Die Mutter mit ihrem Kind

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Hans / Pixabay
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Einer der größten Gegenstände der Anbetung im Katholizismus ist die Mutter mit ihrem Kind, genauso wie es im alten Babylon der Fall war. Die Babylonier beteten in ihrer volkstümlichen Religion vorrangig eine göttliche Mutter und einen Sohn an, der in Bildern oder Bildsäulen als Säugling oder Kind in der Hand seiner Mutter dargestellt wurde. Von Babylon ausgehend, verbreitete sich diese Verehrung der Mutter und des Kindes bis zu den Enden der Erde. In Ägypten wird die Mutter und das Kind unter dem Namen Isis und Osiris [Osiris, als Kind wird er meist Horos genannt.] angebetet. In Indien bis zum heutigen Tag als Isi und Iswara [Obwohl Iswara der Ehemann von Isi ist, wird er auch als Säugling an ihrer Brust dargestellt.]; in Asien als Cybele und Deoius, im heidnischen Rom als Fortuna und der kindliche Jupiter; in Griechenland als Ceres und die große Mutter mit ihrem Baby an der Brust, oder als Irene (die Göttin des Friedens) mit dem jungen Pluto in ihren Armen. Und selbst in Tibet, China und Japan fanden die Jesuiten-Missionare überrascht heraus, daß das Gegenstück der Madonna [Der eigentliche Name, mit dem die Italiener im allgemeinen die Jungfrau bezeichnen, ist genau die Übersetzung einer der Titel der babylonischen Göttin. Wie Baal oder Belus der Name des großen männlichen Gottes von Babylon war, so ist die Bezeichnung für eine weibliche Göttin Beltis. Diese Bezeichnung wurde in Niniveh auf „die Mutter der Götter“ angewandt. Und als Attribut Nebukadnezars wurden beide Titel „Belus und Beltis“ verwandt, wie die Titel des größten babylonischen Gottes und Göttin. Der griechische Belus, als Verkörperung des höchsten Titels des babylonischen Gottes, war fraglos Baal, „der Herr.“ Deswegen war Beltis, der Titel der weiblichen Gottheit, gleichbedeutend mit engl. „My Lady,“ deutsch „Unsere Frau,“ lateinisch „Mea Domina,“ und in Italien ist es in der gut bekannten „Madonna“ zu finden. In Verbindung damit mag auffallen, daß der Name von Juno, der klassischen „Himmelskönigin,“ in Griechenland als Hera bekannt, auch als „die Frau“ bezeichnet wurde und daß der besondere Titel von Cybele oder Rhea in Rom Domina war, „die Frau.“ Ferner gibt es Grund zu glauben, daß Athene, der gut bekannte Name der Minerva Athens, dieselbe Bedeutung hat. Das hebräische Adon = „der Herr“ wird mit der entsprechenden Interpunktion als Athon ausgesprochen. Wir haben Beweise, daß dieser Name bei den asiatischen Griechen, durch die in großem Maße der Götzendienst ins europäische Griechenland kam, bekannt war und zwar als Name Gottes unter der Form „Athan.“ Eustatius schreibt in einer Notiz in seinem Periergesis des Dionysius von lokalen Namen im Gebiet von Laodicea und sagt „Athan ist Gott.“ Die weibliche Form von Athan ist Athana, „die Frau,“ und im attischen Dialekt ist es Athena. Zweifellos, Minerva ist gewöhnlich als Jungfrau dargestellt, aber, und das lernen wir von Strabo, es wurde von ihr gesagt, sie sei die Mutter des Helios, oder „der Sonne.“ Die ägyptische Minerva, das Urbild der athenischen Göttin, war eine Mutter mit dem Titel „Gottesmutter“ oder „Mutter der Götter.“] mit ihrem Kind dort treuer angebetet wurde als im päpstlichen Rom selbst. Shing Moo, die heilige Mutter in China, wurde als Wesen mit einem Kind in ihren Armen und einem Heiligenschein dargestellt, genauso, als wäre ein römisch-katholischer Künstler damit beschäftigt gewesen, ihn ihr aufzusetzen [Crabb’s Mythologie, S.150. Gutzlaff dachte, daß Shing Moo aus päpstlicher Quelle geborgt sei und zweifellos ist in diesem speziellen Fall die heidnische und christliche Erzählung miteinander verschmolzen. Aber Sir J.F.Davis zeigt, daß die Chinesen von Caton eine Analogie zwischen ihrer heidnischen Göttin Kuanjin und der päpstlichen Madonna gefunden haben und daß sie, nachdem sie Kontakt zu den Europäern bekamen, beide unterschiedslos mit demselben Titel anriefen. Die ersten Jesuiten Missionare schrieben nach Hause nach Europa, daß sie in den chinesischen heiligen Büchern – Bücher unglaublichen Heidentums – eine Mutter mit Kind erwähnt gefunden haben, ganz ähnlich ihrer Madonna mit Kind Zuhause. Eine der Namen der chaldäischen hl. Mutter ist Ma Tsoopo].

Exkurs: Sching Moo und Ma Tsoopo in China

Der Name von Sching Moo, den die Chinesen ihrer „Heiligen Mutter” gegeben haben, verglichen mit einem anderen Namen derselben Göttin in einer anderen Provinz Chinas, drängt vornehmlich den Schluß auf, daß Sching Moo nur ein Synonym für einen gut bekannten Namen der Gottesmutter von Babylon ist. Gillespie (in seinem Land of Sinim, S. 64) stellt fest, daß die chinesische Gottesmutter oder „Himmelskönigin” in der Provinz Fuh-Kien von den Schiffern unter dem Namen Ma Tsoopo verehrt wird. Nun, „Ama Tzupah” bezeichnet die „starrende Mutter”, und es gibt viel Grund zu der Annahme, daß Sching Moo dasselbe bedeutet. Mú ist eine Wortform, die zu Mut oder Maut, dem Namen der großen Mutter in Ägypten gehört, und Shng bedeutet in chaldäisch „schauen” oder „anstarren.” In Ägypten wurde Mut oder Maut entweder durch einen Geier oder ein Auge, umgeben von Geierflügeln dargestellt. Die symbolische Bedeutung des Geiers mag aus dem Ausdruck in der Schrift zu ersehen sein: „Ein Pfad – kein Raubvogel hat ihn gekannt, Auch hat das Auge eines Schwarzen Milans ihn nicht zu Gesicht bekommen.” (Hiob 28:7) Der Geier ist berühmt wegen seiner scharfen Sicht und daher zeigt das Auge, umgeben von Geierflügeln, daß die große Gottesmutter Ägyptens als „die Starrende” bekannt war. Aber die Idee, enthalten im ägyptischen Symbol, wurde nachweislich von Chaldäa geborgt, von Rhea, einem der bekanntesten Namen der babylonischen Gottesmutter, was lediglich die chaldäische Form des hebräischen Rhaah ist, das zugleich „starrende Frau” und „Geier” bedeutet. Das hebräische Rhaah selbst läßt sich, gemäß den dialektischen Variationen, folgerichtig als Rhea aussprechen und daher war der Name der großen Gottesmutter Assyriens manchmal Rhea und manchmal Rheia. In Griechenland wurde nachweislich dieselbe Idee der Athena oder Minerva angehängt, von der wir gesehen haben, daß sie manchmal als die Mutter der Kinder der Sonne angesehen wurde. Einen ihrer unterschiedlichen Titel war Ophtalmitis, wodurch sie als Göttin des „Auges” ausgezeichnet wurde. Es gibt keinen Zweifel über das Zeichen, welches dasselbe Ding anzeigt: so wie die Ägyptische Maut einen Geier auf ihrem Kopf trug, so wurde die athenische Minerva dargestellt, wie sie einen Helm mit zwei „Augen” oder Augenhöhlen auf der Vorderseite trägt.

Nach dem Aufspüren der starrenden Mutter überall auf der Welt stellt sich die Frage, was ursprünglich den Ausschlag gegeben haben kann, der Gottesmutter einen solchen Namen zu verleihen. Ein Fragment von Sanchuniaton in Bezug auf die phönicische Mythologie liefert uns eine befriedigende Antwort. Es heißt da, daß Rheia von Kronos schwanger wurde, der ihr Bruder war und der nun als der Vater der Götter bekannt wurde, und in Folge dessen einen Sohn zeugte, der den Namen Mùth erhielt, was, wie Philo-Byblius das Wort richtig interpretiert, „Tod” bedeutet. Wie Sanchuniaton ausdrücklich diesen „Vater der Götter“ von „Hypsistos”, dem Höchsten, unterscheidet, erinnert uns natürlich daran, was Hesiod in Bezug auf seinen Kronos, den Vater der Götter, sagt, der wegen einer bösen Tat Titan genannt und zur Hölle hinab geworfen wurde. Hinter dem Kronos, über den Hesiod berichtet, steckt nachweislich ein anderer Kronos als der menschliche Vater der Götter, oder Nimrod, dessen Geschichte in diesem Werk einen so großen Platz einnimmt. Er ist schlicht niemand anderes als Satan selbst,. Der Name Titan, oder Teitan, der ihm manchmal gegeben wird, ist, wie wir anderweitig noch feststellen werden, nur eine andere Form von Scheitan, dem unter den Arabern gebräuchlichen Namen des großen Feindes, in der Region, wo die chaldäischen Mysterien ursprünglich zusammengebraut wurden – jener Feind, der letzten Endes der wirkliche Vater aller heidnischen Götter ist – und der (um den Titel des Kronos, „der Gehörnte,“ auf ihn anzuwenden) durch Kerastes oder die gehörnte Schlange dargestellt wurde. Alle „Brüder“ dieses Vaters der Götter, die in seinen Rebellion gegen seinen eigenen Vater, der „Gott des Himmels“ einbezogen waren, wurden gleicherweise mit dem „schändlichen“ Namen „Titanen“ angesprochen, aber insofern, als er der Drahtzieher der Rebellion war, ist er natürlich der Titan in seiner vollen Bedeutung. In der Rebellion der Titanen waren die Götter der Erde betroffen und das Ergebnis war, daß (wenn wir die Figur, hinter der Hesoid die Tatsache versteckte, beiseite lassen) es natürlich unmöglich war, daß der Gott des Himmels Kinder auf der Erde haben sollte – eine deutliche Anspielung auf den Sturz.

Nun, angenommen daß dies der „Vater der Götter“ ist, von dem Rhea, deren gewöhnliche Bezeichnung Gottesmutter ist und die auch mit Gè, der Erd- Mutter, gleichgesetzt wird, ein Kind mit Namen Mùth oder Tod bekam, wer konnte diese „Gottesmutter“ anderes sein, als unser aller Mutter Eva? Und der Name Rhea oder „die Starrende“ ist wunderbar bezeichnend. Es war der „starre Blick,“ der die Mutter der Menschheit von Satan schwängerte, so daß sie den Tod gebar, unter dem die Welt seither stöhnt. Es geschah durch ihre Augen, daß die erste verhängnisvolle Verbindung zustande kam zwischen ihr und dem großen Feind hinter der Form einer Schlange, deren Name Nahasch oder Nachasch, wie es im Hebräisch des Alten Testamentes gebraucht wird, auch „aufmerksam betrachten,“ oder „anstarren“ bedeutet (1. Mose 3:6). „Demzufolge sah die Frau, daß der Baum gut war zur Speise und daß er etwas war, wonach die Augen Verlangen hatten, ja der Baum war begehrenswert zum Anschauen. So begann sie von seiner Frucht zu nehmen und zu essen. Danach gab sie davon auch ihrem Mann, als er bei ihr war, und er begann davon zu essen.“ Hier haben wir also den Stammbaum von Sünde und Tod.“Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollbracht ist, bringt Tod hervor.“ (Jakobus 1:15). Obgleich Mùth oder der Tod der Sohn der Rhea war, bezog sich ihre Nachkommenschaft nicht auf den Tod als abstrakten Begriff, sondern auf den Gott des Todes. Deswegen, sagt Philo-Byblius, wurde Múth nicht einfach als Tod sondern als Pluto verstanden. In der römischen Mythologie wurde Pluto bezüglich der Ehre mit Jupiter auf die gleiche Stufe gestellt und in Ägypten gibt es Beweise, daß Osiris, „der Same der Frau,“ der „Herr des Himmels“ und König der Hölle oder „Pluto“ ist und es kann eine lange Liste von Einzelheiten aufgezeigt werden, daß er niemand anderes als der Teufel selbst war und vermeintlich dadurch verkörpert wurde. Obgleich er durch das erste Vergehen und seine Verbindung mit der Frau Sünde und Tod in die Welt brachte, hatte er nichtsdestoweniger seiner Meinung nach der Welt unzählige Wohltaten erbracht. So, wie der Name Pluto dieselbe Bedeutung hat wie Saturn, „der Heimliche,“ so verfolgt er neben den anderen Gesichtspunkten seines Namens, angewandt auf den Vater der Götter, die Spur zurück auf Satan, den heimlichen Herrn der Hölle. Die verschiedenen Mythen über Saturn zeigen, wenn man sie aufmerksam überprüft, daß er einst der Teufel war, der Vater der Sünde und des Götzendienstes, der sich selbst hinter der Maske der Schlange verbarg – und Adam, der sich hinter den Bäumen des Gartens verbarg – und Noah, der ein ganzes Jahr in der Arche verborgen lag – und Nimrod, der sich in den Geheimnissen der babylonischen Mysterien verbarg. Es war zur Verherrlichung Nimrods, daß das ganze chaldäische System des Götzendienstes geformt wurde. Er war bekannt als Nin, „der Sohn,“ und seine Frau als Rhea, die Ammas, „die Mutter“ genannt wurde. Der Name Rhea, angewandt auf Semiramis, hat noch eine andere Bedeutung als die, welche auf die angewandt wird, die wirklich die ursprüngliche Göttin war, die „Mutter der Götter und Menschen.“ Aber um den vollen Charakter ihrer Majestät auszudrücken, war es notwendig, daß sie mit jener ursprünglichen Gottheit identifiziert wurde. Obwohl der Sohn in ihren Armen so dargestellt wurde, daß er geboren wurde, um den Tod zu vernichten, wurde sie oft mit den Symbolen von derjenigen dargestellt, welche den Tod in die Welt brachte. Und so war es auch in den verschiedenen Ländern, wohin sich das babylonische System verbreitet hat.

Das Kind in Assyrien

Es gibt Gründe für die Annahme, daß der Ursprung der so weitreichend geehrten Mutter Semiramis [Sir H. Rowlinson hat in Niniveh den Beweis für die Existenz einer Semiramis gefunden, die im sechsten oder siebten Jahrhundert vor der christlichen Ära lebte. Es scheint sich um die einzige Semiramis zu handeln, die je gelebt hat. Aber das würde die ganze Geschichtsschreibung über den Haufen werfen. Daß es eine Semiramis in Urzeiten gab, steht außer Frage, obwohl manche der Helden letzterer Königin offenbar ihre Vorgängerin gepriesen haben.] war. Sie wurde von den Babyloniern und anderen östlichen Nationen unter den Namen Rhea, die große göttliche Mutter, angebetet.

Der Sohn jedoch übertrug ihre ganze Herrlichkeit und ihren Anspruch auf Vergötterung auf sich. Dieser Sohn, dargestellt durch ein Kind in den Armen seiner Mutter, war in unvorstellbarer Art und Weise eine Person von großer Bedeutung und großer körperlicher Kraft. In den Schriften (Hesekiel 8:14) wird er unter dem Namen Tammuz angeführt, aber er ist allgemein bei den klassischen Schreibern unter dem Namen Bacchus, „der Beweinte [Von Bekhah, „weinen“ oder „klagen.“ Unter den Phöniciern, sagt Hesychius, „bedeutet Bacchus weinen.“ So, wie die Frauen um Tammuz weinten, so taten sie es auch für Bacchus.],“ bekannt. Viele Leser werden den Namen Bacchus mit nichts anderem als lärmendes Feiern und Trunkenheit verbinden. Aber es ist inzwischen gut bekannt, daß inmitten all dieser Abscheulichkeiten das Besuchen seiner Orgien angeblich „die Reinigung der Seelen“ war, das heißt von der Schuld und der Beflecktheit der Sünde. Dieser Beweinte, dargestellt und angebetet als ein kleines Kind in den Armen seiner Mutter, scheint den Tatsachen nach der Ehemann der Semiramis gewesen zu sein, dessen Name Ninus gewöhnlich in der klassischen Geschichte bekannt war und literarisch als „Der Sohn“ bezeichnet wurde (von Nin, hebr. „der Sohn“). Der Ruf der Semiramis (die Ehefrau, die unter den Namen Rhea angebetet wurde) als die große göttliche „Mutter,“ [Bei den Griechen wurde Rhea Ammas genannt. Ammas ist gleichbedeutend mit der griechischen Form des chaldäischen Ama, „Mutter.“] und die Verbindung zwischen ihr und ihrem Ehemann unter dem Namen Ninus oder „Der Sohn,“ genügte, um die eigentümliche Anbetung der Mutter und ihres Sohnes in die Welt zu setzen und diese Lehre so weit unter den Nationen der Antike zu verbreiten. Dies ist zweifellos die Erklärung für die Verwirrung unter den Forschern der Geschichte, so daß Ninus manchmal als der Ehemann, ein anderes mal als der Sohn von Semiramis bezeichnet wird. Dies wird auch als Ursprung der gleichen Verwirrung angesehen, die in der Beziehung zwischen Isis und Osiris (die Mutter und das Kind der Ägypter) besteht. Wie Bunsen (Autor des Buches Ägypten) zeigt, wurde Osiris in Ägypten gleichzeitig als Sohn und Ehemann seiner Mutter dargestellt; und der Name „Ehemann der Mutter“ [Es mag beobachtet werden, daß dieser Name „Ehemann der Mutter,“ der dem Osiris gegeben wurde, scheinbar sogar bis auf den heutigen Tag unter uns im Gebrauch geblieben ist, wobei nicht der geringste Verdacht über die Bedeutung des Wortes oder der Herkunft entstand. Herodot erwähnt, daß er sehr überrascht war, als er dasselbe traurige und doch entzückende „Lied des Linus“ hörte, gesungen von den Ägyptern (wenn auch unter anderem Namen), welches zu hören er in seiner Heimat Griechenland gewohnt war. Linus war derselbe Gott wie der Bacchus von Griechenland oder der Osiris von Ägypten. Homer erkannte das, als ein Junge während der Weinlese das Lied des Linus sang, und die Scholasten sagen, daß dieses Lied in Erinnerung an Linus gesungen wurde, der von Hunden zerrissen wurde. Der Begriff „Hunde,“ angewandt auf die, die Linus in Stücke gerissen haben, ist deutlich in mystischem Sinne gebraucht und wir werden später noch sehen, wie genau der andere Name, unter dem er bekannt ist – Narcissus – ihn als griechischen Bacchus und ägyptischen Osiris ausweist. An manchen Orten Ägyptens wurde für das Lied des Linus anscheinend eine besondere Melodie gebraucht. Savary sagt, daß im Tempel von Abydos „der Priester die sieben Vokale in Form einer Hymne sang und daß es den Musikern verboten war, mit einzustimmen.“ Strabo, den Savary zitiert, nennt den Gott dieses Tempels Memnon, aber wir lernen von Wilkinson, daß Osiris der große Gott des Tempels von Abydos war, was wiederum beweisen würde, daß Memnon und Osiris nur verschiedene Namen für denselben Gott sind. Nun, der Name von Linus oder Osiris als der „Ehemann seiner Mutter“ ist Kamut. Als Gregor der Große das, was man heute als den Gregorianischen Gesang kennt, in die römische Kirche einführte, entnahm er es den chaldäischen Mysterien, die schon lange in Rom etabliert waren. Der römisch katholische Priester Eustachus gibt zu, daß diese Gregorianischen Gesänge im wesentlichen aus lydischen und phrygischen Melodien zusammengestellt sind. Lydien und Phrygien waren in späterer Zeit unter den Hauptsitzen dieser Mysterien, von denen die ägyptischen Mysterien lediglich einen Zweig darstellten. Diese Melodien waren heilig – die Musik des großen Gottes – und mit dessen Einführung führte Gregor die Musik von Kamut ein. Und somit zeigt sich, wie es kommt, daß unter uns der Name von Osiris oder Kamut, „der Ehemann der Mutter,“ noch jeden Tag gebraucht wird als der Name der musikalischen Tonleiter, denn zu was wird die Melodie des Osiris, besonders die „sieben Vokale“ zur Hymne geformt – wenn nicht zu Gamut (engl.=Tonleiter)?] wurde geboren als einer seiner Titel von Würde und Ehre. Die Tatsache wurde bereits aufgezeigt, daß der indische Gott Iswara als ein Kleinkind an der Brust seiner eigenen Frau Isi (oder Parvati) dargestellt wurde.

