Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Falscher Bekehrungseifer und falsche Bekehrungen

"Indem wir die Kosten der Jüngerschaft herunterspielen, produzieren wir Zehntausende von scheinbekehrten Christen"
A. W. Tozer

Ich fürchte, dass wir in letzter Zeit in unserem Eifer, Bekehrte zu machen, schuldig geworden sind, moderne Verkaufsmethoden angewendet zu haben. Dies bedeutet natürlich, nur die gewünschten Eigenschaften eines Produkts anzupreisen und den Rest zu verschweigen. Wir gehen zu den Menschen und bieten ihnen ein wohliges Zuhause auf der Sonnenseite des Lebens an. Wenn sie nur CHRISTUS annehmen, wird er ihnen Frieden geben, ihre Probleme lösen, ihr Geschäft segnen, ihre Familien bewahren und sie alle Tage glücklich machen. Sie glauben uns und kommen, und der erste kalte Wind lässt sie zitternd einen Seelsorger aufsuchen, um herauszufinden, was schief gelaufen ist; und das ist das letzte, was wir von vielen von ihnen hören.

Die Lehren CHRISTI zeigen, dass Er ein Realist war in der achtbarsten Bedeutung des Wortes. Nirgends in den Evangelien finden wir etwas Visionäres oder Überoptimistisches. Er sagte Seinen Zuhörern die ganze Wahrheit und überließ es ihnen, eine Entscheidung zu treffen. Er war betrübt, wenn ein Suchender sich von Ihm abwandte, weil er der Wahrheit nicht ins Angesicht schauen wollte, aber niemals lief Er hinter ihm her, um zu versuchen, ihn mit rosigen Verheißungen zu gewinnen. Er wollte, dass Menschen Ihm folgten, die die Kosten überschlagen hatten, andernfalls ließ Er sie ihre Wege gehen.

CHRISTUS ist ehrlich. Wir können Ihm vertrauen.

Er weiß, dass Er unter den Söhnen Adams nie populär sein wird, und Er weiß, dass Seine Nachfolger nichts anderes erwarten sollten…

Indem wir unseren Hörern ein süßes und leichtes Evangelium anbieten und jedem die Sonnenseite des Lebens anbieten, täuschen wir sie nicht nur auf eine sehr grausame Weise, sondern wir können auch sicher sein, dass es unter solchen Bedingungen eine hohe Rückfallquote geben wird.

Quelle: Tozer, A. W.: That Incredible Christian, 2011, S.141f.

Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was JaHWeH von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem GOTT? (Micha 6, 8)

Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung. 2. Timotheus 4, 2

Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen. 2. Timotheus 4, 3

 

Der Artikel trifft mitten in die modernen „JESUS“-Bewegungen hinein.

Leider bewegt hier nicht JESUS die Menschen, sondern instrumentalisieren Menschen JESUS.

Genaugenommen wird hier der Unterschied zwischen extrinsischem und intrinsischem Glauben benannt. Extrinsisch (auf unseren Fall bezogen): Jemand bedient sich JESUS. Intrinsisch (auf unser Beispiel bezogen): Jemand dient JESUS.

Es ist ein Auswuchs der polaren Welt und von dem her nicht abzustellen.

Was man aber tun kann ist, seine eigene Missionstätigkeit im Bewusstsein zu tun, dass man, um „Erfolg zu haben“, nicht die Leichtgläubigkeit der Menschen bedienen darf, indem man sich ihrer bedient.

Wer würde dies aber tun? So er echt bekehrter, wiedergeborener Christ ist?

Damit sich die Katze hier nicht in den Schwanz beißt, gilt Folgendes:

Es müsste und könnte auch, alles analytisch auseinandergenommen werden. Man sieht dann, dass es schon vom Begriff „Bekehrung“ ganz unterschiedliche Auffassungen gibt. Die totale Bekehrung, also die echte, nicht nur verstandesmäßige Umkehr, nach meinem Verständnis, geht überhaupt nicht von Menschen aus. Sie geschieht durch die Wiedergeburt und – so ich von meiner eigenen ausgehe und die Merkmale betrachte, von denen auch andere erzählen, hat diese mehrere Stadien.

