
Das Mahl des HERRN
Es kam aber der Tag der ungesĂ€uerten Brote, an welchem das Passah geschlachtet werden musste. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin und bereitet uns das Passah, auf dass wir es essen. Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, dass wir es bereiten? Er aber sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt kommet, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trĂ€gt; folget ihm in das Haus, wo er hineingeht. Und ihr sollt zu dem Herrn des Hauses sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen JĂŒngern das Passah essen mag? Und jener wird euch einen groĂen, mit Polstern belegten Obersaal zeigen; daselbst bereitet. Als sie aber hingingen, fanden sie es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah. Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tische, und die [zwölf] Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis es erfĂŒllt sein wird im Reiche Gottes. Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, dass ich nicht von dem GewĂ€chs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes komme. Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der fĂŒr euch gegeben wird; dieses tut zu meinem GedĂ€chtnis! Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahle und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das fĂŒr euch vergossen wird.
Lukas 22, 7-20
In dem obigen Textabschnitt stehen Dinge, die manchmal die Christen verwirren. Es wird davon berichtet, dass JESUS  e i n e n  Kelch nahm und dass er diesen Kelch unter die JĂŒnger teilen lieĂ; dann wird davon berichtet, dass ER  d e n  Kelch nahm und den Segensspruch sprach und diesen Kelch weitergab mit den Worten:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 20bâ shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]âŠ. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das fĂŒr euch vergossen wird.[/stextbox]
Das was uns verwirrt ist eigentlich eine ganz genaue, prĂ€zise Wiedergabe der Feier, die unser HERR gefeiert hat. Was das Mahl des HERRN betrifft und sein VerhĂ€ltnis zum Passahmahl, hat es unter den Theologen eine lange Zeit geistliche KlimmzĂŒge gegeben, um diese âUngereimtheitenâ in Einklang zu bringen.
ZunĂ€chst einmal heiĂt es hier, dass das Passahmahl einen Tag v o r dem eigentlichen Passahmahl gefeiert wurde. Denn als JESUS gekreuzigt war, hieĂ es:
[stextbox id=âalertâ caption=âJohannes 19, 31âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Die Juden nun baten den Pilatus, damit die Leiber nicht am Sabbath am Kreuze blieben, weil es RĂŒsttag war (denn der Tag jenes Sabbaths war groĂ), daĂ ihre Beine gebrochen und sie abgenommen werden möchten.[/stextbox]
Am Passahfest hĂ€tte niemand gekreuzigt werden dĂŒrfen, denn mitten im Passah musste jede Art von Arbeit eingestellt werden und mit dem Passah musste auch jedes Gericht schweigen â dann durfte nicht mehr Verfluchtes, Verbanntes usw. anzutreffen sein. Da haben sich die Bibelleser und Theologen Gedanken gemacht, wie es denn kommt, dass JESUS einen Tag v o r dem Passahfest das Passah gefeiert hat und dabei den Tisch des HERRN einfĂŒhrte.
Heute können wir das sicherlich besser verstehen als frĂŒher. Die Theologen hatten es frĂŒher so zu erklĂ€ren versucht, dass es angeblich zwei KalenderzĂ€hlungen gab oder es gab ein sadduzĂ€isches und ein pharisĂ€isches Passah, die jeweils ein anderes Datum hatten. Das kann nicht stimmen, das hatten auch die Leute damals schon gemerkt, denn es hĂ€tten die SadduzĂ€er nie erlaubt, dass an ihrem Passah der HERR JESUS gekreuzigt wĂŒrde. Sie hĂ€tten damit ihre eigene Vorstellung vom Passah ad absurdum gefĂŒhrt und sie waren es ja, die den Hohen Rat bildeten und das Todesurteil forderten. Die anderen hatten diese Forderung nur unterstĂŒtzt, denn der Hohepriester war ein SadduzĂ€er.
Exkurs: Der chronologische Ablauf des Herrenmahls nach den biblischen Berichten
Das Passah (oder Pessach) beginnt am 15. Nissan (Vollmond im MĂ€rz/April) und dauert in Israel sieben, in der Diaspora (Galut) acht Tage. Der Grund fĂŒr den Unterschied ist, dass man frĂŒher, als ein weltweit einheitlicher Kalender schwierig war, sicher gehen wollte, dass alle Juden zur gleichen und zur rechten Zeit Pessach feiern. Pessach gehört mit Schawuot (dem Wochenfest) und Sukkot (dem LaubhĂŒttenfest) zu den Wallfahrtsfesten, den Festen, die zur Zeit der beiden Tempel mit einer Pilgerfahrt nach Jerusalem und Opfern im Tempel begangen wurden.
Am Mittwoch feiert JESUS mit Seinen JĂŒngern das Herrenmahl. (Johannesevangelium). Schon die Abendstunde spricht dafĂŒr, dass es sich um ein Passahmahl handelt. Aber nicht nur Johannes, auch die Synoptiker erwĂ€hnen nirgends ausdrĂŒcklich ein Passahlamm, weder bei den ZurĂŒstungen noch bei der Feier selbst, auch da nicht, wo sich ein Hinweis auf das Lamm des Passahtischs geradezu aufdrĂ€ngt. Warum nicht? Nach Johannes, Paulus und der altrabbinischen Tradition ging das Tempelritual mit der Schlachtung der PassahlĂ€mmer erst am Freitag vor sich, zurzeit, als JESUS gekreuzigt wurde.
Die Schlachtung der LĂ€mmer vollzog sich am 14. Nisan, und zwar zwischen der neunten und der elften Stunde. Danach erst feierte der Hochklerus und das amtliche Jerusalem sein Passahmahl. JESUS hat Sein Passahmahl demnach vierundzwanzig Stunden vor dem offiziellen Passahmahl der Tempelgemeinde gefeiert.
Der chronologische Aspekt ist eindeutig. Dem Passah hatte GOTT die Bedeutung eines Familienmahls gegeben, es sollte die Feier der Hausgemeinschaft sein. Wenn die Hausgemeinschaft fĂŒr ein Lamm nicht zahlreich genug war, sollte sie um die Familie des nĂ€chsten Nachbarn erweitert werden. Das Lamm war aber nie zu klein fĂŒr ein Haus, es war immer ausreichend. Erst der König Josia von Juda löste diesen familiĂ€ren Charakter des Passahs auf, indem er den gesamten Gottesdienst und alle Feiern auf Jerusalem konzentrierte und Jerusalem zum Wallfahrtsort machte. Das Passah konnte danach nur noch in Jerusalem gefeiert werden, und nur das im Tempel von den Priestern geschlachtete Lamm galt als Passahlamm. Das war auch sechshundert Jahre spĂ€ter noch so, als der Herr JESUS Sich und seinen JĂŒngern das Passah bereiten lieĂ.
Johannes hat sein Evangelium um das Jahr 80 n. Chr. geschrieben, und zwar in Ephesus. Etwa fĂŒnfundvierzig Jahre nach dem Geschehen in Jerusalem lebte er schon seit Jahrzehnten im griechisch-römischen Kulturkreis, in dem die âUhrenâ anders gingen als dort. Griechen und Römer rechneten die vierundzwanzig Stunden des Tages von Mitternacht bis Mitternacht; und dieser Chronologie hat Johannes sich angepasst. Wenn wir in ein Land reisen, in dem wir unsere Uhren umstellen mĂŒssen, um synchron zu sein, machen wir es genauso. FĂŒr Johannes war deshalb die sechste Stunde, Johannes 19,14, zu der der HERR JESUS vor Pilatus stand, sechs Uhr morgens. FĂŒr die Synoptiker war nach jĂŒdischer Zeitrechnung die sechste Stunde (Lukas 23, 44) jedoch zwölf Uhr mittags. Und das letzte Passah, das der Herr JESUS mit Seinen JĂŒngern gefeiert hat, fand am Abend des Mittwoch statt, deshalb spricht Johannes von einem Abendmahl. FĂŒr ihn beginnt der RĂŒsttag zum Passah um Mitternacht, fĂŒr die Synoptiker jedoch, nach jĂŒdischer Zeitrechnung, schon am Mittwochabend um sechs Uhr (Sonnenuntergang). Deshalb sprechen sie, völlig zu Recht, von einem Passahmahl. Im Ăbrigen war das Passah ein von GOTT verbindlich verordnetes GedĂ€chtnismahl, es gehörte aber nicht zum Gesetz.
Heute wissen wir etwas besser darĂŒber Bescheid durch die Berichte von Qumran. Hier werden historische Begebenheiten berichtet, ĂŒber die wir bis dahin nichts wussten. In Israel gab es damals ein Passah, das man heute in der Theologie âdas Ketzerpassahâ nennt. Eigentlich haben die Juden es damals nicht so genannt, sondern es als das âverfluchte Passahâ bezeichnet. Das war das Passah, das derjenige feiern musste, der zum Tode verurteilt wurde und somit verflucht war. Und deshalb fĂ€llt es dem Bibelleser auf, dass JESUS beim Passah kein ungesĂ€uertes Brot genommen hat. ER nahm nicht das ungesĂ€uerte, sondern das gesĂ€uerte Brot. Im Grundtext stehen hier zwei verschiedene Worte. FĂŒr das âungesĂ€uerteâ ist das gr. AZYMON (z. B. Lk. 22,7; 1. Kor. 5,8) und fĂŒr das âgesĂ€uerteâ steht gr. ARTOS (Lk. 22,19). JESUS nahm nicht das AZYMON (einige Gemeinden lassen sich aus Israel das Orginal-Matzen zuschicken und meinen, dass sie ein möglichst biblisches Passah feiern), sondern der HERR nahm das ARTOS, das ganz gewöhnliche, gesĂ€uerte tĂ€gliche Brot. Mit diesem Brot feierte ER dieses Passah.
Exkurs: Was verstehen die Juden unter âGesĂ€uertesâ?
GesÀuertes (= CHAMEZ) ist:
jede der fĂŒnf Getreidearten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Spelt, die fĂŒr mindestens 18 Minuten mit Wasser in Kontakt kam. Von solchem Korn oder Mehl wird angenommen, dass der SĂ€uerungsprozess begonnen hat
- jede Speise oder jedes GetrÀnk, das aus einer dieser Getreidesorten hergestellt ist oder sie, wenn auch in winzigsten Mengen, enthÀlt. Die einzige Ausnahme sind Matzen, die vorschriftsgemÀà hergestellt wurden
- Geschirr und GerÀte, die, wenn auch winzigste, Spuren von Chamez absorbiert haben. Solch Geschirr und GerÀte darf an Pessach nur benutzt werden, wenn sie vor Pessach gekaschert wurden
- Ăfen und Herde, die das ganze Jahr ĂŒber gebraucht werden, dĂŒrfen an Pessach nur benutzt werden, wenn sie vorher grĂŒndlich gereinigt und dann gekaschert wurden
- Reis, Mais, ErdnĂŒsse und HĂŒlsenfrĂŒchte sind nicht Chamez; dennoch haben fromme aschkenasische Juden den Brauch, sie an Pessach wie Chamez zu behandeln, um Verwechslungen mit echtem Chamez zu vermeiden
Kein Chamez sind:
- Fleisch, GeflĂŒgel, Fisch
- alle FrĂŒchte
- alles GemĂŒse (Ausnahme: Reis, Mais, ErdnĂŒsse und HĂŒlsenfrĂŒchte bei aschkenasischen Juden)
- alle GewĂŒrze
- Milchprodukte
- aus Chamez hergestellte Produkte, die weder fĂŒr Menschen noch fĂŒr Tiere eĂbar sind
Aus Chamez darf man wĂ€hrend Pessach keinen Nutzen ziehen, deshalb darf man in dieser Zeit auch nicht sein Vieh oder seine Haustiere mit Chamez fĂŒttern. âWenn es unmöglich ist, das Futter der Tiere so zu Ă€ndern, dass es kein Chamez enthĂ€lt, sollte man das Tier einem Nichtjuden verkaufen und es dem KĂ€ufer auch ĂŒbergeben. Man darf aber dem Nichtjuden zu verstehen geben, dass man es nach Jomtow eventuell zurĂŒckkaufen wĂŒrde, sogar zu einem höheren Preis.â (Donin)
2. Mose 12,19 verbietet Chamez wĂ€hrend der sieben Pessachtage 15. â 21. Nissan.
Was hat es damit auf sich? Aus dem damaligen historischen Umfeld, verkĂŒndet uns das Wort GOTTES folgende Botschaft:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 15âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, d i e s e s Passah mit euch zu essen, ehe Ich leide[/stextbox]
ER hatte kein Passahlamm â der HERR feierte dieses Passah anders. Es war das sog. âVerfluchten-â oder wie wir es heute nennen, das âKetzerpassahâ. Wenn nĂ€mlich jemand zum Tode verurteilt wurde und damit verflucht wurde, dann durfte er nur noch das sog. âVerfluchtenpassahâ feiern. Er musste es e i n e n Tag vor dem eigentlichen Passah feiern, damit dokumentiert wurde, dass diese Person ausgeschlossen ist aus der Segensgemeinschaft des Volkes GOTTES. Diese Person ist ein Verfluchter. Eine zweite Besonderheit des Verfluchtenpassah ist, dass er dieses mit gesĂ€uertem Brot feiern musste. Denn es heiĂt im Alten Testament:
[stextbox id=âalertâ caption=â2. Mose 12, 19âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]âŠ..denn jeder, der GesĂ€uertes isset, selbige Seele soll aus der Gemeinde Israel ausgerottet werden, er sei Fremdling oder Eingeborener des Landes[/stextbox]
Dieses Verfluchten-Passah hat JESUS freiwillig auf Sich genommen. ER war noch nicht verurteilt, sondern erst nach diesem Passah, nach dem Mahl des HERRN ging ER nach Gethesemane und dort wurde ER von den HĂ€schern gegriffen. Erst wĂ€hrend dieser Nacht wurde das Todesurteil ĂŒber Ihn gesprochen.
