Harte Worte

Immer wieder werde ich von Frömmlern angegangen, dass ich nicht dauernd mit der Hölle drohen solle, weil das Evangelium ja keine Drohbotschaft, sondern eine Frohbotschaft usw. usw. Ich kenne dies Gerede schon aus dem Effeff. In Wirklichkeit ist das Evangelium sehr wohl zum großen Teil eine Drohbotschaft, die das Sündigen mit Höllenstrafe (Matthäus 10,28) und das Nicht-glauben mit ewiger Verdammnis bedroht (Markus 16,16). Das weiß jeder, der die Bibel kennt. Der HERR JESUS sprach mehr über die Hölle als vom Himmel. Das kann nicht wegdiskutiert werden.

Ob einer das Evangelium als Droh- oder Frohbotschaft empfindet, hängt ganz von seinem geistlichen Stand ab. Wenn z. B. ein Bankräuber in der Bank einen Angestellten mit der Pistole bedroht, und es erschallt plötzlich der Ruf: „Die Polizei kommt!“, ist das für den Bankräuber eine Drohbotschaft, für den Angestellten aber eine Frohbotschaft. Der gleiche Ruf wird von beiden völlig gegensätzlich aufgenommen.

Wer die neutestamentliche Bußpredigt als Drohbotschaft empfindet, zeigt damit doch nur, dass er auf der falschen Seite steht, d. h. dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ein echter Christ, der los ist vom bösen Gewissen und gewaschen im Blut des LAMMES jubelt, wenn Sünde und Abfall mit scharfen Worten abgekanzelt werden. Nicht so der Frömmler, er bekommt Knopfaugen und rümpft die Nase und sagt: Wir sollen gegen die Sünde predigen, aber nicht gegen den Sünder! Doch lassen wir einfach die Apostel entscheiden, wie und was wir zu predigen haben:

1. Timotheus 5, 20
Die, die sündigen, weise zurecht vor allen, damit auch die anderen Furcht haben.

Also. Das gesamte Neue Testament lehrt uns: Nicht die Sünde soll zurecht gewiesen werden, sondern der Sünder („Die, die sündigen…“). Nicht der Bankraub kommt ins Gefängnis, sondern der Bankräuber. Die Geißel, die der HERR im Tempel schwang, ist ein Symbol dafür, dass nicht nur die Sünde, sondern gerade der Sünder damit getroffen werden sollte.

Johannes der Täufer predigte nicht allgemein gegen den Ehebruch, sondern gegen den Ehebrecher (Herodes).

Josua predigte nicht über das Wesen des Diebstahls, sondern über den Dieb selbst, den er solange suchte, bis das unbestechliche Gerichtslos seinen Namen getroffen hatte (Josua 7).

Elia predigte nicht nur gegen den Götzendienst, sondern es kam zum persönlichen Angriff auf die Götzendiener, bis sie alle geschlachtet waren (1. Könige 18).

Etliche Prediger haben zwar ein kräftiges Zeugnis gegen die Abfallserscheinungen in der Christenheit, aber sie haben nicht den Mut, die dafür verantwortlichen Personen mit Namen zu benennen, weil sie mehr vom Humanismus und den Menschenrechten inspiriert sind, als vom HEILIGEN GEIST. Sie sagen:  Gegen die Sünde predigen ja, aber nicht gegen den Sünder, keine Namen nennen, nie persönlich werden! Das wäre ein Verstoß gegen die Menschenwürde der humanistischen Gesellschaft, vor der sie in Ehrfurcht erstarrt sind. Echte Bußpredigt wird fast immer persönlich („Du bist der Mann!„, vgl. 2. Samuel 12,7), beinhaltet auch Polemik (siehe die Wehe-Reden des HERRN in Matthäus 23!).

Ob einer das Evangelium als Droh- oder Frohbotschaft empfindet, hängt ganz von seinem geistlichen Stand ab. Wenn z. B. ein Bankräuber in der Bank einen Angestellten mit der Pistole bedroht, und es erschallt plötzlich der Ruf: „Die Polizei kommt!“, ist das für den Bankräuber eine Drohbotschaft, für den Angestellten aber eine Frohbotschaft. Der gleiche Ruf wird von beiden völlig gegensätzlich aufgenommen.

Als Paulus die Götzenbilder in Athen sah (Apostelgeschichte 17,16), ergrimmte er in seinem Geist. Heute ergrimmt kein Prediger mehr. Wenn man den Götzendienst der Frommen sieht, kommt man nicht umhin, diese Evangelikalen als Otterngezücht zu beleidigen. Damit sind sie noch gut bedient. Wenn GOTT einst zu ihnen sprechen wird in Seinem Zorn, wird Er sie nicht beleidigen, sondern Er wird sie an Händen und Füßen mit Ketten binden lassen und hinauswerfen in die Finsternis, da wird sein Heulen und Zähneklappern (Matthäus 22,13).

 

George Whitefield (16.12.1714 – 30.09.1770) war der größte Bußprediger des 18. Jahrhunderts. Seine Zuhörer tobten gewöhnlich, weil er ihnen versicherte, dass sie von Natur aus

„halbe Bestien und halbe Teufel“

seien. (Quelle: Franklin, Benjamin: Autobiographie über George Whitefield, Frankfurt 1969)

Grundvoraussetzung für alle Missionsarbeit ist, dass uns die Liebe CHRISTI zu den verlorenen Seelen treibt. Und die gebietet uns, streng mit dem Sünder zu verfahren, in Liebe streng, weil ihm anders nicht zu helfen ist. Der Teufel fährt nur aus, wenn ihm die Wahrheit richtig weh tut und unerträglich wird. Mit Schmusekurs und Streicheleinheiten kannst du dir Freunde machen, aber keine Seelen retten. Der Mensch muss sich der Wahrheit mit voller Breitseite stellen, und nicht versuchen, das Ärgernis der Wahrheit zu umgehen!

Quelle: Glaubensnachrichten 10-2018, S. 1f.

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George Whitefield:
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