Fünf-(Vier-)facher Dienst

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Apostel


Herkunft und Bedeutung des Ausdrucks

geralt / Pixabay
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Zuerst wird der Begriff „Apostel”  im NT für die zwölf Apostel gebraucht, die vom HERRN erwählt wurden.

Allerdings kannte das AT auch schon diesen Begriff. In der Septuaginta (LXX = griech. Übersetzung des AT) wird das hebr. Wort “schalach” ca. 700 mal mit “apostello” und dem Substantiv “apostolos”übersetzt.

Was war denn nun so ein “schalach” (in LXX “apostolos”)? Die jüdische Rechtstradition z. Z. des NT kennt das sog. “Beauftragten-” oder “Botenrecht”.


Im Talmud wird berichtet ( Berachot 5, 5), daß der Beauftragte (Schalach) eines Menschen “wie dieser selbst ist”. Wie der Beauftragte behandelt wird, so sieht sich der behandelt, der ihn gesandt hat.

Diesen Gedanken drückt der HERR JESUS in folgender Bibelstelle aus:

Lukas 10, 16
Wer euch hört, der höret mich; und wer mich hört, der höret den, der mich gesandt hat

Apostel ist ein Bote mit einer Beauftragung, aber auch mit Autorität. Diese Autorität kommt nicht aus ihm selbst, sondern durch den Sender, in dessen Namen er handelt. Der Apostel Paulus bekennt sich immer als ein Apostel Jesu Christi. Die Bestätigungen in Zeichen und Wundern im Namen Jesu dienten nur zur Bestätigung ihrer Sendung. Somit wird deutlich, daß Apostel keine menschlichen Administratoren oder Manager sind, sondern wirklich JESU Boten.

Unterschied zwischen dem atl. „Schalach” und ntl. „Apostel”

Die Vollmacht eines „Schalach” war auf einen punktuellen und partiellen Auftrag beschränkt und endete mit dem Abschluß des Auftrages. Ein solcher “Schalach” schloss entweder Geschäfte ab, erwarb ein Grundstück, handelte als Brautwerber, schloß Bündnisse, Friedensverträge usw.

Nach der Erfüllung des einmaligen Auftrages endete seine Vollmacht. Im NT ist jeder Apostel im gewissen Sinne zwar auch nur für die Dauer des Auftrags gesandt und bevollmächtigt. Aber dieser Auftrag geht bis an das Ende der Weltzeit (Matth 28, 18 ff)

Dieser Auftrag kann nicht an eine andere Person delegiert werden, sondern die beauftragte Person ist auf die ganze Zeit der Auftragesdauer gebunden. Diese Bindung an eine bestimmte Person für die ganze Lebensdauer entspricht nicht mehr dem “Schalach-Begriff” im AT.

Vorkommen im NT

Im NT kommt “apostello” = das Tätigkeitswort “senden” 131 mal vor, davon 119 mal in den Evangelien. Das Substantiv “apostolos” (Apostel) für einen Dienstauftrag auf Dauer kommt 79 mal im NT vor und zwar 34 mal bei Lukas, 34 mal bei Paulus, nur je 1 mal in Matthäus, Markus und Johannes, 1 mal in Hebräer, 3 mal in Petrus und 3 mal in Offenbarung.

Der Dienstauftrag der Apostel

Aposteldienst ist in erster Linie ein Leiterdienst der Gemeinde Jesu Christi. Dieser Auftrag übersteigt den Rahmen einer Lokalgemeinde:

Apostel haben einen universellen Lehrauftrag.

Apostel sind nie einseitig in der Lehre. Sie predigen das ganze Evangelium (Es gibt keine “Spezial-Apostel”, etwa Apostel der “Rechtfertigung” , der “Heilung”, der ”Taufe” usw.).

Der Begriff: Apostellehre steht für umfassende Lehre. Die ersten Christen blieben nicht in der “Lehre der Lehrer” – sondern ihre Lehrer blieben in der Lehre der Apostel.

Galater 2, 6-9
Von denen aber, die in Ansehen standen – was irgend sie auch waren, das macht keinen Unterschied für mich, Gott sieht keines Menschen Person an -, die Angesehenen haben mir nämlich nichts zusätzlich auferlegt, sondern im Gegenteil, als sie sahen, daß mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut war ebenso wie Petrus das für die Beschnittenen – denn der, der in Petrus zum Apostelamt für die Beschnittenen wirksam war, war auch in mir für die Nationen wirksam -, und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben worden ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas den Handschlag der Gemeinschaft, damit wir unter die Nationen gingen, sie aber unter die Beschnittenen.

Deshalb sagt Paulus: “” Apg 20,27 und wiederum: “” Gal 1, 8.

