Gemeinde die Offenheit vorhanden sein, sich mit der Kritik konstruktiv auseinanderzusetzen (kann ja durchaus sein, dass sie dann zu einer anderen Bewertung kommen – aber die Verantwortlichen [z. B. Älteste] stehen m. E. hier in der Pflicht).

        Deine Frage, zu welcher Richtung wir gehören, kann ich wahrscheinlich nicht zu Deiner Zufriedenheit beantworten, denn wir gehören keinem bestimmten theologischen Lager an. Die Pfingstler würde jetzt stark protestieren, dass meine Argumentation der Pfingstlerlehre entspricht (z. B. bin ich nicht der Meinung, dass jeder Christ in neuen Sprachen reden muss, dass man niemandem die Glossolalie aufdrängen kann und ich bin auch nicht der Meinung, dass das sichtbare Zeichen der Geistestaufe die Glossolalie ist). Das sind alles pfingstliche Positionen, die ich nicht teile. Und wenn ich mir den Weltkongress der Pfingstler in Jerusalem (Pfingsten 2015) anschaue, fallen mir noch weitere Gegensätze auf:

        … Der Kongress verfolgt das Ziel, dass bis zum Jahr 2033 jeder Mensch eine Begegnung mit Jesus Christus und der Kraft des Heiligen Geistes (so, wie Pfingstler sie verstehen) erfährt. Um Christen dazu zu motivieren, wurden bereits Konferenzen auf einigen Kontinenten durchgeführt.
        In Europa wird ein entsprechendes Programm von Ingolf Ellßel mitgeleitet, dem ehemaligen Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden( BfP). Die Initiatoren des Jerusalemer Kongresses betonten ebenfalls die Weitergabe der Pfingsterfahrung an die nächste Generation. So rief der US-Pastor Jentezen Franklin von der Free Chapel Church, die in den Bundesstaaten Georgia und Kalifornien vertreten ist, ELTERN AUF, DIE GABE DES ZUNGENREDENS IM FAMILIENALLTAG ZU PRAKTIZIEREN UND SO AN DIE KINDER WEITERZUGEBEN.
        Sonst bestehe die Gefahr, dass diese „SPRACHE“ aussterbe.

        Quelle: TOPIC

        Die Pfingstler-Führer erklären damit, die Glossolaie sei erlernbar und „vererbbar“. Ein Armutszeugnis, oder? Auch das ist nicht meine Position 😉

        Von den Pfingstlern habe ich schon einige böse E-Mails erhalten. Einer wollte per E-Mail bei mir einen Exorzismus durchführen (liegt schon einige Jahre zurück). Hat aber alles nichts genützt, die Artikel sind immer noch online 🙂

        Ich finde es gut, dass Du Deine Aussage „alle“ relativiert hast. Ich denke, dass wir hier auf einen Nenner kommen. Für mich gibt es heute 3 „Arten“ von Glossolalie

        1. die biblische Glossolalie
        2. nachgeahmte Glossolalie (menschlichen Ursprungs)
        3. nachgeahmte Glossolalie (dämonischen Ursprungs)

        Dies erklärt sicherlich die Phänomene, die Du angesprochen hast (Götzendiener [„Maria“], Hinn usw.).

        Es gibt eine wichtige („stille“) Geistesgabe, die hier notwendig ist: Die Gabe der Geisterunterscheidung.

        Weitere Kriterien sind: Das Leben der Gläubigen, die Lehre usw. Wenn jemand „Maria“ anbetet und bei uns in Zungen beten will, würden wir es dieser Person untersagen, da wir nicht verstehen, was diese Frau redet.

        Ich habe erlebt, dass jemand die Glossolalie verstanden hat: Ich betete mit einer Schwester um die Gabe des Zungenredens und sie sprach kurze Zeit in einer neuen Sprache. Die Worte, die sie aussprach, klangen Französisch. Da weder sie noch ich Französisch in der Schule gelernt hatten, konnten wir auch nichts verstehen. Allerdings hatten wir eine Französisch-Lehrerin in der Gemeinde und beim Gottesdienst sprachen wir sie an, ob wir zu Dritt eine Gebetsgemeinschaft bilden können. Wir baten sie, uns nach dem Gebetstreffen uns mitzuteilen, ob sie die Glossolalie der Schwester verstanden hatte. Es war tatsächlich Französisch (mit einem sehr starken Akzent) und sie übersetzte die Glossolalie ins Deutsche. Die Schwester lobte GOTT für Seine Taten in Zungen.

        Zu deiner Aussage: Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden
        Wie kannst du diese Behauptung beweisen?

        Dies geht aus dem Text der Apostelgeschichte selbst hervor:
        Apg. 2,4 „fremde Sprachen“. Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort.

        Keine Sorge – an 1. Kor. 14,2.4 hatte ich dabei gar nicht gedacht. Dafür berufe ich mich auf 1. Kor. 14,14.15 🙂 : Die Glossolalie ist eine Sprache, die der Sprecher nie gelernt hat. Wenn er die Sprache nicht gelernt hat, kann er sie auch nicht verstehen.

        Ich wünsche Dir einen gesegneten Start in die neue Woche……

        Shalom
        Roland

  3. Hallo Roland

    Zu deiner Aussage: Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden
    Wie kannst du diese Behauptung beweisen?
    Dies geht aus dem Text der Apostelgeschichte selbst hervor:
    Apg. 2,4 „fremde Sprachen“. Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort.

    Englisch und griechisch sind für mich auch Fremdsprachen (also nicht meine Muttersprache) und trotzdem verstehe und spreche ich die beiden Sprachen ganz ordentlich. Also die Aussage “ Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort“ ist so nicht richtig. Zudem steht in Apg. 2,4 nicht „fremde Sprachen“ sondern ετεραις γλωσσαις „in anderen Sprachen“.

    Zu deiner Aussage: Die Glossolalie ist eine Sprache, die der Sprecher nie gelernt hat. Wenn er die Sprache nicht gelernt hat, kann er sie auch nicht verstehen.

    Wenn er die Sprache nicht gelernt hat kann er sie auch nicht sprechen. Aber wir sprechen hier ja über ein Wirken des Heiligen Geistes.

    1. Kor. 14,14-15 Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen.
    1. betet zwar mein Geist
    hier steht, dass mein Geist betet (mein Geist beinhaltet natürlich auch meinen Verstand oder Denksinn) und nicht, dass der Heilige Geist betet. Was zeigt, dass ich es bin der redet (denn woher sollte ich sonst wissen, dass ich bete oder den Lobpreis spreche V.16), wenn auch in einer Sprache die ich nie gelernt habe, es bedeutet aber nicht, dass der Heilige Geist durch mich redet während mein Geist und mein Verstand ausgeschaltet ist, so wie bei einem Medium.
    2. aber mein Verstand ist ohne Frucht,
    Sprachenrede dient zum Lobpreis Gottes (siehe APG) nicht als Fürbittegebet für Menschen und ihre Anliegen, das bedeutet beim Lobpreis (V16) Gottes muss ich nicht überlegen was ich sage, denn Lobpreis ist nicht verstandesgeführt, sondern er kommt inspiriert durch den Heiligen Geist direkt aus dem Herzen (2.Kor. 1,22 er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben) und unserem Geist (Röm. 8,16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind). Wohingegen in der Fürbitte für Menschen und ihre Anliegen, muss ich zuerst darüber nachdenken, welcher Bruder oder welche Schwester hat welches Anliegen und für wen oder für was habe ich evtl. noch vergessen zu beten. Darum schreibt Paulus in V15 dass mit dem Geist gebetet werden soll aber auch mit dem Verstand. Das bedeutet nicht, dass der Verstand ganz ausgeschaltet wird, denn der Verstand gehört ja auch zum Geist.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende
    Herzliche Grüße
    Martin

    1. Lieber Martin,

      das gr. GLOSSA bedeutet sowohl „Zunge“ als auch „Sprache“; im NT bezeichnet es die geistgewirkte Fähigkeit, Fremdsprachen zu sprechen, ohne sie erlernt zu haben. Das biblische Sprachenreden dient als Wunderzeichen (vgl. Markus 16,17; 1. Korinther 14).

