
14 Thesen zum Thema Sprachenreden in der Bibel
Versuch einer Analyse und Beurteilung des Thesenpapiers von Roger Liebi
Ein Forum-Teilnehmer unserer InternetprÀsenz bat mich, das Thesenpapier von Roger Liebi zu analysieren und zu kommentieren. Diesem Wunsch bin ich gerne nachgekommen, da ich der Meinung bin, dass die Thematik in vielen Gemeinden sehr kontrovers diskutiert wird.
Zur besseren Unterscheidung werden Roger Liebis Thesen, mein Kommentar und die zitierten Bibelstellen in unterschiedlicher Farbe dargestellt:
Thesen von Roger Liebi = Blau
Mein Kommentar = Schwarz
- Bei der Gabe der Sprachenrede in der Bibel handelte es sich um eine ĂŒbernatĂŒrliche Gabe von Gott.
Dieser These ist ausdrĂŒcklich zuzustimmen. Es ist das biblische Zeugnis, dass die/der GlĂ€ubige das Zungenreden nicht lernen kann, denn der Verstand bleibt fruchtleer. Die Bibel sagt dazu: Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. (1. Korinther 14,14)
2. Der Heilige Geist vermittelte die FĂ€higkeit zur Sprachbeherrschung und zur korrekten Aussprache.
Dies ist korrekt, denn es handelt sich dabei um keine erlernte Sprache.
3. Beim Sprachenreden in der Bibel handelte es sich nicht um ein Gestammel oder um unartikulierte Laute, sondern um wirkliche Sprachen.
Leider beweist R. Liebi diese Hypothese nicht durch die Bibel. Bei seiner Behauptung ĂŒbersieht er, den vielfĂ€ltigen Gebrauch des Begriffes âGLOSSOâ:
SelbstverstĂ€ndlich kann es sich bei GLOSSA um âechteâ Sprachen handeln (um menschliche oder Sprachen der Engel: 1. Korinther 13,1).
GLOSSA umfasst allerdings weit mehr:
Das Substantiv GLOSSA = verwandt mit GLOCHES (= Grannen der Ăhren, aus dem pflanzlichen Bereich stammend) bedeutet urspr. âZungeâ (von Menschen und Tieren). Das bedeutet, dass neben der allgemeinen Sprache vor allem die RedefĂ€higkeit gemeint ist!
Nachlesen kann man das z. B. in der LXX: Hier wird das Wort von ca. 160 Belegen ca. 100 x fĂŒr hebr. LASCHON bzw. aram. LISCHAN = Zunge, Sprache gebraucht). Damit ist die Zunge als leibliches Organ bei Menschen und Tieren wieder gemeint (2. Mose 4,10; Richter 7,5). Ăbertragen bedeutet es die RedefĂ€higkeit oder Sprache (1. Mose 11,7).
Im NT schlieĂt sich der Gebrauch des Wortes an LXX an, wobei GLOSSA die Zunge als Körperteil (Lk. 16,24; Offb. 16,10), Organ des Redens (Lk. 1,64; Mk. 7,35; 1 Joh. 3,18; Jak. 1,26 u.a.) bezeichnet.
Die Verwendung von GLOSSO im Neuen Testament:
1. Zunge (vor allem als Sprachorgan): Lukas 16,24; 1,64
1.1 Im ĂŒbertragenen Sinne âZungeâ als Subjekt von Jubel und Lobpreis: Apg. 2,26; Phil. 2,11
2. Sprache: Apg. 2,11; Offb. 5,9; 7,9; 10,11; 11,9; 13,7; 14,6.
2.1 ein veraltetes Wort, das man nicht mehr versteht
2.2 Dialekt
2.3 Fremdsprache
2.4 MundstĂŒck einer Flöte
2.5 Die FĂ€higkeit eine fremde Sprache zu sprechen, die man nicht gelernt hat.
Zusammengefasst bedeutet das, dass GLOSSA sich auf das Sprachwerkzeug (Zunge) beziehen kann (damit sind auch unartikulierte Laute möglich) und auf âintellektuelles Redenâ (Sprachen). Deshalb unterscheidet Paulus sprachlich zwischen der Nationalsprache (âStimmenâ: PHONĂ) und der Zungensprache (âZungenâ GLOSSA) in 1. Kor. 14,10.18:
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 10.18″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Es gibt vielleicht so und so viele Arten von Stimmen (gr. PHONĂ) in der Welt, und keine Art ist ohne bestimmten Ton … Ich danke GOTT, ich rede mehr in einer Sprache (gr. GLOSSO) als ihr alle[/stextbox]
4. Die Bezeichnung âZungenredenâ ist eine falsche Wiedergabe von EN GLOSSA LALEIN. Korrekt muss man ĂŒbersetzen mit âSprachenredenâ bzw. âFremdsprachenredenâ.
âFremdsprachenredeâ ist sehr missverstĂ€ndlich, denn wenn ich Englisch oder Italienisch spreche, ist das auch eine âFremdsprachenredeâ, hat aber nichts mit der Gabe des Zungenredens zu tun. Es ist daher gut, an dem weniger eleganten Wort âZungenâ festzuhalten, denn Sprachen kann man erlernen durch intellektuelle Leistung, wĂ€hrend der Begriff Zungen im biblischen Sinn eine Gabe des GEISTES GOTTES meint: Eine Sprache, die uns durch ĂŒbernatĂŒrliche Wirkung des GEISTES geschenkt wird (vgl. Punkt 1).
Aus der Benennung des Charisma mit GENĂ GLOSSON (1. Kor. 12,10.28; vgl. 1. Kor. 14,10) ergibt sich dass das Besondere an ihm der Reichtum und die Verschiedenartigkeit der GLOSSAI war; aus den

Begriffen ETERAI (Apostelgeschichte 2,4) und KANAI (Markus 16,17), dass das ganz Andere, fĂŒr Menschen Unerhörte das eigentlich Bezeichnende fĂŒr diese Wundergabe war. Dann liegt es aber am nĂ€chsten, GLOSSA = âSpracheâ, als technischen Ausdruck fĂŒr irgendeine besonderer Sprache, die âSprache des Geistesâ zu fassen, eine Wundersprache, wie sie im Himmel im vertrauten Umgang mit GOTT von den Engeln gesprochen wird (1. Korinther 13,1), wie sie auch vom Geiste verzĂŒckten, in den Himmel entrĂŒckten (2. Korinther 13,1), Betern (vgl. dazu 1. Korinther 14,2.13ff.; Apostelgeschichte 10,46; 2,11) zugĂ€nglich werden kann. Der himmlische Ursprung des PhĂ€nomens ist auch in Apostelgeschichte 2,2ff. stark betont. Die einschlĂ€gige Fachliteratur benutzt den Ausdruck: âGlossenredenâ. Auch diesen Ausdruck halte ich fĂŒr wesentlich besser geeignet als âFremdsprachenredenâ, weil âGlossenredenâ sowohl das Sprachorgan âZungeâ und das âFremdsprachenredenâ bezeichnet.
5. Die biblischen Sprachenredner beherrschten die jeweilige Fremdsprache aktiv, ohne sie jemals zuvor gelernt zu haben.
Diese Behauptung steht im direkten Widerspruch zu Punkt 2 und geht nicht konform mit dem Zeugnis der Heiligen Schrift.
6. Auch der Akzent war jeweils korrekt, sodass die biblischen Sprachenredner selbst bestimmte Dialekte beherrschten.
Sofern es sich um menschliche Sprachen handelt, ist diese Aussage korrekt (vgl. den Unterschied zwischen GLOSSO und PHONĂ unter Punkt 3).
7. Die biblischen Sprachenredner wirkten nicht als Medien. Ihr Bewusstsein war nicht eingeschrÀnkt und ihr Verstand nicht ausgeschaltet.
Auch diesen Punkt kann jeder bestĂ€tigen, der die Gabe des Zungenredens oder andere Geistesgaben empfangen hat. Als biblische Belegstelle möchte ich 1. Kor. 14,32 anfĂŒhren.
8. Die biblischen Sprachenredner waren sich daher auch immer dessen, was sie sagten, voll bewusst. Sie waren ja die Redenden, mit Hilfe des Heiligen Geistes.
Dieser Punkt ist unklar formuliert: Sie waren bei vollem Bewusstsein, aber verstanden nicht, was sie sagten:
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 2″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht fĂŒr Menschen, sondern fĂŒr GOTT; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im GEIST.[/stextbox]
9. Die biblischen Sprachenredner waren beim Sprechen in einem nĂŒchternen Zustand der völligen Selbstkontrolle.
Dieser Punkt ist eine Wiederholung von Punkt 8. Wenn jemand bei vollem Bewusstsein ist, dann befindet er sich natĂŒrlich auch in einem nĂŒchternen Zustand der völligen Selbstkontrolle.
10. Diese ĂŒbernatĂŒrliche Sprachengabe sollte insbesondere dem Volk Israel bezeugen, dass mit Pfingsten (Apg. 2) ein neues Zeitalter, das Zeitalter der Mission, begonnen hat: Gott spricht nun nicht mehr lediglich in einer Sprache zu einem Volk, sondern in vielen Sprachen zu allen Völkern.
Hier bleibt R. Liebi bei der Prophetie der Glossenrede stehen und geht nicht weiter zur vollen neutestamentlichen Offenbarung. Ferner hat mit Apg. 2 nicht das Zeitalter der Mission, sondern das Zeitalter der Gemeinde begonnen.
11. Die Sprachenrede hatte nur einen Sinn, wenn die Anwesenden den Inhalt verstehen konnten. Falls die Anwesenden die jeweilige Fremdsprache nicht verstanden, musste fĂŒr Ăbersetzung gesorgt werden.
Hier muss ich widersprechen, und zwar auf der Grundlage von 1. Kor. 14, 13:
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 13″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Darum, wer in einer Sprache redet, bete, dass er (es auch) auslege![/stextbox]
Dieser Vers macht zeigt deutlich, dass der Glossenredner in der Regel eben NICHT versteht, was er sagt. Darum soll er um die Gabe der Auslegung der Glossenrede (1. Kor. 12, 10) beten, um das Gesagte verstĂ€ndlich machen zu können. Allerdings sagt die Bibel auch, dass nicht jedes Zungengebet auslegungsbedĂŒrftig ist (1. Kor. 14,2).
12. Nicht alle Christen der Anfangszeit konnten in Sprachen reden, sondern nur gewisse, die in Gottes souverÀner Auswahl die Gabe bekommen hatten.
Dieser Punkt ist richtig und trifft auch heute noch zu. Ob es sich um eine souverÀne Auswahl GOTTES handelt oder ob es am einzelnen GlÀubigen liegt (1. Kor. 14,1) lÀsst die Bibel offen.