Apostelgeschichte 20, 27; Galater 1, 8
Ich habe den ganzen Heilsrat Gottes verkündigt … Wer Evangelium anders predigt, sei verflucht…

Apostel haben einen universellen Verantwortungsdienst

Sie sind für Kurs- und Wahrheitstreue aller Gemeinden verantwortlich, tragen Bürde für den Verkündiger-Nachwuchs, Besetzung der Gemeinden mit geistlichen Diensten.

Apostel haben universelles Fürsorge- und Wächteramt

Diese Rufgabe zeigt sich auch in ihrer Verantwortlichkeit für Geistestaufe und -gaben der neugewonnenen Christen. Paulus spricht von Apostelzeichen, auch von “Austeilungen des Heiligen Geistes.”

Hebräer 2, 4
…wobei Gott zugleich Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und mancherlei Machttaten und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.

Der universelle Hirten- und Wächterdienst wird von Paulus klar ausgesprochen:

2. Korinther 11, 27-29
Ich trage Sorge für alle Gemeinden…

Dieses sehen wir durch die apostolische Praxis bestätigt. Paulus sah sich verpflichtet, auf rechte Lehre und rechten Wandel in den Gemeinden zu achten (vgl. div. Briefe).

Die rechte Lehre und die Einheit auf dem Boden der Wahrheit war ihre Aufgabe. Deutlich sehen wir dieses beim sog. „Apostelkonzil“, wo Apostel mit Ältesten über Gesetz und Gesetzesfreiheit berieten.

Apostel haben einen Dienst für das Einssein

Apostel haben, wie schon gesagt, einen Dienst für das Einssein der bluterkauften Gemeinde auf dem Boden der Wahrheit der Schrift. Jesus betet in Joh 17 zuerst für das Einssein der Apostel – damit die einsseien, die durch ihr Wort zum Glauben kommen.

Einssein ist mehr als Einheit

Das Wort GOTTES spricht von der „Einheit des Geistes” (Eph 4, 3). Alle Wiedergeborenen sind Kinder Gottes, auch wenn wir sie nicht kennen und sie nicht in der Gemeindegliedschaft sichtbar und verbindlich eingegliedert sind.

Zur Einheit im Geist muß die Einigkeit in der Lehre kommen (homologia).

Nach Joh. 17 gibt die Kombination aus “Einheit im Geist” (geistliche Einheit –  wie Jesus “mit dem Vater” und Einigkeit in der Wahrheit (“Heilige sie in deiner Wahrheit” – “Dein Wort ist die Wahrheit”) das erbetene Eins-sein.

Darum sehen Apostel den Auftrag zu lehren, “bis daß sie alle kommen zur EINHEIT des Glaubens und der ERKENNTNIS GOTTES” und die Heiligen nicht mehr von jedem Wind der Lehre umher geworfen werden – der auf menschliche oder okkulte Einflüsse beruht.

Sie sind Geistesmenschen und Diener des Geistes. Nur so sind sie wahre Diener des neuen Bundes übernatürliche Zeichen sind eine Bestätigung ihrer Sendung – aber nicht der Inhalt der Sendung, wie etwa beim Wundertäter.

Apostellehre – was ist das?

Die Apostellehre ist die autorisierte Wiedergabe der Lehre Jesu. Durch die von Christus selbst gesetzten ntl. Ämter, besonders dem Aposteldienst, wird sichtbar: Die Gemeinde des NT ist keine Demokratie, keine Diktatur, aber auch keine ntl. Theokratie, sondern eine pneumatische Christokratie.

Eduard Schweizer schreibt dazu: „Im Dienst der Apostel wird eines konkret, daß die Gemeinde nicht autonom (= sich selbst gesetzgebend ist), sondern christonom (d.h. Christus ist das Haupt der Gemeinde – Herr über allem ist Christus).”

Die Apostel bezeugen eindeutig: “Haupt über allem ist Christus.”

Anerkennung der Apostel

Die Gemeinde kann Apostel weder machen noch wählen, aber die Gemeinde darf Apostel prüfen.

Deshalb kann die Gemeinde die Berufung eines potentiellen Apostels erkennen – und wird sie dann als solche ANERKENNEN. “Anerkennen” und sich dann selbst recht “einordnen” gehören zusammen. Diese Anerkennung muß durch eine Zustimmung bezeugt werden.

Bei einem Apostel muß neben Leiterbegabung, Lehrgabe und den sonstigen Begnadungen das volle Charisma des Dienstes (das Siegel göttlicher Berufung) in Erscheinung treten.

Apostolische Autorität liegt nicht in besonderen menschlichen Qualitäten – einschließlich Vorbildung – sondern in göttlicher Beauftragung.


Die vier Arten der Apostel im NT

Der erste Apostel: Jesus Christus

Er ist der Apostel unseres Bekenntnisses. Er kam zu retten was verloren ist – und von der Wahrheit Zeugnis abzulegen.

