Evangelische Allianz – woher und wohin?

Bewertung

Die Evangelische Allianz ist laut Ökumenischem Katechismus die Hauptwurzel und Vorläuferin des Weltkirchenrates1. So steht es auch in einer Selbstdarstellung der Evangelischen Allianz2. Sie ist ein Kind der Weltfreimaurerei. Denn der eigentliche Vater der ökumenischen Bewegung ist ein Freimaurer aus dem höchsten französischen Ritus-Kollegium, Josef Marie de Maistre3. Er schrieb im Jahre 1882:

„… es wäre an der Zeit, die Schande Europas auszulöschen. Wozu dient uns der Besitz einer göttlichen Religion, wenn wir selbst den nahtlosen Rock Christi zerrissen haben“ Das Einigungswerk wird aber nie gelingen, wenn man sich öffentlich darum bemüht. Dieses große Vorhaben kann nur im Verborgenen in die Wege geleitet werden. Ausschüsse müssen eingerichtet werden, die sich vor allem aus in der Freimaurerei aufgenommenen und eingeweihten Geistlichen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften zusammensetzen. Wir werden langsam, aber sicher arbeiten4 (Hervorhebungen von N.H.).

1846 war es dann soweit: Die Evangelische Allianz wurde als erstes ökumenisches Einigungswerk im großen Londoner Freimaurertempel ins Leben gerufen. Dass das Einigungswerk gerade auch die katholische Kirche umfassen sollte, stellte sich mit der Zeit immer deutlicher heraus. Seit 1993 gibt es Geheimverhandlungen zwischen der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) und dem Vatikan, die 2017 in eine gemeinsame Erklärung mündeten.5 Und der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Peter Strauch, stellte dazu fest:

„Katholizität … die Universalität der Gemeinde Gottes … sollte auch in der Allianzbewegung ihren Ausdruck finden.“6

Eine äußerst raffinierte, weitgehend im Verborgenen praktizierte Methode der Freimaurer, das Einigungswerk mit der katholischen Kirche voranzutreiben, ist der Einsatz von Freibischöfen, welche die apostolische Sukzession der katholischen Kirche ins Evangelische konvertieren. Die Lehre der apostolischen Sukzession ist der Grundpfeiler, auf dem die katholische Kirche aufgebaut ist. Gemeint ist die Amtsnachfolge der Bischöfe mit Übertragung des Heiligen Geistes in einer bis auf die Apostel zurückgeführten ununterbrochenen Reihenfolge, die in Wirklichkeit aber nicht nachweisbar ist. Aber auch wenn sie nachweisbar wäre, wäre sie völlig bedeutungslos, weil der HEILIGE GEIST nicht liturgisch übertragbar ist und somit keiner der Bischöfe den HEILIGEN GEIST empfangen hat. Und weil sie den HEILIGEN GEIST nicht haben, können sie nur ihren eigenen toten Geist auf andere übertragen. Das Endergebnis des ganzen Sukzessions-Wahnes sind tote Kirchen, tot wie es toter nicht geht, regiert von erstarrten Zeremonienmeistern in liturgischen Gewändern, die an Mottenkugeln erinnern, oder anders ausgedrückt:

„Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren“.

Wer als evangelischer Geistlicher die apostolische Sukzession der Katholiken übernommen hat, ist praktisch schon zurückgekehrt in den Schoß der römischen Mutterkirche, auch denn er auf dem Papier noch evangelisch ist. So kommt es in der evangelischen Pfarrerschaft oft zu geheimen Weihen durch „Freibischöfe“, die behaupten, in der lückenlosen Sukzessionsreihe zum Urchristentum zu stehen und durch ihre Handauflegung den Anschluss ans Urchristentum vermitteln zu können.

Der verstorbene Sektenexperte, Pfarrer Haack, schrieb eine ausführliche Studie über das wahnhafte Treiben der Freibischöfe.7 Und der frühere Landesbischof von Oldenburg, Hans Heinrich Harms, hatte 1986 in einem Vortrag betont, dass hierzulande etwa 3000 evangelische Pfarrer eine geheime freibischöfliche Weihe durch einen episcopus vagans erhalten haben8, alles glühende Befürworter einer „evangelischen Katholizität“. Zu nennen wäre besonders der Johanniter-Rechtsritter Prof. Peter Beyerhaus, der eine geheime Weihe erhalten hat und nun selbst als Freibischof einer „Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul“ fungiert.9

Oder denken wir an Dr. Thomas Schirrmacher, den stellvertretenden Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz. Auch er hat die Irrlehre der apostolischen Sukzession angenommen und ließ sich zum Bischof weihen. 10 Und das als führender Mann der evangelischen Allianz!! Damit ist die Evangelische Allianz wieder ein großes Stück katholischer geworden und dir Freimaurer, die „langsam, aber sicher arbeiten“, um auf Josef de Maistre zurück zu kommen, dürften ihr Ziel bald erreicht haben.


Quellenangaben:

01 = Ökumenischer Katechismus, Frankfurt 1985
02 = Voigt, K.H.: Die Evangelische Allianz als ökumenische Bewegung, Stuttgart 1990
03 = Mellor, Alec: Die unbekannte Grundurkunde der christlichen Freimaurerei, Uetersen 1968, S. 132
04 = Maistre, Josef de: Die Freimaurerei – Denkschrift an den Herzog Ferdinand von Braunschweig 1782
05 = Gassmann, Lothar: Der schmale Weg 02/2018, S. 32
06 = Gassmann, Lothar: Pietismus wohin?, Wuppertal 2003
07 = Haack, Friedrich Wilhelm: Die freibischöflichen Kirchen im deutschsprachigen Raum, Material-Edition 12, München 1980
08 = idea-spektrum 47/1986, über die episcopos vagantes
09 = Beyerhaus, Peter Dr.: Rundbrief vom 16.10.1997
10 = https://www.thomasschirrmacher.info/blog/zu-meiner-bischofsweihe (abgerufen am 11.06.2018)


Quelle: Glaubensnachrichten 06-2018, S. 1f.

Bildnachweis:
By François Le Villain – Les soirées de Saint-Pétersbourg: http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015036675497;view=1up;seq=8;size=200, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47944732

Das Bild zeigt den Vater der christlichen Ökumene, Josef Marie Graf de Maistre (01.04.1753 – 26.02.1821). Er war Mitglied der Freimaurerloge Trois mortiers in Chambéry und wechselte dann in die rektifizierte Schottische Maurerei von Willermoz in Lyon. 1779 war er Gründungsmitglied von Le collège particulier de Chambéry, dem er unter dem Pseudonym Josephus a Floribus angehörte.

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