Der Wahnsinn des Calvinismus

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Die Bibel lehrt, dass jeder Mensch, der Christus als seinen Erlöser annimmt und die Tatsache anerkennt, dass er ein Sünder ist und sich nicht selbst retten kann, dass in ihm nichts Gutes ist wodurch er ewiges Leben verdient hätte und der versteht, dass Jesus Christus als sein Sündenopfer gestorben ist und am Kreuz sein Blut an der Stelle der ganzen Menschheit vergossen hat und der glaubt und Jesus Christus persönlich für seine Erlösung vertraut errettet werden wird. Das ist eine der fundamentalsten Wahrheiten der Bibel: dass es niemanden gibt, der außerhalb der Reichweite von Gottes Erlösung steht. Dass es niemanden gibt, der in diese Welt hinein geboren wird, der außerhalb der Reichweite der Liebe von Christus wäre. Dass es niemanden in dieser Welt gibt, den Gott in die Hölle schicken und für alle Ewigkeit verdammen möchte. Dass Jesus Christus, als Er am Kreuz starb, dies für die Sünden der ganzen Welt tat und dass jeder, der den Namen des Herrn anruft, gerettet wird.

Für uns ist das in der Tat ein sehr grundlegender Baustein unseres Glaubens. Wir wären sogar überrascht und schockiert wenn jemand behaupten würde, er sei ein bibelgläubiger Christ und dennoch die Position einnimmt, dass nur einige wenige Auserwählte gerettet werden können und dass es Leute gibt, die sich trotz des Hörens der Evangeliumsbotschaft aus irgendeinem Grund einfach nicht im Glauben Christus zuwenden können. Wir wären geschockt über solch eine Lehre.Doch es gibt eine solche Lehre. Sie existiert heute in der Welt und mangels einer besseren Bezeichnung nennen wir sie Calvinismus.In Römer Kapitel 9, 10 und 11 geht es um ein sehr wichtiges Thema. Römer Kapitel 9 wird jedoch oft insofern falsch dargestellt als ginge es dort um Auserwählung in dem Sinne, dass Gott einige dazu auswählt, errettet zu werden und einige dazu, verdammt zu werden. Später werden wir das gesamte Kapitel 9 aus dem Römerbrief durchgehen, doch an dieser Stelle soll es zunächst einmal genügen, zu sagen, dass Römer Kapitel 9 spezifisch über Gottes Auswahl Israels als Sein erwähltes Volk spricht. Und unglaublicher und unsagbarer Schaden ist von jenen angerichtet worden, die die Lehren aus Römer Kapitel 9 fehlinterpretieren und falsch darstellen. Kürzlich hörte ich einen Baptistenprediger eine Aussage machen. Er sagte über Römer 9,17: „Man erinnere sich nur an den Pharao im alten Ägypten, wie er sein Herz gegen das Volk Israel verhärtete. Danach erklärt die Bibel, dass Gott sein Herz verhärtete.“ Beachte bitte, dass der Pharao zuerst sein Herz verhärtete und dass erst danach Gott sein Herz verhärtete. Die ursprüngliche Herzensverhärtung geschah durch den Pharao selbst, nicht durch Gott. Römer 9:17 spricht über den Pharao und wie Gott ihn als ein Beispiel dafür gebrauchte, wie Gott die Feinde Seines auserwählten Volkes Israel richten würde. Das hat absolut nichts damit zu tun, dass Gott auswählt, wer errettet und wer verdammt wird. Doch dieser spezielle Baptistenprediger hatte die Stelle so interpretiert. In seinem Eifer, diese Interpretation von Römer 9:17 seinen Zuhörern einzuhämmern, machte dieser sonst vernünftige Prediger folgende Aussage: „Gott wollte, dass der Pharao sündigte.“ Das muss man erst einmal verdauen. Ich weiß nicht, ob diese Aussage seine Zuhörer so schockiert hat wie sie mich schockiert hätte, wenn ich live im Saal gesessen hätte.Gott will nicht, dass irgendjemand sündigt. Das ist einer der grundlegendsten Grundsätze der Bibel und zu sagen, Gott hätte gewollt dass der Pharao oder irgendjemand sonst sündigt, ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass Gott irgendwie der Urheber von Sünde ist oder vorherbestimmt hat, dass bestimmte Personen bestimmte Sünden begehen.Beachte folgende Bibelstelle:

Römer 10, 1
Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet.
 

Paulus wünschte sich, dass die Nation Israel sich Christus zuwenden würde. In Kapitel 9 hatte er sich mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass Israel Gottes auserwähltes Volk war, jedoch den Messias abgelehnt hatte. Wegen ihrer Ablehnung des Messias hatte Gott sie beiseite gestellt. Doch in Kapitel 10 sagt Paulus:
Römer 10
Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.
Was hatten sie getan? Sie hatten Gerechtigkeit durch Glauben an Jesus Christus abgelehnt. Sie lehnten ihren Messias ab, genau wie Gott es zuvor prophezeit hatte. Gott kennt das Ende schon von Anfang an und hatte prophezeit, dass es so kommen würde. Sie lehnten den Messias ab und versuchten, ihre eigene Gerechtigkeit durch die Werke des Gesetzes aufzurichten. Wir lesen weiter in Vers 4:
Römer 10
Denn Christus ist des Gesetzes Ende zur Gerechtigkeit für einen jeden, der da glaubt.
Jeder, der glaubt, erfährt die Gerechtigkeit von Jesus Christus. Es gibt kein Limit für die, die glauben können. Das Wort „Jeder“ ist ein allumfassendes Wort, das alle Menschen einschließt. Jeder, der glaubt, kann die Gerechtigkeit durch Jesus Christus erfahren. Weiter geht es in den Versen 5-7:
Römer 10, 5-7
Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die durch das Gesetz kommt, so: «Der Mensch, welcher sie tut, wird dadurch leben.» Aber die Gerechtigkeit durch den Glauben redet so: «Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will in den Himmel hinaufsteigen?» (nämlich um Christus herabzuholen) oder: «wer will in den Abgrund hinuntersteigen?» nämlich um Christus von den Toten zu holen!
Mit anderen Worten: Der Glaube sagt: „Ich muss Christus nicht vom Himmel holen um zu glauben. Ich kann glauben ohne Ihn zu sehen. Ich muss Christus nicht gegenwärtig hier sehen. Ich glaube.“Nun kommen die Verse 8-12:
Römer 10, 8-12
Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen!» nämlich das Wort des Glaubens, das wir predigen. Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet; denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden; denn die Schrift spricht: «Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden!» Denn es ist kein Unterschied zwischen Juden und Griechen: alle haben denselben Herrn, der reich ist für alle, die ihn anrufen.
Nun, das Argument in Kapitel 9 war, dass Gottes auserwähltes Volk Israel sein Herz gegen Christus als seinen Erlöser verhärtet und Ihn abgelehnt hatte. Gott pfropft nun gemäß Römer Kapitel 11 den wilden Ölzweig (die Heiden) in den domestizierten Zweig (Israel) ein.
In Vers 13 lesen wir weiter:
Römer 10, 13
Denn «wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden».

Gemäß Vers 12 schließt „Jeder“ den Juden und den Heiden ein. Wer kann also Christus um Errettung anrufen? Jeder in der ganzen Welt. Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich Rasse, Kultur, Tradition, Bildung oder Geschlecht. Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet. Wenn ich sonntags das Evangelium predige und die Menschen auffordere, Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser anzunehmen, sitzt nicht eine einzige Person unter den Zuhörern die nicht errettet werden kann. Das Evangelium wird verkündet und alle haben eine Gelegenheit, sich mit errettendem Glauben an Christus zu wenden.Das ist so einfach, dass man annehmen sollte, dass wir es alle so sehen. Doch das ist nicht der Fall. Und das ist das Problem. Es gibt eine große Gruppe von Menschen, die das überhaupt nicht so sehen. Es gibt eine große Bewegung in evangelikalen Kreisen, die zunehmend den Calvinismus annimmt. Das ist ein gefährliches und unbiblisches System. Die Essenz des Calvinismus ist, dass alles von Gott vorherbestimmt war.Ich werde euch ein sehr einfaches Beispiel geben. Ich halte hier eine Dose in meiner Hand. Nach Auffassung der Calvinisten ist es nicht meine Entscheidung, ob ich diese Dose festhalte oder fallen lasse. Es ist bereits vorherbestimmt ob ich sie festhalte oder fallen lasse. Es ist in der ewigen Vergangenheit bereits festgelegt worden und ich habe in dieser Angelegenheit überhaupt keine Wahl.Diese calvinistische Sache geht über die Auserwählung zur Errettung hinaus. Sie umfasst jede Entscheidung oder Bewegung, die ein Einzelner macht. Es wird gelehrt, dass alles, was eine Person tut, bereits in dem Ausmaß vorherbestimmt worden ist, dass sie in der Sache überhaupt gar keine Wahl mehr hat. Das bedeutet, wenn ich sündige, dann war es vorherbestimmt, dass ich sündige.Weißt du, warum ich sündige? Weil ich eine gefallene, fleischliche Natur habe. Und ich sündige, weil dieser Wille in mir manchmal mit dieser fleischlichen Natur übereinstimmt. Und manchmal komme ich einfach in eine solche Versuchung. Ich werde nicht Gott für meine Sünde verantwortlich machen, weil ich nämlich persönlich dafür verantwortlich bin.Das klingt fast nach Fatalismus. In der Vorbereitung auf diese Lehrreihe habe ich einen Blick in Lorraine Boettners Buch über reformierte Theologie geworfen. Er wird als der maßgebliche Wortführer im Bereich Reformationstheologie betrachtet. Er hat dieses Buch Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben. Er zieht in seinem Buch eine interessante Parallele zwischen dem Calvinismus und dem Islam. Er sagt, dass der Calvinismus in heidnischen Religionen einschließlich des Islam widerhallt und dass buchstäblich Millionen Menschen an dieselbe Art von Vorherbestimmung glauben. Nun, ist der islamische Fatalismus gleichzusetzen mit dem biblischen Christentum? Nein. Im Islam wird gelehrt, dass Allah nicht sündigen kann weil alles, was er tut – ob wir es nun als gut oder schlecht bewerten – gut ist, egal was es ist, und dass alles, was geschieht, der Wille Allahs ist. Dass somit diese Flugzeuge in das World Trade Center geflogen sind wird von niemandem als Tragödie betrachtet, der ein orthodoxer Gläubiger des Islam ist, weil es einfach der Wille Allahs war. Das wird so im Koran gelehrt. Und das würde jeder im Islam lehren. Es war vorherbestimmt, dass das geschehen sollte. Professor Lorraine Boettner, der dieses Buch über Reformationstheologie schrieb und die ultimative Autorität auf diesem Gebiet ist, verstand die Ähnlichkeit zwischen dem Fatalismus des Islam und dem Calvinismus. Und wenn man die Definitionen liest besteht im Grunde kein Unterschied was das letztendliche Fazit betrifft.Der Calvinismus ist ein Extrem. Er lehrt, dass Gott alles, einschließlich Sünde, vorherbestimmt hat. Es gibt nirgendwo in der Bibel eine Schriftstelle, die besagt, dass Gott Menschen zur Sünde bestimmt. Der Calvinismus lehrt, dass einige vorherbestimmt sind, errettet zu werden und dass einige vorherbestimmt sind, verdammt zu werden. Es gibt nichts, was der Einzelne daran ändern kann. Es ist sozusagen einfach gewürfelt worden. Es war Gottes Entscheidung. Wenn du in diese Welt hinein geboren wirst kann es also sein, dass du dazu vorherbestimmt bist, verdammt zu werden und gar nicht errettet werden kannst.

Warum informiere ich auf dieser Homepage über den Calvinismus?

Zunehmend große Bereiche der bekennenden Gemeinde halten hartnäckig an der calvinistischen Lehre fest and fördern sie auch energisch. Ich beobachte das mehr und mehr. Ich sehe es und höre es von den Kanzeln. Ich höre es im Radio, sehe es im Fernsehen und höre es von Predigern. Und ich höre davon in Ausbildungsseminaren und Büchern.Ich möchte zunächst einmal definieren, was reformierte Christen sind. Das sind Leute, die einer der Glaubensgemeinschaften anhängen, die aus der Reformation entstanden sind. Presbyterianer und Lutheraner wären Beispiele dafür. Das sind Glaubensgemeinschaften, die von Reformern gegründet wurden. Wir nennen sie „reformierte Glaubensgemeinschaften“ und sie entstanden aus der römisch-katholischen Kirche. Typischerweise sind viele der protestantischen Glaubensgemeinschaften reformiert in ihren Überzeugungen. Die Protestanten kamen im 16. Jahrhundert aus der römisch-katholischen Kirche und protestierten gegen sie. Sie protestierten gegen die Korruption der Kirche und gegen die lehrmäßigen Verehrungen im Katholizismus. Sie verließen die römisch- katholische Kirche und waren in dem Sinne Reformer, dass sie eine andere Kirche haben wollten, in der es nicht die Korruption gab wie in der katholischen Kirche. Die Baptisten wurden damals noch Anabaptisten genannt oder Waldenser oder Donatisten und in manchen Ländern auch Herrnhuter. Sie waren Leute, die schlicht an der Autorität der Bibel festhielten, abseits von der Autorität jeder hierarchischen Kirche. Sie waren sowohl vom Katholizismus als auch von den reformierten Kirchen getrennt. Martin Luther selbst sagte:

Gäbe es nicht den Arm der Verfolgung der römisch-katholischen Kirche würden die Baptisten wie Fliegen über das Land schwärmen.

Einige reformierte Christen glauben, dass

der Calvinismus das reine biblische Christentum in seinem  klarsten und reinsten Ausdruck

ist. Wenn das wahr ist, dann sollten wir uns dem anschließen, nicht wahr?

Populäre reformierte Prediger betonen zunehmend die Grundsätze des Calvinismus. Ich habe dafür zwei Beispiele aufgelistet: Dr. Kennedy und Dr. Sproul. Sie fördern das in ihrem nationalen Dienst und darum halte ich es für besser, eine Lehrreihe darüber zu bringen, damit Menschen über dieses Thema informiert sind.

Nach einer Quelle hat es

kürzlich ein Aufflammen des Calvinismus innerhalb der Glaubensgemeinschaft der Südbaptisten gegeben.

Das ist Amerikas größte nicht-katholische Glaubensgemeinschaft. Ein Vertreter dieser Glaubensgemeinschaft sagte zu mir:

Das größte Problem innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft ist der Calvinismus. Er überschwappt uns wie eine Flut.

Es gibt noch weitere Probleme mit dieser Lehre, doch eines davon ist, dass überzeugte Calvinisten das Sühneopfer Christi nur auf die so genannten Auserwählten beschränken. Sie betrachten diese Lehre des begrenzten Sühneopfers als ein absolut notwendiges Merkmal der Theologie Calvins. Mehr gemäßigte Calvinisten stimmen nicht mit dem begrenzten Sühneopfer überein und sind als so genannte 4-Punkte-Calvinisten bekannt. Charles Haddon Spurgeon wäre ein Beispiel für diese Gruppe. Somit gibt es variierende Grade derer, die sich als Calvinisten bezeichnen. Doch wenn jemand behauptet, ein 5-Punkte-Calvinist zu sein, dann besteht eine seiner grundlegenden Überzeugungen darin, dass Jesus am Kreuz nicht für die Sünden der ganzen Welt gestorben ist, sondern nur für die der Auserwählten. Dafür gibt es in der ganzen Bibel keinen Anhaltspunkt. Johannes der Täufer sagte über Jesus:

Johannes 1, 29
Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

Warum sollte jemand das Blutopfer von Christus limitieren wollen? War Sein göttliches Blut nicht ausreichend um die Sünden der ganzen Welt wegzunehmen? Gab es eine Schwachstelle in dem göttlichen Blut von Jesus als Er es in einem vollkommenen Opfer für unsere Sünden vergoss? Nein. Absolut nicht. An ein begrenztes Sühneopfer zu glauben, das nur auf eine kleine und auserwählte Gruppe von Menschen anwendbar ist, bedeutet, das Wirken von Christus in dieser Welt zu limitieren.

Warum ist das wichtig? Nun, was bewirkt das bezüglich deiner Evangelisationsbemühungen? Was bewirkt das in Bezug auf dein Missionsprogramm? Wenn du nicht auf jede beliebige Person auf der Straße zugehen und ihr erzählen kannst, dass Christus für ihre Sünden gestorben ist, hast du deine Fähigkeit limitiert, ein Zeuge für Christus zu sein. Wenn ich ein Calvinist wäre könnte ich nicht zu jemandem sagen: „Christus ist für deine Sünden gestorben und wenn du auf Ihn vertraust wird Er dir deine Sünden vergeben und du wirst gerettet.“ Woher weiß ich denn, ob die Person, mit der ich gerade spreche, zu den Auserwählten gehört? Ich könnte dann höchstens sagen: „Wenn du einer der Glücklichen sein solltest, der zu den Auserwählten gehört, dann kannst du in den Himmel kommen.“ Was für eine Art von Gewissheit würde das sein?

Doch weil ich meine Bibel kenne kann ich zu jedermann sagen: „Jesus Christus ist für dich gestorben.“ Denn in meiner Bibel steht:

Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet  Wer zu mir kommt, den werde ich auf keinen Fall hinaus stoßen.

Ich weiß, dass es nicht eine einzige Person gibt, die in diese Welt hinein geboren wurde, die sich nicht um Errettung an Jesus Christus wenden und durch einen Akt persönlichen Glaubens wiedergeboren werden kann.

Der Calvinismus entmutigt also die Verkündigung des Evangeliums zur Seelengewinnung und jede Mission weil die Auserwählten ja auch ohne jegliches menschliche Bemühen errettet werden. Da ist es nicht nötig, ein Zeugnis weiterzugeben oder zu predigen. All das ist unnötig weil die Auserwählten ja vorherbestimmt sind, errettet zu werden.

Der Calvinismus erfordert das Einführen einer Unmenge von sekundären Lehren, die der Bibel vollkommen fremd sind und auf menschlicher Logik basieren, um seine Lehren zu rechtfertigen. Ein Beispiel: Wusstet ihr, dass die Calvinisten glauben, dass man erneuert wird bevor man wiedergeboren werden kann? Sie glauben, dass es bestimmte Leute gibt, die dazu vorherbestimmt sind, errettet zu werden. Diese Leute wissen nicht, dass sie von Gott zur Erlösung auserwählt worden sind. So jemand geht also beispielsweise als verlorener Sünder, der überhaupt nichts vom Evangelium und Gott weiß, die Straße entlang und Gott erkennt: „Oh, da läuft ja einer von den Auserwählten. Ich funke ihn also besser an. Also “funkt” Gott ihn an und er wird erneuert. Aber er weiß gar nicht, dass irgendetwas mit ihm geschehen ist. Wenn er jetzt zum ersten Mal das Evangelium hört wird er errettet weil er zuvor erneuert worden war. Das ist calvinistische Lehre.

Höre gut zu: wenn du wiedergeboren wirst ist das ein Akt deines persönlichen Glaubens an Jesus Christus.

Johannes 3, 16
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt…

die Welt, nicht nur die Auserwählten. Du musst glauben. Und getrennt von Glauben wird Gott dich nicht „anfunken.“ Wenn du verloren bist, eine Verkündigung des Evangeliums hörst und der Heilige Geist zu deinem Herzen spricht und dich deiner Sünden überführt – das ist der Dienst des Geistes Gottes. Aber niemand wird wiedergeboren oder erneuert bevor er errettet wird. Und doch wird diese Lehre absolut notwendig in diesem Morast, der sich Calvinismus nennt.

Einige Calvinisten sind sogar so weit gegangen, dass sie den Calvinismus selbst mit dem erlösenden Evangelium von Jesus Christus gleichsetzen. „Der Calvinismus ist das Evangelium und den Calvinismus zu lehren bedeutet im Grunde, das Evangelium zu predigen.“ Nach dieser Definition muss ich annehmen, dass ich nicht das Evangelium predige? Das Evangelium ist der Tod, das Begräbnis und die Auferstehung von Jesus Christus. Nebenbei bemerkt: Evangelium bedeutet: Gute Nachricht. Und zwar Gute Nachricht für die ganze Welt. Als die Engel kamen um die Geburt von Jesus anzukündigen sagten sie:

Siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll.

Wenn das Evangelium darin besteht, dass Gott in der ewigen Vergangenheit einige dazu auserwählt hat, gerettet zu werden und einige dazu auserwählt hat, verdammt zu werden, dann ist das für die Verdammten keine gute Nachricht. Für sie ist es nicht das Evangelium. Doch das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Errettung für jeden, der glaubt. Gibt es eine Bedingung? Ja. Glaube. Nicht jeder in der Welt wird errettet. Erlösung ist an die Bedingung des Glaubens gebunden. Doch jeder kann glauben.

Der Calvinismus ist eine extremistische Sichtweise von Gottes Souveränität, die komplett den menschlichen Willen verleugnet. All diese bisherigen Aussagen stammen von John Calvin selbst. Viele von ihnen wurden geschrieben als er erst 26 oder 27 Jahre alt war und zwar in einer Reihe von Büchern, die als „Unterweisung in der christlichen Religion“ bekannt geworden sind. Übrigens wurden sie geschrieben als Calvin noch auf der Gehaltsliste des Papstes stand. Darüber werden wir noch ausführlich zu sprechen kommen.

„Gott arrangiert alle Dinge. Er hat bestimmt, dass sie so geschehen sollen. Alle Ereignisse finden durch Seine souveräne Bestimmung statt.“ Das sind die Worte von John Calvin selbst. Würde das auch Sünde mit einschließen? Will Gott, dass der Mensch sündigt? Calvin sagt: „Ja.“ Das ist extrem. Will Durant, der Autor von Die Geschichte der Zivilisation, den maßgebenden Bänden über die Weltgeschichte, nennt dies „Calvins entsetzliche Verordnung.“ Will Durant hatte übrigens keinen protestantischen Hintergrund. Er war ein agnostischer Katholik. Doch er nannte es „Calvins entsetzliche Verordnung“, dass Gott angeblich alle Geschehnisse vorherbestimmt hat, einschließlich Sünde.

Hier ist ein weiteres Zitat von Calvin:

Die Bibel beweist klar, dass Gott durch Seinen ewigen und unveränderlichen Ratschluss ein für allemal bestimmt hat, für wen es Ihm gefallen würde, ihm eines Tages Erlösung zu gewähren und für wen es Ihm  andererseits gefallen würde, ihn zur Vernichtung zu verdammen.

Widerspricht das nicht der deutlichen Aussage der Bibel:

Der Herr hat kein Wohlgefallen am Verderben des Ungerechten, sondern will, dass alle zur Buße kommen.

„Gott will nicht, dass irgendjemand verloren geht.“ Das ist verdreht. Das macht Gott zu einem Gott, der Wesen schafft, dann ihre Handlungen vorherbestimmt und sie hinterher für diese Handlungen bestraft, zu denen Er sie selbst vorherbestimmt hat. Die Bibel beschreibt Gott ganz und gar nicht auf diese Weise. Meiner Meinung nach verunreinigt der extreme Calvinismus sogar das Wesen Gottes. Er verlästert das Wesen Gottes. Unser Gerechtigkeitssinn würde vor dem Konzept zurückprallen, für etwas bestraft zu werden, was wir ohne jeden menschlichen Willen zu tun gezwungen wurden.

