Wie verhält man sich falschen Propheten gegenüber?

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Die Bibel unterscheidet zwischen zwei Arten von Falschpropheten:

1. Der Prediger, dessen Weissagung nicht eintrifft, weil er aus Vermessenheit oder Geltungssucht geredet hat: Ihn sollst Du nicht fürchten (5. Mose 18,22).

2. Der Prediger, dessen Weissagung zwar eintraf, aber der die Menschen in die Abgötterei führt: Dieser Prophet soll getötet werden (5. Mose 13,3.6). Er ist besonders gefährlich, weil seine eingetroffene Weissagung im Glaubwürdigkeit vermittelt.

Heute will ich mich auf den Fall eins beschränken, weil er in der Gemeinde JESU sehr häufig vorkommt, d.h. Propheten oder Prognostiker, die etwas vorhersagen, was nicht eintrifft. Sie sollten auch im Alten Bund nicht getötet werden, sondern man sollte sie lediglich nicht fürchten, d. h. als Propheten nicht mehr ernst nehmen. 

Falschpropheten sollten nicht ernst genommen werden!

Man soll sie nicht völlig verwerfen, weil sie im Übrigen oft gute Reichsgottesarbeit leisten und richtig predigen. Aber man soll sie nicht mehr als Vorbilder oder Glaubensväter achten.

Es gibt viele Beispiele solcher Propheten im christlichen Lager wie z. B. William Branham, der aufgrund einer Kalendervision weissagte, dass bis zum Jahre 1977 die USA zerstört sein würden1. Oder Wim Malgo, der voraussagte, dass die Chinesen, Sowjets und die DDR auf den Bergen Israels vernichtet würden2 usw.

Einer der Bekanntesten in dieser Kategorie von Falschpropheten war Johann Albrecht Bengel, der den Beginn des Tausendjährigen Reiches für den 18.06.1836 vorausgesagt hatte. Er gewann dafür viele Anhänger, die ihm aufs Wort glaubten. Auch John Wesley oder Philipp Matthäus Hahn, der große Theologe und Erfinder, glaubten ihm. Hahn hatte auf einer seiner astronomischen Uhren extra ein Zifferblatt der Weltzeitalter angebracht, auf dem das tausendjährige Reich von 1836 – 2836 eingetragen ist3. Den Zeugen Jehovas werden ihre falschen Prognosen gerne vorgehalten. Warum nicht auch dem „Pietistenvater“ J. A. Bengel? So fragt sich selbst der Bengel-Biograph Gottfried Mälzer:

„Es ist überraschend, dass man als Prälat im Württemberg des 18. Jahrhunderts Derartiges schreiben und danach noch Karriere machen konnte und zum Mitglied des Großen Konsistoriums aufzusteigen vermochte“4.

Falsche Propheten dieser Gattung dürfen auf keinen Fall in den Rang von Glaubensvätern erhoben werden. Denn sie stürzen durch ihre Prognosen oft ganze Familien ins Elend und bringen Menschen dazu, am Glauben Schiffbruch zu erleiden. So war es auch mit der Bengel’schen Prognose. Als dann 1836 das Tausendjährige Reich nicht anbrach, gab es eine große Glaubensnot unter den Pietisten. 

Falsche Propheten dürfen auf keinen Fall in den Rang von Glaubensvätern erhoben werden.

Viele hatten ihr Hab und Gut verkauft und waren Richtung Jerusalem ausgewandert, um dem wiederkommenden HERRN entgegenzugehen. Weil damals Palästina aber unter osmanischer Herrschaft stand, landeten viele in anderen östlichen Ländern bis hin in den Kaukasus (Kaukasien-Deutsche).

Über die andere, die gefährlichere Art des Propheten, dessen Voraussage zwar eintrifft, aber der die Gläubigen zur Abgötterei verführt, ein andermal. Im Alten Bund sollten solche getötet werden. Heute muss man sie auf alle Fälle ausschließen und öffentlich anprangern.

Fußnoten

01 = Predigt in Jeffersonville am 08.12.1960
02 = Malgo, Wim: Im Schatten von Harmagedon
03 = Barth, Fritz: Templer und andere Erweckungsbewegungen im Nördlichen Schwarzwald, Calmbach 2004
04 = Mälzer, Gottfried: Johann Albrecht Bengel 1970, S. 331

Quelle: Glaubensnachrichten 05-2014, S. 2f.

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