Martin Luther – ein Massenmörder und Christenverfolger?

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Martin Luther

Martin Luther-1528Zur Beantwortung dieser Frage werden keine haltlosen Mutmaßungen aufgestellt, sondern Beweise vorgelegt. Prof. Dr. Martin Luther kommt reichlich persönlich und durch seinen Mitarbeiter und Freund Philip Melanchton zu Wort. Denn sein eigener Mund gibt Zeugnis davon, wen er warum dem Henker überliefert hat.

Das Zeugnis eines von Prof. Dr. Luther verfolgten Zeitgenossen, rundet die Aussagen Prof. Dr. Luthers ab. Die wesentlichen Aussagen Prof. Dr. Luthers und P. Melanchtons werden anhand des Wortes GOTTES bewertet.

Bist Du, lieber Leser, schon von Deinem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel erlöst (1.Petrus 1,18)?

Dieser Aufsatz ist für jeden Leser eine ernste Ermahnung, sich gründlich zu überlegen, woher er seinen Glauben hat und inwieweit sein Glaube dem   e i n e n   Glauben entspricht, welchen das Wort GOTTES alle Menschen lehrt, durch welchen das ewige Leben zu erlangen ist.

Der in irgendeiner Weise lutherisch orientierte Leser wird klar auf die Konsequenzen hingewiesen, die vorliegendes Beweismaterial erforderlich machen. Da heutzutage nicht wenige den Anspruch haben, nach dem Wort GOTTES zu leben, sich dabei aber maßgeblich an Prof. Dr. Luther orientieren, ist es mein Wunsch, die unfruchtbaren Werke der Finsternis gemäß dem Auftrag in Epheser 5,11-13 zu strafen und durch das Licht bloßzustellen, damit der gottesfürchtige Leser keine Gemeinschaft mit diesen Werken hat und manchem die Augen für die Tiefen Satans (Offb. 2,24) geöffnet werden. Die Ausführung dieses Auftrages ist umso notwendiger je weniger Dankbarkeit sie mit sich bringt. Schließlich wurde mein HERR, JESUS der MESSIAS, nicht gekreuzigt, weil ER soviele Kranke geheilt hat, sondern – wie ER selbst sagt: weil ICH von ihr (das ist von der Welt) zeuge, dass ihre Werke böse sind (Joh. 7,7).

Hans-Jürgen Böhm

3. Johannes 11
Wer Gutes tut ist aus GOTT; wer Böses tut hat GOTT nicht gesehen

JESUS CHRISTUS in Johannes 3, 19-21
Dies ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Lichte, auf dass seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut. kommt zu dem Lichte, auf dass seine Werke offenbar werden, dass sie in GOTT gewirkt sind

Einleitung

 

1. Johannes 3, 10-15
Hieran sind offenbar die Kinder GOTTES und die Kinder des Teufels. Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus GOTT, und wer nicht seinen Bruder liebt. Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang gehört habt, dass wir einander lieben sollen; nicht wie Kain aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete; und weshalb ermordete er ihn? weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tode. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisset, dass kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend hat.

Wer diese Aussagen des Apostels Johannes nicht Ernst nimmt, ist nicht in der Lage ein „Kind GOTTES“ von einem „Kind des Teufels“ zu unterscheiden, obwohl es offenbar ist, wes Geistes Kind jemand ist. Als Beispiele für diese beiden Kindschaften nennt uns die Schrift Abel und Kain. Sowohl Kain als auch Abel opferten dem HERRN JAHWE. Das Erkennungsmerkmal, anhand dessen die Kinder GOTTES von den Kindern des Teufels zu unterscheiden sind, ist also nicht der gewöhnliche „Gottesdienst“, welchen auch Kain bemüht ist, zu leisten, sondern die Werke, die jemand nach seinem „Gottesdienst am Altar“ tut – am tut – entweder gerechte Werke oder böse Werke. Wer nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus GOTT, und wer nicht seinen Bruder liebt. Wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tode und wer den Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, der das ewige Leben nicht erbt. Wer den Bruder wie Kain ermordet, ist zweifellos jemand, der den Bruder hasst – ein Kind des Teufels.

Wenn aber die Schrift sagt: Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder …, ist der geehrte Leser vorliegender Schrift dann bereit, diese Aussage ohne Ansehen der Person auf alle Menschen anzuwenden, die den Bruder hassen bzw. sogar buchstäblich ermorden?

Dadd Prof. Dr. Luther die Bauern hat niedermetzeln und die Juden verfolgen lassen ist allgemein bekannt, zumindest die lutherischen Theologen wissen dies und geben es wenigstens widerwillig zu. Dass aber Prof. Dr. Luther auch ein Christenverfolger und Mörder ernsthafter, gläubiger Christen gewesen sein soll, ist mittlerweile dank seiner Nachfolger fast unbekannt und wird von vielen lutherischen Theologen geleugnet.

Dass Kain den Abel erschlagen hat, ist ebenfalls allgemein bekannt. Gleichzeitig mit der Kreuzigung des HERRN JESUS CHRISTUS beschreiben die Evangelien den heutigen Mechanismus dieses sich ständig wiederholenden Mordes. Die theologische Rechtfertigung und erneute Tat dieses Mordes aber blieb den geistlichen Nachkommen Kains vorbehalten. Wie die folgenden Schriften Prof. Dr. Martin Luthers belegen, ist er offensichtlich den Weg Kains gegangen (Judas 11). Wer lutherisch glaubt, folgt wiederum Prof. Dr. Luther nach.

Da Prof. Dr. Luther allgemein als „Mann Gottes“ gerühmt wird (sogar der Staatsratsvorsitzende der ehemaligen kommunistischen DDR, Erich Honnecker, war Vorsitzender des „Lutherkommitees“ (!), vgl. Luk. 6,26), erscheint diese Behauptung vielen als unglaubwürdig, ja als unmöglich. Aus diesem Grund findet der Leser die aufgeführten Schriften Prof. Dr. Luthers nicht nur zitiert, sondern jeweils auf der linken Seite entsprechend fotografiert. Alle diese Photographien wurden im Auftrag der Stadtbibliothek Nürnberg erstellt und zeigen Drucke aus den Jahren 1557 und 1562 (meines Wissens die erste Gesamtausgabe der Lutherschriften; 1546 war Luthers Tod). Sollte dem Leser diese Art der Beweisführung dennoch nicht genügen, so findet er im Anhang die zitierte Literatur mit der jeweiligen bibliothekarischen Signatur des Schriftbandes aufgeführt, so dass er diese Schriften persönlich ohne große Mühe, unter der angegebenen Signatur im Lesesaal der Stadtbibliothek Nürnberg einsehen kann.

Um die nachfolgende Auslegung des 82. Psalmes durch Prof. Dr. Luther richtig beurteilen zu können, ist es gut, diesen Psalm von Asaph vorher zu lesen.

Psalm 82, 1-8
GOTT steht in der Versammlung GOTTES, inmitten der Götter richtet ER. Bis wann wollt ihr ungerecht richten und die Person der Gesetzlosen ansehen? Schaffet Recht dem Geringen und der Waise; dem Elenden und dem Armen lasset Gerechtigkeit widerfahren! Befreiet den Geringen und den Dürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gesetzlosen! Sie wissen nichts und verstehen nichts, in Finsternis wandeln sie einher: es wanken alle Grundfesten der Erde. ICH habe gesagt: Ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle! Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen. Stehe auf, o GOTT, richte die Erde! denn DU wirst zum Erbteil haben alle Nationen.

Nun stellt sich spätestens im Laufe der Auslegung dieses Psalmes durch Prof.Dr. Luther die Frage:

Wer ist es, der ungerecht richtet, nichts weiß und nichts versteht, die Person des Gesetzlosen ansieht und schließlich wie ein Fürst fällt? Der HERR JESUS sagt, dass derjenige in der Finsternis wandelt, der IHM nicht nachfolgt (Joh. 8, 12). Der Apostel Johannes schreibt, dass dies diejenigen sind, die den Bruder hassen (1 .Joh. 2, 9-11).

Der 82. Psalm durch D.M.L geschrieben und ausgelegt Anno 1530“ (Tomos 5, S.74 b ff)

Hier fragt sichs bei diesen drei Versen, weil die Götter oder Obrigkeit neben den anderen Tugenden sollen Gottes Wort und die Prediger fördern, ob sie auch den widerwärtigen Lehren und Ketzereien sollen wehren und sie strafen, weil man niemand soll noch kann zum Glauben zwingen? Hier ist zu antworten: Erstlich sind etliche Ketzer aufrührisch, die öffentlich lehren, daß man keine Obrigkeit leiden soll. Item, daß kein Christ möge im Stande der Obrigkeit sitzen. Item, daß man soll nichts Eigenes haben, sondern von Weib und Kind laufen, Haus und Hof lassen oder alle Dinge gemeinsam halten und haben. Diese sind stracks und ohne allen Zweifel zu strafen von der Obrigkeit als die da öffentlich wider die weltlichen Rechte und Obrigkeit streben, Rom.13. Denn sie nicht schlecht allein Ketzer, sondern als Aufrührer greifen sie die Obrigkeit und ihr Regiment und Ordnung an, gleichwie ein Dieb fremdes Gut, ein Mörder fremden Leib und Ehebrecher fremden Gemahl antastet, welches alles nicht zu leiden ist. Zum andern, wo etliche wollten lehren wider einen öffentlichen Artikel des Glaubens, der klärlich in der Schrift gegründet und in aller Welt geglaubt ist von der ganzen Christenheit, gleichwie die, so man die Kinder lehret im Credo, als wo jemand lehren wollte, daß Christus nicht Gott sei, sondern ein schlechter Mensch und gleichwie ein ander Prophet wie die Türken und Wiedertäufer halten, die soll man auch nicht leiden, sondern als die öffentlichen Lästerer strafen. Denn sie sind auch nicht schlecht allein Ketzer, sondern öffentliche Lästerer. Nun ist je die Obrigkeit schuldig, die öffentlichen Lästerer zu strafen als man die straft so sonst fluchen, schwören, schmähen, lästern, schelten, schänden, verleumden etc. Denn solche Lehrer schänden mit ihrem Lästern Gottes Namen und nehmen dem Nächsten seine Ehre vor der Welt. Ebenso soll die Obrigkeit auch strafen oder je nicht leiden, die, so da lehren, Christus sei nicht für unsere Sünde gestorben, sondern ein jeglicher solle selbst dafür genug tun. Denn das ist auch eine öffentliche Lästerung wider das Evangelium und wider den gemeinen Artikel, da wir im Glauben also beten: Ich glaube eine Vergebung der Sünden und an Jesum Christum, gestorben, auferstanden etc. Item, wer da lehret, daß der Toten Auferstehen und ewiges Leben oder Hölle nichts sei und dergleichen als die Sadduzäer und Epicuräer, welcher auch jetzt viel wird unter den großen Klüglingen.

Denn hiermit wird niemand zum Glauben gedrungen, denn er kann dennoch wohl glauben, was er will. Allein das Lehren und Lästern wird ihm verboten, damit er will Gott und den Christen ihre Lehre und Wort nehmen und will solches dennoch unter derselbigen eigenen Schutz und Gemeinschaft aller weltlichen Nutzung zu ihrem Schaden tun. Er gehe dahin, da nicht Christen sind und tue es daselbst. Denn wie ich mehr gesagt: wer bei Bürgern sich nähren will, der soll das Stadtrecht halten und daselbst nicht schänden und schmähen oder soll sich trollen. Also lesen wir, daß die heiligen Väter im Concilio Niceno taten sobald sie der Arianer Lehre lesen hörten, zischten sie alle einträchtiglich und wollten sie auch nicht hören, noch zur Beweisung oder Verantwortung kommen lassen, sondern verdammten sie flugs ohne alles Disputieren als die öffentlichen Lästerer. Moses in seinem Gesetz gebietet auch, solche Lästerer, ja alle falschen Lehrer zu steinigen. Also soll man hier auch nicht viel Disputierens machen, sondern auch unverhort und unverantwortet verdammen solch öffentliche Lästerung wie auch S. Paulus gebietet Titum 3: Man solle einen Ketzer meiden und fahren lassen, wenn er einmal oder zweimal vermahnet ist. Und Timotheo verbietet er das Wortgezänk und Disputieren, welches nichts tut, denn die Zuhörer verkehren. Denn solche allgemeinen Artikel der ganzen Christenheit sind bereits genugsam verhört, bewiesen und beschlossen durch die Schrift und Bekenntnis der ganzen gemeinen Christenheit, mit viel Wunderzeichen bestätigt, mit viel Blut der heiligen Märtyrer versiegelt, mit aller Lehrer Bücher bezeugt und verteidigt und bedürfen keines Meisterns noch Klügeins mehr.

Zum dritten, wo sichs begibt, daß in einer Pfarr, Stadt oder Herrschaft die Papisten und Lutherischen (wie man sie nennt) gegeneinander schreien und widereinander predigen über etliche Artikel, da beidesteils die Schrift für sich haben will, wollt ich dennoch solchen Zwiespalt nicht gerne leiden und meine Lutherischen sollten auch selbst gern abtreten und schweigen wo sie merkten, daß man sie nicht gern höret, wie Christus lehret Matth.10 und sich lassen zu predigen zwingen wie ich tue. Denn ich gar leichtlich ablasse, wo man mich nicht hören will. Und all mein Predigen und Schreiben habe ich müssen gedrungen und gezwungen tun. Will aber ja hier kein Teil oder kann vielleicht Amts halber nicht weichen noch schweigen, so tue die Obrigkeit dazu und verhöre die Sache und welches Teil nicht besteht mit der Schrift, dem gebiete man das Stillschweigen wie der große Kaiser Constantinus tat und ließ durch seinen Landpfleger Probum den Athanasium und Arianum gegeneinander verhören und die Sache erkennen. Denn es ist nicht gut, daß man in einer Pfarr oder Kirchspiel widerwärtige Predigt ins Volk läßt gehen; denn es entspringen daraus Rotten, Unfriede, Haß und Neid, auch in anderen weltlichen Sachen.