Exkurs: Auszug aus den jĂŒdischen Ketzergesetzen
Die jĂŒdischen Ketzergesetze (Paragraph 123) verbieten dem Apostaten, vom Passahlamm zu essen. Niemand kann einen solchen Juden jedoch daran hindern, sich ein hĂ€usliches Festmahl herzurichten. Und das Ketzergesetz erlaubt ihm ausdrĂŒcklich, (gesĂ€uertes) Brot und BitterkrĂ€uter zu essen. Aber er kann bei diesem Privatmahl kein Passahlamm verzehren, denn er darf es nicht zur Schlachtung in den Tempel bringen. Wenn man das weiĂ, dann begreift man, warum JESUS zu Seinen JĂŒngern kein Wort sagt vom Aussuchen des Passahlamms, vom Gang zum Tempel und dem dort allein zulĂ€ssigen Schlachten des Lammes, kein Wort von all diesen hochrituellen Vorarbeiten, die in der jĂŒdischen Passahpraxis und Passahliteratur eine gewaltige Rolle spielen. JESUS spricht lediglich von den hĂ€uslichen Mahlvorbereitungen, die von der Tempelschlachtung unabhĂ€ngig waren, sobald man auf ein Passahlamm verzichtete. Nun erklĂ€rt sich aber auch, warum die Evangelien allesamt ausdrĂŒcklich von den Mazzen und BitterkrĂ€utern sprechen und das Passahlamm âausdrĂŒcklich verschweigenâ (dum tacent clamant): Denn jene sind dem Ketzer erlaubt, dieses aber ist ihm verboten.
Im Ăbrigen ist ein Passahmahl ohne Lamm nichts Unerhörtes. Alle Juden in GalilĂ€a und der weiten Welt, die nicht nach Jerusalem pilgern konnten, mussten ihr Passah ohne Tempelritual und ohne Lamm feiern.
Aber hier wird etwas anderes deutlich â vor allem, wenn wir an die Worte des HERRN denken, die ER im 10. Kapitel des Johannesevangeliums sagt:
[stextbox id=âalertâ caption=âJohannes 10, 18âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Niemand nimmt es von mir [Sein Leben], sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen.[/stextbox]
Bevor ER verurteilt wurde, hat ER den Fluch selber auf sich genommen. ER hat Sich selber zum Verfluchten, zum Verdammten gemacht und das lesen wir im Galaterbrief:
[stextbox id=âalertâ caption=âGalater 3, 13âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]⊠hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch fĂŒr uns geworden ist (denn es steht geschrieben: âVerflucht ist jeder, der am Holze hĂ€ngt![/stextbox]
ER galt als ein Verfluchter. Er hat sich selbst, bevor Ihn Menschen verurteilten, unter das Urteil gestellt. Er hat sich, bevor Ihn Menschen verdammten, Sich selber unter die Verdammnis gestellt. Bevor Ihn Menschen verfluchten, hat Er sich selbst zum Verfluchten gemacht, um Verdammte, Verfluchte, Verlorene, Verurteilte und Schuldige zu erlösen. Er nahm die Schuld auf Sich. Er hat unsere SĂŒnden und die Strafen fĂŒr unsere SĂŒnden freiwillig auf Sich genommen. Welch eine Botschaft! Freiwillig nahm Er Schmach und Schande auf Sich. Freiwillig ging Er drauĂen vor das Lager und feierte als ein Abgesonderter das Mahl. Als jemand, der sich nicht mehr in der Volksgemeinschaft geborgen fĂŒhlt, sondern als Fremdling und AusgestoĂener, der hinausging drauĂen vor das Lager. Er nahm die Schmach, die Schande und den VolksausstoĂ freiwillig auf Sich.
[stextbox id=âalertâ caption=âJesaja 53, 4.5âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]FĂŒrwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladenâŠâŠdoch um unserer Ăbertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden[/stextbox]
Es wird wirklich deutlich, wenn der HERR JESUS sagt:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 15âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, d i e s e s Passah mit euch zu essen, âŠ[/stextbox]
Es ging dem HERRN nicht darum, das ânormaleâ Passah zu halten; hier steht bewusst der Ausdruck dieses im Grundtext. Den HERRN hat nicht verlangt, Passah zu halten, sondern d i e s e s Passah. Um dieses Passah geht es.
Zu dem Ketzer-Passah gab es, wie bereits erwĂ€hnt, kein Lamm. Es gab nur das gewöhnliche Brot, die BitterkrĂ€uter und fĂŒnf Kelche. Es war das Passah der zum Tode Verurteilten und wir wissen aus der Geschichte, dass die Verurteilten lieber ohne Passah starben, als dieses Passah zu halten. Aber JESUSâŠ
[stextbox id=âalertâ caption=âHebrĂ€er 12, 2âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]der (die) Schande nicht achtend, fĂŒr die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldeteâŠ[/stextbox]
steht im HebrÀer-Brief. Das ist der gewaltige Unterschied!
Exkurs: Der Ablauf eines Passahmahles
Nach den beendigten Gottesdiensten im Tempel bzw. in den Synagogen beginnt die Feier im Familienkreis. Die TĂŒr bleibt in den PassahnĂ€chten einen Spalt geöffnet, und der Ehrenplatz am Tisch mit dem schönsten Gedeck bleibt leer. Die Familie wartet auf Elia, der in einer Passahnacht kommen wird, um allen Streit beizulegen und das Eintreffen des Messias anzusagen.
Der Hausvater, der diese Abendmahlszeit leitet â man nennt ihn den Sedergebenden â trĂ€gt einen weiĂen Kittel. Er hat priesterliche Funktion, wobei das weiĂe Gewand die Gerechtigkeit vor Gott symbolisieren soll. Er selbst kann von seinem Platz aus alle Gaben, die bildhaft eine biblische Aussage beinhalten, erreichen. Sie sind so angeordnet, dass alles, was der Sedergebende am ersten gebraucht, ihm am nĂ€chsten liegt. Die Gesamtordnung nennt man die Seder-SchĂŒssel.
Alle die Dinge erinnern mit verschiedenen Akzenten an die Geschehnisse des Auszuges aus Ăgypten. Moror ist das Bitterkraut und will auf die bitteren Lebensbedingungen in Ăgypten hinweisen. Cheroses, ein Mus aus Ăpfeln, NĂŒssen, Zimt und Wein, symbolisiert den Lehmbrei Ăgyptens.
Das gebratene Ei ist Trauerspeise, ein in der Schale befindliches, mögliches, jetzt aber getötetes Tier. Seroa ist der Schenkel des Passahlammes.
Diese SederschĂŒssel steht vor dem Hausvater. Vor jedem Teilnehmer des Mahles stehen weitere Speisen und vor allem je ein Becher Wein, der wĂ€hrend der Mahlzeit viermal leer zu trinken ist. Der Wein ist rot. Der Becher gilt dann als geleert, wenn mindestens die HĂ€lfte getrunken ist. Beim Trinken neigen sich alle auf die linke Seite, um damit auszusagen: âWir sind freie Menschenâ.
Der Ablauf des Passahmahles ist am besten zu verstehen, wenn man sich an den vier einschneidenden Stellen orientiert, an denen der Weinbecher getrunken werden muss.
1. Das Trinken des ersten Bechers (Kaddesch = Heiligung)
Der erste Becher wird getrunken nach dem Heiligungsgebet und dem Lobpreis (Beracha) GOTTES fĂŒr das Geschenk der Passahtage. Danach bereitet der Sedergebende den ersten Bissen. Er nimmt Petersilie, taucht sie in Essig, segnet sie und gibt sie jedem, der am Mahl teilnimmt. Dann bricht er die in der Mitte liegende Mazze Levi durch und legt die gröĂere HĂ€lfte, die spĂ€ter zum Aphikomen benutzt wird, zur Seite. Nun wird das Ei und das Seroa von der SchĂŒssel genommen. Die SchĂŒssel wird dann von sĂ€mtlichen Teilnehmern des Mahles in die Höhe gehoben, und zwar mit folgenden Worten: âSeht, welch armseliges Brot unsere VĂ€ter im Lande Ăgypten genossen haben. Wen es hungert, der komme und esse, wer es bedarf, der komme und halte Pessach, dieses Jahr hier, nĂ€chstes Jahr im Lande Israel. Dieses Jahr dienstbar, kĂŒnftiges frei. Nach diesem bekannten Sehnsuchtsruf: NĂ€chstes Jahr in Israel, wird der zweite Becher gefĂŒllt.
2. Der zweite Becher
Jetzt kommt es zur Frage der Jugend: âWas zeichnet diese Nacht besonders aus von anderen NĂ€chten.â Nun erzĂ€hlt der Hausvater, in seiner Funktion als Lehrer und Wahrer der Tradition, die Geschichte Gottes mit dem Volk beim Auszug aus Ăgypten. Dieser Bericht ĂŒber das Handeln Gottes ist angereichert mit verschiedenen Deutungen der Rabbinen. Einen breiten Raum nehmen die zehn Plagen ein, die Gott ĂŒber die Ăgypter sandte. Die hier aufkommenden triumphierenden Rachegedanken werden mit einer symbolischen Trauerhandlung ins rechte Lot gerĂŒckt. Jeder Teilnehmer taucht seinen Finger in den Wein, die Gabe der FĂŒlle und des Segens. WĂ€hrend die Plagen im Chor aufgesagt werden, werden einige Tropfen Wein verspritzt. Manche sagen dazu die Worte: âWir können uns nicht freuen ĂŒber die Plagen, die GOTT erweisen musste, deshalb entziehen wir unserer Festfreude einige Weintropfen. Nach einem Danklied ĂŒber die Errettung wird der zweite Becher getrunken. Nun wird die Mazze Cohen (= Priester) und die Mazze Israel gebrochen (= Jachaz) und verteilt. Die Passah-Liturgie schreibt nach dem zweiten Becher Wein das Waschen der HĂ€nde vor (Rechazah). Der Herr JESUS weicht hier davon ab, indem er nicht nur Seine HĂ€nde, sondern auch die FĂŒĂe der JĂŒnger wĂ€scht (Johannes 13, 5). Daran schlieĂt sich ein ausfĂŒhrliches SĂ€ttigungsmahl an. Jeder isst jetzt in fröhlicher Runde von allen Speisen, soviel er mag. Dieses SĂ€ttigungsmahl wird abgeschlossen mit dem Einschenken des dritten Bechers.
3. Der dritte Becher (Barech = Tischsegen)
Das Einschenken des dritten Bechers ist ein Abschluss des gemeinsamen Familienessens. Im heutigen Passahfest der Juden wird an dieser Stelle als Abschluss des Familienmahles vom Hausvater die zurĂŒckbehaltene Mazze Levi gebrochen und verteilt (= das sogenannte âAphikomenâ). Man singt dabei den Psalm: Wenn GOTT uns nach Zion heimfĂŒhrt, werden wir sein wie im Traum. Der dritte Becher wird getrunken nach einem ausfĂŒhrlichen heilsgeschichtlichen RĂŒckblick, der einmĂŒndet in die Bitte um die Sendung des Elia und den Anbruch des messianischen Reiches. Man öffnet die TĂŒr ins Freie, dem Propheten Elia, Gottes ewigem Sendboten, fĂŒr den ein voller Becher Wein bereit auf dem Tische steht, und den Menschen, denen die folgenden Worte gelten, und ruft diese Worte aus:
SchĂŒtte deine Glut aus ĂŒber die StĂ€mme, die dich nicht kennen wollen, ĂŒber die Sippen, die deinen Namen nicht rufen! Denn sie verzehren Jakob, verzehren ihn, sie verheeren ihn, seine Trift verstarren sie! SchĂŒtte deine Glut ĂŒber sie aus! Dein brennender Grimm treffe sie! Verfolge mit Wut und vertilge sie, dass sie nicht mehr zu finden sind unter GOTTES Himmel!
4. Der vierte Becher (Hallel und 15. Nirza)
Und wenn die TĂŒr ins Freie geschlossen ist, werden zum vierten Mal alle Becher gefĂŒllt, und das Hallel, der groĂe Preisgesang, den man vor der festlichen Mahlzeit begonnen, wird nun in immer steigenden, immer liedhafteren Melodien vollendet.
Angesichts des vollen vierten Bechers werden die Psalmen 115 â 118 und 136 gebetet. Die Gebete enden mit dem groĂen Ruf:
Dein ist Tag und Nacht! Du, o Herr, regierst allein! Du, o Herr, wirst ewig sein! Das kommende Jahr in Jerusalem!
Der Becher wird zum vierten Mal getrunken. Danach wurde z. Zt. JESU die letzte zurĂŒckbehaltene Mazze, die halbe Mazze Levi, das Aphikomen, gebrochen und an alle Teilnehmer des Mahles verteilt. Jeder, der die Tischgemeinschaft teilt, muss davon essen.
5. Der fĂŒnfte Becher (= Becher des Messias)
Der fĂŒnfte Becher stand am Ehrenplatz des Messias. Er durfte nur vom Messias selbst getrunken bzw. ausgeteilt werden.
Nachdem Er dieses Passah eröffnete, nahm Er e i n e n Kelch. Wie wir bereits gesehen haben, gab es bei der Passah-Feier fĂŒnf Kelche. Vier Kelche, die man mit SegenssprĂŒchen unter sich teilte und einen fĂŒnften Kelch, der in der Mitte stand. Dieser Kelch hieĂ in der alten Zeit âDer Kelch des Messiasâ. Jetzt neuerdings bei den Juden hat er einen neuen Namen. Er heiĂt jetzt der âKelch des Eliasâ. Man will vom Messias nicht mehr reden, weil man meinte, daĂ durch den HERRN JESUS dieser Begriff diskreditiert worden ist. Und deshalb bezeichnet man jetzt den Kelch als den âKelch des Eliasâ. Dieser Kelch durfte nur, nach ihrer Vorstellung, der Messias nehmen, sonst niemand anderes. Und wer diesen Kelch nahm, vielleicht auch nur versehentlich, hatte ein todeswĂŒrdiges Verbrechen begangen. Das war ihre Vorstellung.