Hebräer 3, 1 (vgl. Joh 17, 18)
Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus

Die zweite Gruppe: Die Zwölf

Diese sind einmalig und nicht wiederholbar, weil sie Lebens- und Augenzeugen des Dienstes Jesu sein mußten. Der Herr sagt einmal: “Ihr (die Apostel) werdet mit mir auf 12 Thronen sitzen und die 12 Geschlechter Israels richten (Matth. 19,28)

Die dritte Gruppe: Die Apostel des Auferstandenen

War Paulus auch einer der zwölf Apostel?

Dann wäre er die Nummer 13. Die zwölf Apostel (an Stelle von Judas ist Matthias gekommen), mußten Augen- und Lebenszeugen Jesu gewesen sein. Paulus war das nicht, er war nur Zeuge des auferstandenen erhöhten Herrn.

Paulus war ein besonders beauftragter Apostel von den “Aposteln des auferstandenen Christus”. Diese wurden erst nach der Himmelfahrt gesetzt! In Epheser 4 lesen wir: Aufgefahren in die Höhe hat er Gefangene gefangen geführt und hat den Menschen Gaben gegeben… Und er selbst ist gesetzt… (V. 9 + 11).

Nach Jesu Himmelfahrt beginnt eine neue Kategorie von Aposteln. Diese hat nicht der Vater dem Sohn gegeben, sondern der Sohn gibt sie der Menschheit. Sind die einen Apostel des irdischen Jesus Zeugen seines Lebens, Dienstes, Auferstehung und Himmelfahrt, so sind die anderen Apostel des Auferstandenen.

Paulus war also

· nicht der letzte der “Zwölf”, sondern

· der erste der neuen Kategorie der Apostel des auferstandenen Christus.

Er nimmt aber unter diesen eine Sonderstellung ein.

Wie es unter den “Zwölf” drei gab, die als Säulen angesehen wurden, so gab es auch unter den anderen Aposteln einen, der einen besonderen Auftrag und eine besondere Stellung hatte: Paulus!

Er brachte das Wort Gottes zur Vervollständigung (Kol 1, 25)

Gibt es denn neben den Genannten außerdem noch andere Apostel im NT?

Neben den zwölf Aposteln und Paulus rechnet das NT noch eine ganze Reihe anderer zu Aposteln. z.B:

  • Junias und Adronikus

Wir haben bis jetzt fast nichts von ihnen gehört, doch in der damaligen Zeit waren sie “berühmte” Apostel (Röm 16, 7)

  • Barnabas (Apg 14, 14 + Gal 2, 1+9+13)
  • Jakobus, der Bruder des Herrn (Gal 1, 19)
  • Evtl. Silvanus (2 Kor 1, 19f; 1. Thess 1, 1; 2 Thess 1, 1)
  • Und andere, die einfach zusammengefaßt werden (1 Kor 9,5)

Diese alle gehörten nicht zu den Aposteln, die Jesus zu seinen irdischen Lebzeiten vom Vater gegeben wurden. Sie erfüllten auch nicht die “Apostelvoraussetzungen” der Zwölf.

Weder ein Barnabas war ein Augenzeuge des Lebens Jesu noch ein Silvanus. Aber sie waren Apostel, die der auferstandene Christus, nach seiner Himmelfahrt, gesetzt und als seine bevollmächtigten Beauftragten gesandt hat.

Die vierte Gruppe: Apostel der Gemeinde

Die Lutherbibel übersetzt 2 Kor 8, 23: “Gesandte der Gemeinden”. Im Grundtext steht “Apostel der Gemeinden”! Das sind von der Gemeinde ausgesandte Boten mit einem bestimmten Auftrag. Heute würde man sie “Missionare” nennen. Das Wort “Missionar” meint das gleiche wie “Apostel”, nur auf lateinisch. Ein solcher “Apostel” war auch Epaphroditus (Phil 2, 25)

Deutsch = “Gesandter”

Latein = “Missionar”

Griechisch = “Apostel”

“Apostel der Gemeinden” können neben ihrem sonstigen “Aposteldienst” einen anderen Auftrag haben. Z.B. waren die hier erwähnten Mitarbeiter von Paulus beauftragt, eine Geldsammlung durchzuführen für die Armen in Jerusalem.

 

Lehrer

Es scheint bei diesem Thema einen Widerspruch in der Schrift zu geben, denn einerseits wird gesagt, daß wir einander lehren sollen, und andererseits, daß nicht jeder Lehrer sein soll.

Lehren – im Sinne von Weitergabe empfangener Belehrung und Lehre kennt jeder Christ.

Didaskalia” ist “empfangene Lehre” , “Belehrung”

 “Didache” ist die Lehre in ihrer Substanz.

Aber die Lehre zu erarbeiten, festzusetzen, dazu ist nur der vom Heiligen Geist berufene Lehrer, der “Didaskalos” gesetzt..