      Zu ἕτερος (HETEROS): Hetero steht als Wortbestandteil von Fremdwörtern aus dem Griechischen für „anders“, „ungleich“, „abweichend“, „fremd“.

      ἕτερος hat zwei hauptsächliche Bedeutungsstränge:

      1. „anderer“
      a) Adj. und Subst.:
      – der andere (von wzeien oder mehreren), (irgend) ein anderer (Matth. 8,21; Lukas 6,6; Apg. 15,35) u.a.
      – bei Aufzählungen (Luk. 8,6; 11,16) u.a.
      – der andere, einer (von nur zweien) (Matth. 21,30; Luk. 5,7) u.a.

      2. „andersartig“
      (qualitativ anders, verschieden (vom vorherigen, fremd (z. B. Matth. 11,3; Markus 16,12; Lukas 9,29; 23,32; Joh. 14,16; Apg. 2,4; 7,18; 27,1; Römer 7,23; 1. Kor. 14,17.21; 15,40; Gal. 1,6; Jak. 2,25)

      Zu Deinen Anmerkungen bzgl. 1. Kor. 14,14.15: Du setzt „Geist“ mit „Verstand“ gleich. Dadurch kommst Du zu falschen Schlussfolgerungen. Zwischen „Geist“ und „Verstand“ besteht jedoch ein erheblicher Unterschied.
      Das Wort „Geist“ bezieht sich nur auf den nicht-körperlichen Teil des Menschen. In der Schrift jedoch werden nur die Gläubigen, in denen der HEILIGE GEIST innewohnt, als „geistlich lebendig“ bezeichnet 1. Korinther 2,11; Hebräer 4,12; Jakobus 2,26). Ungläubige sind „geistlich tot“ (Epheser 2,1-5; Kolosser 2,13), d. h. sie haben nicht den „Geist“, da der „Geist“ dem Menschen erst bei der Wiedergeburt gegeben wird. Der „Geist“ ist das Element im Menschen, das es ihm ermöglicht, eine persönliche Beziehung zu GOTT zu haben.
      Der Verstand hat also nichts mit dem Geist gemein.

      Ich wünsche Dir ein gesegnetes Restwochenende…

      Shalom
      Roland

      1. Hallo Roland
        schön, dass du dich wieder gemeldet hast. Ich dachte schon, dass du kein Interesse an der Fortführung dieser Diskussion hast.

        Deine Aussage: Das gr. GLOSSA bedeutet sowohl „Zunge“ als auch „Sprache“; im NT bezeichnet es die geistgewirkte Fähigkeit, Fremdsprachen zu sprechen, ohne sie erlernt zu haben. Das biblische Sprachenreden dient als Wunderzeichen (vgl. Markus 16,17; 1. Korinther 14).

        Hier sind wir uns vollkommen einig, aber ich wollte nur ausdrücken, dass das Wort Fremdsprache nicht zwangsläufig bedeutet, dass ich diese Sprache nicht verstehe.

        Sprache ist immer ein Komplex aus reden und verstehen wie ja auch 1. Kor.14,16-17 ausdrückt:
        „Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er nicht weiß, was du sagst? Du magst wohl schön danksagen, aber der andere wird nicht erbaut“.
        Paulus sagt hier, wenn eine andere Person die Sprache nicht versteht, dann ist er ein Unkundiger und kann nicht Amen sagen. Also wenn der Sprechenredner selber die Sprache nicht verstünde, wäre er ja auch ein Unkundiger. Paulus betont aber klar, dass ein Anderer nicht weiß was der Sprachenredner sagt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Sprachenredende weiß was er sagt.
        Das Verstehen des Gesagten wird auch angezeigt durch die Aussage, dass das Gebetete Danksagung war und dass der Sprachenredner, wie Paulus im V17 betont, schön danksagt und dadurch erbaut wird, aber der andere der die Sprache nicht versteht, wird nicht erbaut.

        Zu deiner Aussage „dient als Wunderzeichen“
        1. Zeichen bedeutet „ein klarers Erkennungsmerkmal“, also ist ein Zeichen ein Beweis. Die Bibel beschreibt Zeichen als Wunder mit einem Hinweis auf etwas ganz Bestimmtes wie zum Beispiel wenn der Herr Jesus sagt „ich bin das Brot des Lebens“ und zeichenhaft hat er es bewiesen in der Speisung der 4000 und der 5000. Zeichen und Wunder sind aber immer Ausnahmen und Einzelfälle, denn wenn etwas tagtäglich und überall auf der ganzen Welt geschieht, dann wird es niemand mehr als Wunder bezeichnen. Allerdings wenn jemand plötzlich eine Sprache spricht ohne diese gelernt zu haben, (mit eine Sprache sprechen ist immer reden und verstehen gemeint, denn niemand wird von sich behaupten, dass er eine Sprache spricht wenn er kein Wort davon versteht) dann ist das wirklich ein Wunder und somit ein Zeichen oder ein Beweis für denjenigen der nicht glaubt, dass so etwas geschehen kann. Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen.

        2. Für wenn gab Gott dieses Zeichen.
        1. Kor. 14,22 „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen“, hier können nicht Ungläubige allgemein gemeint sein, denn im nächsten Vers erklärt er ja, „wenn alle in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“ Im Vers 21 lesen wir, dass Gott zu seinem Volk spricht, folglich sind hier die Juden gemeint und zwar die Juden die nicht glauben wollten, dass auch die Heiden errettet werden können (auch die Zeichen und Wunder Jesu waren für die ungläubigen Juden, wobei hier ungläubig nicht meint, dass sie nicht an Gott geglaubt hätten, sondern sie glaubten nicht oder noch nicht, dass Jesus der Messias ist) In 1. Kor. 1,22 sagt Paulus über die Juden, dass sie Zeichen suchen, „während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen“ wie sie auch Jesus immer bedrängt haben, dass er ihnen ein Zeichen vom Himmel zeigt. Deshalb hat Gott sie auch heidnische Sprachen sprechen lassen, damit sie begreifen, dass der Weg zu Gott nun auch für die Heiden offen ist.

        Wünsche Dir eine gute und friedliche Woche
        Gruß
        Martin

      2. Hallo Martin,

        leider kann ich nicht immer zeitnah antworten, da ich zurzeit „viel um die Ohren habe“. Sollte ich die Fortsetzung eines Threads als sinnfrei ansehen, würde ich das entsprechend kommunizieren.

        Du schreibst:

        „Hier sind wir uns vollkommen einig, aber ich wollte nur ausdrücken, dass das Wort Fremdsprache nicht zwangsläufig bedeutet, dass ich diese Sprache nicht verstehe.“

        Die Bibel bezeugt uns bzgl. des Betens in neuen Sprachen folgendes:

        Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.