Und jetzt sehen wir eines: JESUS nahm zunĂ€chst e i n e n Kelch (Lukas 22,17), d. h. Er nahm irgendeinen der vier Kelche und den gab Er Seinen JĂŒngern und jetzt kam ein gewaltiges Wort. Er sagte:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 17âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Nehmet diesen und teilet ihn unter euch.[/stextbox]
Das Wort ist deswegen gewaltig, weil in der Regel an dem Ketzer-Passah sich selbst die engsten Familienangehörigen weigerten, daran teilzunehmen. Denn sobald sie an diesem Kelch und an diesem Passah teilnahmen, stellten sie sich mit unter die Schmach und Schande und stellten sich selbst auĂerhalb der Volksgemeinschaft. Sie mussten erst durch BuĂriten und diverse Lossprechungen freigesprochen werden, dass sie wieder in der Volksgemeinschaft aufgenommen werden konnten. Sie stellten sich auĂerhalb der Gemeinschaft und gingen nach drauĂen. Sie waren AusgestoĂene, wenn sie den Kelch nahmen.
Und ich denke, dass wir es heute verstanden haben, was JESUS auch von uns will. Wenn Er einen Kelch unter uns teilt bei diesem Passah, dann sagt Er: âSei doch bereit, mit mir die Schmach zu tragen!â Wir lesen davon im HebrĂ€erbrief:
[stextbox id=âalertâ caption=âHebrĂ€er 13, 13âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, auĂerhalb des Lagers, Seine Schmach tragend[/stextbox]
Ich habe diese Worte in ihrer ganzen Wucht einmal wie KeulenschlĂ€ge erlebt: Lasst uns hinausgehen zu I h m , drauĂen vor dem Lager!
Im religiösen Lager (auch in vielen christlichen e. V.âs; KdöRâs usw.) finden wir Ihn nicht. Das Wort âLagerâ steht hier fĂŒr das Volk Israel und zwar als religiöse GröĂe. Es steht hier fĂŒr das Volk Israel als eine institutionelle Kirche bzw. Gemeinde. Und hier heiĂt es: âHinaus, hinaus, nur drauĂen vor dem Lager â dort können wir Ihn findenâ. DrauĂen vor dem Lager ist der HERR. Er ruft die Menschen heraus und deswegen sprechen wir auch von ECCLESIA (= âHerausgerufeneâ), wenn wir die Gemeinde bezeichnen. Die Herausgerufenen, die sich absondern, die hinausgehen und nur ein einziges Ziel kennen: Mit Ihm zu gehen, wohin Er geht; dem Lamm zu folgen, wohin Es geht, durch Schmach und Schande.
JESUS hat die Schmach auf Sich genommen und hat nunmehr Seine JĂŒnger aufgefordert, dies ebenfalls zu tun. Er hatte es ihnen allerdings freiwillig ĂŒberlassen, ob sie es annehmen wollte. Er hatte Seine JĂŒnger nicht gezwungen, den Kelch zu trinken. Er sagte: Teilt ihn unter euch. Wer es nicht möchte, kann es ablehnen. Aber wer den Kelch nimmt, weiĂ was es bedeutet. Er stellt sich auf die Stufe eines Ketzers bzw. eines GotteslĂ€sterers in den Augen der Menschen drauĂen. Er stellt Sich auf die Stufe eines Verfluchten und Gemiedenen und wir wissen, dass JESUS diesen Kelch genommen und weitergegeben hat. Und er nahm e i n e n Kelch, dankte und sprach: Nehmet diesen und teilet ihn unter euch. Ich habe den Eindruck, dass der HERR JESUS immer wieder vor uns steht mit diesem Kelch und sagt: âTeilt ihn unter euch!â. Sind wir bereit die Schmach zu tragen? Sind wir bereit als verachtete Sektierer zu gelten? Sind wir bereit?
Die Kirchengeschichte zeigt, dass die Gemeinde JESU immer dann ihre Vollmacht und Sendung eingebĂŒĂt hat, wenn es ihr darum ging, Ehre und Anerkennung bei den anderen zu haben â innerhalb des Lagers zu sein, auch dazu zu gehören. Und manchmal möchte man vielleicht den trennenden Zaun wie ein Maulwurf von unten durchwĂŒhlen, um bloĂ auch rein zu kommen â um auch respektabel zu werden.
Wer die Schmach CHRISTI nicht trÀgt, der trÀgt auch einmal die Krone nicht!
Das ist die Botschaft, die uns der HERR mit diesem Textabschnitt mitteilen möchte. Wir sehen kein Lamm bei diesem Passah. Das Lamm durfte nur in Jerusalem geschlachtet werden, auĂerhalb Jerusalems musste das Passah immer ohne Lamm gefeiert werden. Aber hier in Jerusalem, das war ja die gröĂte Sehnsucht eines jeden Juden, einmal mit Lamm Passah feiern zu können. Deshalb kamen und pilgerten sie nach Jerusalem und suchten dort einen Raum zu finden, um das Passah feiern zu können. Aber hier war kein Lamm vorhanden. Warum nicht? Es war der Abend, an dem der HERR JESUS das Verfluchten-Passah hielt, an dem die LĂ€mmer ausgesondert wurden und zwar um am nĂ€chsten Tag geschlachtet zu werden. An dem Tag, der darauf folgte, durfte es nicht mehr geschehen. Es musste an diesem Abend sein, dass man die mit dem Kreuz gezeichneten LĂ€mmer nahm, sie in das Haus brachte bevor die Sonne untergegangen ist, damit am nĂ€chsten Tag das Passah-Opfer vollzogen werken konnte.
Es war kein Lamm dabei und ich kann mir vorstellen, wie schmerzlich es die JĂŒnger empfunden haben. âNun feiern wir einmal in Jerusalem das Passah ohne Lamm, dieses Verfluchten-Passah.â Sie sind sicherlich sehr traurig gewesen und JESUS sagt mitten in diese Traurigkeit hinein: Gerade dieses Passah, dieses Passah zu essen hat es mich herzlich verlangt. Ist das nicht merkwĂŒrdig? Den JĂŒngern ist es nach Heulen zumute, dass sie solch ein Passah feiern mĂŒssen. Und der HERR sagt: Gerade d i e s e s PassahâŠ... Und warum sagte er das? Hier war Er: das Lamm GOTTES, mitten unter ihnen. Und Er hatte ihnen spĂ€ter deutlich gemacht: Auch ihr esst Fleisch eines Lammes, das ist mein Fleisch; auch ihr nehmt teil am Blut eines Lammes, das ist mein Blut fĂŒr euch gegeben. Jetzt ist ein anderes Passah-Lamm in eure Mitte getreten. Der Heilige wurde zum Fluch fĂŒr uns und erlöste uns, die wir unter dem Fluch waren von dem Fluch. Welch eine groĂartige Sache!
Der HERR JESUS gab ihnen das gesĂ€uerte Brot (ARTOS) und sprach: Dieses ist mein Leib, der fĂŒr euch gegen wird. Ihr seid nicht ohne ein Passahlamm. CHRISTUS ist unser Passah-Lamm, das lesen wir im 1. Korinther-Brief:
[stextbox id=âalertâ caption=â1. Korinther 5, 7âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]âŠDenn auch unser Passah, CHRISTUS, ist geschlachtet[/stextbox]
Unser Passah-Lamm hat gelitten. Er hat uns erlöst. Er nahm dabei d i e s e s Brot. Das gesĂ€uerte Brot war das tĂ€gliche Brot. Es ist als wenn der HERR JESUS uns zurufen will: Meine Erlösung braucht ihr tĂ€glich. Das ist keine Feiertags-Angelegenheit, der man sich einmal im Jahr erinnert (und feiert hoffentlich dabei kein Ostara (Ostern)-Fest). Er will uns damit zeigen, dass Er unser tĂ€gliches Brot ist; das Brot von dem wir leben. Seine Erlösung ist die Kraft fĂŒr jeden Tag und nicht nur fĂŒr einen Feiertag im Jahr.
Ist es nicht wunderbar, solch eine Erlösung zu haben? Und dann kommt etwas Gewaltiges. Es heiĂt:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 20aâ shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Desgleichen (nahm ER) auch d e n Kelch nach dem MahlâŠ[/stextbox]
ER nahm d e n Kelch, nicht irgendeinen. Wir haben gesehen, dass nur ein Kelch der Kelch genannt wurde â der Kelch des Messias. Und in diesem Moment, als der diesen Kelch nahm, gab Er Sich als Messias offen zu erkennen. In diesem Augenblick hatte Judas die moralische Berechtigung Ihn zu verraten. Mit dem Griff nach diesem Kelch unterschrieb Er Sein Todesurteil. Er nahm d e n Kelch und sagt damit, dass Er der Messias ist. Der Messias ist da, auf den die JĂŒnger gewartet haben. Der HERR nimmt den Kelch des Messias und sagt:
[stextbox id=âalertâ caption=âLukas 22, 20bâ shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blut, das fĂŒr euch vergossen wird.[/stextbox]
Der alte Bund bestand darin, dass das Blut an die Pfosten des Hauses gestrichen wurde. Der Neue Bund besteht darin, daĂ das Blut des Lammes inwendig in uns kommt und das heiĂt, unsere inneren Pfosten bestreicht. Und die Scheidung zu dem Verderber aufrichtet inwendig im Herzen. Und auch die Scheidung von der Welt aufrichtet (von Ăgypten) inwendig im Herzen. Das hat Konsequenzen, erst dann nehmen wir d e n Kelch.
Dieses Passah-Lamm befreit aus einer viel schwereren Sklaverei als der Ă€gyptischen. Wir haben auch ein Passah-Lamm, nĂ€mlich JESUS CHRISTUS, Der fĂŒr uns gestorben ist. Lasset uns Passah halten, nicht im alten Sauerteig der Bosheit. Hier geht es jetzt um einen geistlichen Sauerteig. Lassen wir den HERRN unseren alten Sauerteig entfernen und uns ein neues Leben schenken lassen in dem SĂŒĂteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Der neue Bund rettet alle Unreinen, alle Menschen, die unter dem Fluch stehen. In steht geschrieben:
[stextbox id=âalertâ caption=âGalater 3, 13âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]CHRISTUS hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch fĂŒr uns geworden ist (denn es steht geschrieben: âVerflucht ist jeder, der am Holze hĂ€ngt!â[/stextbox]
Hier stoppen die meisten, aber das Wort GOTTES geht weiter:
[stextbox id=âalertâ caption=âGalater 3, 14âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]âŠauf dass der Segen Abrahams in CHRISTO JESU zu den Nationen kĂ€me, auf dass wir die VerheiĂung des Geistes empfingen durch den Glauben.[/stextbox]
An dieser Stelle zeigt sich der Wechsel: Er nahm den Fluch auf Sich, auf dass der Segen auf uns kommen kann. Welch eine verĂ€nderte Situation: Ein ausgetauschtes Leben â vorher verflucht und jetzt gesegnet. Worin besteht der Segen? Der HEILIGE GEIST kommt auf uns und erfĂŒllt uns.
Dieses Blut JESU macht uns zu Blutsverwandten des HERRN. Wir sind BrĂŒder und Schwestern, die wir von einem Brot essen und von einem Kelch trinken. Wir waren vorher GĂ€ste und Fremdlinge und durch das Blut JESU sind wir jetzt VollbĂŒrger und GOTTES Hausgenossen. Welch ein Wechsel!
Und nun kommt der letzte Punkt. Wir lesen in 1. Kor. 11:
[stextbox id=âalertâ caption=â1. Korinther 11, 26âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]Denn so oft ihr dieses Brot esset und den Kelch trinket, verkĂŒndiget ihr den Tod des HERRN, bis er kommt.[/stextbox]
Unsere Aufgabe ist es, den Tod des HERRN zu verkĂŒndigen, bis Er kommt. Es gibt heute so viele Themen, die von den Gemeinden verkĂŒndigt werden; die Bibel sagt jedoch, bis dass Er kommt ist ein Thema nicht ĂŒberholt: der Tod des HERRN. Dass Er fĂŒr uns und unsere SĂŒnden starb. Die Ă€uĂeren, weltlichen Probleme mögen sich Ă€ndern. Die Quelle aller Probleme ist gleich: die SĂŒnde. Und hier muss die Lösung eintreten. Der Bach muss nicht gereinigt werden, sondern die Quelle muss rein werden.
Der Tod des HERRN ist ein nie ĂŒberholtes Thema. Vieles, was heute verkĂŒndigt wird, sind oft kurzlebige geistliche Eintagsfliegen. Der Tod unseres HERRN ist eine Botschaft bis in die Ewigkeit.
[stextbox id=âalertâ caption=âOffenbarung 5, 12âł shadow=âtrueâ ccolor=âffff00âł bgcolor=âffffffâ cbgcolor=â9A007Bâ bgcolorto=âffffccâ cbgcolorto=â6C0057âł]âŠWĂŒrdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und StĂ€rke und Ehre und Herrlichkeit und Segnung.[/stextbox]
Zum Schluss noch eine wichtige Frage: Bist Du glĂŒcklich, dass JESUS deinen Fluch auf Sich genommen hat? Er nahm freiwillig Deine SĂŒnden auf Sich. Niemand hat das Leben von Ihm genommen, Er gab das Leben. JESUS will Dich von jedem Fluch befreien: Vom Fluch des Götzendienstes, der DĂ€monie, des Alkohols, der SĂŒnde. Nichts Verfluchtes und Verbanntes wird dort einmal eingehen, wenn GOTT zum groĂen Passah ruft.
Die zweite Frage: Bist Du bereit, mit Ihm, die Schmach zu tragen? Bist du bereit, d i e s e s Passah mit Ihm zu halten? Bist du bereit, Schmach und Schande zu tragen und den Weg zu gehen nach Seinem Worte â koste es, was es wolle? Bist du auch bereit, vielleicht ausgestoĂen zu werden, aus der eigenen Familie?