Zum vierten: Wo aber etliche gegeneinander schreien über solche Artikel, da beide Teile bekennen, daß keine Schrift, sondern sei alte Gewohnheit oder Menschengesetze, neben und außer der Schrift aufgekommen, als Platten, Weihwasser, Würzweihe und dergleichen unnötigen Stücke mehr, die weder mit Wunderzeichen noch Märtyrerblut bestätigt sind, da soll man keineswegs solch Gezanke auf der Kanzel leiden, sondern beidem Teil gebieten, dass sie Frieden haben. Denn was die Schrift nicht hat, darum sollen die Prediger nicht zanken vor dem Volk, sondern sollen die Schrift immer treiben. Denn Liebe und Friede geht weit über alle Zeremonien wie S.Paulus auch sagt, daß der Friede soll über alles den Vorgang haben und ist unchristlich, daß Frieden und Einigkeit solle den Zeremonien weichen. Will das nicht helfen, so gebiete man dem zu schweigen, der ohne Schrift auf die Zeremonien als nötig zur Seligkeit dringt und die Gewissen verstricken will.

Was ich aber sage von den öffentlichen Predigten, das sage ich viel mehr von Winkelpredigten und heimlichen Zeremonien, denn dieselbigen sind aller Dinge nicht zu leiden. Sonst mag einer bei sich selbst lesen und glauben was er will. Will er nicht Gott hören, so höre er den Teufel. Aber was gewisse Artikel der Schrift sind, die soll man beide öffentlich predigen und auch in Häusern dem Gesinde lesen und lehren. Mit allem diesen ist niemand zum Glauben gezwungen, sondern der Gemeinde ist vor den störrigen Köpfen Friede geschafft und den Winkelpredigern ihre Büberei gesteuert, die unberufen und ungesandt hin und wieder in die Häuser schleichen und ihr Gift auslassen ehe es Pfarrherr oder Obrigkeit erfahren. Das sind die Diebe und Mörder, da Christus Johan.10 von sagt, die in fremdes Kirchspiel fallen und in ein fremdes Amt greifen, das ihnen nicht befohlen, sondern verboten ist.  Und ein Bürger ist schuldig, wo solcher Winkelschleicher einer zu ihm kommt, ehe denn er denselbigen hört oder lehren läßt, daß ers seiner Obrigkeit ansage und auch dem Pfarrherrn, des Pfarrkind er ist. Tut er das nicht, so soll er wissen, daß er als ein Ungehorsamer seiner Obrigkeit wider seinen Eid tut und als ein Verächter seines Pfarrherrn (dem er Ehre schuldig ist) wider Gott handelt, dazu selbst schuldig ist und gleich auch mit dem Schleicher ein Dieb und Schalk wird, wie der 50.Psalm sagt von solchen Winkelnlehrern, Gott sprach zu dem Gottlosen: Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in dein Maul? So du doch die Strafe hassest auch wirfst meine Worte hinter dich. Wenn du einen Dieb siehst (das ist einen Seeldieb, Johan.10), so läufst du mit ihm und hast Teil mit den Ehebrechern (das ist, mit den Abergläubigen und Ketzern). Dein Maul läßt du Böses reden und deine Zunge treibt Falschheit. Du sitzest und redest wider deinen Bruder und verleumdest deiner Mutter Sohn. Hätte man den Müntzer, Carlstadt und ihre Gesellen nicht so lassen schleichen und kriechen in fremde Häuser und Kirchspiel dahin sie niemand gesandt, auch keinen Befehl hatten, so wäre all das große Unglück wohl verblieben. Daß aber die Apostel auch zuerst in fremde Häuser gingen und predigten, des hatten sie Befehl und waren dazu verordnet, berufen und gesandt, daß sie an allen Orten sollten predigen, wie Christus sprach: Gehet hin in alle Welt und predigt allen Kreaturen. Aber danach hat niemand mehr solchen gemeinen apostolischen Befehl, sondern ein jeglicher Bischoff oder Pfarrherr hat sein bestimmtes Kirchspiel oder Pfarrei, welche S.Petrus 1.Pet.5 auch darum Kleros heißt, das ist Teile, daß einem jeglichen sein Teil Volks befohlen ist, wie S. Paulus Tito auch schreibt, darin kein anderer oder Fremder ohne sein Wissen und Willen sich unterstehen soll, seine Pfarrkinder zu lehren, weder heimlich noch öffentlich. Und soll Ihm auch bei Leib und Seel niemand zuhören, sondern ansagen und melden seinem Pfarrherrn oder Obrigkeit. Und solches soll man also festhalten, daß auch kein Prediger, wie fromm oder rechtschaffen er sei in eines Papisten oder ketzerischen Pfarrherrs Volk zu predigen oder heimlich zu lehren sich unterstehen soll ohne desselbigen Pfarrherrs Wissen und Willen. Denn es ist ihm nicht befohlen. Was aber nicht befohlen ist, das soll man lassen anstehen. Wir haben genug zu tun, so wir das Befohlene ausrichten wollen. Es hilft sie auch nicht, daß sie vorgeben alle Christen sind Priester. Es ist wahr, alle Christen sind Priester, aber nicht alle Pfarrherr. Denn über das, dass er Christ und Priester ist, muß er auch ein Amt und ein befohlenes Kirchspiel haben. Der Beruf und Befehl macht Pfarrherr und Prediger. Gleichwie ein Bürger oder Laie mag wohl gelehrt sein, aber ist darum nicht Doctor, daß er in den Schulen öffentlich lesen möchte oder sich solches Amtes unterwinden, er werde denn dazu berufen.

Das habe ich müssen von den Schleichern und Meuchelpredigern, derer jetzt über die Maßen viel sind, anzeigen, zu warnen alle Pfarrherrn und Obrigkeit, daß sie mit Fleiß darauf sehen, dazu ihr Volk vermahnen und gebieten, sich vor solchen Läufern und Buben zu hüten und sie zu meiden als des Teufels gewisse Boten. Es sei denn daß sie gute Kundschaft und Zeugnis bringen ihres Berufs und Befehls von Gott zu solchem Werk in solchem Kirchspiel, sonst soll man sie nicht zulassen noch hören, wenn sie gleich das reine Evangelium wollten lehren, la wenn sie gleich Engel und eitel Gabriel vom Himmel wären. Denn Gott will nichts aus eigener Wahl oder Andacht, sondern alles aus Befehl und Beruf getan haben, sonderlich das Predigtamt, wie S. Petrus spricht, 2Petri: Das sollt ihr wissen für das Erste, es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet vom heiligen Geist getrieben. Darum wollte auch Christus die Teufel nicht lassen reden, da sie doch ihn, Gottes Sohn, ausriefen und die Wahrheit sagten. Denn er wollt solch Exempel, ohne Beruf zu predigen, nicht gestatten. So gedenk nun ein jeglicher: Will er predigen oder lehren, so beweise er den Beruf und Befehl, der ihn dazu treibt und zwingt oder schweige stille. Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen Buben dem rechten Meister, der Meister Hans heißt (Anm.: gemeint ist der Henker). Das ist als denn sein Recht als der gewißlich einen Aufruhr oder noch Ärgeres im Sinn hat, unter dem Volk anzurichten. Hier sprichst du vielleicht zu mir: Warum lehrest du denn mit deinen Büchern in aller Welt, so du doch allein zu Wittemberg Prediger bist? Antwort: Ich habs nie gern getan, tue es auch noch nicht gern. Ich bin aber in solch Amt erstlich gezwungen und getrieben, da ich Doctor der heiligen Schrift werden mußte ohne meinen Dank. Da fing ich an als ein Doctor, dazumal von päpstlichem und kaiserlichem Befehl, in einer allgemeinen Hochschule wie einem solchen Doctor nach seinem geschworenen Amt gebührt, für alle Welt die Schrift auszulegen und jederman zu lehren. Habe auch also, nachdem ich in solch Wesen gekommen bin, müssen drinnen bleiben, kann auch noch nicht mit gutem Gewissen zurück oder ablassen, ob mich gleich Papst und Kaiser drüber verbannten. Denn was ich hab angefangen als ein Doctor, aus ihrem Befehl gemacht und berufen, muß ich wahrlich bis an mein Ende bekennen und kann nun fort nicht schweigen noch aufhören wie ich wohl gern wollte und auch wohl so müde und unlustig bin über der großen unleidlichen Undankbarkeit der Leute. Wiewohl wenn ich schon kein solcher Doctor wäre, so bin ich dennoch ein berufener Prediger und habe die Meinen wohl mögen mit Schriften lehren. Ob nun andere mehr solche meine Schriften auch begehrten und mich darum gebeten haben, bin ichs schuldig gewesen zu tun. Denn ich mich damit nirgend selbst eingedrungen, noch von jemand begehrt oder gebeten, dieselbigen zu lesen, gleichwie andere mehr fromme Pfarrherrn und Prediger Bücher schreiben und niemand wehren noch treiben zu lesen und damit auch in aller Welt lehren, und laufen und schleichen doch nicht wie diese losen unberufenen Buben in fremde Ämter ohne Wissen und Willen der Pfarrherrn, sondern haben ein gewisses Amt und Befehl, der sie treibt und zwingt.

Wollte aber jemand mir weiter einreden, man sollte solche Lästerer nicht strafen noch ihnen wehren, denn wir leiden und dulden doch die Juden, die unseren Herrn Christum und seine Mutter samt allen Heiligen und Christen lästern, beide mit Lehren und Reden? Antwort: Des haben sie auch ihre Strafe, daß sie außer der Christenheit bleiben, dazu in kein weltliches Regiment kommen müssen. Auch so leidet mans nicht von ihnen, wo sie öffentlich vor den Leuten also lästern wollten. Viel weniger leidet man von ihnen, daß sie unter den Christen in öffentlichem Predigtamt oder durch Winkelpredigt solches vornehmen wie diese giftigen Schleicher tun, welche wollen mit ihrem Lästern nirgends schmeißen, denn bei und unter denen, die getauft sind und Christen heißen, wollen dazu

nicht wie die Juden untüchtig für die Welt, sondern als die Allertüchtigsten gerühmt und geehrt sein. Wenn sie aber hingingen oder blieben, da keine Christen sind, und niemand hört, wie die Juden, müßte man sie lassen lästern den Steinen und Bäumen etwa in einem Walde, ja etwa im Abgrund des Meeres oder in einem glühenden Backofen.

Was die Duldung der „Lästerung“ durch die Juden anbetrifft, so konnte Prof.Dr. Luther seinerzeit (1543) zwar noch deren Vertreibung, Verfolgung und Tötung anordnen, um aber ihre „Lästerung2 in einen „glühenden Backofen“ zu verlagern, bedurfte es erst einiger Jahrhunderte des Aufgehens der lutherischen Saat in Deutschland bis ein Adolf Hitler diese grausame Vorstellung Prof. Dr. Luthers Wirklichkeit werden ließ.

Das Verhältnis Prof.Dr. Luthers zu anderen Bibelauslegern, die seiner Lehre nicht folgen,

ist sehr einfach:

1. Jeder, der wider Prof.Dr. Luthers Bibelauslegung lehrt, sei ein „Ketzer“.
2. Alle Ketzer seien letztlich „Aufrührer“, heute würde man „Terroristen“ sagen.
3. Allein die Staatskirchen, sprich der Klerus, seien befugt, die Bibel auszulegen und zu lehren. Jeder, der ohne staatskirchliche Befugnis die Bibel auslegt, sei zwangsläufig ein „Teufelsbote“, ein „Dieb und Mörder“, habe mit Sicherheit „Aufruhr“ (= Terrorismus) oder noch Schlimmeres im Sinn und sei dem Henker („Meister Hans“) zu übergeben, selbst wenn er das reine Evangelium lehren würde oder sogar ein Engel GOTTES vom Himmel wäre (!).
4. Die von Prof. Dr. Luther bezeichneten Leute seien von der Obrigkeit „unverhört und unverantwortet“ zu „verdammen“, sprich wie im AT zu „steinigen“ bzw. gemäß Römer 13, das heißt mit dem Schwert der Obrigkeit, zu strafen.
5. Jeder Bürger, der jemanden ohne staatliche Befugnis die Bibel auslegen hört, sei „bei Leib und Seel“, d.h. unter Androhung des Todes und der ewigen Verdammnis, verpflichtet, diese „Schleicher und Meuchelprediger“ sofort der Obrigkeit und seinem „Pfarrherrn“ anzuzeigen, andernfalls er dem „Dieb und Schalk“ gleich werde, da er mit diesen „Dieben“ und „Ehebrechern“ Umgang habe. Denn niemand dürfe die lutherische Staatskirche verlassen.

Solche Anordnungen Prof. Dr. Luthers gegenüber der Obrigkeit wie in seiner Auslegung des 82. Psalmes bedeuten um nichts weniger als die bewusste Verfolgung und Ermordung Andersgläubiger, selbst wenn diese wahrhaftige Kinder GOTTES sind.


Das Ergebnis dieser lutherischen Lehre ist:

Prof. Dr. Luther verfüge allein über die Wahrheit. Seine Kirche sei die alleinseligmachende. Wer dies nicht anerkenne, habe den Tod verdient.

Geht es noch sektiererischer??? Gibt es noch schlechtere Früchte???

Nun sind sicher nicht alle Lehren biblisch, die damals von anderen verkündigt wurden. Und so wie die „Befreiungstheologie“ heute, hat es auch damals sicherlich manche gegeben, die tatsächlich mit Hilfe des Evangeliums einen politischen Umsturz herbeiführen wollten (z.B. das „Münsterische Regiment“). Solche Ereignisse waren für Prof. Dr. Luther und die Seinen willkommene Anlässe, um bei der Obrigkeit dafür zu sorgen, dass alle, die etwas gegen die Lehre Prof. Dr. Luthers äußerten, umgebracht wurden. So hat sich z.B. Menno Simon ausdrücklich und mehrfach schriftlich von solchen Aufrührern, die in Münster die Herrschaft durch einen Umsturz an sich gerissen hatten, distanziert und gemäß der Bergpredigt, jede Gewaltanwendung samt Kriegsdienst kategorisch abgelehnt. Jedoch reichte für Prof.Dr. Luther schon die Lehre des HERRN JESUS CHRISTUS: Liebet eure Feinde (Ablehnung des Kriegsdienstes) oder: Schwört überhaupt nicht (Ablehnung des Treueeides) aus, um jemanden als einen „Aufrührer“ (= Terroristen) hinrichten zu lassen, da diese Lehren angeblich „wider die weltlichen Rechte und Obrigkeit streben“.