        Hier können wir festhalten, dass der Geist des Gläubigen betet, aber der Verstand fruchtleer bleibt. Für „fruchtleer“ steht im Grundtext der Begriff AKARPOS und bedeutet neben „ohne Frucht“ auch „nutzlos, weil keinen Gewinn bringend“. Für den Verstand ist also das Reden in Zungen „nutzlos“. Das würde sich ändern, wenn ich die Fremdsprache verstehen würde, da mein Verstand daran beteiligt wäre (zumindest beim Übersetzen). Außerdem wäre die Gabe der Auslegung der Zungen überflüssig, da der Zungenredner die Botschaft direkt übersetzen könnte.

        Fällt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen verstanden hat?

        Deinen Umkehrschluss kann ich so nicht nachvollziehen, denn 1, Kor. 14,16.17 steht nicht geschrieben, dass der Sprechende seine Botschaft versteht. Wenn dies der Fall wäre, könnte er die Zungenrede übersetzen und der Hörer würde erbaut werden. Gerade die Tatsache, dass er die Zungensprache nicht übersetzen kann, führt dazu, dass der Hörer nicht erbaut wird, da er sie nicht verstehen kann. In der Gemeinde wird dieser Punkt dadurch aufgehoben, dass jemand mit der Gabe der Auslegung der Zungen in der Sprache des Zuhörers die Botschaft weitergeben kann.

        Du schreibst:

        „Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen.“

        Woher weißt Du, dass niemand der Zuhörer nicht die Fremdsprache verstehen kann? Nur weil der Sprechende die Sprache nicht versteht, bedeutet doch nicht automatisch, dass der Zuhörer nicht die Sprache verstehen kann.

        Du schreibst:

        „1. Kor. 14,22 „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen“, hier können nicht Ungläubige allgemein gemeint sein, denn im nächsten Vers erklärt er ja, ‚wenn alle in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?'“

        Jetzt beginnst Du die Bibel umzudeuten, Martin. Wenn in 1. Kor. 14,22 „Ungläubige“ steht, dann sind damit auch Ungläubige gemeint. Wenn damit „ungläubige Juden“ damit gemeint wären, würde in 1. Kor. 14,22 „ungläubige Juden“ stehen. Wenn die Sprachenrede im Gottesdienst eingesetzt wird, sit sie ein Zeichen für den Ungläubigen, dass er von GOTT getrennt ist und nicht versteht, was sich vor sich geht (s. V. 21 und 23). Prophetie ist dagegen ein Zeichen für Gläubige, denn sie verstehen, dass es ein übernatürlicher Ausdruck des HEILIGEN GEISTES und ein Beweis dafür ist, dass GOTT in der Gemeinde am Werk ist (V. 24 – 25).

        Ich schlage vor, dass wir uns bei unserem Austausch uns eng an die Bibel halten und uns weniger von Umkehrschlüssen, freie Interpretationen usw. leiten lassen.

        Sei gegrüßt mit 1. Kor. 14,20

        Shalom
        Roland

      3. Hallo Roland

        leider kann ich den Text nicht so schön und übersichtlich formatieren wie du es tust, ich hoffe, dass es trotzdem verständlich ist

        Du schreibst:
        Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.
        Hier können wir festhalten, dass der Geist des Gläubigen betet, aber der Verstand fruchtleer bleibt. Für „fruchtleer“ steht im Grundtext der Begriff AKARPOS und bedeutet neben „ohne Frucht“ auch „nutzlos, weil keinen Gewinn bringend“ Für den Verstand ist also das Reden in Zungen „nutzlos“. Das würde sich ändern, wenn ich die Fremdsprache verstehen würde, da mein Verstand daran beteiligt wäre (zumindest beim Übersetzen)

        Antwort:
        genau hier ist der Fehler in deiner Argumentation, denn da es sich um eine Geistesgabe handelt brauche ich den Verstand nicht zum Übersetzen

        Du schreibst:
        Außerdem wäre die Gabe der Auslegung der Zungen überflüssig, da der Zungenredner die Botschaft direkt übersetzen könnte.

        Antwort:
        Die Schrift betont häufig »Durch zweier und dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden!« Die Echtheit der Aussage meiner Sprachenrede wird sichergestellt wenn ich sie nicht nur selbst verstehe. Denn ich könnte ja irgendetwas Unpassendes in einer Sprache reden die keiner versteht und dann ins Verständliche etwas ganz anderes übersetzen. Deshalb ist die Gabe der Auslegung auch dazu da um sicherzustellen, dass der Sprachenredner wirklich eine Gabe von Gott bekommen hat und umgekehrt kann der Sprachenredner kontrollieren ob der andere wirklich die Gabe der Übersetzung empfangen hat.
        Lieber Bruder du benutzt genau wie alle, die beweisen wollen, dass das heutige unverständliche Zungenreden dem der Bibel entspricht immer wieder die gleichen 2 Verse nämlich diesen hier (V14) und V4 „Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst“
        Hier ein Beispiel wie fruchtleer auch verstanden werden kann.
        Sprachenrede dient zum Lobpreis Gottes (siehe APG) nicht als Fürbittegebet für Menschen und ihre Anliegen, das bedeutet beim Lobpreis (V16) Gottes muss ich nicht überlegen was ich sage, denn Lobpreis ist nicht verstandesgeführt, sondern er kommt inspiriert durch den Heiligen Geist direkt aus dem Herzen (2.Kor. 1,22 er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben) und unserem Geist (Röm. 8,16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind). Wohingegen bei der Fürbitte für Menschen und ihre Anliegen, muss ich zuerst darüber nachdenken, welcher Bruder oder welche Schwester hat welches Anliegen und für wen oder für was habe ich evtl. noch vergessen zu beten. Darum schreibt Paulus in V15 dass mit dem Geist gebetet werden soll aber auch mit dem Verstand. Das bedeutet nicht, dass der Verstand ganz ausgeschaltet wird, denn der Verstand gehört ja auch zum Geist, obwohl du etwas anderes behautest. Ich finde nirgends im Wort Gottes dass Geist und Verstand getrennt wird außer an dieser Stelle aber das griechische νους bedeutet, wie du sicher weißt, nicht nur Verstand sondern auch Sinn, Gesinnung, Verständnis. Wenn Jesus sagt: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ meint er nicht, dass sein Geist jetzt zum Vater geht, aber sein Körper und sein Verstand bleiben noch auf der Erde. Biblisch gibt es nur die Unterscheidung von Geist, Seele und Körper.
        Das Bibellexikon erklärt zum Thema Geist:
        In Unterscheidung zum Geist ist die Seele der Sitz des Verlangens und der Wünsche. Der reiche Mann in Lukas 12,19 sagt: „Ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre; ruhe aus, iss, trink sei fröhlich.“ In dieser Nacht wurde seine „Seele“ von ihm gefordert. Die Errettung der Seele kann nicht von der Errettung der Person unterschieden werden.
        Der Geist ist ohne Frage der höhere Teil des Menschen. Er kennzeichnet die bewusste Individualität und trennt den Menschen so von der untergeordneten Schöpfung. Gott hauchte den Odem des Lebens in die Nase des Menschen und brachte den Menschen in Beziehung mit Gott. Der Mensch kann getrennt von ihm nicht wirklich glücklich werden, weder in seiner jetzigen Existenz noch in Ewigkeit. Die Wörter ruach und πνευμα sind die gleichen, die auch für Gottes Geist, den Heiligen Geist, für die Engel als Geister und für die bösen Geister benutzt werden.
        Das Wort Gottes ist scharf und vermag die Seele und den Geist voneinander zu scheiden (Heb 4,12), auch wenn es für den menschlichen Verstand nicht einfach ist, den Unterschied zu erkennen. Der Apostel betete für die Thessalonicher, dass sowohl der Geist (der gewöhnlich als der Platz des Wirkens Gottes angesehen wird) als auch die Seele und der Körper geheiligt werde (1. Thes 5,23). In Hebräer 12,23 lesen wir von den „Geistern der vollendeten Gerechten“: Ihr Platz ist bei Gott durch die Erlösung. Hier deuten die „Geister“ auf Personen getrennt von ihrem Körper hin.