Hast du begriffen, was es fĂŒr dich bedeutet: Nimm es, das ist mein Leib!
TĂ€gliches Brot, Brot von dem ich lebe.
Quell, an dem ich ruh.
Ziel, das ich erstrebe,
alles HERR bist Du!
(Verfasser: Adolf Krummacher [1824 â 1884], 1857 â Quelle: âStern, auf den ich schaueâ, EG Nr. 407)
Welch eine Hoffnung und welch ein Ziel. Am Ende der Reise steht das Hochzeitsmahl des Lammes. Selig und heilig, wer zum Mahl des Lammes berufen ist.
In der Zwischenzeit steht der Auftrag:
VerkĂŒndigt den Tod des HERRN, bis Er kommt. Sprich von Seinem Kreuz und von Seinem Blut. Sprich von der Tatsache: Wo die SĂŒnde mĂ€chtig geworden ist, ist die Gnade noch mĂ€chtiger. Sprich von der Tatsache, dass es keine hoffnungslosen FĂ€lle gibt. Er hat uns erlöst von dem Fluch! ErzĂ€hle den Menschen, dass es fĂŒr jeden einen Ausweg gibt; einen Ausweg aus dem Stadium des Verfluchten in das Stadium des Gesegneten.
Welch GlĂŒck istâs, erlöst zu sein!






Hallo Roland,
vielen Dank fĂŒr Deine guten ErklĂ€rungen. Das hat mir sehr geholfen, das Herrenmahl zu verstehen.
Eine Frage bleibt allerdings ungeklĂ€rt: MatthĂ€us 26,17 „Am ersten Tag der ungesĂ€uerten Brote kamen die JĂŒnger zu Jesus und sagten: Wo willst du, dass wir dir das Passamahl bereiten?“ „Am ersten Tag der ungesĂ€uerten Brote…“ Das ist frĂŒhstens der 14. Nisan. Da war Jesus aber bereits vor Pilatus, am Kreuz, bzw. im Grab.
Gibt es eine ErklĂ€rung dafĂŒr?
LG, Nymo
Hallo Nymo,
vielen Dank fĂŒr Deine RĂŒckmeldung. Danke auch fĂŒr die wichtige Frage nach MatthĂ€us 26,17. Diese Bibelstelle verursacht viel Streitereien unter den Theologen.
Der Wechsel eines Wochentags erfolgte in Israel damals bei Sonnenuntergang (ca. 18.00 Uhr), nicht um 00:00 Uhr wie bei uns; deshalb kann mit „am nĂ€chsten Tag“ auch die Zeit bis zum Schlafengehen nach Sonnenuntergang gemeint sein. Bei Sonnenaufgang begannt die 1. Stunde (heute: ca. 06.00 Uhr). Zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, sind 6 Stunden vergangen, die zweite TageshĂ€lfte beginnt (heute ca. 12.00 Uhr). Deshalb konnte man die Stunde ziemlich gut am Sonnenstand ablesen. Der Tag endet mit Ende der 12. Stunde bei Sonnenuntergang (heute: ca. 18:00 Uhr)
Somit dauerte der Tag von Abend zu Abend:
Das entspricht auch der Schöpfung GOTTES in 1. Mose 1, 5:
Der 14. Nisan begann also am 13. Nisan nach Sonnenuntergang und endete am 14. Nisan nach Sonnenuntergang. MatthĂ€us 26,17 bezieht sich daher auf den ersten Tag des siebentĂ€gigen Azyma-Festes (= 14. Nisan, wozu die Abendzeit des 13. Nisan gehört). Der HERR JESUS hörte am 12. Nisan auf zu lehren, ER ist am 13. wieder in die Stadt (Jerusalem) gekommen und hat nach Sonnenuntergang das Verfluchten-Passah gehalten. Am 14. Nisan (tagsĂŒber) hat ER fĂŒr unsere SĂŒnden SEIN Leben gegeben als untadeliges Passahlamm (vgl. 2. Mose 12,18-20; 1. Korinther 5,6-8).
Noch eine kurze Info zu den „Nachtwachen“:
Die Nacht wurde in 4 Nachtwachen eingeteilt.
âș Eine römische Nachtwache dauert 3 Stunden:
Abend (18-21 Uhr),
Mitternacht (21-0 Uhr),
Hahnenschrei (0-3 Uhr),
Morgen (3-6 Uhr) (siehe Mk13,35)
âș Bei den Juden waren es dagegen 3 Nachtwachen zu je 4 Stunden.
âș „In der vierten Nachtwache kam JESUS zu ihnen…“ bedeutet also: Der HERR JESUS kam in der Zeit zwischen 3 Uhr bis 6 Uhr morgens aus heutiger Sicht.
Dâaccord?
Sei gegrĂŒĂt mit Lukas 1,68
Maranatha
Roland
Einen Tag VOR dem Passah? Aber wie passt das mit den anderen Schriftstellen zusammen? Es heiĂt doch in Mt26,17 „Am ERSTEN Tag der ungesĂ€uerten Brote traten die JĂŒnger nun zu Jesus…“ Das Passah haben sie am ERSTEN Tag genommen.
2Mo12,17 „Und haltet das Fest der ungesĂ€uerten Brote! Denn eben an DIESEM Tag (EIN Tag!) habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ăgypten herausgefĂŒhrt; darum sollt ihr DIESEN Tag als ewige Ordnung einhalten bei euren Geschlechtern.“ Hier ist von EINEM Tag die Rede. Und dieser Tag ist das Passah. Das Passah ist der ERSTE Tag der ungesĂ€uerten Brote. Der 14. Abib. Und an diesem schlieĂen sich weitere 7 Tage an, bis zum 21. Abib.
2Mo12,18 „Am 14. Tag (Passah) des ersten Monats, am Abend, sollt ihr ungesĂ€uertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats am Abend.“ .
D.h. AM PASSAH hat ER das Verfluchtenpassah mit SEINEN JĂŒngern zu sich genommen.
Denn ER wurde ja am 14. Abib gekreuzigt, so dass das atl. Fest Passah mit SEINER Kreuzigung in ErfĂŒllung ging, wofĂŒr das Fest ja auch stand. Wie auch das Wochenfest Pfingsten eben genau an diesem Tag, an dem es atl. gefeiert wurde, in ErfĂŒllung ging Apg2,1.
Ebenso wird die letzte Posaune am 1. Tischri ertönen. Nicht, dass ER an diesem kommen wird. Das meine ich nicht. Denn es heiĂt ja: „IN DEN TAGEN der letzten Posaune“. Also nach dem Posaunenklang ist SEIN Kommen zu erwarten, da uns ja auch nicht zusteht, die genaue Zeit zu kennen.
Das Wort GOTTES berichtet, dass das Herrenmahl einen Tag (also in der Nacht vom 13. – 14. Nisan/Abib) vor dem eigentlichen Passah stattfand:
– Der HERR JESUS hatte das Mahl beendet und wurde bereits von Pilatus verhört, bevor die Juden das Passamahl gegessen hatten (Johannes 18, 28).
– Die Kreuzigung fand am „RĂŒsttag des Passahfestes“ (14. Nisan/Abib) statt (Johannes 19,14.31.42); vgl. auch Johannes 13, 1.
– Das Passahlamm soll am 10. Nisan ausgewĂ€hlt werden (2. Mose 12,3) und am 14. Nisan „zwischen den beiden Abenden“, d. h. in der AbenddĂ€mmerung geschlachtet werden (2. Mose 12, 6; vgl. auch 5. Mose16, 6). Nach den Rabbinen durfte dies ab 15 Uhr bis zum Sonnenuntergang geschehen. „In der Nacht“ (d. h. etwa ab 19 Uhr) soll es gegessen werden, nachdem es vorher „ganz“, d. h. unzerlegt, am Feuer gebraten worden war (nicht etwa in Wasser gekocht, siehe 2. Mose 12, 9).
– Der Todestag JESU wird als „RĂŒsstag des Passah“ (Johannes 19, 14), bezeichnet. Das ist der 14. Abib! An diesem Tag starb der HERR JESUS als das wahre Passahlamm, DEM kein Bein gebrochen wurde (Johannes 19, 36; 2. Mose 12, 46c; Psalm 34, 20.21). Wie bereits erwĂ€hnt, feierte der HERR mit SEINEN JĂŒngern am Tag bzw. am Abend zuvor (d. h. am 13. Abib und in der darauffolgenden Nacht, die bereits zum 14. Abib gehört) das Mahl des HERRN (Johannes 13, 1.2a). Johannes schreibt explizit, „es war aber frĂŒhmorgens“ (Joh.18, 28a) an jenem „RĂŒsttag des Passah“ (Johannes 19, 14), als jene Juden, die JESUS vom Verhör durch Kaiphas zu Pontius Pilatus in das römische PrĂ€torium fĂŒhrten, nicht selbst in das PrĂ€torium hineingingen, „damit sie sich nicht verunreinigten, SONDERN DAS PASSAH(LAMM) ESSEN KĂNNTEN“ (Johannes 18, 28b). Die Juden (z.B. diese hohepriesterlichen sadduzĂ€ischen Gefolgsleute, die JESUS zu Pilatus brachten) hatten das Passah(lamm) noch nicht gegessen! Der Zeitpunkt des Essens der LĂ€mmer war also noch nicht gekommen! Somit fĂ€llt der Tod JESU in die Zeit der offiziellen Schachtung der PassahlĂ€mmer des 14. Nisan/Abib.
– Johannes hĂ€tte kaum einen Juden von der Wahrheit, dass der HERR JESUS das wahre Passahlamm ist, ĂŒberzeugen können, wenn er ihm nicht sagen hĂ€tte können, dass der HERR tatsĂ€chlich am 14. Nisan/Abib starb. Den damaligen Juden kam es bei der typischen Deutungsmethode gerade auf das Ăbereinstimmen von ĂuĂerlichkeiten (entsprechend ihrer Anschauung) an. Passahlamm und 14.Nisan gehörten im jĂŒdischen Denken einfach zusammen! Das wusste auch Paulus: „Denn unser Passahlamm ist ja fĂŒr uns geschlachtet worden: CHRISTUS.“
AuĂerdem schreibt er in 1. Korinther 11, 23 nicht von der Nacht des Passah, sondern von der „Nacht des Verrats“. Offenbar war die Nacht des Herrenmahls auch fĂŒr Paulus nicht die offizielle Festnacht vom 14. auf den 15. Nisan/Abib.
– Nur nebenbei (ist jetzt nicht so wichtig): Auch der babylonische Talmud (Sanhedrin 43′ Bar) gibt als Todestag des HERRN JESUS den 14. Nisan/Abib an.
Hallo, Roland!
Mittlerweile bin ich fĂŒndig geworden: Es gibt gar keine „Die jĂŒdischen Ketzergesetze“. Diese sind eine Erfindung von Ethelbert Stauffer, die er in seinem Buch „Jerusalem und Rom“ veröffentlicht bzw. zusammengefasst hat. Er beruft sich dabei auf einzelne Bibelstellen und jĂŒdische Gesetze und fasst sie als „Die jĂŒdischen Ketzergesetze“ zusammen.
Die Nummerierung ist also auch frei gewÀhlt und im Judentum nicht existent.
Ich habe die Paragraphen alle gem. Stauffers Nummerierung abgetippt und werde, sobald ich die Zeit dazu habe, auch die Quellen nachtragen, nachschlagen und die Texte einfĂŒgen. Wer Interesse hat, findet die Datei unter dem Link https://docs.google.com/document/d/15RLDm4ct9V-uZi2pjvu5NqeoaS1FTB-rwlY884IxKwA/edit?usp=sharing
Liebe GrĂŒĂe… Carolin
Hallo Carolin,
erst einmal herzlichen Dank fĂŒr Deine Nachforschungen. Ich finde es klasse, dass Du nicht an der OberflĂ€che bleibst, sondern den Dingen auf den Grund gehen willst.
Die Kritik an den jĂŒdischen Ketzergesetzen kenne ich. Allerdings hat mich diese Kritik bisher nicht sonderlich ĂŒberzeugt. Stelle ruhig die Links hier rein, dann können wir uns gerne austauschen.
Durch mehrere UmzĂŒge finde ich leider mein Quellenmaterial im Moment nicht. Ich hoffe nicht, dass es verloren gegangen ist. Ich werde aber „am Ball bleiben“ und bei Gelegenheit noch einmal den Dachboden durchkĂ€mmen, in der Hoffnung, dass ich das Quellenmaterial dort finde.
Dr. Hans Frisch beispielsweise bestĂ€tigt in seinem Aufsatz „Ketzergesetze und Passion“ die Arbeit von Stauffer:
„Ein Erlanger Theologe – Ethelbert Stauffer – hat die entsprechenden Gesetze, Vorschriften und Bestimmungen gesammelt und hat sie geordnet, 123 „Paragraphen“ sind es geworden.“
Quelle: https://www.aref.de/highlights/2005/passion_ketzergesetze.htm
Shalom
Roland
Gibt es irgendwo eine Quelle, wo ich die jĂŒdischen Ketzergesetze nachlesen kann?
Im Internet findet man lediglich, dass sich Ethelbert Stauffer auf den §123 berief, als er schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf das Ketzer- bzw. Verurteilten-Passah aufmerksam gemacht hat. Jedoch habe ich noch keinen jĂŒdischen Rabbiner gefunden, der mit dem Begriff etwas anfangen kann oder jemals davon gehört hĂ€tte – und im Internet finde ich sie auch nicht.
Möglicherweise liegt es daran, dass ich keinem Rabbiner (auf Englisch) verstĂ€ndlich machen kann, was genau ich suche, da mir die Vokabeln fehlen, mit denen diese Gesetze bezeichnet werden. Ich hatte versucht, das mit „criminals“ und „heretics“ zu umschreiben.