Die Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit ist dieses, welches uns eigentlich schon klarmacht, wie schwerwiegend das Christentum ist. Dass es sich nicht um die Zuckerwatte vom Jahrmarkt handelt. Wir werden darüber mittels einer Wanderung auf einem schmalen Grat zwischen Errettung und Verdammnis ganz praktisch und höchst persönlich „informiert“. Unsere Sündhaftigkeit wird uns lebhaft klargemacht. Und die Notwendigkeit der Buße.

Es folgt nach diesem „Tief“ ein Höhenflug. Kein Wunder! Nach dem, was einem da klar wurde, bringt die Vergebung einen auf Wolke Sieben! Dorthin bringt uns die Einsicht in die Lösung aus der Verstrickung in Schuld einher. Mithilfe der Bibel sind uns die Bedingungen des Christentums bald klar, werden wir zwar „alleine“, mit Hilfe des Heiligen Geistes, die folgenden Stadien bewältigen können; sehen uns – normalerweise – dennoch nach anderen, die durch dasselbe durchgingen, also Glaubensgeschwistern, um. Die christliche Gemeinschaft ist von GOTT gewollt.

Unser neues Leben wird aber nicht ganz komplikationslos in das der gewohnten Umgebung zu integrieren sein. Wenn ja, stimmt wohl etwas mit dem Glauben, beziehungsweise mit dem „Outing“ nicht. Der mächtige Drang, die Frohe Botschaft auch anderen zu verkünden, wird oft als krankhaft abgetan. Davon darf man sich aber nicht maßregeln lassen! Der Widersacher nutzt dieses Schlupfloch, das entsteht, wenn wir merken, wir müssen der alten Welt ganz und gar Tschüss-Sagen. Es kann ein Geranggel geben. „Freunde“, ja sogar Familienmitglieder können verloren gehen. Die Bewährungsprobe für unseren Glauben, aus dem unweigerlich die Missionsaufgabe ansteht, beginnt.

Darin sind wir - lebenslang - Lehrlinge. Wir sind ja nicht „Namenschristen“, die ein neues, gut vermarktbares Konzept mittels ihrem kaufmännischen Tricks anbringen wollen. Dies wäre – wie die ungeheuer um sich greifende Praxis der Allesbekehrer ja zeigt, vergleichsweise so einfach, wie alles, was dem breiten Weg folgt, also dem der Manipulierbarkeit, der Verführbarkeit. Und wäre der berühmt-berüchtigte Egotrip.

Wir können sicher sein, dass mittels unserem eigenen Willen „nichts“ im Sinne einer echten Bekehrung funktioniert, also dass die „Wiedergeburt“ nicht mittels unserem eigenen Willen auf andere übertragbar ist. - Dies ist bereits der beste Schutz gegen den Missbrauch! Teilbekehrung, also das Erreichen einer scheinbaren Hinwendung zu GOTT, steht auf einem anderen Blatt.

Sehr wohl dann, wenn es nämlich GOTTES WILLEN ist, durch uns zu wirken, können wir – oft nur durch einen Satz, eine Wiedergeburt ins Rollen bringen. Dies ist aber nicht unser Verdienst, ebenso wenig, wie das Gulasch Verdienst des Kochlöffels ist.

So fängt man also als neugeborener Frischling an. Man prüft sich, so man zu Machtmissbrauch neigt daraufhin (der alte Adam schlägt gerne mal wieder durch!) und legt los; so nicht, legt man einfach los und kann sich sicher sein, dass es der HEILIGE GEIST dahinter ist, der einen antreibt.

So man jemanden bekehrt hat, ist man für ihn in gewisser Weise verantwortlich:

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft Apostelgeschichte 20, 28-30

Diese Zeilen zeigen, wie sehr Paulus um seine Gemeinde in Ephesus besorgt war. Er wusste, dass es unbedingt darauf zu achten galt, dass sie in CHRISTUS blieben! Er wusste um die Gefahren! Immer wieder und unter Tränen, sagte er ihnen das. Um sie vor falscher Lehre zu schützen.

