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Entstehung der Freimaurerei aus den alten geistlichen Orden

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Die Freimaurerei ist von ihrem Ursprung her eine Parallelstruktur zur katholischen Kirche; denn sie geht auf den Benediktinerorden und auf die aus dem Benediktinerorden entstandenen Johanniter- und Tempelorden mit ihren Dombauhütten zurück. Der mittlerweile verstorbene Freimaurer Erwin Mies von der Loge „Zur unverbrüchlichen Einigkeit“ in Hamburg betonte in seinem Vortrag „Von den alten geistlichen Orden zur modernen Freimaurerei„, den er in der Großen Landesloge in Hamburg gehalten hat:

In ihren Ursprüngen ist die Freimaurerei christlich und nach den Strukturen eines Ordens gebildet.

Das wird auch besonders deutlich an der Benediktinerprofess bei der Mönchsweihe, die fast identisch ist mit dem Ritual des Johannismeistergrades bei der symbolischen Grablegung und Wiedergeburt in der Loge. So ist der Benediktinerorden auch noch heute von Freimaurern durchsetzt. Der Abt des bekannten Benediktinerklosters Melk an der Donau, Urban Hauser, war aktiver Freimaurer und nahm fast alle seine Mönche zu Freimaurern auf. Noch als Sterbender ordnete er an, dass man ihzn mit dem Freimaurerschurz unter der Soutane bekleide. Der Sarg solle mit einem Meisterhammer zugenagelt werden (Hanseatisches Logenblatt 01/2002).

Anfang der 1970er Jahre – ich war noch Theologiestudent – besichtigte ich mit einem Glaubensbruder das Kloster Marianhill in Würzburg. Wir wurden von einem Mönch geführt. Wie war ich erstaunt, als er uns ins Dachgeschoss führte. Dort öffnete er eine Tür und wir standen in einer erleuchteten Loge mit Totenköpfen und einem Skelett. Er wollte uns wohl für die Sache gewinnen. Was sich doch so alles unter dem Dach eines Klosters verbirgt!!

Die humanistische Freimaurerei hingegen ist ein später Nebenzweig aus dem Zeitalter der Aufklärung. Sie hat sich zwar heute als die reguläre Freimaurerei durchgesetzt, ist aber nicht die ursprüngliche. Man unterscheidet zwischen der regulären und irregulären Freimaurerei, d. h. der vorherrschenden Freimaurerei mit ihrer Mutterloge in London, und den nicht anerkannten Formen. So können sich Freimaurer als Nicht-Freimaurer ausgeben, nur weil sie nicht unter der Obödienz der regulären Mutterloge von London stehen. Lassen wir es einfach einen Mann aussprechen, der selbst hoher Freimaurer war und der im Jahre 1988 höchstpersönlich, aber vergeblich, bemüht war, mich in die Loge einzuführen: E. M. Seeligsohn. Er schrieb zum Rosenfest 1978:

Fest der Rose und der Liebe, Rose, die Blume der Freimaurerei. Es gibt viele Formen der Rose … und so gibt es auch viele Arten der Freimaurerei, sie alle kommen aber aus einem Stamm her, dem Stamm der Toleranz und Humanität.

Es gibt eine jüdische, christliche, humanisitische und atheistische Freimaurerei, wobei die christliche die ursprüngliche ist.

Die katholische Kirche lehnt die Freimaurerei nicht ab wegen der Verbrüderung aller Religionen. Das macht sie selbst ja auch. In Assisis kam es schon unter Wojtyla zum gemeinsamen Gebet der Religionen – dem gegenüber erscheint der evangelische Weltkirchenrat wie ein altmodischer Pietistenverein – und auch Ratzinger bezeichnet die Moslems als seine Brüder. Die katholische Kirche lehnt die Loge nur deshalb ab, weil sie ihre größte Rivalin ist.

Großmeister Albert Pike schreibt in seinem Standardwerk „Morals and Dogma“, dass in der Gründunsgsperiode des Templerordens ein gewisser Theoklet das Amt eines Ordenspriesters der Johanniter verwaltete. Durch ihn soll der Gründer des Templerordens, Hugo von Payens, in die Johannesmysterien eingeführt und zu deren Wächter bestimmt worden sein. Und Logen-Meisters Baron A. M. Ramsay belegte – sehr zum Leidwesen der humanistischen Freimaurer, die lieber andere Entstehungstheorien vertreten – den katholischen ursprung der Freimaurerei. Ramsay schreibt:

Unsere Vorfahren, die Kreuzfahrer, die sich aus allen Teilen der Christenheit im Hl. Lande zusammengefunden hatten, wollten so die Menschen aller Nationen in einer einzigen Bruderschaft vereinigen. Sie taten sich mit den Rittern des Hl. Johannes von Jerusalem zusammen, die sich im Abendland Freimaurer nannten.

Einig aber sind sich die unterschiedlichen Freimaurerarten darin, dass sie alle von den alten Steinmetz-Bauhütten herkommen. Und damit bekennen sie sich zwangsläufig alle zum katholischen Ursprung der Freimaurerei; denn die Steinmetz-Bauhütten waren bis ins 16. Jahrhundert rein christlich; es ging damals ja nur um die Errichtung von Sakralbauten (Dome, Kathedralen, Münster, Klöster). Noch heute tragen viele Kirchen die in Stein gemeißelten Urkunden ihrer Bauhütte, wie z. B. der Stephansdom in Wien, an dessen Portal „Christus“ als ein in Stein gemeißelter Freimaurer über dem Portal thront.

Quelle: Glaubensnachrichten 11/2011

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