Hier kommt das nächste Zitat von Calvin:

Diejenigen also, die Gott übergeht, verwirft Er und das aus keinem anderen Grund als dem, dass es Ihm gefällt, sie von dem Erbe auszuschließen, das Er für Seine Kinder vorherbestimmt hat.

Sind Sünder wirklich in erster Linie deshalb vom Himmel ausgeschlossen und zur Hölle verdammt weil es Gott gefällt? Was ist mit Hesekiel 33,11, wo es heißt:

Hesekiel 33, 11
So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen?

Gott hat keine Freude daran, irgendjemand zu einem Dasein in der Hölle zu verdammen. Wer dort landet hat dieses Schicksal gewählt weil er sein Vertrauen nicht auf Jesus Christus gesetzt hat. Es mag sein, dass er nie von Jesus Christus gehört hat, doch Römer Kapitel 1 sagt uns, dass er trotzdem eine gewisse Offenbarung und deshalb keine Entschuldigung hat. Gott ist bekümmert über Menschen, die in die Hölle geschickt werden. Verstehe, wer Gott ist.

Johannes 3, 16
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

Du bist im Ebenbild Gottes geschaffen. Die gewaltige Verfügung von 2. Mose Kapitel 20, die das Töten verbietet und sagt Du sollst nicht töten basiert auf dem Gedanken, dass du und ich im direkten Ebenbild Gottes geschaffen sind. Und das Ebenbild Gottes in mir ist nichts, was du einfach auslöschen solltest. Ich habe kein Recht, das Ebenbild Gottes in dir auszulöschen. Kann man wirklich annehmen, dass derselbe Gott, der gesagt hat “Du sollst nicht töten” weil der Mensch in Gottes Ebenbild geschaffen ist, sich daran freuen kann und es Ihm nach den Worten John Calvins “gefällt”, Sünder in eine Ewigkeit ohne Christus im fortwährenden Feuer zu schicken – wobei sie selbst absolut keine Wahl in der Angelegenheit haben? Macht das irgendeinen Sinn?

Nun das letzte Zitat von Calvin:

Da die Fügung aller Dinge in Gottes Händen liegt, arrangiert Er es so, dass Individuen geboren werden, die von Mutterleib an zum sicheren Tod verdammt sind und Ihn durch ihre Vernichtung verherrlichen.

Das sind die Worte von John Calvin. Doch das sind nicht die Worte der Bibel.

Calvin und Augustinus

In Johannes 5:37-40 lesen wir die Worte von Jesus:
Johannes 5, 37-40
Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir gezeugt. Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen; und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
Im Griechischen bedeutet das Konzept von ihr wollt nicht kommen wörtlich ihr habt euren Willen darauf gerichtet, nicht zu kommen. Es heißt nicht „ihr könnt nicht zu mir kommen.” Es heißt Ihr wollt nicht zu mir kommen.
In der Schule hatte ich eine ganz besondere Englischlehrerin, eine der besten, die ich je hatte. Sie kam mit dem Konzept in das Klassenzimmer, dass all ihre Schüler die schlimmsten Barbaren waren und keine Ahnung von Englisch hatten, bei ihr jedoch alles über Englisch lernen konnten und genau das erwartete sie auch. Das war ihre Einstellung. Sie betonte immer den Unterschied zwischen verschiedenen Worten. Der Gedanke hinter dem englischen Wort will beispielsweise weist auf Entschlossenheit hin. Sie erzählte oft folgende Geschichte: Es waren einmal zwei Jungen. Einer von ihnen saß an einem warmen Sommertag am Meeresufer während der andere im Meer schwamm. Der schwimmende Junge trieb zu weit hinaus, die Strömung erfasste ihn und er geriet in Panik. Er konnte nicht gegen die Strömung ankommen und so schrie er aus Leibeskräften: “I will die! I will die!” (dt.: Ich werde sterben! Ich werde sterben!) Der andere Junge, der sein Englisch gut beherrschte, sagte sich: „Nun, wenn er derart entschlossen ist zu sterben, dann lasse ich ihn wohl besser.“Habt ihr verstanden? Er hätte sagen sollen: „I shall die“ weil das einen fraglichen Hintergrund hat, doch will beinhaltet Entschlossenheit. Meine Lehrerin hat so etwas immer betont. Ich erinnere mich noch an eine weitere, ganz ähnliche Illustration. Eines Tages saß ich im Unterricht und musste einmal dringend auf die Toilette. Ich hob also meine Hand und fragte: „Kann ich einmal kurz auf die Toilette gehen?“ Sie erwiderte: „Das weiß ich nicht.“ Ich habe es nicht begriffen. Das war für mich eine rätselhafte Antwort. Ich wurde also rot und stotterte herum bis sie schließlich sagte: „Ich kann absolut nicht wissen, ob du das kannst, denn das Wort kann unterstellt eine Fähigkeit. Und ich kann absolut nicht wissen, ob du diese Fähigkeit hast. Ich könnte dir natürlich erlauben, auf die Toilette zu gehen, wenn du das richtige englische Wort benutzt und fragst: „Darf ich?“ Ich habe den Unterschied zwischen diesen beiden Worten nie mehr vergessen. Das sind Worte, die heute gewissermaßen austauschbar benutzt werden, doch das ist kein korrektes Englisch.In diesem Vers hier sagt Jesus: “Ihr wollt nicht zu mir kommen.“ Er hat nicht gesagt „ihr könnt nicht.“ Hier ist vielmehr gemeint, dass jemand seinen Willen dahingehend ausgerichtet hat, nicht zu kommen. Und weil er seinen Willen dahingehend ausgerichtet hat, nicht zu Jesus zu kommen um ewiges Leben zu empfangen, wird er aufgrund seines gegen die an alle adressierte Einladung von Jesus gerichteten Willens auf der Basis seiner eigenen Willensentscheidung verdammt.Der Calvinist glaubt und lehrt nicht, was wir gerade herausgearbeitet haben. Nach seiner Ansicht wurden in der vergangenen Ewigkeit einige zur Errettung auserwählt. Sie können gar nicht anders als errettet zu werden. Sie werden auf eine unwiderstehliche Weise zur Erlösung hingezogen und könnten das Angebot der Errettung gar nicht ausschlagen, selbst wenn sie es wollten, weil es ihnen einfach unmöglich ist. Und dann gibt es da die weitaus größere Anzahl derer, die verdammt werden. Das sind Menschen, die auch dann nicht errettet werden könnten, wenn sie es wollten, weil ihre Namen bereits auf der Liste der Verdammten stehen. Wenn sie Buße über ihre Sünden tun wollten wäre ihnen das nicht möglich weil sie nicht auf der richtigen Liste stehen. Und diese Liste ist nach Ansicht der Calvinisten eine willkürliche Liste. Doch ich glaube ganz fest – und die Bibel stellt es auch so dar – dass jeder, der in der Hölle landet, aufgrund seiner eigenen freien Willensentscheidung dorthin geht, Jesus Christus als seinen Erlöser abzulehnen. Ich glaube fest daran, dass Gott keine willkürliche Liste von Menschen aufgestellt hat, die verdammt und für das Höllenfeuer bestimmt sind ohne dass sie je eine Chance hatten, errettet zu werden. Die Bibel lehrt so etwas nicht.Doch wenn wir uns mit dem Calvinismus beschäftigen müssen wir zu den Wurzeln und zum Ursprung des Ganzen zurückgehen. Wer war dieser John Calvin? Er war einer der Protestanten und gehörte zu den so genannten Reformern. Sie versuchten, den römischen Katholizismus zu reformieren. Sie kamen aus der römisch-katholischen Kirche und brachten eine Menge aus ihr mit. Sie wollten sie reformieren, doch das funktionierte nicht. Sie gingen nicht weit genug. Reformierte Theologen schreiben John Calvin zu, die entscheidenden Punkte der calvinistischen Theologie systematisiert zu haben. Doch man ist sich allgemein einig darüber, dass die grundlegenden Prinzipien des Calvinismus zuerst von Augustinus gelehrt wurden und zwar viele Jahrhunderte vor Calvin. Augustinus war der Vater der römisch-katholischen Theologie, doch seltsamerweise wird er von Katholiken und Protestanten gleichermaßen als der größte Theologe bezeichnet. Wie wir noch sehen werden ist ein großer Teil von Calvins Lehre nichts als aufgewärmter Katholizismus. Das ist eine schockierende Feststellung. In Offenbarung Kapitel 17 bezeichnet die Bibel die römisch-katholische Kirche als die Mutter der HurenSie hat viele falsche Lehren verbreitet.

John Calvin wurde am 10. Juli 1509 in Noyon/Frankreich geboren, knappe 100 Kilometer von Paris entfernt. Sein Name lautete zunächst Jean Cauvin. Sein Vater war Sekretär und bei der örtlichen römisch-katholischen Pfarre angestellt. Die Familie war streng katholisch und hatte Gunst beim Bischof. Als er erst 12 Jahre alt war wurde auch Jean, später John genannt, auf die Gehaltsliste der Pfarre gesetzt. In dem römisch-katholischen System, das hochgradig korrupt war, hatte ein Bischof die Macht, bestimmte Gelder nach Belieben Menschen zukommen zu lassen. So konnte er gewissen Familien seine Gunst bezeugen. Offenbar stand John Calvins Familie in seiner Gunst und insbesondere auch der Junge John Calvin. Und so bezog John bereits ein Einkommen obwohl er wahrscheinlich nicht dafür arbeitete und einer der anderen Angestellten aus der Pfarre die Arbeit verrichten musste, deren Lohn John Calvin zufloss. Interessanterweise blieb John Calvin 13 Jahre lang bei der römisch-katholischen Kirche angestellt und behielt seine Position selbst nach seiner Bekehrung zu Luthers Protestantismus noch ein Jahr lang bei. Er blieb also nach seiner Bekehrung zum Protestantismus noch ein Jahr lang auf der Gehaltsliste des Papstes. Seine Bekehrung war übrigens kein sauberer Schnitt der völligen Abwendung von der römisch-katholischen Kirche, wie wir noch sehen werden.Als Zeugnis seiner Liebe zum Latein änderte Jean seinen Namen in Johannes um. Somit kennen wir ihn unter dem Namen John Calvin. Nachdem er beim örtlichen Bischof in Ungnade gefallen war wurde Johns Vater Gerald von der römisch-katholischen Kirche exkommuniziert. Später wurde auch sein Bruder, ein Priester, wegen Ketzerei exkommuniziert. Erschüttert von dieser Wendung der Ereignisse verlangte Calvins Vater, dass John sein Studium für das Priesteramt abbrach und stattdessen Jura studierte, ein weitaus lukrativeres Metier. Und genau das tat John auch. Zuvor hatte er Theologie studiert um Priester zu werden. Er war in römisch-katholischer Theologie ausgebildet worden, doch diese Ausbildung brach er ab und studierte Jura. Nachdem er in diesem Fach 1631 seinen Abschluss gemacht hatte hörte Calvin, zu dieser Zeit immer noch ein strenggläubiger Katholik, einige Predigten Luthers. Ihre Verwegenheit putschte ihn auf und bald schon schloss er sich einem Kreis humanistischer Intellektueller an, die eine Reform innerhalb der römisch-katholischen Kirche anstrebten.Er las also Luthers Predigten und bekam mehr und mehr Interesse an ihnen. Er war bereits von der römisch- katholischen Kirche schlecht behandelt worden obwohl er eingehend in ihrer Theologie ausgebildet wurde. Und in der Tat waren Luthers Predigten eine frische Brise für all jene, die von der römisch-katholischen Kirche so dominiert worden waren und Calvin begann, ihre Positionen zu unterstützen. Obwohl er sich noch nicht vollständig zum Protestantismus bekehrt hatte brachte ihm die Äußerung seiner neuen Ansichten Verfolgung durch die Autoritäten in Paris ein und er war gezwungen, zu fliehen. Auf der Flucht begann er mit dem Schreiben seines dickwandigen Klassikers mit dem Titel Unterricht in der Christlichen Religion, dessen kleinere Version er innerhalb eines Jahres fertig stellte. Somit wurde dieses Werk Calvins nur zwei Jahre nach seiner Bekehrung zum Protestantismus geschrieben. Wir würden es so ausdrücken: er war erst zwei Jahre errettet. In allen Schriften Calvins – und es gibt derer viele und sie sind sehr gut erhalten – würde man doch erwarten, irgendwo ein klares Zeugnis hinsichtlich seiner Errettung zu finden. Wenn man ihn regelmäßig predigen hören würde, sollte man doch in der Tat erwarten, dass er irgendwann auch einmal die Tatsache seiner Erlösung einfließen lässt. Ich bin jetzt seit sechs Jahren der Pastor dieser Gemeinde und habe mein Zeugnis, die Geschichte meiner Errettung, von der Kanzel aus wieder und wieder erzählt, so dass jeder, der ein paar Jahre lang hierher kommt, in der Lage sein müsste, einige Details dazu berichten zu können, wann und wie ich errettet wurde. Doch in der ganzen Geschichte gibt es nur einen einzigen kurzen Abschnitt über das Erlösungszeugnis von John Calvin. Es ist in seinen eigenen Worten wiedergegeben und er sagt nichts weiter als dass er sich „plötzlich“ bekehrte. Darüber hinaus gibt es keine weiteren Einzelheiten. Ich will damit nicht sagen, dass er nicht errettet war. Doch Beweismaterial gibt es über den kurzen Hinweis hinaus, dass er sich „plötzlich“ bekehrte, keines.Zwei Jahre nachdem er das Material von Luther gelesen hatte beschloss Calvin also, mit der monumentalen Arbeit zu beginnen, ein Buch zu schreiben das die Theologie der christlichen Religion systematisieren sollte. Er war damals 26 Jahre alt und höchstens seit zwei Jahren bekehrt. Will Durant sagt dazu folgendes: „Als ein Bursche von 26 Jahren vollendete er das wortgewandteste, feurigste, klarste, logischste einflussreichste und schrecklichste Werk innerhalb der gesamten Literatur der religiösen Revolution.“ Mit den Begriff schrecklich meinte Durant hier übrigens nichtfurchtbar oder schlecht sondern er verwendete dieses Wort im Sinne von furchtsam. Die kürzere Version von Unterricht in der Christlichen Religion, welche im Übrigen alle grundlegenden Punkte enthielt, die später in den umfassenderen Versionen ausführlicher abgehandelt wurden, war also innerhalb sehr kurzer Zeit fertig gestellt, nachdem Calvin erst seit zwei Jahren ein Protestant war. Woher kam seine theologische Bildung? Denke daran, dass er einen großen Teil seiner Bildung aus dem römischen Katholizismus bekommen hatte. Er hatte auf das Priesteramt hin studiert bevor sein Vater ihr drängte, in den Bereich der Rechtswissenschaft überzuwechseln. Wer also war sein Lehrer oder war dieses ganze Gedankengut in seinem eigenen Kopf entstanden? Nein, absolut nicht. Wie ich bereits angedeutet habe wurde er von einem Mann namens Augustinus beeinflusst und wir werden uns Calvins Verbindung zu diesem Mann näher anschauen.Augustinus war einer der so genannten frühen Kirchenväter. Was ist das? Einfach ein gebildeter Mann, der von der Kirche als eine Art Autorität anerkannt wurde. Viele von ihnen schrieben Bibelkommentare oder ähnliche Dinge. Sind die Kirchenväter immer verlässlich in ihren Schriften? Nein. Sind sie immer fehlerfrei in ihrer Lehre? Nein. Tatsache ist, dass manche sehr fehlerhaft sind.Wie stand also Calvin mit Augustinus in Verbindung? Immerhin lagen Jahrhunderte zwischen diesen beiden Lebensläufen. Reformierte Calvinisten räumen den Einfluss von Augustinus auf Calvin ein. Bevor Calvin jemals das Konzept der Vorherbestimmung und dessen, was im Grunde Fatalismus ist, in seinem religiösen System aufbrachte, wurde es von diesem Augustinus propagiert und ursprünglich in den Vordergrund gestellt. Vor Augustinus war darüber nicht klar und deutlich gepredigt oder geschrieben worden. Erinnere dich: Er war der Begründer der römisch- katholischen Theologie und im Grunde der ultimative Katholik.Lasst uns ein paar Kommentare ansehen. Bei diesen Männern handelt es sich übrigens um drei reformierte Calvinisten.

Richard Muller schreibt:

John Calvin war Teil einer langen Reihe von Denkern, deren Lehre auf der Vorherbestimmung der augustinischen Auslegung des Apostels Paulus basierten.

Hier siehst du die Verbindung. John Calvin bezog seine Lehre also von Augustinus. Das überrascht uns nicht weil Augustinus der Vater der römisch-katholischen Theologie war und John Calvin für das katholische Priesteramt studiert hatte.Alvin Baker sagt:

Es gibt kaum eine Lehre Calvins die nicht die Merkmale des Einflusses von Augustinus trägt. 

B.B. Warfield schreibt:
Das System von Calvins Lehre ist schlicht die von Augustinus in diesem ganzen Gebilde von Reformern.
Diese reformierten Theologen gaben also zu, dass Calvin seine Theologie von Augustinus bezog, dem Vater der römisch-katholischen Theologie. Es gibt also eine starke römisch-katholische Verbindung und das gibt Anlass zu Argwohn.Was hat Calvin gesagt? Hat Calvin selbst jemals gesagt, woher er seine Gedanken nahm? Ja, das hat er. Calvin selbst bekannte seine Abhängigkeit von Augustinus:
Augustinus ist so völlig einig mit mir dass ich mit aller Fülle und Zufriedenheit mein Glaubensbekenntnis aus seinen Schriften verfassen könnte.
Das schockiert mich. Wenn ich mein Glaubensbekenntnis schreiben müsste, würde ich es aus der Bibel tun wollen und nicht aus den Schriften von Augustinus. Allein schon sich durch seine Schriften zu graben wäre eine gewaltige Aufgabe in sich selbst. Aber scheinbar hatte Calvin das getan und viele seiner Überzeugungen von Augustinus übernommen. Calvin hat das also selbst eingeräumt und uns damit die Quelle seiner Lehre genannt.Nun wollen wir uns Augustinus ansehen. Wer war er und was glaubte er? Er wird als der Begründer des römischen Katholizismus betrachtet. Philip Schaff, ein Liberaler, nennt Augustinus
den hauptsächlichen theologischen Schöpfer des lateinischen katholischen Systems im Gegensatz zum evangelikalen Protestantismus.

Augustinus akzeptierte die Apokryphen als Teil des Alten Testaments und zitierte zahlreiche andere Bücher als autoritativ. Er war in vielerlei Hinsicht ein sehr verwirrter Mann. Jemand mag dazu einwenden: „Aber Pastor, ich habe die Bekenntnisse von Augustinus gelesen und es ist ein gutes Buch.“ Moment mal. Das ist mehr so etwas wie ein Zeugnis. Wir beschäftigen uns hier aber mit seiner Theologie. Wenn du sein Buch Vom Gottesstaat liest, wirst du feststellen, dass seine Theologie völlig verwirrt ist. Und das ist die Quelle aus der Calvin viel von seiner Theologie schöpfte.Was mich unglaublich frustriert ist folgendes: Die Leute überprüfen die Dinge nicht so tiefgehend und gründlich wie sie es tun sollten. Wenn du eine Sache verstehen willst kannst du dir nicht nur ihre Oberfläche anschauen. Egal um welche Disziplin es sich handelt – du kannst ihre Interaktionen nicht verstehen ohne ein gründliches Studium der Sache. Es gibt ein oberflächliches Wissen über eine Materie, aber darüber hinaus Dinge, die viel, viel tiefer gehen als man es je vermuten würde. Ein ganz banales Beispiel: Vor zwei Jahren wollte ich ein paar Pfund abnehmen und habe deshalb angefangen, Basketball zu spielen. Ich dachte: „Das ist ja leicht. Jeder Idiot kann Basketball spielen.“ Aber ich hatte einiges zu lernen. Dieser Sport hat eine Tiefe und erfordert ein unglaubliches Talent. Oder denke an einen Musiker. Wenn du mich fragst: „Kannst du Klavierspielen?“ würde ich antworten: „Naja, wenn man das so bezeichnen will. Okay, ich kann ein paar Töne auf dem Klavier spielen.“ Aber auch hier ist meine Kenntnis sehr oberflächlich. Ein richtiger Musiker hat da ein viel tieferes Wissen. Dasselbe gilt auch in der Theologie. Alle Dinge haben immer einen Hintergrund.Augustinus’ Auslegung der Bibel basierte auf der allegrorischen Methode von Origines und der alexandrianischen Schule. Nun, wer war Origines? Er ist ein weiterer früher Kirchenvater. Zufällig ist Origines die wahrscheinliche Quelle des entsetzlich korrupten alexandrianischen Manuskripts das die Grundlage aller modernen Versionen des Neuen Testaments bildet. Wo stand Origines theologisch? Er war im Grunde so etwas wie ein Zeuge Jehovas des 2. Jahrhunderts. Er war keine orthodoxe Person. Aber diese Männer werden oft als die orthodoxen Kirchenväter hochgehoben. Würde jemand sich bitte einmal die Mühe machen, etwas von dem zu lesen, was sie geschrieben haben und sehen, ob sie wirklich orthodox waren? Man muss an die Anfänge zurückgehen. Mich erstaunt dieser Prozess immer wieder. Da stirbt jemand, der in seiner Theologie ziemlich wacklig war und hundert Jahre später erklären wir ihn als echten und glaubwürdigen Kirchenvater. Sind diese Leute mit der Zeit glaubwürdiger geworden, nur weil sie tot sind? Nein. Es ist nur so, dass wir mit ihren Schriften nicht mehr so vertraut sind. Ein weiteres gutes Beispiel ist C.S. Lewis. „Oh, was für ein großartiger, protestantischer Denker!“ Er gehörte nie zur katholischen Kirche, aber er war weitaus katholischer als protestantisch. Lies. Lies. Bekomme ein Verständnis über ein paar Dinge. Das ist sehr, sehr wichtig.Augustinus wurde also von dieser allegorischen Methode beeinflusst. Was ist die allegorische Methode? Sie besagt, dass man die Bibel nicht wörtlich auslegen soll. Und das ist der Knackpunkt. Das ist übrigens ein Auswuchs eines philosophischen Gedankenprozesses in der westlichen Hemisphäre, der auch als Schottischer Realismus bekannt ist. Das sind Dinge, die wir einfach übernehmen obwohl wir gar nicht genau darüber Bescheid wissen, einfach weil wir in dieser Atmosphäre des Intellektualismus aufgewachsen sind. Das ist etwas, was man im Osten gar nicht kennt. Es ist eine andere Denkweise. Es gibt Menschen in dieser Welt, die nicht so denken wie wir denken. Weißt du, warum wir so viele Probleme in der Außenpolitik haben? Weil wir es nicht in unseren Schädel bekommen, dass Menschen in anderen Teilen der Welt nicht auf dieselbe Weise denken wie wir. Unser Denken ist einzigartig. Es ist vom Stil her total westlich.Die allegorische Auslegung nimmt die Dinge nicht so, wie sie geschrieben stehen, sondern versucht, sie zu spiritualisieren. Augustinus hat diese Methode übernommen und zwar von Origines, der auch, wie viele glauben, der Ursprung der Probleme und der Korruption in den modernen Versionen des Neuen Testaments ist.Augustinus war ein Anhänger der heidnischen Philosophie des Neo-Platinismus und versuchte, diese Philosophie mit dem Christentum zu synthetisieren. Nun, wer sonst noch war ein Anhänger dieser Philosophie? Einer der Hauptanhänger aus derselben Zeitperiode, der auch eine Art Reformer war, aber nie einen offiziellen Bruch mit der katholischen Kirche vollzog, war Erasmus von Rotterdam. Er war der Mann, der das griechische Neue Testament zusammenstellte. Wieso war er neo-platonisch? Er war ein großer Kritiker des Papstes. Doch er glaubte, sich von der römisch-katholischen Kirche zu trennen bedeute, sich von der wahren Gemeinde zu trennen. Und er glaubte basierend auf dem Neo-Platinismus, dass die wahre Gemeinde im Himmel vollkommen sei, jedoch nur einen unvollkommenen Schatten auf diese Erde werfe. Und obwohl der unvollkommene Schatten der Gemeinde, wie er ihn sah, sehr, sehr korrupt war, konnte Erasmus sich nicht zu einer Trennung entschließen, weil das bedeutet hätte, sich auch von der Gemeinde im Himmel zu trennen. Der Neo-Platinismus lehrte im Grunde, dass das perfekte Bild im Himmel einen Schatten auf die Erde wirft und dass man besser dafür sorgte, unter dem Schatten zu sein, selbst wenn er unvollkommen war. Nun, das ist eine grobe Verallgemeinerung. Deshalb hat sich Erasmus nie von der römisch- katholischen Kirche getrennt obwohl er ein Gegner der Korruption des Katholizismus war und selbst schon zu Lebzeiten häufig als Protestant bezeichnet wurde. Nebenbei bemerkt: Erasmus sagt in seinen Anmerkungen zum griechischen Neuen Testament, dass nur diejenigen, die sich solide zu Christus bekehrt haben, getauft werden sollten. Du magst nun sagen: „Das ist doch alles Geschichte und alter Kram.“ Doch es ist sehr interessant wenn man bedenkt, welchen Weg die Geschichte danach weiter genommen hat. Wir müssen verstehen, dass das, wo wir heute stehen, ein Fundament hat.Aber zurück zu Augustinus. Was hat er sonst noch geglaubt? Er lehrte die Kindertaufe und glaubte an die Verdammnis von Kindern, die ohne Taufe starben. Nach seiner Meinung landeten sie in der Vorhölle. Er hat diese Idee einer Vorhölle aufgebracht. Das ist ein entfernter Außenbezirk der Hölle, an dem sie nur in stark abgeschwächter Form leiden würden. Das war eine Lehre, die Augustinus selbst erfunden hat.

