Das Fegefeuer

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In jedem System, außer dem der Bibel, konnte sich die Lehre vom Fegefeuer nach dem Tod und Gebete für die Toten einen Platz erobern. Wo immer du hingehen magst, ob antike oder moderne Zeiten, wir werden entdecken, dass Heidentum Hoffnung nach dem Tode für die Sünder läßt, die zur Zeit ihres Hinscheidens absichtlich unvorbereitet für den Aufenthaltsort waren. Zu diesem Zweck wurde ein Mittelding erfunden, in dem durch reinigende Pein die Schuld unverrückbar in der Zeit in einer zukünftigen Welt weggefegt werden kann und die Seele für die endgültige Seligkeit bereitgemacht wird. In Griechenland war die Lehre vom Fegefeuer bei den Philosophen fest verwurzelt. Deshalb hebt Plato beim Gespräch über das zukünftige Totengericht die Hoffnung auf endgültige Befreiung aller heraus, aber betont, daß die „Verurteilten“ zuerst einen unterirdischen Platz des Gerichtes aufsuchen müssten, wo sie ihre verdiente Strafe erleiden sollen, während andere aufgrund eines günstigen Urteils sofort in einen bestimmten himmlischen Ort auffahren, um

ihre Zeit in der Art zu verbringen, wie sie ihr Leben in Menschengestalt gelebt haben.

Im heidnischen Rom gab es in gleicher Weise das Fegefeuer in der Vorstellung der Menschen, aber es scheint, als hätte sie keine Hoffnung auf irgendeine Befreiung von dieser Pein enthalten. Deswegen beschreibt Virgil die verschiedenen Qualen wie folgt:

Weder kann der kriechende Sinn,
Im dunklen Kerker der Glieder beschränkt,
Die natürlichen Himmel feststellen,
Oder sich aneignen seine himmlische Art,
Noch kann der Tod selbst gänzlich ihre Makel fortwaschen;
Aber lang gehegter Schmutz, sogar in der Seele, verbleibt
Die Relikte eingefleischter Untugenden sie tragen,
Und Flecken der Sünde unzüchtig in jedem Gesicht erscheinen.
Für diese sind verschiedene Bußen vorgeschrieben;
Und manche hingen da, um im Wind zu bleichen,
Manche stürzten sich ins Wasser, andere stürzten sich ins Feuer,
Bis all der Abschaum ausgeleert war und all der Rost abgekratzt.
Alle haben ihre Totengeister und jene Totengeister leiden.
Die Wenigen, die an diesem Besserungsort gereinigt wurden,
Und in vielen Bereichen die sanfte elysische Luft atmen,
Sind dann glücklich, wenn nach der Länge der Zeit
Der Schorf aller begangenen Vergehen abgefallen ist.
Kein Fleck blieb zurück von ihren gewohnten Makeln,
Nur der pure Äther der Seele verblieb.

In Ägypten war im wesentlichen dieselbe Lehre vom Fegefeuer verwurzelt. Aber als einst diese Lehre vom Fegefeuer in den Sinn der gewöhnlichen Menschen Eingang fand, war das Tor zu allen Arten von priesterlicher Erpressung geöffnet. Gebete für die Toten gingen immer Hand in Hand mit dem Fegefeuer, aber kein Gebet konnte vollständig wirksam sein ohne die Vermittlung der Priester und keine priesterliche Handlung konnte wiederum ohne besondere Bezahlung erfolgen. Deswegen finden wir in jedem Land die heidnische Priesterschaft „die Häuser der Witwen verzehren“ und treiben Handel mit den zarten Gefühlen der besorgten Verwandten, empfindlich geweckt für die unsterbliche Glückseligkeit des geliebten Verstorbenen. In allen Richtungen findet sich ein umfassendes Zeugnis dieser lästigen Eigenschaft und der Kosten dieser posthumen Aufopferung. Eine der Bedrückungen, unter denen die armen Romanisten in Irland stöhnten, ist das wiederkehrende besondere Opfer, für das sie zu zahlen genötigt werden, wenn der Tod einen ihrer Hausgenossen fort nimmt. Es sind nicht allein das Begräbnis und die Trauerzeremonien für den zur Ruhe gegangenen zur Zeit der Beerdigung sehr kostspielig, sondern auch die wiederholten Besuche des Priesters zu diesem Anlaß sind kostenintensiv, angefangen bei dem „Monatsgedenken,“ ein Brauch zum Vorteil des Verstorbenen, wenn ein Monat nach seinem Tod vergangen ist. Manch Gleichartiges war nachweislich im alten Griechenland der Fall, denn, wie Müller in seinem History of the Dorians sagt,

die Argiven opferten am dreißigsten Tag [nach dem Tod] dem Mercur als dem Leiter der Toten.

[Müller bestätigt, daß die Argiven auch unmittelbar nach dem Tod Opfer darbrachten.] In Indien gibt es viele und lästige Bräuche bei den Sradd’has oder Trauerfeierlichkeiten für den Dahingeschiedenen und um die Wirksamkeit dieser Dinge zu gewährleisten, sollte dem Sterbenden eine

Spende an Vieh, Land, Gold, Silber und anderer Dinge

gegeben werden, oder

wenn dieser zu schwach sein sollte, einem anderen in seinem Namen (Asiatic Researches).

Wohin wir auch immer schauen, überall ist dasselbe der Fall. In der Tartarei, sind die

Gurjumi oder Totengebete sehr teuer

sagt das Asiatic Journal. In Griechenland, sagt Suidas, war

das größte und teuerste Opfer das geheimnisvolle Opfer Telete,

ein Opfer, das gemäß Plato,

für die Lebenden und die Toten geopfert wurde und von dem angenommen wurde, es befreie sie von all dem Übel, weswegen sich die Bösen zu verantworten haben, wenn sie diese Welt verlassen.