Dieser Ninus oder „Sohn,“ geboren in den Armen der babylonischen Madonna, ist so klar beschrieben worden, daß man ihn als Nimrod identifizieren kann. „Ninus, König der Assyrer,“ [Der Name „Assyrer“ hat eine vielfältige Bedeutung unter den klassischen Autoren und ist sowohl für die Babylonier als auch für die Assyrer passend.] sagte Trogus Pompeius (Zusammenfassung durch Justin), „wechselte als erster von allen die zufriedene Mäßigung der alten Art und Weise, erregt durch eine neue Leidenschaft, dem Wunsch nach einer Errungenschaft. Er war der Erste, der einen Krieg gegen seine Nachbarn trug und er eroberte alle Nationen von Assyrien bis Lybien, da sie bis dahin unerfahren mit dieser Art des Krieges waren.“ Dies rechnet man direkt Nimrod zu, und es kann niemand anderem zugeordnet werden. Die Aufzählung von Diodorus Siculus stimmt damit völlig überein, und fügt eine andere Eigenschaft hinzu, die uns schneller zur Identifizierung führt. Diese Aufstellung folgt: „Ninus, der älteste der erwähnten assyrischen Könige der Geschichte, vollführte große Anstrengungen. In einer feindseligen Einstellung, ehrgeizig vor Ruhm in Folge von Mut, bewaffnete er eine beträchtliche Anzahl von jungen Männern, die genauso tapfer und kräftig waren wie er selbst. Er trainierte sie eine lange Zeit lang mit mühsamen Übungen und Härte, und während dessen gewöhnten sie sich daran, die Strapazen des Krieges zu ertragen und unerschrocken den Gefahren ins Gesicht zu schauen.“ Gemäß Diodorus brachte Ninus („der älteste assyrische König“) als Anfang dieser Kriege, die seine Macht zu einem außergewöhnlichen Höhepunkt steigerten, die Menschen von Babylon in seine Gewalt, während bis dahin die Stadt von Babylon noch nicht existierte. Dies zeigt, daß er die gleiche Position einnahm, wie Nimrod, von dem die schriftliche Aufstellung stammt, daß er als erstes „auf der Erde begann mächtig zu werden,“ und daß der „Anfang seines Königtums Babylon war.“ Die Bauleute von Babel verstreuten sich überall auf der Erde, als ihre Sprache verwirrt wurde und deshalb verließen sie gemeinsam die Stadt und den Turm, den sie zu bauen anfingen. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, ob Babylon als Stadt zu Lebzeiten Nimrods fertiggestellt wurde, aber um seine Macht dort zu etablieren, wurde es zum Fundament oder Startpunkt seiner Herrlichkeit. In dieser Hinsicht sind die Geschichten von Ninus und von Nimrod genau gleich. In der gleichen Art wie Ninus seine Macht gewann, erwarb auch Nimrod seine Gewalt. Es kann keinen Zweifel geben, daß seine Nachfolger sich an die Plagereien und Gefahren gewöhnten und daß er allmählich diese den Gebrauch von Waffen lehrte, um sie so vorzubereiten, daß sie ihm bei der Erwerbung seiner Herrschaft halfen; genau wie bei Ninus, bildete er seine Anhänger für eine lange Zeit „durch schwere Übungen und Plagereinen“ aus, damit er der Erste der assyrischen Könige wurde.

Der Aufschluß dieser Zeugen der Antike wurde sehr durch zusätzliche Überlegungen verstärkt. In der Genesis (1.Mose) Kapitel 10 Vers 11 finden wir eine Passage, die, wenn ihre Aussage richtig verstanden wird, ein helles Licht auf das Thema wirft. Diese Stelle lautet so: „Von dem Land ist gekommen Assur, und baute Ninive.“Es wird von ihm gesprochen, als wäre es außergewöhnlich, daß Assur aus dem Land von Shinar kam, während nun die menschliche Rasse im allgemeinen aus demselben Land stammte. Es stammt aus der Annahme, daß Assur göttliches Recht auf dieses Land hat, und daß er dieses Volk in der Art Nimrods vertrieben hat, während nirgendwo im Kontext auf göttliche Rechte verwiesen wird, oder es einen anderen Beweis gibt. Überdies war das Königtum von Assur in der unmittelbaren Nachbarschaft von Nimrod genauso mächtig wie das Königtum Nimrods selbst. Assur baute vier Städte, eine von diesen wurde nachdrücklich als „groß“ bezeichnet (Vers 12). Nimrod baute, laut dieser Interpretation, genau dieselbe Anzahl von Städten, von denen keine als „groß“ bezeichnet wurde. Es ist äußerst unwahrscheinlich, daß Nimrod heimlich als mächtiger Rivale so nahe bei ihm geboren wurde. Um solche Schwierigkeiten wie diese zu umgehen, wurde vorgeschlagen, die Worte so zu übersetzen: “ aus diesem Land kam er (Nimrod) nach Assur, oder Assyrien.“ Aber dann sollte das Wort gemäß der gewöhnlichen Benutzung der Grammatik im Original „Ashurah“ heißen, hinzugefügt mit der Angabe einer Fortbewegung zu einem anderen Ort, wogegen es einfach Assur heißt, ohne daß eine Andeutung von Bewegung angehängt wurde. Ich bin überzeugt davon, daß die ganze Verwirrung dieser Kommentatoren aus der Annahme entstammte, daß in dieser Bibelstelle der richtige Name benutzt wurde, obwohl in Wirklichkeit kein passender Name existiert. Assur ist das passive Partizip eines Verbs, das dem Sinne nach zu erkennen gibt, etwas „stark zu machen“ [Siehe Chaldee Lexicon in Clavis Stockii, wo das Verb „ascher“ mit „firmavit roboravit“ wiedergegeben wird. Aschur, das passive Partizip, ist folglich „firmatus roboratus.“ Sogar im Hebräischen scheint dieser Sinn innezuwohnen. Es kann aus dem Hauptwort te-aschur stammen, der Name der Zypresse (Jesaja 60:13), das Holz dieses Baumes ist außergewöhnlich wegen seiner Festigkeit und Dichte. Wenn im gewöhnlichen hebräischen Sinne die Bedeutung im Grunde genommen dieselbe ist wie Ascher, „Erfolg haben“ oder „erfolgreich,“ muß Aschur im Partizip Passiv „Erfolg gehabt haben“ oder „erfolgreich gewesen sein“ bedeuten.] und folglich „gestärkt sein“ oder „gestärkt worden“ bedeutet. Ich lese deshalb diese Stelle so (Vers 10), „Und der Anfang seines (Nimrod’s) Königtums war Babel und Erech und Akkad und Kalneh.“ Ein Anfang läßt natürlich auf Erfolg schließen und hier finden wir es (Vers 11) „Von dem Land ist er gekommen als er stark wurde und baute Ninive“ usw. Dies stimmt nun mit der Stellungnahme in der antiken Geschichte des Justin überein: „Ninus stärkte die Herrlichkeit seiner erworbenen Herrschaft durch fortlaufendes Aneignen von Besitz. Durch Unterwerfung seiner Nachbarn wurde er, durch Beitritt von Truppen, fortgesetzt gestärkt, dann drängte er gegen andere Völker vor und jeder neuer Sieg bahnte den Weg für einen anderen; er unterwarf alle Menschen des Ostens.“ [Die Worte im Orginaltext lauten wie folgt: „Ninus magnitudinem quæsitæ dominationis continua possessione firmavit. Cum accessione virum fortior, ad alios transiret, et proxima quæque victoria instrumentum sequentis esset totius Orientis populus subegit.“] Daher war Nimrod oder Ninus der Erbauer von Ninive und der Ursprung des Namens der Stadt wurde als „die Wohnung des Ninus“ erklärt. Diese Tatsache ist zur selben Zeit ans Licht gekommen wie die, daß der Name des Hauptteils der Ruinen von Ninive immer noch Nimrod lautet. Sehr wahrscheinlich ist Ninus Nimrod; die Art wie die Vermutung ausgedrückt wird, was sonst nicht klar aus der antiken Geschichte entnommen werden kann, bestärkt die Wahrheit dieser Annahme selbst. Von Ninus wurde gesagt, daß er der Sohn von Belus oder Bel ist, und Bel wurde nachgesagt, er wäre der Gründer von Babylon. Wenn in Wirklichkeit Ninus der erste König von Babylon war, wie kann dann von Belus oder Bel – also seinem Vater – gesagt werden, er sei der Gründer von Babylon? Beide Mächte können gleichzeitig herrschen, wenn wir beachten, wer Bel ist und seine Taten zurückverfolgen. Wenn Ninus Nimrod war, wer war dann der historische Bel? Er muß identisch mit dem Kusch sein: „Kusch zeugte aber den Nimrod.“ (1.Mose 10:8) und Kusch wurde gewöhnlich als der Rädelsführer der großen Abtrünnigkeit bezeichnet [Gregor schreibt Kusch zu, was eher seinem Sohn widerfuhr, aber seine Darstellung zeigt den Glauben seiner Tage, was auch anderweitig bestätigt wird, nämlich daß Kusch zum Teil vorausging, die Menschen von der wahren Anbetung Gottes wegzuführen.]. Kusch, der Sohn von Ham, war Hermes oder Merkur, Hermes ist nur das ägyptische Synonym für den Namen „Sohn des Ham“ [Die Zusammenstellung von Her-mes ist zum einen „Her,“ das im chaldäischen ein Synonym für Ham oder Khem, „der Gebrannte,“ ist. Ebenso wie „Her,“ genauso wie Ham, als „der Heiße oder Brennende“ bezeichnet wird, formt der Name die versteckte Identifizierung Hams mit der „Sonne,“ und so wird der große Patriarch, nach dessen Name das Land Ägypten benannt wurde, in Verbindung mit der Sonne vergöttert. Khem oder Ham wurde in späteren Zeiten im Land des Ham offen mit seinem Namen angebetet, denn Anfangs würde es wohl zu waghalsig gewesen sein. Bei der Bedeutung von „Her,“ dem Synonym, war der Weg dafür wohl geebnet. „Her“ ist der Name für Horos, der mit der Sonne gleichgesetzt wird, das die richtige Etymologie des Namens von dem Verb zeigt, deren ich nachgegangen bin. „Mes“ als zweites kommt von „Mescheh“ oder (ohne den letzten Konsonanten, der weggelassen werden kann) „Mesch,“ „fortziehen.“ In Ägypten haben wir Ms im Sinne von „fortbringen,“ was offensichtlich eine andere Form desselben Wortes darstellt. Im passiven Sinne finden wir Ms auch in Gebrauch. Die Grundbedeutung des Wortes Mescheh wird in Stockii Lexicon im Lateinischen mit „extraxit“ wiedergegeben. Im Englischen finden wir „extraxit“ im Sinne von Geburt oder abstammen, was zeigt, daß hier eine Verbindung besteht, zwischen der generellen Bedeutung des Wortes und der Geburt. Diese Ableitung erklärt die Bedeutung der Namen der ägyptischen Könige Ramesses (Ramses) und Thotmes. Die Bedeutung des ersten ist „Sohn des Ra,“ der Sonne; für Ramses Hliou pais; und die des anderen ist von gleicher Art: „Der Sohn des Thot.“ Aus demselben Grund ist Her-mes „der Sohn von Her oder Ham,“ des Gebrannten – und das ist Kusch.].

Hermes war der ursprüngliche große Prophet der Vergötterung, er wurde von den Heiden als der Verfasser ihrer religiösen Riten und der Übersetzer der Götter anerkannt. Der bekannte Gisenius identifizierte ihn mit dem babylonischen Nebo, der prophetische Gott, und eine Stellungnahme des Hyginus zeigt, daß er als großer Vertreter der Bewegung bekannt war, welche die Teilung der Sprachen hervorbrachte. Seine Worte sind diese: „Für viele Zeitalter lebten Menschen unter der Regierung von Jove (das ist zweifellos nicht der römische Jupiter, sondern der JHWH der Hebräer) ohne Städte und ohne Gesetz, und alle sprachen eine Sprache. Aber Merkur interpretierte die Sprachen der Menschen (es wurde der Übersetzer Hermeneutes erwähnt) und sie verteilten sich individuell. Dann begannen die Meinungsverschiedenheiten“ Hier besteht offenbar ein Geheimnis. Wie kann Merkur oder Hermes das Verlangen haben, die Sprachen der Menschheit zu übersetzen, wenn sie „alle eine Sprache sprachen“? Um die Bedeutung herauszufinden, müssen wir zu den Geheimnissen der Sprache greifen. Peres (in Chaldäa) benutzte die Worte: „zu übersetzen.“ Diese wurden aber durch die alten Ägypter, durch die Griechen und öfters auch durch die Chaldäer selbst in derselben Art wie von Peres benutzt, nämlich „zu teilen.“ Merkur, Hermes oder Kusch „der Sohn des Ham“ war der „Teiler der Sprachen der Menschen.“ Er war der Rädelsführer in dem Plan für die Erbauung der großen Stadt und des Turmes von Babel und (unter dem gut bekannten Titel „der Übersetzer der Götter“ = Hermes) ermutigte er sie, im Namen Gottes in ihrem dreisten Unternehmen fortzufahren und bewirkte so die Teilung der Sprachen der Menschen und die Zerstreuung der Menschen über die Erdoberfläche. Nun schauen wir in Verbindung mit diesem Punkt auf den Namen Belus oder Bel (er wurde dem Vater des Ninus oder Nimrod gegeben). Obwohl bei den Griechen der Name Belus den Baal und den Bel der Chaldäer bezeichnete, waren diese trotzdem zwei völlig getrennte Titel. Diese beiden Titel wurden des öfteren dem gleichem Gott gegeben, aber sie haben völlig unterschiedliche Bedeutungen. Baal kennzeichnet „den Herrn,“ aber Bel bezeichnet „den Verwirrer.“ Wenn wir dann lesen, daß Belus (der Vater des Ninus) derjenige war, der Babylon erbaut oder gegründet hat, kann es da einen Zweifel geben, welchen Sinn es hatte, ihm den Titel Belus zu geben? Er mußte Bel, der „Verwirrer,“ bedeuten. Zu dieser Bedeutung des Namens des babylonischen Bel gibt es eine Anspielung in Jeremia 1:2, wo gesagt wurde:“Bel wurde verwirrt,“ das bedeutet, „Der Verwirrer wurde in Bestürzung gebracht.“ Dieser Kusch war in der heidnischen Antike bekannt mit der Eigenschaft des Bel als „der Verwirrer,“ wie die Stellungnahme Ovids sehr klar beweist. Ich meine die Stelle, in der Janus, „der Gott der Götter,“ von dem all die anderen Götter abstammen, veranlaßt wurde, über sich zu sagen: „Die Alten… nannten mich Chaos“ (Me Chaos antiqui nam res sum prisca vocabant). Dies weist zum einen entschieden darauf hin, daß Chaos nicht bloß als Zustand der Verwirrung bekannt war, sondern auch als der „Gott der Verwirrung.“ Aber zweitens, wer unter denen, die die Regeln der chaldäischen Aussprache kennen, weiß nicht, daß Chaos nur eine der bestehenden Formen des Namens von Kusch ist [Der Name des Kusch lautet auch Khus, ‚sch’ wird bevorzugt im chaldäischen nur mit „s“ geschrieben; und Kusch in der Aussprache wurde rechtmäßig zu Khawos, oder ohne Diagamma zu Khaos.]? Dann beachte das Zeichen des Janus (der etruskische Name auf der Rückseite der Münze, „Bel-athri“ (= Herr der Spinnen), wurde wahrscheinlich Janus gegeben, in Anspielung auf seinen bekannten Titel „Janus Tuens,“ der möglicherweise als „Janus der Seher“ oder „der alles sehende Janus“ wiedergegeben werden kann.), den „die Alten Chaos nannten,“ und du wirst bemerken, daß es mit den Taten des Kush übereinstimmt, wenn er als Bel „der Verwirrer“ identifiziert wird. Das Symbol ist eine Keule. Und der Name „Keule“ stammt von einem Wort, das „in Stücke zerbrechen oder überallhin zerstreuen“ bedeutet [In Sprüche 25:18 ist eine Keule „mephaitz“.In Jeremia 51:20 wurde dasselbe Wort ohne das ‘Jodh’ offensichtlich für eine Keule gebraucht (in unserer Version durchgehend als Streitaxt wiedergegeben); sein Bestimmungszweck ist nicht das Auseinanderschneiden, sondern „in Stücke zerbrechen“. Siehe die ganze Passage.]. Derjenige, der die Verwirrung der Sprachen verursachte, war der, der die frühere geeinte Erde (Genesis 11:1) in „Stücke zerbrach“ und der die Bruchstücke „überallhin zerstreute“. Welches Symbol ist dann bezeichnender als die Keule, für die Verewigung der Werke des Kush als Bel der „Verwirrer“? Und diese Bezeichnung wird klarer, wenn der Leser sich dem Hebräischen von Genesis 11:9 zuwendet und herausfindet, daß das ursprüngliche Wort, von dem die Keule ihren Namen hatte, verwendet wurde, um die Folge der Verwirrung der Zungen auszudrücken, durch die „die Kinder dieser Menschen überall auf dem Angesicht der Erde zerstreut“ wurden. Das Wort, das für zerstreuen gebraucht wurde, ist „hephaitz,“ das in der griechischen Form zu „hephaizt“ wurde [Es gibt viele Beispiele für eine ähnliche Änderung. Botzra wurde im griechischen zu Bostra und Mitzraim zu Mestraim.] und deshalb der Ursprung des gut bekannten, aber wenig verstandenen Namens Hephaistos und des Attributes von Vulcan, „dem Vater der Götter,“ ist [Vulcan hatte im klassischen Pantheon gewöhnlich keine so hohe Position inne, aber in Ägypten wurde Hephaistos oder Vulcan „Vater der Götter“ genannt]. Hephaistos ist der Name des Rädelsführers der ersten Rebellion, „der Zerstreuer,“ und Bel ist der Name derselben Person als „der Verwirrer der Zungen“. Hier nun könnte der Leser den wahren Ursprung des Hammers des Vulcan erkennen, der nur eine andere Bezeichnung für die Keule des Janus oder Khaos („die Götter der Verwirrung“) ist. Und zu dem Zerbrechen der Erde in Stücke gibt es eine heimliche Verbindung in Jeremia 50:23, wo über Babylons Urgott apostrophiert wird: „Oh wie der Hammer der ganzen Erde entzwei gehauen wurde und brach!“ Nun, der Turmbau war der erste Akt offener Rebellion nach der Sintflut und Kush (als Bel) war der Rädelsführer darin, er war natürlich der Erste, dem der Name „Merodach“ (= Der große Rebell [Merodach kommt von Mered, rebellieren und Dakh, das beigefügte demonstrativ Pronomen, das es nachdrücklich macht, und „jener“ oder „der Große“ bedeutet.]) gegeben werden mußte und deshalb, entsprechend dem üblichen Parallelismus der prophetischen Sprache, finden wir beide Namen des babylonischen Gottes in Bezug zueinander, wenn das Urteil vorhergesagt wurde: „Bel ist verwirrt: Merodach ist in Stücke gebrochen“ (Jeremia 50:2). Das Urteil kam über den babylonischen Gott gemäß seinen Taten. Als Bel hatte er die ganze Erde verwirrt, deshalb ist er verwirrt worden. Als Merodach, der die Rebellion anstiftete, „zerbrach“ er die geeinte Welt in Stücke; deshalb zerbrach er sich selbst in Stücke.

Soviel zu der Persönlichkeit des historischen Bel, auch mit Janus oder Khaos gleichgesetzt, dem Gott der Verwirrung mit der symbolischen Keule [Die Namen Bel und Hephaistos können also zu ihrem Ursprung zurückgeführt werden (diese waren demnach keine unpassenden Namen) und es zeigt sich, daß, obwohl in einer unterschiedlichen Empfindung, diese Kriegsgötter von Kusch abstammten, von denen Babylon seinen Ruhm unter den Nationen ableitete. Die kriegerischen, vergötterten Könige aus der Linie des Kush wurden verherrlicht, weil sie in ihrer unbezwingbaren Macht Verwirrung unter ihre Feinden brachten, ihre Armeen zerstreuten und die Erde in Stücke brachen. Zweifellos gibt es Verbindungen zu diesen Gedanken und den Handlungen des uranfänglichen Bel und den inspirierten Vorwürfen Jeremias gegen Babylon. Außerdem wurde die materielle Wahrnehmung dieser Namen durch die Keule verwirklicht, die dem griechischen Herkules (als die eigentliche Keule des Janus) gegeben wurde, obwohl in der Persönlichkeit ein ziemlicher Unterschied zum originalen Hercules besteht, denn er stellte sich nur durch körperliche Gewalt als der große Reformer der Welt auf. Der zweiköpfige Janus wurde mit der Keule dargestellt. Mit der zwei-Gesichts-Darstellung wurde wahrscheinlich beabsichtigt, den alten Kush mit dem jungen Kush oder Nimrod als Kombination darzustellen. Aber die zwei-Gesichts-Darstellung mit anderen Merkmalen beinhalten auch Hinweise zu einem anderen „Vater der Götter,“ der, wie später bemerkt, speziell mit Wasser zu tun hat.]. Fahren wir dann mit diesen Folgerungen fort; es ist nicht schwer zu erkennen, wie man zu dem Schluß kommt, daß Bel oder Belus (der Vater des Ninus) Babylon gegründet hatte, während nichtsdestoweniger Ninus oder Nimrod der wahrscheinliche Erbauer ist. Obwohl Bel oder Kush, der sich im speziellen mit der ersten Grundlage von Babylon befaßte, in einigen der Abschriften der „Chroniken des Eusebius“ als der erste König dargestellt wurde, ist es jetzt offensichtlich aus der göttlichen und der heidnischen Geschichte zu erkennen, daß er niemals als König der babylonischen Monarchie regiert haben konnte. Und demgemäß finden wir in der armenischen Version der „Chronik des Eusebius,“ die unbestritten den Sieg für Richtigkeit und Authentizität davon trägt, seinen Namen in der Liste der assyrischen Könige gänzlich ausgelassen, statt dessen finden wir als erstes den Namen von Ninus, der gemäß den antiken Schriften genau dem Nimrod entspricht. Und wenn wir die Tatsache beachten, daß in der Antike Ninus zum Sohn des Belus oder Bel gemacht wurde und daß der historische Bel Kush ist, erkennen wir, daß Ninus weiterhin Nimrod ist.