Augustinus lehrte, dass Maria sündlos war und förderte ihre Anbetung.

Er glaubte an die Fürbitte der Heiligen und die Anbetung von Reliquien und an Wunder, die er der angeblichen Macht solcher Reliquien zuschrieb. Man sieht also, dass Augustinus sehr, sehr gründlich katholisch war.

Augustinus glaubte, dass die Erlösung eines Menschen von seiner Beziehung zur römisch-katholischen Kirche abhing. Die katholische Kirche hat immer gelehrt, dass man, um gerettet zu sein, ein Mitglied dieser Kirche sein muss. Die aktuelle Fassung ihres Katechismus besagt noch immer, dass es außerhalb der römisch-katholischen Kirche keine Erlösung gibt. Das ist eine ihrer fundamentalsten Lehren. Beachte folgendes Zitat von Augustinus:

Die katholische Kirche allein ist der Leib Christi, der das Haupt und der Erlöser des Leibes ist. Außerhalb dieses Leibes schenkt der Heilige Geist niemandem Leben. Darum haben sie alle nicht den Heiligen Geist, die außerhalb der Kirche sind.
Was dachte Calvin über die Gemeinde? Er sagte:
Ich glaube an die heilige katholische Kirche, von der fortwährende Sündenvergebung und die völlige Wiederherstellung zu ewigem Leben fließen, aber da es jetzt unser Ansinnen ist, über die sichtbare Gemeinde zu sprechen, lasst uns von ihrem einzigartigen Titel „Mutter“ lernen, wie nützlich und notwendig die Erkenntnis über sie (die sichtbare Gemeinde) ist, denn es gibt keinen anderen Weg, um in das ewige Leben einzutreten, wenn nicht sie (die sichtbare Gemeinde) uns in ihrem Mutterleib empfängt, zur Geburt bringt, an ihren Brüsten nährt und uns unter ihrer Obhut und Herrschaft hält bis wir, des sterblichen Fleisches entäußert, wie die Engel werden.    (Randbemerkung: Der einzige Ort in der Bibel, wo der Titel „Mutter“ für irgendeine Gemeinde gebraucht wird, ist die Bezeichnung Mutter der Huren im Buch der Offenbarung). Mehr noch, wenn es durch die Gemeinde keine Sündenvergebung gäbe, dürften wir auf keinerlei Errettung hoffen, somit ist das Verlassen der Gemeinde immer fatal.
Nun, er sagt, dass er hier über die sichtbare Gemeinde spricht. Ich glaube nicht, dass Erlösung innerhalb der Mauern dieses Gebäudes allein wohnt. Erlösung geschieht durch Glauben an Jesus Christus, nicht durch eine Gemeinde. Es gibt keine Glaubensgemeinschaft, die dich retten und erlösen kann und es gibt keine Taufe, die deine Sünden abwaschen kann. Es ist der persönliche Glaube eines Menschen an das Opfer von Christus auf Golgatha, der das macht, und nicht die Mitgliedschaft in einer bestimmten Gemeinde oder Kirche. Doch Calvin trug diesen Irrtum, der von Augustinus gefördert wurde, geradewegs in sein Werk „Unterricht in der christlichen Religion“ hinüber und erhob nicht die „universelle“ Gemeinde als Mittel der Erlösung, sondern die sichtbare Gemeinde. Und von der sichtbaren Gemeinde getrennt zu sein bedeutete, dass es keine Hoffnung auf ewige Erlösung gab. Man muss dem Mann zugute halten, dass er erst 26 Jahre alt war als er dieses Werk schrieb und höchstens seit zwei Jahren errettet. Doch das ist etwas, das Calvinisten nicht gerne zur Sprache gebracht hören wollen. Denn es zeigt einen gravierenden Widerspruch und Irrtum im Denken dieses Mannes. Es zeigt deutlich den Schmuggel römisch-katholischer Theologie in das, was zu den Standardwerken von Protestanten und der ganzen protestantischen Bewegung wurde. Das ist gefährliche Lehre. Es wird mich nie jemand sagen hören, dass Erlösung nur in unserer Gemeinde oder irgendeiner anderen Gemeinde zu finden ist. Der Name deiner Glaubensgemeinschaft wird entweder von dir abfallen wenn du in den Himmel kommst oder er wird verbrennen wenn du in der Hölle landest. Es geht nicht um die Glaubensgemeinschaft. Es geht um eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus.Nach Lorraine Boettner, dem wesentlichsten Apologeten Calvins moderner Zeit, prägte Augustinus die Lehre des Fegefeuers in ihren ersten, definitiven Formen.  Natürlich ist diese Lehre nicht biblisch und wir alle wissen das.Augustinus kleidete sich schwarz und lebte im Zölibat. Er führte ein asketisches Leben der Armut und war ein Vegetarier. Er glaubte an das Zölibat und lehrte, dass Geschlechtsverkehr immer beschämend und auch sündhaft sei wenn er nicht dem ausschließlichen Zweck der Zeugung von Kindern diene. Nun weißt du, woher wir das Zölibat für die Priester haben.Obwohl Augustinus zuvor an den freien Willen des Menschen geglaubt hatte, hielt er später an der Überzeugung der Vorherbestimmung in allem mit Ausnahme der Erlösung fest.Um es für heute einmal zusammenzufassen: John Calvin war höchstens seit zwei Jahren errettet als er sein Werk “Unterricht in der christlichen Religion“ schrieb. Er war ein junger Mann von 26 Jahren. Er hatte einen brillanten Verstand und eine gründliche katholische Ausbildung hinter sich, die ihn in Kontakt mit all den Lehren von Augustinus brachte. Als sein Vater beschloss, dass das Priesteramt nicht das Richtige für ihn sei, wurde er gehalten, Jura zu studieren. John hatte einen aufgeweckten Verstand. Er war wahrscheinlich einer der schärfsten Geister dieser Periode des Reformationszeitalters. Sein Jurastudium schärfte sein logisches Denken. Er brachte die logischen Werkzeuge seines Studiums zusammen mit der Theologie, die er bereits gelernt hatte und die stark auf Augustinus beruhte und konzipierte ein Religionssystem, das er in seine Bücher übernahm und dadurch erklärte, was Protestanten glauben würden.Mein Problem damit ist: Er stützte sich nicht unbedingt auf die Bibel, sondern mehr auf Augustinus. Das ist gefährlicher Boden. Jeder Mensch macht Fehler. Nur die Bibel allein ist unsere Autorität.

Ankläger und Verfolger

In Galater 5:16 steht geschrieben:
Galater 5, 16
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.
In den folgenden Versen lesen wir von Anzeichen für den Geist und Anzeichen für das Fleisch. Es gibt bestimmte Aktivitäten, die ihrer Natur nach fleischlich sind und andere, die ihrer Natur nach geistlich sind. Warum sollte Gott uns eine Auflistung der Sünden des Fleisches und dann eine Auflistung über die Früchte des Geistes geben? Damit wir unterscheiden können, ob etwas von Gott kommt. Nicht alles, was behauptet, von Gott zu kommen, kommt auch tatsächlich von Gott. Dinge, die der Bibel widersprechen, sind nicht von Gott. Gott hat uns bestimmte Charakteristika gegeben, anhand derer wir ein unterscheidendes Urteil darüber fällen können, was von Gott kommt und was nicht. In Vers 17 lesen wir also über die Charakteristika des Fleisches:
Galater 5, 17
Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und den Geist gegen das Fleisch; diese widerstreben einander, so dass ihr nicht tut, was ihr wollt.
Das ist eine Beschreibung des Kampfes, der in jedem Christen abläuft. Du hast eine fleischliche Natur, aber es wohnt auch der Heilige Geist Gottes in dir. Die fleischliche Natur will oft das Gegenteil von dem, was der Heilige Geist will. Eine unerlöste Person kennt einen solchen inneren Kampf nicht. Sie mag höchstens Gewissensbisse bekommen und so ein Gewissen kann leicht besänftigt werden. Ich glaube tatsächlich, dass diejenigen, die in unserer Zeit versuchen, unsere Gesellschaft zum Liberalismus hinzuführen, die Fähigkeit meisterhaft beherrschen, das nationale Gewissen zu beschwichtigen oder zu verändern. Es gab beispielsweise eine Zeit, zu der fast alle Amerikaner zugestimmt hätten, dass Homosexualität falsch und ein Gräuel vor Gott ist. Heute sinkt diese Zahl dramatisch. Warum? Das Gewissen unserer Nation, der Gedanke eines inneren Sets moralischer Standards, ist verändert worden. Wie geschieht das? Durch eine Überflutung durch die Medien und das Bildungssystem, die beide total vom Liberalismus geprägt sind.Doch diese Dinge des Fleisches stehen im Gegensatz zu den Dingen des Geistes, sie stimmen nicht überein. Wir lesen weiter in den Versen 18 bis 21:
Galater 5, 18-21
Werdet ihr aber vom Geist geleitet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Ehrgeiz, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Mord; Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Das ist eine sehr deutliche Sprache. Das sind Dinge, die darauf hinweisen, dass eine Person vom Fleisch beherrscht ist und wenn sie in ihrem Leben überwiegen ist das ein Beleg dafür, dass ihr Leben nicht vom Geist Gottes kontrolliert ist.Wir lesen weiter in den Versen 22-26. Hier beginnt der Kontrast.
Galater 5, 22-26
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Welche aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitlem Ruhm gierig sein, einander nicht herausfordern noch beneiden!
Nun habe ich einen Standard, anhand dessen ich feststellen kann, ob die Handlungen einer Person geistlich oder fleischlich sind. Nun, was in aller Welt hat das mit dem Calvinismus zu tun? Es hat sehr viel damit zu tun, weil Jesus über Irrlehrer gesagt hat:
An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Und wenn du die Geschichte studierst wirst du auf einige erstaunliche Früchte stoßen, die für mich offenbaren, dass man kein bekennender Anhänger von John Calvin und seinen Lehren sein sollte. Du magst erwidern: „Aber John Calvin war ein Reformer.“ Ja, er war ein Reformer, der nicht weit genug reformiert hat.

Bitte versteht, dass die Apostel den großen Missionsauftrag erhielten und Jesus danach in den Himmel aufgefahren ist. Die Gemeinde wurde am Pfingsttag geboren und die Apostel und Jünger und ihre Anhänger erhielten den Auftrag, die Gemeinde zu bauen, neue Gemeinden zu gründen und Seelen zu gewinnen. Sie erwarteten, dass der Herr Jesus jederzeit zurückkommen würde. Sie erfuhren große Verfolgung durch die römischen Kaiser und in Jerusalem auch durch die Juden. An einigen Orten musste die Gemeinde buchstäblich im Untergrund operieren und wir kennen die Katakomben in Rom als Beispiel dafür. Als Konstantin Kaiser wurde machte er etwas, was ich persönlich für einen rein politischen Schachzug halte. Viele Leute sagen, dass Konstantin ein Kaiser war, der sich zu Christus bekehrte. Doch es gibt keinen Beleg dafür, dass sich Konstantin jemals wirklich zu Jesus Christus bekehrte und durch den Geist Gottes wiedergeboren wurde. Es gab eine Form von Bekehrung, aber ich glaube, dass diese „Bekehrung“ schlicht ein politischer Schachzug war. Wir kennen das auch aus unserer Generation, dass Präsidenten in moralische Probleme geraten und dann mit einer Bibel unter dem Arm in eine Kirche gehen und dafür sorgen, dass die Medien es auch bestimmt mitbekommen. Konstantin tat etwas ganz Ähnliches. Er verstand, dass er sein ganzes Reich würde vereinigen und festigen können wenn plötzlich diese christliche Religion auf den Status der Staatsreligion erhoben würde.Hat nicht Konstantin ein Toleranzedikt erlassen? Ja, und kurz danach fand er heraus, dass Toleranz nicht für ihn arbeitete. Er setzte die Gemeinde als Staatsreligion ein und sagte in dem Toleranzedikt, dass die Menschen innerhalb des Rahmens des Christentums die Freiheit hätten, Gott anzubeten wie sie wollten. Kurz danach unterstützte Konstantin die Verfolgung einer Gruppe, die unter der Bezeichnung „Donatisten“ bekannt war. Sie hatten sich von der großen Staatskirche distanziert weil sie sie für korrupt hielten und besaßen die Dreistigkeit, diejenigen von neuem zu taufen, die sich echt und gründlich zu Christus bekehrt hatten. Konstantin versuchte, sie auszulöschen. Augustinus, der Vater der römisch-katholischen Theologie, war ebenfalls dafür, diese Donatisten auszuradieren weil sie sich nicht der Staatskirche anpassten. Das Gefährlichste für Religion und Staat ist die Bildung einer Staatskirche. Doch genau das geschah im 4. Jahrhundert unter Konstantin und wurde zur Norm. Das römische Reich übernahm den römischen Katholizismus als das normale religiöse Glaubenssystem im ganzen Reich. Politisch war das ein brillanter Schachzug. Konstantin vereinigte sein Reich um die Religion. Doch sehr kurz nachdem diese Religion zur Staatsreligion erhoben worden war wurde sie zur Verfolgerin aller Andersgesinnten. Wir glauben nicht an eine Staatskirche. Wo immer es eine Staatskirche gibt, sind auch Verfolgung und Korruption zu Hause. Das Konzept einer vom Staat geführten oder gesponserten Kirche ist nicht biblisch. Doch zu Beginn des 4. Jahrhunderts wurde dieses Konzept zur Regel. Und auf vielerlei Weise ist es bis auf uns heute übergegangen. Der Protestantismus hat eine Staatskirche aufgebaut. Du magst einwenden: „Aber die Protestanten kamen doch aus Rom.“ Sicher, doch wo sie am meisten verbreitet waren begründeten sie sofort ihren eigenen Zweig des Protestantismus als Staatskirche. In Deutschland und den skandinavischen Ländern wurde die Lutheranische Kirche zur Staatskirche. Und sobald ihr Zweig des Protestantismus aufzustreben begann, begann er alle Andersgesinnten zu verfolgen, zum Beispiel die Anabaptisten. Die Baptisten waren nie Teil einer Gruppe, die gegen irgendetwas protestierte; sie wurden immer verfolgt. Im Grunde waren sie friedliche Leute. In Deutschland gab es manchmal ein paar Probleme, aber üblicherweise waren sie friedfertige Leute. Im Großen und Ganzen haben die Anabaptisten nie die Verfolgung einer anderen Gruppe betrieben. Doch sie waren regelmäßig diejenigen, die verfolgt wurden.Wie wir bereits gesehen haben übernahm Calvin einen großen Teil seiner Theologie vom Vater der römisch- katholischen Theologie, Augustinus. Durch Augustinus wurde Calvin von der Notwendigkeit überzeugt, das Königreich Gottes auf Erden aufzurichten. Warum? Weil Augustinus ein Buch mit dem Titel Vom Gottesstaat schrieb und glaubte, dass die Kirche ein Teil der Stadt Gottes war und Gottes Königreich auf dieser Erde aufrichten würde. Das ist heutige reformierte Theologie. Da wird der Gedanke verbreitet, dass es irgendwie unsere Pflicht ist, dieses Königreich in dieser Welt aufzurichten. Und wenn man das glaubt, ist es sehr leicht, von dieser Überzeugung ausgehend auf eine Staatsreligion zu kommen, weil man ja die Politik des Königreichs kontrollieren muss. Und dazu wiederum muss ich verantwortlich für die Gesetzgebung, die Gerichtsbarkeit und die Präsidentschaft sein. Es gibt heute Leute, die daran glauben.Durch Augustinus wurde Calvin also von der Notwendigkeit überzeugt, das Königreich Gottes auf der Erde aufzurichten. Nachdem er in der Schweiz in der Stadt Genf zu einer gewissen Machtposition aufgestiegen war, versuchte Calvin nun dort Gottes Königreich aufzubauen – durch politische Manöver und Verfolgung, Methoden, die von Augustinus befürwortet und von Rom praktiziert wurden.Was geschah in Genf? Genf war eine Stadt, die sich stillschweigend zum Protestantismus bekehrt hatte. Durch seinen Einfluss gewann John Calvin große Macht in dieser Stadt und so wurde ihm schließlich eine Position angeboten, die wir grob mit unserem Konzept von einem Oberstadtdirektor oder Bürgermeister vergleichen können. Doch das war weit mehr als das, was wir heute unter dieser Position verstehen. Calvin wurde buchstäblich zum Diktator von Genf und tat dort erstaunliche Dinge. Es gibt Historiker, die gesagt haben, dass kein Diktator in der Geschichte jemals strenger geherrscht hat als Calvin in Genf. Calvin versuchte, den Bürgern von Genf seinen Zweig des Christentums aufzuzwingen. Heute betrachten einige Genf als ein ideales Modell für die Christianisierung Amerikas. Diese Leute nennen sich Rekonstruktionisten. Sie sind Anhänger der Reformation oder reformierter Theologie, die das Ganze noch einen Schritt weiter treiben und glauben, dass es ihre Pflicht ist, Gottes Königreich auf dieser Erde zu rekonstruieren und dadurch Amerika zu christianisieren. Sie suchen nach politischen Mitteln um Macht und Einfluss zu gewinnen. Doch ich glaube nicht eine Sekunde lang, dass die Wahl bestimmter Menschen in irgendwelche Ämter das Königreich Gottes einleiten wird. Ich glaube nicht, dass wir in der Lage sein werden, Amerika zu christianisieren. Tatsache ist vielmehr, dass man, wenn man sich umschaut, feststellen muss, dass wir dabei sind, den Kulturkrieg auf dramatische Weise zu verlieren. Aber Jesus kommt wieder. Wir mögen den Kulturkrieg verlieren, doch diese Erde ist sowieso ein sinkendes Schiff.John Calvin versuchte, die Bürger Genfs seinem Standard anzupassen indem er unter anderem Beamte Hausbesuche machen ließ. Nach Will Durant befragten diese die Einwohner nach allen Facetten ihres Lebens. Es ging sogar um die erlaubte Farbe und Menge ihrer Kleidung. Die erlaubte Anzahl von benutztem Geschirr pro Mahlzeit war gesetzlich festgeschrieben. Schmuck und Spitzenbesatz an der Kleidung waren verpönt. Eine Frau wurde ins Gefängnis geworfen wenn sie ihr Haar zu einer „unmoralischen Höhe“ aufgesteckt hatte. Warum? John Calvin hielt seine Hand über jeden Lebensbereich der Bürger von Genf. Das ist absolut diktatorisch. Und obwohl zu jener Zeit typischerweise vom Staat mehr Kontrolle ausgeübt wurde und einiges davon in mancherlei Hinsicht sogar noch aufdringlicher war, hatte Calvin dies in Genf erfolgreich verdoppelt oder verdreifacht.Calvin führte eine rigorose Zensur der Presse ein und verbannte Bücher, mit deren Inhalt er nicht einverstanden war. Respektlos über Calvin oder seine Prediger zu sprechen war ein Verbrechen, das mit Verbannung bestraft werden konnte. Wo finden wir darin die Priesterschaft der Gläubigen? Die Bibel lehrt deutlich, dass ich als gläubiger Christ ein Priester vor Gott bin. Ich bin verantwortlich für meine Beziehung zu Gott. Mein Glaube ist meine Verantwortung, nicht die anderer Menschen. Meine Beziehung mit Gott ist eine persönliche Angelegenheit. Doch Calvin sagte:

Oh nein. Wenn du in irgendeinem Punkt nicht mit mir übereinstimmst, kann ich dich aus der Stadt verbannen.

