Eierlegendes Säugetier mit neun Buchstaben

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Eierlegendes Säugetier mit neun Buchstaben? Zu dieser Jahreszeit muss das wohl der „Osterhase“ sein. Wie aber kommt diese Säugetierart eigentlich zum Eierlegen?

In Europa ist der Hase seit langem ein traditionelles Ostersymbol. In der New Encyclopædia Britannica wird allerdings erklärt, dass der Hase

das Fruchtbarkeitssymbol im alten Ägypten gewesen ist. Wenn Kinder also „Ostereier“ suchen, die der „Osterhase“ gebracht haben soll, dann ist dieser Brauch nicht nur ein Kinderspiel, sondern ein Überbleibsel eines Fruchtbarkeitsritus

(Funk & Wagnalls Standard Dictionary of Folklore, Mythology and Legend, Band 1, Seite 335).

Nachstehend möchte ich nochzusätzliche Zitate von Francis Weiser anführen, die ebenfalls die Herkunft des „Osterhasens“ belegen:

In Deutschland und Österreich enthalten kleine versteckte Nester Eier, Gebäck und Süßigkeiten, und die Kinder glauben, daß der ‚Osterhase‘, der ebenfalls in diesen Ländern so populär ist, die Eier gelegt und die Süßigkeiten gebracht hätte (S.235)…

Der ‚Osterhase‘ hatte seinen Ursprung in vor-christlichen Fruchtbarkeitsriten… Dem ‚Osterhasen‘ wurde nie religiöser Symbolismus auf seinen überlieferten festlichen Brauch verliehen… Jedoch hat der Hase eine geschätzte Rolle in dem Feiern von Ostern als legendärer Hersteller von ‚Ostereiern‘ für Kinder in vielen Ländern erworben (S.236).

Diese Zitate zeigen, dass der „Osterhase“ nicht mit dem wahren Christentum in Einklang zu bringen ist – geschweige denn mit der Bibel. Bradner bestätigt diese Tatsache:

Der ‚Osterhase‘ ist kein christliches Symbol (John Bradner, Symbols of Church Seasons and Days, S. 52)

Obwohl der Osterhase in zahlreichen christlichen Kulturen adoptiert wurde, hat er nie eine spezifische christliche Interpretation erhalten (Mirsea Eliade, The Encyclopedia of Religion, S. 558).

Nichts dieser Feststellungen wird Millionen von sich bekennenden Christen davon abhalten, ihre Wiesen und Häuser jeden Frühling mit „Osterhasen“ zu schmücken.

Beachte bitte das nächste Zitat:

Der Hase, das Symbol der Fruchtbarkeit des alten Ägyptens, ein Symbol, das später in Europa aufrechterhalten wurde…Seinen Platz hat der ‚Osterhase‘ eingenommen (Encyclopedia Britannica, 1991 Ed., Vol. 4, S. 333).

Sogar in modernen Zeiten haben Hasen das allgemeine Symbol der Fruchtbarkeit behalten. Obwohl ihre schnelle Rate der Reproduktion gut bekannt ist, tritt ein anderes Problem mit Hasen auf – sie legen keine Eier! Während beide klare Symbole der Fruchtbarkeit sind, besteht hier keine logische Möglichkeit, sie zu verbinden. In einer Welt, die mit heidnischen Traditionen gefüllt ist, können Wahrheit und Logik verloren gehen. Diese Symbole mit dem Christentum zu verbinden, macht einen bereits abscheulichen Brauch der Götzenverehrung noch schlimmer.

Im Judentum gehört der Hase gemäß den Schriften des Alten Testaments zu den unreinen Tieren und auch das frühe Christentum tat sich mit dem Hasen schwer. Wohl aufgrund seiner Fruchtbarkeit wurde er zum Beispiel in den Schriften des Barnabas regelrecht verdammt.

In der nordamerikanischen Mythologie gelten Hasen jedoch als Kulturbringer und die alte slawische Religion kannte den Hasengott Medein. Die Existenz der hasenköpfigen germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Oestra bzw. Eostrens, nach der Ostern benannt ist, wird von den einen ebenso vehement verteidigt, wie sie von den anderen bestritten wird. Klar ist aber, dass der Hase zu der Gruppe der Fruchtbarkeitssymbole gehört. Eine Symbolik, die durch die Vorstellung vom eierlegenden bzw. bringenden „Osterhasen“ noch einmal verstärkt wird.

Im Übrigen erwähnen nicht nur europäische Fabeln den Hasen. Hasengeschichten sind auch in anderen Ländern bekannt und beliebt.

