Adiaphora und andere Menschensatzungen

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Apologetik/Bibellehre
Bewertung

„Du bist gesetzlich, Du bist gesetzlich“, sagen die lauen Christen, wenn man bestimmte Dinge bzgl. der Lebensführung beanstandet. 

Paulus meinte die Freiheit vom mosaischen Gesetz, durch das niemand selig wird, und nicht eine Freiheit zur Weltlust, zu der uns CHRISTUS befreit habe!

 Sie stützen sich dabei auf Worte des Apostels Paulus, dass wir zur Freiheit berufen sind, wobei sie unterstellen, Paulus habe die Freiheit zur Weltlust gemeint. Welch eine grobe Bibelfälschung! Paulus meinte die Freiheit vom mosaischen Gesetz, durch das niemand selig wird, aber um GOTTES Willen doch nicht eine Freiheit zur Weltlust, zu der uns CHRISTUS befreit habe! Hier wird das Evangelium genauso strafwürdig verdreht wie bei Hitler und seinen Deutschen Christen.

Andere evangelikale Seelenklempner werfen einem vor, man würde damit Angstpsychosen erzeugen. Es sind immer die gleichen Argumente, mit denen sie das Habt nicht lieb die Welt verächtlich und verdächtig machen wollen: Gesetzlichkeit und Angstpsychosen. Herbert Ros vom Vorstand der Erzhausener Pfingstler erweitert das Sortiment um eine dritte Komponente, indem er die Ablehnung der Weltlust sogar mit dem Heidentum in Verbindung bringt. Er meint, es sei heidnisch, wenn man Angst vor einem „erzürnten Gott“ habe und deswegen die Weltlust meide. Dass wir es tatsächlich mit einem „erzürnten GOTT“ zu tun haben, ist nicht heidnisch, sondern biblisch:

Römer 1, 18
… denn es wird geoffenbart GOTTES Zorn vom Himmel auf alle Ehrfurchtslosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit in (und durch) Ungerechtigkeit niederhalten …

Weil es letztlich doch zu viele Stellen im Neuen Testament gibt, die eine Absage an die Weltlust fordern, sehen viele von ihnen selbst ein, dass sie mit ihren drei Argumenten (Gesetzlichkeit, Angstpsychose, Heidentum) dem biblischen Text nicht gerecht werden können. So mussten sie sich etwas besonderes einfallen lassen, etwas, was theologisch und wissenschaftlich klingt, und sie erfanden den Verlegenheitsbegriff der „Adiaphora“ (vom Griechischen ADIAPHORON = „gleichgültig“, „weder gut noch schlecht“). Weltliche Vergnügungen wurden daher in der kirchlichen Theologie schon sehr früh als Adiaphoron gewertet, d.h. sie seien belanglos und als Geschmacksfrage jedem selbst überlassen. Damit praktizieren sie aber genau das, was die Pharisäer schon immer taten: GOTTES Gebote übertreten mit Menschensatzungen. Was den Pharisäern z. B. ihr Korban (Markus 7,9-13) war, sind den modernen Pharisäern die Adiaphora.

1. Johannes 2, 15.16
Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des VATERS nicht in ihm,weil alles, was in der Welt ist – die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und das Großtun (dieses) Lebens – nicht aus dem VATER ist, sondern es ist aus der Welt.

Das ist Apostellehre. Diese übertreten sie jedoch mit Menschenlehren. Ihr verletztes Gewissen aber stellen sie ruhig mit der rezeptfreien Doge „Adiaphoron“! Risiken und Nebenwirkungen entnehmen sie der Packungsbeilage: Absterben des geistlichen Lebens und schließlich Verlust des Seelenheils.

Quelle: Glaubensnachrichten 04-2004, S. 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)