        Du schreibst:
        Fällt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen verstanden hat?

        Antwort:
        Fällt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen -nicht- verstanden hat? Und jetzt bitte nicht 1. Kor. anführen, denn da sind wir uns ja uneins.
        Mir fallen aber Beispiele dafür ein, dass die Sprachenrede von den Umstehenden verstanden wurden. In der APG ist das bei 2 von 3 erwähnten Gelegenheiten der Fall, das sind ca. 66%. Vermutlich war es bei der 3ten Gelegenheit auch so, wird aber nicht ausdrücklich erwähnt. Jetzt sag mir, ob von den Personen die du kennst die in Zungen sprechen zumindest 10% von Anderen verstanden werden.

        Du schreibst:
        Deinen Umkehrschluss kann ich so nicht nachvollziehen, denn 1, Kor. 14,16.17 steht nicht geschrieben, dass der Sprechende seine Botschaft versteht. Wenn dies der Fall wäre, könnte er die Zungenrede übersetzen und der Hörer würde erbaut werden. Gerade die Tatsache, dass er die Zungensprache nicht übersetzen kann, führt dazu, dass der Hörer nicht erbaut wird, da er sie nicht verstehen kann. In der Gemeinde wird dieser Punkt dadurch aufgehoben, dass jemand mit der Gabe der Auslegung der Zungen in der Sprache des Zuhörers die Botschaft weitergeben kann.

        Antwort:
        Du sagt hier selbst, dass Erbauung durch das Verstehen der Sprachenrede kommt, weshalb also sollte derjenige der in Zungen spricht erbaut werden obwohl er das Gesprochene nicht versteht?? 

        Du Schreibst:
        Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen.
        Woher weißt Du, dass niemand der Zuhörer nicht die Fremdsprache verstehen kann? Nur weil der Sprechende die Sprache nicht versteht, bedeutet doch nicht automatisch, dass der Zuhörer nicht die Sprache verstehen kann.

        Antwort:
        Wie oft hast du mitbekommen, dass du oder dir bekannte Geschwister die deiner Meinung nach die echte Gabe der Zungenrede haben, verstanden wurden?

        Du schreibst:
        1. Kor. 14,22 „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen“, hier können nicht Ungläubige allgemein gemeint sein, denn im nächsten Vers erklärt er ja, „wenn alle in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“
        Jetzt beginnst Du die Bibel umzudeuten, Martin. Wenn in 1. Kor. 14,22 „Ungläubige“ steht, dann sind damit auch Ungläubige gemeint. Wenn damit „ungläubige Juden“ damit gemeint wären, würde in 1. Kor. 14,22 „ungläubige Juden“ stehen. Wenn die Sprachenrede im Gottesdienst eingesetzt wird, sit sie ein Zeichen für den Ungläubigen, dass er von GOTT getrennt ist und nicht versteht, was sich vor sich geht (s. V. 21 und 23).

        Antwort:
        Also das ist eine merkwürdige Argumentation, denn wo steht denn hier, dass nicht Juden gemeint sein können, oder können Juden nicht ungläubig sein? Im V21 auf den du verweist sind sogar definitiv Juden gemeint. Hier steht nicht Heiden, sondern Ungläubige und Ungläubige gibt es in allen Völkern. Und wenn hier Ungläubige allgemein gemeint sind, dann erkläre mir bitte den V23, denn dort steht nicht, dass das Sprachenreden für sie ein Zeichen wäre, sondern dort steht: „und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“ Also wo ist hier die Erkenntnis, dass das Gesprochene ein Zeichen sein soll, im Gegenteil sie sagen: „dass ihr von Sinnen seid.“

        Das Ganze ist ein etwas langer Kommentar geworden, aber habe es leider nicht kürzer hingekriegt

        Wünsche dir Gottes Segen und eine gute Woche
        Martin K.

      4. Hallo Martin,

        Du schreibst:

        „genau hier ist der Fehler in deiner Argumentation, denn da es sich um eine Geistesgabe handelt brauche ich den Verstand nicht zum Übersetzen“

        Du vermischst jetzt das Reden in Zungen mit der Gabe der Auslegung. Wichtig ist, bei den einzelnen Geistesgaben genau zu differenzieren, da wir sonst ein „geistliches Chaos“ entsteht. Die Bibel lehrt, dass beim Reden in neuen Zungen der Verstand fruchtleer bleibt. Die genaue Bedeutung von „fruchtleer“ habe ich ja bereits im letzten Posting dargelegt. Kurz zusammengefasst bedeutet der Begriff, dass der Redende nicht versteht, was er spricht und auch nicht übersetzen kann.

        „Die Schrift betont häufig »Durch zweier und dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden!“

        Bei diesem Vers hast Du den Kontext nicht berücksichtigt, denn er bezieht sich nicht auf die Geistesgaben. Der von Dir zitierte Bibelvers bezieht sich beispielsweise auf Klagen, die gegen Älteste hervorgebracht werden. Es gibt noch weitere Beispiele in der Schrift, die durch zwei oder drei Zeugen bestätigt werden sollen, allerdings bezieht sich keines dieser Beispiele auf die Geistesgaben (bzw. Glossolalie). Daher habe ich folgende Bitte an Dich: Bitte berücksichtige den Kontext der Bibelstellen, da wir sonst zu sehr fragwürdigen und unbiblischen Ergebnissen kommen.

        Du schreibst:

        „Die Echtheit der Aussage meiner Sprachenrede wird sichergestellt wenn ich sie nicht nur selbst verstehe.“

        Die Bibel lehrt uns dagegen, dass i.d.R. weder der Redende noch der „Zuhörer“ die Glossolalie versteht. Daher ist die Gabe der Zungenauslegung (auch eine Geistesgabe) notwendig, wenn die Glossolalie innerhalb der Gemeinde praktiziert wird. Wenn jemand die Glossolalie übersetzen könnte, wäre die Gabe der Zungenauslegung überflüssig. Eine Ausnahme ist das Schawuot, da zu diesem Erntedankfest Menschen aus vielen Nationen in Jerusalem anwesend waren (das Schawuot war ein/ist wichtiges Pilgerfest innerhalb des Judentums).

        Du schreibst:

        „Lieber Bruder du benutzt genau wie alle, die beweisen wollen, dass das heutige unverständliche Zungenreden dem der Bibel entspricht immer wieder die gleichen 2 Verse nämlich diesen hier (V14) und V4 „Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst““

        Natürlich werden die beiden Bibelstellen zitiert, da diese Bibelstellen beweisen, dass die Glossolalie für den Sprechenden unverständlich ist. Warum versuchst Du ständig, diese beiden Bibelstellen auszuklammern? Unser Maßstab als Christen ist doch die ganze Bibel und nicht die „ganze Bibel minus 2 Bibelstellen“.

        Du schreibst:

        „Wohingegen bei der Fürbitte für Menschen und ihre Anliegen, muss ich zuerst darüber nachdenken, welcher Bruder oder welche Schwester hat welches Anliegen und für wen oder für was habe ich evtl. noch vergessen zu beten.“

        Das ist falsch, denn oft kenne ich die Hintergründe bzw. den Willen GOTTES nicht für die Geschwister, für die ich in Fürbitte vor GOTT eintrete. Bevor ich irgendetwas falsches bete mit dem Verstand (weil ich den Willen GOTTES nicht kenne) ist es wirklich sehr erleichternd und erbauend, für die Geschwister in Zungen zu beten. Schade, dass Du nicht in unserem Hauskreis bist, denn vor zwei Wochen hat hier eine Schwester ein wunderbares Zeugnis weitergegeben.