Aber wenn wir darauf achten, was über Semiramis, der Frau des Ninus, gesagt wurde, ergeben die Anhaltspunkte zusätzliche Entwicklungen. Diese Anhaltspunkte zeigen endgültig, daß die Frau des Ninus niemand anders sein kann, als die Frau des Nimrod. Außerdem brachte sie eine von seinen großen Eigenschaften zu Tage, weshalb Nimrod vergöttert wurde. In Daniel 11:38 lesen wir von einem Gott, der Ala Mahozine [In unserer Version wurde Ala Mahozim in einer anderen Möglichkeit wiedergegeben: „Gott der Streitmacht“ oder“Schützer der Götter“. Zu der letzteren Interpretation gibt es einen sicheren Einwand, da Ala in der Einzahl steht. Keiner kann dies zulassen: Mahozim oder Mauzzim zeigen keine „Streitmächte“ oder „Armeen“ an, sondern „Munition“ in dem Sinne, daß es eine „Befestigung“ ist. Stockius gibt uns in seinem Lexicon die Definition von Mahoz in der Einzahl: robur, arx, locus munitus. In Folge der Definition gab er folgendes Beispiel: Richter 6:26,“Und du sollst dem Herrn, deinem Gott, einen Altar auf dem Gipfel dieses Felsens bauen.“ (Mahoz im Sinne einer „festen Stelle“) und Daniel 11:19, „Dann sollte er sein Angesicht zu der Festung (Mahoz) seines eigenen Landes zurückwenden.“] (der Gott der Befestigung) genannt. Wer dieser Gott der Befestigung sein kann, können die Kommentatoren selbst nicht erklären. In den Aufzeichnungen des Altertums wurde die Existenz irgendeines Gottes der Befestigung weitgehend übersehen und es muß eingestanden werden, daß kein solcher Gott mit einer Bedeutung für den gewöhnlichen Leser herausragte. Aber von der Existenz einer Göttin der Befestigung gibt es eine ausreichende Spur. Diese Göttin ist Cybele, die weltweit auf Wandgemälden mit einer turmähnlichen Krone oder mit einer Befestigung auf ihrem Kopf dargestellt wurde. Warum wurde Rhea oder Cybele so dargestellt? Ovid fragte dies und beantwortet es selber. Seine Antwort ist diese: sie trug eine Krone aus Türmen, „weil sie als erstes in Städten aufgestellt wurde.“ Die erste Stadt der Welt nach der Sintflut (von wo der Beginn der Welt selbst öfters datiert wurde), die Türme und umgebende Wände hatte, war Babylon. Und Ovid selber zeigt uns, daß Semiramis die erste Königin dieser Stadt war, von der geglaubt wurde, sie hätte „Babylon mit Wänden aus Ziegelsteinen umgeben“. Semiramis, die erste vergötterte Königin dieser Stadt und des Turmes, dessen Spitzte so gebaut wurde, daß er bis in den Himmel reicht, mußte das Vorbild der Gottheiten sein, die „als Erste Türme in den Städten bauten.“ Wenn wir die ephesische Diana betrachten, finden wir Anzeichen genau der gleichen Wirkung. Im allgemeinen wurde Diana als eine Jungfrau und als die Patronin der Jungfräulichkeit geschildert, aber die ephesische Diana weist ziemliche Unterschiede auf. Sie wurde mit allen Merkmalen einer Mutter der Götter dargestellt und als die Mutter der Götter trug sie eine turmähnliche Krone, als ob sie niemand betrachten könnte, ohne eindringlich an den Turm von Babylon erinnert zu werden. Diese turmtragende Diana ist durch einen antiken Gelehrten ausdrücklich mit der Semiramis identifiziert [Ein Gelehrter der Periergesis des Dionysius, sagte Layard, macht Semiramis zu demselben wie die Göttin Artemis oder Despoina. Nun, Artemis war Diana und der Titel Despoina wurde ihr gegeben. Das zeigt, daß sie in der Eigenschaft der ephesischen Diana als Semiramis identifiziert wurde. Despoina ist das griechische Wort für Domina „die Dame“, der eigentümliche Titel von Rhea oder Cybele (der turmtragenden Gottheit) im alten Rom.] worden. Wenn wir uns deshalb daran erinnern, daß Rhea oder Cybele (die turmtragende Gottheit) in Wirklichkeit eine babylonische Gottheit war, und daß Semiramis, wenn sie angebetet wurde, unter den Namen Rhea verehrt wurde, wird wohl wie ich denke kein Zweifel an der Identität der „Göttin der Befestigung“ bleiben.

Nun, es gibt keinen Grund zu glauben, daß Semiramis alleine (obwohl einige diese Sache so beschrieben haben) die Zinnen Babylons baute. Wir haben die Zeugenaussage eines Historikers der Antike, Megasthenes, (aufbewahrt durch Abydenus), daß es „Belus“ war, der „Babylon mit einer Mauer umgab.“ Es kann sich nicht auf „Bel“ als den Verwirrer beziehen, der die Stadt und den Turm von Babel zu bauen anfing und beides verließ, ohne sie zu beenden. Das kann sich nur auf seinen Sohn Ninus (und folglich auf Nimrod) beziehen, der den Titel seines Vaters geerbt hatte und der der erste wirkliche König des babylonischen Weltreiches wurde. Der wahre Grund, warum Semiramis, die Frau des Ninus, den Ruhm der Beendigung der Befestigung von Babylon erlangte, war, daß sie von den alten Götzendienern in einer übergeordneten Stellung geachtet wurde. Und ihr wurden all die unterschiedlichen Eigenschaften zugeschrieben, die von ihrem Ehemann geglaubt oder vermeintlich geglaubt wurden. Es wurde dann eine von den Eigenschaften ermittelt, in welcher die vergötterte Frau angebetet wurde. Wir denken, daß das Beenden die entsprechende Eigenschaft des vergötterten Ehemannes war. Layard drückte eindeutig seinen Glauben daran aus, daß Rhea oder Cybele (die „turm-tragende“ Gottheit) nur das weibliche Gegenstück des „vergötterten, leitenden Bollwerkes oder der Festung“ war, und daß diese Gottheit Ninus bzw. Nimrod war. Wir haben weitere Anzeichen auf das, was diese geteilte Notiz des Altertums über diesen ersten vergötterten König Babylons sprach, der den Namen trug, der ihn als den Ehemann der Rhea, die „turmtragenden“ Göttin, identifizierte. Dieser Name ist Kronos oder Saturn [ In der griechischen Mythologie sind Kronos und Rhea im allgemeinen Bruder und Schwester. Ninus und Semiramis wurden geschichtlich nicht so dargestellt, als würden sie in irgendeinem Zusammenhang zueinander stehen. Aber dies ist kein Widerspruch zu der Identität von Ninus und Kronos. Als erstes: Die Beziehungen der Göttlichkeiten sind in den meisten Ländern besonders widersprechend. Osiris wurde in Ägypten zu unterschiedlichen Zeiten nicht allein als der Sohn und Ehemann der Isis dargestellt, sondern auch als ihr Vater und Bruder. Dann zweitens: Was auch immer die vergötterten Sterblichen vor ihrer Vergöttlichung sein mochten, seit dem sie vergöttert sind, kamen sie in eine neue Beziehung zueinander. Auf der Apotheose (=Vergöttlichung) von Ehemann und -frau war es für die Würde der beiden notwendig, daß beide mit ähnlichem himmlischen Ursprung dargestellt wurden – beide als übernatürliche Nachkommen von Gott. Vor der Sintflut hatte die große Sünde den Ruin für die menschliche Rasse gebracht. Die Sünde war, daß die „Söhne Gottes“ andere als die Töchter Gottes heirateten (in anderen Worten, diese waren nicht ihre geistigen „Schwestern“. Siehe 1. Mose 6,2.3 ). In der neuen Welt, während sich der Einfluß Noahs durchsetzte, mußte sich die entgegengesetzten Praktiken stark eingeprägt haben. Für einen „Sohn von Gott“ mußte es eine Messalliance (=Heirat zw. Personen sehr ungleichen Standes) oder eine Schande sein, irgend eine der Töchter Gottes oder seine eigene „Schwester“ in Treue zu heiraten. Deshalb stammt die Verdrehung einer geistlichen Idee zweifellos aus dem Begriff der Würde (die Reinheit der königlichen Linie durch die Heirat von königlichen Brüdern und Schwestern zu erhalten). Dies war der Fall in Peru, in Indien und in Ägypten. Deshalb die Beziehung des Jupiters zu Juno, die darüber frohlockt, daß sie „soror et conjux“- „Schwester und Ehefrau“ ihres Mannes war. Darum besteht auch dieselbe Beziehung zwischen Isis und ihrem Mann Osiris; die Erstere wurde als die, die „ihren Bruder Osiris beklagt,“ dargestellt. Aus demselben Grund wurde zweifellos Rhea zur Schwester ihres Mannes Kronos gemacht, um ihre himmlische Würde und Gleichheit anzuzeigen.]. Es ist gut bekannt, daß Kronos oder Saturn Rheas Ehemann war, aber es ist nicht so gut bekannt, wer Kronos selbst war. Durch das Zurückverfolgen bis zum Ursprung wurde bewiesen, daß dieser Gott der erste König Babylons war. Theophilus von Antiochia zeigt, daß Kronos im Osten unter den Namen Bel und Baal angebetet wurde; und von Eusebius lernen wir, daß der erste der assyrischen Könige, dessen Name Belus war, von den Assyrern auch als Kronos angerufen wurde. Da die echten Abschriften des Eusebius keinen Belus als einen tatsächlichen König von Assyrien eingestehen und früher zwischen Ninus, dem König der Babylonier, und ihm eindeutig unterschieden wurde, zeigt dies, daß Ninus, der erste König von Babylon, Kronos war. Des weiteren haben wir herausgefunden, daß Kronos der König der Cyclopen war, die seine Brüder waren und auch sein Name sich von ihnen ableitete [Der Scholast sagt über Euripides, daß „die Cyclopen so von ihrem König Cyclop genannt wurden.“ Dieser Gelehrte sah die Cyclopen als eine thrakische Nation an; die Thraker hatten diese Tradition festgelegt und wandten sie bei sich selbst an. Aber die folgende Meinung des Gelehrten über Prometheus des Æschylus zeigt, daß sie in einem engen Verhältnis zu Kronos standen, was beweist, daß er ihr König war: „Die Cyclopen … waren die Brüder Kronos, des Vaters Jupiters.“] und daß die Cyclopen als die „Erfinder des Turmbaus“ bekannt waren. Der König der Cyclopen, der „Erfinder des Turmbaus,“ besetzte genau die gleiche Stellung wie Rhea, die „als erste (Türme) in Städten aufstellte.“ Wenn Rhea, die Ehefrau Kronos’, die Göttin der Befestigung war, so mußte Kronos (=Saturn, Ninus, Nimrod), der Ehemann Rheas und der erste König von Babylon, Ala Mahozin, der „Gott der Befestigung“ sein.

Der Name Kronos selber hilft nicht weniger, um die Beweisführung zu unterstützen. Kronos bedeutet „der Gehörnte [Von Krn, ein Horn. Der Beiname Carneus (er wurde für Apollo verwendet) ist nur eine andere Form desselben Wortes. Apollo wurde als der „zwei-Gehörnte Gott“ angeredet.].“ Da ein Horn ein gut bekanntes und orientalisches Sinnbild für Kraft oder Macht ist, war Kronos der „Ge-hörnte,“ laut dem System der Sinnbilder nur ein Synonym für den schriftlichen Beinamen, der für Nimrod verwendet wurde: Gheber, „Der Mächtige“ (1. Mose 10,8), „Er fing an mächtig zu werden auf der Erde“. Wie dem Klassik-Leser bewußt ist, wurde der Name Kronos für Saturn als der „Vater der Götter“ verwendet. Wir haben bereits schon einen „Vater der Götter“ kennengelernt, Kush, in der Eigenschaft als Bel der Verwirrer oder Hephaistos der „Zerstreuer“. Jetzt ist es leicht zu verstehen, wann die Verehrung Sterblicher anfing und der „mächtige“ Sohn des Kush vergöttert wurde und wann auch der Vater, der einen besonderen Anteil an der ganzen Aufstellung des abgöttischen Systems hatte, vergöttert wurde, und der natürlich, in der Eigenschaft als der Vater des „Mächtigen“ und aller „Unsterblichen,“ Erfolg hatte. Aber im Verlauf unserer Untersuchungen sollten wir herausfinden, daß Nimrod als der erste angebetete Sterbliche der wirkliche Vater der Götter war, und daß es deshalb genau mit der historischen Tatsache übereinstimmt, daß Kronos der Gehörnte oder der Mächtige im klassischen Pantheon unter diesem Titel bekannt war.

Die Bedeutung seines Namens Kronos, „der Gehörnte,“ angewandt auf Nimrod, erklärt vollständig den Ursprung des außergewöhnlichen Symbols, das sich so häufig unter den ninivitischen Skulpturen findet: der gigantische ge-hörnte Mann-Stier, als Darstellung des großen Gottes in Assyrien. Dasselbe Wort, das einen Stier beschreibt, stellt auch einen Herrscher oder Fürst dar. [Der Name für einen Stier oder Herrscher lautet in hebräisch ohne Punkte Shur, das im chaldäischen zu Tur wurde. Von Tur (im Sinne eines Stieres) stammt das lateinische Wort Taurus und von demselben Wort (im Sinne eines Herrschers) stammt auch Turannus, das ursprünglich keine schlechte Bedeutung hatte. Aus diesen gut bekannten klassischen Wörtern haben wir die Anzeichen des eigentlichen Prinzips, das die Darstellung der vergötterten assyrischen Könige in Form eines Mann-Stieres verursachte.]

Deshalb stellte der „Gehörnte Stier“ den „mächtigen Fürsten“ dar, in dieser Hinsicht deutet es auf den ersten dieser „Mächtigen“ hin, der unter dem Namen Guebres, Gabrs oder Cabiri offensichtlich einen Platz in der antiken Welt einnahm und auf den die vergötterten Monarchen Assyriens den Ursprung ihrer Herrlichkeit und Macht zurückführten. Das erklärt den Grund, warum der Bacchus der Griechen mit einem Horn dargestellt wurde und warum er oft mit dem Beinamen „gehörnter Stier“ angeredet wurde, als einer der großen Titel seiner hohen Stellung. Eben in den verhältnismäßig neuen Zeiten wurde Togrul Begh (der Führer der selcukischen Türken), der aus der Nachbarschaft des Euphrat kam, in einer ähnlichen Art dargestellt: mit drei Hörnern, die aus seinem Kopf wachsen, als das Symbol seiner Souveränität. Dies gilt in einer bemerkenswerten Art als der Ursprung einer der Gottheiten, die durch unsere heidnischen und angelsächsischen Vorfahren unter dem Namen Zernebogus verehrt wurde. Dieser Zernebogus war „die schwarze, feindselige und Krankheit-verkündende Gottheit“ oder in anderen Worten, das exakte Gegenstück der weitverbreiteten Vorstellung eines Teufels, als Annahme, er sei schwarz und ausgerüstet mit Hörnern und Hufen. Dieser Name, analysiert und verglichen mit dem begleitenden Holzschnitt von Layard, wirft ein sehr einseitiges Licht auf die Quelle, von der der populäre Aberglaube in Bezug auf den Teufels stammt. Der Name Zer-Nebo-Gus ist beinahe ganz chaldäisch und scheint sich selber zu entfalten als „der Same des Propheten Kush“. Wir haben bereits Gründe gesehen, um zu folgern, daß (unter dem Namen Bel; klar unterschieden zu Baal) Kush der große Wahrsager oder falsche Prophet war, der in Babylon angebetet wurde. Aber unabhängige Forscher kamen zu dem Schluß, daß Bel und Nebo nur zwei unterschiedliche Titel für denselben Gott waren und daß dieser ein prophetischer Gott war. Dies kommentierte Kitto über die Worte aus Jesaja 46:1: „Bel beugte sich nieder, Nebo bückte sich,“ mit Bezug auf den letzteren Namen: „Diese Worte stammen scheinbar von Nibba ab, um ein Orakel abzuliefern oder zu prophezeien und deshalb würde ein Orakel (und besonders dieses), so deutet es Calmet an, nicht mehr sein als ein anderer Name für Bel selbst oder ein kennzeichnender Beiname, der ihm gegeben wurde; es ist nicht ungewöhnlich, dieselbe Sache in derselben Zeile in gleichwertigen Begriffen zu wiederholen.“ „Zer-Nebo-Gus,“ der große „Same des Propheten Kusch“ war natürlich Nimrod; Kusch war Nimrod’s Vater. Wenden wir uns nun Layard zu und sehen wir, wie das Land der Zeiten und Assyrien deshalb in enge Verbindung gebracht wurden. Auf dem Holzstich, auf den wir Bezug nahmen, finden wir „den assyrischen Hercules [Barker identifizierte den assyrischen Herkules mit „Dayyad dem Jäger,“ der offensichtlich auch Nimrod ist.]“ (das ist „Nimrod der Große“), wie er in der septuagintischen Version der Genesis beschrieben wurde: ohne Keule, Speer oder Waffe irgendeiner Art einen Stier attackierend. Ihn überwältigt, setzte er sich die Hörner des Stieres als eine Trophäe des Sieges und Symbol der Kraft auf den Kopf; und von da an wurde der Held nicht allein mit den Hörnern und den Hufen darüber dargestellt, sondern von der Mitte abwärts auch mit den Beinen und den angeklebten Füßen des Stieres. So ausgestattet wurde er dann in der nächsten Szene einem Löwen gegebüberstehend dargestellt. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach beabsichtigt worden, um einige Ereignisse seines Lebens zu verewigen, er, der mächtig in der Jagd und im Krieg wurde und der, laut aller alten Traditionen, auch außergewöhnliche körperliche Kraft hatte als Führer der Riesen, die gegen den Himmel rebelliert hatten. Nun, als der Sohn des Kusch war Nimrod schwarz oder mit anderen Worten ein Neger. „Kann der Äthiopier seine Haut wechseln?“ heißt im Original, „Kann der Kuschit“ es tun? Behalten wir dies im Sinn, wenn wir beobachten, daß dies in der Figur von Niniveh eingraviert wurde. Wir haben beides: das Urbild des angelsächsischen Zer-Nebo-Gus, „der Same des Propheten Kush,“ und das echte Original des schwarzen Teufels der Menschheit mit Hörnern und Hufen. Er wurde ursprünglich in einer unterschiedlichen Art als Teufel und als Nimrod angebetet, aber bei den Angelsachsen als ein Mensch mit einer hellen Gesichtsfarbe. Es war unvermeidlich, daß er, wenn er in beiden Arten verehrt wurde, gewöhnlich nur ein Objekt der Furcht war und wie Kronos, „der Gehörnte,“ der die „Hörner“ trug, wurde er im gewöhnlichen Aberglauben zur anerkannten Darstellung des Teufels.