Das ist eine Diktatur und gemäß der Bibel ist das inakzeptabel. Es ist auch inakzeptabel in bibelgläubigen Gemeinden. Du hast ein Recht, deine Bibel zu lesen und den Heiligen Geist zu bitten, dich zu lehren, was die Bibel sagt. Du musst nicht jede Interpretation akzeptieren, die du hörst. Und ich ermutige dich, deine Bibel selbst zu lesen, zu kennen und zu verstehen. Du sagst vielleicht: “Aber Pastor, es reicht doch, dass du die Bibel liest und verstehst und mir erzählst, was sie sagt.” Begib dich nie in diese Mentalität. Das ist gefährlich. Warum? Weil du dann nicht länger auf Gottes Offenbarung der Bibel vertraust, sondern auf mich. Und ich bin ein fehlbarer Mensch. Wenn ich die Bibel predige, musst du deine Bibel öffnen und prüfen, ob sie wirklich das sagt, was der Prediger da erzählt. Wir bringen uns in eine gefährliche Position wenn wir einfach die Vorgaben eines Menschen akzeptieren weil wir ihn lieben und ihm vertrauen. Und das sage ich als Pastor der Gemeinde. Die Bibel allein ist unsere letztendliche Autorität.

Unzucht wurde durch Exil oder Ertränken bestraft. Ehebruch, Gotteslästerung und Götzendienst wurden mit dem Tod geahndet. Du sagst vielleicht: „Doch das wurde ja teilweise im Alten Testament auch so gehandhabt.“ Augustinus war beispielsweise jemand, der Israel und die Gemeinde verwechselte. Israel war ursprünglich eine Theokratie und wurde erst später eine Monarchie. Doch zuerst war Israel eine Theokratie unter Gott. Gott selbst regierte als König. Da Er der König war, konnte Er den Standard nach Seinem Belieben aufrichten. Und genau das finden wir im Alten Testament. Die Gemeinde wurde das Ausführungsorgan, durch das Gott unter dem Neuen Testament Seiner Welt dient. Israel war eine Nation mit Grenzen und Königen, z.B. David, Salomo etc. Die Gemeinde ist etwas gänzlich Anderes. Doch Augustinus setzte Israel mit der Gemeinde gleich. Dieser Irrtum wurde in den römischen Katholizismus übertragen, dieser übertrug ihn in den Protestantismus, und wo auch immer die Protestanten die Herrschaft übernahmen errichteten sie eine Staatskirche. Dann übertrugen sie Dinge aus der Wirtschaft des Alten Testaments auf das Zeitalter des Neuen Testaments, welche nicht rechtmäßig übertragen werden durften.

Ist das jemals in den Vereinigten Staaten geschehen? Ja. Es gab zwei Gruppen, die nach Kolonialamerika kamen. Das waren die Puritaner und die Pilgerväter. Zwischen  ihnen gibt es einen großen Unterschied. Die Puritaner waren diejenigen, die die Kirche Englands für korrupt hielten und so verließen sie England. Sie hielten die Kirche für hoffnungslos korrupt und wollten ihr Glaubenssystem von innen heraus reinigen. Sie wollten sich nicht gänzlich von der Kirche trennen. Sie wollten nur eine reinere Kirche. Die Pilgerväter dagegen waren anabaptistisch in ihrer Lehre. Sie sagten: „Die gesamte Kirche Englands ist korrupt. Der Protestantismus ist korrupt. Wir gehen zurück zur Bibel.“ Die Pilgerväter waren die Separatisten. Die Pilgerväter trennten sich von der Anglikanischen Kirche, die von Heinrich VIII begründet worden war. Dann kamen die Puritaner nach Massachusetts und errichteten die Massachusetts Bay Kolonie, welche von puritanischen Predigern geführt wurde. Rate einmal, wer aus der Massachusetts Bay Kolonie hinausgeworfen wurde, weil er nicht mit der puritanischen Lehre übereinstimmte? Der Gründer der ersten Baptistengemeinde von Rhode Island. Er war ein Baptist und wurde aus der puritanischen Kolonie geworfen weil er mit deren Lehre nicht übereinstimmte. Warum praktizierten sie die Verbannung? Weil sie das Königreich Gottes auf der Erde aufrichten wollten. Die Pilgerväter machten so etwas nicht. Sie praktizierten die Freiheit, Gott anzubeten. Die Puritaner entnahmen auch einige der Gebote aus dem Alten Testament und die Strafen für moralisches Versagen und praktizierten sie in Amerika. Ein Kind wurde beispielsweise geköpft wenn es seine Eltern geschlagen hatte. War das legitim? Nein, weil das hier keine Theokratie ist. Israel war eine Theokratie.

Zurück nach Genf. Allein in einem Jahr gab es 414 Verfolgungen wegen moralischer Vergehen. Zwischen 1542 und 1564 gab es 76 Verbannungen und 58 Hinrichtungen. Dabei belief sich die Zahl der Gesamtbevölkerung auf unter 20.000 Menschen. Das alles geschah in John Calvins Genf. Nun, versuchen die Anhänger John Calvins nicht, ihn zu rechtfertigen? Wer die Geschichte studiert hat – und ich habe diesbezüglich beide Seiten gelesen – muss zugeben, dass sie große Schwierigkeiten haben, die Blutigkeit zu rechtfertigen, mit der John Calvin diese Stadt regiert hat. Das ist nicht die Art und Weise, wie jemand, der mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, sich verhalten würde.

John Calvin erließ in Genf das Gesetz und war auch gleichzeitig derjenige, der es vollstreckte. Er zwang den Genfern seinen Zweig des Christentums mit Prügel, Gefängnisstrafen, Verbannungen und Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen auf. Das ist nicht das biblische Christentum. Du kannst niemanden zu einer Bekehrung zwingen. Du kannst Religion nicht per Gesetz durchsetzen. Eine Bekehrung zu Jesus Christus ist eine Angelegenheit des Herzens. Ich kann niemanden zwingen, sich Christus zuzuwenden. Ich kann mit ihm argumentieren und ihn eindringlich bitten. Ich kann das Evangelium predigen. Ich kann ihnen sagen, dass Jesus Christus am Kreuz für ihre Sünden gestorben ist. Doch ich kann sie nicht durch eine Drohung mit der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen zwingen, dasselbe zu glauben wie ich. Diese Praktik kommt wiederum aus dem Glauben an eine Staatskirche.

John Calvin ist auch der „protestantische Papst“ genannt worden. Der Kirchenhistoriker Philip Schaff, ein Liberaler, sagte:

Es war eine eklatante Widersprüchlichkeit, dass diejenigen, die gerade erst das Joch des Papsttums als eine nicht zu tolerierende Last abgeschüttelt hatten, ihr Gewissen und ihren Intellekt einem menschlichen Glaubensbekenntnis unterwerfen sollten, mit anderen Worten: das alte römische Papsttum gegen ein modernes protestantisches Papsttum ersetzen.

Er hat absolut Recht. Das ist es nämlich, was sie im Grunde in Genf taten. Was hat das mit uns heute zu tun? Nun, es ist möglich, dass auch in unseren Tagen Menschen zu solcher Bedeutung aufsteigen, wenn wir nicht aufpassen. Der Bibel zu folgen ist eine Absicherung vor alldem. Es ist leicht für uns, zu sagen: “Waren die Leute damals nicht dumm, dem so blind nachzulaufen und sich dieser Tyrannei zu unterwerfen?” Doch ich möchte euch schnellstens daran erinnern, dass wir immer dann, wenn wir irgendetwas Anderes als die Bibel als unsere Autorität hochhalten, in der Gefahr stehen, unter den Daumen der Tyrannei zu geraten. Manchmal ist es einfacher, einem charismatischen Führer zu folgen als die Seiten der Bibel zu öffnen und herauszufinden, was der Herr zu sagen hat.

Calvins Kontrolle war überzeugend und absolut. Er war in jeden nur denkbaren Aspekt des Stadtlebens involviert. Sicherheitsbestimmungen zum Schutz von Kindern, Gesetze gegen das Rekrutieren von Söldnern, neue Erfindungen, Fertigungsindustrie und sogar Zahnheilkunde. Er hatte zu allem eine Meinung und übte die vollkommene Kontrolle über diese Stadt aus. Es waren die Einwohner der Stadt, die ihm dieses Maß an Autorität einräumten und er trat auf eine sehr diktatorische Art und Weise auf.

Calvin formulierte als nächstes ein Glaubensbekenntnis und  erklärte das Befolgen dieses Bekenntnisses zur Pflicht aller Bürger. Das ist unglaublich. Etwa 20.000 Menschen lebten in dieser Stadt. Und doch sagte er: „Ihr werdet genau das glauben, was ich sage.“ Dabei war ja bereits ein Gesetz in Kraft, wonach die Unterweisung in der christlichen Religion, sein Buch, nicht kritisiert werden durfte. Will Durant, ein säkularer Historiker, sagt:

All die Ansprüche der Päpste auf die Vormacht der Kirche über den Staat wurden durch Calvin für seine Gemeinde erneuert.

Das ist eine Verwechslung von Politik und Religion. Calvin war genauso stur wie jeder Papst in der Ablehnung des individuellen Glaubens. Doch die Bibel lehrt uns das Priestertum des Gläubigen. Ich als Einzelner kann die Bibel für mich selbst lesen, studieren und verstehen. Weißt du, dass du in Bezug auf die Bibel nicht immer zu exakt denselben Schlussfolgerungen kommen musst wie dein Prediger? Nun, was die grundlegenden Lehren betrifft wie die Gottheit von Christus – ja, da muss Übereinstimmung bestehen. Doch in auslegbaren Bereichen kannst du durchaus anderer Meinung sein wie dein Pastor. Das ist absolut möglich. Wenn wir eines Tages im Himmel sind wird der Herr all diese Dinge klarstellen. Du hast ein Recht, deine Bibel zu lesen und den Herrn zu bitten: „Bitte zeige mir deine Wahrheit aus deinem Wort.“ Die Bibel ist ein lebendiges Buch. Sie ist nicht in erster Linie meiner eigenen Interpretation unterworfen, die ich dir dann aufzwingen und sagen kann: „Das ist exakt das, was du glauben musst.“ Als Christ habe ich das große Privileg, das Buch Gottes zu öffnen und es für mich selbst zu lesen. Der Heilige Geist ist mein Lehrer und hilft mir täglich, diese Bibel speziell auf mein Leben anzuwenden. Das Gefährlichste, was wir tun können, ist unsere Bibel beiseite zu legen und zu sagen: „Prediger, erzähle uns, was Gott sagt.“ Das ist gefährlich. Studiere selbst das Buch. Setze dein Vertrauen in die Bibel, nicht in einen Menschen.

Doch Calvin lehnte diesen individuellen Glauben ab. Dieser größte Gesetzgeber des Protestantismus wies dieses Prinzip der privaten Beurteilung vollkommen zurück, mit dem die neue Religion begonnen hatte. Die Genfer, die das nicht akzeptieren konnten, mussten sich einen neuen Wohnort suchen. Das dauerhafte Fernbleiben von den protestantischen Gottesdiensten oder eine fortwährende Weigerung, am Abendmahl teilzunehmen, waren strafbare Handlungen. So waren die Gesetze in Genf unter Calvin.

Jerome Bolsec stimmte nicht mit John Calvins Lehre der Vorherbestimmung überein. Er sagte: „Wer Gott einen ewigen Beschluss zuschreibt, nach dem Er einige zum Leben and den Rest zum Tod vorherbestimmt hat, wird zum Tyrann.” Er war ein Bürger der Stadt Genf und machte diese Aussage öffentlich. Für diese Worte wurde er aus seiner Heimatstadt verbannt. Das ist Verfolgung. Ich kann das nicht als Frucht des Geistes sehen.

Ein anderer Gegner kritisierte John Calvins Unterweisung in der christlichen Religion und behauptete, Calvin hätte Gott zum „Urheber von Sünde“ gemacht. Das Werk besagt in der Tat, dass Gott Menschen zum Sündigen bestimmt hat. Wenn du sündigst, bist du dazu gezwungen, weil Gott das alles so vorherbestimmt hat. Genau das hat Calvin gelehrt. Der Kritiker hatte das eigentlich nur festgestellt und dafür befand das Gericht, dass „fortan sich niemand wagen dürfe, gegen dieses Buch und seine Lehre zu sprechen.“ Man durfte den Mund nicht aufmachen.

Jacques Gruet war beschuldigt worden, an Calvins Kanzel ein Plakat angebracht zu haben, das ihn einen großen Heuchler nannte. Dafür erlitt er 30 Tage lang zwei Mal täglich die Folter von den Händen Calvins. Danach gestand er endlich die Tat, wurde an einem Pfahl festgebunden, seine Füße wurden daran festgenagelt und er wurde geköpft. Nette Art, mit Plakaten an der Kanzel umzugehen, oder? Unglaublich. Selbst wenn das bei mir jemand machen würde, glaube ich nicht, dass es angemessen wäre, die Diakone zu bitten, ihn hinauszuwerfen und zu köpfen. Das halte ich nicht für eine Reaktion, die Christus ähnlich wäre. Doch dieses Maß an Gewalt kann nur durch eine Verwirrung in der Theologie entstehen. Zeige mir aus dem Neuen Testament auch nur eine Stelle, wo es heißt, dass es ein Mandat gibt, im Namen von Christus oder für die Verbreitung des christlichen Glaubens Blut zu vergießen! Doch was ist mit all diesen Kriegen im Alten Testament? Nun, im Alten Testament ging es um Israel. Im Neuen Testament geht es um die Gemeinde. Das Schwert wird immer zu etwas Gerechtfertigtem in jeder Theologie, die beides verwechselt. Beginnend mit Augustinus wurde das Schwert in der Verteidigung des christlichen Glaubens zu etwas angeblich Gerechtfertigtem und alle protestantischen Gruppen praktizierten es zu irgendeiner Zeit.

Ein lutheranischer Gottesdiener, der einmal in Genf zu Besuch war, lobte die wöchentlichen Untersuchungen des Verhaltens und die Ahndung selbst der kleinsten Übertretungen der Bürger der Stadt. Er sagte später, er habe nicht in Genf bleiben können weil es in einigen Punkten religiöse Differenzen gab, doch er war beeindruckt davon, dass alle Haushalte wöchentlich überprüft wurden. Das hört sich nicht nach der Art und Weise an, wie wir leben möchten.

Calvin verurteilte den Erzketzer Michael Servetus aufgrund von zwei Fällen von Irrlehre zum Tod. In einem Fall ging es um Unitarianismus. Das ist die Überzeugung, dass jeder in den Himmel kommt und das ist eindeutig eine Irrlehre. Doch wir verurteilen keine Menschen zum Tod weil sie daran glauben. Für diese Art von Verhalten gibt es nirgendwo in der Bibel eine Berechtigung. Unitarianismus ist eine Irrlehre, doch wir verfolgen die Menschen nicht, die in Irrlehren gefangen sind, sondern versuchen sie mit der Wahrheit zu gewinnen. Der zweite Fall, der zu diesem Todesurteil geführt hatte, war die Ablehnung der Kindertaufe. Wegen dieser beiden Vorwürfe wurde dieser Mann zum Tode verurteilt.

Jetzt kommen wir zurück zu Galater Kapitel 5.

Offenbar sind aber die Werke des Fleisches: Feindschaft, Hader, Zorn, Zwietracht, Spaltungen, Mord. Hört sich an als hätten eine Menge Werke des Fleisches die Regierung von Genf dominiert. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.
Es scheint, als habe John Calvin bei der Regierung Genfs ganz sicher nicht die Frucht des Geistes manifestiert. Einer seiner Verteidiger sagte:
Wenn Johannes Calvin in der Bibel einen Widerspruch zu seinem Glaubenssystem fand, wandte er sich umgehend der Bibel zu und veränderte seine Praxis so, dass sie den Vorschriften Christi entsprachen.
Wo findest du in der Bibel die Verbrennung von Menschen auf dem Scheiterhaufen? Was die Exegese der Bibel betrifft war Johannes Calvin schwach, weil er einen großen Teil der Bibel falsch interpretierte.

Calvinismus kontra Arminianismus

Schlagt bitte 1. Thessalonicher 2:9-13 auf. Dort lesen wir:
1. Thessalonicher 2, 9-13
Denn ihr erinnert euch, ihr Brüder, unserer Arbeit und Mühe; wir arbeiteten Tag und Nacht, um niemand von euch zur Last zu fallen, und predigten euch dabei das Evangelium Gottes. Ihr selbst seid Zeugen, und Gott, wie heilig, gerecht und untadelig wir bei euch, den Gläubigen, gewesen sind, wie ihr ja wisst, dass wir jeden einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder, ermahnt und ermutigt und beschworen haben, würdig zu wandeln des Gottes, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr das von uns empfangene Wort der Predigt Gottes aufgenommen habt, nicht als Menschenwort, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, welches auch in euch, den Gläubigen, wirkt.
Lasst uns hier eine kurze Pause machen.Als der Apostel Paulus hier zu der Gemeinde in Thessaloniki sprach, war seine Predigt göttlich inspiriert. In Vers 13 unterscheidet Paulus das Wort Gottes von dem Wort von Menschen. Die Bibel, die du in deinen Händen hältst, ist deine letztendliche Autorität. Dein Pastor ist nicht deine letztendliche Autorität. Es ist die Bibel. Ich als Mensch bin zerbrechlich und habe Probleme und mag nicht immer ein umfassendes Verständnis von allem haben, was die Bibel lehrt. Doch die Bibel versagt nie. Darum folge nicht blind den Lehren eines Menschen. Ich bin immer argwöhnisch gegenüber Lehren, die behaupten, biblisch zu sein, allerdings mit dem Namen eines Menschen als Hauptvertreter dieser Lehre gekennzeichnet werden, wie zum Beispiel der Calvinismus. Es scheint dann immer so als wäre der Stempel dieses Menschen einem Zweig des Christentums aufgeprägt worden, der vielleicht der Bibel gar nicht so nahe ist wie er sein sollte. Ein weiteres Beispiel dafür wäre eine Irrlehre, die sich in bestimmte, konservative, fundamentalistische Kreise einschleicht und Ruckmanismus genannt wird. Wir glauben, dass die King James Version der Bibel die beste englische Übersetzung ist, die es gibt. Es ist das inspirierte Wort Gottes. Doch diese als Ruckmanismus bekannte Irrlehre besagt, dass die Übersetzer der King James Bibel im Jahr 1611 neu inspiriert wurden, das Wort in Englisch wiederzugeben. Das ist lächerlich. Was war denn dann vor dem Jahr 1611, wenn das Wort erst dann gegeben wurde? Doch es wurde nicht 1611 gegeben, es wurde nur übersetzt. Und es gab auch vor dem Jahr 1611 schon verlässliche Übersetzungen des Textus receptusin Englisch. Doch dieses ganze Gedankengebilde namens Ruckmanismus trägt den Namen dieses Mannes: Peter S. Ruckman. Er ist ein Prediger aus Florida. Das macht mich sehr argwöhnisch. Nebenbei bemerkt: wenn du ein Fan von Peter Ruckman bist, musst du bitte verstehen, dass er glaubt, dass die Bibel sieben verschiedene Erlösungspläne lehrt. Sieben! Das ist lächerlich. Die Bibel lehrt nur einen Erlösungsplan: Glauben an das vollendete Werk von Christus am Kreuz von Golgatha ist der Weg, um errettet zu werden. Altes oder Neues Testament – „Denn durch Gnade seid ihr errettet vermittels des Glaubens.“ Im Alten Testament wurden sie durch Glauben an die Verheißung des kommenden Messias gerettet und im Neuen Testament werden wir gerettet indem wir auf das vollendete Werk von Christus zurückschauen. Doch ob Altes oder Neues Testament – unsere Erlösung kommt immer durch Glauben.

Die Betonung in 1. Thessalonicher 2,13 ist also, dass das Wort Gottes wichtig und wahr ist und dass das Wort eines Menschen entweder wahr sein kann oder auch nicht. Wenn wir jetzt den Calvinismus untersuchen, müssen wir verstehen, dass dieses theologische System seinen Ursprung nicht in Calvin selbst hatte. Es scheint im Denken von Augustinus entstanden zu sein. Doch es gab noch einen anderen Mann namens Jacobus Arminius, der etwas später lebte als Calvin und eine völlig gegenteilige Position bezog.In dieser Lektion will ich für keines dieser beiden Systeme Stellung beziehen. Es gibt heute Hunderte Zweige des Arminianismus. Ich empfehle diese nicht. Ich sage jedoch, dass Arminius in vielerlei Hinsicht ein sehr orthodoxer, bibelgläubiger Christ war, aber von zeitgenössischen Calvinisten wie z.B. J. I. Packer sehr verleumdet worden ist. Das ist in evangelikalen Kreisen ein sehr bekannter Name. Dieser Mann hat Arminius sehr verunglimpft. Das Problem dabei ist, dass die meisten Leute nie auf die ursprünglichen Quellen zurückgreifen sondern solche Dinge einfach übernehmen. Das ist immer ein Problem, besonders in der Theologie. Dann kommen Leute und sagen: „Aber Arminius hat doch dies und das geglaubt.“ Hast du das jemals selbst in seinen Schriften nachgelesen? Seine Schriften sind für uns heute zugänglich. Ich habe alle drei Bände in meinem Büro.Die Gegner des Calvinismus werden regelmäßig als Arminianer bezeichnet. Diese Bezeichnung wird abgeleitet von Jacobus Arminius, der von 1560 bis 1609 lebte. Er starb kurz vor der Übersetzung der King James Bibel. Er war ein Bibelgelehrter, der sich öffentlich gegen John Calvin stellte. Wir sprechen hier über einen Kampf, der innerhalb des Protestantismus stattfand. Die Baptisten gab es damals auch schon, doch sie wurden noch als Anabaptisten bezeichnet. Es gab sie schon bevor die protestantische Bewegung überhaupt entstand. Baptisten sind also keine Protestanten. Der Kampf zwischen Calvinismus und Arminianismus spielt sich streng innerhalb protestantischer Kreise ab.Die Gegner von John Calvin waren speziell in der damaligen Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts in den Kreisen des Protestantismus in großer Gefahr. Niemand hatte moralische Bedenken, aufgrund von Unstimmigkeiten in der Lehre Menschen umzubringen. Unter der Herrschaft von James I wurden etliche der Hexerei beschuldigt und König James ließ sie hinrichten. Es kam regelmäßig vor, dass solche, die nicht mit dem Staat übereinstimmten, aus den nichtigsten Gründen zum Tod verurteilt wurden. Kirche und Staat gehen in protestantischen Kreisen immer Hand in Hand und das führt immer zu Korruption. Die römisch-katholische Kirche hat über die Jahre geglaubt und gelehrt, dass ihre Autorität über der des Staates rangiert. Das so genannte „heilige römische Reich“ wurde von der römisch-katholischen Kirche regiert, weil sie die Autorität über den Staat hatte. In protestantischen Ländern trugen die Reformer, die aus dem Katholizismus kamen, den Gedanken mit sich, dass Kirche und Staat zusammengehören. Woher hatten sie dieses Konzept? Es führt alles zurück bis hin zu Augustinus. Sobald ein Land also protestantisch wurde, errichtete es eine Staatskirche und benutzte die Macht des Staates um die Lehren der Kirche durchzusetzen. Als echte bibelgläubige Christen glauben wir an so etwas nicht. Wir glauben, dass die Gemeinde selbst ihren Lehrstandard innerhalb der Mitglieder der Versammlung durchsetzen sollte. Aber sie sollte sich nicht das Recht herausnehmen, ihren Glauben den Menschen außerhalb ihrer Mauern aufzuzwingen.Baptisten haben beispielsweise immer so gelebt. John Calvin nannte das „dumm.“ Es gibt eine Menge Gemeinsamkeiten zwischen der philosophischen Sichtweise der Vereinigung von Kirche und Staat im Protestantismus und den Konzepten des Islam. Der Islam ist eine Religion und auch eine Politik und man kann die beiden nicht trennen. Jeder Anhänger des Islam hat sich nicht nur einer Religion verschrieben, sondern auch einem politischen Glaubenssystem. Kürzlich musste sich ein Radiosprecher dafür entschuldigen, dass er „das blutige Wesen der Religion des Islam“ erwähnt hatte. Ich glaube nicht, dass wir uns jemals dem Druck dieser islamischen Gruppen beugen und uns für unsere Existenz entschuldigen sollten. Ich bin ein Christ und als solcher sage ich: „Jesus Christus ist der einzige Weg zum Himmel. Alle anderen Wege sind falsch.“ Da gibt es keine Entschuldigungen.Arminius war ein holländischer Theologe, der als Calvinist begann und sogar in Calvins Ausbildungsstätte in Genf studiert hatte. Er war ein sehr guter Autor. Er war auch ein Bibelgelehrter. Und er war gebeten worden, eine Verteidigungsschrift über einen Zweig des Calvinismus zu verfassen, der nicht einmal ganz so extrem war wie der von Calvin selbst. Während er in Genf studierte kam er zu dem Schluss, dass die Grundsätze des Calvinismus aus der Bibel im Grunde nicht beweisbar waren und dass die Bibel die Hauptthesen von Calvins Glaubenssystem nicht stützt. Also verließ er das Ausbildungsseminar, begann mit seinen eigenen Studien und begründete das, was gemeinhin als Arminianisus bekannt ist.Während er in Genf studierte wurde seine gesamte Familie von spanischen, katholischen Truppen massakriert, die in seine Heimatstadt in Holland eingefallen waren. Weil er es gewagt hatte, Calvins Ansichten nicht zu teilen, wurde er als Ketzer bezeichnet. Selbst heute noch beschuldigen die Anhänger Calvins Arminius zu Unrecht schwerer Irrlehren. Das ist falsch. In evangelikalen Kreisen mit reformierter Theologie wird der Name Arminius manchmal umher geworfen als sei dieser Mann der Teufel in Person. Doch wenn man sich seine drei Bände durchliest findet man einen gottesfürchtigen Mann, der lediglich den Weg der Erlösung direkt aus der Heiligen Schrift erklären wollte. Er hatte einen unglaublich logischen Verstand. Ich stimme nicht mit allem überein, was er sagt, aber mit deutlich mehr von seinen Aussagen im Vergleich zu denen von John Calvin. Obschon einige Nachfolger von Arminius in Irrlehren abdrifteten, war Arminius selbst in Bezug auf die grundsätzlichen Lehren des christlichen Glaubens genauso orthodox wie jeder Calvinist. Er war also kein übler Mann. Er war ein Mann, mit dem wir einige Meinungsverschiedenheiten haben würden, aber ganz sicher kein schlechter Mann. Doch er wurde einfach nur deshalb als Ketzer bezeichnet weil er es gewagt hatte, mit Calvin nicht einer Meinung zu sein.