        Du schreibst:

        „Biblisch gibt es nur die Unterscheidung von Geist, Seele und Körper.“

        Richtig und Du willst ja sicherlich nicht bestreiten, dass der Verstand zum Körper gehört? Damit hast Du selbst die Unterscheidung zwischen „Geist“ und „Körper“ bestätigt, denn der Verstand bzw. die Vernunft sind Funktionen des menschlichen Gehirns, genauer des Stirnhirns. Verstandesfunktionen werden hauptsächlich dem oberen Stirnhirn, dem dorsolateralen präfrontalen Cortex, zugeordnet. Du wirst sicherlich nicht bestreiten wollen, dass dass Gehirn zum Körper gehört? Daher möchte ich gerne Deine Aussage etwas umformulieren:

        Biblisch gibt es nur die Unterscheidung von Geist, Seele und Körper (inkl. Gehirn/Verstand).

        Wenn „Geist“ mit „Verstand“ identisch wäre, dann wäre der Heilige Geist der Verstand Gottes. Verstehe mich nicht falsch; ich will Deine Überzeugungen nicht ins Lächerliche ziehen – jedoch möchte ich darauf hinweisen, zu welchen Konsequenzen es führen kann, wenn man nicht zwischen „Verstand“ und „Geist“ differenziert.

        Auch in Deinem Bibellexikon-Zitat wird „Geist“ nicht mit „Verstand“ gleichgesetzt (um welches Bibellexikon handelt es sich dabei?).

        Du schreibst:

        „aber das griechische νους bedeutet, wie du sicher weißt, nicht nur Verstand sondern auch Sinn, Gesinnung, Verständnis.“

        Richtig, das gr. Wort NOUS (νους) bedeutet Verstand, Sinn, Gesinnung, Verständnis, aber nicht Geist. Für den Begriff „Geist“ kennt die Bibel den Begriff „PNEUMA“ (πνευμα). Das hebr. Äquivaltent ist RUACH. Daran kannst Du eigentlich erkennen, dass auch das Wort GOTTES begrifflich zwischen „Verstand“ und „Geist“ unterscheidet.

        Ich möchte ebenfalls aus einem Bibellexikon zum Thema „Geist“ zitieren:

        „A) In der Grundbedeutung »Wind« gebraucht es Jesus im Nikodemusgespräch: »Der Wind bläst, wo er will …« (Joh3,8; vgl. Hebr.1,7).
        B) In der Bedeutung »Menschengeist« steht es an zahlreichen Stellen. »Der G. ist willig …« (Mt26,41). Von der Tochter des Jaïrus heißt es: »Ihr G. kam wieder« (Lk8,55). Der G. des Paulus ergrimmte in Athen (Apg17,16). Der G. Gottes »gibt Zeugnis unserem G., daß wir Gottes Kinder sind« (Röm8,16). Unser G. muß untadelig bewahrt werden (1Thess 5,23) u. v. a. Stellen.
        C) Die Mehrzahl pneumata wird in der Bedeutung »Geister der vollendeten Gerechten« (Hebr12,23) und »Geister im Gefängnis« (1Petr3,19) gebraucht.
        D) Auch von unguten Geistern ist die Rede. Es gibt böse Geister (Mt8,16; Apg19,12), meist als »unreine Geister« bezeichnet (Mt10,1; Apg5,16 u.ö.), ferner Wahrsagegeister (Apg16,16), es gibt auch einen »Geist, der krank macht« (Lk13,11), einen »Geist der Betäubung« (Röm11,8) usw. Hier muß keineswegs immer zwangsläufig eine persönliche Macht gemeint sein, »Geist« kann hier auch als Umschreibung stehen.
        E) Die häufigste Verwendung des Wortes pneuma erfolgt in der Verbindung »Heiliger Geist«.“
        (Quelle: Rienecker, Fritz: Lexikon zur Bibel, 9. Aufl., Wuppertal 1983, Sp. 453).

        Wichtig ist für mich die Aussage, dass sich PNEUMA auf den „Menschengeist“ bezieht und nicht auf den menschlichen Verstand. Für den menschlichen Verstand gibt es ja auch einen anderen Begriff, nämlich „NOUS“. Ich greife ein Bsp. heraus:

        Von der Tochter des Jaïrus heißt es: »Ihr G. kam wieder« (Lk8,55).

        Nach Deiner Überzeugung bedeut der Vers: „Ihr Verstand kam wieder“. Ich denke, dass wir einer Meinung sind, dass diese Übersetzung sinnfrei ist.

        Du schreibst:

        „In Hebräer 12,23 lesen wir von den „Geistern der vollendeten Gerechten“: Ihr Platz ist bei Gott durch die Erlösung. Hier deuten die „Geister“ auf Personen getrennt von ihrem Körper hin.“

        Wenn ich jetzt Deine Überzeugung zugrunde lege, dann würde das bedeuten, dass die Personen getrennt sind von ihrem Verstand.

        Du schreibst:

        „Fällt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen -nicht- verstanden hat? Und jetzt bitte nicht 1. Kor. anführen, denn da sind wir uns ja uneins.“

        Auch 1. Kor. gehört zum Wort GOTTES. Und dass wir hier uneins sind, bedeutet ja nicht, dass wir die Bibelstellen zitieren dürfen:

        Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk, er, der zu ihnen gesagt hat……. (Jesaja 28,11)

        Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist. (1. Kor. 14,2)

        Darum: Wer in einer Sprache redet, der bete, daß er es auch auslegen kann
        (1. Kor. 14,13)

        Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht (1. Kor. 14,14)

        Hier noch einmal eine Bibelstelle, wo der Apostel Paulus zwischen „Geist“ und „Verstand“ unterscheidet:

        Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist (PNEUMA) beten, ich will aber auch mit dem Verstand (NOUNECHOS) beten; ich will mit dem Geist (PNEUMA) lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand (NOUNECHOS) lobsingen. (1. Kor. 14,15).

        Deine Hinweis auf Apg. 2 ist natürlich eine historische Tatsache, jedoch keine biblische Lehre. Daher möchte ich meine Frage konkretisieren:

        Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?

        Du schreibst:

        „Wie oft hast du mitbekommen, dass du oder dir bekannte Geschwister die deiner Meinung nach die echte Gabe der Zungenrede haben, verstanden wurden?“

        Mehrmals (ich habe es nicht gezählt), aber es ist (wie bereits erwähnt) die absolute Ausnahme.

        Du schreibst:

        „Also das ist eine merkwürdige Argumentation, denn wo steht denn hier, dass nicht Juden gemeint sein können, oder können Juden nicht ungläubig sein?“

        Natürlich können mit „Ungläubigen“ auch Juden gemeint sein. Deine Aussage war jedoch absolut, d.h. Du hast den Ausdruck „Ungläubige“ ausschließlich auf Juden bezogen. Paulus schreibt hier an die Gläubigen zu Korinth. Korinth war damals außerordentlich synkretistisch geprägt. Daher kann sich der Ausdruck „Ungläubige“ sowohl auf Juden, Heiden, Atheisten usw. beziehen. Deine Auffassung ist m. E. daher nicht belastbar, dass mit „Ungläubige“ ausschließlich Juden gemeint sind.

        Leider ist meine Antwort auch ziemlich lange ausgefallen. Ich wünsche Dir eine gesegnete Woche…..

