Die Stillen im Land

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PfingstenDiese vier Worte umfassende Bezeichnung für Gläubige wurde früher im Pietismus und in Gemeinschaftskreisen viel gebraucht wie auch missbraucht. Und nicht wenige benutzen es immer noch als Deckmantel für ihre Bosheit, Unaufrichtigkeit und Feigheit. Sollen sie sich in einem Gefecht für GOTT, das Recht und die Wahrheit als Soldaten JESU CHRISTI bewähren, weichen sie memmenhaft aus – und ziehen sich pulverscheu mit dem Argument vom Schlachtfeld zurück, der oben erwähnten Kategorie Frommer anzugehören. Wir müssen also zwischen echten und falschen „Stillen im Land” unterscheiden, wie wir auch zwischen wirklichen und nur vorgeblichen Christen zu sortieren haben.

Die wahren „Stillen im Land” sind jene Jünger und Jüngerinnen des Meisters, die klar und eindeutig auf seiner Seite stehen. Aber weil als Alte, Kranke, Einsame und Behinderte irgendwie gehemmt und in den Winkel gesetzt, vermögen sie nicht öffentlich aufzutreten. Aber sie besitzen dennoch Durchblick durch des HERRN Wege und hören auf ihn, sind somit seine Freunde und Werkzeuge spezieller Art. Als sich Elia am Horeb verlassen und einzig als Getreuer JAHWES wähnte, wurde er mit Verweis auf siebentausend Volksgenossen aufgerichtet. Die hatten ihre Knie nicht vor Baal gebeugt und seinen Mund nicht geküsst, was dem Mann GOTTES aber verborgen geblieben war – so still waren sie. Trotzdem trugen sie ihn im Gebet und verfolgten sein Ringen mit brennendem Herzen.

Die hielten sich zurück, weil sie so geführt wurden. Es waren Gebrechliche, die sich nicht bewegen konnten. Und Sklaven, die nicht reden durften. Und Menschen, die schwiegen, um im richtigen Augenblick helfen zu können. So verhielt es sich auch rat Obadja, dem Minister des Ahab. Dieser hohe Beamte desw Königs hatte vor Isebels Grimm hundert Propheten versteckt und mit Brot und Wasser versorgt, was ganz im Verborgenen geschah. Und Gott gibt jedem seiner “Elias” eine Garde mit, selbst wenn die bisweilen nicht einen aus ihrer Mitte kennen und auch denken müssen: “Ich bin allein geblieben”. Aber das gtrifft so auf keinen zu, der sich als Einzelkämpfer wähnt. Denn ihm zur Seite befinden sich Engel wie auch die “Stillen im Lande”.

Der HERR könnte den besonders an die Front Gestellten auch direkt helfen, wie Er überhaupt alles vermag. Aber Er will es so nicht, das ist eine Art generelles Schicksalsgesetz. Denn Er ist Liebe, und Liebe kann nicht anders als teilen. Darum teilte der Vater Seine Macht mit dem Sohn und übertieß nach Johannes 1,3 CHRISTUS die Weltschöpfung. Da aber auch JESUS Liebe ist, gibt er von Seiner Macht ab an seinen „Leib”, die Gemeinde. Und die setzt sich zusammen aus Gottesstreitern auf der einen und den „Stillen im Lande” auf der anderen Seite. Die Erstgenannten marschieren und kämpfen dabei auf offener Bahn, die Kraft dazu aber fließt ihnen durch Fürbitte der Nacherwähnten zu.

Den Ausgang der Schlacht zwischen Israel und Amalek legte GOTT in die Hände von Mose. Solange er die Arme hochhielt, siegte GOTTES Volk. Ließ er sie jedoch sinken, gewann der Feind an Boden. Als sie aber schwer zu werden begannen, wurden sie von Aaron und Hur gestützt. So konnten sie fest bleiben, bis die Sonne unterging und Josua die Kriegsgegner niederwarf. Dem gewaltigen Schöpfer Himmels und der Erden wäre es eine Leichtigkeit gewesen, den Beter zum anhaltenden Erheben seiner Arme ohne fremde Hilfe zu ermächtigen – und damit ein doppeltes Wunder zu schaffen, weil das niemand aus sich stundenlang vermag. Aber es sollte so dargestellt werden: Selbst die größten Auserwählten sind von der Gemeinde abhängig, die hier durch die beiden Männer repräsentiert wurde.

Auch in unseren Tagen sehen wir Menschen, die vom Ewigen als Pioniere und Fahnenträger CHRISTI berufen werden. Und auf diesem schweren und gefährlichen Weg gibt Er ihnen eine stärkende Eskorte mit – die “Stillen im Land”. Und kein Gotteskind sollte sich dem trüben Gedanken überlassen, beiseite gesetzt und wegen schwachen körperlichen Befindens oder Einengung auf ein Zimmer im Seniorenheim nutzlos zu sein. Es gibt dann immer noch einen wesentlichen Dienst zu erfüllen und treu derer zu gedenken, die in öffentlichen Auseinandersetzung für den HERRN stehen. Damit nehmen sie dasselbe Amt wahr wie die Zwei, auf denen Mose seine Hände ruhen ließ. Uns so hat GOTT bis heute den Fortgang wie die Vollendung mit den “Stillen im Land” verbunden. Denn jedes träge Nachlassen ihrer Gebetskräfte schwächt die gesamte Gemeinde und bringt jene ins Wanken, die voranzugehen haben.

Und damit stehen sie in einer überaus wichtigen Aufgabe wie Verantwortung. Was jetzt nur stückweise erkennbar ist, wird einmal vollkommen im Licht stehen: Warum manche als “Stille im Lande” zwar nicht an vorderster Linie standen, aber Knechte und Mägde des Höchsten betend zu begleiten hatten. In dieser überaus wichtigen Eigenschaft werden sie dann offenbar werden und denen zuzählen, die im Himmel Posaunen blasen und den Sieg des Lammes verkündigen.

– Nach Abram Poljak (1900 – 1963) –
Quelle: „Wort zur Zeit“, Nummer 6, Crailsheim 2005, Seite 1

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