Was genau lehrte Arminius? Ich kann jetzt hier nicht in alle Einzelheiten gehen, denn er hat schließlich drei dicke Bände geschrieben. Arminius lehrte jedenfalls keinerlei Gewalt und Rache gegen seine Feinde und praktizierte so etwas auch nicht. Er sprach sich auch nicht für die Todesstrafe für Irrlehrer aus. Im Gegensatz dazu glaubte John Calvin, dass Irrlehrer kraft der Macht des Staates hingerichtet oder verbannt werden sollten. Ihr Besitz konnte beschlagnahmt werden. Jede mögliche Strafe konnte einen Irrlehrer durch die Hand John Calvins treffen, einschließlich der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Das ist teuflisch. Es gibt nicht eine Stelle in der Bibel, im Evangelium von Jesus Christus, die solch ein Maß an mörderischer Aktivität zur Ausrottung von Irrlehre duldet oder rechtfertigt, nicht eine einzige. Das Prinzip des Neuen Testaments ist nicht die Bekehrung durch das Schwert, sondern immer durch die Verkündigung des Wortes Gottes und die Aufforderung, das Herz Christus zuzuwenden und nichts weiter. Nirgendwo in der Bibel wird körperliche oder bewaffnete Gewalt propagiert. Calvin glaubte das nicht und so zwang er sein Glaubenssystem allen auf, die seine Untergebenen geworden waren.

Arminius glaubte an die Unfehlbarkeit der Bibel als das inspirierte Wort Gottes. Beide Männer stellten die Bibel nicht in Frage. John Calvin verteidigte grimmig die göttliche Inspiration der Bibel. Er glaubte jedes Wort in der Bibel, daran besteht kein Zweifel. Doch er interpretierte die Bibel durch die Brille von Augustinus. Da hatte das Problem seinen Ursprung. Unter allen Reformern gab es die Bereitschaft, alle Fesseln Roms abzustreifen und sich strikt an die Bibel zu halten und das galt auch speziell für John Calvin. Doch er versuchte, Passagen aus dem Alten Testament, die sich strikt an Israel unter einer Theokratie richteten, auf das Neue Testament und die Gemeinde zu übertragen. So etwas kann nur mit großem Schaden für die Bibel und den Ruf des Christentums enden.

Arminius lehnte die Lehren der römisch-katholischen Kirche ab. Der Grund, warum ich Arminius in diese Lehreinheit einbeziehe, ist, dass er von Calvinisten immer beschuldigt wird, katholisch zu sein. Wilde Anschuldigungen sind gemacht worden, selbst von einigen jüngeren evangelikalen Gelehrten, die scheinbar nicht zu dem ursprünglichen Quellenmaterial zurückgegangen sind. In solchen Dingen zitieren die Leute sich oft gegenseitig bis alles in einer einzigen Verwirrung endet. Es ist so wichtig, zu dem ursprünglichen Quellenmaterial zurückzugehen! Es gibt viele calvinistische Ansichten, die römisch-katholische Tendenzen haben. Doch Arminius sagte einige wirklich harte Dinge in Bezug auf die römisch-katholische Kirche. Er nannte die Messe

eine Verleugnung der Wahrheit des Opfers von Christus in Exzellenz.

Er nannte den Papst

den Ehebrecher und Zuhälter der Kirche, den falschen Propheten, den Feind, den Feind Gottes und den Antichristen.

Er scheint mir nicht übermäßig katholisch zu sein. Im Gegensatz zu Augustinus lehnte Arminius die Apokryphen und die Autorität der Kirchentradition ab. Nach der Ansicht von Augustinus sollte die Kirchentradition genauso viel Autorität haben wie die Bibel. Die drei Linien der Autorität sollten Kirchentradition, die Bibel und die Lehrautorität der Kirche sein. Arminius lehnte diese Ansicht ab, Calvin jedoch nicht. Nachdem Calvin einmal seine Kirche errichtet hatte, übertrug er dieser durch säkulare Autorität dieselbe Macht, die Rom für sich beanspruchte. Im Grunde beanspruchte John Calvin – obwohl er das nie öffentlich tat – dieselbe Unfehlbarkeit. Wenn er predigte tat er das interessanterweise von einem Thron aus. Er hatte einen Thron in seiner Kirche und nannte ihn seinen „Verkündigungsthron.“ Von dort aus sprach er zu der Gemeinde in Genf. Der Papst sitzt auch auf einem Thron wenn ex cathedra spricht und wenn er das tut spricht er unfehlbar. John Calvin hat zwar nicht direkt Unfehlbarkeit für all seine Lehren beansprucht. Doch er richtete es so ein, dass jeder, der nicht mit ihm übereinstimmte, Probleme mit dem säkularen Staat bekam und aus der Stadt Genf verbannt wurde.

Dave Hunt sagte:

Arminius war überzeugt, dass die Bibel lehrt, dass diejenigen, die im Himmel sind, dort sind weil sei das Evangelium geglaubt haben und nicht weil Gott sie auserwählt hat, errettet zu werden ohne dass es dazu von ihrer Seite des Glaubens bedurfte.

Der Calvinist glaubt, dass man zuerst losgelöst von jeglichem Glauben wiedergeboren oder erneuert werden muss und danach erst errettet werden kann. Calvin glaubte fest an Vorherbestimmung als

einen ewigen und gnädigen Beschluss Gottes in Christus, durch den Er die Gläubigen rechtfertigt, annimmt und mit ewigem Leben beschenkt und Ungläubige und unbußfertige Personen verdammt

und lehrte dies entsprechend. Wer sind die Auserwählten nach der Überzeugung von Arminius? Alle, die ihren Glauben und ihr Vertrauen für ihre Erlösung in Jesus Christus gesetzt haben. Für den Calvinisten dagegen sind die Auserwählten einfach eine Gruppe von Menschen, die Gott irgendwie dazu auserwählt hat, dass sie das Evangelium unabhängig von einer persönlichen Entscheidung glauben. Und der ganze Rest der Welt ist verdammt.

Erkennst du den Unterschied? Für Arminius basieren die Auserwählten auf Gottes Vorherwissen. Gott wusste ja bereits, wer sich für Christus als Erlöser entscheiden würde. Das sind die Auserwählten. Sie sind errettet aufgrund ihrer Bereitschaft, Christus als Erlöser anzunehmen. John Calvin sagte: „Nein, das hat mit dem Menschen überhaupt nichts zu tun. Gott hat willkürlich einige zur Errettung und andere zur Verdammnis auserwählt.“ Das ist wirklich ein großer Unterschied. Es macht einen Riesenunterschied in Bezug auf unsere Verkündigung. Warum sollte ich die Verlorenen davon zu überzeugen versuchen, dass sie ohne Christus in die Hölle gehen, wenn ich das doch gar nicht genau weiß? Ich könnte nie einer Person ein Traktat aushändigen wie ich es bisher tue. Ich müsste sagen: „Hier kannst du nachlesen, wie du dir sicher sein kannst, dass du in den Himmel kommst, solange du zu den Auserwählten gehörst.“ Doch das tue ich nicht. Ich sage ihnen, dass Christus für die Sünden der ganzen Welt gestorben ist. Ich sage ihnen: “Glaubt an den Herrn Jesus Christus und ihr werdet errettet.” So einfach ist das. Wir wollen also keine Verwirrung hineinbringen.

Was ist also in der Geschichte geschehen? Nun, jetzt wird es interessant. Innerhalb eines Jahres nach Arminius’ Tod trafen sich 46 arminianische Pastoren in Holland  um dort eine Protesterklärung gegen den vorherrschenden Calvinismus zu unterzeichnen. Darin hieß es unter anderem, dass die Lehren des Calvinismus

weder im Wort Gottes noch im Heidelberger Katechismus enthalten sind und unerbaulich und sogar gefährlich sind.

Die arminianischen Pastoren waren der Meinung, dass der Calvinismus den Christen nicht mehr gepredigt werden sollte. Was für eine Aussage – besonders in einem Land, das von Calvinisten dominiert wurde, die nicht zögerten, Menschen auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen oder ihnen die Zunge herauszuschneiden! Das ist ja wirklich beängstigend. Doch diese Pastoren preschten vorwärts und unterschrieben diese Protesterklärung. Die fünf kurzen Absätze darin wurden bekannt als die „5 Punkte des Arminianismus.“ Hier eine kurze Zusammenfassung dieser fünf Punkte:

1. Gott hat in der ewigen Vergangenheit beschlossen, jeden zu erretten, der an Jesus glaubt und die Ungläubigen unter Sünde und Zorn zu belassen. Mit dieser Aussage habe ich überhaupt kein Problem. Was hat es mit der Auserwählung auf sich? Der Teufel stimmt gegen dich und Gott stimmt für dich und du hast die entscheidende Stimme.

2. Christus starb und erwirkte Erlösung und Sündenvergebung für alle, doch diese Vorteile werden nur für diejenigen wirksam, die an Christus glauben.

3. Menschen können nichts denken, wollen oder tun das wirklich gut ist und müssen erneuert werden. Ohne das sind sie auch nicht zu erlösendem Glauben fähig. Natürlich sagt die Bibel: „Denn aus Gnade seid ihr errettet vermittels des Glaubens; und das nicht aus euch heraus, Gottes Gabe ist es, damit niemand sich rühme.”“

4. Gottes Gnade ist absolut notwendig für die Erlösung, doch man kann dieser Gnade widerstehen. Gnade kommt nicht mit einem großen Baseballschläger und prügelt einen in Unterwerfung und zwingt einen zur Bekehrung.(Zur Erinnerung: Calvin lehrte „unwiderstehliche Gnade“, d.h. dass die Auserwählten der Gnade Gottes gar nicht widerstehen können, sondern beim Hören des Evangeliums zur Not sogar gegen ihren Willen in die Familie Gottes hineingezogen werden. Diese Lehre sehe ich einfach nicht in der Bibel.)

5. Die wahrhaft Erlösten durch Glauben an Christus werden vom Heiligen Geist ermächtigt, der Sünde zu widerstehen. Ob sie vom Glauben wieder abfallen können oder nicht “muss aus der Bibel erst noch genauer geklärt werden bevor wir es mit Überzeugung lehren können.

Also selbst diese Pastoren waren sich nach dem Tod von Arminius nicht sicher über das Thema, ob man seine Erlösung wieder verlieren kann. Doch viele von ihnen übernahmen das kurze Zeit später als Grundsatz in ihr Glaubenssystem. Das halte ich sicher für einen Irrtum. Doch zur Zeit dieser Protesterklärung hatten sie sich noch nicht festgelegt.

Etliche Monate später reagierten die Calvinisten mit einer Gegenerklärung. Und so gelangen wir nun schließlich zu den 5 Punkten des Calvinismus. Folgendes stand in der Erklärung:

1. Weil die gesamte Menschheit in Adam gefallen und dadurch korrupt und unfähig geworden ist, zu glauben, zieht Gott aus der Verdammnis diejenigen heraus, die Er zur Errettung auserwählt hat und die anderen übergeht Er. – Sagt aber die Bibel nicht, dass Gott nicht will, dass irgendjemand verloren geht, sondern dass alle zur Buße finden? Warum hat Er dann nicht beschlossen, alle zu erretten?

2. Die Kinder von Gläubigen zählen, solange sie nicht das Gegenteil manifestieren, zu den Auserwählten Gottes. Gott hat bestimmt, dass Er denen Glauben und Ausharren schenken wird, die Er zur Erlösung vorgesehen hat. Bedingungslose Auserwählung, einschließlich deiner Kinder. Das hat zu der entsetzlichen Position der Kindertaufe in der reformierten Gemeinde geführt, wofür es keinen Beispielsfall in der Bibel gibt. Was hat Augustinus geglaubt? Tauft sie als Kinder! Warum? Um die Beschneidung des Alten Testaments zu erfüllen. Doch die Beschneidung war ein Zeichen für Israel. Die Taufe im Neuen Testament sollte nicht die Beschneidung erfüllen oder ersetzen. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge, die keine Verbindung zueinander haben. Und was passiert darum in den presbyterianischen und calvinistischen Gemeinden? Kleinkinder werden mit Wasser besprengt und zählen als Kinder Gottes. Meine Kinder sind in einem Pastorenhaushalt aufgewachsen, doch sie wurden erst Christen als sie Christus durch einen Akt des Glaubens als ihren persönlichen Herrn und Erlöser angenommen haben. Es war ihre Willensentscheidung und ich konnte sie nicht dazu zwingen. Der Heilige Geist hat an ihren Herzen gearbeitet und dann haben sie ihre Entscheidung getroffen.

3. Gott opferte Seinen Sohn Jesus Christus zum Tod am Kreuz um nur die Auserwählten zu erlösen.

4. Der Heilige Geist wirkt extern durch die Verkündigung des Evangeliums innerlich eine spezielle Gnadengabe nur im Herzen der Auserwählten und schenkt ihnen so die Kraft, zu glauben. Es ist unwiderstehliche Gnade. Sie können das Evangelium gar nicht ablehnen.

5. Die Auserwählten werden vom Heiligen Geist unterstützt und bewahrt, so dass sie ihren wahren Glauben auch nicht mehr verlieren können. Wahre Gläubige geben nicht achtlos den Begierden des Fleisches nach, sondern bewirken ihre Errettung in der Furcht des Herrn. Das ist die Ausdauer der Heiligen durch Werke als Nachweis.

Das sind die Glaubensgrundsätze des Calvinismus. Was geschah nun? Zunächst einmal gab es die große Synode von Dordrecht in den Niederlanden 1618/1619. Nachdem sie die Arminianer in einer komplizierten politischen Schlacht besiegt hatten, benutzten die Calvinisten ihre neu gefundene Autorität 1618 um ein Kirchenkonzil mit dem einzigen Zweck einzuberufen, den Calvinismus als die offizielle Lehre in den Niederlanden einzusetzen. Das Konzil übernahm Calvins 5 Punkte als Kanon der Kirche und legte fest, dass die Ablehnung des Kanons gleichzusetzen war mit der Ablehnung des Evangeliums. Nun wird es wirklich ernst. Das ist eine große Sache. Die Calvinisten kamen politisch an die Macht. Sie versammelten eine Gruppe aller Calvinisten um sich und sagten: „Entweder glaubst du, was wir glauben oder du glaubst das Evangelium nicht.“ Unter der Autorität des Staates wurden 200 arminianische Pastoren von ihrer Kanzel entfernt und viele ins Exil geschickt. Die Verfolgung von Arminianern wurde unvermindert bis 1625 fortgeführt. Vier der Hauptführer der arminianischen Sache erlitten traurige Konsequenzen für ihre Überzeugungen: der erste wurde verbannt und sein Besitz wurde konfisziert. Ein weiterer wurde verbannt. Der dritte wurde enthauptet. Leute, ist das der Geist von Jesus Christus? Kannst du das irgendwo in der Bibel finden? Der vierte wurde zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt, konnte jedoch später fliehen und wurde Außenminister Frankreichs.

Das Westminster Glaubensbekenntnis 1643 im englischen Parlament rief nach einer Versammlung von Kirchenführern um die Lehre der Kirche Englands zu systematisieren. England hatte zwischen dem römischen Katholizismus und dem Protestantismus geschwankt, doch 1643 hatte der Protestantismus die Oberhand gewonnen. Das Parlament, welches abstimmte und schließlich König Charles I hinrichtete, favorisierte den Calvinismus und kontrollierte die gesamte Versammlung. Hier beherrschte wieder die Politik die Religion. Tatsache ist, dass nur calvinistische Geistliche oder Prediger zu der Versammlung eingeladen worden waren. So ist es nicht überraschend, dass das Westminster Bekenntnis durch und durch calvinistisch ist. Andersgesinnte waren um der politischen Einheit in der Nation willen völlig zum Schweigen gebracht worden.

Ich bin nur aus einem Grund so ausführlich auf diese historischen Dinge eingegangen: um aufzuzeigen, wie der Calvinismus und der Kanon oder die 5 Punkte des Calvinismus sich so fest etablieren konnten. Sie wurden durch die Macht des Staates aufgerichtet und die Macht des Staates erzwang den Calvinismus, so dass alle andersgesinnten Stimmen zum Schweigen gebracht wurden und der Calvinismus alles beherrschte.

Was machten zu der Zeit die Baptisten? Sie predigten einfach das Evangelium von Jesus Christus. In Deutschland und England wurden sie auf grausame Weise verfolgt und so flohen sie nach Holland, wo ihnen weitere Verfolgung entgegenschlug und ihre Kinder von den weltlichen Kindern aus den Niederlanden verdorben wurden. Und so beschlossen sie, in die Neue Welt zu gehen. Und genau das taten sie. Die Menschen auf der Mayflower waren Anabaptisten. Ihr Pastor Robinson reiste nicht mit ihnen, sondern nur ein Assistenzpastor. Robinson kehrte, nachdem die Verfolgung etwas nachgelassen hatte, 1611 nach England zurück. Dort gründete er die erste Gemeinde in der Geschichte, in deren Namen die Vorsilbe „Ana“ fallengelassen wurde. Man behielt nur das Wort „Baptisten.“ Diese Gemeinde wurde 1611 in London vom Pastor der Pilgerväter gegründet.

Die Baptisten wurden also verfolgt. Sie waren nicht Teil dieser großen Debatten. Darum haben sie auch nie einheitlich eine Position von extremem Calvinismus oder Arminianismus angenommen. Ihre Haltung war: „Egal was Menschen lehren – unser Standard ist das Wort Gottes.“ Nun fragst du vielleicht: “Pastor, hast du alle Antworten zwischen diesen beiden Extremen?” Nein, die habe ich nicht. Doch ich glaube, wenn ich in den Himmel komme, wird Gott einen Bibelkurs anbieten und ich werde versuchen, einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen und wir werden diese Dinge gemeinsam lernen. Was tun wir bis dahin? Bis dahin gehen wir in alle Welt und predigen das Evangelium jeder Kreatur.

Die 5 Punkte des Calvinismus

Wir beginnen heute mit 1. Mose 3:6-13. Dort lesen wir:

1. Mose 3, 6-13
Als nun die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein wertvoller Baum wäre, weil er klug machte, da nahm sie von
dessen Frucht und aß und gab zugleich auch ihrem Mann davon, und er aß. Da wurden beider Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren; und sie banden Feigenblätter um und machten sich Schürzen. Und sie hörten die Stimme Gottes, des Herrn, der im Garten wandelte beim Wehen des Abendwindes; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist
du? Er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum verbarg ich mich! Da sprach er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, davon ich dir gebot, du sollst nicht davon essen? Da sprach der Mensch: Die Frau, das du mir zugesellt hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange verführte mich, dass ich aß!

In den Versen 14-21 lesen wir dann von Gottes Flüchen über den Menschen. Das ist die Geschichte über den Sündenfall des Menschen. Von diesem Punkt an stürzte die Menschheit in die Sünde. Adam und Eva wurden von Gott erschaffen und in den Garten gestellt. Sie waren moralisch neutral erschaffen worden und ihnen war eine Wahlmöglichkeit gegeben. Sie konnten sich entscheiden, entweder das Gute und Gehorsam gegenüber Gott oder das Böse und Rebellion gegen Gott zu wählen.

Diese Entscheidung war etwas, das sie aus ihrem eigenen, freien Willen heraus trafen. Gott hatte sie nicht darauf programmiert, die falsche Entscheidung zu treffen. Habt ihr das gehört? Der Calvinismus lehrt, dass Gott das getan hat. „Aber das würde doch bedeuten, dass Gott für die Sünde verantwortlich wäre!“ der extreme Calvinismus lehrt, dass Gott für die Sünde verantwortlich IST. Aber dazu kommen wir noch. Adam und Eva haben also die falsche Entscheidung getroffen. Adam als unser Stammvater stürzte die Menschheit in den sündhaften Zustand, in dem wir uns heute befinden. Das ist also die Geschichte, wie die Menschheit in ihren sündigen Zustand geriet, aus dem sie natürlich letztendlich von unserem Herrn Jesus Christus erlöst werden würde.