Eine Hilfe zum Verstehen könnte es sein , wenn wir “lehren” im Sinne von “unterweisen” verstehen. Im Grundtext gebraucht die Bibel manchmal “unterweisen” statt “lehren”.

katecheo” kommt von “Widerhall” oder “nachtönen”.

Dieses Wort kommt aus der Schauspielersprache. Die Schauspieler sprachen nicht eigene Dichtung, sondern sie sprachen nach, was andere gedichtet haben – oder was ihnen vorgesagt wurde. So ist der “Katechet” ein “Weitergeber”, ein “Nachtöner” der Lehre der Lehrer.

Didaskalos” = der “Lehrer” ist etwas ganz anderes. Ein Unterweiser (Katechet) nimmt die definierte Lehre der Lehrer und lehrt diese.

Kurz gesagt: Ein „Katechet” entwickelt keine Lehre sondern gibt sie nur weiter.

Diesen Dienst des Lehrens können alle tun, die selber in rechter Lehre unterwiesen sind. Die Sonntagsschullehrerin z. B. macht “Katechese”, indem sie die ihr überlieferte Lehre weitergibt. Sie muß selber in der gesunden Lehre gründlich und ausreichend unterwiesen sein, um andere zu unterweisen.

Der Lehrer ist auch ein Lernender-, wie wir alle Lernende bleiben. Dennoch ist ein Unterschied zwischen einem Lehrer und den anderen Gläubigen: Er arbeitet im Wort und in der Lehre, damit er in Klarheit die biblische Lehre bringt.

Jeder Lehrer der ntl. Gemeinde muß treu in der Apostellehre stehen, diese entfalten, gründlich erforschen und ausgewogen lehren. An dem Zeugnis der Apostellehre muß er seine Lehre prüfen lassen.

 Bedeutung der Lehrer im AT

Schon im AT hatte der Lehrer eine sehr hohe Bedeutung. In der griechischen Übersetzung des AT, der sog. “Septuaginta” wird das hebr. Wort für “lehren” verschieden übersetzt, z. B. in Habakuk “plasas”, was soviel wie “bilden”, “formen” bedeutet.

Nach der Bedeutung dieses Wortes gibt ein “Lehrer” mehr als nur Worte und Information. Er bildet und formt darüber hinaus die Lernenden. Lehre nur als “Theorie” und “Gehirnnahrung” ist demnach nicht biblisch.

Mit biblisch-richtigem Lehren ist gleichzeitig die Persönlichkeitsformung verbunden.

Jesus z. B. war der Lehrer, der “Rabbi”. Bei ihm sehen wir deutlich, was lehren heißt. Er gab seinen Jüngern nicht nur Worte, sondern formte sie auch.

Wenn er sagt: Lernet von mir, meinte er damit nicht nur von seinen Worten zu lernen, sondern auch sein Wesen zu verwirklichen.

Eine andere Übersetzung für das hebr. Wort für “Lehre” finden wir in Joel 2, 26. Da wird in der LXX dafür das Wort “bromata” gebraucht, was eigentlich “Speise” heißt. Damit sollte deutlich gesagt werden, daß richtiges Lehren gleichzeitig Speise gibt

Die Apostellehre

Rechte Lehre ist das “Knochengerüst” im Leibe Christi. Gewiß, Geist und Leben, “Fleisch und Sehnen” müssen dazu kommen, damit nicht eine tote Orthodoxie entsteht.

Die Lehre muß zur Erfahrung und zum Leben führen. Aber sie hat auch die Aufgabe, die Fülle des Heils zu entfalten und zu bewahren. Aus diesem Grunde finden wir im NT die Lehre, die “Didache” immer wieder betont.

Sie ist als “Apostellehre” die Grundlage des Glaubens (Apg 2, 24). Diese ist aber Lehre des Herrn (Apg 13, 12)

Jesus selbst hat über die Bedeutung Seiner Menschwerdung, Seines Todes und Seiner Auferstehung geredet. Die Apostel haben dann durch den Heiligen Geist diese Botschaft voll entfaltet und den neuen Heilsweg klar gelehrt.

Ein Jünger (= Schüler, Lernender) ist jemand, der nur genau wiedergibt, was der Herr gesagt hat. Rechte Jünger haben die Worte, Lehrsätze ihrer “Rabbis” wörtlich genau auswendig gelernt – um sie später wieder wörtlich genau aus der Erinnerung weiterzugeben.

Der Geist hat die Apostel genau daran erinnert und in die Tiefe der Bedeutung der Lehren und Offenbarungen Jesu eingeführt. Die Apostel waren nicht Begründer einer Lehre, sondern nur “Überlieferer”.

Das Wort “paradidomi” bedeutet genau weitergeben”, “überliefern. Das geschieht in der Apostellehre.  Es ist “der den Heiligen ein für allemal überlieferte, (d.h.. genau weitergege- bene) Glauben” (Jud 3).