13. Es gab nur einen Typ von Sprachenrede in der Bibel. Bei der Sprachenrede von Apg. 2 handelte es sich um dasselbe PhÀnomen wie in 1. Kor 12-14.
Diese Aussage steht klar im Widerspruch zur Heiligen Schrift: 1. Kor 12,10 einem anderen aber Arten (gr. GENOS = Verwandtschaft, Familie, Art, Klasse, Gattung) von Sprachen (gr. GLOSSA).
14. Die biblische Sprachenrede sollte allmÀhlich verklingen und, im Gegensatz zu verschiedenen anderen Gaben, nicht bis zur Wiederkunft Christi bleiben.
Diese Hypothese steht im direkten Widerspruch zu den Aussagen der Heiligen Schrift.
15. Das heutzutage propagierte und von Tausenden praktizierte Zungenreden entspricht nicht dem biblischen PhÀnomen der Sprachenrede.
Auch hier bleibt Liebi jeden biblischen Beweis schuldig
Alle 6 Stellen der Bibel zum Thema
AT: Jes 28,11.12: AnkĂŒndigung fĂŒr Israel
NT: Mark 16,15 18: AnkĂŒndigung durch den Herrn Jesus
Apg 2: Das Kommen des Heiligen Geistes
Apg 10,44.48: Die Nationen nehmen das Evangelium an
Apg 19,1.7: Johannes JĂŒnger werden Christen: AT -> NT
1 Kor 12-14: Belehrung und Korrektur
Neben diesen Bibelversen gibt es noch weitere Stellen, die indirekt die Gabe des Zungenredens bezeugen:
1. Thessalonicher 5,19.20: Da wir aus dem 1. Korintherbrief wissen, dass die Gabe des Zungenredens zu den Manifestationen des HEILIGEN GEISTES gehört, kann die angefĂŒhrte Stelle als indirekter Hinweis auch auf diese Geistesgabe betrachtet werden
Kolosser 3,16: Hier fordert Paulus die Gemeinde auf, einander mit Psalmen, LobgesÀngen und geistlichen Liedern zu ermahnen. Er schreibt hier von der gleichen Art der Anbetung wie in 1. Kor. 14,14, dass jeder einen Psalm hat (oder) er hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Zungenrede, hat eine Auslegung.
Epheser 5,18-20: Hier ermahnt Paulus die GlĂ€ubigen noch eindrĂŒcklicher, sich nicht mit Wein zu betrinken, sondern voll GEISTES zu werden und zueinander in Psalmen, LobgesĂ€ngen und geistlichen Liedern zu reden.
Galater 4,6: Hier bezeugt die Bibel, dass GOTT den GEIST Seines Sohnes in unsere Herzen gesandt hat, der da ruft: Abba, Vater!
Römer 8,14.15: Hier braucht Paulus fast die gleichen Worte wie in Gal. 4,6 und sagt dann weiter:
[stextbox id=“alert“ caption=“Römer 8, 16.17″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Ebenso kommt auch der GEIST unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichâs gebĂŒhrt; aber der GEIST selbst tritt fĂŒr uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der jedoch, der die Herzen erforscht, weiss, was das Trachten des GEISTES ist; denn er tritt fĂŒr die Heiligen ein, wie es GOTT gefĂ€llt[/stextbox]
Beachte ferner:
In 1Mose 2 wurde der Mensch mit voll ausgestatteter SprachfÀhigkeit erschaffen (Sprechen und Verstehen). In 1Mose 11 schuf Gott verschiedene neue Sprachen. Die Menschen waren plötzlich fÀhig, die jeweilig neue Sprache zu sprechen und zu verstehen.
1. Mose 2: Diese Bibelstelle zeigt deutlich, dass durch das Zungenreden wieder âparadiesische ZustĂ€ndeâ geschaffen sind. Wie in 1. Mose 2 bekommt der die Sprache direkt von GOTT. Der Unterschied ist der, dass er den Inhalt seiner Rede nicht versteht (auĂer wenn ihm GOTT die Gabe der Auslegung der Zungenrede gibt).
1. Mose 11: Diese Bibelstelle steht in einem ganz anderen Zusammenhang (âSprachenverwirrungâ).
Sprachliche und exegetische Hinweise
GLOSSA = Zunge (als Organ), Sprache/ Fremdsprache
Das Substantiv GLOSSA = verwandt mit GLOCHES (= Grannen der Ăhren, aus dem pflanzl. Bereich stammend) bedeutet urspr. „Zunge“ (von Menschen und Tieren). Das bedeutet, dass neben der allg. Sprache vor allem die RedefĂ€higkeit gemeint ist!
Nachlesen kann man das z. B. in der LXX: Hier wird das Wort von ca. 160 Belegen ca. 100 x fĂŒr hebr. laschon bzw. aram. LISCHAN = Zunge, Sprache gebraucht). Damit ist die Zunge als leibliches Organ bei Menschen und Tieren wieder gemeint (2. Mo. 4,10; Ri. 7,5). Ăbertragen bedeutet es die RedefĂ€higkeit oder Sprache (1. Mose 11,7).
Im NT schlieĂt sich der Gebrauch des Wortes an LXX an, wobei GLOSSA die Zunge als Körperteil (Lk. 16,24; Offb. 16,10), Organ des Redens (Lk. 1,64; Mk. 7,35; 1 Joh. 3,18; Jak. 1,26 u.a.) bezeichnet.
Die Verwendung von GLOSSO im Neuen Testament:
1. Zunge (vor allem als Sprachorgan): Lukas 16,24; 1,64
1.1 Im ĂŒbertragenen Sinne âZungeâ als Subjekt von Jubel und Lobpreis: Apg. 2,26; Phil. 2,11
2. Sprache: Apg. 2,11; Offb. 5,9; 7,9; 10,11; 11,9; 13,7; 14,6.
2.1 ein veraltetes Wort, das man nicht mehr versteht
2.2 Dialekt
2.3 Fremdsprache
2.4 MundstĂŒck einer Flöte
2.5 Die FĂ€higkeit eine fremde Sprache zu sprechen, die man nicht gelernt hat.
Zusammengefasst bedeutet das, dass GLOSSA sich auf das Sprachwerkzeug (Zunge) beziehen kann (damit sind auch unartikulierte Laute möglich) und auf „intellektuelles Reden (Sprachen). Deshalb unterscheidet Paulus sprachlich zwischen der Nationalsprache
(âStimmenâ: PHONĂ) und der Zungensprache (âZungenâ GLOSSA) in 1. Kor. 14,10.18:
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14,1 0.18″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Es gibt vielleicht so und so viele Arten von Stimmen (gr. PHONĂ) in der Welt, und keine Art ist ohne bestimmten Ton …Ich danke GOTT, ich rede mehr in einer Sprache (gr. GLOSSO) als ihr alle. [/stextbox]
âgiossais Laleinâ / âglosse Laleinâ =â(Fremd)- Sprachen sprechenâ / âeine (Fremd)- Sprache sprechenâ; nicht: âin Zungen redenâ
âFremdsprachenredeâ ist sehr missverstĂ€ndlich, denn wenn ich Englisch oder Italienisch spreche, ist das auch eine „Fremdsprachenrede“, hat aber nichts mit der Gabe des Zungenredens zu tun. R. Liebi hatte bereits richtig erwĂ€hnt, dass es sich dabei um eine ĂŒbernatĂŒrliche Gabe GOTTES handelt.
Aus der Benennung des Charisma mit GENĂ GLOSSON (1. Kor. 12,10.28; vgl. 1. Kor. 14,10) ergibt sich dass das Besondere an ihm der Reichtum und die Verschiedenartigkeit der GLOSSAI war; aus den Epithea ETERAI (Apg. 2,4) und KAINAI (Mk. 16,17), dass das ganz Andere, fĂŒr Menschen Unerhörte das eigentlich Bezeichnende fĂŒr diese Wundergabe war. Dann liegt es aber am nĂ€chsten, GLOSSA = âSpracheâ, als technischen Ausdruck fĂŒr irgendeine besonderer Sprache, die âSprache des Geistesâ zu fassen, eine Wundersprache, wie sie im Himmel im vertrauten Umgang mit GOTT von den Engeln gesprochen wird (1. Kor. 13,1), wie sie auch vom Geiste verzĂŒckten, in den Himmel entrĂŒckten (2. Kor. 13,1), Betern (vgl. dazu 1. Kor. 14,2.13ff.; Apg. 10,46; 2,11) zugĂ€nglich werden kann. Der himmlische Ursprung des PhĂ€nomens ist auch in Apg. 2,2ff. stark betont. Die einschlĂ€gige Fachliteratur benutzt den Ausdruck: âGlossenredenâ. Diesen Ausdruck halte ich fĂŒr wesentlich besser geeignet als âFremdsprachenredenâ, weil âGlossenredenâ sowohl das Sprachorgan âZungeâ und das âFremdsprachenredenâ bezeichnet.
âneue Sprachenâ (Mk 16,17), âkainosâ (nicht âneosâ): neu fĂŒr die Sprechenden, nicht neuartige Sprachen
Hier gibt R. Liebi nicht die ganze KomplexitÀt des Begriffes KAINOS wieder:
– neu d.h. vorher noch nicht vorhanden:
– neuartig, neu d. Art und Weise nach;
– ungewöhnlich, unerhört, unbekannt
Verwandte AusdrĂŒcke:
– einen neuen Weg herstellen d. es bisher nicht gab, und durch d. erstmalige BenĂŒtzung eröffnen (d.h. âeinweihenâ). 1. Samuel 11,14; Psalm 51,12; HebrĂ€er 10,20
– neu in Form und QualitĂ€t: frisch (gemacht), ungebraucht, noch nie getragen; unbenĂŒtzt – im Ggs. Judas 5,13; MatthĂ€us 9,17; Markus 2,22; Lukas 5,36.38 u. a.
– neu im Gegensatz zum Alten: besser als d. Alte und ihm ĂŒberlegen. Jesaja 65,17; Hesekiel 18,31; MatthĂ€us 26,29; Lukas 22,20; 1Kor. 11,25; Epheser 4,24; HebrĂ€er 8,8 u. a.
Dadurch, dass R. Liebi wesentliche Eigenschaften des Wortes verschwiegen hat, suggeriert er eine falsche Bedeutung des Begriffes KAINOS. Zusammengefasst bedeutet der Begriff KAINOS: etwas neues, das noch nicht vorhanden war (z. B. eine neue Sprache).
Apg 2,8. 11: „in unserer eigenen Mundart“ („dialektos“), „in unseren Sprachen“; auch Apg 10: Es handelte sich um verstĂ€ndliche, menschliche Sprachen und Dialekte.