Da ja Prof. Dr. Luther seine eigene Macht auf die staatliche Obrigkeit gründete (die Hure sitzt auf dem Tier, Offb. 17,1-3). brauchte Prof.Dr. Luther der Obrigkeit nur plausibel zu machen, dass die Ausschaltung seiner Gegner jeweils ihrem eigenen Interesse diene, ja dass sie sich vor Gott schuldig mache, wenn sie seinen Anordnungen nicht Folge leiste. „Aufruhr“ (Terrorismus) ist für jede Obrigkeit ein !rotes Tuch!. Prof. Dr. Luther hat es meisterhaft verstanden, die Obrigkeit mit diesem Tuch zum blinden Dreinschlagen gegen alle seine Gegner zu reizen. Denn selbst, wo es um solche Glaubensfragen ging, welche die Obrigkeit in keinster Weise berührten, wie z.B. das lutherische Glaubensbekenntnis oder die Tauflehre, hat Prof. Dr. Luther angeordnet:

die soll man auch nicht leiden, sondern als die Öffentlichen Lästerer strafen.

Wenn Prof. Dr. Luther zur Obrigkeit sagt, sie solle „strafen“, dann bezieht er sich letztlich immer auf das Schwert aus Eisen gemäß Rom. 13.

Auch in den folgenden Schriftauszügen zeigt sich immer wieder wie Prof. Dr. Luther alle Gegner seiner Lehre mit Hilfe der Staatsgewalt loszuwerden suchte. Dabei wurde er nicht müde, sie unterschiedslos als „Meuchelprediger“, „Diebe“ und „Mörder“ zu bezeichnen, welche die Obrigkeit aus dem Lande vertreiben oder „dem Meister Hansen“, das heißt dem Henker, befehlen, auf gar keinen Fall aber leiden sollte, so sie sich nicht selbst schuldig machen wollte.

Dass Prof. Dr. Luther dies sogar dann forderte, wenn diese recht und seine staatlich eingesetzten Prediger falsch lehrten, belegt klar, dass Prof. Dr. Luther nicht nach der Wahrheit urteilte, wie uns dies zu tun der HERR JESUS und die Apostel lehren (vgl. z.B. Joh. 7,24 und 1. Joh. 4,6), sondern ausschließlich nach kirchenpolitischen Machtinteressen, vgl. Apg. 4,17.


Das Vll.Cap. Matth. durch D.M.L gepredigt und ausgelegt Anno 1532“ aus: „Drei Kapitel aus dem Evangelisten Matthäus, nämlich das 5.6. und 7.“
(Tomos 5, s.470)


Denn die andern, so ohne Amt und Befehl herfahren, sind nicht so gut, daß sie falsche Propheten heißen, sondern Landstreicher und Buben, die man sollte Meister Hansen befehlen und nicht zu leiden sind (ob sie auch gleich recht lehrten),
wo sie andern ins Amt und Befehl greifen wollen wider der Obrigkeit Ordnung oder heimlich und diebisch in Winkeln schleichen, da niemand soll ungefordert ein eigenes Predigen anrichten, noch sich eindringen, ob er gleich hört und weiß, daß man öffentlich falsch predigt, als dem nicht befohlen ist dafür zu antworten. Denn Gott hat das Amt geordnet wie andere, daß man nicht dawider handle.

Auf das Büchlein Justi Menü von der Wiedertäufer Lehre und Geheimnis 1530

Sendbrief Doct. Mart. Luth. wider etliche Rottengeister etc. Anno 1532 III. Auf das Büchlein Justi Menü von der Wiedertäufer Lehre und Geheimnis“ aus: „Drei Vorreden D.M.L. 1530“ (Tomos 5, S.263ff).

Erstlich ist das ein gewiß Zeichen des Teufels, daß sie durch die Häuser so schleichen und laufen im Lande um und nicht öffentlich auftreten wie die Apostel getan und täglich alle ordentlichen Prediger tun. Sondern sie sind eitel Meuchelprediger, kommen auch in fremde Häuser und Orte, dahin sie niemand berufen, noch von jemand gesandt sind, können auch solchen Schleichens und Laufens keinen gewissen Grund noch Wahrzeichen bringen. Dies Stück fehlet nicht und ist gewiß, daß sie vom Teufel kommen, wie Christus sagt, Johan 10: Alle die vor mir kommen, sind Diebe und Mörder. So habe ich vorhin im 82. Psalm vermahnet beide, Obrigkeit auch Untertanen, dass man solche Schleicher. Meuchler und Winkelprediger schlecht nicht leiden soll. Denn da ist kein Gott nicht, sondern gewiß der Teufel selbst, es gleiße wie es wolle.

In dem hier nicht zitierten Aufsatz „Schöne herrliche Predigten D.M.L. von unserer heiligen Taufe in drei Stücke oder Teile gefaßt, Anno 1535″ (Tomos 6, s.296-297 b) scheut sich Prof. Dr. Luther nicht, Gläubige, die gegen seine sakramentale Tauflehre predigen, „Kühe und Säue“, „Tölpel und Knebel“, „verzweifelte Verräter und Bösewichter“, „blinde Narren und Verführer“ zu nennen. Vergleiche hierzu Matthäus 5, 21.22!

Im folgenden Brief sucht Prof.Dr. Luther um Vertreibung aller Andersgläubigen bei der Obrigkeit (hier Landesfürst) nach.

Sendbrief Doct. Mart. Luth. wider etliche Rottengeister etc. Anno 1532.

An den durchleuchtigen hochgebornen Fürsten und Herren, Herrn Albrechten, Marggrafen zu Brandenburg in Preussen etc. Hertzogen etc.“ (Tomos 5, S.549 ff).

Derhalben ist mein treuer Rat, E.F.G. gehe ihrer auch müßig. Denn da ist kein Ende Disputierens und Plauderns, sie lassen ihnen (sich) nichts sagen und hören nicht, wissen auch nichts zu sagen und lehren auch nichts. Und E.F.G. lassen solchs nicht meinen Rat sein als aus mir gewachsen, sondern des heiligen Geists, der aller Herzen und alle Sachen besser kennet denn wir. Derselbe hat uns solchen Rat gegeben durch sein auserwähltes Rüstzeug S. Paulum Tit.3, da er spricht: Einen ketzerischen Menschen sollst du meiden, wenn er einmal oder zweimal vermahnet ist. Und sollst wissen (spricht Er), daß er verkehrt ist und hat sein Urteil etc. Nun sind sie nicht einmal oder zweimal vermahnet, sondern dazu in vielen Stücken und Sprüchen überwunden und wollen dennoch nicht ablassen. Darum ists gewiß, wie S.Paulus sagt, dass sie verkehrt sind und hilft kein Vermahnen mehr. Viel weniger hilft viel disputieren und ohne Aufhören mit ihnen plaudern. Und abermals spricht S. Paulus 2.Tim.2: Lehre sie, daß sie nicht um Worte zanken, welches kein Nutzen ist, ohne daß es die Zuhörer abwendet. Das ist ja so viel gesagt, daß mit den Rotten viel disputieren nicht allein unfruchtbar ist bei ihnen, sondern auch schädlich bei den Zuhörern, die dadurch, wenn sie gleich nicht verführt werden, dennoch geärgert und abgeschreckt werden. Solchen Rat des heiligen Geistes müssen wir nicht verachten, noch uns an ihr Rühmen kehren, sondern sie immer lassen hinfahren und sie meiden.

E.F.G. steht für Eure Fürstlichen Gnaden. Nun bittet ja Prof. Dr. Luther bei einem Landesfürsten nicht für irgend jemanden um Gnade, sondern um Bestrafung. Speziell in diesem Brief wendet sich Prof. Dr. Luther an einen Landesfürsten, um die Vertreibung all derer aus dem Land zu erreichen, die seiner Lehre widersprachen. Dabei geht es ihm hier besonders darum, dass dies geschieht, ohne dass sie im einzelnen verhört oder auch nur angehört werden. Prof. Dr. Luthers Wort hatte zu genügen. Damit wird deutlich, dass Prof. Dr. Luther letztlich das Schwert der Obrigkeit führte, jedoch nicht mit der Hand, sondern mit der Zunge. Gleicherweise haben auch die Pharisäer und Schriftgelehrten in den Erdentagen des HERRN JESUS den Römern das Todesurteil vorgegeben und durchgesetzt. Sogar die Anklage, welche sie bei Pilatus vorbrachten, deckt sich mit der, die Prof. Dr. Luther – ebenfalls bei der römischen Obrigkeit, nämlich bei den Kurfürsten des Römischen Reichs – erhoben hat (vgl. Lukas 23, 5.10)

(Seite 550 b:)

Derhalben vermahne ich und bitte E.F.G. wollt solche Leute meiden und sie im Lande ia nicht leiden nach dem Rat S. Pauli und des heiligen Geists, droben angezeigt. Denn E.F.G. müssen bedenken, wo sie solche Rottengeister würden zulassen und leiden, so sie es doch wehren und zuvorkommen können, würden sie ihre Gewissen greulich beschweren und vielleicht nimmermehr wieder stillen können, nicht allein der Seelen halber, die dadurch verführt und verdammt würden, welche E.F.G. wohl hätte können erhalten, sondern auch der ganzen heiligen Kirche halber, wider welcher so lang hergebrachten und allenthalben gehaltenen Glauben und einträchtig Zeugnis etwas zu lehren zu gestatten, so man’s wohl könnte wehren, eine unträgliche Last ist des Gewissens.“ Ich wollt lieber nicht allein aller Rottengeister, sondern aller Kaiser, Könige und Fürsten Weisheit und Recht wider mich lassen zeugen denn ein Jota oder ein Tüttel der ganzen heiligen christlichen Kirchen wider mich hören oder sehen. Denn es ist ja nicht so zu scherzen mit Artikeln des Glaubens von Anfang her und so weit die Christenheit ist {hat) einträchtiglich gehalten wie man scherzen mag mit päpstlichen oder kaiserlichen Rechten oder anderen menschlichen Traditionen der Väter oder Konzilien.

Solches hab ich E.F.G. wollen kürzlich und demütiglich guter christlicher Meinung antworten. Christus unser treuer Heiland wollt E.F.G. mit seinem heiligen Geist reichlich erleuchten und stärken zu glauben und zu tun nach seinem lieben heiligen Wort. Amen

E.F.G.

Williger

D.Martinus Luther.

Ein Brief D.Mart. Luth.

Von den Schleichern und Winckelpredigern

1532

Dem gestrengen und festen Eberhard von der Tannen, Amtmann zu Wartburg,

Meinem günstigen Herrn und Freunde

Gnade und Friede in Christo unserm Herrn und Heiland.

(Tomos 5, S.551-552 b und 555 b):

Ich hab vernommen, mein lieber Herr und Freund wie bei und um euch die Wiedertäufer auch gern hereinschleichen und die Unsern mit ihrem Geist beschmeißen wollten. Wiewohl ich nun weiß, daß ihr außer Justus Menius Buch genugsam unterrichtet und vermahnet seid, auch euer Amt darin redlich und löblich erzeigt wider solche Teufelsboten, weil aber der Teufel nicht gern ablässt und viele sind, wenn sie ein Buch einmal übersehen haben, flugs damit in Winkel fahren und alles vergessen, wes sie vermahnet sind, daß es wohl bedürfte eines täglichen Anhalters, der unabläßlich vermahnet, hab ich mit diesem Brief an euch, alle anderen Amtleute, Städte und Herren aufs neu bitten und vermahnen wollen, solchen Schleichern zu wehren, auf daß wir das Unsere tun.

Und erstlich sind sie damit wohl und leichtlich zu ergreifen, wenn man sie fragt um ihre Vocation: wer sie habe heißen herschleichen oder kommen und im Winkel so predigen, so mögen sie keine Antwort geben noch ihren Befehl anzeigen. Und ich sage fürwahr: Wenn solche Schleicher sonst kein Untätlein an sich hätten und eitel Heilige wären, so kann doch dies einzige Stück (daß sie ohne Befehl und ungefordert kommen geschlichen) sie für Teufelsboten und Lehrer mit Gewalt überzeugen. Denn der heilige Geist schleicht nicht, sondern fliegt öffentlich vom Himmel herab. Die Schlangen schleichen, aber die Tauben fliegen. Darum ist solch Schleichen der rechte Gang des Teufels, das fehlt nimmermehr.

Ich habe hören sagen wie sich die Schleicher können finden zu den Arbeitern in der Ernte und auf dem Felde unter der Arbeit predigen, also auch zu den Köhlern und einzelnen Leuten in den Wäldern und allenthalben ihren Samen säen und Gift ausblasen, wenden die Leute ab von ihren Pfarrkirchen. Da siehe doch den rechten Teufelsritt und -griff wie er das Licht scheuet und im Finstern mauset. Wer ist so grob, der hier nicht merken könnte, daß es rechte Teufelsboten sind? Wären sie von Gott und rechtschaffen, so würden sie zu allererst sich zum Pfarrherrn finden und mit demselbigen handeln, ihren Beruf anzeigen und erzählen, was sie glaubten und ob sie derselbige wolle zulassen, öffentlich zu predigen. Würde sie der Pfarrherr als denn nicht zulassen, so wären sie entschuldigt vor Gott und möchten als denn von ihren Füßen den Staub abschlagen etc. Denn der Pfarrherr hat ja den Predigtstuhl, Taufe, Sakrament inne und alles Seelsorgen ist ihm befohlen. Aber nun wollen sie den Pfarrherrn heimlich ausbeißen mit allem seinem Befehl und doch nicht anzeigen ihren heimlichen Befehl. Das sind rechte Diebe und Mörder der Seelen, Lästerer und Feinde Christi und seiner Kirchen.