Deshalb hält sich rechte Lehre nur an die Heilige Schrift als Quelle rechter Lehre.

 

Hirte

Herkunft des Wortes und seine Bedeutung

Das ntl. Wort für “Hirte” (“poimän”) entspricht unserem “Schäfer”.

Jesus selber verstand sich als den rechten Hirten seines Volkes – ja aller Menschen (Gott als Hirte nach Hes 34). “Ich bin der gute Hirte”, sagt Jesus.

Rechter Hirtendienst in der Gemeinde ist Fortsetzung des Hirtendienstes Jesu. Dazu gehört Ausrichtung an seinem Vorbild und geistliche Ausrüstung von Ihm, dem Erzhirten.

Zum Hirten gehört die Herde

Herden waren damals Reichtum und Zukunftssicherung. Wer die Herde recht führte und pflegte, war ein solcher Mann, der Wohlstand, Glück und Ansehen brachte. Er erhielt vom Besitzer der Herde Lob und Lohn.

Die Gemeinde Jesu ist auch eine Herde, Seine Herde. Es ist so wichtig, daß diese seine Herde rechte Hirten bekommt, die bei seiner Wiederkunft ihm mit Freuden begegnen können.

Die Gemeinde ist ein “Herdlein” (Verkleinerungsform im Griechischen), nicht eine große Herde:

  • poimne = Nur für Endzeitsammlung seines Volkes im NT gebraucht.
  • poimnion = Für Gemeinde = “Herdlein” = wörtl: geführte Gefolgschaft = nur von  Schaf- und Ziegenherden gebraucht.
  • poimän = Hirte (JESUS) als Vorangeher! Vgl. Joh 10, 4: “Wenn er seine eigenen Schafe alle, herausgebracht hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.

Nicht gebraucht wird ein Ausdruck, der eine autoritäre Herrschaft einschließt, wie z.B. agelä = Getriebene Herde (Schweine, Rinder usw.). Damit zeigt sich, daß jeder geistliche Machtmißbrauch keine Legimitation in der Heiligen Schrift findet.

Die Größe einer Herde

Die Größe einer Herde in der antiken Umwelt zur Zeit des NT variierte von 20 bis höchstens 500 Tiere. War diese Grenze erreicht, wurde eine zweite Herde gebildet, die einen eigenen Hirten bekam.

Eine Herde, die so unübersichtlich war, daß ein Hirte sie nicht mehr “hirten” (das ist mehr als nur weiden) konnte, gab es nicht. Der Herdenbesitz des Eigners.- war oft viel größer als die einem Hirten anvertraute.

Dieses Bild greift das NT auf. Deshalb spricht Petrus im Blick auf den Hirtendienst von “anvertrauten Anteilen der Herde”  (1 Petr 5, 3ff)

Ich bin ein strikter Gegner von “Mammutgemeinden”, wo man irgendeine Hilfskonstruktion finden muß, um die Einzelnen noch betreuen zu können. Oft bekommen diese vielen “Schafe” mit ihren Hirten nie Kontakt. Deshalb ist es wichtig, sich von religiösen Vereinen, die als „Gemeinden” oder „Kirche” bezeichnet werden, zu verabschieden und zu biblischen Hauszellengemeinden zurückzukehren.

Die große Verantwortung der Hirten

Im AT war Gott der Eigner und Hirte Israels, der sein Volk “Unterhirten” anvertraute. In Hesekiel 34 klagt Gott prophetisch:

Hesekiel 34
Ich will ein Gericht über die Hirten bringen und will mich meiner Herde wieder selber annehmen.

Da spricht Er vom Kommen des Messias – Jesus, dem guten Hirten. Bereits in den prophetischen Stellen, von Jeremia bis Sacharja, wird ER als der erwähnt, der der Hirte seines Volkes sein wird.

Jesus ist der rechte Hirte. Er sah das Volk verschmachtet (eigentlich “zerschunden”) wie “Schafe, die keinen Hirten haben.” Sein Herz wurde überwältigt vor Schmerz. In diesem Schmerz zeigt Jesus die Wichtigkeit treuer und geisterfüllter Hirten.

Jesu Gemeinde ist eine Herde, die Hirten braucht, sonst verkommt sie.

Damals soll ca. jeder zehnte Einwohner in einer geistlichen Verantwortung gestanden haben; entweder Priester, Levit oder Rabbi usw. Unter allen denen war aber kein Hirte!!!

Die Wichtigkeit des Hirtendienstes

In  seinem ersten Brief spricht der Apostel Petrus zu den Ältesten und schreibt:

1 Petrus 5, 1-4
Weidet (wörtlich: hirtetdie Herde Gottes, wie euch befohlen ist,… nicht um schnöden Gewinns willen, … daß, wenn der Erzhirte erscheinen wird, ihr den unverwelklichen Kranz der Herrlichkeit erhaltet.