Es werden bei 120 JĂŒngern nur 14 Sprachen aufgezĂ€hlt; die ĂŒbrigen Sprachen wurden nicht verstanden, daher meinten viele auch:
[stextbox id=“alert“ caption=“Apostelgeschichte 2, 13″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]sie sind betrunken[/stextbox]
Apg. 2,4: Der Heilige Geist bewirkte die korrekte Aussprache:
âapophthengomaiâ = aussprechen (mit Bezug auf den lautlichen, klanglichen Aspekt der Sprache; vgl. Louw/Nida, Greek- English Lexicon).
Apg. 2,4: Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfĂŒllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden (LALEO), wie der Geist ihnen gab auszusprechen (APOPHTHENGOMAI).
Auch diese ErklÀrung von Liebi beinhaltet nur die halbe Wahrheit:
LALEO = geschwĂ€tzig, plauderhaft; ai.: [wie ein Kind] „lalala“ sagen; vgl. nhdt.: „lallen“); Vb. (296) GrĂ€z.: von Vögeln: zwitschern; zirpen. Hier geht es also um das BetĂ€tigen des Sprechorgane = nichtintellektuelles Reden.
APOPHTHENGOMAI = Von d. kurzen und abgehackten (aber auch treffenden) AussprĂŒchen der Weisen, d. Beschwörer oder d. Orakelwahrsager.
I.) frei heraus verlauten lassen
1) (her)aussprechen, etw. frei heraus (und laut) erklÀren, daher: mit Begeisterung reden. Hesekiel 13,9.19; Micha 5,11; Sacharja 10,2; Apostelgeschichte 2,4.14; 26,25
1 Kor 13, 1: Sprachen der Engel“: hypothetisch (Zusammenhang!), jedenfalls kann aufgrund dieser Stelle nicht behauptet werden: Sprachenreden = Reden auch in Engelsprachen
Dies ist eine freie Interpretation von R. Liebi. Gerade der Kontext weist auf alles andere als eine hypothetische Aussage des Apostels hin.
Kein ekstatischer Zustand, kein eingeschrĂ€nktes Bewusste (2. Tim 4.5 „nepho“ =“frei sein von jeder geistigen und seelischen Trunkenheit, von Leidenschaft, ĂberstĂŒrzung, Verwirrnis, Exaltiertheit (Griechisches Wörterbuch zum NT v. Walter Bauer). Allerdings: grosse Freude ist biblisch: Ps 100, 1; Phil 4:4); Das NT ruft 11 x zur NĂŒchternheit auf. l. Kor 15,34; 1Thes 5,6.8; 1Tirn 3,2.11; 2Tim 2,26; 4,5; Tit 2,2; l. Pet 1,13; 4,7; 5,8. Ferner findet sich der Befehl „wachet“ 14x im NT. –> keine PassivitĂ€t des Geistes, sondern AktivitĂ€t: „widerstehen, „kĂ€mpfen“ etc.; Gegenteil: östliche Religionen, Meditation, Traumreisen, Trance, Yoga, Autogenes Training, Rockmusik, Drogen etc.
Dieser AusfĂŒhrung von R. Liebi ist zuzustimmen.
1. Kor 14: Zur Erbauung durch Sprachenreden:
Problem, wenn keine Fremdsprachigen da waren: Wenn die Fremdsprachen nicht verstanden wurden, so gab es keine Erbauung. Daher war in diesem Fall âAuslegungâ absolut notwendig (14,5; âdiermeneuoâ = ĂŒbersetzen, auslegen, deuten, erklĂ€ren). –> Nicht das SprachphĂ€nomen an sich, sondern allein die dadurch ĂŒbertragene Botschaft war erbauend. Beispiel: Die Psalmen sind auf hebrĂ€isch inspiriert. Wenn man die Psalmen lesen wĂŒrde (in deutscher Umschrift), wĂŒrden sie niemanden erbauen, obwohl es die Sprache des Heiligen Geistes ist. Beachte: Wer in einer Sprache betete, und wusste genau, was er sagte. FĂŒr ihn war die Sprache nicht unverstĂ€ndlich: Er erbaute sich selbst (1Kor 14,4). Nicht das ĂŒbernatĂŒrliche PhĂ€nomen erbaute, sondern der Inhalt, sonst wĂ€re auch die Gemeinde erbaut worden, wenn keine Auslegung da war (14,17). Der menschliche Geist betete (14,14; vgl. Ps 77,5.6). Nicht vom Sprechenden, sondern vom Zuhörer heisst es: Er ist ein Barbar, der nichts versteht (14,11), er kann nicht âAmenâ sagen zur BestĂ€tigung (14,16), er nimmt die Stellung des Unkundigen ein (14,16).
An dieser Behauptung kann man gut erkennen, dass R. Liebi nicht die Gabe des Sprachenredens von GOTT empfangen hat. Er redet wie ein Blindgeborener ĂŒber Farben. Menschen, die die Gabe der Sprachenrede haben, wissen, dass sie ermutigt und gestĂ€rkt werden durch die AusĂŒbung dieser Gabe (= Anbetung GOTTES) im âstillen KĂ€mmerleinâ, und zwar ohne, dass sie verstehen, was sie beten (genau das sagt auch die Bibelstelle aus).
Die Frage âReden alle in Sprachen?â und „Legen alle aus“ (1Kor 12,30) verlangen eine verneinende Antwort (Fragen die mit der griech. Partikel „me“ gestellt werden sind rhetorische Fragen, die ein „Nein“ als Antwort verlangen). -> Nicht alle Christen hatten die Gabe der Sprachenrede!
Diese Aussage ist korrekt.
Wir sind verantwortlich fĂŒr all unsere Worte, die wir reden (MatthĂ€us 12,36.37). Der Verstand darf daher nicht ausgelöscht oder eingeschrĂ€nkt werden. Die GlĂ€ubigen sollen vielmehr âErwachsenel Vollkommene am Verstandâ sein (1Kor 14,20). Der Mensch ist eine von Gott geschaffene Einheit von Geist, Seele und Leib (1Thes 5,23). Kein Aspekt des Menschen darf verachtet und vernachlĂ€ssigt werden.
Mt. 12,36.37: Bezieht sich ausschl. auf intellektuelles Reden, nicht auf Zungenreden. Es ist richtig, dass kein Aspekt des Menschen verachtet werden darf. Deshalb ist es unbiblisch, das âverstandesmĂ€Ăige Redenâ ĂŒber das Zungenreden zu stellen.
Zum Problem der Zungenredner heute, die sich nicht verstehen, die nicht wissen, was sie sagen und zum Problem der heutigen Ausleger, die die Sprachen gar nicht verstehen: In 1Kor 14,14.15 scheinen die Begriffe âGeistâ (âpneumaâ) und âVerstandâ (ânousâ) GegensĂ€tze zu sein. Aber eigentlich können diese Begriffe gar keine GegensĂ€tze sein! Deshalb fragen wir uns: Was kann ânousâ alles bedeuten? (= Verstand, Gesinnung, Bedeutung von Wörtern etc. Was bedeutet âfruchtleerâ? Antwort: keine Fruchtbringen fĂŒr andere (beachte, wie oft in diesem Abschnitt ĂŒber den anderen gesprochen wird) -> Ich will in Sprachen reden, jedoch möchte ich auch, dass man mich versteht. Wenn es eindeutig um die intellektuelle VerstandeskrĂ€ften geht, braucht Paulus in 1Kor 14 ein anderes Wort (âphrenâ, 14,20).
Das Wort NOUS hat – zumindest im klassischen Griechisch – tatsĂ€chlich auch die Bedeutung âSinnâ, âInhalt (einer Rede)â, aber nicht âAussagekraftâ. Im NT findet sich die Bedeutung âSinn/Aussageâ jedoch nicht. Es ist interessant, dass Roger Liebi in V. 15 und V. 19 nicht das Wort âSinnâ oder âAussageâ benutzen kann, was lexikalisch korrekt wĂ€re, was aber keinen Sinn ergeben wĂŒrde: âIch will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit Aussageâ (V. 15), âAber in der Gemeindezusammenkunft will ich lieber fĂŒnf Worte reden mit Aussage, damit ich auch andere unterweise … â, denn auch dann, wenn die Zuhörer das Reden in einer fremden Sprache nicht verstehen, hat es doch eine Aussage (wenn auch eine fĂŒr die Zuhörer unverstĂ€ndliche). Also muss er mit âAussagekraftâ ĂŒbersetzen, aber eben diese Bedeutung hat das Wort NOUS nicht.
Quellen falscher Sprachenrede: a) aus dem eigenen Herzen (vgl. Hes 13,2.3) = erlogen; b) durch Einbildung, seelische Ăberspanntheit (bekanntes Psychiatrisches PhĂ€nomen!); c) dĂ€monisch (bei GlĂ€ubigen möglich? -> Mat 16,16.23; Eph 4,27; 2Kor 11,4).
Hesekiel 13,2.3: Hier geht es um das prophetische Reden und nicht um das Glossenreden.
MatthÀus 1,6.16.23: Hier sagt der HERR zu Petrus
[stextbox id=“alert“ caption=“MatthĂ€us 1,6.16.23″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057]“Weg mit dir, Satan….[/stextbox]
Der Grund ist aber nicht, dass Petrus in Zungen gesprochen hat, sondern zum HERRN gesagt hat, dass Ihm das angekĂŒndigte Leiden erspart bleibt.
Eph. 4,27: Hier geht es darum, dass wir dem Teufel keinen Raum geben sollen, indem wir keinen Raum unserem Zorn geben (hat auch nichts mit Sprachenreden zu tun).
2. Kor. 11,4: Hier geht es um die VerkĂŒndigung eines anderen Jesus, Geistes und Evangeliums. Auch dieser Vers hat nichts mit dem Sprachenreden zu tun.
Ergebnis: R. Liebi kann nicht durch die Bibel nachweisen, dass es ein âdĂ€monischesâ Zungenreden gibt.
Sprachenrede wozu?
Eigentliche Bedeutung: fĂŒr das unglĂ€ubige Israel (Jes 2.8,11.12; 1. Kor 14,21): Zeichen“(= Hinweis): Gottes Wort fĂŒr alle Völker und Sprachen (vgl. IMos 11; Apg 2); bis 1800: Bibel in ca. 70 Sprachen, 1830: 156 Sprachen; 1999- in ĂŒber 2 100 Sprachen; evang. Botschaften auf Kassetten und Platten: ĂŒber 4800 Sprachen und Dialekte; Arbeit ohne Sprachenrede!