So verantwortungsvoll müssen wir es mit denen, die wir bekehren wollen und deren Bekehrung wir eingeleitet haben, indem wir sie mit dem WORT GOTTES, vor allem mit dem Evangelium bekanntmachen, auch handhaben.

Und, den Gottlosen gegenüber, auf jeden FALL eine Umkehr anmahnen:

Wo du aber den Gottlosen warnst und er sich nicht bekehrt von seinem gottlosen Wesen und Wege, so wird er um seiner Sünde willen sterben; aber du hast deine Seele errettet. Hesekiel 3, 19

So meine ich, an obenstehenden Artikel anschließend auch, dass es sehr wohl Gefahren auf dem Weg gibt und man diese auch unmissverständlich machen MUSS!

Die Gefahr lauert jedoch beiderseits: Für den wiedergeborenen Christen, dessen Glauben, weil er die Zeichen übersieht, langsam einschläft, der sich in Sicherheit wiegt und gar nicht daran denkt, andere an der Botschaft, indem er sie darin einweiht, teilnehmen zu lassen.

UND auf Seiten derer, die die Gutgläubigkeit der Menschen ausnutzen, um ihren weltlichen Zielen zu dienen.

Doch selbst hier darf man in dieser Zeit noch darauf hoffen, dass der HERR verirrte Schafe einsammelt.

Was zu tun ist: Unermüdlich aufzuklären über die Merkmale der Wiedergeburt im Geiste, deren eines das erwachte Gewissen, zugleich natürlicher Schutz vor Missbrauch ist; und ganz generell die Unterschiede zwischen falschen und echten Bekehrungs-Versuchen.

Gelobt sei der HERR, JESUS CHRISTUS, unser HEILAND!

Hallo Sunya,

ich denke, dass Du mit dieser Aussage genau den Nagel auf den Kopf getroffen hast:

"Leider bewegt hier nicht JESUS die Menschen, sondern instrumentalisieren Menschen JESUS.

Genaugenommen wird hier der Unterschied zwischen extrinsischem und intrinsischem Glauben benannt. Extrinsisch (auf unseren Fall bezogen): Jemand bedient sich JESUS. Intrinsisch (auf unser Beispiel bezogen): Jemand dient JESUS."

Heute werden von vielen Predigern Marketing-Methoden eingesetzt, um die Räumlichkeiten zu füllen. Das "Evangelium" steht dann in der Konkurrenz zu anderen Freizeitbeschäftigungen. Es werden viele Versprechungen gemacht, z. B. Jesus ... macht reich ... macht gesund ... gibt dir Sinn im Leben ... heilt deine Ehe ... schenkt dir einen Ehepartner ... holt dich raus aus deinen Schulden ... erfüllt dir deine Wünsche usw.

Wenn diese Versprechungen dann nicht eintreffen, gehen die Leute weg vom Glauben und sagen, dass dies alles nichts bringe. Die Ursache dafür war aber ein falsches Evangelium. Meine Erfahrung ist, dass solche Leute es dann viel schwerer haben, sich zum lebendigen GOTT zu bekehren.

Leider wird der HERR JESUS auch oft als "Diener" verkündet. ER soll uns dienen. Im Prinzip wird es genau umgekehrt, wer der HERR ist. Doch in Wahrheit sind nicht wir der HERR, sondern JESUS CHRISTUS. Wir sollen IHM dienen!

Die zweite Gefahr, auf die Du hinweist, ist leider auch sehr real: Nämlich, dass sich alles "verselbständigt" und wir uns vom HERRN entfernen. Daher ist es für Hirten in einer Gemeinde wichtig, zu schauen, wo steht der Einzelne? Steht er vielleicht in Gefahr, die Quelle des Lebens zu verlassen? Und natürlich ist jeder aufgerufen, sich selbst zu prüfen.

Soweit einige Gedanken von mir.

Shalom

Roland

JESUS will ein Leben ganz

Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was JaHWeH von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem GOTT? (Micha 6, 8)
Menü schließen