Wie ernst mahnt der Apostel in der Apostelgeschichte:

Apostelgeschichte 20, 28
Weidet (wörtlich: hirtetdie Herde Gottes, wie euch befohlen ist,… die er sich durch sein eigenes Blut erkauft hat

Der Substantiv “Hirte” ist in den neutestamentlichen Schriften selten gebraucht – dafür wieder häufig die Tätigkeiten “weiden”, “versorgen”, “wachen”, “hirten” und (ein fast nicht zu übersetzendes Wort) “hirten”, griech. poimaino.

Dieser (in der Schweiz bekannte Ausdruck) “hirten” schließt alle Aufgaben eines Hirten ein, einschließlich Gesundheitspflege, Wächterdienst, Lehrdienst und Kräftigung bzw. Stärkung der Schafe.

Ein rechter Hirte ist am Wachstum interessiert – und wird deshalb auch den Dienst anderer Dienste (Evangelisten, Apostel, Lehrer usw.) zur Hilfe nehmen, um Gemeinde zu bauen, aber er wird auch selbst den Verlorenen nachgehen und nie jemanden leichtfertig abschieben.

Oft wird behauptet, daß der Hirte der „Pastor” einer Gemeinde sei. Dieses pastorale Leitungssystem ist in der Heiligen Schrift allerdings nicht zu finden. Die Bibel zeugt davon, daß der Hirtendienst einer unter 5 Leitungsdiensten für die Gemeinde ist. Die Leitung durch einen (meist hauptberuflichen) Pastor ist ein Relikt aus dem 4. Jahrhundert, in dem sich die Gemeinde zur Staatskirche entwickelte.

 

Prophet

“Prophet” im Verständnis der antiken griechischen Umwelt

Bevor wir uns mit dem ntl. Prophetenamt beschäftigen, wollen wir untersuchen, was dieser Begriff in der damaligen Zeit bedeutete und was man unter einem “Propheten” verstand. Was bedeutete der Ausdruck “Prophet” bzw. was ist auch heute noch die Wortbedeutung?

Der “Prophet” ist “Verkündiger” bzw. “Sprecher” im Auftrag eines anderen. Der Ausdruck “phe” (von phemi “äußern, erklären, sagen”), der im Wort “Prophet” vorkommt, wurde in Griechenland allerdings nur für religiöses Reden gebraucht.

Der griech. Begriff “Prophet” wird nur für einen Menschen gebraucht, der Inspirationsimpulse mit seinen eigenen Worten mit seinem Geist als verantwortlicher “Künder” weitergibt.

Nach dem damaligen Verständnis empfängt er die Offenbarung und die Impulse durch einen Geist und drückt sie in eigenen Worten aus. Sein Verstand ist inspiriert, aber nicht ausgeschaltet (im Ggs. zu vielen charismatischen „Prophetien”!)

Wenn aber ein Geist den Verstand überwältigte bzw. ausschaltete und sich der Sprechwerkzeuge des Redners bemächtigte (= so daß der Geistredner nicht mit eigenen Worten redete), dann sagte man nicht: er “prophezeit”, sondern er “promantiert” (von “Mantis”).

Der Mantiker (=  der Wahrsager – oder das Medium) ist nach diesem antiken Verständnis ein Mensch, aus dem ein Geist unter Aus- schaltung des Menschen redet, während der Prophet ein Mensch ist, zu dem ein Geist redet, und der das ihm Offenbarte mit eigenen Worten wiedergibt.

Der Prophet im AT

Im AT war das Wort für Prophet = “nabi” (“naba” kommt von “nabu” = “rufen” , “verkündigen”) und liegt dem Sinne nach fast deckungsgleich mit der Bedeutung des griechischen Wortes “Prophet”.

Es hat aber noch eine zusätzliche Bedeutung:

Der “naba” war nicht nur ein Rufender, sondern auch ein Berufener.

Deshalb finden wir im AT häufig, wenn von einem Propheten geredet wird, eine besondere Berufungsgeschichte . Im AT finden wir das Wort “nabi” (“Prophet”) 309mal.

Daneben gibt es auch noch andere Ausdrücke für die atl. Propheten , so z. B.: “Gottesmann” (= hebr.: “Isch-ha elohim”) oder “Seher” (= hebr.: “choze”) .

Der Ausdruck “Seher” zeigt, daß viele Propheten ihre Prophetie in Gesichten empfingen. Die alttestamentliche Forschung findet verschiedene Ausprägungen des prophetischen Dienstes im Zeugnis des AT.