In vielen und weit entfernten Ländern wurden die Hörner zum Symbol der souveränen Kraft. Die corona (Kranz) oder Krone, die bis heute immer noch die Brauen der europäischen Monarchen umringt, scheint sich von diesem Sinnbild der Macht, angewandt bei Kronos oder Saturn, ableiten zu lassen, war er doch gemäß Pherecydes „der erste, der vor allen anderen eine Krone trug [ „Saturnum Pherecydes ante omnes refert coronatum.“].“

Die erste königliche Krone erscheint nur als Band, in das das Horn gesetzt wurde. Von der Idee inspiriert, die Macht sei in dem „Horn“ enthalten, scheinen gerade untergeordnete Herrscher einen mit einem einzelnen Horn geschmückten Kranz als Zeichen der ihnen verliehenen Autorität getragen zu haben. Bruce, der Abyssinien-Reisende, zeigt zum Beispiel die abyssinischen Oberhäupter, die so geschmückt waren. Er lenkte die besondere Aufmerksamkeit auf die Verwendung eines Horns, als er erkannte, daß die Herrscher der Provinzen sich durch ihren Horn-Schmuck auszeichneten. Je nach der souveränen Macht wurde das königliche Kopfband mit zwei, manchmal auch mit drei Hörnern geschmückt. Das Doppel-Horn war offensichtlich das ursprüngliche Symbol der Kraft und Macht als Anteil der Souveränität; die ägyptischen Monumente zeigen gewöhnlich nie mehr als zwei Hörner auf den Köpfen der vergötterten königlichen Persönlichkeiten, um ihre Macht darzustellen. Im Falle Nimrod’s basierte seine Souveränität auf seiner körperlichen Kraft und so waren die zwei Hörner eines Stieres das Symbol dieser physischen Kraft. Demgemäß lesen wir in „Sanchuniathon,“ daß „Astarte sich auf ihren Kopf ein Stier-Horn setzte, als Abzeichen des Königtums.“ Mit der Zeit kam eine andere und höhere Idee dazu und den Ausdruck dieser Idee kann man im Symbol der drei Hörner sehen. Ein Barett schien sich in Laufe der Zeit mit dem königlichen Horn zu verbinden. In Assyrien war das dreigehörnte Barett eines der „heiligen Kennzeichen.“ Wir haben weiterhin Hinweise, daß das gehörnte Band (ohne Barett) in alter Zeit die corona (Kranz) oder die königliche Krone war. Die Krone, die durch den hinduistischen Gott Vischnu in seiner Offenbarung als Fisch hervorgebracht wurde, war nur eine offene Umreifung oder ein Band mit drei Hörnern, die aufrecht standen und Knöpfe auf der Spitze jedes Hornes hatten. All diese Erscheinungen sind mit einer Krone gekrönt dargestellt, die aus einem Diadem mit drei Spitzen besteht, die aufrecht standen. Darin erkannte Sir William Jones das äthiopische oder parthische Diadem. Die offene Tiara des Agni, des hinduistischen Gottes des Feuers, zeigt in seinem unteren Bereich das Doppelhorn, das in genau der gleichen Art gemacht wurde wie in Assyrien, und beweist zum einen diesen antiken Brauch und zeigt zum anderen, wann dieser Brauch entstand. Anstatt der drei Hörner wurde diese dreiteilige Form zu Blättern. Deshalb entwickelte sich das gehörnte Band zu den modernen Diademen oder Kronen mit den drei Blättern der fleur-de-lis oder zu anderem bekannten dreiblättrigen Schmuck.

Unter den roten Indianern Amerikas gab es offensichtlich etwas ganz Ähnliches wie den babylonischen Brauch, Hörner zu tragen. Im „Tanz des Büffels“ hatten sich einige der Tänzer ihre Köpfe mit Büffelhörnern bedeckt, und es ist einer besonderen Bemerkung wert, daß der „satyrische Tanz“ [Die Satyrer waren Kumpane des Bacchus und „tanzten mit ihm“. Als erkannt wurde, wer Bacchus war und daß sein klar erkennbarer Beiname „gehörnter Stier“ war, wurden die Hörner der Satyrer ins rechte Licht geschoben. Aus einem besonders mystischen Grund waren diese Hörner im allgemeinen Ziegenhörner, aber ursprünglich mußten es dieselben sein, die Bacchus hatte.] (oder Tanz der Satyrer in Griechenland) scheinbar das Gegenstück dieser indianischen Feierlichkeiten ist. Für die Satyrer waren Gehörnte die Gottheiten und folglich mußten die, die ihren Tanz nachahmten, auch ihren Kopfschmuck gemäß ihrem Vorbild gestalten. Wenn wir also einen Brauch entdecken, der sich klar auf eine Art Sprache gründet, die charakteristisch für die Gegend war, in der Nimrods Macht wirkte und die weit voneinander entfernt in verschiedenen Ländern gebraucht wurde und bei ihnen im alltäglichen Leben keine solche Sprache benutzt wurde, sind wir sicher, daß dieser Brauch nicht nur das Ergebnis eines Zufalls war, sondern daß es einen weitverbreiteten Einfluß anzeigt, der in allen Richtungen aus Babylon ausging und zwar seit der Zeit als Nimrod „mächtig wurde auf der Erde.“

Es gab neben dem Horn noch eine andere Art, in der Nimrods Kraft dargestellt wurde. Ein Synonym für Gheber, „der Mächtige,“ war „Abir,“ während „Aber“ auch einen „Flügel“ darstellt. Als Kopf oder Kapitän dieser Männer des Krieges, mit denen er sich umgab und die Instrumente zur Begründung seiner Macht waren, hieß Nimrod „Baal-Aberin,“ „Herr der Mächtigen.“ Aber „Baal-Abirin“ (nahezu gleiche Aussprache) deutet den „Beflügelten“ an [Das bezieht sich auf ein seltsames orientales Idiom, von dem es viele Beispiele gibt. Da Baal-Aph (=“Herr des Zorns“) einen zornigen Mann anzeigt, Baal-Lashon (=“Herr der Zungen“) einen „vielsagenden Mann“ und Baal-Hatzim (=“Herr der Pfeile“) einen „Bogenschützen“, zeigt in ähnlicher Art und Weise Baal-Aberin (=“Herr der Flügel“) einen „Beflügelten“ an.] und dadurch wurde er symbolisch nicht allein als ein gehörnter Stier dargestellt, sondern wiederum als gehörnter und geflügelter Stier, nicht nur um zu zeigen, daß er selber mächtig war, sondern daß er Mächtige unter seinem Kommando hatte, die immer bereit waren, seinen Willen in die Tat umzusetzen und diejenigen zu stürzen, die Gegner seiner Kraft waren. Und um die riesige Ausdehnung seiner Macht vorzuschatten, wurde er mit großen und weit ausgebreiteten Flügeln gezeichnet. Um in dieser Stufe die mächtigen Könige Babylons und Assyriens darzustellen, die Nimrod und seine Nachfolger nachahmten, gibt es eine deutliche Anspielung in Jesaja 8,6-8: „Darum, daß dieses Volk die Wasser des Siloah verworfen hat, die sanft fließen, und man frohlockt über Rezin und den Sohn Remaljas, ja darum, siehe, bringt der Herr die Wasser der Flüsse, stark und mächtig über diesen König Assyriens und all seine Herrlichkeit. Und er wird sicherlich über seine Flußufer treten. Und er sollte durch Juda weiterziehen, er sollte überfluten und überströmen. Bis an den Hals wird er reichen. Und es wird sich ergeben, daß die Ausbreitung seiner Flügel die Breite deines Landes füllt, o Immanuel!“ Solche Bildnisse mit ihren großen ausgebreiteten Flügeln, als Symbol eines assyrischen Königs, geben uns etwas Lebendigkeit und Streitkraft in die inspirierte Sprache der Propheten! Und wie klar ist es auch, daß das Ausstrecken der Flügel des assyrischen Monarchen, das die „Breite des Landes des Immanuels anfüllt“, diese echte symbolische Bedeutung hat, die ich ihr zugeschrieben habe – nämlich die Ausbreitung des Landes durch seine „Mächtigen“ oder Unmengen von bewaffneten Männern, die der König von Babylons mit sich führte, in seiner überschwemmenden Invasion! Die Kenntnis über die Art, in der die assyrischen Monarchen dargestellt wurden und über die Bedeutung dieser Darstellung, gibt zusätzliche Rechtskraft über die Geschichte des Traumes des Cyrus des Großen, die durch Herodot mitgeteilt wurde. Cyrus, so sagt es der Historiker, träumte, daß er den Sohn einer seiner Fürsten sah, mit zwei großen „Flügeln an seinen Schultern, der Eine überdeckte Asien und der Andere Europa,“ der zu dieser Zeit in einer entfernten Provinz war, von dem er unverzüglich folgerte, daß er eine Rebellion gegen ihn organisierte. Die Symbole der Babylonier, wovon Cyrus das Kapital nahm und dessen Kraft er besiegte, waren ihm völlig vertraut; und wenn die „Flügel“ die Symbole einer souveränen Kraft waren, und deren Beherrschung deutet die Herrschaft über die Macht oder die Armeen dieses Weltreiches an, ist es leicht zu ersehen, wie jede echte und natürliche Mutmaßung der Illoyalität mit der Frage des Angriffs des Individuums, in jeder möglichen Form, in dieser Art und Weise mit seinen Träumen, die diese Mutmaßung hegen würden, in Beziehung stehen.

Nun, das Verständnis des zweifelhaften Sinnes über „Baal-Aberin“ erklärt allein schon die bemerkenswerte Aussage des Aristophanes, daß am Anfang der Welt, „die Vögel“ als erstes geschaffen wurden und dann nach ihrer Erschaffung begann der „Wettstreit der gesegneten unsterblichen Götter.“ Dies wurde als ein atheistischer oder unsinniger Ausdruck Seitens der Poeten betrachtet, aber, mit dem wahren Schlüssel der Sprache angewandt, wurde herausgefunden, daß es eine wichtige historische Tatsache beinhaltet. Wenn wir es nur im Kopf entstehen lassen, daß „die Vögel“ – das ist der „Beflügelte“ – „den Fürsten der Mächtigen“ darstellt, dann ist die Bedeutung klar, nämlich, daß Männer zuerst „anfingen, mächtig zu werden auf der Erde“ und dann die „Herren“ oder Führer dieser „Mächtigen“ vergöttert wurden. Die Kenntnis über diesen mystischen Sinn des Symbols liefert auch die Erklärung für den Ursprung der Geschichte des Perseus (dem Sohn des Jupiters), der in übernatürlicher Weise von Danae geboren wurde, die solche wundervollen Dinge tat und auf geschenkten göttlichen Flügeln von Land zu Land reiste. Dies wirft in gleicher Weise Licht auf die symbolischen Mythen in Bezug auf Bellerophon, und die Kunststücke, die er auf seinem geflügelten Pferd vorführte und schließlich auf dessen verheerendes Ende; wie weit er in den Himmel stieg und wie furchtbar sein Fall war; und auf Icarus, den Sohn des Daedalus, der mit durch Wachs zusammengekitteten Flügeln über die icarische See flog, der zu nahe an der Sonne vorbei kam und dessen Flügel deshalb schmolzen, und so wurde dem See der Name gegeben, von dem man annimmt, er wäre da hineingefallen. Jene Fabeln gehen alle auf die zurück, die wirklich oder die vermeintlich in die Fußstapfen Nimrods traten, des ersten „Herrn der Mächtigen,“ der in dieser Eigenschaft als mit Flügeln ausgestattet dargestellt wurde.

Nun, es ist bemerkenswert, daß in dem Ausschnitt des Aristophanes bereits bemerkt wurde (der von Vögeln oder von „Beflügelten“ spricht, die vor den Göttern geschaffen wurden), daß wir darüber informiert sind, daß er von den beiden „Mächtigen“ und Göttern seinen Ursprung hatte und daß er niemand anderes war, als der geflügelte Junge Cupid. Cupid, der Sohn der Venus, besetzte, das wird an anderer Stelle nachgewiesen, in der mystischen Mythologie die gleiche Stellung wie Nin oder Ninus, „der Sohn,“ der aus Rhea stammte, der Mutter der Götter. Wie Nimrod zweifellos der erste der „Mächtigen“ nach der Flut war, zeigt die Stellungnahme des Aristophanes, nämlich, daß der Jung-Gott Cupid [Aristophanes sagt, daß Eros oder Cubid die „Vögel“ und die „Götter“ erschuf, indem er „alle Dinge vermischte“. Dies ist ein klarer Beweispunkt über die Bedeutung des Namens Bel, der wieder einmal als der „Vermischer“ und der „Verwirrer auftritt. Dieser Name gehört möglicherweise zu dem Vater des Nimrod, aber, da der Sohn als Vater bezeichnet dargestellt wurde, haben wir Beweise darüber, daß der Name auf den Sohn und auf andere durch Vererbung übergeht.], selbst ein Beflügelter, alle Vögel oder „Beflügelten“ erschuf, während er die wahre Stellung des Nin oder Ninus, „des Sohnes“ einnahm, daß auch in dieser Hinsicht Ninus und Nimrod übereinstimmen. Während dies die klare Bedeutung des Dichters ist, ist dies auch, in einer streng historischen Ansicht der Tatsachen, die Schlußfolgerung des historischen Apollodorus; er nahm den Standpunkt ein, daß „Ninus Nimrod ist.“ Und dann, in Übereinstimmung mit dieser Gleichstellung von Ninus und Nimrod, erkennen wir in einer der am meisten gefeierten Skulptur des antiken Babylon Ninus und seine Frau Semiramis aktiv beschäftigt in der Betätigung der Jagt dargestellt – „die Köcher-tragende Semiramis“ als geeignete Gefährtin für „den mächtigen Jäger wider den Herrn“.

Das Kind in Ägypten

Wenn wir nach Ägypten zurückkehren, finden wir dort auch bemerkenswerte Beweise für dieselben Dinge. Justin sagte, wie wir schon gesehen haben: „Ninus unterwarf alle Völker bis Libyen,“ und demnach auch Ägypten. Die Aussage von Diodorus Siculus geht in dieselbe Richtung, Ägypten war eines der Länder, das Ninus in seine Gewalt brachte. In genauer Übereinstimmung mit diesen historischen Aussagen finden wir, daß der Name der dritten Person der ursprünglichen Triade Ägyptens Khons war. Aber Khons, im ägyptischen, kommt von einem Wort, das „jagen“ oder „hetzen“ bedeutet. Deswegen bedeutet der Name Khons’, der Sohn der Maut (die Gottesmutter, die so geschmückt war, daß sie als Rhea, die große Gottesmutter der Chaldäer [Der besondere Schmuck der Maut war eine Kopfbedeckung in Form eines Geiers. Der Name der Rhea bedeutet unter anderem Geier], zu erkennen ist), passenderweise der „Jäger“. Wenn Khons zur ägyptischen Maut in genau dem gleichen Verhältnis stand, wie Ninus zu Rhea, wie identifizierte dann der Titel „Jäger“ den ägyptischen Gott mit Nimrod? Nun, der bloße Name Khons, mit der Mythologie Roms in Berührung gebracht, erklärt nicht nur die Bedeutung eines Namens dort, der bisher dringend eine Erklärung brauchte, sondern der Name bewirkt, wenn erklärt, ein Zurückleuchten zu eben dieser ägyptischen Gottheit und eine Bestärkung der Schlußfolgerungen, die uns bis hierher geführt haben. Der Name, den ich meine, ist der Name des lateinischen Gottes Consus, der unter einem Aspekt als Neptun erkannt wird (Wie Nimrod zu einem Gott des Meeres wurde, wird an anderer Stelle noch gezeigt), der aber auch als „der Gott des geheimen Rates“ oder „der Geheimnisse hütet“ bekannt war, zu dem als dem Patron der Reiter aufgeblickt wurde und von dem man sagte, er habe die Pferde erschaffen. Wer könnte der „Gott des geheimen Rates“ oder „der Geheimnisse hütet“ sein, wenn nicht Saturn, der Gott der „Mysterien,“ und dessen Name, wenn Rom damit angesprochen wurde, „Der Heimliche“ bedeutete?[ Die Bedeutung, mit der die Römer den Namen Saturns bedacht haben, bezieht sich offensichtlich ursprünglich auf den Namen Latium. Er wurde gegeben, weil man sagte, „Saturn hat sicherlich behütet in seinen Küsten gelegen.“] Der Vater Khons’ oder Khonso’s (wie er auch genannt wird) ist Amun, von dem Plutarch berichtet, er sei auch unter dem Namen „der verborgene Gott“ bekannt gewesen, und wie der Vater und der Sohn in derselben Triade gewöhnlich eine Übereinstimmung des Charakters aufweisen, müßte Khons mit genau demselben Charakter wie Saturn, „der Heimliche,“ bekannt gewesen sein. Wenn der lateinische Consus so genau mit dem ägyptischen Khons als dem Gott der „Mysterien“ oder dem „geheimen Berater“ übereinstimmt, kann da noch ein Zweifel bestehen, daß Khons, der Jäger, auch mit demselben römischen Gott übereinstimmt, der der vermutete Schöpfer der Pferde ist? Wer genoß gleicherart Ansehen als Erschaffer der Pferde wie der große Jäger Babylons, der sie zweifellos zu der mühseligen Arbeit der Jagd rekrutierte und dem dieses Mittel im Widerstreit mit den wilden Tieren des Waldes half? In Verbindung damit stelle sich der Leser die Fabelwesen der Zentauren vor, halb Mensch, halb Pferd, so wie sie oft in der griechischen Mythologie vorkommen. Diese imaginäre Kreation war, wie allgemein zugegeben wird, zum Gedächtnis für den Mann beabsichtigt, der als erstes die Kunst des Reitens lehrte.[ Die Illustration dieses Prinzips führt uns zur Gestaltung der Zentauren. Die folgende Passage, die uns Prescott’s Mexico übermittelt, zeigt die Empfindungen der Mexikaner, als sie zum erstenmal einen Menschen auf einem Pferd reiten sahen: „Er (Cortes) befahl seinen Männern (seiner Kavallerie), mit ihren Lanzen direkt auf das Gesicht ihrer Gegner zu zielen, die, erschreckt wegen der monströsen Erscheinung – in ihren Augen erschien Reiter und das Pferd, das sie nie zuvor gesehen hatten, als ein und dasselbe – von Panik ergriffen wurden.“] Aber sie war nicht griechischer Phantasie entsprungen. Hier haben die Griechen, wie so oft, aus älterer Quelle geschöpft. Zentauren wurden eingeschlagen auf Münzen in Babylon gefunden, was zeigt, die Idee mußte ursprünglich aus dieser Ecke stammen. Der Zentaur findet sich auch im Tierkreis, dessen Ursprung ebenfalls in Babylon zu finden ist. Der Zentaur wurde, wie uns Berosus, der Historiker Babylons, ausdrücklich versichert, in einem Tempel in Babylon dargestellt und seine Worte scheinen anzudeuten, daß dies auch in früheren Zeiten so war. Die Griechen übernahmen selbst den Zentauren, Ixion wurde gewöhnlich als der Vater der Zentauren dargestellt, ja sie bestätigten sogar, daß der ursprüngliche Zentaur derselbe wie Kronos oder Saturn, der Vater der Götter, war.[ Die Scholasten sagen, daß Chiron der Sohn des „Centaurus, das ist Kronos,“ war. Wenn von einem wie Chiron gesagt wurde, er hätte in der Zeit des trojanischen Krieges gelebt, zeigt dies, daß sein Vater Kronos nicht der Vater der Götter und Menschen gewesen sein konnte; Xenophon sagt, „Kronos war der Bruder Jupiters.“]

Aber wie wir gesehen haben, war Kronos der erste König von Babylon, nämlich Nimrod. Logischerweise war der erste Zentaur derselbe. Nun, die Art, in der der Zentaur auf babylonischen Münzen dargestellt wurde und in der er im Tierkreis erscheint, ist sehr beeindruckend. Der Zentaur sah genauso aus wie das Zeichen des Sagittarius oder „des Schützen.“[siehe auch Manilius Bd.I, S.270, wo er Sagittarius als „mixtus equo“ beschreibt. Daher sagt Smith in seinem Classical Diktionary, Sagittarius „wird dauernd Centaurus genannt.“] Wenn der Begründer der Herrlichkeit Babylons der „mächtige Jäger“ war, dessen Name sogar in Moses’ Zeiten sprichwörtlich war (1.Moses 10:9: „deshalb gibt es eine Redensart: so wie Nimrod ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen JHWH.“) – wenn wir den „Schützen“ mit seinem Pfeil und Bogen im Symbol des höchsten babylonischen Gottes finden und der „Schütze“ unter den Zeichen des Tierkreises seinen Ursprung in Babylon hat, kann man, so denke ich, sicherlich schlußfolgern, daß dieses Mann-Pferd oder der Pferd-Mann Schütze sich in erster Linie auf ihn bezieht und es wurde absichtlich die Erinnerung einmal an seinen Ruhm als Jäger und zum anderen seine Fertigkeit als Pferdebändiger wachgehalten.