Hier ist nun wahrlich kein anderer Rat, denn daß beide Ämter, geistlich und weltlich, dazu tun mit allem Fleiß. Das geistliche muß wahrlich das Volk stets und mit Fleiß unterrichten, diese oben genannten Stücke einbilden, daß sie keinen Schleicher zulassen und gewißlich für Teufelsboten erkennen. Und lerne sie fragen: Woher kommst du? Wer hat dich gesandt? Wer hat dir befohlen mir zu predigen? Wo hast Du Siegel und Briefe, daß du von Menschen gesandt seiest? Wo sind deine Wunderzeichen, daß dich Gott gesandt hat? Warum gehst du nicht zu unserm Pfarrherrn? Warum schleichst du so heimlich zu mir und kriechst in die Winkel? Warum trittst du nicht öffentlich auf? Bist du ein Kind des Lichts, warum scheuest du das Licht? Mit solchen Fragen (acht ich) sollte man ihnen leichtlich wehren. Denn sie können ihren Beruf nicht beweisen. Und wenn wir das Volk in solchen Verstand des Berufs könnten bringen, so wäre solchen Schleichern wohl zu steuern. Item, daß man sie auch stets unterrichte und vermahne, solche Schleicher dem Pfarrherrn anzusagen, welches sie auch schuldig sind zu tun, wo sie Christen sein und selig werden wollen. Denn wo sie es nicht tun, da helfen sie dem Teufelsboten und Schleicher, dem Pfarrherrn (ja Gott selbst) sein Predigtamt, Taufe, Sacrament und Seelsorge, dazu die Pfarrkinder heimlich stehlen und also die Pfarrei (so Gott geordnet hat) verwüsten und zunichte machen.

Wenn sie solche Vermahnung hörten und wüßten, daß die Meinung mit dem Beruf hätte, würden etliche fromme Herzen solche Winkelprediger und Meuchler wohl anzeigen dem Pfarrherrn. Denn wie gesagt, mit dem Beruf, wo man drauf dringet, kann man dem Teufel wohl bange machen. Ein Pfarrherr kann ja rühmen, daß er das Predigtamt, Taufe, Sacrament, Seelsorge öffentlich und mit Recht inne hat und ihm befohlen sei, bei dem man auch solches suchen und gewarten soll. Aber die fremden Schleicher und Meuchler können solches nicht rühmen und in ein fremdes Amt greifen und fallen. Das kann ja nicht der heilige Geist sein, sondern muß der leidige Teufel sein. Das weltliche Amt muß auch darauf sehen. Denn weil solche Schleicher des Teufels Boten sind, eitel Gift und Lügen predigen, der Teufel aber nicht allein ein Lügner ist, sondern auch ein Mörder, so kann’s nicht fehlen, daß er gedenkt durch solche seine Boten auch Aufruhr und Mord zu stiften (ob er gleich eine Zeitlang sich dessen entäußert und sich friedsam stellet) und also beide, geistliches und weltliches Regiment, Gott zu wider, umzustoßen. Er kann nicht anders tun denn seine Art ist Lügen und Morden. So können die Seinen, von ihm besessen, ihrer selbst nicht mächtig sein, müssen fahren wie er sie treibt.

So sollten nun billig Amtleute. Richter und was zu regieren hat, wissen und gewiß sein, daß sie solche Schleicher müssten verdächtig haben, nicht allein falscher Lehre, sondern auch Mords und Aufruhrs halber, weil sie wissen, daß solche Leute vom Teufel geritten werden. Und sollten lassen auch durch ihre Diener die Untertanen versammeln, solches ihnen anzeigen und verwarnen vor solchen Buben und gebieten aufs höchste, bei großer Strafe, daß ein jeglicher Untertan solche Schleicher müßte ansagen, wie denn die Untertanen schuldig sind zu tun, wollen sie nicht selbst schuldig mit werden alles Mordes und Aufruhrs, so der Teufel im Sinn hat etc.

Und auch also wie das geistliche Amt auf den Beruf dringen und den Schleicher oder seinen Wirt fragen: Woher kommst du? Wer hat dich gesandt etc. wie droben. Und den Wirt auch fragen: Wer hat dich diesen Schleicher heißen herbergen, seine Winkelpredigt hören? Woher weißt du, daß der Befehl habe dich zu lehren und du von ihm zu lernen? Warum hast du es nicht dem Pfarrherrn oder uns angesagt? Warum läßt du deine Kirche, da du getauft, gelehrt, berichtet bist und dahin du gehörst durch Gottes Ordnung, und kriechst in den Winkel? Warum richtest du ein Neues an, heimlich und unbefohlen? Wer hat dir Macht gegeben? dieses Kirchspiel zu trennen und unter uns Rotten anzurichten? Wer hat dir befohlen deinen Pfarrherrn zu verachten, zu verurteilen, zu verdammen im Rücken, ehe er verhört oder verklagt ist? Woher bist du solcher Richter über deinen Pfarrherrn, ja auch dein eigener Selbstrichter geworden?

Denn solche Untugend und viel mehr begehet ein jeglicher, der sich an die Schleicher hängt und soll billig darum angesprochen werden. Und ich habe gute Hoffnung, wo die Obrigkeit hierin fleißig wäre, es sollte großen Nutzen schaffen und viele fromme Leute würden sich hüten und solche Buben helfen ausleuchten, wenn sie wüßten, daß es solche große Gefahr hätte mit den Schleichern und so viel gelegen sei an dem Berufen oder Befehl. Sonst wo man nicht auf dem Beruf oder Befehl feststünde und drünge, würde zuletzt keine Kirche nirgend bleiben. Denn gleich wie die Schleicher unter uns kommen und unsere Kirchen zertrennen und verwüsten wollen, also würden hernach auch andere Schleicher in ihre Kirchen kommen und zertrennen und verwüsten. Und fortan würde des Schleichens und Trennens, eins über das ander, nimmermehr kein Ende oder müßte bald nichts mehr von keiner Kirche bleiben auf Erden. Das wollte und suchte auch der Teufel durch solche Rottengeister und Schleicher.

Darum heißt’s also: Entweder beweist den Beruf und Befehl zu predigen oder kurz um still geschwiegen und das Predigen verboten. Denn es heißt ein Amt, ja ein Predigtamt. Ein Amt aber kann niemand haben außer und ohne Befehl oder Beruf.

Darum spricht auch Christus im Gleichnis Luce 19: Daß der Hausherr seinen Knechten nicht gab die Centener, damit sie handeln sollten, er berief sie zuvor und befahl ihnen zu handeln, Vocatis leruis (spricht der Text) Et negotiemini etc. Er rief seine Knechte (sagt Er) und hieß sie mit seinem Gelde handeln. Einen solchen Vocatus und Befehl soll der Schleicher auch bringen oder soll des Herrn Geld mit Frieden lassen oder wird als ein Dieb und Schalck erfunden werden. Also gingen auch die Arbeiter nicht in des Hausherrn Weinberg, Matth. 20, bis sie der Hausherr dinget und hieß gehen, sondern stunden vor dem Befehl und Beruf müßig auch den ganzen Tag.

Also spricht Gott auch von solchen Schleichern, Jer. 23: Sie laufen und ich habe sie nicht gesandt. Sie predigen und ich habe ihnen nichts befohlen. Er hat noch große Mühe und Arbeit, daß die richtig predigen und bei rechter Lehre bleiben, so von Gott selbst oder durch Menschen an Gottes Statt gewissen Beruf und Befehl haben. Was sollte denn sein ohne Gottes Befehl, ja wider Gottes Befehl und Verbot, aus lauter Treiben und Hetzen des Teufels predigen. Da muß ja keine andere Predigt gefallen, denn aus Eingeben des bösen Geists und muß eitel Teufels Lehre sein, sie gleiße wie sie wolle. Wer hatte größeren und gewisseren Beruf denn Aaron, der erste Hohepriester? Noch fiel er in Abgötterei und ließ die Juden das goldene Kalb machen. Und hernach das ganze levitische Priestertum, fiel das mehrer Teil alles in Abgötterei und verfolgten dazu Gottes Wort und alle rechten Propheten. So war ja König Salomon auch herrlich genug berufen und bestätigt, noch fiel er in seinem Alter und richtete viel Abgötterei an. Haben die Bischöfe und Päpste nicht herrlichen Beruf und Befehl? Sitzen sie nicht in der Apostel Stühle und an Christus Statt? Noch sind sie allesamt des Evangeliums ärgste Feinde, geschweige denn daß sie recht lehren sollten und rechten Gottesdienst erhalten. Kann nun der Teufel die Lehrer, so Gott selbst berufen, geordnet und geweihet hat, betrügen, daß sie falsch lehren und die Wahrheit verfolgen, wie sollte er denn durch die Lehrer, so er selbst ohne und wieder Gottes Befehl treibt und geweihet hat, etwas Gutes und nicht viel mehr eitel teuflische Lügen lehren? Ich habs oft gesagt und sage es noch: Ich wollt nicht der Welt Gut nehmen für mein Doctorat. Denn ich müßte wahrlich zuletzt verzagen und verzweifeln in der großen, schweren Sache, so auf mir liegt, wo ich sie als ein Schleicher hätte ohne Beruf und Befehl angefangen. Aber nun muß Gott und alle Welt mit zeugen, dass ich’s in meinem Doctoramt und Predigtamt öffentlich habe angefangen und bis daher geführt mit Gottes Gnaden und Hilfe.

Am Ende dieses Aufsatzes versäumt es Prof. Dr. Luther nicht, noch einmal auf seine diesbezügliche Auslegung des 82.Psalmes hinzuweisen:

Ich habe das Meine getan und über den 82. Psalm auch davon gesagt. Ich bin entschuldigt. (S. 555 b).

Mit dem Hinweis auf seine Ausführungen über den Psalm 82 wird ja nicht nur die Unterstellung von Mord und Aufruhr bekräftigt:

so kann’s nicht fehlen, daß er gedenkt durch solche seine Boten auch Aufruhr und Mord zu stiften,

sondern auch daran erinnert, daß solche, die ohne staatskirchliche Befugnis predigen, dem Henker zu übergeben seien. Dazu kommt, daß Prof.Dr. Luther bereits in seinem früheren Aufsatz „Sendbrief D.M.L. von dem harten Büchlin wider die Auffrührischen Bawren Anno 1525“ betreffs der Aufrührer erklärt hatte:

Aufruhr ist keines Gerichts, keiner Gnade wert,

womit er gesagt hat, daß jedermann, der einen „Aufrührer“ antrifft, denselben sofort erstechen und erschlagen solle, heimlich oder öffentlich (siehe Seite 50).

Bei diesem Brief: „Von den Schleichern und Winkelpredigern“ ist besonders zu beachten, daß sich Prof.Dr. Luther damit ausdrücklich betreffs der Wiedertäufer an die Obrigkeit wendet, und zwar ohne jegliche Differenzierung, d.h. unabhängig davon, welche Lehren diese „Wiedertäufer“ im einzelnen haben oder nicht haben. Das bedeutet, daß Prof. Dr. Luther vor der Tötung von Menschen nicht zurückschreckte, nur um seine sakramentale Säuglingstauflehre zu retten. Ob die folgende Aussage Prof. Dr. Luthers über die Wiedertäufer die Sünde der Lästerung des HEILIGEN GEISTES ist – eine Sünde, für die es ewig keine Vergebung gibt (Matth. 12,31-32) – mag der gottesfürchtige Leser selbst beurteilen: „wer sie leidet und hört, der wisse, daß er den leidigen Teufel leibhaftig selbst hört, nicht anders, denn wie er aus einem besessenen Menschen redet.“ (S. 555 b). Die Geister gemäß 1. Johannes 4,2 zu prüfen, hatte Prof.Dr. Luther nicht von ungefähr kein Interesse.

Was Prof. Dr. Luthers zweifelhaften Verdienst als Kirchenreformator anbetrifft, so zeigt der zuletzt zitierte Brief sehr deutlich, daß Prof. Dr. Luther durch seine Lehre mit vollem Bewusstsein eine Staatskirche nach katholischem Muster gebaut hat, so dass es letztlich niemandem mehr außer Luther und seinen Anhängern erlaubt war, irgendetwas betreffs Glauben oder Bibel zu sagen, weder öffentlich, noch privat in irgendeinem Haus. Hierzu schärfte er immer wieder der Obrigkeit ein, dass ausschließlich die staatlich eingesetzten Pfarrer rechte Prediger seien, während jeder andere, selbst wenn er das reinste Evangelium predigte, zwangsläufig ein terroristischer Teufelsbote sei, da er dies nicht mit staatlichem Auftrag tue. Und ebenso wie der Papst einen „Stuhl Petri“ für sich beansprucht, um seine Autorität zu begründen, musste Prof. Dr. Luther einen „Predigtstuhl“ für seine Pfarrer geltend machen, die sichtlich über die Menschen herrschten, wie auch die Ausdrücke „Pfarrherr“ und „Pfarrkinder“ deutlich machen. Auch an der Behauptung dieses „Predigtstuhles“, den er ausschließlich formal und mit staatlicher Waffengewalt verteidigte, sieht man deutlich, daß Prof. Dr. Luther nicht nach der Wahrheit urteilte, sondern ausschließlich nach den Erfordernissen seiner kirchenpolitischen Machtinteressen, wobei er die Menschen offensichtlich als sein Eigentum behandelte und jeden gewaltsam wegräumen ließ, der ihm im Wege war. Denn wer ohne staatlichen Auftrag predigt, könne nur ein „Teufelsbote“ sein und sei deshalb unbedingt des Aufruhrs und Mordes zu verdächtigen, selbst wenn er sich völlig friedlich verhält. Damit leugnet Prof. Dr. Luther absichtlich den Unterschied zwischen echten Aufrührern (Terroristen) und allen friedsamen Andersgläubigen und gibt somit falsches Zeugnis ab wider seine Nächsten (vgl. 2. Mose 20,16).

Wer nicht lutherischer Pfarrer war und trotzdem in „lutherischem Gebiet“ predigte, hatte eben gemäß Prof. Dr. Luther den Tod verdient. Damit ist klar belegt, dass sich gemäß original lutherischer Lehre das Schicksal eines Menschen nicht allein an der Person des HERRN JESUS CHRISTUS entscheide, sondern mindestens ebenso an der Person Prof. Dr. Luthers. Niemand könne zu dem HERRN JESUS CHRISTUS kommen als nur durch Prof. Dr. Luthers Lehre. Wer nicht für ihn sei, sei gegen den HERRN JESUS CHRISTUS.