Die Verschiedenheit der atl. Propheten und ihres Dienstes führte zu folgenden Unterscheidungen:

Die ergriffenen Propheten

In 1 Sam 10, 5; Hosea 9, 7; 4. Mose 11, 10 sehen wir, wie diese Art von Propheten bei ihrem Dienst körperlich mitgenommen wurden:

Die schulgemeinschaftlichen Propheten

Sie wurden so genannt, weil sie in Prophetenschulen lebten. Sie taten ihren Dienst unter dem Volk, kamen dann wieder in ihren Gemeinschaften zusammen. Dort haben sie offensichtlich im Gebet und durch Belehrung ihre Gaben entfaltet.

Die Wunderpropheten

Diese haben nicht nur prophezeit, sondern Wunder und Zeichen getan. Die klassischen Beispiele dafür sind Elia und Elisa.

Die Verkündigungs- und Ankündigungspropheten

Einige Propheten haben große und gewaltige Ankündigungen gemacht, dennoch haben sie aber nie ein Buch geschrieben, wie z. B. Nathan. Ihre Wirkung im Volk war groß. Ihre Vollmacht lag in dem situationsbedingten Prophetenwort.

Die Schriftpropheten

Ihr Dienst hatte einen bleibenden Einfluß auf das Volk Gottes des Alten Bundes und für die Gemeinde des Neuen Bundes bis heute

Der prophetische Dienst war inhaltlich ebenfalls verschieden. Man unterscheidet:

  • Situationsprophetie,
  • Heilsprophetie,
  • Gerichtsprophetie
  • Endzeitprophetie (= Apokalyptik) 

Das Amt der Propheten im Heilsgeschehen des NT

Mit der neuen Heilszeit, die durch Jesu Geburt eingeläutet wird, hört der prophetische Dienst nicht auf. Schon am Anfang des Evangeliums wird uns von besonderen prophetischen Diensten berichtet.

Maria spricht prophetisch, vom Geist bewegt, ebenso Zacharias. So ist es der prophetische Impuls des Geistes, der den greisen Simeon in den Tempel bringt und ihn prophezeien läßt ebenso wie die greise Prophetin Hanna.

Unter die bedeutsamen Propheten des NT sind zunächst einmal Johannes der Täufer und Jesus Christus selbst zu rechnen. Während Johannes der Täufer seinen Dienst als Wegbereiter für den Messias verstand, war Jesus Erfüllung der Heilsprophetie – und Prophet zugleich. In ihm waren alle zentralen Dienste der neutestamentlichen Heilszeit vereinigt.

In Jesus waren alle zentralen Dienste der neutestamentlichen Heilszeit vereinigt.

Propheten in der neutestamentlichen Gemeinde

In der neutestamentlichen Ekklesia spielen die Propheten eine wichtige Rolle. Sie sind sowohl Offenbarungsgeber wie auch verantwortliche Seelsorger.

Obwohl ihr Dienst nicht vom prophetischen Charisma zu trennen ist, üben sie offensichtlich nicht autoritäre Leitung unter Berufung auf Offenbarungen des Geistes aus.

Wir finden sie in der neutestamentlichen “Ämtertrias” von 1 Kor 12 , 28ff wie in der “Ämter-Quadriga” von Eph 4, 11ff.

Sie sind GABEN des aufgefahrenen Christus, begabt mit prophetischen und “diakonischen” Charisma. Sie waren Leute, die eine verantwortliche Stellung einnahmen und in hohem Ansehen standen. Sie stehen neben Aposteln und Lehrern, sie werden in besonderer Weise neben den übrigen Heiligen erwähnt.

In der Apostelgeschichte finden wir mehrere Personen als Propheten erwähnt. Da ist zunächst der namentlich genannte Agabus (Apg 11, 27+28 u. Apg 21).

In Apg 13, 1 heißt es lapidar: “Es waren aber da Propheten und Lehrer”. Unter den aufgezählten Namen sind sie mit aufgezählt. Es könnte also sein, daß Simon, Lucius und Manahen Namen von den Propheten gewesen sind, die neben den Lehrern Paulus und Barnabas dienten.

Die in Apg 15, 27 genannten Judas und Silas werden in Vers 31 “Propheten” genannt.

Obwohl sie als Propheten an den wichtigen Beratungen teilnahmen, haben sie nicht mittels Prophetenspruch den Lehrstreit entschieden, noch mit Hinweis auf eine Offenbarung Unterwerfung gefordert.

Lehrfragen wurden mit der Schrift bzw. “Apostellehre” entschieden.

Es fällt auf, daß diese Propheten gleichzeitig in anderen Dienstbeauftragungen standen (Judas = Apostel -Silas, Mitarbeiter des Paulus, Missionar.)

Ihre Leitungsberufung war durch ihr Prophetentum bereichert – aber nicht allein darauf begründet.