Nun, wenn wir den ägyptischen Khons, den „Jäger,“ mit dem lateinischen Consus, den Gott des Pferderennens, der „die Pferde erschaffen“ hat, vergleichen und den Zentaur Babylons, das Attribut der Ehre für den Erfinder des Reitens, daneben stellen, während wir sehen, wie alle Fäden in Babylon zusammenlaufen, wird ganz klar verständlich, woher der ursprüngliche ägyptische Gott Khons stammt. Khons, der Sohn der großen Gottesmutter, scheint allgemein als ein voll erwachsener Gott dargestellt worden zu sein. Der babylonische Gott wurde auch oft in Ägypten in genau derselben Art und Weise dargestellt wie in seiner Heimat – d.h. als Kind in den Armen seiner Mutter. Das war die Art, in der Osiris, „der Sohn, der Ehemann seiner Mutter,“ oftmals ausgestellt wurde, und was wir über diesen Gott lernen, genauso wie im Fall des Khonso, zeigt, daß er ursprünglich nichts anderes als Nimrod ist. Man kann hinzufügen, daß sich das geheime System der Freimaurer ursprünglich in den Mysterien der ägyptischen Isis begründet, der Gottesmutter oder Ehefrau Osiris’. Aber was konnte zur Verbindung der Freimaurerei mit diesen Mysterien geführt haben? Haben sie nicht teilweise einen Bezug zur Architektur und wurde der Gott, der in diesen Gebäuden angebetet wurde, nicht gefeiert wegen des Erfolgs des Fortschritts in der Kunst der Befestigung und des Bauens? Nun, wenn das die Grundlage war, zu wem würde man dann natürlicherweise als dem Patron der Beziehung, in der Ägypten und Babylon zueinander standen, aufschauen? Die feste Vermutung deutet auf Nimrod als den Mann hin. Er war der erste, der Gewinn aus seinem Ruhm zog. Als das Kind der babylonischen Gottesmutter wurde er, wie wir gesehen haben, als Ala mahozim, „Der Gott der Befestigungen“ verehrt. Osiris, das Kind der ägyptischen Madonna, wurde im gleichen Sinne genauso als „kräftiges Oberhaupt der Bauleute“ gefeiert. Das kräftige Oberhaupt der Bauleute wurde ursprünglich in Ägypten mit denselben körperlichen Eigenschaften verehrt, wie Nimrod sie hatte. Ich habe bereits bemerkt, daß Nimrod als der Sohn des Kusch ein Neger war. Es gibt eine Tradition in Ägypten, nach der wie Plutarch berichtet, „Osiris schwarz war,“ was in einem Land, in dem allgemein ein dunkler Teint vorherrschte, mehr bedeuten mußte, als nur gewöhnliche Dunkelheit. Plutarch stellte auch fest, daß Horus, der Sohn des Osiris, einen „hellen Teint hatte,“ und meistenteils wurde Osiris auch auf diese Weise dargestellt. Aber wir haben auch Beweise, daß Osiris, der Sohn und Ehemann der großen göttlichen Königin Ägyptens, auch wirklich als Dunkelhäutiger dargestellt wurde. Bei Wilkenson mag eine Darstellung von ihm gefunden werden können mit den unzweideutigen Gesichtszügen eines echten Kuschiten oder Dunkelhäutigen. Bunsen würde es eher als zufälligen Einschlag aus einem barbarischen Stamm ansehen, aber die Anordnung der Kleidung dieses dunkelhäutigen Gottes erzählt eine andere Geschichte. Dieser dunkelhäutige Osiris ist von Kopf bis Fuß in ein geflecktes Gewand gekleidet, das obere Teil zeigt ein Leopardenfell und der untere Teil ist ebenso gefleckt. Nun, der Name Nimrod[„Nimr-rod,“ von Nimr, ein „Leopard,“ und rada oder rad „bezwingen.“ Gemäß dem unveränderlichen Brauch im Hebräischen, wo von zwei Konsonanten, die zusammenkommen, wie die zwei r in Nimr-rod, einer wegfällt. Somit wird aus Nin-neveh, „Die Bekleidung des Ninus,“ Nineveh oder Ninive. Der Name Nimrod wird gewöhnlich abgeleitet von Mered, „rebellieren,“ aber es bestand bei dieser Ableitung immer eine Schwierigkeit, so daß der Name Nimrod richtigerweise passiv nicht „der Rebell“ sondern „er, gegen den rebelliert wurde“ bedeuten würde. Es besteht kein Zweifel, daß Nimrod ein Rebell war, und daß diese Rebellion in antiken Mythen gefeiert wurde. Aber sein Name mit diesem Charakter war nicht Nimrod sondern Merodach, oder wie unter den Römern Mars, „der Rebell,“ oder unter den Oskans Italiens Mamers, „der Begründer der Rebellion.“ Daß der römische Mars wirklich ursprünglich ein babylonischer Gott war, offenbart sich durch den Namen der Göttin, die mancmal als seine „Schwester“ und manchmal als seine „Frau“ angesehen wurde, d.h. Bellona, die in chaldäisch „Die Beweinerin Bel’s“ bedeutet (von Bel und onah, beweinen). Die ägyptische Isis, die Schwester und Frau Osiris’, wurde im gleichen Sinne dargestellt, wie wir gesehen haben, als „die ihren Bruder Osiris beweint.“] bezeichnet „den Bezwinger des Leoparden.“ Dieser Name scheint anzudeuten, daß Nimrod durch das Bezwingen der Pferde berühmt wurde und diese bei der Jagd gebrauchte, sowie daß sein Ruf hauptsächlich darauf beruhte, daß er herausfand, wie er sich den Leoparden zunutze machte, um andere wilde Tiere zu jagen. Eine Art zahmer Leopard wird auch heute noch in Indien verwandt, um zu jagen. Und über Bagajet I., den Mogul Kaiser von Indien, wird berichtet, in seiner Jagdeinrichtung hatte er nicht nur Jagdhunde verschiedener Rassen, sondern auch Leoparden, die „juwelenbesetzte Halsbänder trugen.“ Über die Worte des Propheten Habakuk (1:8), „schneller als Leoparden,“bemerkt Kitto folgendes: „die Schnelligkeit der Leoparden ist sprichwörtlich in allen Ländern, in denen er vorkommt. In Verbindung mit anderen Qualitäten liegt die Idee nahe, daß sie im Orient teilweise zur Jagd eingesetzt wurden… Leoparden werden jetzt selten für die Jagd in Westasien eingesetzt, außer von Königen oder Regenten, dafür ist es in den östlichen Teilen Asiens üblicher. Orosius erzählt, daß einer vom König von Portugal an den Papst gesandt wurde, der großes Erstaunen über die Art und Weise auslöste, wie er andere Tiere überholte und mit welcher Leichtigkeit er sie tötete, sowohl Hirsche wie auch Keiler. Le Bruyn erwähnt einen Leoparden, gehalten vom Pascha, der Gaza und die Gebiete des antiken Philistäa beherrschte, und wie er ihn häufig zur Jagd auf Schakale gebrauchte. In Indien dagegen ist die chitah oder Leopardenjagd ziemlich häufig und das Ansehen liegt in der Perfektion seiner Kraft.“ Der Brauch, einen Leoparden zu zähmen und ihn auf diese Weise zum Dienst des Menschen zu zwingen, läßt sich bis zum Beginn der Antike zurückverfolgen. In den Werken von Sir William Jones finden wir die Aussage der persischen Legende, daß Hoschang, der Vater Tahmurs, der Babylon erbaute, der „erste war, der Hunde und Leoparden zur Jagd züchtete.“ Als Thamurs, der Babylon erbaute, kommt kein anderer in Frage als Nimrod, nur diese Legende schreibt dem Vater zu, wofür er, wie sein Name zeigt, selbst berühmt wurde. Nun, wie der klassische Gott als Erkennungszeichen ein Löwenfell trägt, wie Herkules, der den nemeanischen Löwen erschlägt, so bezeichnet im selben Sinne der in ein Leopardenfell gekleidete Gott natürlich Nimrod, den „Leopardenbezwinger.“ Daß dieses Leopardenfell, als zugehörig zu einem ägyptischen Gott, nichts außergewöhnliches war, ist hinlänglich bewiesen worden. Wilkenson teilt uns mit, daß es zu allen hohen Anlässen, wenn der ägyptische Hohepriester in sein Amt gerufen wurde, unerläßlich war, daß er als seine Amtsrobe ein Leopardenfell trug. Es ist ein universelles Prinzip im Götzendienst, daß der Hohepriester die Insignien des Gottes, dem er dient, trägt. Dies zeigt an, welche Bedeutung dem gefleckten Fell als Symbol des Gottes selbst zugemessen wurde. Die übliche Weise, in der der Lieblingsgott Ägyptens, Osiris, mystisch dargestellt wurde, war ein junger Stier oder ein Kalb – der Apis-Stier – von dem das goldene Kalb der Israeliten abgeleitet war. Es gab einen Grund, weshalb dieses Kalb in den passenden Symbolen des Gottes, den es darstellte, nicht gewöhnlich erscheinen sollte. Das Kalb repräsentierte die Gottheit mit den Eigenschaften Saturns, „des Verborgenen.“ „Apis“ ist nur ein anderer Name für Saturn[Der Name Apis in Ägypten ist Hepi oder Hapi, was offensichtlich aus chaldäisch „Hap,“ „bedecken“ stammt. In Ägypten bezeichnet Hap „verbergen.“]. Die Kuh des Athor, der berühmte Gott, der dem Apis entspricht, ist gut bekannt als eine „gefleckte Kuh“ und es ist eigenartig, daß die Druiden Britanniens ebenfalls „eine gefleckte Kuh“ verehrten. Obwohl man selten ein Beispiel eines vergötterten Kalbes oder jungen Stieres mit Flecken dargestellt findet, gibt es immerhin existierende Beweise, daß es manchmal so dargestellt wurde. Wenn wir sehen, daß Osiris, der große Gott Ägyptens, in verschiedenen Formen mit einem Leopardenfell oder einem gefleckten Gewand dargestellt wird, und wenn das Leopardenfell ein unverzichtbarer Teil der Amtsrobe des Hohenpriesters war, können wir sicher sein, daß in dieser Tracht ein sehr tiefer Sinn steckt. Was könnte das anderes bedeuten, als daß Osiris der babylonische Gott ist, der als „Leoparden-Bändiger“ gefeiert wurde und der sogar als Ninus, als Kind, in den Armen seiner Mutter angebetet wurde?

Das Kind in Griechenland

Also soviel zu Ägypten. Nach Griechenland kommend, finden wir nicht nur Hinweise auf dieselbe Auswirkung, sondern sogar eine deutliche Zunahme dieser Beweise. Gott wurde als Kind in den Armen der großen Mutter verehrt und zwar unter dem Namen Dionysus oder Bacchus, oder auch Iacchus, der von Geschichtskundigen ausdrücklich als ägyptischer Osiris erkannt wird. Das ist bei Herodot der Fall, der seine Nachforschungen in Ägypten selbst betrieb und der immer von Osiris als von Bacchus spricht. Dem gleichen Zweck dient auch das Zeugnis des Diodorus Siculus. „Orpheus,“ sagt er, „führte aus Ägypten den größten Teil der mystischen Zeremonien ein, die Orgien, die die Wanderung Ceres’ feierten, und die ganzen Fabeln über die Unterwelt. Die Riten um Osiris und Bacchus sind dieselben, jene von Isis und Ceres (Lhmhtra) gleichen einander genau, außer im Namen.“ Wie also Bacchus als Nimrod, „der Leoparden-Bändiger,“ erkannt wird, so wurden auch Leoparden zum Ziehen seines Wagens eingespannt, er selbst wurde mit einem Leopardenfell bekleidet dargestellt. Seine Priester wurden in derselben Art eingekleidet, oder wenn ein Leopardenfell nicht vorhanden war, wurde ein geflecktes Fell eines Rehkizes an seiner Stelle als priesterliche Robe verwandt. Dieser Brauch des Tragens eines gefleckten Kizfelles scheint direkt aus Assyrien nach Griechenland importiert worden zu sein, wo ein geflecktes Kitz ein heiliges Abzeichen war, wie wir es von einer Skulptur aus Niniveh erfahren. Sie zeigt eine Gottheit, die ein geflecktes Kitz oder einen gefleckten Hirsch in seinem Arm geborgen hält, als Symbol für manch mystische Einführung. Zur Bedeutung des gefleckten Kitzes und seines Fells kommt offenbar noch dieses: Wenn Nimrod, als der „Leoparden-Bändiger“ anfing, sich in ein Leopardenfell als Trophäe seiner Geschicklichkeit zu kleiden, so mußte das einen tiefen Eindruck auf die machen, die ihn sahen. Sie begannen, ihn nicht nur den „Bezwinger der Gefleckten“ zu nennen (das wäre die präzise Bedeutung von Nimr – der Name des Leoparden), sondern sie nannten ihn selbst „den Gefleckten.“ Damascius liefert uns verschiedene Beweise dafür wenn er schreibt, die Babylonier nannten den einzigen Sohn“ der großen Gottesmutter „Momis“ oder „Mumis.“ Momis oder Mumis „bezeichnet im chaldäischen genauso wie Nimr „den Gefleckten.“ Also wurde es leicht, Nimrod durch das Symbol eines „gefleckten Kitzes“ darzustellen, und speziell in Griechenland und überall dort, wo eine dem Griechischen ähnliche Sprache die Oberhand hatte. Der Name Nimrods, wie ihn die Griechen kannten, war Nebrod [Die griechische Septuaginta gibt den Namen Nimrod mit „Nebrod“ wieder.]. Der Name des Rehkitzes als das „Gefleckte“ war in griechisch Nebros [Nebros, der Name des Kitzes bedeutet „das Gefleckte.“ Nmr in Ägypten wurde auch zu Nbr; Bunsen zeigt, daß m und b in diesem Land oftmals austauschbar sind.], also konnte nichts natürlicher sein, als daß Nebros, das „gefleckte Kitz“ zu einem Synonym für Nebrod selbst wurde. Wenn also der Bacchus Griechenlands durch Nebros, „das gefleckte Kitz,“ symbolisiert wurde, wie wir ja herausgefunden haben, was konnte für ein anderer Plan dahinterstecken, als ihn heimlich mit Nimrod zu identifizieren?

Wir haben Beweise, daß der Gott, dessen Emblem dieses Nebros war, mit der Abstammungslinie des Nimrod bekannt war. Von Anacreon erfahren wir, daß ein Titel des Bacchus Aithiopais war, d.h. „Sohn von Æthiops.“ Aber wer war Æthiops? So wie die Æthiopier Kuschiten sind, so war Æthiops Kusch. „Chusch,“ sagt Eusebius, „war der, von dem die Äthiopier abstammen.“ Das Zeugnis des Josephus ist dasselbe. Deswegen sagt Epiphanius in Bezug auf die Herkunft Nimrods: „Nimrod, der Sohn des Kusch, des Æthiop.“ Nun, wenn Bacchus der Sohn des € thiop oder Kusch war, wurde er auch dem Aussehen nach so dargestellt. Als Nin „der Sohn“ wurde er als Jüngling oder Kind gemalt und dieser Jüngling oder Kind hielt gewöhnlich einen Becher in der Hand. Dieser Becher kennzeichnet ihn unter anderem als den Gott der trunksüchtigen, lärmenden Festlichkeit, und bei solchen ärmenden Orgien gab es zweifellos viele davon. Daneben war der Becher hauptsächlich eine Hieroglyphe und stand für den Namen des Gottes. Der Name „Becher“ war in der heiligen Sprache „khùs.“ Somit zeigt der Becher in der Hand des jugendlichen Bacchus, der Sohn des Æthiops, daß er der junge Chus war, oder der Sohn des Chus. Also haben wir in der Verbindung der Darstellung in Assyrien, Ägypten und Griechenland gehäufte und überwältigende Beweise, daß das Kind in den Armen der Gottes-Mutter in all den Ländern in der genauen Eigenschaft des Ninus oder Nin Nimrod, der Sohn des Kusch, war. Ein Merkmal hier oder ein Ereignis dort mag von einem erfolgreichen Helden geborgt sein, aber der Prototyp, das große Original, war zweifellos das Kind Nimrod.

Die erstaunliche Ausdehnung der Anbetung dieses Mannes zeigt manch außergewöhnliches in seinem Charakter und es gibt reichlich Grund zu der Annahme, daß er in seinen eigenen Tagen das Objekt großer Popularität war. Wenn er auch als König eingesetzt war, so drang er doch in das patriarchalische System ein und beschnitt die Freiheit der Menschheit, er wurde sogar von vielen in Ehren gehalten, die daraus Nutzen zogen, daß sie für den Verlust ihrer Freiheit großzügig entschädigt wurden und bedeckten ihn mit Herrlichkeit und Ruhm. Zur Zeit seines Auftretens vermehrten sich die wilden Tiere in den Wäldern stärker als die Menschen, was zu einer großen Bedrückung der zerstreuten Population auf der Erde führen mußte und einen großen Schrecken in die Gemüter der Menschen brachte. Die Gefahr, die für das Leben der Menschen aus dieser Richtung entstand, wenn die Population spärlich ist, deutet auch den Grund für die Bestimmung an, die Gott selbst gab, bevor Israel die Kanaaniter auf einmal austrieb, obwohl das Maß ihres Götzendienstes bereits voll war (2.Mose 23:29,30): „Ich werde sie nicht in einem einzigen Jahr vor dir vertreiben, damit das Land nicht zu einer wüsten Einöde wird und sich die wilden Tiere des Feldes tatsächlich gegen dich mehren. Nach und nach werde ich sie vor dir vertreiben, bis du fruchtbar wirst und wirklich das Land in Besitz nimmst.“ Die Heldentat Nimrods, das Jagen der wilden Tiere des Feldes und das Beseitigen der Welt der Ungeheuer, mußte ihm den vorteilhaften Charakter eines herausragenden Wohltäters seiner Rasse verschaffen. In diesem Fall nahm seine Kraft zu, ohne die Banden, die er ausbildete, zu vergessen, als er begann, der erste Mächtige auf der Erde zu sein. Und auf derselben Weise wurde zweifellos seine Macht befestigt. Darüber hinaus, als der erste große Städtebauer nach der Flut, wenn er die Menschen in Massen zusammenführte und sie mit Mauern umgab, ermöglichte er ihnen noch, ihre Tage in Sicherheit zu verbringen. Sie waren frei vom Alarm, dem sie in ihrer zerstreuten Lebensweise ausgesetzt waren, wo niemand sagen konnte, ob sie nicht im nächsten Moment zum tödlichen Kampf mit den mächtigen wilden Tieren gerufen wurden, um ihr Leben und das ihrer Lieben zu verteidigen. Innerhalb der Zinnen einer befestigten Stadt war keine Gefahr von wilden Tieren zu befürchten und für die Gewährung einer solchen Sicherheit betrachteten sich die Menschen zweifellos als unabhängig zu Nimrod. Es verwundert nicht, daß der Name des „mächtigen Jägers,“ der auch gleichzeitig der Prototyp „des Gottes der Befestigungen“ ist, ein ruhmreicher Name wurde. Wäre Nimrod nur deshalb berühmt geworden, wäre es gut gewesen. Aber es war nicht nur der Kampf und die Befreiung der Menschen von den wilden Tieren, sondern er befreite sie auch von der Gottesfurcht, dem Anfang der Weisheit, in der allein wahres Glück zu finden ist. Genau das schien vorteilhaft für ihn gewesen zu sein, wie einer der Titel zeigt, mit denen Menschen ihn freudevoll bedachten, nämlich der „Befreier.“ Der Leser mag sich an einen Namen erinnern, der genau dies anzeigt. Dieser Name ist der Name des Phoroneus. Die Ära des Phoroneus ist genau die Ära des Nimrod. Er lebte zu der Zeit, als die Menschen noch eine Sprache hatten, als die Verwirrung der Sprachen begann und die Menschheit überall hin zerstreut wurde. Es wird von ihm gesagt, er sei der erste gewesen, der die Menschheit in einem Staat vereinigte, der erste sterbliche, der regierte und der erste, der Götzen Opfer darbrachte [Lutatius Placidus, Die Worte lauten: „Primus Junoni sacrificasse dicitur.“ Das bedeutet wahrscheinlich, daß er als erstes die Taube (Iune) als sichtbares Symbol des Heiligen Geistes darstellte. Siehe auch nächster Teil.]. Diese Eigenschaften können auf keinen außer Nimrod zutreffen. Nun, daß ihm der Name in Verbindung mit seinem „Zusammenbringen von Menschen“ und dem Darbringen von Götzenopfern gegeben wurde, ist sehr markant. Phoroneus bedeutet wörtlich der „Abtrünnige [Von Pharo, auch Pharang oder Pharong gesprochen, „verwerfen, bloßstellen, abtrünnig sein, freilassen.“ Diese Bedeutungen gehören gewöhnlich nicht zur selben Ordnung, aber der Sinn von „verwerfen“ erklärt alle anderen Bedeutungen, was den Schluß zuläßt, daß „verwerfen“ der eigentliche Sinn dieses Wortes ist. Nun, „Abtrünnigkeit“ ist sehr nah zu dieser Bedeutung verwandt und deshalb ist es eine der naheliegendsten Bedeutungen.].“ Dieser Name hätte ihm sehr wahrscheinlich vom nichtinfizierten Teil der Söhne Noahs gegeben werden können. Aber der Name hat noch eine andere Bedeutung und zwar „befreien“ und deshalb übernahmen ihn seine eigenen Anhänger und verherrlichten den großen „Abtrünnigen“ vom ursprünglichen Glauben als großen „Befreier,“ obgleich er der erste war, der die Freiheit der Menschen beschnitt [Die sabinische Göttin Feronia hatte offensichtlich ein Verhältnis mit Phoroneus, dem „Befreier.“ Sie wurde als „Göttin der Freiheit“ verehrt, weil in Terracina (oder Anxur) Sklaven in ihrem Tempel frei waren, und weil die freien Bürger von Rom bei einer Gelegenheit Geld sammelten, mit der Absicht, es in ihrem Tempel darzubringen. Die chaldäische Bedeutung des Namens „Feronia“ bestätigt diese Schlußfolgerung. Der dazugehörende Gott, der mit ihr in einem Wäldchen verehrt wurde, war wie Ninus eine jugendliche Gottheit. Er wurde geachtet wie der „jugendliche Jupiter.“]. Und deswegen wurde dieser Titel in der einen oder anderen Form von seinen Anhängern als Ehrentitel gebraucht [Somit lesen wir von „Zeus Aphesio,“ das ist „Jupiter Befreier“ (Siehe auch Arrian, der von „Jovi Aphesio Liberatori sciliset“ spricht), und von „Dionysus Eleuthereus“ oder „Bacchus der Befreier.“ Der Name des Theseus scheint dieselbe Wurzel zu haben, von nthes „lösen“ und damit befreien (das n wird weggelassen). „Der Tempel des Theseus“ (in Athen), sagt Potter, „wurde zugelassen mit dem Privileg als Zufluchtsstätte für Sklaven und alle die, die auf der Flucht vor den Mächtigen waren, als Erinnerung daran, daß Theseus, während er lebte, ein Helfer und Schützer der Gequälten war.“ ]. Alle Traditionen aus der frühesten Zeit tragen das Zeugnis der Abtrünnigkeit Nimrods in sich und seinen Erfolg, die Menschen vom patriarchalischen Glauben wegzuführen, ihr Herz von der Ehrfurcht vor Gott und dem himmlischen Gericht zu befreien, die auf ihnen ruhen mußte, da die Erinnerung an die Flut noch allzu frisch war. Und gemäß den Prinzipien der moralisch verderbten menschlichen Natur war dies zweifellos ein großartiges Element seines Rufes, da Menschen sich bereitwillig um jeden scharen, der auch nur den kleinsten Anschein von Glaubhaftigkeit jeder Doktrin vermittelt, mit der er lehrt, daß sie sicher Glück und letztendlich den Himmel erreichen können. Somit bleiben ihre Herzen und Persönlichkeiten unverändert und sie leben ohne Gott in der Welt.