In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass Bibelübersetzungen verfälscht wurden. Als Hieronymus im 4. Jh. n. Chr. die Bibel ins Lateinische übersetzte (Vulgata), setzte er in Sprüche 30,26 „LEPUS“ bzw. „LEPUSCULUS“ („Hase“ bzw. „Häschen“) ein. Auch in Psalm 104,18 wird in älteren Übersetzungen fälschlicherweise von vom Hasen gesprochen. Der hebräische Grundtext spricht jedoch vom „SHAPHAN“ (= „Klippschliefer“). Erst in neueren Bibelübersetzungen ist das Wort mit „Klippdachs“ übersetzt worden. Ambrosius interpretierte im 4. Jahrhundert den Hasen in den falschübersetzten Bibelübertragungen als Auferstehungssymbol.

Mit der Vermischung von biblischen Wahrheiten und heidnischen Praktiken fanden viele dieser gotteslästerlichen Symbole Eingang in sog. „christlichen“ Kirchen. Der Hase taucht von da an immer wieder in späteren christlichen Bildern und Darstellungen auf. Bekannt sind z.B. die Hasenfenster im Paderborner Dom. Sie zeigen drei Hasen, die ein Dreieck bilden, mit aber insgesamt nur drei Ohren. Dies kann als Symbol der Dreifaltigkeit gedeutet werden. Das Dreieck, das ihre Ohren bilden, sei ein mythisches Symbol für die Ewigkeit, erklärt Volkmr Wirth, der frühere Direktor des Naturkundemuseums Karlsruhe (Wirth R.; Wirth V.: Mein Name ist Hase. Natur- und Kulturgeschichte eines beliebten Tieres o. Jg.).

Im Freiburger Münster gibt es auf dem Hochaltar eine Abbildung der schwangeren Maria und der schwangeren Elisabeth. Ihnen zu Füßen spielen weiße Kaninchen – höchstwahrscheinlich ebenfalls als Zeichen der Fruchtbarkeit. Spätestens seit dem Mittelalter tauchte der Hase also immer wieder als Symbol in christlichen Darstellungen auf.

Im 16. und 17. Jahrhundert taucht er als Paradiessymbol in Bildern von Peter Paul Rubens und Hans Baldung Grien auf. Manchmal dient der Hase als Mariensymbol, etwa am Altar der Nürtinger Stadtkirche. Vom italienischen Renaissancemaler Tizian gibt es sogar eine „Madonna mit dem Kaninchen“. Auf dem Bild hält Maria mit einer Hand ein weißes Kaninchen, mit der anderen wendet sie sich dem „Christuskind“ zu. Hier schwingt möglicherweise auch noch die Bedeutung als heidnisches Fruchtbarkeitssymbol mit.

Eine weitere Erwähnung des Osterhasen lässt sich auf einen Mediziner aus dem späten 17. Jahrhundert zurückführen, der davor warnte, dass ein übermäßiger Verzehr von Eiern gesundheitsschädlich sei und erstmalig von dem Volksglauben an den Osterhasen berichtete.

Allerdings gab es in früheren Zeiten neben dem „Osterhasen“ auch andere Überbringer der Eier. In der Schweiz war es z.B. ein Kuckuck. In einigen Regionen Deutschlands war es der Fuchs. In anderen wiederum ein Storch. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich der „Osterhase“ überregional durchgesetzt. Erste Spielzeughasen und Schokoladenhasen wurden zu Ostern in den Läden angeboten oder als Ostergeschenke neben den „Ostereiern“ überreicht. Mittlerweile ist der „Osterhase“ somit zum alleinigen Überbringer der „Ostereier“ und Ostergeschenke geworden.

Fazit

Der Historiker Sokrates kam zu dem Schluss:

Mir scheint, das Osterfest hat über irgendwelche alte Sitten in die Kirche Eingang gefunden, so, wie sich zahlreiche andere Bräuche gehalten haben.

In der Vielzahl der Osterbräuche leben in der Tat „irgendwelche alte Sitten“ weiter – die Sitten götzendienerischer Völker. Der katholische Priester Francis X. Weiser gab zu:

Einige Volksbräuche, die man zur Fasten- und Osterzeit pflegt, gehen auf Riten alter Naturvölker zurück.

Durch diese Frühlingsbräuche sollten ursprünglich  „die Dämonen des Winters verscheucht werden“.

Hat denn die Kirche Neubekehrten derartige Bräuche nicht untersagt? In dem Buch „Curiosities of Popular Customs“ wird erklärt:

Wenn verbreitete heidnische Bräuche nicht ausgemerzt werden konnten, ging die Kirche stets so vor, dass sie diesen einen christlichen Anstrich verlieh. Was Ostern betrifft, so war die Umwandlung besonders einfach. Die Freude über die aufgehende Sonne und das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf wurde in die Freude über die aufgehende Sonne der Gerechtigkeit bei der Auferstehung Christi aus dem Grab verwandelt.

Es besteht nichts „Christliches“ in irgendeinem dieser Symbole. Die wahre Geschichte dieser Fruchtbarkeitssymbole (Hasen und Eier) ist allen ahungslosen Kindern, die von Erwachsenen dazu verleitet wurden, vollkommen unbekannt.

Können wir dies als Christen vor dem lebendigen GOTT verantworten?

Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung vom 07.04.2012

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