 

Evangelist

Der Evangelist im Zeugnis des NT

Der Ausdruck “Evangelist” (als Substantiv) ist relativ selten im NT. Als Substantiv kommt er nur 3mal im NT vor, und zwar in den Schriften von Lukas und Paulus: Apg 21,  8; Eph 4, 11; 2 Tim 4, 3;

Dafür finden wir das Tätigkeitswort “evangelisieren” häufiger, nämlich 50mal. Diese Tatsache macht deutlich, daß die Tätigkeit vor dem Titel rangiert. In der Tätigkeit zeigt sich Berufung und Charisma.

Der Evangelist ist Verkünder der guten Botschaft. Zum ersten Mal wird er in Eph 4, 11ff in einer Aufzählung erwähnt. Seine Aufgabe ist es, das “Evangelium zu evangelisieren”. Das Evangelium ist die gute Nachricht; die Freuden- oder Siegesbotschaft.

Der Ausdruck “Evangelium” wurde in der damaligen griechisch sprechenden Welt in besonderer Weise als “Terminus technicus” (=Fachausdruck) für eine Siegesbotschaft gebraucht.

Dieser Ausdruck  kommt aus der griechischen weltlichen Sprache. “Euangelion” heißt bei Homer z. B. ein Bote, der eine freudenerregende Siegesnachricht bringt. Als freudenerregend wird diese Nachricht besonders dann empfunden, wenn sie gleichzeitig einen zukünftigen Frieden verkündet.

Auf diesem Hintergrund verstehen wir den Jubelruf besser, den Paulus als Zitat aus dem AT aufnimmt:

Römer 10, 15
Wie lieblich sind die Füße der Boten, die den Frieden verkünden, die gute Nachricht bringen

In der Evangeliumsbotschaft Christi wird der Sieg verkündigt.

Das Evangelium im AT

Der Begriff der “Frohen Botschaft” kam aber nicht nur aus dem griechischen Kulturkreis. Er war schon aus dem Alten Bund bekannt. Dort wird “Evangelium – Frohe Botschaft” besonders in den Psalmen für den Sieg JHWH gebraucht.

In 2 Kön 7, 9 finden wir diesen Ausdruck von einer rettenden und befreienden frohen Botschaft: “Das ist ein Tag froher Botschaft, uns würde Schuld treffen wenn wir schweigen und warten…”

Der Dienst des Evangelisten im NT

Der Dienst des ntl. Evangelisten ist geprägt von der selber erfahrenen Erlösung, wie Paulus sagt: “Er hat in uns das Wort der Versöhnung hineingelegt.” 2 Kor 5,19

Nur der, in dem dieses Wort liegt, kann vollmächtig von dem großen Heil Gottes zum anderen reden.

Dieser Dienst der Evangeliumsverkündigung hat die Verkündigung des Sieges Christi zum Ziel.

Der Evangelist und sein besonderes CHARISMA

Der vom Herrn gesandte Evangelist wird sich immer zweier Dinge besonders bewußt sein.

“Ich brauche die Ergänzung der Lehrer und Apostel”. Aber auch seine göttlichen Berufung und Sendung.

Diese Berufung zeigt sich in seinem ganzen Dienst. Er besitzt das Charisma liebevoller aufrüttelnder eindringlicher und doch volkstüm- licher Rede.

In seinem Dienst können “Humor”, “Rumor” und “Amor” durchbrechen. Ihm ist gegeben, die Menschen zu packen und zu ziehen.

Seine Rede ist eindringlich – ohne aufdringlich zu werden. Gottes Geist selber wirkt Unruhe zur Umkehr (Rumor) im Herzen und Gewissen.

Der Dienst macht Gottes Heiligkeit – aber auch Gottes Liebe (Amor) groß. Er verkündigt das volle Heil in Freimütigkeit und Wirkungen. Er weiß, daß durch seinen Dienst der Herr seine Gemeinde bauen will.

Der Evangelist und die Lehre

Evangelisten müssen keine ausgesprochenen Lehrer sein – müssen aber fest in der rechten Lehre verankert sein und sie weitergeben.

Paulus betont in seinen Briefen an Timotheus, den er einen Evangelisten nennt, mehr als in seinen anderen Briefen die Wichtigkeit der Lehre und die Verantwortung eines Evangelisten für die Weitergabe der Lehre:

2. Timotheus 4, 2-5
Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, strafe, ermahne mit aller Langmut und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden. Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid, tu das Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst.

Der Evangelist zu biblischen Zeiten rief nicht nur zu Buße auf, sondern auch zur Taufe (Apg. 8,30-38; 21, 8b). Leider ist dieses biblische Verständnis von der Arbeit eines Evangelisten heute vielerorts verlorengegangen.

Obwohl der Evangelist kein ausgesprochener Lehrer ist – ist er ein „“Lehrverbreiter”. Er ist ein rechter „Katechet” (katecheo) und Weitergeber der didaskalia, der Belehrung!

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