Es ist also offensichtlich, dass Prof. Dr. Luther an einer alleinseligmachenden Staatskirche gebaut hat, die kraft der Staatsmacht nicht ein Wörtchen neben der Lehre Luthers dulden sollte.

Je mehr politischen Einfluss Prof. Dr. Luther durch seine Lehre gewann, desto mehr baute er seine Lehre zu einem Instrument staatskirchlicher Gewaltherrschaft aus. Wer gegen Luther war, galt als ein Aufrührer und Mörder. Die Obrigkeit hatte solche Leute zu töten und machte sich andernfalls gemäß Luther selbst des Aufruhrs und Mordes schuldig; jeder Bürger musste bei Androhung höchster Strafe Andersgläubige anzeigen, sobald diese den Mund aufmachten – ein untrügliches Kennzeichen aller Gewaltherrschaften und systematischer Christenverfolgungen.

Da Prof. Dr. Luther mindestens schon im Jahre 1530 die Verfolgung und Tötung aller Andersgläubiger angeordnet hatte, ist es eine Verhöhnung (vgl. Hebr. 11,36-38), wenn er 1532 schreibt:

Wären sie von Gott und rechtschaffen, so würden sie zu allererst sich zum Pfarrherrn finden und mit demselbigen handeln, ihren Beruf anzeigen und erzählen, was sie glaubten…

und:

Warum trittst du nicht öffentlich auf? Bist du ein Kind des Lichts, warum scheust du das Licht?

Dass Prof. Dr. Luther von den um ihres Glaubens willen Verfolgten sagt, sie sollten sich bei ihren Verfolgern einfinden und erzählen, was sie glaubten bzw. öffentlich auftreten, wenn sie von Gott, rechtschaffen und Kinder des Lichts wären, zeigt wie unaufrichtig Prof. Dr. Luther ist, zumal er solches sagt, um der Obrigkeit zu beweisen, dass solche „Teufelsboten“ seien, die „gewißlich Mord und Aufruhr im Sinn haben“, weil sie „schleichen“, d.h. nicht öffentlich auftreten oder sich nur privat in den Häusern versammeln.

Indem aber Prof. Dr. Luther hier für sich und die Seinen beansprucht, durch „Menschen an Gottes Statt“ eingesetzt zu sein, behauptet er, das neben den Katholiken, die falsch predigen, nur er und die Seinen das Recht hätten zu predigen. Dabei stützt sich Prof. Dr. Luther persönlich nicht auf einen unmittelbaren Predigtauftrag im Wort Gottes, sondern auf seinen Beruf als Theologe. Die göttliche Legitimation für sein Wirken bestehe in seinem Doktorat bzw. in seinem Beruf als Pfarrer. Wer also kein staatlich ordinierter Pfarrer oder Universitätstheologe sei, handle wider Gottes Ordnung und Befehl wenn er dennoch predige oder sich auch nur mit anderen versammle, selbst wenn dabei das pure Evangelium verkündigt würde.

4.Mose 11, 29
Eiferst du für mich? Möchte doch das ganze Volk JAHWES Propheten sein, dass JHWH Seinen GEIST auf sie legte

Auch hieran mag der gottesfürchtige Leser den Unterschied zwischen einem echten Mann GOTTES (Mose) und Prof.Dr. Luther sehen.

Was aber hätte Prof.Dr. Luther wohl gesagt, wenn tatsächlich jemand gekommen wäre und sich durch ein göttliches Wunder als ein Prophet Gottes ausgewiesen hätte?

4.Mose 11, 29
Eiferst du für mich? Möchte doch das ganze Volk JAHWES Propheten sein, dass JHWH Seinen GEIST auf sie legte

Summa, es heißt wider die bestätigte Lehre soll man keine Wunder noch Zeichen annehmen, wie groß und viel sie immer geschehen mögen.
(„Das Vll. Cap. Matth. durch D.M.L. gepredigt und ausgelegt, Anno 1532“; Tomos 5, s.482).

Damit ist noch einmal klar gesagt, dass „Glaube allein“ bei Prof. Dr. Luther letztlich in jedem Fall bedeutet: „Prof. Dr. Luthers staatskirchliche Sakramentslehre allein“. Kann man sich aber als Christ damit entschuldigen und sein Gewissen beruhigen, dass man der Obrigkeit vorhält, wen sie zu töten hat? Ist nur derjenige ein rechter Prediger, der die Köpfe anderer Leute fordert? Der HERR JESUS CHRISTUS jedenfalls hat gepredigt:

Matth. 5, 44.45
Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures VATERS seid, der in den Himmeln ist

Die Zeit, um für Prof. Dr. Luther zu beten ist wohl vorüber. Aber für die Lutheraner von heute können wir noch beten, geehrter Leser, damit sie Prof. Dr. Luther als einen falschen Propheten erkennen, der sie mit seinen Lehren unweigerlich ins ewige Verderben führt. Wie „faul“ aber müssen die Früchte eines Propheten sein, damit Sie, geehrter Leser, ihn als einen „faulen Baum“ und „falschen Propheten“ erkennen? Wie hoch müssen die Berge von Leichen sein, die ein Prophet mit seinen Lehren produziert, damit Sie, geehrter Leser, den reißenden „Wolf“ im Schafskleid erkennen? Haben Sie denn jemals auch nur ein einziges Schaf gesehen, das ein anderes Schaf getötet hat? Wie viele Brüder muss jemand ermorden, damit er ein Brudermörder ist? – Vergleiche 1 .Mose 4!

Und darf sich die Obrigkeit an das Wort des HErrn: Laßt es beides wachsen bis zur Ernte etc. gar nichts kehren. Denn solch Wort ist nicht der Obrigkeit, sondern allein den Aposteln und Predigern gesagt, welche mit dem Schwert niemanden zu strafen haben. Der Obrigkeit Befehl hält also, dass sie die Bösen strafen und im Gericht keine Person ansehen sollen etc.

An dieser Aussage Prof.Dr. Luthers aus dem Ende nebenstehenden Schriftstückes ist deutlich zu sehen, wie sich die Zwei-Reiche-Lehre Prof. Dr. Luthers praktisch auswirkt, nämlich so, dass die Gebote des HERRN JESUS CHRISTUS, sprich die Worte vom gnädig und barmherzig sein (auch den Feinden gegenüber) für diejenigen, welche die Obrigkeit bilden, durch die Aufgabe das Schwert zu führen aufgehoben seien. Wer also Christ und zugleich Obrigkeit ist („christliche Obrigkeit“), der habe gemäß Prof. Dr. Luther nicht mehr die „Sonne“ auch über die Bösen scheinen zu lassen (vgl. Matth. 5,45), sondern mit dem Schwert aus Eisen die Bösen zu bestrafen. Manche der verfolgten „Wiedertäufer“ hingegen lehrten, dass diejenigen, welche in Obrigkeit sind und gläubige Christen sein wollen, lieber ihren Dienst in der Obrigkeit aufgeben sollten als die Gebote des HERRN JESUS CHRISTUS. Prof. Dr. Luther legte diese Auffassung bewusst als „Aufruhr“ aus. Diese lutherische Zweiteilung, als Obrigkeit mit dem Schwert dreinzuschlagen und privat von der Gnade und Barmherzigkeit Jesu zu erzählen, ist praktisch nicht durchführbar und zudem völlig unglaubwürdig. Vergleiche auch Johannes 8,7 und Römer 2,1! Vor allem führt sie immer dazu, dass im Zweifelsfall menschlichen Gesetzen und Anweisungen mehr Gehorsam geleistet wird als den Geboten des HERRN JESUS CHRISTUS, was der HERR JESUS als Heuchelei bezeichnet (Matth. 15,6). Jede Lehre, welche die Gebote GOTTES auflöst, kann nicht richtig sein (Apg. 5.29; Matth. 15.7-9; l.Joh. 2.4).

Dem HERRN JESUS CHRISTUS nachzufolgen und sein ganzes Leben in der Gnade und Barmherzigkeit GOTTES zu führen, ist die Aufgabe eines jeden Christen, zumal ja die Obrigkeit nur der Aufrechterhaltung einer gewissen Ordnung in der ungläubigen Welt dient und somit nur zeitlichen, d.h. vergänglichen Charakter hat.

Angesichts der bisher zitierten Schriften Prof.Dr. Luthers ist es deutlich, dass er sich das Schwert der Obrigkeit dienstbar gemacht hat, um die Verbreitung seiner Lehre zu befestigen. Schon aus diesem Grund konnte er keine Lehre zulassen, durch die er seine Anhänger aus den Kreisen der Obrigkeit verloren hätte. Vielmehr benutzte er seine obrigkeitlichen Anhänger gezielt dazu, alle Gegner seiner Lehre durch das Schwert der Obrigkeit zu töten und dadurch eine bleibende Anerkennung seiner Lehre in der Welt zu erreichen. Der HERR JESUS dagegen ist nicht gekommen um zu richten, sondern um durch die Gnade GOTTES zu erretten (Johannes 3, 17).


Daß weltliche Obrigkeit den Wiedertäufern mit leiblicher Strafe zu wehren schuldig sei / Etlicher Bedenken zu Wittemberg / zusammengestellt durch Philip Melanthon.

 

Ob christliche Fürsten schuldig sind, der Wiedertäufer unchristliche Sekte mit leiblicher strafe und mit dem Schwert zu wehren. (Tomos 8, s.382 b – 385)

Erstlich ist zu merken, daß in dieser Frage nicht geredet wird von der Predicanten Amt. Denn die Prediger und Diener des Evangeliums führen das Schwert nicht. Darum sollen sie keine leibliche Gewalt üben, sondern allein mit rechter Lehre und Predigt wider die Irrtümer fechten. Wo sie aber in ein anderes Amt greifen und das Schwert führen wollen, wie Müntzer tat, und wie zu Münster geschehen ist, ist solches Unrecht und Aufruhr. Sondern hier ist die Frage von weltlicher Obrigkeit, ob dieselbige schuldig sei, der Wiedertäufer unrechte Lehre und dergleichen mit leiblicher Gewalt zu wehren und zu strafen? Zum anderen: Ehe man die Strafe vornimmt, soll erstlich den verführten Leuten christlicher, klarer Unterricht und Vermahnung geschehen, daß sie von ihren Irrtümern abstehen wollen. Wo sie solches tun, ist es christlich, daß man ihnen Gnade erzeige. Wo sie aber halsstarrig sind und nicht davon abstehen wollen, da ist Strafe von Nöten.

Zum dritten: Das ist öffentlich, daß die Obrigkeit schuldig ist, Aufruhr und Zerstörung des leiblichen Regiments zu wehren und Aufrührische mit dem Schwert zu strafen, wie Paulus spricht: Wer wider die Obrigkeit tut, der soll gestraft werden.

Nun haben die Wiedertäufer zweierlei Artikel. Etliche belangen in Sonderheit das äußerliche leibliche Regiment, als nämlich, daß sie halten, Christen sollen das Amt nicht haben, welches das Schwert führt.

Itern Christen sollen keine Obrigkeit haben, ohn allein die Diener des Evangeliums. Item Christen sollen nicht schwören. Item Christen sollen nicht Eigentum haben. Item Christen mögen ihre ehelichen Weiber verlassen, so sie nicht wollen die Wiedertaufe annehmen.

Diese und dergleichen Artikel findet man gemeiniglich bei allen Wiedertäufern. Nun ist öffentlich, daß diese Artikel unmittelbar eine Zerstörung sind, des äußerlichen Regiments, Obrigkeit, Eidpflicht, Eigentum der Güter, Ehestands etc. Denn so diese Artikel und Lehre durchaus in gemein gehen sollten, welche Zerstörung, Mord und Raub würden daraus folgen?

Darum ist ohne Zweifel die Obrigkeit schuldig, diese Artikel als aufrührisch zu wehren. Und soll die Halsstarrigen, es sind Wiedertäufer oder andere, welche solche Artikel, einen oder mehr halten, mit leiblicher Gewalt und nach Gelegenheit der Umstände, auch mit dem Schwert strafen. Denn diese Artikel sind nicht allein geistliche Sachen, sondern unmittelbar und an sich selbst eine Zerstörung der leiblichen Regimenter.

Und ist nicht zu achten, daß die Wiedertäufer dagegen sagen: Wir wollen niemand nichts tun: Es ist protestatio contraria facto, Regiment zerreißen und sagen: Wir wollen niemand nichts tun. Denn so ihre Lehre sollte Überhand nehmen, so wäre ja Obrigkeit, Eid, Eigentum etc. aufgehoben.

Dieweil nun die heilige Schrift klar lehret, daß gemeldete Artikel der Wiedertäufer unrecht und teuflisch sind, und klar und öffentlich ist, daß sie unmittelbar Zerstörung sind weltlichen Regimenter ist kein Zweifel, die Obrigkeit ist schuldig, solcher falschen und aufrührerischen Lehre zu wehren und nach Kraft ihres Amtes die Strafe zu lindern oder zu schärfen nach ihrem Bedenken.

Daß man nun dagegen spricht, Obrigkeit kann niemand den Glauben geben, darum soll sie niemand um des Glaubens willen zu strafen haben. Darauf sind viele beständige Antworten. Doch wollen wir allein dieses antworten. Obrigkeit straft nicht von wegen der Meinung und Opinion im Herzen, sondern von wegen der äußerlichen unrechten Rede und Lehre, dadurch andere auch verführt werden. Darum wie die Obrigkeit andere aufrührerische Rede und Drohung, dadurch Aufrühre wirklich erregt werden, zu strafen schuldig ist, also ist sie auch schuldig diese aufrührerische Reden und Lehren zu strafen als dadurch die Leute wirklich bewegt werden Zerstörung anzurichten so viel an ihnen ist. Denn sie wollen es soll keine Obrigkeit, kein Eid, kein Eigentum sein. Und ob sie gleich mit Heuchelei etliche dieser Artikel färben und entschuldigen, so ist doch dieses im Grunde ihre Meinung. Denn unser Gemüt ist auch nicht, daß man die Wiedertäufer mit subtilen Fragen gefahren sollte, sondern man soll den rechten klaren Grund in ihrer Lehre suchen und merken und auf denselbigen sprechen.