  4. Hallo Martin,
    wenn es heisst: Es betet mein Geist, ist es offensichtlich, dass es also eine Gebetssprache des Geistes gibt die zu Gott geht ohne über unseren Verstand.
    Deswegen sagt der Apostel: Ich will dass ihr alle in Sprachen betet.

  5. Hallo Roland,

    Du schreibst:
    Du willst ja sicherlich nicht bestreiten, dass der Verstand zum Körper gehört? Damit hast Du selbst die Unterscheidung zwischen „Geist“ und „Körper“ bestätigt, denn der Verstand bzw. die Vernunft sind Funktionen des menschlichen Gehirns, genauer des Stirnhirns.

    Antwort:
    Ich glaube, dass du Intelligenz und Verstand verwechselst, denn Verstand beinhaltet meine Gedanken und Gesinnungen und im Endeffekt einen Teil meiner Persönlichkeit. Wenn jemand mein Hirn öffnet, glaube ich nicht, dass er dann meine Gedanken und Gesinnungen findet.
    Bitte schau dir dazu Röm. 7,22-25 an
    22) Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen;
    23) ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung (NOUS) streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
    24) Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?
    25) Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung (NOUS) dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.
    Hier macht Paulus ganz klar einen Unterschied zwischen Körper/Fleisch und Gesinnung/Verstand/ NOUS. Im V.22 erklärt er, dass es bei Gesinnung/ Verstand/NOUS um den inneren Menschen geht.

    Du schreibst:
    Wichtig ist für mich die Aussage, dass sich PNEUMA auf den „Menschengeist“ bezieht und nicht auf den menschlichen Verstand. Für den menschlichen Verstand gibt es ja auch einen anderen Begriff, nämlich „NOUS“. Ich greife ein Bsp. heraus:
    Von der Tochter des Jaïrus heißt es: »Ihr G. kam wieder« (Lk8,55).
    Nach Deiner Überzeugung bedeut der Vers: „Ihr Verstand kam wieder“. Ich denke, dass wir einer Meinung sind, dass diese Übersetzung sinnfrei ist.
    „In Hebräer 12,23 lesen wir von den „Geistern der vollendeten Gerechten“: Ihr Platz ist bei Gott durch die Erlösung. Hier deuten die „Geister“ auf Personen getrennt von ihrem Körper hin.“

    Antwort:
    Ich glaube, dass du selbst mit deiner Argumentation durcheinander kommst, denn nochmal ich behaupte nicht, dass Geist und Verstand das Gleiche sind sondern, dass der Verstand (Denksinn) ein Teil des Geistes des Menschen ist, so wie meine Hand ein Teil meines Körpers ist, deshalb ist aber meine Hand nicht mein Körper. Du sagst ja selbst über den Vers in Hebr. 12,23 dass diese Personen obwohl dort „Geister“ steht nicht getrennt sind von ihrem Verstand. Genauso verhält es sich bei der Tochter des Jairus als ihr Geist wiederkam, war sie auch wieder bei Verstand.

    Du schreibst:
    Du vermischst jetzt das Reden in Zungen mit der Gabe der Auslegung. Wichtig ist, bei den einzelnen Geistesgaben genau zu differenzieren, da wir sonst ein „geistliches Chaos“ entsteht. Die Bibel lehrt, dass beim Reden in neuen Zungen der Verstand fruchtleer bleibt. Die genaue Bedeutung von „fruchtleer“ habe ich ja bereits im letzten Posting dargelegt. Kurz zusammengefasst bedeutet der Begriff, dass der Redende nicht versteht, was er spricht und auch nicht übersetzen kann.

    Antwort:
    Du verwirfst meine Aussage nicht, weil sie nicht logisch ist, sondern weil sie nicht in dein Modell passt, dass Zungenrede nicht verstanden wird. Nochmals, wenn ich die Sprache als Gnadengabe empfangen habe, habe ich diese Sprache nicht aktiv mit meinem Verstand gelernt, deshalb ist der Verstand fruchtleer „nutzlos, weil keinen Gewinn bringend“ wie du es schon beschrieben hast.

    Du schreibst:
    Deine Hinweis auf Apg. 2 ist natürlich eine historische Tatsache, jedoch keine biblische Lehre. Daher möchte ich meine Frage konkretisieren:
    Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?

    Antwort:
    Es ist sicherlich keine Lehraussage und doch sehen wir deutlich, wie Sprachenrede eingesetzt wurde. Du meinst ich versuche ständig 2 Bibelstellen auszuklammern, du klammerst hier aber die Relevanz eines ganzen Buches aus.

    Du schreibst:
    Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?

    Antwort:
    1. Kor. 14,5b Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt damit die Gemeinde Erbauung empfängt.
    Hier steht nichts von der Gabe der Auslegung, sondern Paulus betont, wenn der Sprachenredente in Korinth das Gesagte auf griechisch übersetzt, werden alle erbaut
    1. Kor. 14,9 So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden
    „wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt“: Mit diesem Satz macht Paulus deutlich, dass Sprachenrede verständlich sein muss, denn wenn die Sprachenrede von Gott so gewollt wäre, dass niemand sie versteht, wäre dieser Satz vollkommen sinnlos. Wenn ich in einer den Zuhörern und mir unbekannten Sprache spreche, wie soll ich dann verstanden werden. Dieser Satz müsste dann ähnlich wie V. 27+28 lauten, nämlich wenn kein Übersetzer anwesend ist, wie kann man verstehen, was geredet wird? Da aber Paulus das Ihr betont, spricht er die Sprachenredner an.
    1.Kor. 14,16 Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst,
    Wie kann ich wissen dass ich lobpreise, wenn ich es nicht verstehe

    Du schreibst:
    Das ist falsch, denn oft kenne ich die Hintergründe bzw. den Willen GOTTES nicht für die Geschwister, für die ich in Fürbitte vor GOTT eintrete. Bevor ich irgendetwas falsches bete mit dem Verstand (weil ich den Willen GOTTES nicht kenne) ist es wirklich sehr erleichternd und erbauend, für die Geschwister in Zungen zu beten.

    Antwort
    Erkläre mir bitte wie du in Zungen für die Geschwister betest, wenn du doch gar nicht weißt was du sprichst??
    Wo in der Schrift wird erwähnt, dass Sprachenrede zur Fürbitte eingesetzt werden soll?
    Röm. 8, 26 „Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern“ kommt nicht in Frage, denn hier heißt es ausdrücklich „unaussprechlich“ (αλαλητοις).

    Du schreibst:
    Natürlich werden die beiden Bibelstellen zitiert, da diese Bibelstellen beweisen, dass die Glossolalie für den Sprechenden unverständlich ist. Warum versuchst Du ständig, diese beiden Bibelstellen auszuklammern? Unser Maßstab als Christen ist doch die ganze Bibel und nicht die „ganze Bibel minus 2 Bibelstellen“.

    Antwort:
    Ich versuche überhaupt nicht diese Bibelstellen auszuklammern, nur habe ich dir schon einige alternative Auslegungen der Bibelstellen aufgezeigt doch du verwirfst sie alle und antwortest wieder mit den gleichen Versen bzw. eigentlich nur mit Vers 14. bzw nur mit einem Versteil nämlich „aber mein Verstand ist ohne Frucht“. Wenn ich dir auch immer darauf das Gleiche antworten würde, wäre unsere Diskussion recht eintönig.