Darüber, wie segensreich Nimrod für die menschliche Rasse in der Achtung der gottlosen Menschen war, durch ihre Befreiung vom Eindruck der wahren Religion, und wie er die Autorität des Himmels von ihnen entfernte, finden wir eine lebhafte Beschreibung in einer polynesischen Überlieferung, die ihren eigenen Beweis in sich trägt. Der gut bekannte Missionar John Williams erzählt uns, daß gemäß einer alten Überlieferung der Insulaner der Südsee „die Himmel ursprünglich so dicht über der Erde waren, daß die Menschen nicht aufrecht gehen konnten, sondern kriechen mußten. Dies wurde als sehr ernstes Übel befunden, aber schließlich hatte einer die erhabene Idee, den Himmel auf eine günstigere Höhe zu heben. Zu diesem Zweck wandte er seine äußerste Energie auf und beim Erstenmal hob er ihn auf die Höhe einer zarten Pflanze mit Namen teve, ungefähr vier Fuß hoch. Er lagerte ihn, bis er sich wieder erholte und beim zweiten Versuch hob er ihn auf die Höhe eines Baumes, der Kauariki hieß, etwa so hoch wie der Bergahorn. Beim dritten Versuch trug er ihn auf den Gipfel der Berge und nach einer langen Ruhepause und mit einer erstaunlichen Anstrengung hob er ihn an die jetzige Stelle.“ Deswegen, als mächtiger Wohltäter der Menschheit, „wurde er vergöttlicht, und bis zu dem Moment, an dem die christliche Lehre mit offenen Armen empfangen wurde, verehrten ihn die Eingeborenen als den, ‘der den Himmel emporhebt.’“ Was könnte anschaulicher die Situation der Menschheit nach der Flut und das Vorgehen Nimrods als Phoroneus, „der Befreier,“ beschreiben, als diese polynesische Erzählung? Während die schreckliche Katastrophe, mit der Gott sein Gericht an den Sündern der alten Welt zeigte, noch frisch in der Erinnerung der Menschen war und solange Noah und die Aufrechten seiner Nachkommen beseelt mit aller Ernsthaftigkeit auf alle Erreichbaren die Lektion zu prägen suchten, welche das feierliche Ereignis so passend lehrte, mußte der „Himmel,“ d.h. Gott, noch so nahe bei der Erde gewesen sein. Um die Einheit zwischen Himmel und Erde zu erhalten, und um sie so eng wie möglich zu halten, brauchte es die großartige Absicht all derer, die Gott lieben und das größte Interesse der menschlichen Rasse. Aber das schließt die Zurückhaltung und die Vorsicht vor all dem Laster und dem „Vergnügen der Sünde“ ein, nach der die natürliche Neigung unheiligerweise schnappt. Dies muß insgeheim von jedem unheiligen Geist als unerträgliche Knechtschaft empfunden worden sein. „Der fleischliche Geist liegt in Feindschaft mit Gott,“ er ist „Seinem Gesetz nicht untertan,“ noch ist er tatsächlich dazu in der Lage. Es wird vom Allmächtigen gesagt, er sei „entfernt von uns, da wir die Erkenntnis seiner Wege nicht begehrten.“ Solange der Einfluß des erhabenen Vaters der neuen Welt überlegen war, während seine Grundsätze beachtet wurden und eine heilige Atmosphäre die Welt umgab, verwundert es nicht, daß solche, die sich von Gott und seiner Göttlichkeit entfernten, den Himmel mit seinem Einfluß und Autorität als unerträglich nahe empfanden und daß sie unter solchen Umständen „nicht aufrecht gehen konnten,“ sondern nur „krabbeln,“ das bedeutet, sie hatten nicht die Freiheit, „nach der Sicht ihrer eigenen Augen und den Vorstellungen ihrer eigenen Herzen zu wandeln.“ Von dieser Knechtschaft befreite sie Nimrod. Durch die Abtrünnigkeit, die er einführte, durch das freie Leben, das er unter denen entwickelte, die sich um ihn sammelten, und durch das Abtrennen vom heiligen Einfluß, der sie mehr oder weniger beherrscht hatte, half er ihnen, Gott und die strenge Spiritualität seines Gesetzes hinter sich zu lassen, und somit wurde er der, „der den Himmel empor hob,“ der den Menschen das Gefühl gab, daß der Himmel fern von der Erde ist und der Gott des Himmels „weder durch die dunklen Wolken sehen kann“ noch mit Unbehagen die Gesetzesbrecher beachtet. Durch all das konnten sie freier atmen und sie konnten jetzt in Freiheit wandeln. Deswegen konnten die Menschen nicht anders, als Nimrod für den großen Wohltäter anzusehen.

Wie kommt es, daß eine Überlieferung aus Tahiti die Geschichte des Atlas erhellt [In der polynesischen Geschichte wird gesagt, „Himmel und Erde waren durch Stricke aneinandergebunden“ und das „Zerreißen“ dieser Stricke sei durch Myriaden von „Drachen-Fliegen“ geschehen, welche mit ihren „Flügeln“ einen bedeutenden Anteil an dem großen Werk hatten. Ist das nicht ein Bezug zu Nimrods „Mächtigen“ oder „Geflügelten“? Der vergöttlichte „Mächtige“ wird oft als geflügelte Schlange dargestellt. Siehe Wilkenson Bd.4 S.232, wo der Gott Agathodæmon als „geflügelte Viper“ dargestellt wird. Unter den ungebildeten Menschen mag diese Darstellung natürlich mit den „Drachen-Fliegen“ zusammenhängen. Wie alle Mächtigen oder Geflügelten in Nimrods Tagen, der wirklich goldenen Zeit des Heidentums, die „nach dem Tode Dämonen wurden,“ wurden sie natürlich auf dieselbe Art dargestellt. Wenn jemand über den Gedanken der Verbindung der tahitischen Mythologie und Babylon stolpern sollte, darf er nicht übersehen, daß der tahitische Gott Oro heißt, während sich „Horus“ (oder Orus), den Wilkinson den Sohn des Osiris nennt, in Ägypten auf genau dieselbe Weise zeigt, dessen System fraglos von Babylon geborgt ist. Denn was könnten das Zerreißen der „Stricke,“ die Himmel und Erde aneinanderbinden, anderes sein, als das Zerbrechen der Bande des Vertrages, mit dem Gott die Erde an sich gebunden hat, wenn er beim riechen des Wohlgeruches des Opfers Noahs seinen Vertrag mit ihm als dem Haupt der menschlichen Rasse erneuerte? Dieser Vertrag respektierte nicht nur das Versprechen, die Erde vor einer weltweiten Überschwemmung zu schützen, sondern versprach auch alle spirituellen Segnungen für die, die sich daran halten würden. Das Riechen des Wohlgeruches des Opfers Noahs respektierte seinen Glauben an Christus. Wenn als Folge des Riechens des Wohlgeruches „Gott Noah und seine Söhne segnete“ (1.Mose 9:1), so verweist dies nicht nur auf einen momentanen Segen, sondern auf einen spirituellen und ewigen Segen. Jeder der Söhne Noahs, der Noahs Glauben hat und der wie Noah wandelt, hat die göttliche Zusicherung des Nutzens am „ewigen Vertrag, der in allen Dingen geordnet und sicher ist.“ Gesegnet wären diese Bande mit denen Gott die gläubigen Menschenkinder an sich bindet – mit denen Himmel und Erde so eng verbunden werden. Andererseits brechen jene mit der Abtrünnigkeit Nimrods Verbundenen diesen Vertrag und mit dem Verwerfen der Autorität Gottes sagen sie gleichsam: „Laßt uns zerreißen seine Bande und von uns werfen seine Stricke.“ Dieses Zerreißen des Bundes zwischen Himmel und Erde ergibt eine klare Anspielung auf die babylonische Geschichte des Gottes Berosus. Darin wird von Belus, das ist Nimrod nachdem er die ursprüngliche Finsternis zerteilt, gesagt, er hätte die Himmel und die Erde voneinander getrennt und er hätte die Welt geordnet. Diese Worte wurden absichtlich so gewählt, um Belus als „Former der Welt“ darzustellen. Aber es war keine neue Welt, die er formte, denn die Kreaturen existierten schon, bevor er seine Macht ausübte. Die neue Welt, die Belus oder Nimrod formte, war eine neue Ordnung der Dinge, als er gegen den Himmel rebellierte. Die Rebellion der Giganten ist eigentümlicherweise als Rebellion gegen den Himmel dargestellt. Zu den Querelen zwischen den Mächtigen Babylons und den Himmeln paßt ein Bild in den Worten Daniels an Nebukadnezar, wenn er die Erniedrigung seiner Souveränität und die nachfolgende Wiederherstellung ankündigt (Daniel 4:26): „Dein Königreich wird dir sicher sein, sobald du erkannt hast, daß die Himmel herrschen.“]? Aber wenn man Atlas, der die Himmel auf seinen Schultern trägt, neben den vergöttlichten Held der Südsee stellt, der so segensreich für die Welt den Himmel hochstemmt, der so schwer auf ihm liegt, wer sieht da nicht die Beziehung der Geschichten zueinender? Also zeigt sich, daß Atlas, auf dessen breiten Schultern der Himmel ruht, nicht auf das Wissen der Astronomie verweist, sondern, wie manche vermuten, auf etwas ganz anderes, nämlich auf die große Abtrünnigkeit, in der die Giganten gegen den Himmel rebellierten und in der Nimrod, „der Mächtige,[ In der griechischen Septuaginta, die in Ägypten übersetzt wurde, wird der Term „mächtig,“ wie er in 1.Mose 10:8 verwandt wird, als gigas wiedergegeben, dem üblichen Wort für „Gigant.“]“ als der anerkannte Anführer einen vorzüglichen Platz einnimmt [Ivan und Kallery zeigen in ihrem Bericht über Japan, daß dort eine vergleichbare Geschichte wie der von Atlas bekannt ist, nämlich daß einst ein Kaiser „auf dem Thron saß, der die Welt und das Reich trug.“ So etwas wie dieses kann zu der Geschichte des Atlas hinzugefügt werden, da Pausanias zeigt, daß Atlas sowohl die Erde als auch den Himmel trug.].

Gemäß dem System, das Nimrod vorstellte, glaubten die Menschen, eine wirkliche spirituelle Änderung des Herzens sei unnötig und sofern eine Änderung nötig war, konnten sie durch Äußerlichkeiten erneuert werden. Betrachtet man dies im Licht der bacchanalischen Orgien, bei denen der Geschichte Nimrods gedacht wird, beweist dies, daß er die Menschheit anleitete, ihren obersten Nutzen in sinnlichen Vergnügungen zu suchen und zeigte ihnen, wie sie sich am Vergnügen der Sünde ergötzen könnten, ohne Angst vor dem Zorn Gottes zu haben. Auf seinen verschiedenen Unternehmungen wurde er von Scharen von Frauen begleitet, und mit Musik und Liedern, mit Spielen und Festlichkeiten und allem, was ein natürliches Herz erfreut, empfahl er sich selbst der Gunst der Menschheit.

Der Tod des Kindes

Wie Nimrod stirbt, sagt die Schrift nicht. Es gibt nur eine antike Tradition, gemäß der er zu einem gewaltsamen Ende kam. Die Begleitumstände dieses Endes, so wie sie in der Antike geschildert wurden, sind allenthalben in Fabeln gekleidet. Es wird erzählt, ein stürmischer Wind wäre von Gott aus gegen den Turm zu Babel gebraust, um ihn zu stürzen und Nimrod wäre in den Trümmern umgekommen. Das kann nicht stimmen, denn wir haben genügend Beweise dafür, daß der Turm zu Babel noch lange nach Nimrods Tagen stand. Denn, im Hinblick auf den Tod des Ninus spricht die weltliche Geschichte dunkel und geheimnisvoll, obwohl sie über seinen gewaltsamen Tod genauso berichtet wie über Pentheus, Lycurgus [Lycurgus, der gewöhnlich der Feind des Bacchus war, wurde bei den Trakern und Phrygiern als Bacchus identifiziert, der, wie man weiß, in Stücke gehauen wurde.] und Orpheus, von dem gesagt wird, er wurde in Stücke gehauen. [Ludovicus Vives, Commentary on Augustine. Ninus, den Vives erwähnt, nennt er „König von Indien.“ In den klassischen Schriften bedeutet das Wort „Indien“ (wenn auch nicht immer, so doch meistens) Äthiopien oder das Land des Kusch. Auch der Koaspes im Land des östlichen Kusch wird als „indischer Fluß“ bezeichnet und der Nil kommt gemäß Virgil von den farbigen Indern, d.h. von den Kuschiten oder Äthiopiern Afrikas. Auch Osiris ist bei Diodorus Siculus „von indischer Herkunft.“ Es kann also kein Zweifel bestehen, daß „Ninus, der König von Indien“ der kuschitische oder äthiopische Ninus ist.] Durch die Identität Nimrods und auch der des ägyptischen Osiris (welche dieselbe ist) erhellt sich uns der Tod Nimrods. Osiris erlitt einen gewaltsamen Tod und sein gewaltsamer Tod war das zentrale Thema des gesamten Götzendienstes Ägyptens. Wenn wir Osiris als Nimrod sehen, war der gewaltsame Tod, den die Ägypter in ihren jährlichen Festen so mitleiderregend beklagen, genau der Tod Nimrods. Die Erklärung bei der Berücksichtigung des Todes des Gottes hat im Kult mehrerer „Mysterien“ in verschiedenen Ländern dieselbe Wirkung. Eine Angabe Platons scheint zu zeigen, daß in seinen Tagen der ägyptische Osiris in seiner Beachtung gleichbedeutend war mit Tammuz, und Tammuz ist, wie man weiß, dasselbe wie Adonis, der berühmte Jäger, über dessen Tod gemäß der Sage Venus so bitter getrauert hat. [Die Aussage von Plato läuft darauf hinaus, daß der berühmte Thoth der Berater von Thamus, dem König von Ägypten war. Thoth ist allgemein als der Berater von Osiris bekannt. Daraus läßt sich schließen, daß Thamus und Osiris dieselben sind.] Wie die Frau Ägyptens um Osiris weinte, wie die phönizische und die assyrische Frau um Tammuz weinte, so weinte in Griechenland und Rom die Frau um Bacchus, dessen Name, wie wir sahen, „der Beweinte“ oder „der Betrauerte“ bedeutet. In Verbindung mit der Trauer um Bacchus liegt die Bedeutung zwischen Nebros: „der gefleckte Faun“ und Nebrod: „der mächtige Jäger.“ Nebros, oder der „gefleckte Jäger“ war das Symbol des Bacchus, wie Nebrod oder Nimrod sich selbst darstellte.

Nun, bei gewissen Gelegenheiten verwandelt sich Nebros, „der gefleckte Faun,“ in mystischen Feiern eigens – wie wir von Photius lernen – zum Teil in Bacchus, zum Gedenken an das, was mit Bacchus geschah, welchen der Faun darstellte. [Photius zitiert Demosthenes unter der Überschrift „Nebrizion,“ „der gefleckte Faun (oder Nebroi) wurde durch eine gewisse Mystik oder aus mystischem Grund in Stücke gehauen“ und er selbst erzählt uns, „das Hauen des Nebroi (oder gefleckten Fauns) in Stücke war die Nachahmung der Leiden im Falle des Dionysius“ oder Bacchus.] Das Zerreißen Nebros’, „des Gefleckten,“ in Teile bestätigt die Schlußfolgerung, daß der Tod des Bacchus, ebenso wie der Tod des Osiris, den Tod des Nebrod darstellt, den die Babylonier unter dem Namen „der Gefleckte“ anbeteten. Obgleich wir keine Erklärung der Mysterien haben, die wir in Griechenland im Gedenken an Orion (von Homer als der gigantische und mächtige Jäger gefeiert) finden, sehen wir doch, daß auch er symbolisch so dargestellt wurde, als sei er in genau derselben Weise wie Osiris gestorben und in den Himmel aufgefahren. [Ovid zeigt Orion als aufgeblasen vor Stolz aufgrund seiner großen Stärke, als Eingebildeter, der prahlte, daß keine Kreatur auf der Erde ihm gewachsen sei, worauf ein Skorpion erschien, „und,“ sagt der Poet, „er wurde zu den Sternen erhoben.“ Der Name des Skorpion in chaldäisch ist Akrab; aber Ak-rab, also geteilt, bezeichnet „Den großen Bedrücker“ und das ist die verborgene Bedeutung des Skorpions im Tierkreis. Dieses Zeichen bezeichnet ihn als den, der den babylonischen Gott abschnitt und das System unterdrückte, das dieser aufgebaut hatte. Es geschah, während die Sonne im (Sternbild) Skorpion stand, daß Osiris in Ägypten „verschwand,“ und eine große Trauer wurde wegen seines Verschwindens abgehalten. Ein anderer Gegenstand wurde mit dem Tod des ägyptischen Gottes vermischt, aber es sollte speziell vermerkt werden, daß so wie Orion als Konsequenz des Konfliktes mit einem Skorpion „zu den Sternen erhoben wurde,“ auch Osiris, als ihm der Skorpion überlegen war, „verschwand.“] Aus persischen Aufzeichnungen wurden wir ausdrücklich versichert, daß es Nimrod war, der nach seinem Tod unter dem Namen Orion vergöttert und zwischen die Sterne plaziert wurde. Diese breiten und zustimmenden Beweise führen alle zu dem einen Schluß, daß Nimrod, der als Kind in den Armen der Gottesmutter von Babylon verehrt wurde, einen gewaltsamen Tod starb.

Nun, wenn der mächtige Held mitten in der Laufbahn seiner Herrlichkeit plötzlich durch einen gewaltsamen Tod abgeschnitten wird, stellt dies einen katastrophalen Schock dar. Als sich die Nachricht im Ausland ausbreitete, fühlten sich die begeisterten Anhänger des Vergnügens, als ob der größte Wohltäter der Menschheit gegangen wäre und als ob sich die Fröhlichkeit der Nationen verfinstert hätte. Laut war das Klagen allerorts über den zum Himmel Aufgestiegenen. Dann begann das Beweinen des Tammuz, dessen sich auch die Töchter Israels schuldig machten. Das Beweinen kann nicht nur in den Annalen der Geschichte aufgespürt werden, sondern auch in der Weltliteratur sogar bis Japan.