Dabei soll man sich auch durch des Teufels Heuchelei nicht betrügen lassen. Etliche können sich etwas schmücken, aber im Grunde findet man, daß gemeldeter Irrtum in ihnen steckt und daß ihre scheinende Heiligkeit allein Heuchelei ist und ein teuflisches Gespenst. Denn Paulus lehret klar, daß die vom Teufel sind, so solche irrige Artikel vom leiblichen Regiment halten und sie für neue Heiligkeit vorgeben. Darum laß sich christliche Obrigkeit nicht erschrecken durch die scheinende und heuchlerische Heiligkeit oder Geduld solcher Geister, sondern sehe an die irrigen Artikel, die Zeugnis sind in den Halsstarrigen, daß es eine teuflische Sekte sei. Das sei genug von den aufrührischen Artikeln. Denn es ist nicht schwer zu verstehen, daß es in diesen Artikeln der Obrigkeit gebührt, ihr Amt zu gebrauchen, das Regiment zu erhalten. Die zu Münster haben auch gehalten es muß ein leibliches Königreich vor dem Jüngsten Tage werden, darinnen eitel Heilige sind etc. Iterm haben viel Weiber genommen. Solche Irrtümer sind aufrührisch und sollen mit Ernst gewehret werden.

Zum anderen haben die Wiedertäufer Artikel die geistliche Sachen anbelangen als die Kindertaufe, Erbsünde, Erleuchtung außer und wider Gottes Wort. Etliche als die zu Münster haben auch vorgegeben, Christus habe seinen Leib nicht von Maria Leib genommen. Iterm, daß keine Vergebung sei nach der Todsünde etc.

Von solchen geistlichen Artikeln ist das auch unsere Antwort. Wie die weltliche Obrigkeit schuldig ist öffentliche Gotteslästerung. Blasphämie und Periuria zu wehren und strafen, also ist sie auch schuldig, öffentlicher falscher Lehre, unrechten Gottesdienst und Ketzereien in eigenen Gebieten und an Personen, darüber sie zu gebieten hat, zu wehren und zu strafen. Und dieses gebietet Gott im anderen Gebot, da er spricht: Wer Gottes Namen verunehrt, der soll nicht ungestraft bleiben. Jedermann ist schuldig nach seinem Stand und Amt, Gotteslästerung zu verhüten und zu wehren. Und kraft dieses Gebotes haben Fürsten und Obrigkeiten Macht und Befehl, unrechte Gottesdienste abzutun und dagegen rechte Lehre und rechten Gottesdienst aufzurichten. Also auch lehret sie dieses Gebot, öffentlicher falscher Lehre zu wehren und die Halsstarrigen zu strafen. Dazu dient auch der Text Levit.24: Wer Gott lästert, der soll getötet werden.

Es soll aber die Obrigkeit zuvor sich beständiglich und recht unterrichten lassen, damit sie gewiß sei und niemand Unrecht tue. Denn das ist nicht recht, allein nach Gewohnheit richten wider Gottes Wort und wider der alten und reinen Kirchen Verstand und Lehre. Gewohnheit ist ein großer Tyrann. Darum muß man Ursach aus Gottes Wort und der alten, reinen Kirchen Verstand suchen. Denn man soll keine Lehre annehmen, die nicht Zeugnis hat von der alten reinen Kirche, dieweil leichtlich zu verstehen, daß die alte Kirche hat alle Artikel des Glaubens haben müssen, nämlich alles so zur Seligkeit nötig ist. Derhalben ist der Potestat schuldig, daß er sich gründlich aus Gottes Wort und der Alten Kirchenlehre unterrichten lasse. Nun sind etliche Artikel der Wiedertäufer, da merklich angelegen ist. Denn welche Zerrüttung sollte folgen, so man die Kinder nicht taufen sollte. Was würde endlich anderes daraus denn ein öffentliches heidnisches Wesen? Item die Kindertaufe ist so gegründet, daß die Wiedertäufer dieselbige umzustoßen keinen rechten Grund haben. Item daß sie sagen, Kinder bedürfen der Vergebung der Sünden nicht, Erbsünde sei nichts. Solches sind öffentliche und sehr schädliche Irrtümer. Über das sondern sich die Wiedertäufer von der Kirche, auch an den Orten, da reine christliche Lehre ist und da die Mißbräuche und Abgötterei abgetan sind und richten ein eigenes Ministerium, Kirche und Versammlung ari, welches auch wider Gottes Befehl ist. Denn wo die Lehre recht ist und nicht Abgötterei in den Kirchen geübt wird, sind alle Menschen schuldig vor Gott, daß sie bei dem ordentlichen, öffentlichen Ministerio bleiben und keine Sonderung anrichten. Und wer in solchem Fall Sonderung und neue Ministeria anrichtet, der tut gewißlich wider Gott.

Wie vorzeiten die Donatisten auch eine Wiedertaufe und Sonderung anrichteten und keine Ursache hatten, denn allein diese, es wären Priester und Leute in der anderen Kirche, die wären nicht fromm, sie wollten eine Kirche machen, die ganz rein wäre. Solches haben wir von etlichen Wiedertäufern gehört. Warum sie Sonderung machen auch von den Kirchen, da sie die Lehre und Gottesdienst nicht strafen könnten? Sagten sie, wir führten ein böses Leben, seien geizig etc. Sie wollten aber eine reine Kirche machen.

Auf diesen Fall ist das Gesetz in Codice gemacht durch Honorium und Theodosium, darin steht, daß man die Wiedertäufer töten soll. Denn Trennung und neue Ministeria anrichten allein von wegen der Anderen bösen Sitten ist gewißlich wider Gott. Und dieweil es sehr ärgerlich und zu ewigem Unfrieden Ursache gibt, soll die weltliche Obrigkeit solches mit Ernst wehren und strafen.

Etliche disputieren, weltliche Obrigkeit soll ganz nicht mit geistlichen Sachen zu tun haben. Das ist viel zu weitläufig geredet. Das ist wahr, beide Ämter, das Predigtamt und weltliches Regiment sind unterschieden. Gleichwohl sollen sie beide zu Gottes Lobe dienen. Fürsten sollen nicht allein den Untertanen ihre Güter und leiblich Leben schützen, sondern das vornehmste Amt ist, Gottes Ehre fördern, Gotteslästerung und Abgötterei wehren. Darum auch die Könige im alten Testament und nicht allein die jüdischen Könige, sondern auch die heidnischen bekehrten Könige, die so falschen Propheten und Abgötterei anrichten, töten ließen. Solche Exempel gehören in der Fürsten Amt, wie auch Paulus lehret, das Gesetz ist gut Gotteslästerer zu strafen etc. Die weltliche Obrigkeit soll nicht allein dem Menschen dienen zu leiblicher Wohlfahrt, sondern zuvorderst zu Gottes Ehre. Denn sie ist Gottes Dienerin, den soll sie erkennen und mit ihrem Amt preisen, Psal.2: Et nunc Reges intelligite. Daß aber dagegen angezogen werden diese Worte vom Unkraut, laßt beides wachsen. Das ist nicht zu weltlicher Obrigkeit geredet, sondern zum Predigtamt, daß sie unterm Schein ihres Amts keine leibliche Gewalt üben sollen. Aus diesem allem ist nun klar, daß weltliche Obrigkeit schuldig ist. Gotteslästerung, falsche Lehre. Ketzereien zu wehren und die Anhänger am Leib zu strafen. Wo nun die Wiedertäufer Artikel haben wieder das weltliche Regiment, so ist desto leichter zu richten. Denn es ist nicht Zweifei, im selbigen Fall sollen die Halsstarrigen als aufrührisch gestraft werden. Wo aber jemand allein Artikel hätte von geistlichen Sachen als von Kindertaufe, Erbsünde und unnötiger Sonderung, dieweil diese Artikel auch wichtig sind, denn es ist nicht wenig daran gelegen die Kinder aus der Christenheit zu werfen und in einen ungewissen Stand zu setzen, ja zur Verdammnis zu bringen, item zwei Völker unter uns selbst anzurichten, Getaufte und Ungetaufte. Dieweil man doch sieht und greift, daß grobe, falsche Artikel in der Wiedertäufer Sekte sind, schließen wir, daß in diesem Fall die Halsstarrigen auch mögen getötet werden. Darüber wo beiderlei Irrtümer, von weltlichen und geistlichen Sachen in Wiedertäufern gefunden werden und sie nicht davon abstehen, ist der Richter desto sicherer und soll mit Ernst strafen. Es soll aber allezeit das Maß gehalten werden, daß man erstlich die Leute unterrichten lasse und vermahne von Irrtum abzustehen. Item der Richter soll auch Unterschied halten. Etliche sind gar aus Einfalt verführt und sind nicht trotzig. Mit denen soll man nicht eilen, auch mag man sie linder strafen, als mit Verweisung oder im Gefängnis behalten, daß sie nicht Schaden tun. Etliche sind Anfänger und trotzig, da soll der Richter auch einen Ernst erzeigen. Und haben sie Irrtum vom weltlichen Regiment, so darf man sich zu solchen nicht anders versehen, denn daß sie auch mit einem Münsterischen Regiment schwanger gehen. Darum strafe er sie als Aufrührer. Item, so wir Gottes Ehre hoch achten, sollen wir auch mit Ernst wehren, daß nicht Gotteslästerung und schädlicher Irrtum ausgebreitet werden. Und zum Unterricht und zur Bestätigung des Gewissens in uns ist dieses wohl zu merken. Wir sollen allezeit etliche klare Artikel merken, darinnen die Sekten gröblich und merklich irren. Dabei sollen wir wissen, dass die Halsstarrigen vom Teufel verblendet sind und das gewiß ist, daß sie keinen guten Geist haben, ob sie gleich einen großen Schein haben. Denn man weiß wohl, daß die falschen Propheten Schafskleider, das ist etlichen guten Schein, haben. Aber an den Früchten soll man sie kennenlernen. Nun ist die gewisseste Probe an diesen Früchten, nämlich, so man halsstarriglich falsche Artikel wider klares und öffentliches Gotteswort verteidigt. Damit kann der Richter sein Gewissen unterweisen und sich stärken. Denn also weiß er. daß die Sekte aus dem Teufel ist, darum weiß er. daß man der Sekte wehren muß, obgleich etwa elende Personen darunter hingehen, derer sich zu erbarmen ist, noch weiß er, daß man dem Samen wehren muß. Und in summa, verständige Examinatores wissen sich hierin wohl zu halten. Dazu verstehen sie auch wohl, daß unter dieser Wiedertaufe viele greuliche Irrtümer stecken. Denn es ist im Grunde eine Manichäersekte und neue Möncherei. Denn äußerliche Ungebärde und Barbarei, nichts Eigenes haben, nicht Regiment haben, solche Dinge sind ihre Heiligkeit. Dabei ist zu verstehen, daß sie weit von Christo sind und den rechten Verstand von Christo nicht haben. Wie auch ein verständiger Prediger andere Stände von ihrem Beruf unterrichtet, als wie er eine Hansmutter lehret, daß Kinder gebären Gott wohl gefällt etc., also soll er auch die weltliche Obrigkeit unterrichten wie sie zu Gottes Ehre dienen und öffentliche Gotteslästerung wehren soll. Anno 1536.

Da Melanchton selbst schreibt, dass er die Bedenken etlicher in Wittemberg nur zusammengestellt hat, ist angesichts der vorigen Aufsätze bzw. Briefe Prof.Dr. Luthers davon auszugehen, dass auch er sich völlig mit dieser Abhandlung Melanchtons einsmachte, zumal wohl niemand eine offizielle Lehrmeinung von der Wittemberger Universität ausgehen lassen konnte, ohne dass Prof. Dr. Luther dies bewilligte, zumal Prof. Dr. Luther und Dr. Melanchton sowieso Freunde waren. Schließlich wurde dieser Aufsatz schon damals von den eigenen Anhängern Prof. Dr. Luthers unter die Lutherschriften eingereiht und mit denselben gedruckt.

Im Jahre 1536 war man also in Wittemberg so weit, dass die Professoren und Dozenten an der Universität lehrten, dass jemand als Aufruhrer hingerichtet werden sollte, der z.B. lehrte:

Matthäus 5, 3.4; Jakobus 5, 12
Schwöret überhaupt nicht … Vor allem, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch mit irgend einem anderen Eide,

 was in Wittemberg „Irrtum vom weltlichen Regiment“ genannt wurde.

Wer also diese Lehren der HEILIGEN SCHRIFT öffentlich oder privat verkündigte, der wurde von Philip Melanchton, Prof. Dr. Luther und den anderen Wittembergera als Aufrührer gebranntmarkt und mittels der Obrigkeit aus dem Lande gejagt, dem Henker überliefert oder auf den Scheiterhaufen gebracht Warum aber dieses? Weil die damalige Herrschaft der Fürsten auf den Treueeid der Untertanen aufgebaut war. Demnach setzten die Lutheraner den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit identisch mit dem Gehorsam gegenüber GOTT, was letztendlich immer dazu führt, dass die Anordnungen der Obrigkeit als absoluter Wille GOTTES betrachtet werden, wodurch dann schließlich der Gehorsam gegenüber Menschen höher bewertet wird als der Gehorsam gegenüber dem HERRN JESUS CHRISTUS. Das ist von jeher eines der Hauptübel in der deutschen Geschichte, welches sich bis heute erhalten hat.  Vergleiche dagegen die Lehre der Apostel in Apostelgeschichte 5,29! Das gleiche Schicksal (Todesurteil) war von den Lutherischen für diejenigen vorgesehen, die z.B. lehrten:

2. Korinther 6, 14-18
Seid nicht in einem ungleichen Joche mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis und welche Übereinstimmung CHRISTUS mit Belial? oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? und welchen Zusammenhang der Tempel GOTTES mit Götzenbildern? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen GOTTES, wie GOTT gesagt hat: „ICH will unter ihnen wohnen und wandeln, und ICH werde ihr GOTT sein, und sie werden MEIN Volk sein“. Darum geht aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab. spricht der HERR und rühret Unreines nicht an, und ICH werde euch aufnehmen; und ICH werde euch zum VATER sein, und ihr werdet MIR zu Söhnen und Töchtern sein, spricht HERR, der ALLMÄCHTIGE

Wer also zum Beispiel einen oder mehrere dieser Punkte (Gesetzlosigkeit Finsternis, Belial, Gemeinschaft mit Ungläubigen als Gläubige, Götzenbilder) bei den Lutherischen gesehen und festgestellt hatte, dass die Lutherischen daran nichts ändern wollten, dem war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, die im Wort GOTTES befohlenen Konsequenzen zu ziehen, wie geschrieben steht: Darum gehet aus ihrer Mute aus und sondert euch ab.