    Du schreibst:
    Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk, er, der zu ihnen gesagt hat……. (Jesaja 28,11)

    Antwort:
    Du schreibst häufig, dass ich die Verse nicht aus dem Zusammenhang reißen soll, aber du weißt sicher, dass Jesaja hier Gericht über Israel ankündigt. Außerdem spricht er hier zu Israel/Juda. Willst du sagen, dass du in Zungen zu Israel sprichst? Zudem steht hier, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden. Diese Stelle wird als Referenz auch in 1. Kor. 14,21 angeführt, und im V22 bringt Paulus die Erklärung, „darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen“. Wie ich dir schon geschrieben habe, zeigt Paulus hier, dass das Sprachenreden den ungläubigen Juden/Israeliten und zwar denen die nicht glauben wollten, dass auch die Heiden errettet werden können (also anfangs auch die Apostel) als Beweis dienen sollte, dass von nun an auch die Heiden errettet werden können, weil sie selber plötzlich in heidnischen Sprachen Gott verherrlichten. Das Hauptaugenmerk Gottes lag hier auf den Juden, aber es war sicher für einen ungläubigen Heiden auch eine große Sache, wenn er von jemandem in seiner Muttersprache angesprochen wurde, der diese niemals gelernt hat. In deiner vorherigen Antwort, hast du verneint, dass hier Juden gemeint sind, du benutzt aber diesen Vers in dem klar Israel/Judäa angesprochen wird, plötzlich als Argument wenn es nützlich für deine Auslegung ist.

    Leider ist es wieder ziemlich lang geworden, aber ich glaube wir können nicht kurz. 🙂 🙂

    Herzliche Grüße
    Bruder Martin

  6. Hallo Martin,

    ich fürchte, dass auch meine Antwort etwas länger ausfallen wird:

    Intelligenz/Verstand

    Intelligenz (von lat. intellegere „verstehen“, wörtlich „wählen zwischen …“ von lat. inter „zwischen“ und legere „lesen, wählen“) ist die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Es ist dabei zu beobachten, dass Intelligenz und Hirnvolumen positiv zusammenhängen (M. McDaniel: Big-brained people are smarter: A meta-analysis of the relationship between in vivo brain volume and intelligence.In: Intelligence. 33(4), 2005, S. 337–346;  D. Posthuma et al.: The association of brain volume and intelligence is of genetic origin. In: Nature Neuroscience Band 5, Nr. 2, 2002, S. 83–84). Analysen nach dem Tod zeigen, dass gebildete und intelligente Personen mit mehr Synapsen sterben als weniger gebildete und weniger intelligente Menschen (David G. Myers. Psychology. 2010. Worth Publishers. S. 413). Für die Intelligenz besonders relevant sind die Vorgänge im Großhirn. Dies heißt jedoch nicht, dass Intelligenz in bestimmten Bereichen lokalisiert werden kann, eine gewisse dezentrale Organisation von Informationsverarbeitungsprozessen ist aber trotz allem nicht von der Hand zu weisen. Daher verwechsele nicht „Intelligenz“ mit „Verstand“. Intelligenz/Vernunft ist nicht Teil eines ominösen „Geistes“ oder eines „Fluidums“, wie Du vermutest. Maßgeblich für unsere Intelligenz sind also die Anzahl der Neuronen, die Anzahl der neuronalen Verknüpfungen und die Anzahl der Synapsen.

    Körper/Fleisch

    Du reduzierst den biblischen Begriff „Fleisch“ auf die Bedeutung „Körper“. Daher kommst Du auch in dem von Dir zitierten Bibelabschnitt (Römer 7,22-25) zu falschen Schlussfolgerungen. In Römer 7,22 spricht Paulus auch nicht davon, dass es angeblich bei Gesinnung bzw. Verstand (NOUS) um den inneren Menschen geht. In diesem Vers kommt der Begriff NOUS überhaupt nicht vor! Da hat Dir Deine Phantasie einen Streich gespielt und Deinen „Geist“ bzw. Dein „Fluidum“ getäuscht.

    Im AT sind die Ausdrücke für „Fleisch“ BASAR und SCHE’ER. Ich fokussiere mich jetzt auf den Begriff BASAR, da er wesentlich häufiger in der Heiligen Schrift vorkommt. BASAR umfasst nicht nur den Körper, sondern kann auch die Gesamtheit der Menschen und Tiere, Blutsverwandschaft (in Verbindung mit einem Possesivpronomen) und kann auch theologisch positiv qualifiziert werden:  Fleisch gehört zur Neuwerdung dazu, dass das Herz aus Stein ausgetauscht wird gegen ein Herz aus Fleisch (Hes. 11,19; 36,26).

    Der Ausdruck  für „Fleisch“ lautet im NT SARX und liegt auf der Linie von BASAR. Ferner wird SARX dazu gebraucht,  wenn von Abstammung, Vererbung und volksmäßiger Zugehörigkeit die Rede ist.

    Im NT wird „Fleisch“ in Bedeutungszusammenhängen gebraucht, die im AT nicht vorgebildet sind:

    1. „Fleisch“ als Existenzbegriff bei Paulus ist eine Sphäre, in welcher der Mensch lebt und durch die er bestimmt ist. Leben im „Fleisch“ äußert sich darin, dass man auf seine eigenen Leistungen auf die „Werke des Gesetzes“ setzt, anstatt sich der Gnade hinzugeben.

    2. Derjenige, der an CHRISTUS glaubt, wird nicht mehr vom „Fleisch“, sondern vom GEIST GOTTES bestimmt (vgl. Röm. 8,9). So macht Paulus deutlich, welche Haltung gegenüber dem „Fleisch“ angemessen ist:

    Alle, die zu CHRISTUS JESUS gehören, haben das Fleisch gekreuzigt (Gal. 5,24).

    Wenn jemand wie Du, „Fleisch“ ausschließlich auf den „Körper“ reduziert, muss er sich kreuzigen lassen, denn es steht ja geschrieben, dass das Fleisch gekreuzigt ist. Daran kann man erkennen, wie schnell man auf Abwege kommt, wenn man nicht das ganze Bedeutungsspektrum eines biblischen Begriffes erfasst.

    Im Übrigen unterscheidet die Bibel auch deutlich zwischen „Fleisch“ und „Körper“: „Fleisch“ = gr. SARX; Körper = gr. SOMA.

    Verstand bleibt fruchtleer

    Die Formulierung, dass der „Verstand fruchtleer“ bleibt, bedeutet nicht, dass die Sprache nicht aktiv mit dem Verstand erlernt wurde, sondern beim „Beten mit der Zunge“ ist der Verstand des Menschen nicht involviert, und es „betet mein Geist“ in Lauten und Worten, die weder meinem eigenen noch dem Verstehen der andern zugänglich sind. Darum bleibt hier „mein Verstand fruchtleer„. In der Gemeinde soll nun beides Raum haben:

    Ich will beten mit dem Geist, ich will beten aber auch mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, ich will lobsingen aber auch mit dem Verstand (1. Korinther 14,15).

    Apostelgeschichte 2

    Ich „klammere nicht die Relevanz eines ganzen Buches aus“, sondern es geht mir darum, dass aufgrund der historischen Berichte keine falschen Schlussfolgerungen gezogen werden, weil die Aussagen der Lehrbriefe nicht berücksichtigt werden. Nebenbei bestätigt auch die Apostelgeschichte, dass die Apostel nicht von allen in verständlichen Sprachen verstanden wurden:

    Andere aber sagten spottend: Sie sind voll süßen Weines (Apg. 2,13).

    Die von Dir zitierte Bibelstelle (1. Kor. 15,5b.9) belegt nicht, dass die Glossolalie verständlich sein muss, sondern hebt die Verständlichkeit der Weissagung gegenüber der Glossolalie hervor. Du verwechselst also hier Zungenrede mit Weissagung.