Über den Brauch des Beweinens in China sagte Rev.W. Gillespie: „Das Drachenboot-Fest wird in der Sommermitte abgehalten und ist eine Saison großer Aufregung. Ungefähr vor 2000 Jahren lebte ein junger chinesischer Mandarin – Wat-yune -, hoch respektiert und beliebt beim Volk. Zum Kummer aller ertrank er plötzlich im Fluß. Viele Boote liefen aus, um ihn zu suchen, aber sein Körper wurde nie gefunden. Immer seit dieser Zeit, am selben Tag des Monats, fahren die Drachenboote hinaus, um ihn zu suchen.“ „Es gibt manches,“ fügt der Autor hinzu, „das dem Trauern um Adonis oder dem Beweinen des Tammuz gleicht, wie es in den Schriften erwähnt wird.“ (Gillespie’s Sinim, S.71). Der große Gott Buddha ist in China generell als Neger dargestellt. Das mag dazu dienen, den beliebten Mandarin darin zu identifizieren, dessen Verlust somit jährlich beklagt wird. Das religiöse System Japans stimmt größtenteils mit China überein. In Island und durchaus auch in Skandinavien werden gleiche Trauern über den Verlust des Gottes Balder abgehalten. Balder wurde, durch den Verrat des Gottes Loki, des Geistes des Bösen, gemäß dem Buch des Schicksals erschlagen, obwohl die Herrschaft des Himmels auf sein Leben angewiesen war.“ Sein Vater Odin „hatte das furchtbare Geheimnis aus dem Buch des Schicksals gelernt und einen der Volaren aus ihrem höllischen Wohnort beschworen. Alle Götter zitterten, als sie Kenntnis von diesem Vorfall erhielten. Dann rief Frigga (Odins Frau) zu allen Dingen, ob belebt oder unbelebt, sie sollen einen Eid schwören, Balder nicht zu vernichten oder eine bewaffnete Armee gegen ihn zu führen. Feuer, Wasser, Felsen und Pflanzen waren in diese feierliche Verpflichtung eingebunden. Nur eine Pflanze, die Mistel, war übersehen worden. Loki entdeckte die Auslassung und machte diesen verachtenswerten Strauch zu einer schrecklichen Waffe. Unter dem kriegerischen Zeitvertreib in Walhalla (der Versammlung der Götter) gab es eines, einen Pfeil auf eine unverwundbare Gottheit zu schiessen, dem es Vergnügen bereitete, seine reizvolle Brust ihren Waffen zu präsentieren. Auf einem der Turniere dieser Art legte der böse Genius einen Zweig der Mistel in die Hand des blinden Hoder und richtete ihn auf sein Ziel, und damit war die furchtbare Prophezeiung in unbeabsichtigter Verbindung vollendet. [Bei Theocritus wird der Eber, der Adonis tötete, auch so dargestellt, als ob er es zufällig tat. Siehe nächster Abschnitt.] Die Zuschauer waren von diesem sprachlosen Wunder so betroffen und ihr Unglück war so groß, daß es keiner schon auf Grund des Respektes vor der Heiligkeit des Ortes wagte, diese Tat zu rächen. Mit Tränen der Trauer trugen sie den leblosen Körper zur Küste und luden ihn auf ein Schiff zusammen mit Nanna, seiner lieben Braut, die am gebrochenen Herzen starb. Sein Streitroß und seine Waffen wurden zur selben Zeit verbrannt, gemäß dem Brauch der Trauerfeierlichkeiten für einen alten nordischen Helden.“ Frigga, seine Mutter, war danach überwältigt von ihrem Kummer. „Untröstlich über den Verlust ihres schönen Sohnes,“ sagte Dr.Crichton, „sandte sie Hermod (den flinken) zum Wohnsitz von Hela (der Göttin der Hölle oder der höllischen Regionen), um ihr ein Lösegeld für seine Befreiung anzubieten. Die düstere Göttin versprach, er solle wieder zurückkommen, wenn alles auf der Erde um ihn weinen würde. Darauf wurden Nachrichten über die ganze Welt gesandt, um sicherzustellen, daß das Gebot befolgt wurde. Das Ergebnis der allgemeinen Trauer war ein universelles Tauwetter.“ Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Varianten dieser Geschichten, aber das Wesentliche ist dasselbe, was anzeigt, daß es aus derselben Quelle stammen muss.

Die Mutter des Kindes

Nun, während die Mutter ihre Herrlichkeit im ersten Beispiel aus dem göttlichen Charakter des Kindes in ihren Armen bezog, ließ sie in Wirklichkeit mit der Zeit den Sohn neben ihr verblassen. Als Erstes würde trotz aller Ähnlichkeit niemandem in den Sinn kommen, was der Mutter alles an Göttlichkeit zuteil wurde. Da ist ein ausdrücklicher Beweis, der die Menschheit notwendigerweise zu der Erwartung führt, daß der Sohn Gottes, mit Verlaub, in dieser Welt als der Sohn eines Mannes erscheint. Aber es gibt keinen Hinweis, oder auch nur den Schatten eines Hinweises dafür, der irgend jemanden erwarten ließe, daß je eine Frau mit Attributen versehen würde, um sie auf eine Stufe mit den Göttern zu erheben. Es ist in höchstem Grade unwahrscheinlich, daß der Mutter göttliche Ehre gegeben werden sollte, wenn sie zuerst mit dem Kind in den Armen dargestellt wurde. Sie wurde zweifellos hauptsächlich als Sockel zur Aufbewahrung des göttlichen Sohnes gebraucht, um ihn zur Verehrung der Menschheit zu halten. Dabei würde sie genug Herrlichkeit empfangen, weit über alle Töchter Evas hinaus, weil sie den verhießenen Samen geboren hat, die einzige Hoffnung der Welt. Aber während das ohne Zweifel so aussah, findet sich ein geplantes Prinzip in allem Götzendienst, nämlich daß jenes, welches am meisten an das Gefühl appelliert, auch den größten Eindruck macht. Nun, der Sohn wurde sogar in seiner neuen Erscheinung, wenn man glaubt, Nimrod sei in direkter Form wieder erschienen, ohne besonderes Aufsehen lediglich als Kind dargestellt, während die Mutter, in deren Armen er war, in allen Farben und Formen hervorgehoben wurde, ausgestattet mit außerordentlicherer Schönheit, als ihr in Wirklichkeit zusteht. Es wird gesagt, die Schönheit der Semiramis führte bei einer Gelegenheit zu einem Aufstand unter ihren Untertanen durch ihr plötzliches Erscheinen in ihrer Mitte. Es ist aufgezeichnet in der Geschichte ihrer Bewunderung in Erinnerung an ihr Erscheinen, verewigt in einer Statue, die in Babylon errichtet wurde. Es stellt sie in der Gestalt dar, in der sie jene so faszinierte. [Valerius Maximus erwähnt nichts über die Darstellung der Semiramis mit dem Kind im Arm. Aber als Semiramis als Rhea vergöttert wurde, deren Unterscheidungsmerkmal die Gottesmutter war – und wir haben Beweise dafür, daß der Name „Same der Frau“ oder Zoroastes bis in früheste Zeiten reicht, nämlich bis in ihre eigenen Tage – bedeutet dies, daß, wenn irgend eine Bilderverehrung zu dieser Zeit betrieben wurde, der „Same der Frau“ darin einen prominenten Platz einnehmen mußte. Da überall in der Welt die Mutter und das Kind in der einen oder anderen Gestalt auftraten – und sie wurden auf den frühesten ägyptischen Monumenten gefunden – liegen die Wurzeln in den Ursprüngen der Welt. Wenn deshalb die Mutter in so faszinierender Form hingestellt wird, wenn sie für sich allein dargestellt wird, können wir sicher sein, daß sie mit derselben Schönheit, mit der sie gefeiert wurde, auch mit dem Kind im Arm dargestellt wurde.]

Diese babylonische Königin stimmte nicht nur ihrem Charakter nach mit der Aphrodite Griechenlands und der Venus Roms überein, sondern war tatsächlich der historische Ursprung dieser Göttinnen, so daß sie in der antiken Welt als die absolute Verkörperung aller anziehenden Dinge in der weiblichen Form und der Perfektion der weiblichen Schönheit geachtet wurde. Sanchuniathon versichert uns, daß Aphrodite oder Venus mit Astarte identisch ist und daß Astarte niemand anderes ist, als „die Frau, die Türme oder umgebende Mauern machte,“ – d.h. Semiramis. Die römische Venus war, wie man weiß, die zyprische Venus, die wiederum von Babylon herstammt (Siehe Kap. 4 Teil 3). Was nun unter diesen Umständen zu erwarten ist, traf wirklich ein. Wenn schon das Kind angebetet wurde, dann die Mutter um so mehr. Die Mutter wurde tatsächlich der beliebteste Gegenstand der Verehrung. [Wie außerordentlich, ja wahnsinnig die Ergebenheit gegenüber dieser göttlichen Königin im Gemüt der Babylonier war, ist ausreichend in der Aussage des Herodot bewiesen (1.Buch, Kapitel 199), ebenso wie die Art und Weise, in der sie günstig gestimmt zu werden wünschte. Daß die Mehrheit der Menschen jemals einem solchen Brauch zustimmen sollte, wie es hier beschrieben wurde, zeigt das Erstaunen, das ihre Anbetung über sie gebracht haben muß. Nonus, der über dieselbe Göttin spricht, nennt sie „die Hoffnung der ganzen Welt“ -Elpis dlou kosmoio. Es war dieselbe Göttin, die in Ephesus angebetet wurde und von der Demetrius, der Silberschmied, sagte, sie würde „von ganz Asien und der ganzen Welt angebetet“ (Apostelgeschichte 19:27). So groß war die Ergebenheit gegenüber dieser göttlichen Königin, nicht nur der Babylonier, sondern der antiken Welt im allgemeinen, daß der Ruf der Heldentaten der Semiramis im Altertum den Ruf ihres Ehemannes Ninus oder Nimrod völlig in den Schatten stellte.]

Um diese Verehrung zu rechtfertigen, wurde die Mutter genauso wie der Sohn zur Gottheit erhoben und sie wurde angesehen, als sei sie dazu bestimmt, das Zermalmen des Kopfes der Schlange zu vervollständigen. Es war einfach – wenn es nötig sein sollte – reichliche und plausible Gründe für die Behauptung zu finden, daß Ninus oder Nimrod, der große Sohn, in seinem sterblichen Leben damit nur begann.

Die römische Kirche behielt die Idee bei, daß nicht so sehr der Same der Frau, sondern vielmehr die Frau selbst den Kopf der Schlange zermalmt. Entgegen aller grammatischen Regeln übersetzte sie den göttlichen Richterspruch gegen die Schlange mit: „Sie wird dir den Kopf zermalmen und du wirst ihre Ferse zermalmen.“ Genau so wurde es bei den antiken Babyloniern gehalten und auch symbolisch in ihren Tempeln dargestellt. Wie uns Diodorus mitteilt, standen im obersten Stockwerk des Turmes von Babylon, oder des Tempels des Belus, drei Bildnisse der großen Gottheiten Babylons, und eine davon war eine Frau, die eine Schlange ergreift. Unter den Griechen wurde derselbe Gegenstand so dargestellt: Diana, deren wirklicher Charakter ursprünglich derselbe wie der der babylonischen Göttin war, wurde dargestellt, wie sie in einer Hand eine Schlange ohne Kopf trägt. Mit der Zeit, als die Fakten der Geschichte Semiramis’ verblaßten, wurden die Umstände der Geburt des Sohnes kühn als Wunder dargestellt. Und deshalb wurde sie „Alma Mater,“ die „jungfräuliche Mutter“ genannt. [Der Term Alma ist genau der Term, den Jesaja im Hebräisch des AT verwandte, wenn er 700 Jahre im voraus ankündigte, Christus würde von einer Jungfrau geboren werden. Wenn man fragt, wie dieser Term (nicht im römischen sondern im hebräischen Sinne) den Weg nach Rom fand, lautet die Antwort: durch Etruria, das eine intime Verbindung mit Assyrien unterhielt. Das Wort „Mater“ selbst, von dem unser Wort „Mutter“ abstammt, ist ursprünglich hebräisch. Es kommt von hebräisch Msh, „herausziehen“ und ägyptisch Ms, „herausbringen,“ das im Chaldäischen die Form Mt erhielt, woher auch das ägyptische Maut „Mutter“ stammt. So wie -er in englisch oder deutsch (und in ähnlicher Form auch in Sanscrit) „den Tuenden“ bezeichnet, so bezeichnet Mater oder Mutter die, „die hervorbringt.“

Man mag gegen dem Term Alma einwenden, daß dieser oft der Venus zugeschrieben wurde, die nun wirklich keine Jungfrau war. Aber dieser Einwand ist sehr fadenscheinig. Durch das Zeugnis des Augenzeugen Augustinus wissen wir, daß die Riten der Vesta, erfahrungsgemäß „die jungfräuliche Göttin von Rom,“ unter dem Namen Terra genau dieselben waren wie die der Venus, der Göttin der Unreinheit und Ausschweifung. Augustinus fügt hinzu, Vesta, die jungfräuliche Göttin „wurde von manchen Venus genannt.“

Sogar in der Mythologie unserer eigenen skandinavischen Vorfahren haben wir bemerkenswerte Beweise, daß Alma Mater, die jungfräuliche Mutter, unter ihnen ursprünglich bekannt war. Einer ihrer Götter hieß Heimdal, er wurde mit den erhabensten Ausdrücken beschrieben, als habe er eine solche rasche Auffassungsgabe, daß er das Gras wachsen höre oder das Wachsen der Wolle auf dem Rücken der Schafe und dessen Trompete, wenn sie geblasen wurde, auf der ganzen Erde zu hören war. Er wurde auch unter dem paradoxen Namen „der Sohn der neun Jungfrauen“ genannt. Nun, dieser Ausspruch beinhaltet offensichtlich ein Rätsel. Wenn wir die Sprache untersuchen, aus der die Religion des Odin ursprünglich stammt, nämlich chaldäisch, dann löst sich das Rätsel von ganz allein. Auf chaldäisch heißt „Sohn der neun Jungfrauen“ Ben-Almut-Teshaah. Aber in der Aussprache ist es identisch mit „Ben-Almet-Ishaa,“ „der Sohn der Jungfrau der Erlösung.“ Der Sohn war allgemein bekannt als der „erlösende Same,“ „Zera-Hoscha,“ und seine jungfräuliche Mutter wurde konsequent „Jungfrau der Erlösung“ genannt. Sogar der Gott der Vorhersagen im Himmel zwingt seine Feinde, die große Wahrheit der Schrift zu bestätigen, die der hebräische Prophet aufschrieb: „Die Jungfrau wird einen Sohn gebären, und sie soll ihm den Namen Immanuel geben.“ Das Sternbild Virgo (Jungfrau), wie es die meisten Astronomen kennen, steht für Ceres, die dasselbe ist wie die große Göttin Babylons. Ceres wurde verehrt mit dem Kind an ihrer Brust, genauso wie die babylonische Göttin. Virgo war ursprünglich die assyrische Venus, die Mutter des Bacchus oder Tammuz. Virgo war dann die jungfräuliche Mutter. Jesajas Prophezeiung wurde von den gefangenen Juden mit nach Babylon genommen und damit wurde der babylonischen Gottheit ein neuer Titel verliehen.]

Daß die Geburt des grossen Befreiers geheimnisvoll sein würde, war schon lange vor der christlichen Ära bekannt. Seit Jahrhunderten, einige sagen sogar Tausende von Jahren, haben die buddhistischen Priester eine Überlieferung, daß eine Jungfrau ein Kind zur Welt bringen würde, das die Welt segnet. Daß diese Überlieferung nicht aus christlicher Quelle stammt, beweist die Überraschung der Jesuiten Missionare, die als erstes nach Tibet und China kamen, und die nicht nur wie zu Hause die Verehrung einer Mutter mit Kind vorfanden, sondern auch, daß die Mutter genauso wie ihre Madonna als „Virgo Deipara,“ die jungfräuliche Mutter Gottes verehrt wurde und das in Regionen, in denen nicht die leiseste Spur des Namens noch der Geschichte unseres Herrn Jesus Christus bekannt war. [Sir J.F.Davis und Lafitan sprechen davon, daß die päpstlichen Missionare in ihrem Bericht mitteilten, daß die heiligen Bücher der Chinesen nicht lediglich von einer Heiligen Mutter sprechen, sondern von einer jungfräulichen Mutter.]

Das ursprüngliche Versprechen, daß „der Same der Frau den Kopf der Schlange zermalmen wird,“ suggestiert natürlich die Idee einer geheimnisvollen Geburt. Priesterlist und menschliche Vermutung bewirken von sich aus schlechterdings voreiliges Erwarten der Erfüllung der Verheißung, und die babylonische Königin scheint die erste gewesen zu sein, der die Ehre dafür gegeben wurde. Ihr wurden die hochtrabendsten Titel verliehen. Sie wurde die „Himmelskönigin“ genannt (Jeremia 44:17-19,25). [Wenn Aschta oder „die Frau“ mit der Zeit „Himmelskönigin“ genannt wurde, dann wurde der Name „Frau“ zum ehrenvollsten Titel, der einem weiblichen Menschen gegeben werden konnte. Das erklärt, warum in den antiken Völkern des Orients gewöhnlich die Königinnen und andere hochgestellte Persönlichkeiten mit dem Namen „Frau“ bezeichnet wurden. „Frau“ ist hier kein höflicher Titel in unserer Sprache, sondern er wurde formell von den Altvorderen in genau derselben Weise gebraucht, wie bei den Orientalen. Das Wort „Queen“ z.B. stammt von Cwino ab, das im alten Gotisch die Frau bezeichnet. (Vergl. auch Frau, ahd. frouwe, von ahd „fro,“ „Herr, Gott“; urspr. von „pro-,“ „der Erste.“ Beachte auch den Namen der Göttin Freyja, bzw. des Gottes Freyr und das Fest Fronleichnam – Leib des Herrn. Anm. d. Übers.)]

In Ägypten wurde sie mit Athor angesprochen, d.h. „die Göttlichkeit,“ was anzeigen soll, daß sie die „Fülle der Göttlichkeit“ in sich trägt. Um die große Gottesmutter in einem phantastischen Sinne zu zeigen, gerade so wie der Allmächtige, und ebenso die jungfräuliche Mutter, heißt es in einer Inschrift, eingegraben auf einem ihrer Tempel: „Ich bin all das gewesen oder bin es oder werde es sein. Kein Sterblicher hat meinen Schleier gelüftet. Die Leibesfrucht, die ich hervor brachte, ist die Sonne.“ In Griechenland hat sie den Namen Hestia und unter den Römern Vesta, was nur eine veränderte Form desselben Namens darstellt – ein Name, der, obwohl gewöhnlich in anderem Sinne verstanden, in Wirklichkeit „Der Wohnort“ bedeutet. [Hestia bezeichnet im Griechischen „ein Haus“ oder „wohnen.“ Es wird gewöhnlich angenommen, dies wäre die zweitrangige Bedeutung und es bedeute korrekterweise „Feuer.“ Aber die Tatsache zeigt in Bezug auf Hestia, daß der Name von Hes oder Hese „zudecken“ oder „Schutzdach,“ abgeleitet wurde, was ja die eigentliche Idee von einem Haus vermittelt, das vor den Unbilden des Wetters decken oder schützen soll. Das Verb „hes“ bezeichnet auch „schützen,“ „Barmherzigkeit zeigen,“ und daher kommt offensichtlich die Eigenschaft der Hestia als „Schützerin der Bittsteller.“ Nimmt man Hestia als Ableitung von Hes, „zudecken“ oder „Schutzdach,“ läßt sich folgende Aussage von Smith leicht verstehen: „Hestia war die Göttin des häuslichen Lebens und Geberin aller häuslichen Glückseligkeit. Als solche wurde sie im Innern eines jeden Hauses wohnend geglaubt und sie habe die Kunst des Hausbauens erfunden.“ Wenn man „Feuer“ als den ursprünglichen Sinn von Hestia annehmen würde, wie könnte „Feuer“ jemals „der Erbauer von Häusern“ sein? Aber wenn man Hestia im Sinne von Wohnung oder Wohnort versteht, wenn es auch von Hes, „Schützen“ oder „zudecken,“ abgeleitet ist, ist es leicht einzusehen, warum Hestia mit „Feuer“ wiedergegeben wird. Die Göttin, die als „Wohnung Gottes“ betrachtet wurde, ist bekannt unter dem Namen Aschta, „die Frau,“ während Aschta auch „Feuer“ bedeutet. Somit wurde Hestia oder Vesta, als das babylonische System sich entwickelte, ganz einfach als „Feuer“ oder „Göttin des Feuers“ betrachtet.]

Somit ist Hestia oder Vesta in der Hymne des Orpheus als der Wohnort der Götter angesprochen:

Tochter des Saturn, verehrungswürdige Frau,
Die inmitten des Feuers ewiger Flamme wohnt,
In dir haben die Götter ihren Wohnort befestigt,
Starke feste Grundlage der sterblichen Rasse.

[Obgleich Vesta hier als Tochter des Saturn bezeichnet wird, so erkennt man sie doch in allen Pantheons als Cybele oder Rhea, die Frau des Saturn.]

– Selbst wenn Vesta mit Feuer gleichgesetzt wäre, würde derselbe Charakter der Vesta als „der Wohnort“ deutlich erscheinen. So spricht auch Philolaus vom Feuer im Zentrum der Welt und nennt es „das Vesta des Universums, das Haus Jupiters, die Mutter der Götter.“ In Babylon war der Titel der Muttergöttin als Wohnort der Götter Sacca, oder in der bestimmten Form Sacta, was „das Tabernakel“ oder „[heiliges] Haus“ bedeutet. Daher wird die große Göttin in Indien in unseren Tagen als Bewahrerin aller Kraft der Götter „Sacti“ oder das „Tabernakel“ genannt. [Ein Synonym für Sacca, „das Tabernakel,“ ist „Ahel,“ welches mit den Punkten „Ohel“ (hebr. Zelt, Anm.d.Übers.) gesprochen wird. Von der ersten Form scheint sich der Name der Frau Buddhas abzuleiten, die nach Kennedy Ahalya und nach Moor Ahilya heißt. Von der zweiten Form scheint sich im gleichen Sinne der Name der Frau des Patriarchen der Peruaner abzuleiten: „Mama Oello.“ Mama wird von den Peruanern im orientalischem Sinne gebraucht, Oello wird im gleichen Sinne gebraucht.]