Hier verwechselt R. Liebi das Sprachenreden mit dem Ăbersetzen der Bibel. Die Bibel lehrt etwas anderes:
Gebetsdienst: nicht intellektuelle Kommunikation:
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 14.15″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer. Was ist nun? Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand[/stextbox]
Anbetung Gottes (mehrheitlich als Zungenreden)
Gesang:1 Kor 14,15
Danken: 1 Kor 14,17
gehört zusammen mit Segnen (EULOGEO): 1. Kor 14,16
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 16″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu GOTT; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse.[/stextbox]
Vollmachtshandlung: Markus 16,17
Die Zungen als âZeichenâ (SĂMEION)! Besondere Hilfe im Dienst der Vollmacht (Exorzismus, Befreiung durch Gebieten in Zungen, Heilung…).
Zungen als
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 21.22″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Zeichen fĂŒr UnglĂ€ubige[/stextbox]
Die Sprachenrede sollte abklingen
1. Kor 13,8.13: âhinwegtunâ = âkatargeoâ: vernichten, abschaffen, zunichte machen (Heb 2,14), entfernen, urspr. âherab machen“ –> plötzliches unmittelbares Beseitigen (bei der EntrĂŒckung; âaufhörenâ (nur in Verbindung mit Sprachenrede!) = âpauoâ: abklingen (Apg 20,1 von der Beruhigung des Volkstumultes) –> allmĂ€hliches Abklingen (d.h. vor der EntrĂŒckung); Zeugnisse aus der Kirchengeschichte verdeutlichen das Aufhören der Zeichen und Wunder: z.B. Augustinus 392 n. Chr.; Chrysostomos 4. Jahrh.; Isidor v. Pelusium 4. Jahrh.; Isidor von Sevilla 7. Jahrh.
Der Begriff in V. 9: das Vollkommene (gr. TELEIOS) hat folgende Bedeutungen:
– das Ende erreicht habend
– Vollkommen zum Ende oder Ziel gebracht,
– vollendet; vollstĂ€ndig (d.h. nichts mehr brauchend zur Vollendung). Bsp.: Mt. 5,48; Röm. 12,2; 1Kor. 13,10; Hebr. 9,11; Jak. 1,4; 3,2; 1Jo 4,18 u. a.
– erwachsen – ein Mensch, dervollendet ausgewachsen ist: reif, mĂŒndig und volljĂ€hrig. 1Chr 25,8; 1Kor 2,6; 14,20; Eph 4,13; Phil 3,15; Kol 1,28; Hebr 5,14
Das Nomen TELOS wird abgeleitet von einer Wurzel TEL, die herumdrehen bedeutet (z. B. das Steuer) und meint ursprĂŒnglich den Drehpunkt, das Scharnier, den Kulminationspunkt, an dem das eine Stadium endet und das andere beginnt; spĂ€ter das Ziel, das Ende. Von Bedeutung ist noch die Aussage ĂŒber Gott als ARCHE KAI TELOS, Anfang und Ende aller Dinge; nur Er fasst Anfang und Ende zusammen.
In 1. Kor.13,10 steht TO TELEION (Neutrum mit Artikel). im Gegensatz zu TO EK MEROUS (das was stĂŒckweise ist). Hier auf der Erde, in dieser gefallenen Schöpfung gibt es nur eine teilweise Vollkommenheit, wĂ€hrend das eigentliche Ziel im Himmel ist (HebrĂ€er 9,11). So wird sich das vollkommene Gesetz der Freiheit erst in Gottes neuer Welt voll entfalten (Jakobus 1,17).
Wenn dieser Vers sich auf die Vollendung des NT beziehen wĂŒrde, hĂ€tte der Apostel den Begriff HOLOKLEROS (âalle Teile habendâ; âganzâ; âallesâ). Denn dieser Ausdruck bezeichnet das, was alles ihm Zugeteilte enthĂ€lt und dem nichts mehr zur VollstĂ€ndigkeit fehlt bzw. nach Verlust der VollstĂ€ndigkeit diese wieder zurĂŒck gewonnen hat (kommt im NT nur in 1. Thessalonicher 5,23 und Jakobus 1,4) vor.
Der in 1. Korinther 13,10 mit Vollkommene ĂŒbersetzte Begriff TELEION ist im Epheserbrief 4,13 mit vollen Mannesreife (Rev. EĂ) wiedergegeben und als das Erreichen des VollmaĂ des Wuchses der FĂŒlle CHRISTI definiert. In diesem Zustand werden wir ganz sicher erst bei der Wiederkunft CHRISTI sein.
Ein zweiter Punkt ist ganz wesentlich, nĂ€mlich der Kontext. In 1. Kor. 13,8 schreibt Paulus, dass nicht nur Weissagungen, Sprachen, sondern auch Erkenntnis (gr. GNOSIS) weggetan werden. GNOSIS meint nicht das Wort der Erkenntnis (LOGOS GNOSEOS), sondern bezeichnet u. a. die Erkenntnis des wahren GOTTES und Seines CHRISTUS (Römer 15,14; 1. Korinther 1,5; 2. Korinther 2,14; 4,6; 6,6; 8,7; 10,5; Epheser 3,19 u. a.) und darĂŒber hinaus Verstand, Einsicht und Vernunft (1. Petr. 3,7). Wenn man die Meinung dieser Ausleger konsequent zu Ende denkt, wĂ€re mit Vollendung des NT die Erkenntnis GOTTES, sowie Verstand, Einsicht und Vernunft beseitigt worden. Ist das wirklich die Botschaft der Heiligen Schrift?
Fazit: Wenn man diese Fakten berĂŒcksichtigt wird deutlich, dass mit dem Vollkommenen unmöglich die Vollendung des NT gemeint sein kann. Denn diese Lehre widerspricht sowohl dem Grundtext als auch dem Textzusammenhang. Es gibt fĂŒr diese Hypothese keinen einzigen biblischen Anhaltspunkt. Vielmehr meint die Heilige Schrift mit dem Vollkommenen das EndgĂŒltige, das Ziel des Heilsplanes GOTTES, die Wiederkunft JESU CHRISTI und das vollendete Gottesreich. Unsere Erwartung des Vollkommenen ist eine Person: Der Herr JESUS selbst.
Liebi argumentiert hier mit dem âargumentum e silentioâ (âArgument aus dem Stillschweigenâ, d. h. wenn man das âargumentum e silentioâ anwendet, zieht man Schlussfolgerungen nicht aufgrund von in einem bestimmten Text Vorhandenem, sondern aufgrund des darin Fehlenden). Die Gabe des Zungenredens und andere âwundersameâ Gaben werden angeblich (fast) nicht erwĂ€hnt, also seien sie am Aussterben.
Ăhnlich hat schon der Bibelkritiker Jul. Wellhausen in bezug auf das Gesetz argumentiert:
Das Gesetz Moses wird bis zu den Propheten nirgends in den Schriften des Alten Testament erwÀhnt; also ist es bis dahin noch nicht vorhanden;
die Propheten sind somit nach Wellhausen Àlter als das Gesetz. Damit hat er die verhÀngnisvolle Umstellung in der Datierung vorgenommen, die Israels Geschichte auf den Kopf gestellt und auch aus der Darstellung der biblischen Theologie ein Zerrbild gemacht hat.
Hier mĂŒsste man beachten, dass das NichterwĂ€hnen einer Sache die verschiedensten Ursachen haben kann. Bei Liebi ist das âargumentum e silentioâ nicht beweiskrĂ€ftig, da es auf nicht erfĂŒllten oder nicht erfĂŒllbaren Grundvoraussetzungen beruht:
- Möglichkeit, in jedem Falle die Ursache des Silentiums ( = Stillschweigens) bestimmen zu können
- Annahme steter Wiederholung von bereits ErwÀhntem
Dazu passt das Schema nicht einmal, denn das Zungenreden wird von den âKirchenvĂ€ternâ wohl erwĂ€hnt. Ich werde diese Tatsache durch Zitate noch ent- sprechend belegen.
Genauso falsch ist die Argumentierung, die man oft hört, dass das Zungenreden vor allem in der Gemeinde zu Korinth praktiziert wurde und ein Problem war (mit allen Schlussfolgerungen daraus), in anderen Gemeinden nicht oder weniger, nur weil im 1. Korintherbrief diese Gabe u. a. (Kp. 12 und 14) besonders erwĂ€hnt werde. Auch das ist ein Argument aus dem Stillschweigen der anderen Briefe ĂŒber dieses Thema.
Es kann, genauso wie das Gesetz nicht in allen BĂŒchern, die nach den fĂŒnf BĂŒchern Mose entstanden sind, erwĂ€hnt wird und dennoch vorhanden war, einfach als Tatsache vorausgesetzt werden. Nicht jedes biblische Buch und nicht jeder neutestamentliche Brief muss zu jeder Frage Stellung nehmen. Oder sind etwa die Taufe oder das Herrenmahl in den Gemeinden nicht praktiziert worden, weil die an sie gerichteten Briefe sie nicht erwĂ€hnen? Das sind lauter âargumenta e silentioâ. So ist auch das ein âargumentum e silentioâ, dass das Zungenreden ein besonderes Charakteristikum nur der Gemeinde in Korinth gewesen sei.
Es ist methodisch sehr fragwĂŒrdig, âKirchenvĂ€terâ als Belege zu biblischen Aussagen anzufĂŒhren. Bekanntlich haben die sog. âKirchenvĂ€terâ neben richtigen Aussagen auch manche schriftwidrigen gemacht (vgl. als Belege z. B. Schnepel, Erich: Jesus im Römerreich. Der Weg der Gemeinde Jesu in den ersten vier Jahrhunderten, Bad Liebenzell 1977, Verlag der Liebenzeller Mission (TELOS 206): Clemens von Rom, S. 39/46, Ignatius S. 41,42ff., 46, zur Gemeindezucht S. 62/63 u. a., oder weitere Beispiele in: Hauss, Friedrich: VĂ€ter der Christenheit, Von den apostolischen VĂ€tern bis zur Reformation, BDI, Wuppertal 1956). So können sie klare Aussagen der Schrift weder stĂŒtzen noch entkrĂ€ften.
Wichtig sind fĂŒr uns in bezug auf alle Fragen, auch die der Gabe des Zungenredens, die Aussagen der Heiligen Schrift. Sie allein ist die inspirierte, absolute Wahrheit. Und was sie dazu sagt, ist fĂŒr uns allein maĂgebend. Alle Glieder am Leib JESU CHRISTI sind wichtig (Römer 12,3-8; 1. Kor. 12,21-25), ebenso alle Gaben. Entscheidend ist allein, dass
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 12, 11″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]ein und derselbe GEIST jedem fĂŒr sich zuteilt, wie ER will[/stextbox]
Bemerkenswert ist, dass die kirchengeschichtlichen Beispiele, die Liebi erwĂ€hnt, alle aus dem 4. bzw. 7. Jhd. stammen. Was Liebi verschweigt, ist die Tatsache, dass in der nachapostolischen Zeit die römische Kirchenlehre begonnen hat mit all ihrer Vermischung von Wahrheit und Irrtum. Das geistliche Leben hat abgenommen und damit auch manche ĂuĂerungen des HEILIGEN GEISTES, die in der Urgemeinde noch vorhanden waren. Es ist nicht ein âallmĂ€hliches Abklingenâ bzw. ein âAufhören der Zeichen und Wunderâ, sondern ein Zeichen des Abfalls, vor dem Paulus gewarnt hat (Apostelgeschichte 20,28-30).