Ăber einen Link o.Ă€. wĂ€re ich echt total dankbar, da ich gerne die Quelle ĂŒberprĂŒfen wĂŒrde, vor allem, ob da vielleicht noch mehr drin steht, was sehr interessant im biblischen Kontext werden könnte.
Danke!!!
Hallo Carolin,
danke fĂŒr die wichtige Frage. Das Israel-Museum zu Jerusalem hat einige Rollen im Netz veröffentlicht:
http://dss.collections.imj.org.il/
Leider sind alle Rollen in der Original-Sprache. Es gibt auch diverse BĂŒcher, die die Rollen in der Original-Sprache veröffentlicht haben. Eine deutsche Ăbersetzung des Ketzergesetzes ist mir bisher noch nicht bekannt. Sollte ich die entsprechende Literatur entdecken, werde ich sie hier gerne posten.
Viele GrĂŒĂe
Roland
Und noch eine Frage muss ich nachsenden – Wann wurden im Tempel die PassalĂ€mmer geschlachtet? Welcher Wochentag und Uhrzeit war das gewesen – kann man dass eingrenzen? Arnold Fruchtenbaum sagt z.B., das die Priester im Tempel um 9.00 Uhr morgens ein extra Passalamm schlachteten, von dem nur sie essen durften. Die Familien in Jerusalem aber in der Nacht vorher das Passa in der Familiengemeinschaft hielten – aber das kann doch nicht sein, da doch erst die PassalĂ€mmer im Tempel geschlachtet werden mussten, bevor die Familien richtig das Passa halten konnten. Es wĂ€re tatsĂ€chlich hilfreich, wenn es eine Ăbersicht der Abfolge der Passawoche mit den jeweiligen Geschehnissen und Erignissen geben wĂŒrde….
LG Hans
Teil 1:
Lieber Hans,
bevor ich zum Passahablauf etwas schreibe, will ich noch kurz Deine Fragen beantworten:
Abib/Nisan:
Vor dem babylonischen Exil wurde der entsprechende Monat als „Abib“ und nach dem Exil als „Nis(s)an“ bezeichnet.
Zeitpunkt der Schlachtung der PassahlÀmmer:
Die Tiere sollten am 14. Nisan „gegen Abend“ geschlachtet werden, wörtl. „zwischen den Abenden“, d.h. zwischen Sonnenuntergang und Einbruch der Dunkelheit (2. Mose 11,6; 3. Mose 23,5; 4. Mose 9,3.5.11; vgl.5. Mose 16,6).
Die Priester schlachteten ihre LĂ€mmer immer erst dann, wenn die „NormalbĂŒrger“ ihre Schlachtungen beendet hatten.
„Hochheiliger Tag“ = damit ist der Sabbat gemeint
Die von Dir genannten Bibelstellen stimmen mit dem SprachschlĂŒssel der Elberfelder ĂŒberein.
ARTOS = Das „normale“ Brot
AZYMON = das ungesÀuerte Brot
Ich kopiere Dir aus zwei verschiedenen WörterbĂŒchern das Bedeutunssprektrum der beiden Begriffe in den Kommentarbereich:
Importantia
αÏÏÎżÏ, ÎżÏ ĂĄrtos
Ăbersetzung: Brot
Anzahl: 97
Grammatik: N m
Herkunft: Aus d. Wz. ar- (vereinigen, fĂŒgen), (w. d. ZusammengefĂŒgte [nĂ€mlich Mehl und Wasser], das Bereitete) (siehe: G759 αÏÏΌα ĂĄroma Spezereien)
Kautz
Bedeutung
* d. Brot
* eigtl.: d. Brotfladen, fingerdick und rund in d. GröĂe eines Tellers, welche nicht geschnitten sondern gebrochen wurden. Sie bildeten das Hauptnahrungsmittel. Das Brot wurde fĂŒr d. tĂ€glichen Bedarf an jedem Morgen hergestellt und konnte daher wohl einmal ausgehen. Die Mahlzeit wurde damit eröffnet, daĂ d. Hausvater d. Brot in d. Hand nahm, es unter einem Dankgebet in StĂŒcke brach und diese dann verteilte. 5Mo 8,3; Jer 16,7; Ri 7,13; 2Kö 4,42; Mt 4,3; 7,9; 14,17.19; 15,26.33; Mt 16,8; Mk 6,52; 7,27; 8,4; 14,16; Lk 4,3; 9,13; 11,11; Joh 6,5.23.26; Joh 21,9; 2Kor 9,10; ua.
* spez.: vom Brotopfer (die Schaubrote). Es waren Brotkuchen, die wöchentlich im Tempel frisch aufgelegt wurden und, nachdem sie weggenommen waren, den Priestern zum Verzehr zufielen. 2Mo 40,23; 1Sam 21,7; 1Chr 9,32; Mt 12,4; Mk 2,26; Lk 6,4; vom Brot bei d. Abendmahlsfeier, das ebenfalls unter Dankgebeten gebrochen und dann verzehrt wurde. Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; 1Mo 31,16; Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; Apg 2,42.46; 20,7; 1Kor 10,16.17; 1Kor 11,23.26; ff.
* jede Art von Speise; Nahrung im weiteren Sinn (denn Brot war d. erste und wichtigste Grundnahrungsmittel); d. Lebensunterhalt. 1Mo 37,25; Jes 65,25; Am 8,11; 2Sam 12,20; Mt 6,11; Joh 13,18; 2Thes 3,8; ua.
* ĂŒbertr.: von Christus als d. Brot d. Lebens. 2Mo 16,4; Ps 78,25; 105,40; Joh 6,31.32.35.41.48.51.58;
Statistik
Vorkommen: 98; Stellen: 90; Ăbersetzungen: 8
Brot (56x in 51 Stellen)
* Brote (31x in 29 Stellen)
* Broten (3x in 3 Stellen)
* Schaubrote (3x in 3 Stellen)
* Brotes (2x in 2 Stellen)
* [nicht ĂŒbersetzt] (1x in 1 Stelle)
* Gerstenbrote (1x in 1 Stelle)
* Gerstenbroten (1x in 1 Stelle)
————————————————————————————–
áŒÎ¶Ï ÎŒÎżÏ (azymos) : ungesĂ€uert
Importantia
Î±Î¶Ï ÎŒÎżÏ, ÎżÎœ ĂĄ-zymos
Ăbersetzung: ungesĂ€uert
Anzahl: 9
Grammatik: Adj
Herkunft: Aus G1 α a ohne (priv.) + G2219 Î¶Ï ÎŒÎ· zĂœme Sauerteig
Kautz
Bedeutung
* ungesÀuert
* subst.: das Fest d. ungesĂ€uerten Brote unmittelbar anschlieĂend an das Passahfest; d. Mazzenfest. 2Mo 23,15; 34,18; 5Mo 16,16; Mt 26,17; ua.
* d. ungesĂ€uerten Brotfladen selbst; ĂŒbertr.: frei von Sauerteig (d.h. von Bösem). 2Mo 12,8.15; 29,2; 3Mo 2,4.5; 4Mo 6,15; 1Kor 5,8;
* adj. ĂŒbertr.: von d. Stellung d. GlĂ€ubigen die einen entsprechenden reinen Wandel nach sich ziehen soll. 1Kor 5,7;
Statistik
Vorkommen: 9; Stellen: 9; Ăbersetzungen: 3
ungesÀuerten (7x in 7 Stellen)
* UngesÀuertem (1x in 1 Stelle)
* ungesÀuert (1x in 1 Stelle)
Teil 2:
Ablauf des Passahfestes:
– Beginn: 15. Nisan (Vollmond im MĂ€rz/April)
– Dauer: 7 Tage in Israel); 8 Tage in der Diaspora (Galut)
12. Nisan (Dienstag):
Vorbereitung des Herrenmahls
– 13. Nisan (Mittwoch):
Mahl des HERRN
– 14. Nisan (Donnerstag; RĂŒsstag des Passah):
Schlachtung der PassahlĂ€mmer kurz vor Sonnenuntergang („zubereitet“, d. h. geschlachtet und gebraten; gehörte bereits zur Zeit der ungesĂ€uerten Brote, obwohl das Fest der UngesĂ€uerten Brote erst am 15. Nisan begann, als das Passahlamm gegessen wurde.)
Gefangennahme durch die Juden; Verhöre vor Herodes Antipas und Pilatus; GeiĂelung, Dornenkrönung und Verspottung; Kreuzigung; Tod JESU um die 9.Stunde; Grablegung
– 15. Nisan (Freitag):
1. Festtag der ungesÀuerten Brote
Grabesruhe
Passahlamm wurde in der Nacht vom 14. Nisan (gehörte damit bereits zum 15. Nisan) verzehrt
– 16. Nisan (Sabbat):
2. Festtag der ungesÀuerten Brote
Grabesruhe
– 17. Nisan (Sonntag):
3. Festtag der ungesÀuerten Brote
Der HERR JESUS ist auferstanden!
Graböffnung durch Engel
Auffindung des leeren Grabes und Erstbezeugung
Darbringung der Erstlingsgarbe
– 18. Nisan (Montag):
4. Festtag der ungesÀuerten Brote
– 19. Nisan (Dienstag):,
5. Festtag der ungesÀuerten Brote
– 20. Nisan (Mittwoch):
6. Festtag der ungesÀuerten Brote
– 21. Nisan (Donnerstag):
7. Festtag der ungesÀuerten Brote, Festtagssabbat
Noch eine kleine Anmerkung:
Die Volkskirchen verteilen die Passion CHRISTI auf einen Zeitraum von mehreren Tagen (wie z.B. in der sog. Drei-Tage-Chronologie: Gefangennahme am Mittwoch und Tod JESU erst am (Kar-)Freitag und diese Auffassung ist vom biblischen Zeugnis her nicht erlaubt (als ehemaliger Katholik kenne ich noch den Kreuzweg, der begangen wurde und an die einzelnen „Stationen“ betrachtet wurden. Denn der Tag der Gefangennahme JESU ist auch der Todestag JESU. Nach dem Mahl des HERRN, „in dieser Nacht“, wurde der HERR festgenommen (MatthĂ€us 26, 30.31,34,36,46ff; Markus 14, 26.27.30.32,42ff; Lukas 22, 34.39.47ff) und am 14. Nisan (der mit der vorhergehenden Nacht begann), wurde ER getötet. AuĂerdem musste sich das Zeichen des Jona, die „drei Tage und drei NĂ€chte“ zwischen Tod und Auferstehung erfĂŒllen. An der wörtlichen ErfĂŒllung des Zeichens des Jona scheitert das Traditionskirchentum, das den Karfreitag zum Todestag macht!
Obwohl hier ein offensichtlicher Irrtum vorliegt, hĂ€lt die römisch-katholische Kirche und die Evangelische Kirche (EKD) am Mythos von der „Karfreitags- Kreuzigung“ fest, ja sie hat sogar einen GroĂteil ihrer Liturgie und ihrer Dogmen darauf aufgebaut. FĂŒr die Kirche ist es jetzt zu spĂ€t, diese Version zu Ă€ndern. Ich schlieĂe daraus, dass aufgrund dieser offiziellen Duldung der Unwahrheit auch alles andere, was die katholische Kirche auf eine ebenso dogmatische Weise verkĂŒndet, angezweifelt werden muss. Aber das Gleiche gilt auch fĂŒr die vielen Millionen Protestanten, die diese LĂŒge mit ihren alljĂ€hrlichen „Karfreitags-Gottesdiensten“ ebenso bereitwillig unterstĂŒtzen.
Lieber Roland! Dann muss man aber konsequent ALLE ihre Dogmen hinterfragen. Dazu gehört eben auch die TrinitÀt. Nach Joh17,3 hÀngt von der Erkenntnis des Sohnes und des Vaters das ewige Leben ab. Es ist aber eine Offenbarung Mt11,27. ER offenbart sich aber nur denen, die IHN lieben, d.h. die SEINE Gebote halten Joh14,19-21. Man kann aber SEINE Gebote nur halten, wenn man von neuem gezeugt worden ist, aus Wasser und Geist Joh3,3. Der Weg zur Erkenntnis des Sohnes zeigt uns 2Pt1,3-11.
Allein diese Bibelstellen bezeugen die TrinitĂ€t als eine LĂŒge.
Liebe Astrid,
die Dreieinheit GOTTES ist kein Dogma, sondern eine Selbstoffenbarung GOTTES. Du hast recht: Johannes 17,3 bezeugt, dass die Erkenntnis GOTTES heilsentscheidend ist. Deshalb haben me. E. Arianer, die die Gottheit des HERRN JESUS leugnen, keinen rettenden Glauben. Die von Dir erwĂ€hnten Bibelstellen jedoch erwĂ€hnen mit keiner Silbe, dass die Dreieinheit GOTTES eine LĂŒge sei. Gerne will ich auch einige Bibelstellen anbringen, die die Dreieinheit GOTTES bezeugen:
a) Drei Personen
– in der Schöpfung -> 1Mo 1:1-2.26; 3:22; 11:7; Jes 6:8;Pred 12:1 (Schöpfer ist Mehrzahl) Ps 33:6; Joh 1:1-3; Kol 1:16; Heb 1:2; 1Kor 8:6; Apg 17:29; Hiob 33:4; Ps 104:30 u.a.
– bei der Fleischwerdung CHRISTI -> Lk 1:35
– bei der Taufe JESU -> Mt 3:16-17
– bei den Kreuzesleiden JESU -> Heb 9:14; 10:10.15
– bei der Auferstehung JESU -> Rö 1:3-4; 6:4; 8:11
– bei der Verherrlichung JESU -> Joh 14:16.26; 15:25; 16:14-15
– im Taufbefehl -> Mt 28:19
b) Einheit im Wesen, d.h. alle drei Personen sind gleicherweise GOTT
– der VATER ist GOTT -> Anrede in den NT-Briefen: „Gott unser Vater…“; 1Kor 1:3; Gal 1:1; Eph 1:3; 1Kor 8:6 u.a.