Wir beschäftigen uns jetzt mit dem ersten Punkt des Calvinismus: totale Verderbtheit.

Verderbtheit in unserer Vorstellung in evangelikalen oder fundamentalistischen Kreisen trägt den Gedanken der Sündhaftigkeit in sich. Ein verderbter Mensch ist ein sündhafter Mensch. Und es trägt auch den Gedanken in sich, einen Hang zur Sünde zu haben. „Aber in der Bibel steht, wie Adam die ganze Menschheit in die Sünde gestürzt hat. Und jetzt hast du gesagt, das Wort Verderbtheit bedeutet, sündhaft zu sein und einen Hang zur Sünde zu haben. Muss
man daraus nicht entnehmen, dass die Menschheit verderbt ist aufgrund ihres sündhaften Zustandes?“ Die Antwort darauf ist ein nachdrückliches „Ja“. Die Menschheit IST verderbt aufgrund ihres sündhaften Zustandes. „Dann stimmst du also mit dem ersten Punkt des Calvinismus überein?“ Die Antwort darauf ist ein nachdrückliches „Nein“. Denn so wie John Calvin und seine Anhänger das Wort Verderbtheit verstehen, ist es weitaus mehr als die Sündennatur des Menschen und seine selbst gewählte Sündhaftigkeit. Sie leugnen sogar, dass der Mensch überhaupt die Gelegenheit hat, diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen. Die Verderbtheit des Menschen wird von John Calvin und anderen zeitgenössischen Calvinisten als die völlige Unfähigkeit definiert, jemals eine richtige Wahl zu treffen oder sich für das Gute zu entscheiden. Und es gibt einen extremen Unterschied zwischen dem Konzept einer sündhaften Natur und völliger Unfähigkeit.

Die Irrtümer in den fünf Punkten des Calvinismus sind leicht zu identifizieren wenn man sie mit den Lehren der Bibel vergleicht. Einige der fünf Punkte mögen erscheinen als hätten sie eine biblische Grundlage, doch wir werden noch sehen, dass es allen fünf Punkten, wie sie von führenden Calvinisten gelehrt werden, an biblischem Fundament fehlt. Wir beginnen mit totaler Verderbtheit. Zunächst müssen wir wissen, was die Bibel dazu lehrt.

a) Die Bibel lehrt, dass der Mensch seit Adams Sündenfall im Garten Eden eine Sündennatur hat. (Das ist auch heute noch das Problem der Menschheit. Wir sind gefallene Geschöpfe. Wir sind keine Spezies, die sich zu einer immer höheren sozialen Ebene hin entwickelt. Wir sind nur einen Hauch davon entfernt, Barbaren zu sein. “Aber wir sind doch heutzutage so zivilisiert!” Es ist erstaunlich, wie schnell sich unsere “Zivilisation” und ihre Strukturen auflösen wenn Gesetzlosigkeit herrscht. Und wir haben das an einigen großen Tragödien in unserer amerikanischen Geschichte erlebt. Es ist erstaunlich, wie schnell Menschen zu den Gesetzen des Dschungels zurückkehren, ihnen die angeblichen Regeln der Zivilisation nichts mehr bedeuten und sie diese von sich werfen. Der Mensch ist nicht von Natur aus gut. Du kannst übrigens deine Kinder nicht richtig erziehen, wenn du glaubst, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Meine Kinder sind nicht von Natur aus gut. Mütter und Väter sollten damit sehr vorsichtig umgehen und ihre Kinder nicht verteidigen. Wenn sie etwas Falsches getan haben, sollten sie dafür auch bestraft werden. “Aber mein Kind würde nicht einmal im Traum daran denken, so etwas zu tun!“ Oh doch, das würde es.) Der Mensch ist ein gefallenes Geschöpf. Ansonsten würden wir keine Gesetze brauchen. Jeder würde automatisch immer das Richtige tun. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Die Menschheit fiel in Sünde als Adam Gott ungehorsam war. Das Neue Testament erklärt, dass Adams Übertretung auf alle Menschen übergegangen ist und dass seither alle Menschen von Natur aus Sünder sind. Römer 5,12 bestätigt das:

Römer 5, 12
Darum, gleichwie durch einen Menschen (Adam) die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurch gedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben…

Die Sünde betrat durch Adam diese Welt. Adam als der Repräsentant der Menschheit sündigte. Wir alle haben in Adam gesündigt. Und die Bibel lehrt, dass durch die Sünde der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist. Unser Hang zur Sünde wird bestens durch die Tatsache demonstriert, dass man keinem Kind beibringen muss, wie man lügt. Das lernen sie alle von ganz allein. Warum? Weil sie eine Sündennatur haben, einen Hang zur Sünde. Das ist es, was die Bibel dazu lehrt. In keiner Weise minimiert meine Ablehnung des ersten Punktes des Calvinismus meine Ansicht über die Sündhaftigkeit des Menschen.

b) Trotz der scheinbaren Tugend einzelner Menschen erklärt die Bibel, dass alle gesündigt haben und dass es in Wirklichkeit keine von Natur aus gerechte Person gibt. Es gibt nach menschlichem Maßstab anständige und moralische Menschen, doch sie erreichen nicht den Standard Gottes. Wir messen uns nicht aneinander, sondern an Gott. Und im Vergleich mit Gott bleibt selbst der Beste unter uns entsetzlich weit hinter dem vollkommenen Standard Gottes zurück. Diese Welt ist infiziert mit Sünde. Besonders tragisch ist dabei heutzutage, dass Sünde nicht mehr als Schande betrachtet wird, sondern dass man sie verherrlicht. Was Menschen früher peinlich gewesen wäre, wird heute öffentlich ausgelebt und das liegt in einem hohen Maß daran, das Christen nicht laut und deutlich zu diesen Dingen Stellung
bezogen haben. Die Bibel definiert Sünde als die Übertretung von Gottes Gesetz. Sünde ist auch der Mangel an der Herrlichkeit Gottes. Sünde ist das Abweichen von Gottes Wegen und das Verfolgen eigener Wege (Jesaja 53,6). Sünde beinhaltet nach 1. Johannes 5,17 auch alle Ungerechtigkeit. Wenn jemand seinen Verpflichtungen gegenüber Gott und Menschen nachkommt, ist er gerecht. Ungerechtigkeit ist also dann gegeben, wenn man es versäumt, seinen Verpflichtungen gegenüber Gott und Menschen nachzukommen. Und schließlich wird auch ein Mangel an Glauben als Sünde bezeichnet (Römer 14:23). Wir haben nun also einen Überblick darüber, wie allumfassend Sünde ist. Der Mensch ist also sowohl von Natur aus (als Folge von Adams Sündenfall) als auch durch eigene Entscheidung (als Folge willentlichen Sündigens durch Tun oder Unterlassen) ein Sünder. Doch diese biblische Sicht der Sündhaftigkeit des Menschen ist erst der Anfang von Calvins Lehre. Alles bisher Gesagte ist biblisch korrekt. Aber Calvin ist weit über das hinausgegangen, was die Bibel sagt. Der Calvinismus lehrt nicht nur, dass der Mensch sündhaft ist, sondern auch, dass er völlig unfähig ist, irgendetwas Richtiges zu tun, einschließlich des Glaubens des Evangeliums. Augustinus hat das gelehrt und Calvin hat es übernommen. Beide lehrten, dass das Evangelium wohl in der ganzen Welt jeder Kreatur verkündigt werden sollte, dass es jedoch keine Kreatur gäbe, die glauben könne. Niemand könne durch das Hören des Evangeliums in seinem Herzen den Glauben aufbauen, Christus für seine Erlösung zu vertrauen. Das sei absolut unmöglich und niemand in der Welt sei irgendeiner Form des Glaubens fähig. Es gibt nirgendwo in der Bibel einen Vers, der dieses Konzept stützen würde. Es ist eine logische Schlussfolgerung basierend auf dem Rest des theologischen Systems der Calvinisten.

c) Die Lehre der totalen Verderbtheit besagt gemäß der Synode von Dordrecht in den Niederlanden 1618/1619 (dort trafen sich die Calvinisten und fassten ihr Glaubenssystem gewissermaßen zusammen) dass der Mensch ohne die erneuernde Gnade des Heiligen Geistes weder fähig noch willig ist, zu Gott umzukehren oder sich verändern zu lassen. Ohne diese erneuernde Gnade ist niemand fähig, zu glauben. “Ich habe immer gedacht, man glaubt zuerst und wird danach wiedergeboren.” Du hast richtig gedacht. Du musst zuerst glauben. Doch der Calvinist sagt: “Nein, du kannst gar nicht glauben, wenn du nicht zuvor wiedergeboren worden bist.“ Sie glauben das wirklich und haben ganze Buchbände darüber geschrieben. Aber es ist unangebracht, von einer Person zu sagen, dass sie „unwillig“ ist, etwas zu tun, was sie gar nicht tun kann. Ich kann nicht fliegen wie ein Vogel, aber ich weiß nicht, ob ich willig wäre, wenn ich es könnte. Wenn ich zu etwas gar nicht in der Lage bin, wie kann ich dann sagen, ob ich willig bin, es zu tun oder nicht?!

Nach Dave Hunt ist

der Calvinismus sowohl der Absurdität als auch der Ungerechtigkeit schuldig. Indem er den Menschen der Buße und des Glaubens für unfähig erklärt, verdammt er ihn für seine mangelnde Buße und seinen fehlenden Glauben.

Das ist exakt das, was der Calvinismus tut. Ein bekannter Calvinist sagt: “Der Mensch ist zwar frei, sich Christus zuzuwenden, aber er ist dazu nicht in der Lage.“ Hier stehe ich also als Verkündiger des Evangeliums und dränge die Menschen, nach vorne zum Altar zu kommen und Christus als ihren Erlöser anzunehmen. Aber damit dränge ich sie zu etwas, was sie nach Aussage der Calvinisten gar nicht tun können. Darum machen sie in vielen dieser Gemeinden auch gar keine Altarrufe. Aber welchen Sinn soll es denn machen, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden wenn die Menschen von Natur aus gar nicht glauben können?

Obwohl die Bibel nie sagt, dass der Mensch unfähig ist, das Evangelium zu glauben, haben zwei führende Calvinisten ein ganzes Buch darüber geschrieben, in dem es heißt: „Die Bibel betont die totale Unfähigkeit des gefallenen Menschen, auf die Dinge Gottes zu reagieren.” Betont die Bibel das wirklich? Was ist mit der Einladung:

Jesaja 45, 22; Offenbarung 22, 17; Apostelgeschichte 2, 21
Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden  Und wen dürstet, der komme; wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst  Und es soll geschehen, dass jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird

Diese Verse der Bibel, die uns einladen, uns Gott zuzuwenden – weisen sie irgendwo auf unsere Unfähigkeit hin, uns Gott zuzuwenden? Wenn Gott in den so genannten „kleinen Propheten“ wieder und wieder sein Volk auffordert: Kehre um zu mir, oh Israel – spricht Gott da in den Wind? Bittet er um etwas, dessen sie gänzlich unfähig sind? Absolut nicht. Durch die ganze Bibel hindurch lädt Gott Menschen zu sich ein und es gibt nicht einen einzigen Hinweis irgendwo in der Bibel, der darauf schließen lassen würde, dass der Mensch unfähig ist, sich Gott zuzuwenden. Gott hat dich als ein freies moralisches Wesen erschaffen. Du hast einen freien Willen und kannst dich entweder für oder gegen Gott entscheiden. Wenn du dich für ihn entscheidest, bist du gerettet. Wenn du dich gegen ihn entscheidest, bist du verloren. Und für deine Ablehnung von Christus bist du persönlich verantwortlich. Niemand hat dich dazu gezwungen. Gott sitzt nicht im Himmel und denkt: “Ich denke, ich werde A die Fähigkeit schenken, zu glauben. Aber B werde ich diese Fähigkeit nicht schenken.” Das tut Gott nicht und hat es nie getan. Doch das ist genau das, was die Calvinisten lehren. Lass’ mich eine Frage stellen: Wenn der Mensch von Natur aus unfähig ist, sich Gott zuzuwenden, was für einen Sinn macht es dann, wenn ich ihm das Evangelium predige? Ich lüge ja, wenn ich zu B sage: „Wenn du dein Vertrauen auf Christus setzt, wirst du errettet.“ Und doch bin ich aufgefordert, das Evangelium zu predigen. Ich kann aber doch nicht wissen, ob die Person, mit der ich spreche, zu den „Auserwählten“ gehört. Und so würde ich ja einem Menschen etwas versprechen, der vielleicht nie Buße tun und das Evangelium glauben wird, weil er dazu gar nicht in der Lage ist. Finden wir einen einzigen Vers in der Bibel, der dies lehrt? Nein, nicht einen einzigen. Was hat Jesus gesagt?

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn…

Nicht ein einziger Vers der heiligen Schrift lehrt, dass es dem Menschen unmöglich ist, die Entscheidung zu treffen, sich Christus zuzuwenden. Aufgrund der angeblichen Unfähigkeit des Menschen, das Evangelium zu glauben, geht die Wiedergeburt nach Aussage der Calvinisten der Errettung voraus. Lasst uns einfach einmal annehmen, Paul sei einer der Auserwählten. Er kann allerdings nicht glauben, weil er von Natur aus diese Fähigkeit nicht hat. Peter hier drüben gehört nicht zu den Auserwählten. Er ist verloren. Aber weil Paul einer der Auserwählten ist, strömt ihm jetzt von Gott die Fähigkeit zu. Er wird erneuert oder wiedergeboren ehe er jemals auf Christus vertraut hat. Das ist genau das, was der Calvinismus lehrt. Sobald der Sünder wiedergeboren ist, ist er nun erstmals in der Lage, sich Jesus zuzuwenden und ihn um Erlösung zu bitten. Das ist bizarr. Der Calvinismus lehrt, dass du wiedergeboren bist bevor du errettet wirst. Ist diese Erfahrung der Wiedergeburt vor der Errettung etwas, das du spürst? Nein. Ist es etwas, wovon du weißt, dass du es hast? Nein. Ist es etwas, das durch die Verkündigung des Evangeliums geschieht? Nein. Es wird dir irgendwann geschenkt ohne dass du dir dessen bewusst bist. Sobald das geschehen ist, wirst du unvermeidlich irgendwann errettet. Du kannst das Evangelium gar nicht zurückweisen und „Nein“ dazu sagen. Lasst mich eine Frage stellen: Warum sollte Gott diese Gnadengabe nicht einfach jedem schenken, damit jeder errettet werden kann? Immerhin sagt die Bibel, dass Gott nicht möchte, dass irgendjemand verloren geht, sondern dass alle zur Buße gelangen.

R.C. Sproul sagt: “Ein Kardinalpunkt reformierter Theologie ist das Axiom, dass die Wiedergeburt dem Glauben vorausgeht.“ Da die totale Verderbtheit des Menschen die Wiedergeburt vor Glauben und Errettung erfordert, gehen einige Calvinisten davon aus, dass die Wiedergeburt in der Kindheit stattfindet. Diese Kinder sind dann also wiedergeboren ohne es zu wissen. Ich mache hier keine Witze. Es gibt da draußen ernsthafte Theologen, die das glauben! Dabei ist es eine Irrlehre ersten Ranges. Kleine Kinder sind nicht wiedergeboren. Hierher kommt im Übrigen zum Teil auch der “Taufbund”. Du kannst die Bibel von vorne bis hinten durchsuchen und wirst nicht eine einzige Begebenheit finden, wo ein Kind getauft worden wäre. Warum haben sie einen Taufbund? Wie der Calvinismus lehrt, dass die Kinder gläubiger Eltern automatisch zu den Auserwählten gehören. Und so werden sie kurz nach ihrer Geburt in die Bundesbeziehung mit Gott hinein getauft. R.C. Sproul schreibt: „Die reformierte Vorstellung der Vorherbestimmung lehrt, dass eine Person wiedergeboren werden muss bevor sie sich für Christus entscheiden kann. Man glaubt nicht erst und wird danach wiedergeboren.“ Oha! Und was ist mit dem Gefängnisaufseher in Philippi, der Paulus und Silas fragte:

Was muss ich tun um gerettet zu werden? Ihre Antwort: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!

Warum um alles in der Welt werden so viele Menschen von dieser calvinistischen Lehre angezogen? Sie hat eine gewisse intellektuelle Anziehungskraft, besonders auf Menschen mit einem höheren Bildungsstand. Doch für mich ist sie einfach nur unlogisch und vor allen Dingen unbiblisch.

Nach der Aussage von Jesus ist eine Weigerung des Menschen, sich Gott zuzuwenden, Folge seiner Unwilligkeit und nicht seiner Unfähigkeit:

Johannes 5, 40
Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.

Jesus weist hier seine Zuhörer zurecht. Wenn ich jemanden für etwas verantwortlich mache, was er sowieso nicht kann, bin ich ungerecht. Die Calvinisten machen Gott ungerecht. B kann nicht zu Gott kommen, weil er nicht zu den Auserwählten gehört. Und doch wird er aufgefordert, entweder Buße zu tun oder verloren zu gehen. Aber er kann doch gar nicht Buße tun. Er hat die Fähigkeit dazu nicht, weil ihm diese spezielle Gnade nicht geschenkt worden ist. Wie kann ich ihn denn für etwas verantwortlich machen, was er gar nicht tun kann? Das ist lächerlich. Wenn man den Gedanken des Calvinismus logisch weiterverfolgt ist jegliche Evangelisation reine Zeitverschwendung weil die große Mehrheit von Menschen sich sowieso nicht Gott zuwenden kann. Hier zitiere ich noch einmal R.C. Sproul:

Wenn einige Menschen nicht zur Erlösung auserwählt sind, hat es den Anschein, als wäre Gott ihnen gegenüber nicht allzu liebevoll. Es scheint als wäre es sogar liebevoller von Gott gewesen, wenn er nie zugelassen hätte, dass sie überhaupt geboren werden. Das mag in der Tat der Fall sein.

Dieser Gott des Calvinismus ist nicht der Gott der Bibel. Das Evangelium ist per Definition „gute Nachricht“. Doch das Evangelium des Calvinismus ist nur für die Auserwählten eine gute Nachricht. Für alle anderen ist es ein Todesurteil und ewige Verdammnis. Und Calvinisten setzen den Calvinismus auch oft mit dem Evangelium gleich. Aber das Evangelium ist: auf dass jeder, der an ihn (Jesus Christus) glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe… Jede Lehre, die das “jeder” aus deiner Bibel nimmt, sollte man direkt in den Mülleimer verbannen, denn sie ist nicht biblisch. Es gibt niemanden in dieser Welt, der nicht errettet werden kann indem er seinen Glauben und sein Vertrauen auf Jesus Christus richtet.

Nach Johannes 12:32 werden wo auch immer das Evangelium verkündet wird, alle Menschen zu Christus gezogen. Einige werden dem natürlich Widerstand leisten und “Nein” dazu sagen (und das führt zu ihrer ewigen Verdammnis wenn sie diese Haltung beibehalten und in diesem Zustand sterben), aber alle haben die Gelegenheit und Fähigkeit, zu glauben. Bei Gott ist kein Ansehen der Person. Apostelgeschichte 17:24-28 lehrt deutlich, dass es Gottes Wunsch ist, dass alle gerettet werden.

Gründlicher unter die Lupe genommen

Heute werden wir uns den Punkt ansehen, den die Calvinisten “Bedingungslose Erwählung” nennen. Wir schlagen dazu Johannes 3:14-17 auf:

Johannes 3, 14-17
Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch des Menschen Sohn erhöht werden, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

Beachte, dass die Bedingung für ewiges Leben lautet: jeder, der an ihn glaubt. Aus dieser Schriftstelle können wir mehrere Dinge entnehmen, schon wenn wir sie uns nur rein oberflächlich ansehen. Zum einen: Es ist Gottes Wunsch, die ganze Welt zu erretten. Christus ist gekommen um die ganze Welt zu erlösen. Aber nicht die ganze Welt wird erlöst. Es gibt zwar Menschen, die das lehren, aber das ist Universalismus und das ist ebenfalls eine gefährliche Lehre. Die Vertreter dieser Richtung schreiben Bücher, in denen es heißt, dass letztendlich jeder, der jemals auf der Ede gelebt hat, gerettet wird und dass es keine Hölle gibt. Demnach ist Hitler heute im Himmel. Was für eine Gerechtigkeit ist das? Die Autoren solcher Bücher leugnen das Blutopfer von Jesus Christus und behaupten, Gott verlange kein Blutopfer für Sündenvergebung.

Moment mal. Die Bibel sagt, dass es ohne Blutvergießen keine Sündenvergebung gibt. Die Strafe für unsere Sünde ist der Tod. Der Lohn der Sünde ist der Tod. Diese Autoren untergraben mit ihrer Feder biblische Lehre und sind von biblischer Lehre abgefallen. Sie befinden sich in tiefem, gravierendem Irrtum, dem Irrtum des Universalismus. Einer dieser Autoren sagt in seinem Buch: “Ich wurde errettet als ich ein kleiner Junge war, aber ich bin mir nicht sicher, ob das nötig gewesen wäre.“ Egal was da passiert ist als er ein kleiner Junge war und welche Art von Bekenntnis er da gemacht hat – er verleugnet fundamentale Lehre und von einer derartigen Denkweise würde ich mich weit distanzieren.

Punkt eins wäre also, dass Christus gekommen ist um die ganze Welt zu erretten. Gott ist ein Gott der Liebe, das war also seine Motivation, und die Bedingung für Erlösung ist Glauben. Du kannst nicht getrennt von einem persönlichen Glauben an Jesus Christus als Erlöser gerettet werden. Erlösung gibt es nur auf diesem Weg. Es ist Glaube an Christus und Christus allein, der rettet. Dem darf nichts hinzugefügt werden. Nicht Glauben an Jesus Christus plus Taufe. Nicht Glauben an Jesus Christus plus Katechismus. Oder Glauben an Jesus Christus plus Gemeindemitgliedschaft. Nein. All das ist ein anderes Evangelium. Jesus Christus ist der einzige Weg zum Himmel. Ich glaube und vertraue einzig und allein auf ihn, nicht auf irgendetwas, was ich getan habe oder ein kirchliches Sakrament oder gute
Werke. All das sind Dinge, die schon ein Grundschüler aus dieser Passage herauslesen kann.