Die damalige âKircheâ ist vom Wort GOTTES abgefallen und hat sich schlimmen Götzendienst zugewandt. Ein Merkmal dieser Staatskirche war, dass an einer festgeschriebenen Liturgie festgehalten wurde, die dem GEIST GOTTES und Seinen Gaben keinen Raum mehr bot. SelbstverstĂ€ndlich gab es auch in dieser Zeit wiedergeborene Christen, die von GOTT die Gaben des GEISTES bekommen haben (z. B. Zungenreden usw.).
Da Liebi die Kirchengeschichte in Bezug auf das Zungenreden falsch darstellt, möchte ich noch auf diesen Punkt eingehen. Die Zungenrede blieb nicht auf die Urgemeinde beschrÀnkt. Durch die ganze Kirchenge- schichte trat sie immer wieder in Erscheinung. Es trÀgt zu einem tieferen VerstÀndnis bei, diesen Erscheinungen nachzugehen.
Aus PlatzgrĂŒnden möchte ich mich auf wenige Beispiele beschrĂ€nken.
Auch unter den Schreibern der frĂŒhen Gemeinde der nachapostolischen Zeit gibt es Hinweise auf das Zungenreden. Es ist fĂŒr die richtige EinschĂ€tzung dieser Gabe von Bedeutung, dass es nicht auf die apostolische Zeit beschrĂ€nkt blieb, sondern unter den spĂ€teren Leitern der Gemeinde JESU seine Fortsetzung fand.
Wir sehen das deutlich beim spÀteren IrenÀus. Er schrieb in der zweiten HÀlfte des zweiten Jahrhunderts als Bischof von Lyon die erste Systematik des christlichen Glaubens. Vom Besuch des Petrus bei Cornelius in CÀsarea schrieb er:
Petrus hÀtte ihnen niemals so bereitwillig die Taufe gegeben, wenn er sie nicht prophetisch prophezeien gehört hÀtte, als der Heilige Geist auf sie kam
(Hinweise und Zitate betr. Der âKirchenvĂ€terâ finden sich im Buch âThe Ante-Nicene Fathersâ und âThe Nicene and Post-Nicene Fathersâ, 1952 und 1956 Eerdmans Publishing Co., Grand Rapids, Michigan). Die Bibel sagt uns bei diesem Bericht aber, dass sie in Zungen sprachen. IrenĂ€us benutzt stattdessen das Wort âprophezeienâ. IrenĂ€us wusste genau, wovon er redete. Das wird deutlich an verschiedenen Stellen seines groĂen Werkes âAdversus haeresesâ, wo er ĂŒber die Erfahrung der Zungenrede spricht. So beschreibt er beispielsweise mit folgenden Worten:
Der Geist aber fiel, wie Lukas sagt, am Pfingsttage auf die JĂŒnger nach der Himmelfahrt des Herrn und verlieh ihnen die Macht, allen Völkern den Eingang zum Leben zu gewĂ€hren und zur Eröffnung des neuen Bundes. Von jenem Tage an priesen sie Gott einmĂŒtig in allen Sprachen, wobei der Geist Angehörige entfernter Völker zur Einigkeit im Glauben brachte und so dem Vater die ErstlingsfrĂŒchte aus allen Völkern dargeboten wurden.
Dann berichtet er, was in seiner Zeit an Gaben des GEISTES zur Auswirkung kam, ohne das Zungenreden besonders zu erwÀhnen:
Einige treiben wahrhaft Teufel aus, so dass die, welche von bösen Geistern gereinigt wurden, hĂ€ufig an Christus glĂ€ubig werden und der Gemeinde beitreten. Andere haben ein Wissen von Dingen, die kommen werden. Sie sehen Gesichte und Ă€uĂern prophetische Redensarten. Andere wieder heilen Kranke durch Auflegen ihrer HĂ€nde und machen sie gesund. Ja, sogar Tote sind auferweckt worden und haben noch manche Jahre unter uns gelebtâŠâŠ.
Die klassische Stelle jedoch, wo deutlich wird, dass er Prophetie und Zungenrede als ein- und dasselbe betrachtet, folgt spÀter:
Aus diesem Grunde erklĂ€rt der Apostel âWeisheit aber reden wir unter den Vollkommenenâ, wobei er die vollkommen nennt, die den Geist Gottes empfangen haben und durch den Geist Gottes in allen Sprachen sprechen, wie er selber auch spricht. In gleicher Weise hören wir viele BrĂŒder in der Gemeinde, die prophetische Gaben besitzen, durch den Geiste in vielen Arten von Sprachen sprechen und zur allgemeinen Erbauung viele verborgene Dinge ans Licht bringen und die Geheimnisse Gottes erklĂ€renâŠâŠ
Ich möchte weitere Zeugen der nachapostolischen Zeit in Bezug auf die Gabe des Zungenredens zitieren:
Im ersten Clemensbrief wird die Gemeinde in Korinth daran erinnert, dass âeine volle GeistesausgieĂung auf euch allen gewesen istâ (âZungenredenâ, S. 63), und dass Diener der Gemeinde durch die Gnade GOTTES durch den GEIST gesprochen haben.
Justinus Martyr, der in der Mitte des 2. Jhds. lebte, widerlegte die Behauptung, dass unter den Nachfolgern CHRISTI kein Prophet mehr aufgestanden sei. Er beschreibt die damalige geistliche Situation so:
Nun können wir unter uns Frauen und MĂ€nner sehen, die Geistesgaben besitzenâŠ.. (âZungenredenâ, S. 64).
Diese MĂ€nner kannten die AufzĂ€hlung der Geistesgaben bei Paulus. Sie lassen keinen Raum fĂŒr die Vermutung, dass eine davon nicht mehr vorhanden gewesen sei.
Auch Tertullian (ca. 150 â 223) hat deutlich vom Zungenreden gesprochen. Dieser fĂ€hige Jurist aus Nordafrika, dem wir zahlreiche Schriften verdanken, war der erste theologische Schriftsteller, der sich der lateinischen Sprache bediente. Man betrachtet ihn als Erben von IrenĂ€us und den VorgĂ€nger von Cyprian und Augustin und somit als einen der Miturheber der Lehre der Westkirche. Er sprach offensichtlich von Tatsache, als er schrieb:
So soll denn Marcion prahlen mit dem, was ihm Gott gegeben habe: Propheten, die aus dem Geist Gottes sowohl kĂŒnftige Dinge voraussagten, wie auch Geheimnisse des Herzens kundtaten (1. Kor. 14,25); er soll einen Psalm, eine Vision, ein Gebet aus dem Geist produzieren; âŠâŠ er soll mir ruhig auch zeigen, wie irgendeine der Frauen unter seiner besonders heiligen Schwestern mit prahlerischer Zunge prophezeit hat. Alle diese Zeichen geistlicher Gaben kommen bei mir ohne Schwierigkeiten zum Vorschein und befinden sich zudem in Ăbereinstimmung mit den Regeln, Anordnungen und Unterweisungen des Urhebers ⊠Das ist mein offenes Bekenntnis jedem gegenĂŒber, der NĂ€heres wissen möchte. (âZungenredenâ, S. 64f.).
Aus dem vierten Jahrhundert liegt noch ein rein historischer Bericht vor ĂŒber den Ă€gyptischen Abt Pachomius, gestorben etwa 346 n. Chr. Dieser soll in Engelszungen gesprochen haben, wie der Historiker Sozomen im fĂŒnften Jahrhundert berichtet (âZungenredenâ, S. 65).
In Butlers âLives Of The Saintsâ wird von Pachomius (ein Freund des Athanasius) erzĂ€hlt, dass ihm als Geschenk des Himmels das Sprechen in Griechisch und Latein gegeben wurde. Es waren Sprachen, die er nie Zeit gehabt hatte zu studieren.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es auch im 4. Jhd. Menschen gab, die vom Zungenreden wussten und es als Tatsache anerkannten. Nirgendwo wird in den Schriften der sog. âKirchenvĂ€terâ in Abrede gestellt, dass Zungenrede eine Gabe des GEISTES ist. Es scheint unter dem Namen âProphetieâ anerkannt â und in spĂ€teren Zeiten vernachlĂ€ssigt worden zu sein.
Liebi beruft sich auf Augustin, um seine Hypothese zu untermauern. Allerdings verschweigt Liebi wesentliche Informationen, wie Augustin zu seiner Erkenntnis gekommen ist. Er ist der Irrlehre zum Opfer gefallen, dass Zungenrede angeblich den Aposteln nur zum Zweck der Evangelisierung verliehen wurde. Festzuhalten ist, dass die Haltung Augustins die kirchliche Meinung prĂ€gte. Es war aus seiner Sicht der unnötig, darĂŒber weiter zu diskutieren. In seiner Auseinandersetzung mit den Donatisten ĂŒber die Taufe bezeichnete der die Glossolalie als nicht mehr vorhanden:
Der heilige Geist wurde nicht nur gegeben unter Handauflegung mit Begleiterscheinung von Wunderzeichen wie in frĂŒheren Zeiten, als der Glaube noch einer sichtbaren BestĂ€tigung bedurfte, damit die Gemeinde wachsen konnte. Wer erwartet denn heute, dass unter Handauflegung der heilige Geist und die Gabe der Zungenrede empfangen wird?
Dadurch dass Liebi diese Tatsache verschweigt suggeriert er, dass es sich bei Augustin um historische Tatsachen handelte. In Wirklichkeit kommt darin Augustins Wunschdenken zum Ausdruck, weil er eine Irrlehre (neben vielen anderen Irrlehren) gezielt verbreiten wollte (und dies leider auch erfolgreich getan hat).
Mit dem Untergang des weströmischen Reiches im 5. Jhd. Teilte sich der Strom des âchristlichenâ Lehrens und Denkens. Zwei verschiedene âchristlicheâ Traditionen waren die Folge. Die griechisch-orthodoxe Ostkirche und die lateinische oder römische Westkirche entwickelten unterschiedliche Haltungen gegenĂŒber den Geistesgaben im allgemeinen und dem Zungenreden im besonderen.