– der SOHN ist GOTT -> Joh 1:1-3; 1Joh 5:20; Joh 5:18-30; 10:30; 12:41 (vgl. Jes 6:1ff); Kol 2:9; Off 1:18 (vgl. Jes 44:6) u.a.
– der HEILIGE GEIST ist GOTT -> Apg 5:3-4; Heb 9:14; 2Kor 3:6.18
Lieber Roland – mir wĂ€re sehr geholfen, wenn du Zeit finden könntest , auch die Frage nach den Wochentagen, bzw. den genauen Ablauf der Passawoche aufzuzeigen. Wenn im AT von dem „Hochheiligen Tag“ geschrieben steht, ist damit gemeint, dass das Passahfest – also der 14.Nissan [warum schreiben manche 14./15.Abib?] – auf den Sabbat getroffen ist? So scheint es doch bei der Kreuzigung des HERRN JESU gewesen zu sein?
Liebe GrĂŒĂe und vielen Dank fĂŒr deine Zeit und geduldigen ErklĂ€rungen, Hans
Lieber Roland â mir wĂ€re sehr geholfen, wenn du Zeit finden könntest , auch die Frage nach den Wochentagen, bzw. den genauen Ablauf der Passawoche aufzuzeigen. Wenn im AT von dem âHochheiligen Tagâ geschrieben steht, ist damit gemeint, dass das Passahfest â also der 14.Nissan [warum schreiben manche 14./15.Abib?] â auf den Sabbat getroffen ist? So scheint es doch bei der Kreuzigung des HERRN JESU gewesen zu sein?
Liebe GrĂŒĂe und vielen Dank fĂŒr deine Zeit und geduldigen ErklĂ€rungen.
Lieber Roland, ich melde mich gleich nochmal – ich habe leider keine Elberfelder Bibel mit SprachschlĂŒssel….
Solltest du sie haben, darf ich dich um etwas bitten?! Was steht als SprachschlĂŒsselerklĂ€rung zu folgenden Bibelstellen, wo es beim Herrn JESUS um „DAS BROT“ geht?
Johannesevengelium Kap. 6, 41+51+58 im Vergleich zu Lukas 22, 7, bzw. Vers 19 und natĂŒrlich zu 1.Korinther 11, 26+27+28. Da geht es um das Brot beim GedĂ€chtnismahl, bzw. in Johannes 6 als JESUS von sich als dem Lebensbrot spricht – den ungesĂ€uerten Broten und vom Brot beim GedĂ€chtnismahl. Im griechischem Grundtext meiner InterlinearĂŒbersetzung stehen fĂŒr das Brot immer das Wort „artos“ und beim ungesĂ€uerten Brot das Wort „azymon“ – beides bezeichnet eben nicht das Gleiche!???
Und es kann wohl auch nicht beim „normalen Brot“ sich einfach um einen Umgangssprachlichen Ausdruck handeln, da hier das Wort Gottes einen klaren Unterschied gesetzt hat – das ist, so bin ich ĂŒberzeugt, kein bloĂer Zufall.
Vielleicht gibt der Elberfelder SprachschlĂŒssel des RĂ€tsels Lösung…?
LG Hans (muĂte meinen Namen Ă€ndern, ich kam einfach nicht mehr ins Forum rein!? – also „Bobby“ ist gleich „Hans“)
Lieber Roland – danke fĂŒr deinen Beitrag, wozu ich aber nochmal nachfragen möchte. MatthĂ€us+Markus+Lukas schreiben, dass der HERR JESUS seine JĂŒnger beauftragete das Passalamm-Essen vorzubereiten und da lesen wir, dass es noch zwei Tage bis zum Passafest war (z.B. Matth.26,2) Im Kap.26,17 fragen seine JĂŒnger am ersten Tag der UngesĂ€uerten Brote (wann war dieser Tag?), wo sie das Passalamm zum Essen vorbereiten sollen. Ganz Ă€hnlich steht es in Markus 14,1+12! In Lukas 22, 7+8 gibt der HERR JESUS ganz klar den Auftrag, dass Passalamm vorzubereiten. In Johannes 13,1 steht nun aber „vor dem Passafest erkannte JESUS“…usw. – und in Kap.18,28 sieht man, das es eben doch noch nicht der Passatag war. Was also meinte der HERR JESUS als er seinen JĂŒngern den Auftrag gab, dass Passalamm zuzubereiten – und dann kamen sie ja auch in dem Obersaal zusammen – und wie ist dann der Bericht in Johannes 18 zu verstehen, das es eben doch noch nicht Passa war, als die Hohen-priester den HERRN JESUS zum PrĂ€torium brachten, aber nicht hinein gingen, weil sie sonst nicht das Passamahl hĂ€tten essen dĂŒrfen!? In Johannes 19, 31 steht, dass es RĂŒsttag war (was bedeutet der Wortlaut genau?) und man JESUS noch schnell vom Kreuz nahm, weil der Sabbat „vor der TĂŒr“ stand!? Also – was fĂŒr ein Passalamm aĂ der HERR JESUS mit seinen JĂŒngern, wenn es noch gar nicht Passa war? Welches Passalamm aĂen sie denn, wenn die Schlachtungen der PassalĂ€mmer im Tempel noch gar nicht vollzogen worden waren – und wann wurden die PassalĂ€mmer denn geschlachtet? Wann begann denn der Sabbat bei, oder nach der Kreuzigung des HERRN JESUS? Wenn das Fest der UngesĂ€uerten Brote, welches laut Lukas 22,1 das gleiche Fest wie das Passafest ist, aber in Markus 14,1 getrennt genannt wird – 7/8 Tage dauerte – der HERR JESUS aber vor dem eigentlichen Passafest gekreuzigt wurde, wie passt das alles zusammen. Dann aĂ ja der HERR JESUS doch nicht das eigentliche Passalamm!????
Vielleicht kannst du es einfach erklĂ€ren, dass ich es auch verstehe – Herzliche GrĂŒĂe, Hans
Lieber Hans,
herzlichen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Die Frage, die Du stellst, ist sehr wichtig!
Du schreibst: „Im Kap.26,17 fragen seine JĂŒnger am ersten Tag der UngesĂ€uerten Brote (wann war dieser Tag?), wo sie das Passalamm zum Essen vorbereiten sollen.“
Zuerst möchte ich gerne MatthĂ€us 26,17 anschauen, wie dieser Vers in verschiedenen BibelĂŒbersetzungen wiedergegeben wird:
„Aber am ersten Tag der UngesĂ€uerten Brote traten die JĂŒnger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten?“ (Luther 2017)
„Am ersten Tag des Festes der ungesĂ€uerten Brote aber traten die JĂŒnger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passahmahl zu essen bereiten?“ (Elberfelder)
„Am ersten Tag der ungesĂ€uerten Brote traten die JĂŒnger nun zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, dass wir dir das Passahmahl zu essen bereiten? (Schlachter 2000)
„Am ersten Tag der ungesĂ€uerten Brote kamen die JĂŒnger zu Jesus und sagten: Wo willst du, dass wir dir das Passamahl bereiten?“ (ZĂŒricher Ăbersetzung)
„Am ersten Tag des Festes der ungesĂ€uerten Brote kamen die JĂŒnger zu Jesus und fragten: »Wo sollen wir das Passamahl fĂŒr dich vorbereiten“ (Neue Genfer Ăbersetzung)
„Am ersten Tag der Festwoche der „UngesĂ€uerten Brote“ fragten die JĂŒnger Jesus: „Wo sollen wir das Passamahl vorbereiten?“ (NEĂ)
„Am ersten Tage der ungesĂ€uerten Brote aber traten die JĂŒnger zu Jesus und fragten ihn: »Wo sollen wir dir alles vorbereiten, damit du das Passahmahl halten kannst?“ (Menge Bibel)
Ich vermute, dass Du Dich bei Deiner Frage nach dem Passahlamm in MatthĂ€us 26,17 auf die Luther-Ăbersetzung beziehst.
Wie schaut es jetzt mit der Ăbersetzung dieses Verses aus? Der griechische Begriff, der mit „Passahlamm“ bzw. „Passahmahl“ĂŒbersetzt wird, heiĂt „ÏαÏÏα pĂĄscha“.
PĂĄscha kommt 29x in der Bibel vor und kann wie folgt ĂŒbersetzt werden:
– das jĂŒdische Passahfest
– das Passahlamm
– das Passahmahl (als feierliches Mahl)
– das Passah-Opfer (rabb.: Chagigah)
Jetzt kann man natĂŒrlich, wie z. B. Luther, Matth. 26,17 (analog Markus 14,1.12) mit „Passahlamm“ ĂŒbersetzen (ĂŒbersetzungstechnisch ist das in Ordnung). Wenn jedoch der Kontext berĂŒcksichtigt wird (insbesondere die Parallelstelle im Johannesevangelium) ist diese Ăbersetzung nicht korrekt, da plötzlich WidersprĂŒche kĂŒnstlich erzeugt werden. Unter BerĂŒcksichtigung des Kontextes ist daher m. E. die richtige Ăbersetzung: „Passahmahl“ bzw. „Passahfest“. Diese Ăbersetzung fĂŒgt sich in den biblischen Zusammenhang nahtlos ein.
PĂĄscha kommt auch in 1. Korinther 5,7 vor und hier fordert der biblische Zusammenhang, dass CHRISTUS unser Passahlamm ist (denn nur das Passahlamm wurde geschlachtet).
Daher aĂen der HERR und Seine JĂŒnger nicht das Passahlamm, sondern sie feierten das (Ketzer-)Mahl (vor dem eigentlichen Passahfest).
Du fragst nach dem dem „ersten Tag der UngesĂ€uerten Brote“ und dem „RĂŒsttag“.
„Erster Tag der UngesĂ€uerten Brote“= Eigentlich beginnt das Fest der „UngesĂ€uerten Brote“ erst nach dem Passahfest (vom 15. – 21. Abib (2. Mose 12, 18), das einerseits an den Auszug aus Ăgypten erinnerte (5. Mose 16,3; vgl. 26, 1-11), anderseits war es das Fest des Erntebeginns (3. Mose 23, 10-14). Der erste und letzte Tag waren heilige Versammlungstage, an denen nur die Arbeit erlaubt war, die zur Bereitung des Essens diente (2. Mose 12, 16; 3. Mose 23,7.8; 4. Mose 28, 18.25). TĂ€glich wurden Festopfer gebracht (3. Mose23, 8), zu denen freiwillige Opfer des einzelnen kamen (2. Mose 23, 15). WĂ€hrend der ganzen Zeit durfte kein gesĂ€uertes Brot gegessen werden noch sich ĂŒberhaupt in den HĂ€usern befinden (2. Mose 12, 18-20; 3. Mose 23,6).
MatthĂ€us bezeichnet aber, Ă€hnlich wie z. B. Josephus, die ganze Festzeit als „ungesĂ€uerte Brote“.
„RĂŒsttag“ ( oder „Vorsabbat“, z. B. Markus 15,42) ist der Tag vor dem Wochen- oder einem Festsabbat (MatthĂ€us 27, 62; Lukas 23, 54; Johannes 19, 14.31.42), an dem man die nötigen Vorbereitungen fĂŒr den Ruhetag traf.
In 5. Mose 21, 22.23 war im Gesetz angeordnet, dass der Leichnam eines Hingerichteten „nicht ĂŒber Nacht an dem Holz bleiben“, sondern noch am selben Tage begraben werden soll. Der „Tag“ endete aber nach jĂŒdischer Rechnung um 18 Uhr. Wenn die Kreuzigung der drei Verurteilten nach 12 Uhr stattgefunden hatte, war es sehr unwahrscheinlich, dass der Tod schon vor 18 Uhr bei ihnen eintrat. Der Blutverlust bei einer Annagelung an das Kreuz war gering. Wenn der Körper durch ein Sitzholz gestĂŒtzt wurde, so dass die Wunden nicht weiter ausrissen, konnte es bis zu drei Tagen dauern, ehe das Leben erlosch. Die Anordnung Moses „nicht ĂŒber Nacht am Holz“ hĂ€tte dann notgedrungen ĂŒbertreten werden mĂŒssen.
Das „Zerschlagen der Schenkel“ bei hilflos ans Kreuz angenagelten Menschen war grausam, fĂŒhrte aber doch rasch zum Tode. Diese Tötung wird an den beiden Mitgekreuzigten vollzogen.
Konnte ich Deine Fragen beantworten? Falls noch weitere Unklarheiten (oder durch meine Antwort neue Unklarheiten entstanden sind), dann schreibe ruhig. Ich versuche dann, so der HERR mir Gnade dazu schenkt, Deine (neuen) Fragen zu beantworten.