Jetzt möchte ich über eine zerstörerische Lehre reden, die arglosen Menschen aufgetischt wird und die in biblischer Terminologie daherkommt und doch keinerlei Grundlage in der Bibel hat. Es ist der zweite Punkt des Calvinismus: bedingungslose Erwählung. Calvinisten sagen, dass diese Lehre logisch ihrer Lehre über die totale Verderbtheit folgen muss, die sie als eine totale Unfähigkeit definieren. Führende Calvinisten sagen: “Kein Mensch kann jemals von sich behaupten, calvinistisch oder reformiert zu sein ohne eine feste und bleibende Hingabe an diese kostbare Wahrheit”, und dabei sprechen sie von der bedingungslosen Erwählung. Wir wollen deshalb untersuchen, was der Calvinist meint, wenn er bedingungslose Erwählung verkündet. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als junger Mann einen Prediger über dieses Thema lehren hörte. Auf einen kurzen Nenner gebracht bedeutet diese Lehre, dass Gott einige Menschen dazu auserwählt, gerettet zu werden und einige dazu auserwählt, verdammt zu werden. Einige sind schon seit der vergangenen Ewigkeit zur Erlösung vorherbestimmt worden und andere zur Verdammnis und niemand kann irgendetwas daran ändern. Als ich damals diesem brillanten Professor zuhörte und erstmals mit dieser Lehre in Kontakt kam, war ich noch nicht sehr lange errettet, aber das Ganze ging mir gleich gegen den Strich. Ich konnte damals noch nicht erklären, warum das so war, aber es ging mir einfach gegen den Strich. Ich konnte das irgendwie nicht annehmen. Und dann sagte dieser Professor:

Doch geht jetzt nicht hin und erzählt das euren unerretteten Freunden. Das ist eine Lehre, die in der Familie bleibt. Die Unerlösten würden das gar nicht verstehen. Glaubt es einfach nur in eurem Herzen. Aber sprecht nicht darüber. Das ist eine innerfamiliäre Angelegenheit.

In den meisten Fällen handelt es sich bei irgendwelchen Familiengeheimnissen um schmutzige Geheimnisse. Da haben Leute eine Leiche im Keller, die nicht öffentlich sichtbar werden soll. Und genauso hat dieser Mann diese Lehre präsentiert. Denn für jeden Menschen mit einem Funken gesundem Menschenverstand macht das keinen Sinn. Und darüber hinaus ist es auch noch unbiblisch.

In den Lehrsätzen der Synode von Dordrecht heißt es:

Die unveränderliche Absicht Gottes, in der er vor Grundlegung der Welt aus reiner Gnade nach dem souveränen Wohlgefallen seines eigenen Willens aus der ganzen Menschheit eine bestimmte Anzahl an Personen zur Erlösung in Christus auserwählt hat…

Nun, das ist eine offizielle calvinistische Erklärung. Das bedeutet, dass bestimmte andere Personen nicht auserwählt wurden. Warum wurden sie nicht auserwählt? Ich weiß es nicht. Diese Verse, die ich vor ein paar Minuten vorgelesen habe, sagen doch deutlich, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen, eingeborenen Sohn gab, damit, wer auch immer an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Gott hat die Welt geliebt. Gott ist besorgt um die Welt. Gott möchte nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht, sondern dass alle zur Buße finden. Gott geht es um jeden einzelnen verlorenen Sünder. Doch nach dieser Synode wurde festgelegt, dass Gott nur ein paar Auserwählte für die Erlösung vorherbestimmt hat und der Rest ist folglich der Verdammnis überlassen. Andere, noch deutlichere Aussagen calvinistischer Lehre besagen auch genau das. Der Gedanke der bedingungslosen Erwählung besagt auch, dass die auserwählte Person absolut kein Mitspracherecht in der Angelegenheit hat. Das ist lächerlich.

Solch ein striktes Verständnis der Erwählung gerät natürlich in Konflikt mit der völligen Unfähigkeit des Menschen, auf das Evangelium zu reagieren. Hier die daraus folgende Logik der Calvinisten: Wenn der Mensch völlig unfähig ist, von sich aus Christus als seinen Erlöser anzunehmen, muss Gott dafür sorgen, dass die Reaktion im Herzen des Menschen stattfindet. Der Mensch kann ja nichts daran ändern. Also muss Gott etwas tun, damit der Mensch zu jemandem wird, der willig auf das Evangelium eingeht. An dieser Stelle kommt die Lehre der Calvinisten ins Spiel, dass man wiedergeboren werden muss bevor man errettet werden kann. Genau das lehrt die reformierte Theologie. Der Mensch ist unfähig, sich Christus zuzuwenden, doch Gott tut etwas, wodurch er wiedergeboren wird ohne dass er es überhaupt weiß. Und plötzlich ist er in der Lage, die Botschaft des Evangeliums anzunehmen. Wie legt Gott fest, wen er dazu befähigt und wen nicht? Nun, er hat sie vor Grundlegung der Welt schon auserwählt und der Rest ist nicht in der Lage, sich Christus zuzuwenden. Sie könnten nicht gerettet werden wenn sie es wollten, weil sie einfach nicht die Fähigkeit dazu haben. Lehrt die Bibel das? Nein! Das ist nicht in der Bibel zu finden. Der Calvinismus ist ein System, das auf logischen Annahmen basiert. Das Problem daran ist – das ganze Fundament ist fehlerhaft und dann wird eine logische Annahme nach der anderen darauf aufgebaut.

Schon einmal gleich vorweg: nichts, was dermaßen kompliziert ist, stammt aus der Bibel. Die Calvinisten behaupten, der Calvinismus selbst sei das Evangelium. Wenn das stimmen würde, warum ist es dann so schwer zu verstehen? Warum muss man fortwährend mentale Gymnastik betreiben um selbst die Grundlagen zu verstehen? Der Teufel drängt uns von Schlichtheit zu Komplexität. Übrigens wurde John Calvin selbst von einigen Leuten bezüglich verschiedener Punkte seiner Lehre herausgefordert. Weißt du, was Calvin tat wenn er in solchen Diskussionen in die Ecke gedrängt wurde? Er brachte einen Einwand – und es war etwas, was Augustinus gesagt hatte. Er sagte nicht: „Nun, die Bibel sagt…“ Er sagte: „Nein, an diesem Punkt sagt Augustinus…“ Tut mir leid, aber ich halte mich an die Bibel. Es ist mir egal, was Augustinus zu sagen hatte. Manchmal werde ich gefragt: “Hast du je die Werke von Augustinus gelesen?” Nein. Ich habe mit der Bibel allein genug zu tun. Ich lasse lieber den Heiligen Geist mich direkt aus Gottes Wort lehren. Augustinus ist schon vor langer Zeit gestorben und vielleicht in den Himmel gegangen. Ich weiß es nicht. Sein Konzept vom Evangelium war jedenfalls schon sehr seltsam. Nach seiner Definition ist bedingungslose Erwählung die logische Folge der calvinistischen Auffassung von Gottes Souveränität. Zur Erinnerung: Die Calvinisten glauben, dass Gott alles vorherbestimmt hat, was in der Welt geschieht. Alles, was in der Welt passiert, ist von Gott programmiert, angeordnet und beschlossen worden und so ist jedes kleine Detail des menschlichen Lebens von Gott vorherbestimmt worden, bis hin in die kleinsten Einzelheiten. Weißt du, welche andere Religion genau dasselbe glaubt? Der Islam. Der Fatalismus des Islam. Tatsache ist, dass Lorraine Boettner in seinem klassischen Werk The doctrine of predestination in the reformed faith in der Einleitung den Islam als eine Autorität und einen Prototyp des Calvinismus anspricht. Was??? Mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich verstehe das nicht. Angesicht eines so fehlerhaften Konzepts würde ich eher sagen: “Wenn der Islam das glaubt, glaube ich es wahrscheinlich eher nicht.“ Denn man muss bedenken, wer der Urheber des Islam ist – der Teufel persönlich. Daher würden wir das geradeheraus ablehnen. Aber Boettner hat in seinem Buch beschlossen, diesen Punkt zu verherrlichen. Nun, ist der Calvinismus eine Art Fatalismus? Ja, das ist er. Höre dir die folgende Aussage von Palmer an, einem hingegebenen Calvinisten:

Alle Dinge, die in der Welt geschehen, zu jeder Zeit und durch die gesamte Geschichte hindurch, ob mit anorganischer Materie, der Vegetation, Tieren, Menschen oder Engeln, sowohl guten als auch bösen, kommt zustande weil Gott es angeordnet hat, sogar Sünde.

Ich weiß, dass dir das die Sprache verschlägt, aber das glaubt dieser Mann, der angeblich ein Christ ist. Sogar Sünde. Der Sturz des Teufels aus dem Himmel. Der Sündenfall Adams und jeder böse Gedanke, jedes böse Wort, jede böse Tat in der gesamten Geschichte – einschließlich der schlimmsten Sünde von allen, Judas’ Verrat von Christus – all das ist eingeschlossen in der ewigen Anordnung unseres heiligen Gottes! Das ist Gotteslästerung. Jesus Christus ist nicht der Urheber von Sünde. Nach Palmer hat Gott jeden abscheulichen Gedanken vorherbestimmt, der mir durch den Kopf schießt. Ich bin dennoch gemäß dem Calvinismus in gewisser Hinsicht verantwortlich dafür, doch das wird nie näher erklärt. Aber Gott hat alles in Bezug auf mich programmiert, selbst meine bösen Gedanken sind von ihm geplant. Es gibt nicht einen einzigen Vers in der Bibel, der das sagt. Ich bin verantwortlich für das, was ich denke. Wie kann es jemand wagen, den Namen unseres Gottes zu beflecken indem er sagt, er sei verantwortlich für ein Sündenproblem? Ich bin verantwortlich für meine Sünde und ich schaudere angesichts einer so achtlosen, unbiblischen Aussage. Gott ist nicht der Urheber von Sünde. Gott hasst Sünde. Gott zwingt mich nicht, zu sündigen. Wenn ich sündige, dann geschieht es aus meinem eigenen, freien Willen heraus. Gott hat nicht in der vergangenen Ewigkeit geplant, dass ich sündigen würde, dass der Mensch Abtreibungen vornimmt und dass die Pornoindustrie unsere Nation verwüstet! Das gehört nicht zu den Anordnungen Gottes. Ist Gott souverän und hat er alles unter Kontrolle? Ja. Eines Tages wird Jesus Christus herrschen. Doch bis dahin ist es dem Menschen gestattet, seinen eigenen Weg zu wählen, seinen eigenen, freien Willen zu benutzen und die Konsequenzen der Sünde zu erleiden – was immer der Tod ist. Dieses ganze Konzept der bedingungslosen Erwählung rührt von einer unausgewogenen Betonung von Gottes Souveränität her. Gott weiß zwar im Voraus schon von jeder Sünde, aber er hat sie nicht vorherbestimmt. Das ist Irrlehre. So etwas tut Gott nicht. Aber die Argumentation der Calvinisten ist diese: „Gott kann nur dann schon im Voraus wissen, was geschehen wird, wenn er es vorher angeordnet hat.” Calvins Gott ist aber mächtig klein. Mein Gott musste mich nicht programmieren um zu wissen, dass ich etwas Bestimmtes tun würde. Gott wusste, das ich diese Serie über den Calvinismus halten würde. Gott wusste, was ich aus meinem eigenen, freien Willen heraus beschließen würde. Er musste mich nicht dazu zwingen um zu wissen, was ich tun würde. Wenn ich an meinem Computer arbeite kann ich anhand dessen, was ich in den Computer eingebe, eine bestimmte Reaktion von dem Computer erwarten. Aber ich kann nicht sagen, dass ich immer und in jedem Fall weiß, was der Computer machen wird. Warum? Weil ich ein Mensch bin. Gott weiß alles, was ich tun werde. Aber er brauchte mich nicht zu programmieren um es zu wissen. Er weiß es immer, lange bevor es überhaupt geschehen ist. Warum? Weil er Gott ist. Er ist allwissend. Gott musste das Drehbuch nicht im Voraus schreiben um das Ergebnis zu kennen. Er kannte das Ergebnis bevor das Drehbuch je geschrieben wurde.

Calvin begann mit dem Schreiben des Werkes Unterricht in der christlichen Religion als er 21 Jahre alt war und noch auf der Gehaltsliste des Papstes stand. Zu der Zeit, als er dieses Werk verfasste, war er aktiv damit beschäftigt, junge Mädchen in Nonnenklöster zu schicken damit sie dort zu Dienerinnen der römisch-katholischen Kirche würden. Und du meinst, dass er in seiner Theologie auf Kurs war? Nein. Er hatte sie von Augustinus übernommen. Das sagt er selbst in seinem Buch immer wieder. Der Gedanke, dass Gott der Urheber von Bösem ist und dass das Böse in dieser Welt geschieht, weil Gott es so angeordnet hat, stößt jeden zivilisierten Menschen ab. Wir sind vor Entsetzen zurückgewichen als wir nach den Ereignissen des 11. September 2001 die Bilder von Osama Bin Laden sahen, der sich zu Boden beugte und Allah für den erfolgreichen Ausgang dieser Aktion pries. Wir waren entsetzt. Wir waren entsetzt darüber, das jemand irgendeinem Gott die mörderische Tötung Tausender Menschen in diesem erschreckenden Inferno zuschrieb. Calvin hätte dazu dasselbe gesagt wie die Führer des Islam. Das ist der Gipfel der Verwirrung. “Nun, Pastor, das liegt nur daran, dass es über unser intellektuelles Vermögen hinausgeht, das zu verstehen.” Das glaube ich nicht. Mein Pastor, ein sehr gebildeter Mann, hat mir einen der nützlichsten Merksätze mit auf den Weg gegeben, den ich jemals gehört habe und ich habe ihn mir oft in Erinnerung gerufen: Hüte dich vor Leuten, die über ihre Intelligenz hinaus gebildet sind. So etwas ist hier offenbar der Fall.

Der Begriff “bedingungslose Erwählung” drückt nicht nur Gottes Wahl bezüglich der Erlösung des Menschen aus, sondern durch ihn leugnen Calvinisten auch jegliche Bedingungen seitens des Menschen bezüglich seiner Errettung. Das Konzept der Erwählung der Calvinisten sagt zu den noch nicht wiedergeborenen Auserwählten: „Macht euch keine Sorgen. Eure Verderbtheit ist kein Hindernis für eure Erlösung.” Und zu den nicht Auserwählten: “Zu schade. Ihr seid nicht für Erlösung vorherbestimmt, sondern für Verdammnis.” Wie gefällt dir das? Überhaupt keine Bedingungen. Der Calvinist glaubt, dass eine Person, die zu den Auserwählten gehört, das Evangelium glauben wird. Gott sorgt dafür, dass sie es glaubt. Das verdammt somit die große Mehrheit der Menschen in dieser Welt heute zu hoffnungsloser Verlorenheit. So kalt das auch klingt, es ist genau das, was dieses Konzept lehrt. Der populäre Autor und Prediger R.C. Sproul erklärt:

Der Begriff der Erwählung bezieht sich speziell auf einen Aspekt göttlicher Vorherbestimmung: Gottes Auswahl bestimmter Einzelpersonen zur Erlösung. Indem man die Erwählung von etwas abhängig macht, was der Mensch tut – selbst wenn er einfach nur Buße tut und das Evangelium glaubt – wird Gottes Gnade ernsthaft kompromittiert.

Dr. Sproul sagt hier, die Errettung von Buße und Glauben abhängig zu machen, kompromittiere die Gnade Gottes. Wozu dann überhaupt noch einen Bekehrungsaufruf machen? Hat irgendjemand von diesen Leuten kürzlich seine Bibel aufgeschlagen?

Was muss ich tun, um errettet zu werden?

lautet die von vollkommener Ahnungslosigkeit gekennzeichnete Frage des Gefängniswärters in Philippi. Hat Paulus geantwortet: “Nun, ich bin mir nicht sicher, ob du errettet werden kannst, weil ich ja nicht weiß, ob du wiedergeboren bist. Ich bin mir nicht sicher, ob du errettet werden kannst, aber falls ja, dann ist das alles ein Resultat der Tatsache, dass du schon vor Grundlegung der Welt dazu vorherbestimmt worden bist und in dem Fall wirst du auf jeden Fall errettet werden, ob du nun etwas tust oder nicht, denn schließlich geschieht das alles nur aus Gnade. Du bist also entweder erlöst oder verloren. Wenn Gott dich auserwählt hat, kannst du nichts daran ändern“? Hat Paulus sich in ausschweifende, calvinistische Erläuterungen begeben? Nein. Was hat er gesagt?

Glaube an den Herrn Jesus Christus.

Warum sagt dann R.C. Sproul etwas so Lächerliches? Weil Calvinisten glauben, das Glauben in sich selbst schon ein Werk ist. Ich werde in einem Augenblick anhand der Bibel aufzeigen, dass dies nicht der Fall ist. Dave Hunt fasst die calvinistische Lehre der bedingungslosen Erwählung wie folgt zusammen:

Der Calvinismus schlussfolgert, dass Gott schon in der ewigen Vergangenheit vorherbestimmt hat, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis essen würden und hat ihnen dann verboten, davon zu essen – so dass er sie dafür bestrafen konnte, dass sie getan haben, wozu er sie vorherbestimmt und veranlasst hat. Danach rettet er durch die bedingungslose Erwählung ein paar von ihren Nachkommen um seine Gnade zu demonstrieren.

Spielt Gott mit den Menschen irgendwelche Spielchen? Nein. Der Mensch hat gegen Gott rebelliert. Der Mensch hatte die Wahl. Hätte Adam sich entscheiden können, nicht von der Frucht des Baumes zu essen? Ja, er hatte einen freien Willen. Nun, hat Gott gewusst, dass Adam von der Frucht essen würde? Natürlich hat Gott das gewusst. Und weil Gott es wusste, hatte er einen Rettungsplan. Wenn Gott und ich zusammen Schach spielen würden, würde ich dabei meine eigenen Züge machen. Gott muss meine Hand und meine Züge nicht vorherbestimmen und zwingen. Das macht er nicht. Er hat mir einen freien Willen gegeben. Ich mache meine eigenen Züge. Rate mal, wer gewinnen wird? Gott. Warum? Weil er meine Züge schon kennt bevor ich sie mache. Aber er hat meine Hand an keinem Punkt gezwungen. Aber er gewinnt jedes Mal, weil er meine Züge im Voraus kennt. Das ist die beste Illustration der Souveränität Gottes, die mir einfällt. Darüber hinaus zu gehen bedeutet, über die Bibel hinaus zu gehen.

Selbst König James I brachte seine Verachtung gegenüber der Lehre der bedingungslosen Erwählung zum Ausdruck, wie sie von der Synode in Dordrecht definiert worden war: “Diese Lehre ist so schrecklich, dass ich davon überzeugt bin, wenn es eine Ratsversammlung unreiner Geister in der Hölle gäbe und ihr Fürst, der Teufel, sie nach dem ihrer Meinung nach am besten geeigneten Mittel fragen würde, um den Hass des Menschen gegen Gott, seinen Schöpfer, anzustacheln, könnten sie sich nichts einfallen lassen was diesem Zweck besser dienen würde oder eine größere Beleidigung der Liebe Gottes zur Menschheit darstellen könnte als der berüchtigte Beschluss dieser Synode.” Wurden diese Lehren von der Gemeinde aller Zeitalter akzeptiert? Nein. Darum ist Vorsicht angebracht. Manchmal meinen wir, nur weil weite Teile des Leibes eine Lehre angenommen haben, seien sie biblisch sauber. Aber das ist nicht unbedingt der Fall.

Hier nun die Lehre der Bibel:

1. Erlösung steht allen Menschen zur Verfügung (Johannes 3:16-17)

2. Johannes 1,29 besagt, dass Jesus für die Sünden der ganzen Welt gekommen ist. Nicht die ganze Welt wird errettet werden, doch die ganze Welt hat das Potenzial, errettet zu werden. Es wird niemand auf dieser Welt geboren, der nicht errettet werden kann.

3. In 1. Johannes 2:2 heißt es, dass Christus das Sühneopfer für die Sünden der ganzen Welt ist.

4. Nirgendwo sagt die Bibel, dass Gott nicht die Errettung aller wünscht.

5. In 1. Timotheus 2:4-6 besagt auch, dass Gott nicht möchte, dass auch nur ein Mensch verloren geht. Wenn Gott Menschen dahingehend programmieren würde, dass sie ihn Lieben, wäre das keine wahre Liebe. Doch wir sind im Ebenbild Gottes erschaffen und daher mit einem freien Willen ausgestattet, uns entweder für oder gegen ihn zu entscheiden. Und das Herz Gottes ist außer sich vor Freude, wenn wir uns dafür entscheiden, ihn zu lieben.

6. Im Englischen kommt das Wort whosoever (deutsch: „wer auch immer“, im Deutschen steht dort meist „jeder“) 183 Mal in 163 Versen der Bibel vor und es bedeutet jedes Mal „wer auch immer“. Das Wort findet sich sowohl in den Warnungen als auch in den Verheißungen der Bibel und meint immer „wer auch immer“. In Römer 10,13 steht zum Beispiel:

BIBELSTELLE
denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.

Wenn du an die Lehren von Johannes Calvin glaubst, musst du jedes „wer auch immer“ bezüglich Errettung durch die Worte „die Auserwählten“ ersetzen.

7. Erlösung ist abhängig von der Reaktion des Menschen auf das Evangelium. Um die Gnade Gottes zu betonen definieren die Calvinisten sogar Glauben als ein Werk, das Gottes Gnade kompromittiert. Die Argumentation ist, da ja Errettung allein aus Gnade erfolgt, kann Gott nichts vom Menschen erwarten, nicht einmal Glauben, um diese Errettung zu aktivieren. Eine derartige Logik basiert jedoch auf einer falschen Anwendung der biblischen Definitionen von Werken und Glauben. Die Bibel erklärt, dass Werke und Glauben zwei Prinzipien sind, die sich gegenseitig ausschließen. Glauben ist daher gemäß der Bibel kein Werk. Glauben ist das, was ich tue, um Christus anzunehmen. Ich setze mein Vertrauen in den Herrn Jesus Christus und werde erlöst. Nun, wenn ein Mensch an Christus glaubt, wird sich das in seinen guten Werken zeigen: Denn wir sind sein Werk, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. (Epheser 2:10) Doch nach biblischer Definition ist Glauben kein Werk. Die Taufe ist ein Werk. Der Gottesdienstbesuch ist ein Werk. Und nichts davon kann dich erretten.

Johannes 1, 12; Apg. 16, 31; Joh. 6, 40; 5, 24; Gal. 3, 22
 denn wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden …Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben …  Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus! … Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage … Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben durchgedrungen … Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus denen gegeben würde, die da glauben.

 

Nun, was meint denn die Bibel, wenn sie an manchen Stellen sagt, dass Gott Dinge vorherbestimmt hat? Bitte studiere dieses Wort, wie es im Neuen Testament verwendet wird. Du wirst es nie im Zusammenhang mit Erlösung finden, sondern vielmehr in Bezug auf Dinge, die über die Erlösung hinausgehen. Die Heiligen sind beispielsweise zu guten Werken vorherbestimmt. Die Erlösten sind zur Sohnschaft vorherbestimmt, zu ihrer Stellung als Söhne und Töchter Gottes in Christus. Aber nicht ein einziges Mal ist irgendwo von Vorherbestimmung zur Errettung die Rede. Aber wer sind die Auserwählten? Auch dieses Wort kommt einige Male im Neuen Testament vor. Wer sind sie? Es sind all jene, die ihr Vertrauen in Jesus Christus setzen. Israel war als Nation auserwählt. Wurde ganz Israel errettet? Nein. Die wahren Kinder Abrahams sind Kinder aus Glauben. Die Bedingung, um ein Kind Abrahams zu sein – ob nun als Jude unter dem Alten Bund oder als Mitglied der Gemeinde, eingepfropft in diesen Ölbaum des Glaubens – ist immer Glauben. Und Glauben ist kein Werk. Wer sind also die Auserwählten? Alle, die die Gottes Botschaft des Evangeliums glauben und erlöst worden sind.