Im Jahre 691 kodifizierte die Ostkirche auf ihrem 6. Konzil die â102 Kanonsâ. Einer davon war ein Gesetz, das den Laien zu lehren verbot, sie hĂ€tten denn die Gabe des Lehrens empfangen. Der Kanon bezieht sich dann auf 1. Kor. 12,29 mit dem Hinweis, dass Zungenreden eigentlich nur eine besondere LehrfĂ€higkeit sei (The Rudder [Pedalion] , trans. D. Cummings, Chicago, The Orthodox Christian Educational Society 1957, S. 363). Dieser Hinweis auf die paulinische AufzĂ€hlung der Geistesgaben, in der das Zungenreden mit eingeschlossen ist, mag die Grundlage sein fĂŒr die Aussage des Patriarchen von Konstantinopel, dass seine Kirche das Zungenreden immer anerkannt und kontrollierend praktiziert habe.
Schon frĂŒh wurde das Zungenreden in der westlichen christlichen Tradition mit Misstrauen betrachtet. Wo es vorkam, wurde es oft als ein Zeichen der Besessenheit durch DĂ€monen betrachtet. Diese Sicht wurde zum Standpunkt der römischen Kirche gemacht und ins âRituale Romanumâ aufgenommen, das seine endgĂŒltige Form ungefĂ€hr um das Jahr 1000 fand. Im Abschnitt ĂŒber âExorzismus bei Besessenenâ wird der Priester, der den Exorzismus vollziehen will, wie folgt unterrichtet:
Die Zeichen, anhand derer Besessenheit von Melancholie oder einer anderen Krankheit unterschieden werden kann, sind die FĂ€higkeiten, mit Leichtigkeit in einer unbekannten Sprache zu sprechen oder eine solche zu verstehen, wenn sie von anderen gesprochen wird; die FĂ€higkeit, die Zukunft zu enthĂŒllen oder verborgene Ereignisse offenbar zu machen; die Entfaltung von KrĂ€ften, die dem Alter oder den natĂŒrlichen FĂ€higkeiten des Individuums nicht entsprechen; und viele andere Anzeichen, die, als Ganzheit gesehen, offenbar machen.
Monsignore Roland A. Knox, der durch seine umfassende Studie ĂŒber christliche SchwĂ€rmerei bekannt ist, nimmt den gleichen Standpunkt ein:
Ich bestreite nicht, dass es wĂ€hrend der ganzen fraglichen Geschichtsperiode Zungenreden gegeben hat. Das Sprechen in Sprachen, die man nicht gelernt hat, war aber damals wie heute ein anerkanntes Symptom in FĂ€llen von erklĂ€rter diabolischer BesessenheitâŠâŠ (âEnthusiasmâ).
Bei dieser Sicht dieser Gabe ist es sicherlich zu verstehen, warum im Westen so selten von Zungenrede gesprochen wurde.
Ein weiterer wichtiger Punkt wird deutlich: Gerade Gemeinschaften, die sich fĂŒr âbibeltreuâ halten, vertreten oft den Standpunkt, dass es sich angeblich beim heutigen Zungenreden um eine diabolische Gabe handelt. Zur Untermauerung dieser fadenscheinigen Behauptung werden noch einige Geister erfunden (z. B. âPfingstgeistâ, âSchwarmgeistâ usw.). In Wirklichkeit ist diese Lehre nicht biblischen, sondern römisch-katholischen Ursprungs. Diese Gemeinschaften lehnen i. d. R. die röm.-kath. Kirche zu Recht ab. Aber sie sind sich nicht zu schade, die Irrlehren der röm. Kirche zu ĂŒbernehmen, solange sie in das eigene GedankengebĂ€ude passt.
Nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes durch Ludwig XIV. im Jahre 1685 begegnen wir der Gabe des Zungenredens als Massenerscheinung. Die Hugenotten, die ein groĂes MaĂ an Glaubensfreiheit besessen hatten, sahen sich plötzlich heftig verfolgt. Viele dieser französischen Protestanten flohen in die Neue Welt. Zu den ZurĂŒckgebliebenen gehörte auch eine Gruppe in den Cevennen, die mit Hingebung das Neue Testament zu betrachten begann und dabei zu der Ăberzeugung kam, dass sie von GOTT berufen und mit dem HEILIGEN GEIST erfĂŒllt worden sei.
Die erste Zungenrede erwuchs aus den prophetischen AussprĂŒchen der 10jĂ€hrigen Isabeau Vincent, die den Misshandlungen ihres Vaters entflohen war und gesehen hatte, wie die Soldaten des Königs Frauen und Kinder, die in ihrer eigenen Kirche zum Gottesdienst beisammen waren, mit dem Bajonett erstachen. Der GEIST GOTTES kam auf dieses MĂ€dchen und sie rief zur BuĂe auf. Sie sprach dabei in ihrem Dialekt, der einzigen ihr bekannten Sprache. Als man von ihren ihren wunderbaren Prophezeiungen hörte, kamen viele Leute aus der Umgebung, um sie zu hören. Zu diesen nun sprach sie in perfektem Französisch mit guter Aussprache. SpĂ€ter rezitierte sie Teile aus der lateinischen Messe (die ihr etwas bekannt war, denn ihr Vater hatte sie gezwungen, daran teilzunehmen), die sie anschlieĂend widerlegte. Bald wurden Kinder ĂŒberall in den Cevennen vom GEIST GOTTES erfasst und prophezeiten (deshalb wurden sie auch die âkleinen Propheten aus den Cevennenâ genannt). Sogar Kinder von drei Jahren sollen die Leute in Ansprachen ermahnt haben. Auch Erwachsene wurden vom GEIST erfasst und sahen sich zu ihrem Erstaunen französische Worte sprechen, die sie nicht verstanden. Eine einfĂ€ltige Frau hielt eine Rede auf so hohem Niveau und in so gutem Französisch, dass die Hörer sagten: âDer Esel Bileams hat einen Mund von Gold!â Ăber 300 Kinder wurden verhaftet und durch die medizinische FakultĂ€t von Montpellier untersucht, die zu den besten Europas zĂ€hlte. Diese MĂ€nner, die sich aus der Zeit, in der sie die PĂ€pste mit Ă€rztlichen und anderen Dienstleistungen versorgt hatten, recht frei in ihrem Denken fĂŒhlten, nahmen die Meinung der Priester, dass diese Kinder von DĂ€monen besessen seien, nicht einfach hin, nannten sie aber Fanatiker. Und so wurde eine Anzahl dieser jungen âFanatikerâ auf die Galeeren geschickt, viele JĂŒnglinge wurden in die Armee gesteckt und einige wurden gleich getötet.
Die Botschaften, die diese Kinder sprachen, wĂ€ren an sich nicht ungewöhnlich gewesen, aber ihr ebenso beredtes wie gewĂ€hltes Französisch lag völlig jenseits ihrer FĂ€higkeiten. Die Gaben des HEILIGEN GEISTES unterstanden nicht ihrer WillkĂŒr, sondern kamen ĂŒber sie, wĂ€hrend sie beteten. Ein Autor schreibt, dass viele von denen, die die Geistesgaben empfingen, völlig umgewandelt wurden, und zwar sowohl in moralischer als auch in geistlicher Hinsicht.
Als Conyers Middleton behauptete, dass seit der Zeit der Apostel ânie mehrâ in Zungen gesprochen worden sei, widersprach ihm Wesley mit einer Beschreibung der âkleinen Prophetenâ.
Ein fĂŒhrender QuĂ€ker berichtete von einer konservativen QuĂ€ker-Gruppe, die in Zungen reden. Diese Feststellung wird unterstrichen durch ein Zitat aus dem Werk eines der ersten QuĂ€ker, Burroughâs âPreface To Great Mysteryâ, in dem es heiĂt:
âŠ. unsere Zungen verloren sich und unsere Lippen öffneten sich, und wir sprachen mit neuen Zungen, wie der Herr es uns auszusprechen gab. (âZungenredenâ, S. 79 ff.).
So könnte ich noch viele weitere Beispiele anfĂŒhren, die belegen, dass es zu allen Zeiten Menschen gab, die die Gabe des Zungenredens empfangen hatten.
Schutz in den letzten Tagen
Das Wort Gottes (AT und NT): 2Tim 3,13 17; Mat 7,21.27
Wie helfen? 2Tim 2,24-26
Bemerkungen zu einzelnen Versen in l. Kor 14
[stextbox id=“alert“ caption=“1. Korinther 14, 13.14.15.19.20″ shadow=“true“ ccolor=“ffff00″ bgcolor=“ffffff“ cbgcolor=“9A007B“ bgcolorto=“ffffcc“ cbgcolorto=“6C0057″]Darum, wer [immer wieder] in einer Sprache redet, bete [immer wieder], auf daĂ er es [immer wieder] auslege. („PrĂ€sens“ = Durativ ĂŒn Griech., hier mit iterativer, wiederholender, Bedeutung. Es geht nicht darum, eine Gabe zu erbitten. Der in Sprachen Redende weiss ja genau, was er sagt. Doch soll er Gott um Hilfe bitten, um anderen das Gesagte verstĂ€ndlich zu machen.) … Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist [=“pneuma mou“; d.h. der Geist des Menschen, der denkt und forscht; Ps 77,7], aber mein Verstand meine Bedeutung [„nous“ = hier: der Sinn von dem, was ich sage] ist fruchtleer [d.h. nĂŒtzt den anderen nichts] … Was ist es nun? Ich will beten mit dem Geiste [„pneuma“] aber ich will auch beten mit dem Verstande/ mit der Bedeutung [„nous“; d.h. so, dass andere, den Sinn verstehen]; ich will lobsingen mit dem Geiste [„pneuma“], aber ich will auch lobsingen mit dem Verstande/ mit der Bedeutung [„nous“] … Aber in der Versammlung will ich lieber fĂŒnf Worte reden mit meinem Verstande/ mit meiner Bedeutung [„nous“; d.h. mit der Bedeutung von dem, was ich sagen will], auf daĂ ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache … BrĂŒder, werdet nicht Kinder am Verstande [„phren“; ein anderes Wort als im vorhergehenden Vers!], sondern an der Bosheit seid UnmĂŒndige, am Verstande [„phren“, nicht „nous“ wie im vorhergehenden Vers!] aber seid Erwachsene.[/stextbox]
âDurativâ bezeichnet nicht eine wiederholtes, sondern ein andauerndes Handeln; fĂŒr das wiederholte Handeln gibt es den Fachausdruck âiterativâ. Beide Aktionsarten werden im Griechischen durch die PrĂ€sensform ausgedrĂŒckt. Das bedeutet aber nicht, dass jedesmal, wenn im griechischen NT ein Verb im PrĂ€sens gebraucht wird, ein wiederholtes oder andauerndes Handeln gemeint ist.