Sei gegrĂŒĂt mit MatthĂ€us 5, 16
Shalom
Roland
Lieber Roland, danke fĂŒr deine ErklĂ€rungen. D.h. das der HERR JESUS das „Verfluchten-oder-Ketzerpassah“ mit seinen JĂŒngern hielt/feierte. Wird dieses Ketzerpassah in der Bibel erwĂ€hnt oder verordnet fĂŒr solche, die zum Tode verurteilt waren? Woher kann man annehmen, dass der HERR JESUS wirklich gesĂ€uertes Brot, statt wie zum Passah vorgeschrieben ungesĂ€uertes Brot aĂ? Wann wurden die PassahlĂ€mmer im Tempel geschlachtet? Wenn der HERR JESUS ca. 15.00 Uhr gestorben ist – war das die Zeit, als im Tempel die LĂ€mmer geschlachtet worden sind – ich kann dies nicht belegen, habe es nur mal gelesen, oder irgendwo gehört!? Mir ist trotz deiner guten ErklĂ€rung oben noch immer nicht ganz klar, wie der eigentliche Ablauf der Passahfestwoche ablief? In Johannes 18,22 sieht man ja klar, das es noch nicht Passah war (aber wohl schon die Festwoche lief?), denn die Hohepriester usw. wollten nicht hineingehen, weil sie sonst unrein fĂŒr das Passah geworden wĂ€ren (diese Heuchler). Nach unserer heutigen Zeitrechnung wĂŒrde dann der HERR JESUS am Mittwoch das Ketzerpassah gehalten haben – danach ging er mit seinen JĂŒngern in den Garten Gethsemane – dort wird er verhaftet – scheinbar noch in der gleichen Nacht und den ganzen Donnerstag vormittag vom Hohen Rat, Pilatus, Herodes und wieder Pilatus verhört, geschlagen,dem Volk vorgefĂŒhrt – gegen Barrabas „ausgetauscht“ – usw, – und dann am Freitag morgen nach Golgatha gebracht und gekreuzigt? Ist das bishierher so richtig? Dort hĂ€ngt der HERR JESUS insgesamt 6 Stunden am Kreuz – 3 Stunden davon in totaler Finsternis und von seinem himmlischen Vater getrennt – und gibt dann „seinen Geist“ auf. Am Freitag Nachmittag werden zur Sterbestunde sie PassahlĂ€mmer im Tempel geschlachtet – demnach will Josef von Arimathia den HERRN JESUS noch vor 18.00 Uhr, dem Beginn des Passahs – oder jetzt des Sabbaths (das verwirrt auch, war denn das Passahfest und in dem Fall der Sabbath auf einen Tag gefallen?), vom Kreuz nehmen, um den HERRN zu bestatten – NOTDĂRFTIG!? Da die Frauen ja spĂ€ter noch den Leichnam balsamieren wollten?
Es sind viele Fragen – ich weiĂ – aber die Beantwortung und auch die Reihenfolge der AblĂ€ufe wĂŒrden den Wert und die Bedeutung des wirklichen Passahlammes JESUS, ebenso den Wert und die tiefe Bedeutung des GedĂ€chtnismahles und ebenso des Opfers des HERRN JESUS nochmals auf eine viel „höhere und erhabenere Ebene heben“ – und seine ohnehin schon strahlende Schönheit zur noch tieferer Dankbarkeit + Anbetung erheben.
Liebe GrĂŒĂe, Hans
Lieber Hans,
das „Ketzerpassah“ wird sehr detailliert in der Bibel beschrieben, indem die Unterschiede zum „offziellen“ Passah dargestellt werden (z. B. findet das Mahl des HERRN 24 Std. vor dem offiziellen Passahmahl der Tempelgemeinde statt, gesĂ€uertes Brot, kein Passahlamm usw.). Verordnet wird es z. B. in den jĂŒdischen Ketzergesetzen, z. B. § 123. Die jĂŒdischen Ketzergesetze selbst werden jedoch nicht in der Bibel erwĂ€hnt.
Das Ketzerpassah wurde nicht verordnet fĂŒr diejenigen, die zum Tode verurteilt waren. Wenn sie das Passah feiern wollten, war dies nur auĂerhalb der Tempelgemeinde möglich. Aber sie konnten natĂŒrlich auch darauf verzichten, dass Passah zu feiern.
Dass der HERR JESUS gesĂ€uertes Brot nahm, steht im Grundtext. Im Grundtext stehen hier zwei verschiedene Worte. FĂŒr das âungesĂ€uerteâ ist das gr. AZYMON (z. B. Lk. 22,7; 1. Kor. 5,8) und fĂŒr das âgesĂ€uerteâ steht gr. ARTOS (Lk. 22,19). JESUS nahm nicht das AZYMON, sondern der HERR nahm das ARTOS, das ganz gewöhnliche, gesĂ€uerte tĂ€gliche Brot. Mit diesem Brot feierte ER dieses Passah. Das „ARTOS-Brot“ wurde gebacken, indem allmorgendlich in den HĂ€usern Korn zu Mehl verrieben bzw. gemahlen wurden; diese Arbeit taten Frauen (1. Mose 18,6; 1. Samuel 8,13; Jeremia 7,18). Das Mehl wurde zusammen mit Wasser in einem meist wohl irdenen oder steinernen Backtrog zu Teig vermengt, gesalzen und dann mit Sauerteig versetzt. Nachdem das Ganze durchzogen war, wurden daraus in der Regel flache runde Scheiben von ca. 30-50 cm Durchmesser geformt, die man meist in der Mitte mit dem Finger durchstieĂ und die sich nach dem Backen – nur ca. 2 mm – 1 cm dick – gut brechen lieĂen; sie wurden nicht geschnitten (Jesaja 58,7; MatthĂ€us 14,19).
Aus jĂŒdischen Geschichts-Quellen ist bekannt, dass die PassahlĂ€mmer am Nachmittag des 14. Nisan, und zwar im Anschluss an das tĂ€gliche Abendopfer (2. Mose 29, 38-42; 4. Mose 28, 3.4), geschlachtet wurden (Ma ariv = „Abendgebet“ zur Zeit des Abendopfers). Flavius Josephus (1. Jhd.) berichtet sowohl in seinem 20-bĂ€ndigen Geschichtswerk „JĂŒdische AltertĂŒmer“ als auch in seinem 7-bĂ€ndigen Geschichtswerk „Der JĂŒdische Krieg“ ĂŒber den Brauch der Passahfeier der Juden z. Zt. JESU. Josephus sagt, dass die Schlachtung der PassahlĂ€mmer von der 9. Stunde an bis zur 11. Stunde stattfand (Bell. VI,9,3). Die 9. Stunde begann um 15 Uhr, und die 11. Stunde endete um 17 Uhr. Nach der Mischna (Traktat Pesachim 5,1) wurde am 14. Nisan das Abendopfer nachmittags um 13:30 Uhr geschlachtet und um 14:30 Uhr dargebracht, und wenn der 14. Nisan auf einen Freitag (= RĂŒsttag zum Wochensabbat) fiel, erfolgte die Schlachtung und Darbringung des bestĂ€ndigen Abendopfers bereits eine Stunde frĂŒher; danach begann die Schlachtung der PassahlĂ€mmer. Den Zeitpunkt der Schlachtung der PassahlĂ€mmer gibt 5. Mose16. 6 an. Dort heiĂt es:
„… das Passah schlachten am Abend, beim Untergang der Sonne“. Dieser Zeitpunkt ist mit „zwischen den zwei Abenden“ (2. Mose 12, 6) identisch. FĂŒr die PharisĂ€er war das die Zeit, da die Sonne sich zum Untergang neigt, also die Zeit vom Nachmittag bis zum Sonnenuntergang.
Z. Zt. JESU war es ĂŒblich, das tĂ€gliche Abendopfer (= „das zweite Lamm“ des „bestĂ€ndigen Brandopfers“, 2. Mose 29, 39.42) nachmittags darzubringen (Mischna: Pes.5,1; Josephus: Ant.XIV,4,3; vgl. auch Ant.III,10,1 und Philon: De Victimis §3). Daher pflegte man, um die 9. Stunde zum Tempel zu gehen (vgl. Apostelgeschichte 3, 1; 10, 3.30). Die PassahlĂ€mmer wurden im inneren Tempelvorhof in drei Abteilungen geschlachtet; dafĂŒr benötigte man die oben angegebene Zeitspanne.
Ein Passahlamm, das vor 12 Uhr des 14. Nisan geschlachtet worden wĂ€re, wĂ€re als Passahlamm fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt worden.
In der Mischna wird diese Auffassung bestĂ€tigt (Traktat Pesachim 5,3): „Hat man es (das Passahlamm) vor dem Mittag geschlachtet, so ist es untauglich; denn es heiĂt: ‚zwischen den beiden Abenden‘ 2. Mose 12, 6“.
Johannes bezeichnet den Todestag JESU als „RĂŒsttag des Passah“ (Johannes 19, 14). Das ist der 14. Nisan! An diesem Tag starb JESUS als das wahre Passahlamm, dem kein Bein gebrochen wurde (Johannes 19, 36; 2. Mose12, 46c; Psalm 34, 20.21). Am Tag bzw. am Abend zuvor, d.h. am 13. Nisan und in der darauf folgenden Nacht, die bereits zum 14. Nisan gehört, feierte ER zusammen mit Seinen JĂŒngern des Herrenmahl (Johannes 13, 1.2a). Johannes schreibt ausdrĂŒcklich, „es war aber frĂŒhmorgens“ (Johannes 18, 28a) an jenem „RĂŒsttag des Passah“ (Johannes 19, 14), als jene Juden, die Jesus vom Verhör durch Kajaphas zu Pontius Pilatus in das römische PrĂ€torium fĂŒhrten, nicht selbst in das PrĂ€torium hineingingen, „damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passah(-lamm) essen könnten (Johannes 18, 28b). GemÀà Johannes hatten also die Juden (z.B. diese hohepriesterlichen sadduzĂ€ischen Gefolgsleute, die JESUS zu Pilatus brachten) das Passah(-lamm) noch nicht gegessen! Der Zeitpunkt des Essens der LĂ€mmer war also noch nicht gekommen! Somit fĂ€llt der Tod JESU in die Zeit der offiziellen Schlachtung der PassahlĂ€mmer des 14. Nisan.
Die Frage nach dem Wochentag können wir gerne spÀter besprechen.
Johannes hĂ€tte kaum einen Juden von der Wahrheit, daĂ JESUS das wahre Passahlamm ist, ĂŒberzeugen können, wenn er ihm nicht sagen hĂ€tte können, dass der HERR JESUS tatsĂ€chlich am 14.Nisan starb. Den damaligen Juden kam es bei der typischen Deutungsmethode gerade auf das Ăbereinstimmen von ĂuĂerlichkeiten (entsprechend ihrer Anschauung) an. Passahlamm und 14.Nisan gehörten im jĂŒdischen Denken einfach
zusammen!
Paulus (der ehemalige PharisĂ€er) wusste daher: „Auch unser Passahlamm, CHRISTUS, ist geschlachtet“ (1. Korinther 5, 7b) . AuĂerdem schreibt er in 1. Korinther 11, 23 nicht von der „Nacht des Passah“, sondern von der „Nacht des Verrats“. Offenbar war die Nacht des Herrenmahls auch fĂŒr Paulus nicht die offizielle Festnacht vom 14. auf den 15.Nisan. Ganz nebenbei (ist jetzt allerdings wirklich marginal) berichtet auch der babylonische Talmud (Sanhedrin 43′ Bar) ĂŒber den Todestag JESU als den 14. Nisan, wodurch auch er mit Johannes ĂŒbereinstimmt.
Das BegrĂ€bnis JESU fand noch am selben Tag statt, d.h. am 14.Nisan, am „RĂŒsttag (Johannes 19, 31). Obwohl hier nicht, wie in Vers 14, „RĂŒsttag des Passah“ steht, sondern nur „RĂŒsttag“, ist sicher der selbe Tag gemeint, nĂ€mlich der 14.Nisan! Beim „RĂŒsttag der Juden“ (Ver 42) geht es ebenfalls um diesen Tag! Es is der Vorbereitungstag fĂŒr den darauf folgen den (Fest-)Sabbat, den 15.Nisan, der deshalb als „groĂ“ bezeichnet wurde (Johannes 19, 31), wei ihm als Festsabbat in der Passahwoche eine besondere Bedeutung zukam.
Wollen wir die Frage nach den Wochentagen bzw. den genauen Ablauf der Passahwoche spĂ€ter besprechen? Du bekommst hier viele Infos, die sich sicher erst einmal „setzen“ mĂŒssen.
Sei gegrĂŒĂt mit Apostelgeschichte 4,33
Shalom
Roland
Lieber Roland,
Meine weitere Stellungnahme zu dem Thema Abendmahl oder Herrenmahl folgt jetzt erst :
Vielen Dank fĂŒr deine ausfĂŒhrliche Antwort.
Du schreibst u.a. dass jeder fĂŒr sich selbst verantwortlich ist.
Das stimmt nicht so, weil im 1.Korinther 5.12 wir die richten sollen die drinnen sind … Also die BrĂŒder und Schwestern , die Heiligen im Herrn.
Ein Beispiel von mir persönlich ….
Vor ca 3 Wochen geschah folgendes : ich habe mit 2 anderen Schwestern Abendmahl gefeiert ( wobei ich mit der einen Schwester schon seit lĂ€ngerer Zeit Abendmahl feiere und ich Ihren Lebenswandel kenne und Sie kennt den Meinen, also d. h. wir tun jederzeit Busse wenn uns der hl. Geist ĂŒberfĂŒhrt ) siehe MatthĂ€us 2.8 Seht zu und bringt rechtschaffene Frucht der Busse … Die andere Schwester hat zwar Busse getan , war aber noch okkult belastet und war nicht in der Lehre Christi d. H. Sie kannte sich im Wort Gottes nicht richtig aus.
Die JĂŒnger waren ca. 3 Jahre zusammen mit Jesus und waren eines Sinnes und eines Geistes ( auĂer Judas der nicht am Abendmahl teilgenommen hat) s. 1.Korinther 1.10
Siehe auch Lukas 22.7 Es kam nun der Tag der ungesĂ€uerten Brote … Siehe 1. Korinther 5. 7 -8 …. Schafft den alten Sauerteig raus …
Was war uns passiert : wir haben zu dritt das Mahl des Herrn gefeiert und eingenommen( obwohl es meiner langjÀhrigen Schwester Patrizia und mir etwas mulmig war)
Dann geschah folgendes : Ich wurde mehr odĂ©r weniger etwas depressiv und bekam EntzĂŒndungen … Aber das schlimmste war dass ich einen dicken Streit mit meinem Ehemann bekam und ich ihn ununterbrochen anklagte .. Danach konnte ich mit dem Weinen gar nicht mehr auf-
hören und bekam danach ca. 8 Stunden MigrĂ€neanfĂ€lle wo ich nur noch zum Herrn geschrien habe … Meine Augen waren so dick dass ich gar nicht mehr gucken konnte …. Am nĂ€chsten Morgen rief dann meine Schwester Patrizia an und sagte mir sie hĂ€tte Busse ĂŒber das Abendmahl gemacht – eben weil die andere Person /Frau noch ziemlich stark belastet war. Das war fĂŒr mich der Grund der ganzen Anfechtungen und Krankheiten. Gott hatte mich da gezĂŒchtigt und geschlagen. Ich konnte es bis dahin nicht verstehen was da die letzten Tage mit mir passiert war. Nachdem ich schnell Busse ĂŒber das unwĂŒrdige Abendmahl getan habe wurde ich sofort wieder frei und fröhlich… Das war eine starke Lektion fĂŒr mich… Weil das Wort wahr ist und Jesus heilig ist …
Siehe Offenbarung 3.19 und 20
Siehe auch 1. Korinther 11.32 sowie Johannes 14.23
Liter Roland denke und Sinne hierĂŒber nach …
Ich denke wir haben alle einmal / öfters am Tisch des Herrn unwĂŒrdig gegessen und getrunken und sind schuldig geworden. Vor Gott ist das ein GrĂ€uel und wir essen und trinken uns dadurch zum Gericht.