Begrenztes Sühneopfer

Der nächste Punkt des Calvinismus, den wir uns ansehen wollen, ist das begrenzte Sühneopfer. Ist Christus für die ganze Welt gestorben? Wie effektiv ist das Sühneopfer von Christus, welches Ausmaß hat es?

Es gibt einen ganzen Zweig des bekennenden Christentums, der nicht nur nicht glaubt, dass Christus für die ganze Welt gestorben ist, sondern sogar fest davon überzeugt ist, dass Christus nur für ein paar Auserwählte gestorben ist und dass das Blut von Jesus Christus nur für einige wenige Auserwählte effektiv ist. In 1. Johannes 2:1-2 lesen wir:

1. Johannes 2, 1.2
Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Gott stellt uns hier ein Ideal vor. Das Ideal ist, dass Christen nicht sündigen. Aber dann fügt er schnell an:

1. Johannes 2, 1.2
Wenn aber jemand sündigt …,

denn das ist nun mal leider immer noch unser Los im Leben, dass uns das passiert. Das Wort Sühneopfer in Vers 2 bedeutet Zufriedenstellung. Es bedeutet, dass der Zorn Gottes nur durch das Opfer von Jesus besänftigt werden kann. Der allmächtige Gott ist in seinem Zorn nur durch das Opfer zufrieden zu stellen, welches Christus am Kreuz von Golgatha gebracht hat. Nichts anderes kann Gott befriedigen. Gott hat immer ein Blutopfer verlangt. Ohne Blutvergießen gibt es keine Sündenvergebung. Doch der Schreiber des Hebräerbriefes sagt uns, dass es nicht durch das Blut von Böcken und Stieren geschah. Dieses konnte die Sünde nicht auslöschen, es konnte sie nur vorübergehend bedecken. Doch durch das Sühneopfer von Christus ist der allmächtige Gott zufrieden gestellt worden.

Lasst uns Vers 2 noch einmal in seiner Gesamtheit lesen:

1. Johannes 2, 2
und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Hier steht es. Es ist doch ganz offensichtlich, oder nicht? Wie kommen die Calvinisten an diesem Bibelvers vorbei? Ich war verblüfft als ich die Veränderung der Definitionen studiert habe, wie bestimmte Worte auf einmal nicht mehr bedeuten, was sie aussagen, sondern eine ganz andere Bedeutung annehmen. Es hat mich erstaunt, was John Piper, einer der bekanntesten Vertreter der Calvinisten, mit diesem Vers gemacht hat. Er leugnet vollkommen seine Wahrheit und sagt, “die ganze Welt” bedeute nur die Welt der Menschen, die dazu vorherbestimmt wurden, gerettet zu werden. Gott hat in der ewigen Vergangenheit festgelegt, wer zu den Auserwählten gehört und letztendlich gerettet wird und wer zu denen gehört, die verdammt sind. Da das alles schon seit der ewigen Vergangenheit feststeht, habe es für Christus ja keinen Grund gegeben, für die Sünden der ganzen Welt zu sterben. Der Calvinist sagt, Jesus sei nicht für die Sünden der ganzen Welt gestorben. Er starb nicht für die Sünden der fiktiven Person A weil A nicht zu den Auserwählten gehört. Christus starb nur für die Auserwählten und für die Gemeinde. Das ist im Grunde ihre Lehre. Und das ist eine Irrlehre ersten Ranges.

Wie wir bereits gesehen haben, limitiert der Calvinismus die Liebe Gottes indem er vorgibt, dass Gott beschlossen hat, nur wenige Menschen zu retten und den Rest zu verdammen. Diesen Punkt zu akzeptieren führt logisch weiter zu der Vorstellung, dass Christus nicht für die Sünden der ganzen Welt gestorben, sondern nur für die Sünden der Auserwählten. Calvin sagte: “Es sind nicht alle unter gleichen Bedingungen erschaffen, sondern einige sind zu ewigem Leben vorherbestimmt und andere zur ewigen Verdammnis.” Basierend darauf haben sie sich das Konzept des begrenzten Sühneopfers zusammengebraut. Viele erklärte Calvinisten sagen, sie seien 4-Punkte-Calvinisten und sie klammern den Punkt des begrenzten Sühneopfers als unnötig aus weil sie das Konzept des begrenzten Sühneopfers ablehnen. Es ist zu offensichtlich, dass es nicht in der Bibel vorkommt. Doch die echten 5-Punkte-Calvinisten akzeptieren das Konzept des begrenzten Sühneopfers und sagen, dass es absolut entscheidend in Calvins System ist. Damit haben sie sicher Recht. Allerdings ist der Gedanke eines begrenzten Sühneopfers für jeden absurd, der auch nur ein einigermaßen fundiertes Verständnis der Bibel hat. Führende Autoritäten auf dem Gebiet des Calvinismus werfen den 4-Punkte-Calvinisten vor, sich der Verwerfung des gesamten Systems schuldig zu machen. A.A. Hutch sagt beispielsweise dazu:

Wenn sie (die Kritiker) beweisen könnten, dass die Liebe, die Gott dazu bewegt hat, seinen Sohn als Sühneopfer hinzugeben, alle Menschen zum Ziel hatte, dass Christus tatsächlich sein Leben mit der Absicht geopfert hat, alle Menschen unter der Bedingung des Glaubens zu erlösen, dann wäre das zentrale Prinzip des Arminianismus wahr.

Steel & Thomas sagen:

Christi Erlösungswerk war dazu gedacht, nur die Auserwählten zu erretten und ihre Erlösung sicherzustellen. Sein Tod was ein stellvertretendes Ertragen der Strafe für Sünde an der Stelle bestimmter Sünder. Das wertvolle Geschenk des Glaubens, das der Geist allen verleiht für die Christus gestorben ist, garantiert somit ihre Erlösung.

Wenn ich das glaube, könnte ich das Evangelium nicht so predigen wie ich es tue. Hat Jesus mit seinem Auftrag einen Witz gemacht, als er uns aufforderte:

Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium jeder Kreatur?

Warum das Evangelium jeder Kreatur predigen wenn gar nicht jede Kreatur darauf reagieren kann? Warum ist der Missionsauftrag universal und schließt jede Kreatur ein? Welchen Sinn haben unsere evangelistischen Bemühungen wenn wir den Leuten zuerst sagen müssten: “Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob Christus für dich gestorben ist“? Als Calvinist muss ich das sagen wenn ich ehrlich sein will. Man sieht also, wohin diese Lehre praktisch führt.

Wie gehen die Calvinisten mit Johannes 3,16 um? Dort heißt es klar und deutlich, dass das Sühneopfer für die ganze Welt erbracht wurde. R.C. Sproul, ein führender, zeitgenössischer Calvinist, schreibt:

Die Welt, für die Christus starb, bedeutet nicht die gesamte Menschheit. Es muss sich auf die Gesamtheit der Auserwählten beziehen, Menschen aus jedem Stamm und jeder Nation.

Bla, bla, bla. Das steht nicht in der Bibel. Ich kaufe es ihm nicht ab. Glaubst du, dass Nikodemus nach dem Gespräch mit Jesus die Überzeugung gewonnen hatte, dass nur einige wenige Auserwählte errettet werden würden? Absolut nicht. Leute, lasst mich eines sagen: Wenn der offensichtliche Sinn einer Aussage Sinn macht, dann sucht nicht nach einem anderen Sinn!

Lassen wir noch ein paar andere Calvinisten zu Wort kommen. John Owen schreibt:

Dass „die Welt“ hier sich nicht auf alle beziehen kann, die jemals gelebt haben und leben würden, ist so klar als wäre es mit den Sonnenstrahlen geschrieben worden.

Aber er führt das nie weiter aus und erklärt es. In wiefern ist das klar? Wenn man Johannes 3:16 liest versteht selbst ein Grundschüler genau, was der Vers aussagt. Hier hat mancher Grundschüler mehr Verstand als viele Theologen. Denn er hat die Bibel wörtlich genommen und nicht versucht, bestimmten Sätzen eine andere Bedeutung unterzuschieben als die offensichtlich nahe liegende. “Aber warum verdrehen Menschen denn diese deutlichen Verse?” Ein Grund dafür ist die Verteidigung eines theologischen Systems und einige können theologisch nicht leben wenn ihr System nicht in seiner eisernen Uniformität bestehen bleibt. Palmer sagt:

Da Gott bestimmte Auserwählte geliebt hat und nicht alle, weil er souverän und unveränderlich vorherbestimmt hat, dass diese Auserwählten gerettet werden, hat er seinen Sohn gesandt um für sie zu sterben und nicht für die ganze Welt.

Ist das Evangelium nicht per Definition gute Nachricht? Welche Art von guter Nachricht könnte ein Mann mit dieser Auffassung überhaupt predigen? Wenn du mit eingeschlossen bist in die Erlösung – das ist gute Nachricht. Ansonsten ist es eine schlechte Nachricht.

In Jesaja 53,6 lesen wir:

Jesaja 53, 6
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.

Lasst mich eine Frage stellen: Wer sind denn hier alle, die in die Irre gegangen sind? Sind alle Menschen in die Irre gegangen? Es gibt nicht einen einzigen Calvinisten, der leugnen würde, dass das Wort “alle” im ersten Teil des Verses wirklich alle Menschen meint. Das glauben sie. Es ist Teil ihrer Lehre über die totale Verderbtheit. Doch das zweite Wort „alle“ im zweiten Teil des Verses kann dann nicht mehr alle Menschen meinen, sondern nur die Auserwählten! Wo steht das? Nirgendwo. Siehst du, was sie mit der Bibel anstellen? Immer, wenn du ein Glaubenssystem oder eine Lehre auf deine Fähigkeit stützen musst, die Formulierung der Bibel zu ändern, bewegst du dich auf dünnem Eis. “Aber verstehst du denn, wie Gottes Souveränität sich mit dem freien Willen des Menschen unter einen Hut bringen lässt? Verstehst du das alles?” Nein. „Nun, dann muss ja ein Widerspruch in der Bibel vorliegen.“ Nein. Das Problem liegt nicht in diesem Buch. Das Problem liegt bei mir. Wenn ich im Himmel ankomme habe ich eine Menge Fragen zur Bibel. Was waren diese Räder, die Hesekiel gesehen hat? Ich werde mir das alles erklären lassen. Aber das Problem ist mein Verständnis. Johannes 1:29 bestätigt:

BIBELSTELLE
Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinweg nimmt!

Wer ist in diesem Vers „die Welt“? Klingt für mich als sei jeder Mensch damit gemeint! Aber wenn du ein Calvinist bist, ersetzt du “die Welt” hier mit “die Auserwählten.” Aber wenn der Vers so gemeint ist – warum steht dann nicht gleich “die Auserwählten” dort, sondern “die Welt”? Die Welt hat durch Christus die Möglichkeit der Erlösung. Es ist eine reale Möglichkeit. Es ist ein echtes Angebot. Es ist keine Fälschung oder Irreführung oder ein leeres Versprechen. Die Bibel verwendet in allen Schriftstellen, in denen es um Erlösung geht, sehr einfache Worte. Und das ist gut so, denn ich bin ein einfach gestrickter Mensch. Wir haben Kinder in unserer Sonntagsschulklassen. Auch sie müssen diese einfachen Worte verstehen. Johannes 7,37 macht es noch einmal deutlich:

Johannes 7, 37
Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!

Niemand ist ausgeschlossen. Jeder ist eingeladen. Es ist eine Angelegenheit ihres Willens ob sie der Einladung Folge leisten. Auch Römer 1,16 sagt es mit schlichten Worten:

:

Galater 3, 22; Römer 1, 16; 1. Timotheus 2, 4
Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus denen gegeben würde, die da glaubenDenn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt … welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen  der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.

Jeder Mensch lebt unter der Sünde. Eine Verheißung ist gegeben und wenn jemand sein Vertrauen darauf setzt und der Verheißung glaubt, ist er gerettet. Jeder ist eingeschlossen. Warum? Weil jeder unter der Sünde lebt.

Werden alle Menschen errettet? Nein. Aber Gott würde sich wünschen, dass alle Menschen errettet würden. Das ist Gottes Wille. Das ist Gottes Plan. Nun, wird es so geschehen? Nein. Warum nicht? Weil manche Menschen nicht vorherbestimmt waren? Nein. Weil sie sich geweigert haben, Christus anzunehmen. Weil sie den Appell von Golgatha ignoriert haben. Das ist der Grund, weshalb Menschen nicht errettet werden. Es liegt nicht daran, dass sie nicht auf der richtigen Liste standen.

Ist nicht dieses ganze Thema unglaublich klar und deutlich? Und doch verändern sie es und kämpfen damit, lassen hier etwas weg und fügen da etwas hinzu und interpretieren dort etwas neu – und, nebenbei bemerkt, einige ihrer Interpretationen sind wirklich haarsträubend. In einem Kommentar zu Johannes 3:16 habe ich gelesen, dass “die Welt” in diesem Vers sich nur auf die genauen Grenzen der damaligen jüdischen Welt bezieht und dass vielleicht sogar die Galiläer ausgeschlossen waren, weil die Menschen aus Juda sie verachteten und dann verlor der Autor sich in dieser ganzen kulturellen Geschichte. Weißt du, woher ich ganz genau weiß, dass seine Ausführungen nicht richtig sind? Sie sind viel zu kompliziert.

Kaum jemand kann das überhaupt verstehen. Doch Gott hat gewollt, dass seine Erlösungsbotschaft einfach ist, so dass jeder sie verstehen kann. Wenn du die Bibel liest springt dir die offensichtliche Bedeutung meist gleich aus den Versen entgegen.

Jeder Grundschüler kann sie verstehen.

1. Timotheus 4, 10; Hebräer 2, 9
…dass wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher aller Menschen Retter ist … damit er durch Gottes Gnade für jedermann den Tod schmeckte.

Je mehr ich mich in die Komplexität dieses Systems des Calvinismus eingelesen habe, desto verwirrter wurde ich. Daraus hat sich für mich wieder einmal die Regel bestätigt: Wenn die Erklärung einer Person zu kompliziert ist, ist sie wahrscheinlich nicht richtig. Denn Gott möchte, dass wir ihn verstehen. Die Bibel ist eine Offenbarung Gottes an den Menschen. Wir würden keine komplizierten Gedankenmodelle konstruieren müssen wenn wir die Bibel einfach wörtlich nehmen würden. Offenbar hat der Calvinismus eine verworrene Ansicht über Gottes Souveränität und ist sogar bereit, die Erklärungen der heiligen Schrift zu verleugnen um diese Position zu halten und zu stützen.

2. Petrus 3, 9
Der Herr säumt nicht mit der Verheißung, wie etliche es für ein Säumen halten, sondern er ist langmütig gegen uns, da er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.

Gott möchte, dass jeder zur Buße findet und errettet wird. Wo das nicht geschieht, liegt es an der eigenen Entscheidung, die der betreffende Mensch gefällt hat. Einmal habe ich im Rahmen einer christlichen Veranstaltung an einer Straßenecke evangelistische Traktate verteilt. Ein Mann, nahm das Traktat zunächst an und fragte mich: “Was ist das?” Ich sagte: „Das ist ein Heftchen, in dem sie etwas über die Liebe von Jesus Christus lesen können. Er ist am Kreuz für Ihre Sünden gestorben.“ Der Mann schaute mich an und dann ließ er das Traktat einfach auf den Boden fallen und wurde sehr zornig. Er sprang darauf herum und stampfte es in die Erde und sagte: „Ich will hier nur etwas über meine Religion hören und nicht über das Blut von Christus!“ Das war eine Zurückweisung des Erlösers. Ich glaube, wenn dieser Mann eines Tages vor dem allmächtigen Gott steht, wird Gott vor ihm diesen Augenblick der Zurückweisung des Evangeliums von Jesus Christus noch einmal abspielen. Aber es ist immer der Wille des Menschen, wenn er verloren geht.

Mein Vater hat, soweit ich weiß, in seinen Jahren als Erwachsener keine klare Präsentation des Evangeliums gehört. Vielleicht hat er das Evangelium als Kind gehört, als er an einer Bibelfreizeit der Baptisten teilnahm. Soweit ich weiß ist er verloren und ohne Christus gestorben. Ich habe bei vielen Gelegenheiten sterbende Menschen im Krankenhaus besucht und manch eine Person noch auf dem Sterbebett zum Herrn führen können. Und ich bin zu diesen Besuchen mit einem Drängen in meinem Herzen gegangen, weil ich daran denken musste, wie sehr ich mir gewünscht hätte, dass jemand mit der Evangeliumsbotschaft zu unserem Haus gekommen wäre. Dann hätte mein Vater errettet werden können. Denn Christus ist auch für ihn gestorben.

1. Johannes 4, 14
Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.

Nun, für wen ist Christus gestorben? Für die Sünden der ganzen Welt. Kann jeder gerettet werden? Absolut. Was ist die Bedingung für die Errettung? Glauben. Wer kann glauben? Jeder, der es will. Ist das nicht wirklich einfach? Wie erklären Calvinisten diese Verse? Indem sie sie verändern und Bedeutungen hinein interpretieren, die einfach nicht in der Bibel stehen. Es gibt jedoch keinerlei Rechtfertigung dafür, der heiligen Schrift derart Gewalt anzutun. Das Evangelium ist und bleibt gute Nachricht. Ich bin froh, dass ich die gute Nachricht verkündige.

Die Beharrlichkeit der Heiligen

John Piper sprach auf einer nationalen Konferenz und beschrieb sich als 7-Punkte- Calvinist. Das ist eine noch extremere Version. Und dann sagte er:

Kein Christ kann sich sicher sein, dass er ein echter Gläubiger ist, denn es ist fortwährend nötig, sich dem Herrn hinzugeben und sich selbst zu verleugnen, damit wir es schaffen.

Es verblüfft mich einfach. Das ist wieder ein Hinweis darauf, dass jemand über seine Intelligenz hinaus gebildet ist. Mit anderen Worten glaubt Piper, dass wir bis zum Ende durchhalten oder ausharren müssen um errettet zu sein und dass wir uns sowieso nie sicher sein können. Das stürzt eine Person in Seelenqualen. Ich danke Gott, dass meine Errettung nicht davon abhängig ist, wie gut ich gewesen bin und was für ein perfektes Leben ich geführt habe, sondern einzig und allein von der Tatsache, dass ich meinen Glauben und mein Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt
habe.

Calvinisten glauben fest an die Irrlehre des Heilsautomatismus der Auserwählten. Wie soll man wissen, ob man zu dieser Gruppe gehört? Man kann es nicht wissen. Man kann nur beharrlich sein und durchhalten. Siehst du, was für ein ewiges Rätselraten das ist? Du kannst nie die Gewissheit haben, dass dein Name auf der Liste steht, egal was du tust.

Calvin lehrte, dass in eine calvinistische Familie hinein geboren zu werden eine Person automatisch zu einem Teil der Auserwählten macht. Nun, das ist ja sehr interessant. Das hat er wirklich gelehrt und dazu diese calvinistische Kindertaufe. Und in den Geschichtsbüchern ist zu lesen, dass Calvin alle Einwohner aus Genf in der Schweiz behandelt hat als würden sie zu den Auserwählten gehören. Es ist ihm nie in den Sinn gekommen, dass auch ein paar nicht zu den Auserwählten gehörende Menschen nach Genf gekommen sein könnten – mit Ausnahme derer, die er auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat.

Erinnerst Du Dich noch an den Fall Jim Jones? (Jim Jones lebte von 1931 bis 1978 und war der Gründer des Peoples Temple, der dadurch bekannt wurde, dass über 900 seiner Anhänger 1978 bei einem Massenmord und -Selbstmord im Urwald von Guyana zu Tode kamen.) Er war „Pastor“ einer Gemeinde. Jim Jones war ein Okkultist, ein schrecklicher Mann. Es war eine entsetzliche Sache. Er brachte all diese Menschen dazu, dieses Gift zu schlucken und sie alle starben. Warum war das so schrecklich? Weil er Menschen umbrachte. Wir würden das nicht als eine christliche Religion betrachten, weil es eine Religion des Mordes war. Es war kaltblütiger Mord. Und nun sage mir: wo ist der Unterschied zwischen Jim Jones und Johannes Calvin? Eine Reihe von Jahrhunderten. Mehr nicht. Calvin verbrannte Leute auf dem Scheiterhaufen. Wenn wir damals als Baptisten gelebt hätten, wären wir Kandidaten für Calvins Scheiterhaufen gewesen. Und du wärest als wahrer Christ kein Anhänger eines Mannes gewesen, der Menschen wie eine Fackel anzündete. Warum nicht? Weil es uns mit einem Empfinden von Empörung erfüllt wenn jemand Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrennt. “Aber du musst verstehen, dass das damals der Zeitgeist war und dass man damals so mit den theologischen Irrlehrern umging.”

Die Baptisten haben so etwas aber nicht getan. Du findest nirgendwo Berichte von Baptisten, die Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt hätten. Wieso nicht? Weil das nicht der Botschaft von Christus entspricht. Das ist nicht das Evangelium. Ich lehne das ab. Und ich rege mich nicht über solche schrecklichen Vorkommnisse aus der ferneren Geschichte auf, weil ich irgendeinem System gegenüber loyal sein will. Bringen wir die Dinge doch einmal auf die heutige Ebene. Wenn irgendein Prediger in Indianapolis heute beschließen würde, Menschen auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, meinst du wir würden ihn dann als einen großen Reformer feiern? Würdest du das tun? Nein. Wir würden sagen: “Der Kerl ist wahnsinnig. Wir wollen mit ihm nichts zu tun haben.” Wie können Menschen dann heute jemanden hochheben, der so bösartig und gemein wie John Calvin ist? Nur weil seither all diese Jahre verstrichen sind und wir die Leute nicht gekannt haben, die er auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat und uns die Bilder nicht anschauen mussten? Ist der Mensch nicht seltsam? Es ist seltsam, wie viel wir schlucken wenn wir selbst nicht dazu gehört haben oder davon betroffen waren.

R.C. Sproul sagt:

Kleinkinder können wiedergeboren werden obwohl der Glaube, den sie ausüben, nicht so sichtbar sein kann wie der von Erwachsenen.

Das ist lächerlich. Hier ist ein weiterer Mann, der über seine Intelligenz hinaus gebildet ist. Wir sprechen hier von Kleinkindern, die noch kaum selbst einen Löffel zum Mund führen können. Was er meint ist, dass sie mit ihrer Taufe unwiderstehliche Gnade empfangen. Fazit: Das Evangelium zu glauben ist nach Aussage der Calvinisten kein sicherer Weg, um errettet zu werden, die Geburt in das richtige Zuhause und die Kindertaufe aber schon. Das ist Quatsch. Aber es gibt Baptisten, die das unbesehen schlucken weil niemand sich die Mühe gemacht hat, mal ein Buch zu lesen bevor er beschlossen hat, dieses Zeug anzunehmen.

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