In den Evangelien z.B. wechselt die ErzĂ€hlung oft unvermittelt vom Aorist (erzĂ€hlende Vergangenheitsform) zum PrĂ€sens (z.B. in Mt. 15,29-32a: Aorist; V. 32b – 34: PrĂ€sens; ab V. 35: Aorist). Hier hat das PrĂ€sens keineswegs eine durative oder iterative Bedeutung. AuĂerdem kann man tatsĂ€chlich in 1. Kor. 14, 13 auch eine wirklich durative Bedeutung sehen; dann mĂŒĂte man so ĂŒbersetzen: „Darum, wer (andauernd) in einer Sprache redet, bete (andauernd), auf daĂ er es (andauernd) auslege.“ Allerdings stehen die Verben im zweiten und dritten Satzteil im Konjunktiv, bei dem die Zeitbedeutung in den Hintergrund tritt, so dass man eigentlich so ĂŒbersetzen mĂŒĂte: âDarum, wer (andauernd) in einer Sprache redet, bete, auf dass er es auslege.â FĂŒr die Aussage: âEs geht nicht darum eine bestimmte Gabe zu erbittenâ reicht also der Befund nicht aus – im Gegenteil.
âDas in Vers 20 fĂŒr Verstand gebrauchte Wort ist âphrenâ und meint im Gegensatz zu „nous“ Verstandeskraft.â
Auch das kann ich nicht bestĂ€tigen. Ich habe eher die Bedeutung âGebrauch des Verstandesâ gefunden (neben anderen).
Epilog:
Es ist begrĂŒĂenswert, dass Roger Liebi versucht hat, die Gabe des Sprachenredens in seinem Thesenpapier systematisch darzustellen. Leider muss angemerkt werden, dass Liebi m. E. dabei sehr tendenziös vorgegangen ist und bei bestimmten Punkten eine Ăberpretation vorgenommen hat, auf der Suche nach BestĂ€tigungen fĂŒr eine vorgefasste Meinung. Offensichtlich hat sich Liebi weniger durch die Aussagen der Heiligen Schrift leiten lassen, sondern mehr durch die Dogmen eines persönlichen, theologischen Systems (Dispensationalismus).
Weil man bereits eine feste Theorie im Kopf hat (âes gibt kein Zungenreden mehrâ), sitzt auf Augen und Ohren ein Filter, der nur noch die ins eigene System einfĂŒgbaren Fakten durchlĂ€sst. Dies erklĂ€rt auch, weshalb Liebi bestimmte historische Fakten unberĂŒcksichtigt lieĂ. Deshalb ist hinter Liebis PrĂŒfungsergebnisse ein doppeltes Fragezeichen zu setzen, weil die PrĂŒfungsmethoden selbst unbiblisch sind. Wer falsch prĂŒft, kommt auch zu einem falschen Resultat.
Literatur:
(Knox, Roland A.: Enthusiasm: A Chapter In The History Of Religion, Oxford 1950)
Kelsey, Morton T.: Zungenreden, 1. Aufl., Konstanz 1970
Kalewey, Jens: Bemerkungen zum Umgang mit Geistesgaben und âpfingstlichen Strömungenâ, Riehen (Schweiz) o. Jg.
KĂŒlling, Samuel R.: Was beweisen die KirchenvĂ€ter, Riehen (Schweiz) o. Jg.
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Hallo Martin,
wir hatten auch eine mögliche ErklÀrung als Hörwunder in der Bibelschule.
Wie sieht’s Du das?
GruĂ GĂŒnter
Thank you for this insightful and well-written article on the topic of speaking in tongues according to the Bible. I found the points very clear and thought-provoking. I recently launched a resource that shares daily Bible verses and reflections to help deepen understanding and daily application of scripture. I would be grateful for your support and consideration in sharing it with others who are seeking spiritual encouragement. God bless!
Herzlichen dank fĂŒr die klare und verstĂ€ndliche AufklĂ€rung.
Ausserdem, wenn das Zungenreden nicht mehr existiert, warum so viel MĂŒhe und Zeit verschwenden um zu beweisen das etwas nicht existiert, das doch gar nicht existiert ? Ich glaube ĂŒber das Thema Zungenreden sollten besser die sprechen die diese Gabe besitzten und gebrauchen
Lieber David,
du hast das Thema „Sprachenreden“ hervorragend „auf den Punkt“ gebracht. Deshalb will ich gar nichts mehr dazu schreiben, sondern Dir einfach nur „Danke“ sagen.
Maranatha
Roland
*1 Corinthians 12:8-10Â / *1 Cor. 12:8 –
(Re: Spiritual *gifts / *Tongues)
The Holy Spirit’s gifts (1 Corinthians 12:8-10) which operate in Christians who have received Holy Spirit baptism (Acts 19:6, Acts 11:15-16, Acts 10:44-46) will not cease operating until Jesus Christ’s future, Second Coming. For 1 Corinthians 13:8-12 means that just as only when children become adults do they put away childish things, so only when Christians become perfect when they see Jesus face to face at His Second Coming (1 John 3:2) will they no longer need Spiritual gifts such as prophecy, tongues, and the word of knowledge (1 Corinthians 12:8,10). During the future Tribulation of Revelation chapters 6 to 18 and Matthew 24 which will just precede Jesus‘ Second Coming (Matthew 24:29-31), are some in the Church going to reject the ministry of God’s Two Witnesses because it will involve them prophesying and performing miracles (Revelation 11:3,6)?
Because Jesus Christ’s Second Coming, like the preceding Tribulation, has not happened yet, all of the Holy Spirit’s gifts are still operating in the Church today, in Pentecostal congregations, and in charismatic congregations, which can be of almost any denomination. God’s Word commands Christians to operate in the Spiritual gifts when Christians come together (1 Corinthians 14:26-31). So congregations today should be careful not to quench the Holy Spirit (1 Thessalonians 5:19) by despising prophesyings (1 Thessalonians 5:20) or forbidding all speaking in tongues (1 Corinthians 14:39). Tongues are one of the Spiritual gifts (1 Corinthians 12:8-10) through which Christians can be regularly edified (1 Corinthians 14:4-5,12,26). Not all Holy Spirit-baptized Christians will speak in tongues (1 Corinthians 12:30), but almost all will (cf. Acts 19:6, Acts 10:45-46), for tongues are one of the Holy Spirit’s lesser gifts (1 Corinthians 12:28;Â 1 Corinthians 14:5).
Different Christians receive different kinds of tongues (1 Corinthians 12:10). Some tongues are languages which people can understand (Acts 2:4,8) while other tongues are languages which people cannot understand (1 Corinthians 14:2), not even the speakers (1 Corinthians 14:14). Unintelligible tongues could include ancient human languages which are unknown to history, ancient human languages which are known to history but are not understood, and angelic languages (1 Corinthians 13:1). Unintelligible tongues are not useless, however, for when they are prayed or sung privately to God without interpretation (1 Corinthians 14:2,28), they edify the spirits of those who speak or sing them (1 Corinthians 14:4,14-15, Jude 1:20) to bless and thank God (1 Corinthians 14:16). And when unintelligible tongues are prayed or sung out loud in a congregation and then Spiritually interpreted (1 Corinthians 12:10b-11), their interpretation edifies the whole congregation (1 Corinthians 14:5b,12-13,26). And when Christians sing in tongues to God, they are singing the „spiritual songs“ which the Bible distinguishes from psalms and hymns (Ephesians 5:19, Colossians 3:16).
The Bible sets no restrictions on how much Christians can pray and sing to God in tongues out loud at home or silently in church (1 Corinthians 14:28) (just as regular praying can be done silently: 1 Samuel 1:13,17, Nehemiah 2:4b). Indeed, the apostle Paul prayed and sung to God in tongues in private more than anyone (1 Corinthians 14:18-19). But regarding church meetings, the Bible sets strict rules on speaking tongues out loud: They are not to be spoken out loud in church meetings unless there is someone present who can Spiritually interpret them to the whole congregation (1 Corinthians 14:28). And even when a tongues-interpreter is present, at the most only three people should in turn speak out loud in unknown tongues, which should then be interpreted to the whole congregation (1 Corinthians 14:27). Everyone who has received the gift of tongues should be praying for the separate gift of the interpretation of tongues so that he or she can edify others (1 Corinthians 14:12-13; 1 Corinthians 12:10b).
(See also paragraphs 2-3 of Mark 16:16 above)
https://www.christianforums.com/blogs/notes-1-corinthians-9-1-to-1-corinthians-12-8.53169/
Lieber Bruder Roland,
vielen Dank fĂŒr deinen Beitrag, der sehr vielen Christen geholfen hat und den ich nur weiterempfehlen kann!!!!
Es wĂ€re toll, wenn du dich noch mal zur sogenannten „Irrlehre der Offenbarungsgabe“ Ă€uĂern könntest.
Kernpunkt ist ja hier 1. Korinther 13, 10 wo es heiĂt, dass die Sprachengabe verschwinden wird, wenn das Vollkommene da ist. Die entscheidende Frage ist ja nun, ist mit dem Vollkommenen gemeint a) die Bibel oder b) wenn Jesus wieder kommt.
Oft wird auf folgenden Artikel verwiesen, der a) als korrekt ansieht.
http://www.betanien.de/Material/dasvollkommene.pdf
Hast du Argumente, die diesen Artiel widerlegen?
Ich halte das fĂŒr Ă€uĂerst wichtig, da ansonsten dein Artike hier und die dazugehörige Diskussion alles in Frage stellen wĂŒrde.
Vielen Dank und Gottes Segen
Bernhard
Lieber Bruder Bernhard,
herzlichen Dank fĂŒr Deine RĂŒckmeldung. Das Vollkommene (TO TELEION) habe ich in diesem Artikel behandelt:
TO TELEION
Vielleicht hast Du Zeit, Dir den Artikel durchzulesen. Falls Fragen offen bleiben, die der Betanien-Artikel aufwirft, können wir uns gerne darĂŒber austauschen.
Shalom
Roland
Lieber Roland,
ich wĂŒrde mich wegen der Frage, ob es heute noch Sprachenrede gibt und ob diese auch echt/biblisch ist, nicht streiten wollen. Niemand ertrĂ€gt es gerne, wenn ein anderer ihm vorwirft, dass er gar nicht durch den Geist Gottes sondern durch einen LĂŒgengeist redet (vergl. 1.Kön.22:24).
Ich selber habe mich vor Jahren einmal der EinschÀtzung eines alten Bruders angeschlossen, der inzwischen schon heimgegangen ist (Daniel Werner) und die Frage nach dem Vorhandensein der Geistesgaben in der gegenwÀrtigen Endzeit mit Psalm 74 beantwortet hat:
„Gott, warum hast Du verworfen fĂŒr immer, raucht Dein Zorn wider die Herde Deiner Weide? Gedenke Deiner Gemeinde, die Du erworben hast vor alters, erlöst als Dein Erbteil – des Berges Zion, auf welchem Du gewohnt hast! Erhebe Deine Tritte zu den immerwĂ€hrenden TrĂŒmmern!