Ein Zeitgenosse Prof.Dr. Luthers berichtet über den Anfang und weiteren Verlauf der lutherischen Lehre und schließlich über die Notwendigkeit der gebotenen Absonderung von den Lutherischen wie folgt:

Die Lutherischen lehren und glauben, dass uns der Glaube allein selig mache, auch ohne irgend welches Zuthun der Werke. Diese Lehren halten sie mit solcher Strenge aufrecht, als ob Werke ganz und gar unnöthig wären; ja,- als ob der Glaube von solcher Art und Natur sei, daß er keine Werke neben sich zulassen oder leiden könne. Und darum muß auch Jacobi hochwichtiger, ernster Brief (weil er eine solche leichtfertige, eitle Lehre und solchen Glauben strafet) als strohern von ihnen angesehen und erachtet werden. 0 stolze Thorheit! Ist die Lehre Stroh, so muß auch der auserwählte Apostel, der getreue Diener und Zeuge Christi, der sie geschrieben und anempfohlen hat, ein stroherner Mann gewesen sein, … Denn die Lehre bezeugt wer der Mann war.

Ein Jeder sehe wohl zu, wie und was er lehret; denn grade mit dieser Lehre haben sie das unbedachte, dumme Volk groß und klein, Bürger und gemeinen Mann, in ein solches fruchtloses, wildes Leben geführt und so weit den Zaum gelassen, daß man unter den Türken und Tartaren (vermuthe ich) kaum ein so gottloses, greuliches Leben, wie das ihre ist, finden könnte. Die offenbare That gibt Zeugniß; denn das überflüssige Essen und Trinken, die übermäßige Pracht und Hoffart, das Huren, Lügen, Betrügen, Fluchen, Schwören bei des Herrn Wunden, Sacramenten und Leiden, das Blutvergießen und Fechten etc., welches leider bei vielen von ihnen gefunden wird, hat weder Maß noch Ende. Lehrer und Jünger handeln in vielen fleischlichen Dingen einer wie der andere, wie man sehen kann. Denn was ich wohl weiß, das schreibe ich, und was ich selber gehört und gesehen habe, bezeuge ich, und ich weiß daß ich die Wahrheit zeuge.

Wer nur mit ihnen sagen kann: Ei, wie sind die verzweifelten Pfaffen und Mönche solche ehrlose Schelme und Buben! und fluchen ihnen die Pocken in’s Herz. Der heillose Pabst mit seinem beschornen Haufen, sagen sie, haben uns lange genug mit ihrem Fegfeuer, ihren Beichten und ihrem Fasten betrogen. Wir essen nun wie wir Hunger haben, es sei Fisch oder Fleisch, wie es uns beliebt; denn jede Creatur Gottes ist gut, sagt Paulus, und nicht verwerflich. Aber- was hernach folgt, wollen sie nicht verstehen noch wissen, nämlich, den Gläubigen (gleich zu leben), welche die Wahrheit erkennen und mit Danksagung genießen. Weiter sagen sie: Wie schändlich haben sie uns arme Leute betrogen, daß sie uns des Herrn Blut geraubt haben, und haben uns auf ihre Kramerei gewiesen und auf ihre zauberischen Werke. Aber, Gott sei Lob, nun sind wir inne geworden, daß alle unsere Werke nichts gelten; denn Christi Blut und Tod muß allein unsere Sünden austilgen und bezahlen. Heben an Psalmen zu singen: „Der Strick ist entzwei und wir sind frei, etc.“ Unterdessen läuft ihnen das Bier und der Wein aus ihrer trunkenen Nase und Mund. Ein jeder der nun diesen Reim mit ihnen lesen kann, er lebe auch so fleischlich als er immer nur wolle, ist ein guter Evangelischer Mann, und ein wohlgeschickter Bruder. Und so denn Jemand kommt, der sie aus aufrichtiger, treuer Liebe darüber ermahnen oder strafen will, ihnen Christum Jesum mit seiner Lehre, seinen Sacramenten und unsträflichem Vorbild recht vorhalten will, und daß es keinem Christen gezieme zu prassen und zu saufen, zu schwören und zu fluchen etc., der muß zur Stunde hören, er sei ein Werkheiliger, ein Himmel Stürmer oder ein Rottengeist, ein Schwärmer oder Heuchler, ein SacramentSchänder oder Wiedertäufer. 

Siehe, also läßt Gott, der gerechte Herr, diejenigen irren und es in ihren Herzen dunkel werden, die in ihrer fleischlichen Wollust und ihrem Muthwillen sich auf den kostbaren Tod und das allerheiligste Fleisch und Blut unseres Herrn Jesu Christi, des Sohnes Gottes, und auf sein seligmachendes, verehrtes Wort verlassen und stützen, ja es zu einer Ursache ihres unreinen, sündlichen Fleisches machen. Ich lasse mich dünken, daß dies auch wohl mit Recht eine freie, lose und weite Secte heißen mag. (Menno Simon: Vollständige Werke, S.158 f)

Die Lutherischen nannten das Befolgen der Absonderungslehre der Apostel

unnötig Sonderung anrichten,

sobald sie auf die Lutherischen angewendet wurde. Wer sich also aus den in 2. Korinther 6 genannten Gründen von den Lutheranern absondern wollte, das heißt wer die mangelnde Heiligkeit der Lutherischen kritisierte (vgl. Hebr. 12,14; 1. Thess. 4,3-5; 5,23), war reif für das lutherisch angeordnete, obrigkeitliche Gericht, Demnach durfte sich unter Androhung der Todesstrafe niemand außerhalb der lutherischen Kirche als Gläubiger versammeln, um mit anderen zu beten oder in der Bibel zu lesen. Er mußte weiter in die lutherische Kirche gehen oder alleine zu Hause bleiben. Damit werde gemäß Luther selbstverständlich niemand zum Glauben gezwungen, da er ja für sich „glauben“ könne, was er wolle.

Menno Simon, der schließlich als einer von vielen gemäß lutherischer Lehre verfolgt wurde, berichtet weiter:

Merket, liebe Brüder, wie fern doch die ganze Welt von Gott und Gottes Wort ist, wie schnell ihre Füße sind, unschuldig Blut zu vergießen, wie bitter sie das Licht hassen, und wie feindselig sie die ewig seligmachende Wahrheit, das reine, unbefleckte Evangelium unseres Herrn Jesu Christi, das fromme, gottselige Leben aller Heiligen verfolgen, schmähen und ausrotten. Solches tun nicht nur die Papisten und Türken, sondern auch diejenigen, die sich des heiligen Wortes rühmen; die, welche anfänglich viel von dem Glauben predigten und lehrten, nämlich daß derselbe eine Gabe Gottes sei und nicht mit dem eisernen Schwert aufgedrungen werden, sondern allein durch das Wort, in die Herzen der Menschen kommen müsse, denn er (der Glaube) , sei eine freiwillige Hingabe des Herzens. Aber die Gelehrten haben in den letzteren Jahren diese Lehre wieder unterdrückt, und, wie mir scheint, dieselbe gänzlich aus ihren Büchern gewischt, denn seit der Zeit, daß sie Herren, Fürsten, Städte und Länder zu ihrer freien, fleischlichen lehre gezogen haben, ist gerade das Gegentheil von ihnen demonstriert worden, wie aus ihren Schriften ersichtlich ist. Sie überliefern mittelst ihrer aufrührerischen Predigten und Schriften viele fromme Herzen in die Hand des Henkers, welche ihnen mit dem klaren, lautern Wort Gottes widersprechen, strafen und ermahnen, und ihnen den rechten Grund des Evangeliums anweisen, welcher besteht in einem kräftigen, durch die Liebe wirkenden Glauben, einem bußfertigen, neuen Leben, einem Gehorsam gegen Gott und Christum, und der rechten, evangelischen Ordnung in Bezug auf Taufe, Nachtmahl und Absonderung, wie sie Christus Jesus selbst eingesetzt und befohlen hat, und wie sie von seinen Aposteln gelehrt und geübt wurden. Ja, alle die solches aus reiner Liebe thun, werden als verfluchte Wiedertäufer, Aufrührer, Verführer und Ketzer angeschuldigt, dessen mögen alle Gottesfürchtigen gewärtig sein; trotzdem aber wollen sie allesamt, Herrn und Fürsten, Prediger und Schreiber, wie auch das gemeine Volk, mögen sie nun Papisten, Lutheraner oder Zwinglische sein, für die christliche Gemeinde, die heilige Kirche angesehen werden, ohne auf ihr gottloses, unlauteres, unbußfertiges Leben, das gänzlich irdisch, fleischlich und wider Gottes Wort ist, zu merken, ohne zu sehen, daß etliche von der Ihrigen Hände mit Blut der Christen triefen und daß ihre Werke offenbar schnurstraks wider des Herrn Geist, Wort und Leben laufen. 0, daß doch diese armen, blinden und verstockten Herzen solches recht erkennen und die Natur und den Geist eine’s wahren Christen wohl untersuchen möchten. Sie würden vor Gott beschämt dastehen, und von ganzer Seele klagen, daß sie seinen herrlichen Namen, sein gesegnetes Wort, seine göttliche Gnade und sein rothes, theures Blut so gräulich gemißbraucht, sich derselben so fälschlich gerühmt und daraus einen Deckmantel für ihre Gottlosigkeit und Bosheit gemacht haben.

Sind unsere Verfolger nun Christen, wie sie meinen, warum sind sie dann nicht von Gott, und Gottes Wort geboren? Warum sind sie denn noch die alte, verfluchte Creatur, und Leben nach den Lüsten ihres Fleisches? Warum lassen sie sich denn von des Teufels Geist treiben? Warum haben sie denn noch alle ihre Gedanken auf die vergänglichen und zeitlichen Dinge gerichtet, um welche sie Tag und Nacht bekümmert sind? Warum fließet denn ihr Mund noch über von Unkeuschheit, Eitelkeit, Lügen, Fluchen und Schwören? Warum fürchten sie denn Gott und sein Wort nicht? Warum sind sie denn der verführerischen, alten Schlange in der Natur noch gleich und ihrem Willen gehorsam? Und warum sind sie denn noch gleich den schrecklichen, reißenden Wölfen, den Raubthieren und Raubvögeln, anstatt wehrlose, unschuldige Schafe und Tauben zu sein, wie die Schrift lehrt. Ach, liebe Brüder, laßt sie rühmen wie sie wollen, Christus Jesus kennet solche gottlose und blutdürstige Christen nicht. Er kennet allein die, welche seinen Geist haben, ihm von ganzem Herzen glauben und gehorsam sind, die demütig, niedrig, gottesfürchtig, heilig und rein von Herzen sind, die Christum Jesum bekennen mit Mund und Leben vor diesem bösen und argen Geschlecht, die sich selber verleugnen, das Kreuz Christi auf sich nehmen und ihm nachfolgen, indem sie mit dem heiligen Paulo sagen: Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Sie kennen keinen Ruhm, ausgenommen den des Kreuzes unseres Herrn Jesu Christi, durch welches sie der Welt gestorben sind, und die Welt ihnen. Alle die, welche so gestimmt sind, sind die Gesalbten Gottes, sind Heilige und Christen; dieses sind aber nicht die unbußfertigen, fleischlichen und blutdürstigen Großsprecher. Möge ein Jeder eingedenk sein, daß dies die Wahrheit ist, oder die ganze Schrift ist unwahr. (Vollständige Werke, S. 278f.).

Indem die Lutherischen bis heute glauben, dass Gott ihre Werke in keinster Weise bewerten würde, waren sie sogar bis in den Tod bereit, den Willen eines Adolf Hitler zu erfüllen. Diese, wie man sieht, unheilvolle lutherische Trennung von „Glaube“ und „Werke“ hat sich übrigens bis heute im deutschen Denken allgemein durchgesetzt. Gemäß deutschem Grundgesetz dürfe zwar auch heute jeder „glauben“ was er wolle, aber keineswegs nach seinem Glauben handeln, obgleich „ungestörte Religionsausübung“ gewährleistet sein soll [das Handeln gemäß dem Glauben wird selbstverständlich nicht zur „Religionsausübung“ gerechnet.] Glaubt z.B. jemand, dass Abtreibung Mord sei, so ist dieser Glaube durchaus erlaubt. Will aber jemand aus diesem Glauben die Konsequenz ziehen und z.B. sein Kind keiner Frau, die abgetrieben hat. zur Erziehung anvertrauen, dann wird er mit Gewalt dazu gezwungen, dies dennoch zu tun, wenn es sich z.B. um eine staatliche Lehrkraft handelt. Gleichzeitig aber wird behauptet, niemand werde zu irgendeinem Glauben gezwungen, da ja jeder für sich glauben könne, was er wolle. Es wird also heute niemand direkt dazu gezwungen, die lutherische Lehre anzunehmen, gleichwohl aber wird man mit Gewalt dazu gezwungen, gegen seinen eigenen Glauben zu handeln bzw. denselben aufzugeben – wie zur Zeit Luthers.) Wer zur Zeit Luthers die Säuglingsbesprengung ablehnte, war sowieso schon reif für das Schwert der Obrigkeit. Auch an dieser grundsätzlichen Ablehnung der „Wiedertäufer“ seitens der Lutherischen hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Wer diese Lehre hat, wird heute noch als „gewalttätig“ oder als „gemeingefährlicher Sektierer“ bezeichnet, wenn es darum geht, dieselben vor der Obrigkeit zu verklagen. Freilich schickt man die „Wiedertäufer“ zur Zeit nicht zum Henker, dafür aber umso lieber in die Psychiatrie. Kann aber pure Machtausübung und Sektiererei noch deutlicher zu Tage treten als bei Prof. Dr. Luther und den Seinigen? Und was hat diese original lutherische Glaubenspraxis überhaupt noch mit der Gesinnung des HERRN JESUS CHRISTUS bzw. mit einem biblischen Glaubensleben gemeinsam? Lehrt das NT das Verfolgen oder das Verfolgtwerden um des Glaubens willen? – Vergleiche Matth. 5,11; Luk. 6,22-23; 2.Tim. 3,12; Offb. 2,10!