    Fürbitte

    Es ist klar, dass Du Römer 8,26 in diesem Zusammenhang ablehnst, da dieser Vers nicht in Dein „Weltbild“ passt. Aber gerade Römer 8,26 bestätigt, dass der GEIST GOTTES für uns eintritt:

    Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern

    Deine Begründung mit αλαλητοις ist nicht stichhaltig, da das Bedeutungssprektrums dieses Begriffes auch

    unaussprechbar, weil die rechten Worte fehlen“

    beinhaltet. Möglicherweise hast Du hier wieder das Bedeutungsspetrums eines biblischen Begriffes verkürzt?

    Die Bibel lehrt, dass Gläubige in Zungen beten sollen. Der Begriff „Gebet“ beinhaltet  u.a. Anbetung, Dank, Lob, Bitte und natürlich auch die Fürbitte.

    Jesaja 28,11

    Hier änderst Du wieder die Gesprächsebene. Deine Frage war nicht, ob der HERR zu Juden redet, sondern Du hattest Dich nach einer Bibelstelle erkundigt, die belegt, dass die Glossolalie für die Zuhörer unverständlich ist. Ich zählte mehrere Bibelstellen auf, u.a. Jes. 28,11, die eindeutig belegt, dass GOTT zu Seinem Volk in unverständlichen und fremden Zungen reden wird. Natürlich wird in Jes. 28 das Gericht über Israel angekündigt. Du übersiehst jedoch, dass Paulus diese Bibelstelle auf die Glossolalie anwendet. Wenn Du den Zusammenhang berücksichtigst, wirst Du erkennen, dass Deine Ausführung zu diesem Punkt Makulatur ist.

    Weil Du immer wieder unterstellst, dass Paulus in Korinth mit „Ungläubigen“ ausschließlich Juden meint, möchte ich diesen Punkt noch einmal abhandeln:

    Die Zungenrede als Zeichen für Ungläubige

    Die in 1. Korinther 14,23 „Unkundige“ (gr. IDIOTAI) muss im Zusammenhang verstanden werden, denn der Kontext macht deutlich, um welche Gruppe es sich handelt; denn sie werden auch „Ungläubige“ (gr. APISTOI) genannt. Dieser Ausdruck erklärt sich selber. Da die „Unkundigen“ zusammen mit den „Ungläubigen“ erwähnt werden, so sind die „Unkundigen“ ebenfalls Nichtchristen. Das Wort „Unkundiger“ ist die neutrale Beschreibung eines Menschen, der kein Christ ist, während die Bezeichnung „Ungläubiger“ die persönliche Haltung dem Evangelium gegenüber verrät. 

    Diese „Unkundigen“ oder „Ungläubigen“ können Griechen oder Nichtgriechen sein. Diese beiden Wörter stellen nicht im einzelnen fest, ob es sich nur um Griechen oder auch um nichtgriechische Fremde handelt.

    Fazit

    Ich finde es bedenklich, dass Du immer wieder von vornherein bestimmte Bibelstellen ausklammern möchtest, die nicht in Dein „Weltbild“ passen. Wer so selektiv mit dem Wort GOTTES umgeht, wird zwangsläufig zu einem Opfer von falschen Lehren.

    Außerdem verkürzt Du das Bedeutungsspektrum biblischer Begriffe. Du handelst hier nach dem Motto. „Was nicht sein darf, das nicht sein kann.“

    Du wiederholst gebetsmühlenartig Deine Überzeugungen, die längst anhand des Wortes GOTTES widerlegt sind (Vernunft/Intelligenz als Teil eins ominösen Geistes, Ungläubige in 1. Kor. 14 sind ausschließlich die Juden, Glossolalie darf nicht unverständlich sein usw.). Daher bewegen wir uns argumentativ im Kreis.

    Aus diesem Grund ist es gut, wenn wir hier ein Break machen, da der Austausch längst nicht mehr zielführend ist. Sollten sich neue Aspekte ergeben, können wir den Austausch gerne wieder fortsetzen.

  7. Lieber Roland,
    ich würde mich wegen der Frage, ob es heute noch Sprachenrede gibt und ob diese auch echt/biblisch ist, nicht streiten wollen. Niemand erträgt es gerne, wenn ein anderer ihm vorwirft, dass er gar nicht durch den Geist Gottes sondern durch einen Lügengeist redet (vergl. 1.Kön.22:24).
    Ich selber habe mich vor Jahren einmal der Einschätzung eines alten Bruders angeschlossen, der inzwischen schon heimgegangen ist (Daniel Werner) und die Frage nach dem Vorhandensein der Geistesgaben in der gegenwärtigen Endzeit mit Psalm 74 beantwortet hat:
    „Gott, warum hast Du verworfen für immer, raucht Dein Zorn wider die Herde Deiner Weide? Gedenke Deiner Gemeinde, die Du erworben hast vor alters, erlöst als Dein Erbteil – des Berges Zion, auf welchem Du gewohnt hast! Erhebe Deine Tritte zu den immerwährenden Trümmern!
    ALLES im Heiligtum hat der Feind verderbt.
    Es brüllen Deine Widersacher inmitten Deiner Versammlungsstätte; sie haben IHRE Zeichen (d.h. ihre Normen, Maßstäbe, Gebräuche) als Zeichen (d.h. als Kennzeichen, Aushängeschild) gesetzt… UNSERE ZEICHEN SEHEN WIR NICHT; kein Prophet ist mehr da, und keiner bei uns, welcher weiß, bis wann…“

    Shalom
    Simon

    1. Lieber Simon,

      die Irrlehre, dass bestimmte Geistesgaben angeblich nicht mehr existieren (sog. „Offenbarungsgaben“) ist ja weit verbreitet. Ich denke, dass es wichtig ist, sich mit diesen Lehren auseinanderzusetzen und anhand der Bibel zu beurteilen.

      Weshalb ich jetzt diesen Thread abgebrochen habe ist der Grund, dass längst widerlegte (unbiblische) Argumente wiederholt wurden und wir uns dadurch argumentativ im Kreis drehen.

      Shalom
      Roland

      P.S.: Bruder Daniel Werner habe ich auch sehr geschätzt!

  8. Lieber Bruder Roland,

     

    vielen Dank für deinen Beitrag, der sehr vielen Christen geholfen hat und den ich nur weiterempfehlen kann!!!!

    Es wäre toll, wenn du dich noch mal zur sogenannten „Irrlehre der Offenbarungsgabe“ äußern könntest.

    Kernpunkt ist ja hier 1. Korinther 13, 10 wo es heißt, dass die Sprachengabe verschwinden wird, wenn das Vollkommene da ist. Die entscheidende Frage ist ja nun, ist mit dem Vollkommenen gemeint a) die Bibel oder b) wenn Jesus wieder kommt.

    Oft wird auf folgenden Artikel verwiesen, der a) als korrekt ansieht.

    http://www.betanien.de/Material/dasvollkommene.pdf

    Hast du Argumente, die diesen Artiel widerlegen?

    Ich halte das für äußerst wichtig, da ansonsten dein Artike hier und die dazugehörige Diskussion alles in Frage stellen würde.

    Vielen Dank und Gottes Segen

    Bernhard

    1. Lieber Bruder Bernhard,

      herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Das Vollkommene (TO TELEION) habe ich in diesem Artikel behandelt:

      TO TELEION

      Vielleicht hast Du Zeit, Dir den Artikel durchzulesen. Falls Fragen offen bleiben, die der Betanien-Artikel aufwirft, können wir uns gerne darüber austauschen.

      Shalom
      Roland

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