Entweder wir essen uns zum Segen oder zum Fluch.
Liebe GrĂŒĂe auch von meiner Schwester Patrizia von Ursula
PS. Danket und preiset den Herrn .. Diese Artikel von Dir lesen wir sehr gerne … Besonders auch die Artikel ĂŒber die Ăkumene …
Sei ganz herzlich gegrĂŒĂt auch besonders von Patrizia
Liebe Ursula,
herzlichen Dank fĂŒr Deine ausfĂŒhrliche RĂŒckmeldung und fĂŒr Dein Zeugnis. Hier einige Gedanken von mir:
1. Korinther 5,12
Die Bibel bezeugt, dass sich einer „Bruder nennen lĂ€Ăt“ und dabei „ein UnzĂŒchtiger ist oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein SchmĂ€hsĂŒchtiger oder ein Trinker oder ein RĂ€uber„.
In allen diesen FĂ€llen fordert Paulus den Abbruch der Beziehungen, bis dahin „mit einem solchen nicht einmal zusammen zu essen„. Die Tischgemeinschaft ist auch fĂŒr uns ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit. Auch wir verstehen noch die Redewendung „das Tischtuch zwischen uns entzweischneiden“, also die Tischgemeinschaft aufheben. Im Altertum und im Orient wurde dies noch tiefer empfunden. Es ist im Vorwurf der PharisĂ€er gegen den HERRN JESUS eine Steigerung: „Dieser nimmt die SĂŒnder an und isst sogar mit ihnen.“ Aber die Weisung, „mit einem solchen nicht einmal zu essen„, wird umfassender und grundsĂ€tzlicher gemeint sein. Ein Mann, der den Brudernamen trĂ€gt und dabei in offenkundigen SĂŒnden lebt, darf nicht in der Gemeinde geduldet werden. Vor allem deshalb nicht, weil schon „ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsĂ€uert“ und mit der Duldung solcher BrĂŒder der Ernst der SĂŒnde in der ganzen Gemeinde verharmlost wĂŒrde. Aber auch solche Geschwister selbst mĂŒssen durch die AufkĂŒndigung aller Gemeinschaft auf die Schwere ihrer SĂŒnde hingewiesen werden (2. Thessalonicher 3, 14.15).
Deshalb heiĂt es in der Schrift: „Entfernt den Bösen aus eurer Mitte.“ (5. Mose 17,7; 24,7). Auch wenn die Gemeinde JESU nicht mehr unter dem Sinai-Gesetz, sondern unter der Gnade steht (Römer 6), ist dennoch der Böse und das Böse „aus ihrer Mitte zu entfernen“ (= Gemeindezucht). Es handelt sich dabei aber um „Böse“, die das Böse nicht lassen, sondern die Zugehörigkeit zu der Gemeinde JESU mit dem Verharren in offenbaren SĂŒnden verbinden wollen.
Das bedeutet fĂŒr mich, dass es nicht um einen Ausschluss von Gemeindegliedern vom Herrenmahl geht, sondern darum, dass solche Leute von der Gemeinde ausgeschlossen werden.
1. Korinther 1, 10
Wie kommst Du darauf, dass 1. Korinther 1,10 bezeugt, dass Judas nicht am Herrenmahl teilgenommen hat? Es heiĂt doch in der Schrift:
„JESUS antwortet: „Der ist es, dem ich den Bissen, nachdem ich ihn eingetaucht habe, darreichen werde.“ Und Er taucht den Bissen ein und gibt ihn Judas, [dem Sohn] des Simon, dem Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr dann der Satan in diesen hinein. JESUS sagt also zu ihm: „Was du tust, tue rasch.“ Keiner von denen, die [zu Tisch] lagen, merkte aber, fĂŒr welchen Zweck Er ihm dieses sagte. Einige nĂ€mlich meinten, weil Judas den GeldbehĂ€lter hatte, dass JESUS zu ihm sage: „Kaufe, was wir fĂŒr das Fest benötigen“ oder dass er den Armen etwas geben solle. Der nahm also den Bissen und ging sogleich hinaus. Es war Nacht.“
(Johannes 13, 18 – 30)
Herzliche GrĂŒĂe auch an Patrizia.
Maranatha
Roland
Lieber Roland,
danke fĂŒr deine Antwort auf das Abendmahl.
habe mich die letzte Zeit damit etwas mehr beschÀftigt und schreibe Dir folgende Bibelstelle : 1. Korinther 5.9. -12
Dort sagt uns Paulus dass wir ĂŒberhaupt nicht essen und trinken sollen mit UnzĂŒchtigen …
Ausserdem steht in 1. Korinther 10.16 dass wir Gemeinschaft mit dem Leib und dem Blut des Christus haben ….
Sind nicht die die Schlachtopfer essen in Gemeinschaft mit dem Altar ? …. Ich will aber nicht dass Ihr Gemeinschaft habt mit den DĂ€monen …
1. Korinther 11.27 Wer also unwĂŒrdig davon isst wird schuldig sein am Leib des HERRN … Lieber Roland bitte prĂŒfe alles und schreibe bitte zurĂŒck. Das Thema Abendmahl ist sehr wichtig … Etliche sind schon krank geworden und einige sogar gestorben, weil sie das Mahl unwĂŒrdig eingenommen haben. Ich selbst bin seit 14 Jahren wiedergeboren und war vorher katholisch. Ich durfte dank der Gnade Gottes Busse tun ĂŒber das Abendmahl oder Eucharestiefeier in der kath. Kirche und auch in der Freikirche, nachdem ich mit UnglĂ€ubigen etc. das Mahl gehalten habe. Danach habe ich Offenbarung und Erkenntnis vom HERRN bekommen … Durch Busse….
Es ist ein sehr komplexes und interessantes Thema …
bitte forsche hierĂŒber und es wĂŒrde mich freuen von Dir wieder zu hören.
Shalom Ursula
Liebe Ursula,
besten Dank fĂŒr Deine Antwort. Hier sind einige Gedanken von mir zu den von Dir genannten Bibelstellen:
1. Korinther 5,9-12: Die Wendung „essen und trinken“ beziehe ich nicht auf das Herrenmahl, sondern auf „normale“ Mahlzeiten. Von diesen Mahlzeiten sind solche „BrĂŒder“ auszuschlieĂen. Aber die Weisung, „mit einem solchen nicht einmal zu essen“, wird m. E. umfassender und grundsĂ€tzlicher gemeint sein. Ein Mann, der den Brudernamen trĂ€gt und dabei in offenkundigen SĂŒnden lebt, darf nicht in der Gemeinde geduldet werden. Vor allem deshalb nicht, weil schon „ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsĂ€uert“ und mit der Duldung solcher BrĂŒder der Ernst der SĂŒnde in der ganzen Gemeinde verharmlost wĂŒrde. Aber auch solche BrĂŒder selbst mĂŒssen durch die AufkĂŒndigung aller Gemeinschaft auf die Schwere ihrer SĂŒnde hingewiesen werden. So hat es Paulus wenigstens den Thessalonichern (2. Thessalonicher 3, 14.15) gesagt.
1. Korinther 10,16: Wenn man den Textzusammenhang berĂŒcksichtigt, geht es hier um Götzenopfer (wie Du ja auch geschrieben hast). Paulus will m. E. den Korinthern deutlich machen, dass kein Kultus einfach leer und gegenstandslos ist; jeder Kultus bringt uns in reale Gemeinschaft mit dem, dem der Kultus gilt. So stellt Paulus nun mit dem Schriftwort 5. Mose 32, 17 im Blick auf allen heidnischen Kultus fest:
Aber was sie opfern, opfern sie DĂ€monen und nicht GOTT.
Darum ist jede Art der Teilnahme am heidnischen Tempelkult gefĂ€hrlich, nicht nur um des schwachen Bruders willen, den man verleitet, sondern auch fĂŒr die „Starken“, die sich kein Gewissen daraus machen. Denn auch der heidnische Kult bringt in eine reale Gemeinschaft hinein, genauso wie das Herrenmahl; nur dass es bei ihm die Gemeinschaft mit den DĂ€monen ist:
Ich will aber nicht, dass ihr Genossen der DĂ€monen werdet.
Hier gibt es gerade vom Herrenmahl her gesehen nur ein klares Entweder-Oder.
1. Korinther 11, 27: Die uns vertraute Formulierung aus der Luther-Ăbersetzung („Wer aber unwĂŒrdig isset und trinket“) zwang fast zu dem VerstĂ€ndnis „wer als ein UnwĂŒrdiger isst und trinkt“. Wieviele Menschen haben sich dadurch mit der Frage bitter gequĂ€lt, ob sie nicht solche „UnwĂŒrdigen“ seien und sich mit ihrer Teilnahme am Abendmahl an Leib und Blut des HERRN versĂŒndigen. Sie haben dadurch die Angst vor dem Herrenmahl ins Herz bekommen, so dass sie so selten wie möglich oder gar nicht mehr der Einladung des HERRN JESUS folgten. Der Grundtext aber sagt eindeutig:
Wer in unwĂŒrdiger Art
isset und trinket. So passt es auch in den Zusammenhang des Abschnittes. Nicht das wirft Paulus den Korinthern vor, dass sie als unwĂŒrdige Leute zum Herrenmahl kommen, sondern dass sie es durch die unwĂŒrdige Weise ihrer Feier zerstören. Wenn am Tisch des HERRN Spaltungen die Gemeinde zerreiĂen, wenn dort der eine hungert und der andere betrunken ist, dann ist das eine „unwĂŒrdige Art“. Sie ist dann aber nicht ein Schönheitsfehler, sondern hat eine schreckliche Wirkung, die die Korinther sich vor Augen halten mĂŒssen. Sie werden dadurch
schuldig am Leibe und am Blute des HERRN
Wer sich beim Mahl des HERRN so verhÀlt, wie manche Korinther es taten, der verachtet damit nicht nur die Gemeinde GOTTES, sondern verachtet den HERRN Selbst. Wir stehen hier meiner Meinung nach in der NÀhe von HebrÀer 10, 28-31:
Hat jemand das Gesetz Moses verworfen, stirbt er ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. Wie viel schlimmere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den SOHN GOTTES mit FĂŒĂen getreten und das Blut des Bundes, durch das Er geheiligt wurde, fĂŒr gemein erachtet und den GEIST der Gnade geschmĂ€ht hat? Denn wir kennen Den, Der gesagt hat: „Mein ist die Rache, ICH will vergelten“; und wiederum: „Der HERR wird Sein Volk richten.“ Es ist furchtbar, in die HĂ€nde des lebendigen GOTTES zu fallen!
Ich bin der Auffassung, dass wir mit UnzĂŒchtigen usw. keine Gemeinschaft haben dĂŒrfen und deshalb mĂŒssen solche Leute (sofern sie in der SĂŒnde verharren) unter Gemeindezucht gestellt werden (das bedeutet, dass sie die Gemeinde verlassen mĂŒssen). Wenn sie nicht mehr in der Gemeinde sind, können sie natĂŒrlich nicht mehr am Herrenmahl teilnehmen.
Alle Gemeindeglieder jedoch sind fĂŒr sich selbst verantwortlich, wie sie an dem Herrenmahl teilnehmen. M. E. dĂŒrfen sie nicht von anderen Gemeindegliedern vom Herrenmahl ausgeschlossen werden.
Soweit einige Gedanken von mir, die nicht „in Stein gemeiĂelt sind“. Ich freue mich auf daher auf Deine Antwort und einen weiteren Austausch mit Dir.
Shalom
Roland
Liebe Ursula,
herzlichen Dank fĂŒr Deinen Kommentar.
Wir dĂŒrfen nur mit Geschwistern das Herrenmahl feiern, d. h. mit wiedergeborenen Christen.
Wenn jemand ein unbuĂfertiges Herz hat, in Unreinheit lebt oder murrt ist das schlimm, aber es gibt uns nicht das Recht, denjenigen vom Herrenmahl auszuschlieĂen. Allerdings sollten die Ăltesten mit dieser Person sprechen und darauf hinweisen, dass solche Dinge in Korinth schwerwiegende Konsequenzen nach sich zogen (Krankheit, Tod). Möglicherweise entscheidet sich dann die Person, dass sie sich nicht am Herrenmahl beteiligt. Die optimale Lösung wĂ€re natĂŒrlich, dass diese Person Raum zur BuĂe findet.
Auf weitere Kommentare von Dir freue ich mich…..
Shalom
Roland
Hallo ihrLieben,
ist es richtig dass ich nur mit Geschwistern Abendmahl feiern kann die ein buĂfertiges Herz haben … Also wenn einer in Unreinheit lebt oder Murrt oder lĂ€stert etc kann ich kein Abendmahl mit ihm machen wenn er oder sie nicht bereit ist Busse zu tun .
Danke fĂŒr RĂŒckantwort.
liebe GrĂŒĂe Ursula