Es wurde nicht nur geglaubt, in ihr als das Tabernakel oder der Tempel Gottes wohne alle Kraft, sondern auch alle Anmut und Güte. Jede Eigenschaft der Sanftheit und Barmherzigkeit soll in ihrer Mitte sein, und es wurde ihr nachgesagt, während der Tod ihre Laufbahn beendete, wäre sie vergöttlicht worden und hätte sich in eine Taube verwandelt; [Diodorus Sic, Bd.2 S.76. In Verbindung damit wird sich der Klassikleser an den Titel einer der Fabeln aus Ovids Metamorphosen erinnern: „Semiramis in columbam (Metam. 4),“ „Semiramis in eine Taube.“] um die himmlische Güte ihrer Natur auszudrücken, wurde sie „D’Iune,“ [Dione, der Name der Mutter der Venus und oft auch der Venus selbst ist offenbar derselbe wie oben. Dione in der Bedeutung als Venus ist klar von Ovid auf die babylonische Göttin angewandt worden.] oder „Die Taube“ genannt, oder ohne den Artikel „Juno“ – der Name der römischen „Himmelskönigin,“ was genau dieselbe Bedeutung hat. Und unter der Form einer Taube wie der ihrigen wurde sie auch von den Babyloniern verehrt. Die Taube, das gewählte Symbol der göttlichen Königin wird gewöhnlich mit einem Olivenzweig in ihrem Schnabel dargestellt, während sie selbst in ihrer menschlichen Gestalt mit einem Olivenzweig in ihrer Hand zu sehen ist. Von dieser Form der Darstellung hat sie sehr wahrscheinlich den Namen abgeleitet, unter dem sie allgemein bekannt ist: „Z’emir-amit“ was „Der Zweigträger“ bedeutet.[Von Ze „der“ oder „jener,“ emir „Zweig“ und amit „Träger“ in der weiblichen Form. Hesychius sagt, daß Semiramis der Name einer „wilden Taube“ sei. Die obige Erklärung der ursprünglichen Bedeutung des Namens Semiramis, in Bezug auf die wilde Taube Noah’s (es war offensichtlich eine wilde Taube, denn eine zahme wäre für dieses Experiment nicht geeignet gewesen) mag erklären, warum die Griechen alle wilden Tauben so darstellten.]

Wenn die Göttin also als Taube mit einem Olivenzweig dargestellt wurde, kann kein Zweifel daran bestehen, daß das Symbol teilweise auf die Geschichte der Flut bezogen ist, aber da ist noch viel mehr, als nur eine bloße Erinnerung an dieses große Ereignis. „Ein Zweig“ war, wie schon bewiesen wurde, das Symbol des göttlichen Sohnes. Und wenn die göttliche Mutter als Taube dargestellt wird, was könnte dann die Bedeutung dieser Darstellung anderes sein, als daß sie mit dem Geist aller Anmut einer Taube gleich über der Tiefe der Schöpfung brütet. Wenn ihr so eine übertriebene Ehre verliehen wurde, wenn ihr ein solch gewinnender Charakter zugeschrieben wurde, und wenn sich darüber hinaus ihre Bildnisse den Augen der Menschen als Venus Urania, „die himmlische Venus,“ darstellten, die Königin der Schönheit, die ihren Anbetern Rettung versichert, während sie zu jeder unheiligen Leidenschaft und jeder moralisch verderbten und sinnlichen Begierde die Zügel locker ließ – kein Wunder, daß sie allerorten begeistert verehrt wurde. Unter dem Namen der „Mutter der Götter“ wurde die göttliche Mutter der Babylonier zum Objekt der universellen Anbetung. „Die Mutter der Götter,“ sagt Clerius, „wurde von den Persern, den Syriern und allen Königen von Europa und Asien verehrt, und das mit der tiefgründigsten religiösen Verehrung.“ Tacitus liefert Beweise, daß die babylonische Göttin im Herzen Deutschlands verehrt wurde und Cäsar fand, als er Britannien eroberte, daß die Priester derselben Göttin, die unter dem Namen Druiden bekannt sind, schon vor ihm da waren. [Es wurde vermutet, der Name Druide stamme aus dem griechischen Drus, eine Eichenart, oder dem keltischen Deru, das dieselbe Bedeutung hat, aber das ist offensichtlich ein Fehler. In Irland ist der Name für einen Druiden Droi und in Wales Dryw und man sieht, die Verbindung der Druiden mit der Eiche ist eher die Ähnlichkeit ihres Namens, als daß der eine vom anderen abstammt. Das Druidensystem war in all seinen Einzelheiten eigentlich das babylonische System. Dionysius informiert uns, daß die Riten des Bacchus ordnungsgemäß auf den britischen Inseln gefeiert wurden. Und Strabo zitiert Artemidorus, der zeigt, auf einer Insel nahe Britannien würde Ceres und Proserpine mit den gleichen Riten verehrt, wie bei den Orgien auf Samotrake. Es fällt auf, die Erklärungen über die druidische Ceridwen und ihr Kind, wie später noch berichtet wird (Kap.4 / III), stimmt dem Charakter nach mit der großen Gottesmutter von Babylon überein. So war auch das System. Der Name Dryw oder Droi, angewandt auf die Priester, stimmt ganz genau mit diesem System überein. Der Name Zero, der in hebräisch oder dem frühen chaldäisch dem Sohn der großen göttlichen Königin gegeben wurde, wurde im späten chaldäisch zu „Dero.“ Die Priester des Dero, „des Samens,“ wurden, was übrigens in den allermeisten Religionen so gehandhabt wird, nach dem Namen ihrer Gottheit benannt. Das beweist, der gebräuchliche Name „Druide“ bezeichnet den Priester des „Dero“ – des „Samens,“ der der Frau verheißen wurde. Die klassischen Hamadryaden waren offensichtlich im gleichen Sinne Priesterinnen des „Hamed-dero,“ „der begehrte Same,“ d.h. „das Begehren aller Nationen.“]

Herodot bezeugt durch persönliche Beobachtung, daß in Ägypten diese „Himmels-königin“ „die bedeutendste und am meisten verehrte aller Göttinnen“ war. Wie auch immer ihre Anbetung eingeführt wurde, es ist erstaunlich, mit welch faszinierender Macht sie ausgeübt wird. Wahrlich, von den Nationen kann wirklich gesagt werden, sie seien „trunken“ vom Wein ihrer Hurerei. So tief, im besonderen, tranken die Juden zu Jeremias Zeit ihren Weinbecher, so verzaubert waren sie durch ihren Götzendienst, daß, sogar nachdem Jerusalem deswegen verbrannt wurde und öde lag, sie nicht dazu zu bewegen waren, ihn aufzugeben. Während sie in Ägypten als verlorenes Exil wohnten, gaben sie sich, anstatt für Gott und gegen das Heidentum um sie herum Zeugen zu sein, dieser Form des Götzendienstes genauso hin, wie die Ägypter selbst. Jeremia war von Gott gesandt, um den Zorn anzukündigen, wenn sie weiterhin die Himmelskönigin verehren würden, aber diese Warnung blieb nutzlos. „Und alle Männer,“ sagt der Prophet, „die wußten, daß ihre Frauen anderen Göttern geräuchert hatten, und alle Frauen, die als eine große Versammlung dastanden, und alles Volk, das im Land Ägypten wohnte, in Pathros, antworteten dann Jeremia, indem [sie] sagten: ‘Was das Wort betrifft, das du zu uns im Namen Jehovas geredet hast, wir hören nicht auf dich; sondern wir wollen ganz bestimmt nach jedem Wort tun, das aus unserem Mund hervorgegangen ist, um der ‘Himmelskönigin’ zu räuchern und für sie Trankopfer auszugießen, so wie wir selbst und unsere Vorväter, unsere Könige und unsere Fürsten in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems taten, als wir stets mit Brot gesättigt wurden und es uns gut ging und wir überhaupt kein Unglück sahen’“ (Jeremia 44:15-17). Solchermaßen eiferten die Juden, Gottes auserwähltes Volk, den Ägyptern in der Verehrung nach.

Die Anbetung der Gottesmutter mit dem Kind in den Armen kann kontinuierlich von Ägypten bis zum Einstieg in die Christenheit beobachtet werden. Wenn das Evangelium mit Macht unter die Masse der Menschen gekommen wäre, hätte die Anbetung dieser göttlichen Königin gestürzt werden können. Im allgemeinen kam es jedoch nur dem Namen nach. Statt dessen wurde, da die babylonische Göttin verworfen wurde, in viel zu vielen Fällen nur ihr Name geändert. Sie wurde die Jungfrau Maria genannt und mit ihrem Kind wurde sie mit demselben götzendienerischen Gefühl von den bekennenden Christen verehrt, wie von den förmlich offen bekennenden Heiden. Die Konsequenz war, daß, als 325 n.Chr. das Konzil zu Nizäa einberufen wurde, um die Häresie des Arius zu verurteilen, der die wirkliche Göttlichkeit Christi abstritt, diese Häresie in der Tat verurteilt wurde, aber nicht ohne die Hilfe der Menschen, die ganz klar das Begehren hegten, sein Wesen auf eine Stufe mit dem Schöpfer zu stellen, um die jungfräuliche Mutter Seite an Seite mit ihrem Sohn zu setzen. „Auf dem Konzil zu Nizäa,“ sagt der Autor von Nimrod im Jornal of Prophecy, Juli 1852, „hielt die Abteilung Malchite (das sind die Repräsentanten der sogenannten Christenheit Ägyptens) an der Idee fest, es gäbe drei Personen in der Dreieinigkeit, nämlich den Vater, die Jungfrau Maria und den Messias, ihren Sohn.“ In Bezug auf diesen verblüffenden Punkt, der beim Konzil zu Nizäa ans Licht kam, sprach Vater Newman begeistert von dieser Diskussion als Bestrebung, die Maria zu verherrlichen. „Somit,“ sagte er, „öffnete die Kontroverse eine Frage, die noch nicht geklärt war. Es entdeckte eine neue Sphäre, wenn wir es so ausdrücken wollen, in dem Bereich des Lichtes, zu dessen Bewohner die Kirche sich noch nicht bestimmt hat. Somit ereignete sich ein Wunder im Himmel, ein Thron wurde sichtbar über alle geschaffene Macht, vermittelnd, fürbittend, ein archaischer Titel, eine Krone, so hellglänzend wie der Morgenstern, eine Herrlichkeit ausgehend vom ewigen Thron, eine Robe so rein wie der Himmel, und ein Zepter über allem. Und wer war der vorherbestimmte Erbe dieser Majestät? Wer war die Weisheit und welches war ihr Name, die Mutter der reinen Liebe und Furcht, der heiligen Hoffnung, gepriesen wie eine Palme in Engedi und eine Rosenpflanze in Jericho, vor der Welt geschaffen am Anfang, Gottes Ratgeber, und in Jerusalem war ihre Macht? Diese Vision findet sich in der Offenbarung: ‘Eine Frau, bekleidet mit der Sonne und der Mond war unter ihren Füßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.’“ [Newmans Developement, S. 405, 406. Der Leser wird auf einen Blick die Absurdheit sehen, die „Frau“ der Offenbarung als Jungfrau Maria zu erklären. Johannes bezeichnet das, was er sah, ausdrücklich als „Zeichen“ oder „Symbol“ (semeion). Wenn diese Frau eine buchstäbliche Frau wäre, müßte die Frau, die auf sieben Hügeln sitzt, auch wörtlich zu verstehen sein. „Die Frau“ ist in beiden Fällen ein „Symbol.“ „Die Frau“ auf den sieben Hügeln ist das Symbol der falschen Kirche, die Frau dagegen, die mit der Sonne bekleidet ist, stellt die wahre Kirche dar – die Braut, die Frau des Lammes.]

„Die gotteslästerlichen Namen, welche die Päpstlichen der Maria gaben, haben in der Bibel nicht den Hauch einer Begründung, dafür sind sie aber alle im babylonischen Götzendienst zu finden. Ja, die Gesichtszüge und der Charakter der römischen und babylonischen Madonna sind dieselben. Bis in die moderne Zeit, wenn Raphael etwas von der gewohnten Richtung abweicht, war nichts jüdisches oder gar italienisches an der römischen Madonna. Hätten die Bilder oder Figuren der jungfräulichen Madonna die Mutter unseres Herrn dargestellt, wäre sie in der einen oder anderen Form gestaltet. Aber es ist nicht so. In einem Land von dunkeläugigen Schönheiten und rabenschwarzen Locken wurde die Madonna immer mit blauen Augen und goldenen Haaren dargestellt, das absolute Gegenteil vom jüdischen Aussehen, welches man für die Mutter unseres Herrn voraussetzen würde, was aber genau mit den antiken Attributen der göttlichen Königin Babylons übereinstimmt. In den allermeisten Ländern wird die große Göttin mit goldenen oder blonden Haaren beschrieben, was zeigt, daß sie einen erhabenen Prototyp haben muß, den sie nachgeahmt haben. „Flava Ceres,“ die „blonde Ceres,“ mag nicht ins Gewicht fallen, wenn sie alleine stünde, es gründet sich vermeintlich darin, daß ihre „blonden Haare“ vom goldenen Korn geborgt sind, deren Schirmherrin sie ist. Aber viele andere Göttinnen werden genauso dargestellt. Europa, die von Jupiter – verkörpert als Stier – getragen wird, nennt man „die blondhaarige Europa.“ Minerva wird bei Homer „die blau-äugige Minerva genannt“ und bei Ovid „die Gelb-haarige.“ Die Jägerin Diana, die man gewöhnlich mit dem Mond gleichsetzt, wird von Anacreon mit der Anrede „die gelb-haarige Tochter des Jupiter“ bedacht, ein Titel, den das blasse Antlitz des silbernen Mondes niemals nahelegen könnte. Theocritus nennt Dione, die Mutter der Venus, „gelb-haarig.“ Venus selbst wurde regelmäßig „Aurea Venus,“ die goldene Venus, genannt. Die indische Göttin Lakschmi, die „Mutter des Universums,“ wird als von „goldenem Aussehen“ beschrieben. Ariadne, die Frau des Bacchus, nennt man „die gelb-haarige Ariadne.“ Somit bezieht sich Dryden auf ihre goldenen Haare, wenn er sagt:

Wo die wilden Wellen in Dianas Hafen spielen,
Die verlassene blonde Ariadne liegt,
Dort, krank vor Gram und wahnsinnig vor Verzweiflung,
Ihr Kleid sie zerreißt und zaust ihr goldenes Haar.“
Während die Medusa vor ihrer Verwandlung wegen ihrer Schönheit gefeiert wurde, wurde sie gleichzeitig auch wegen ihren goldenen Haaren gepriesen:

„Medusa hatte einst Reize: um ihre Liebe zu gewinnen

Ein Haufen von begierigen Liebhabern sich bemühte.
Die sie sahen, einzig sie nie fanden
Bewegtere Gesichtszüge in einem süßeren Gesicht,
Aber über allem, ihre langen Haare liebten sie innig,
In goldenen Ringeln wallend und anmutig glänzend.“
Die Nixe, die in den romantischen Sagen des Nordens beschrieben wird, welche von der Geschichte der Atergatis, der Fischgöttin Syriens, abstammt, die die Mutter Semiramis’ genannt und manchmal auch mit Semiramis gleichgesetzt wird, wurde mit Haaren derselben Art beschrieben. „Die Elfe ist blond,“ sagt die Einleitung zu „Danish Tales“ von Hans Andersen, „und gold-haarig und spielt lieblich auf einem Saiteninstrument. Sie wurde regelmäßig auf der Wasseroberfläche sitzend gesehen, wie sie ihr langes goldenes Haar mit einem Kamm kämmte.

Selbst wenn Athor, die Venus Ägyptens, als Kuh dargestellt wurde, so waren der Kopf und der Nacken der Kuh vergoldet, zweifellos um anzudeuten, welche Göttin diese Kuh darstellen sollte. Wenn bekannt ist, daß die berühmtesten Bilder der jungfräulichen Mutter in Italien sie als Blonde mit goldenen Haaren darstellen und wenn überall in Irland die Jungfrau bis heute fast unverändert in derselben Art dargestellt wird, wer kann sich da der Schlußfolgerung widersetzen, daß sie so dargestellt wird, weil sie eine Kopie desselben Prototyps ist, wie die heidnischen Göttinnen?

Diese Übereinstimmung besteht nicht nur im allgemeinen Aussehen, sondern auch in charakterlichen Einzelheiten. Die ursprünglichen Madonnen haben keine einzige dieser jüdischen Eigenheiten. Sie stimmen jedoch völlig mit denen der babylonischen Madonnen überein, die Sir Robert Porter unter den Ruinen Babylons gefunden hat.

Es gibt da noch eine andere beachtenswerte Eigenschaft dieser Bilder, und zwar der Nimbus oder der eigentümliche Lichtkreis, der regelmäßig den Kopf der römischen Madonna umstrahlt. Mit diesem Kreis sind die sogenannten Christusfiguren ebenfalls regelmäßig umgeben. Woher könnte so eine Einrichtung wohl stammen? Im Falle unseres Herrn, wenn sein Haupt lediglich von Strahlen umgeben wäre, könnte man den Vorwand gelten lassen, es stamme aus dem Evangelium, wo es heißt, sein Gesicht leuchtete auf dem heiligen Berg. Aber wo, in jeder Richtung der Heiligen Schrift, haben wir je gelesen, sein Gesicht sei von einer Scheibe oder einem Kreis aus Licht umgeben? Doch was wir vergeblich in der Heiligen Schrift suchen, finden wir in der künstlerischen Darstellung der großen Götter und Göttinnen Babylons. Die Scheibe und teilweise auch der Kreis waren das gutbekannte Symbol der Sonnengottheit, im weswentlichen dargestellt in den Symbolen des Ostens. Der Kopf der Sonnengottheit war mit diesem Kreis oder Scheibe umgeben. Dasselbe war im heidnischen Rom der Fall. Apollo als der Sohn der Sonne wurde oft so dargestellt. Die Göttin, die behauptete, mit der Sonne verwandt zu sein, wurde gleicherweise berechtigt, sich mit einem Nimbus oder Lichtkreis zu schmücken. Wir zeigen ein Bild aus Pompeii, das Circe zeigt, „die Tochter der Sonne,“ ihren Kopf umgeben von einem Kreis, genauso wie die römische Madonna bis in unsere Zeit einen hat. Laß irgend jemand den Nimbus um das Haupt Circes mit dem um den Kopf der päpstlichen Jungfrau vergleichen, so wird er sehen, wie genau sie übereinstimmen. Nun könnte jemand einwenden, all diese Einzelheiten treffen zufällig zusammen. Natürlich, auch wenn die Madonna jemals so genau der Jungfrau Maria ähnelte, würde das nie deren Verehrung entschuldigen. Aber wenn, was offensichtlich ist, die Göttin in der päpstlichen Kirche zur höchsten Verehrung erhoben wurde, dann ist es die babylonische Königin, die Nimrod oder Ninus, „den Sohn,“ als Rivalen des Christus setzte und die in eigener Person die Verkörperung jeder Art von Ausschweifung und Zügellosigkeit war, was für einen schwarzen Charakter drückt dies dem römischen Götzendienst auf! Was würde es nützen, den abscheulichen Charakter dieses Götzendienstes zu mildern, indem man sagt, das Kind, das sie zur Verehrung voranstellt, wird Jesus genannt? Als sie zusammen mit dem Kind im alten Babylon verehrt wurde, gab man dem Kind einen Namen, wie er dem Christus eigen ist, der seinen herrlichen Charakter genauso kennzeichnet, wie der Name Jesus. Er wurde „Zoro-aschta,“ „der Same der Frau“ genannt. Aber dies verhinderte nicht den glühenden Zorn Gottes, als er in früheren Tagen gegen die auftrat, die das „Sinnbild der Eifersucht, das zur Eifersucht reizt“ anbeteten. [Hesekiel 8:3. Es gibt viele Spekulationen darüber, was das „Sinnbild der Eifersucht“ gewesen ist. Aber wenn man weiß, daß das größte Merkmal des antiken Götzendienstes die Anbetung der Mutter mit Kind war, und daß das Kind als die Verkörperung des Sohnes Gottes angesehen wurde, scheint alles klar. Vergleiche Vers 3 und 5 mit Vers 14 und es zeigt sich, daß die „Frauen, die den Tammuz beweinen,“ direkt neben dem Sinnbild der Eifersucht trauern.]

Auch das Benennen des Säuglings in den Armen der römischen Madonna mit dem Namen des Christus konnte das Merkmal des „Sinnbildes der Eifersucht“ nicht mindern, es milderte nicht den Angriff auf den Höchsten, minderte nicht das Reizen seines Mißfallens, wenn bewiesen wird, daß dieser Säugling als das Kind der Himmelskönigin mit allen göttlichen Attributen verehrt wird, und die gleichzeitig „die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde“ ist. Der Herr verabscheut Bilderverehrung auf jeden Fall, aber Bilderverehrung in Bezug auf ein Kind wie dieses mußte besonders abscheulich für seine Seele sein. Nun, wenn die Fakten, die ich hier zusammengetragen habe, richtig sind, ist es dann nicht interessant, daß so etwas furchtbar Bedrohliches im Wort Gottes gegen die römische Abtrünnigkeit gerichtet sein sollte, und daß das Gefäß der schrecklichen Wut dazu bestimmt ist, über seinem schuldigen Haupt ausgegossen zu werden? Wenn diese Dinge richtig sind, wer wird sich dann noch für das päpstliche Rom einsetzen oder wer nennt sie noch eine christliche Kirche?

((Quelle: Hislop, Alexander: The two Babylons or The Papal Worship proved to be The Worship Of Nimrod And His Wife o. Jg.))

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