In Ägypten waren die Gebühren der Priester für die Trauerzeremonien und Messen für die Toten weit mehr als belanglos.

Die Priester, (sagt Wilkinson), überredeten die Leute, große Summen zum Abhalten der Trauerfeierlichkeiten auszugeben und viele, die kaum das Lebensnotwendige hatten, waren darum besorgt, etwas für die Kosten ihres Todes zu sparen. Neben der Einbalsamierung, die manchmal ein Talent Silber oder ungefähr 250 englische Pfund kostete, wurde das Grabmal selbst für einen immensen Preis gekauft und zahlreiche Forderungen wurden erhoben auf den Besitz des Verstorbenen, um Gebete und andere Dienste für die Seele zu erbringen … Die Zeremonien (so fährt er fort) bestanden aus einem dem Toten versprochenen Opfer gleich denen im Tempel für einen oder mehrere Götter (wie Osiris, Anubis und anderen mit Amenti verbundenen), Weihrauch und Trankopfer wurden auch dargebracht, ein Gebet wurde manchmal vorgelesen, die Verwandten und Freunde sind als Trauergäste anwesend.

Sie vereinen sogar ihre Gebete mit denen der Priester. Die Priester, die die Beerdigung durchführen, wurden aus den Reihen der Hohepriester ausgewählt, die das Leopardenfell trugen, aber verschiedene andere Riten wurden von einem geringeren Priestern ausgeführt bevor sie nach jener Zeremonie in die Grube des Grabmals gelegt wurden.. Tatsächlich fuhren sie in Abständen mit ihrer Tätigkeit fort, so lange die Familie für ihre Dienste bezahlte. Solches war die Ausführung der Lehre vom Fegefeuer und Gebete für die Toten unter den Heiden, und in welcher wesentlichen Hinsicht unterscheidet sich dies von der Ausführung mancher Lehren des päpstlichen Rom? Es sind dieselben Erpressungen hier wie dort. Die Lehre vom Fegefeuer ist rein heidnisch und kann keinen Augenblick dem Licht der Schrift standhalten. Für jene, die in CHRISTUS sterben ist oder kann kein Fegefeuer nötig sein, denn

1. Johannes 1, 7
das Blut JESU CHRISTI, des Sohnes GOTTES, reinigt von allen Sünden.

Wenn dies wahr ist, wo braucht es da noch eine andere Reinigung? Andererseits, für die, die nicht in persönlicher Gemeinschaft mit Christus sind und demgemäß ungewaschen, ungerechtfertigt und ungeschützt sind, kann es keine andere Reinigung geben, denn

1. Johannes 5, 12
wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, hat kein Leben,

und kann es nie haben. Erforsche die Schrift und es wird sich zeigen, daß in Bezug auf alle die, die „in ihren Sünden sterben,“ das Urteil GOTTES unabänderlich ist: „Laß dem Ungerechten Ungerechtigkeit und laß dem Unreinen Unreinheit.“ Deshalb ist die ganze Lehre vom Fegefeuer ein System ungeschminkten heidnischen Betrugs, eine Beleidigung GOTTES, das Menschen täuscht, die in Sünden mit der Hoffnung auf eine Wiedergutmachung nach dem Tod leben und sie gleichzeitig um ihren Besitz und ihre Erlösung betrügt. Im heidnischen Fegefeuer wurden Feuer, Wasser und Wind (wie dies aus den Zeilen Virgils zu entnehmen ist) dargestellt, als ob sie zusammen die Flecken der Sünde wegwischen würden. Im Fegefeuer des Papsttums ist seit den Tagen des Papstes Gregor Feuer selbst das gewaltige Mittel der Reinigung (Catechismus Romanus). Deshalb, während die reinigenden Feuer der zukünftigen Welt die Ausführung der Grundsätze darstellen, die in den lodernden und reinigenden Baal-Feuern am Vorabend des Johannistages verkörpert wurden, ergeben sie eine weitere Verbindung, um das römische System mit den System des Tammuz oder Zoroaster, der große Gott der alten Feueranbeter, zu identifizieren.

Hier wird jedem Christen deutlich, welch großen Dank wir GOTT entgegenbringen sollen, dass Er uns von einem System wie diesem befreite (oder bewahrte) durch die segensreiche Wiedergeburt! Was für eine Wohltat ist es doch, dem Vertrauen in ein solches Refugium von Lügen entronnen zu sein, das nicht mehr Sünden austilgt wie das Blut von Stieren und Ziegenböcken! Wie segensreich zu fühlen, dass das Blut des Lammes, angewandt durch den GEIST GOTTES auf das unreine Gewissen der meisten, vollständig reinigt von toten Werken und von der Sünde! Wie groß sollte unsere Dankbarkeit sein, wenn wir wissen, daß wir in all unseren Verfolgungen und Bedrückungen, vor den Thron der Herrlichkeit kommen können, und zwar im Namen nicht irgend einer Kreatur, sondern im Namen des von GOTT ewig und innig geliebten Sohnes und dass dieser Sohn als der Hohepriester dargestellt wird, der mit uns mitfühlt in unseren Schwachheiten, der in allem auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde. Sicherlich ist es der Grundgedanke dieser Dinge, während Mitleid für die getäuschten Sklaven der päpstlichen Tyrannei aufkeimt, dass wir feststehen sollten in der Freiheit, mit der uns CHRISTUS frei gemacht hat, und befreien uns selbst wie Männer, so dass weder wir uns noch unsere Kinder sich unter das Joch der Knechtschaft einfangen lassen.

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