Betrachtet man diese Lehren der Lutherischen nur vom heutigen Standpunkt – geschweige denn vom biblischen Standpunkt aus – so ist schon für einen Ungläubigen zu erkennen, dass Prof. Dr. Luther und die Seinen durch den damaligen Zeitgeist geleitet waren, welcher allerdings der Geist der Welt (1. Kor. 2,12) ist. Wer sich zur Zeit Luthers vom Geist GOTTES leiten ließ, hat dies damals bereits erkannt. Während Prof. Dr. Luther die Bibel dazu benutzt hat, die damalige Gesellschaftsordnung zu verteidigen, was ja um nichts weniger bedeutet als eine menschliche Ordnung gegen den eigentlichen Willen GOTTES zu behaupten, schreibt der Apostel Paulus:

1. Korinther 2, 6
Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs, noch der Fürsten dieses Zeitlaufs, die zunichte werden …

Wer also wie Prof.Dr. Luther mit seiner Predigt auf der Seite der Fürsten dieses Zeitlaufs steht, der hat die Weisheit GOTTES nicht erkannt und steht auf der falschen Seite. Wer also ein „Mann GOTTES“ sein will, der darf sich nicht vom jeweiligen Zeitgeist leiten lassen, sondern ausschließlich vom GEIST GOTTES:

Römer 8, 14
Denn so viele durch den GEIST GOTTES geleitet werden, diese sind Söhne GOTTES


Konsequenzen, die der Leser ziehen sollte

Nun wird mancher trotz vorliegender Lutherschriften und des Zeugnisses von Menno Simon sicherlich sagen, dass Luther doch auch sehr schöne Wortbetrachtungen geschrieben habe, wie soll man das verstehen? Der HERR JESUS sagt:

Offenbarung 3, 2
ICH habe deine Werke nicht völlig erfunden vor MEINEM GOTT

Und hat nicht der Apostel Paulus gesagt, dass man anderen durchaus predigen und dann selbst verwerflich werden kann (1 .Kor. 9,27)? Und von welchen Lehrern spricht denn der HERR JESUS, deren Werke von ihren schönsten Predigten differieren, wenn ER sagt:

Matthäus 23, 3
Alles nun, was irgend sie euch sagen, tut und haltet; aber tut nicht nach ihren Werken

Der HERR JESUS spricht hier von Pharisäern insofern diese auf dem „Stuhl Moses“ saßen. Gleicherweise hat sich auch Luther auf den „Stuhl Christi“ („Predigtstuhl“) gesetzt. Die Pharisäer aber waren es schließlich, welche die Kreuzigung des HERRN JESUS hauptsächlich betrieben und durchgesetzt haben. Und ebenso wie die Pharisäer damals CHRISTUSmörder waren, so war Prof. Dr. Luther ein Christenmörder, eben ein echter Pharisäer durch und durch. Kann man aber Massenmord durch eine Bibelübersetzung oder durch schöne Wortbetrachtungen aufwiegen? Denn es steht ja geschrieben: Hieran sind offenbar die Kinder GOTTES und die Kinder des Teufels. Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus GOTT, und wer nicht seinen Bruder liebt. Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang gehört habt, daß wir einander lieben sollen; nicht wie Kain aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete; und weshalb ermordete er ihn? weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht (1. Joh. 3,10-12) und: Wenn jemand sagt; Ich liebe GOTT, und haßt seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann der GOTT lieben, den er nicht gesehen hat? (1. Joh. 4,20).

Wer also die Ermordung der Brüder per Überlieferung an die Kurfürsten des Römischen Reiches anordnet und durchsetzt (auch der HERR JESUS und der Apostel Paulus wurden wegen Aufruhrs an die Römer überliefert), der liebt die Brüder nicht. Dies beweist, dass derjenige, der solches tut, nicht aus GOTT geboren ist. Denn es steht geschrieben:

1. Johannes 5, 1
Jeder, der den liebt, welcher geboren hat, liebt auch den, der aus IHM geboren ist

Könnte man aber auch nur einen einzigen Mord durch eine Bibelübersetzung oder durch schöne Wortbetrachtungen aufwiegen dann wäre die Rechtfertigung wirklich aus Werken, und zwar ohne jeglichen Glauben. Was das ewige Schicksal aller Lügner anbetrifft, so gibt uns hier Offenbarung 21 Vers 8 eine eindeutige Auskunft (vgl. auch 22,15). Ob also z.B. die „Wiedertäufer“ generell „falsche Propheten“ bzw. „Teufelsboten“ sind oder ob Prof. Dr. Luther ein falscher Prophet und ein offenbares Kind des Teufels ist, das vermag der Leser ohne weiteres selbst zu beurteilen, wenn er bereit ist. in den Früchten, von welchen der HERR JESUS spricht, die Werke zu sehen bzw. wenn er einsieht, dass Brudermord eine schlechte Frucht, ein böses Werk und Bruderhass ist.

Oder urteile doch selbst, ob die von Prof. Dr. Luther und den Seinen angeordneten Tötungen von Menschen gute oder schlechte Früchte sind! Wenn Du sagst: gute, dann sollte sie auch heute noch jeder bringen. Und sagst aber: schlechte, warum glaubst Du dann dem HERRN JESUS CHRISTUS nicht, der doch gesagt hat:

Matthäus 7, 18
Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte bringen 

Wer also anerkennt, dass die Hinrichtung von gläubigen Christen um ihres Glaubens willen eine schlechte Frucht ist, der erkennt, dass Prof. Dr. Luther zwingend ein fauler Baum ist, sprich ein falscher Prophet. Alles, was dennoch gut scheinen mag, ist dann nur ein Schafskleid des Wolfes. Die lutherische Kirche ist demnach in Wahrheit eine verderbliche Sekte.

Falls der Leser anhand der vorliegenden Schriften Prof. Dr. Luthers immer noch nicht glaubt, dass Prof. Dr. Luther weder ein „Mann GOTTES“ war, noch in der Gesinnung des HERRN JESUS CHRISTUS gelebt hat, sei er noch auf mein erweitertes Büchlein („Martin Luther – Hütet euch vor dem falschen Propheten“) über die Schriften Luthers hingewiesen, das unter der eingangs vermerkten Adresse bestellt werden kann. Dort wird auch die sakramentale Abendmahls- und Tauflehre Prof. Dr. Luthers eingehend behandelt. Hier noch einige wenige Zitate Prof. Dr. Luthers aus dort zitierten Schriften. Prof. Dr. Luther über Huren:

Wenn ich Richter wäre, so wollte ich eine solche französische, giftige Hure rädern und ädern lassen.

Über Ehebrecher:

Tot, tot mit ihm, um böseres Exempels willen zu meiden. Warum tötet man die Ehebrecher nicht?

Über Wucherer und Inflationspolitiker:

So man die Straßenräuber, Mörder oder Benheder rädert und köpft, wieviel sollte man alle Wucherer rädern und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und köpfen, sonderlich die so mutwillige Teuerung stiften wie jetzt Adel und Bauer tun aufs aller mutwilligste.

Über die Bauern, die er zu Revolutionären und Terroristen erklärte:

Über einen öffentlichen Aufrührigen ist ein jeglicher Mensch beides, Oberrichter und Scharfrichter. … Drum soll hie zuschmeißen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann, denn ein aufrührischer Mensch.“ „Ein Fürst und Herr muß hie denken, wie er Gottes Amtmann und seines Zorns Diener ist, Rom. 13,4, dem das Schwert über solche Buben befohlen ist, und sich ebenso hoch vor Gott versündigt, wo er nicht straft und wehret und sein Amt nicht vollführt, als wenn einer mordet, dem das Schwert nicht befohlen ist. Denn wo er kann, und straft nicht, es sei durch Mord oder Blutvergießen, so ist er schuldig an allem Mord und Übel, das solche Buben begehen,…

Solch wunderliche Zeiten sind jetzt daß ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser denn andere mit Beten.… Drum, liebe Herren, löset hie, rettet hie, helft hie, erbarmet euch der armen Leute, steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du drüber tot, wohl dir, seliglichern Tod kannst du nimmermehr überkommen. Denn du stirbst im Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls, Rom.13,4, und im Dienst der Liebe, deinen Nächsten zu erretten aus der Hölle und Teufelsbanden.

Über die Juden:

Unseren Oberherren, so Juden unter sich haben, wünsche ich und bitte, daß sie eine scharfe Barmherzigkeit wollten gegen diese elenden Leute üben, wie droben gesagt, obs doch etwas (wiewohl es mißlich ist) helfen wollte. Wie die treuen Ärzte tun, wenn das heilige Feuer in die Beine gekommen ist, fahren sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Also tue man hier auch, verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit wie Mose tat in der Wüste und schlug dreitausend tot, daß nicht der ganze Haufen verderben mußte.

Über die Katholiken:

Nun ist alle Abgötterei gegen die Messe ein Geringes…. Darum soll S.F.G. mit allem Fleiß befehlen, die Messe abzutun in Klöstern; denn sonst des Zorns im Himmel allzu viel ist, ob man doch mit diesem Dienst des Abtuns solches unaussprechlichen Greuels der Messen möchte den Zorn lindern.

Über den Papst:

Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel umbringen, warum wollte ichs nicht tun, auch mit Gefahr meines Lebens.

Verstehe mich richtig, geehrter Leser, nicht dass ich Ehebruch oder Aufruhr oder Hurerei oder irgendeine andere Sünde in Schutz nehme – im Gegenteil. Hier allerdings gilt das Gebot des HERRN: Richtet nicht! und: Die aber draußen sind richtet GOTT (1. Kor. 5,13), womit gesagt ist, dass es weder die Aufgabe eines Christen ist, Sünder hinzurichten noch deren Hinrichtung zu fordern (vgl. Matth. 5,43-48; Luk. 23,34). Was ich mit diesen Zitaten sagen will, ist, dass das Problem bei Prof. Dr. Luther nicht in einem „Irrtum“ bzgl. der „Wiedertäufer“, Juden oder Bauern liegt, sondern in seiner Gesinnung als solcher, welche eben nicht die Gesinnung des HERRN JESUS CHRISTUS und in keinster Weise neutestamentlich ist.

Prof. Dr. Luther hat den Weg der Gerechtigkeit, den Weg des Friedens nie erkannt, ist ihn wenigstens nicht gegangen, sondern war völlig von der Sünde beherrscht wie in Römer 3 geschrieben steht:

Römer 3
Ihre Füße sind schnell, Blut zu vergießen.

Daran ändert sich nichts, wenn man dieses Blutvergießen als „Dienst der Liebe“ zur Errettung des Nächsten bezeichnet.Luther hat sich nicht nur geirrt, sondern er hat sich dem Irrtum Bileams überliefert (Jud. 11), welcher den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, nämlich die Ehre als Prophet von den Fürsten dieser Welt (4.Mose 22, 17.21), welchem auch heute falsche Lehrer folgen (2. Petrus 2, 15).

Was wird aber nun der lutherische Leser dieser Schrift tun? Täuschen wir uns nicht: Wer Luther irgendwie verehrt, wird auch heutzutage, wenn es darauf ankommt, der Verfolgung der Brüder des HERRN JESUS CHRISTUS zustimmen oder sogar dieselbe fordern. Denn ein Schüler ist nicht über seinem Lehrer.

Deshalb, sehr geehrter Leser, wenn Du Lutheraner bzw. lutherisch gesonnen bist, dann stehst Du mit Deinem Glauben auf der falschen Seite, nämlich auf der Seite der Judenverfolger und Christenmörder. Als Saulus Christ wurde, hat er mit der Christenverfolgung aufgehört; denn er hatte sich bekehrt. Als Luther aber „Christ“ wurde, hat er mit der Christenverfolgung erst angefangen; demnach hat er sich nie bekehrt wie Saulus. Wer also den Ausgang des Wandels Prof. Dr. Luthers recht anschaut, ahmt seinen Glauben nicht nach (Hebr. 13,7).

Deshalb sage ich Dir im Namen des HERRN JESUS CHRISTUS: Kehre um von Deinem lutherischen Glauben und halte Dich allein an die HEILIGE SCHRIFT, nicht mehr an Luther. Sola scriptura dei – nicht: sola scriptura Lutheri!

Denn GOTT

Römer 2, 6; Johannes 5,28-29; Römer 2,13 (vgl. Römer 13, 10); Jakobus 2, 13.24
wird einem jeden vergelten nach seinen Werkendenn nicht die Hörer des Gesetzes sind gerecht vor GOTT, sondern die Täter des Gesetzes werden gerechtfertigt werdendenn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, SEINE Stimme hören, und hervorkommen werden: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts … Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat … Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein

 

Anhang

Literaturliste

Tomos 5:

„Der fünfte Teil aller Bücher und Schriften des teueren seligen Mannes Doct. Mart. Lutheri vom 30.Jahr an bis aufs 33., Gedruckt zu Jena durch Christian Rödingers Erben 1557“ Signatur der Stadtbibliothek Nürnberg: Theol.709/2°

Tomos 8:

„Der achte Teil und letzte aller Bücher und Schriften des teuren seligen Mans Gottes, Doctoris Martini Lutheri vom 42. Jahr an. Gedruckt zu Jena durch Donatum Richtzenhain und Thomam Rebart Anno 1562“ Signatur der Stadtbibliothek Nürnberg: Theol. 1163/2°

Menno Simon:

Vollständige Werke, 2. Pfad-Weg Ausgabe 1971, Reprinted at Washington 1982

Offenbarung 6, 9-11
Und als ES das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, welche geschlachtet worden waren um des Wortes GOTTES und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, der DU heilig und wahrhaftig bist, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet sein würden, die ebenso wie sie getötet werden würden.

Quelle: Böhm, Hans-Jürgen: Prof. Dr. Martin Luther – ein Massenmörder und Christenverfolger?, Neukirchen o. Jg.
Bildnachweis: Lucas Cranach d.Ä. – Martin Luther, 1528 (Veste Coburg) Gemeinfrei

Unsere Bewertung
Deine Bewertung
[Total: 5 Average: 4.8]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.