ALLES im Heiligtum hat der Feind verderbt.
Es brĂŒllen Deine Widersacher inmitten Deiner VersammlungsstĂ€tte; sie haben IHRE Zeichen (d.h. ihre Normen, MaĂstĂ€be, GebrĂ€uche) als Zeichen (d.h. als Kennzeichen, AushĂ€ngeschild) gesetzt⊠UNSERE ZEICHEN SEHEN WIR NICHT; kein Prophet ist mehr da, und keiner bei uns, welcher weiĂ, bis wann…“
Shalom
Simon
Lieber Simon,
die Irrlehre, dass bestimmte Geistesgaben angeblich nicht mehr existieren (sog. „Offenbarungsgaben“) ist ja weit verbreitet. Ich denke, dass es wichtig ist, sich mit diesen Lehren auseinanderzusetzen und anhand der Bibel zu beurteilen.
Weshalb ich jetzt diesen Thread abgebrochen habe ist der Grund, dass lÀngst widerlegte (unbiblische) Argumente wiederholt wurden und wir uns dadurch argumentativ im Kreis drehen.
Shalom
Roland
P.S.: Bruder Daniel Werner habe ich auch sehr geschÀtzt!
Hallo Martin,
ich fĂŒrchte, dass auch meine Antwort etwas lĂ€nger ausfallen wird:
Intelligenz/Verstand
Intelligenz (von lat. intellegere âverstehenâ, wörtlich âwĂ€hlen zwischen âŠâ von lat. inter âzwischenâ und legere âlesen, wĂ€hlenâ) ist die kognitive LeistungsfĂ€higkeit des Menschen. Es ist dabei zu beobachten, dass Intelligenz und Hirnvolumen positiv zusammenhĂ€ngen (M. McDaniel: Big-brained people are smarter: A meta-analysis of the relationship between in vivo brain volume and intelligence.In: Intelligence. 33(4), 2005, S. 337â346;  D. Posthuma et al.: The association of brain volume and intelligence is of genetic origin. In: Nature Neuroscience Band 5, Nr. 2, 2002, S. 83â84). Analysen nach dem Tod zeigen, dass gebildete und intelligente Personen mit mehr Synapsen sterben als weniger gebildete und weniger intelligente Menschen (David G. Myers. Psychology. 2010. Worth Publishers. S. 413). FĂŒr die Intelligenz besonders relevant sind die VorgĂ€nge im GroĂhirn. Dies heiĂt jedoch nicht, dass Intelligenz in bestimmten Bereichen lokalisiert werden kann, eine gewisse dezentrale Organisation von Informationsverarbeitungsprozessen ist aber trotz allem nicht von der Hand zu weisen. Daher verwechsele nicht âIntelligenzâ mit âVerstandâ. Intelligenz/Vernunft ist nicht Teil eines ominösen âGeistesâ oder eines „Fluidums“, wie Du vermutest. MaĂgeblich fĂŒr unsere Intelligenz sind also die Anzahl der Neuronen, die Anzahl der neuronalen VerknĂŒpfungen und die Anzahl der Synapsen.
Körper/Fleisch
Du reduzierst den biblischen Begriff âFleischâ auf die Bedeutung âKörperâ. Daher kommst Du auch in dem von Dir zitierten Bibelabschnitt (Römer 7,22-25) zu falschen Schlussfolgerungen. In Römer 7,22 spricht Paulus auch nicht davon, dass es angeblich bei Gesinnung bzw. Verstand (NOUS) um den inneren Menschen geht. In diesem Vers kommt der Begriff NOUS ĂŒberhaupt nicht vor! Da hat Dir Deine Phantasie einen Streich gespielt und Deinen „Geist“ bzw. Dein „Fluidum“ getĂ€uscht.
Im AT sind die AusdrĂŒcke fĂŒr âFleischâ BASAR und SCHEâER. Ich fokussiere mich jetzt auf den Begriff BASAR, da er wesentlich hĂ€ufiger in der Heiligen Schrift vorkommt. BASAR umfasst nicht nur den Körper, sondern kann auch die Gesamtheit der Menschen und Tiere, Blutsverwandschaft (in Verbindung mit einem Possesivpronomen) und kann auch theologisch positiv qualifiziert werden:  Fleisch gehört zur Neuwerdung dazu, dass das Herz aus Stein ausgetauscht wird gegen ein Herz aus Fleisch (Hes. 11,19; 36,26).
Der Ausdruck  fĂŒr âFleischâ lautet im NT SARX und liegt auf der Linie von BASAR. Ferner wird SARX dazu gebraucht,  wenn von Abstammung, Vererbung und volksmĂ€Ăiger Zugehörigkeit die Rede ist.
Im NT wird âFleischâ in BedeutungszusammenhĂ€ngen gebraucht, die im AT nicht vorgebildet sind:
1. âFleischâ als Existenzbegriff bei Paulus ist eine SphĂ€re, in welcher der Mensch lebt und durch die er bestimmt ist. Leben im âFleischâ Ă€uĂert sich darin, dass man auf seine eigenen Leistungen auf die âWerke des Gesetzesâ setzt, anstatt sich der Gnade hinzugeben.
2. Derjenige, der an CHRISTUS glaubt, wird nicht mehr vom âFleischâ, sondern vom GEIST GOTTES bestimmt (vgl. Röm. 8,9). So macht Paulus deutlich, welche Haltung gegenĂŒber dem âFleischâ angemessen ist:
Alle, die zu CHRISTUS JESUS gehören, haben das Fleisch gekreuzigt (Gal. 5,24).
Wenn jemand wie Du, âFleischâ ausschlieĂlich auf den âKörperâ reduziert, muss er sich kreuzigen lassen, denn es steht ja geschrieben, dass das Fleisch gekreuzigt ist. Daran kann man erkennen, wie schnell man auf Abwege kommt, wenn man nicht das ganze Bedeutungsspektrum eines biblischen Begriffes erfasst.
Im Ăbrigen unterscheidet die Bibel auch deutlich zwischen âFleischâ und âKörperâ: âFleischâ = gr. SARX; Körper = gr. SOMA.
Verstand bleibt fruchtleer
Die Formulierung, dass der âVerstand fruchtleerâ bleibt, bedeutet nicht, dass die Sprache nicht aktiv mit dem Verstand erlernt wurde, sondern beim âBeten mit der Zungeâ ist der Verstand des Menschen nicht involviert, und es âbetet mein Geistâ in Lauten und Worten, die weder meinem eigenen noch dem Verstehen der andern zugĂ€nglich sind. Darum bleibt hier âmein Verstand fruchtleerâ. In der Gemeinde soll nun beides Raum haben:
Ich will beten mit dem Geist, ich will beten aber auch mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, ich will lobsingen aber auch mit dem Verstand (1. Korinther 14,15).
Apostelgeschichte 2
Ich âklammere nicht die Relevanz eines ganzen Buches ausâ, sondern es geht mir darum, dass aufgrund der historischen Berichte keine falschen Schlussfolgerungen gezogen werden, weil die Aussagen der Lehrbriefe nicht berĂŒcksichtigt werden. Nebenbei bestĂ€tigt auch die Apostelgeschichte, dass die Apostel nicht von allen in verstĂ€ndlichen Sprachen verstanden wurden:
Andere aber sagten spottend: Sie sind voll sĂŒĂen Weines (Apg. 2,13).
Die von Dir zitierte Bibelstelle (1. Kor. 15,5b.9) belegt nicht, dass die Glossolalie verstĂ€ndlich sein muss, sondern hebt die VerstĂ€ndlichkeit der Weissagung gegenĂŒber der Glossolalie hervor. Du verwechselst also hier Zungenrede mit Weissagung.
FĂŒrbitte
Es ist klar, dass Du Römer 8,26 in diesem Zusammenhang ablehnst, da dieser Vers nicht in Dein âWeltbildâ passt. Aber gerade Römer 8,26 bestĂ€tigt, dass der GEIST GOTTES fĂŒr uns eintritt:
Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichâs gebĂŒhrt; aber der Geist selbst tritt fĂŒr uns ein mit unaussprechlichen Seufzern
Deine BegrĂŒndung mit αλαληÏÎżÎčÏ ist nicht stichhaltig, da das Bedeutungssprektrums dieses Begriffes auch
„unaussprechbar, weil die rechten Worte fehlen“
beinhaltet. Möglicherweise hast Du hier wieder das Bedeutungsspetrums eines biblischen Begriffes verkĂŒrzt?
Die Bibel lehrt, dass GlĂ€ubige in Zungen beten sollen. Der Begriff âGebetâ beinhaltet  u.a. Anbetung, Dank, Lob, Bitte und natĂŒrlich auch die FĂŒrbitte.
Jesaja 28,11
Hier Ă€nderst Du wieder die GesprĂ€chsebene. Deine Frage war nicht, ob der HERR zu Juden redet, sondern Du hattest Dich nach einer Bibelstelle erkundigt, die belegt, dass die Glossolalie fĂŒr die Zuhörer unverstĂ€ndlich ist. Ich zĂ€hlte mehrere Bibelstellen auf, u.a. Jes. 28,11, die eindeutig belegt, dass GOTT zu Seinem Volk in unverstĂ€ndlichen und fremden Zungen reden wird. NatĂŒrlich wird in Jes. 28 das Gericht ĂŒber Israel angekĂŒndigt. Du ĂŒbersiehst jedoch, dass Paulus diese Bibelstelle auf die Glossolalie anwendet. Wenn Du den Zusammenhang berĂŒcksichtigst, wirst Du erkennen, dass Deine AusfĂŒhrung zu diesem Punkt Makulatur ist.
Weil Du immer wieder unterstellst, dass Paulus in Korinth mit âUnglĂ€ubigenâ ausschlieĂlich Juden meint, möchte ich diesen Punkt noch einmal abhandeln:
Die Zungenrede als Zeichen fĂŒr UnglĂ€ubige
Die in 1. Korinther 14,23 âUnkundigeâ (gr. IDIOTAI) muss im Zusammenhang verstanden werden, denn der Kontext macht deutlich, um welche Gruppe es sich handelt; denn sie werden auch âUnglĂ€ubigeâ (gr. APISTOI) genannt. Dieser Ausdruck erklĂ€rt sich selber. Da die âUnkundigenâ zusammen mit den âUnglĂ€ubigenâ erwĂ€hnt werden, so sind die âUnkundigenâ ebenfalls Nichtchristen. Das Wort âUnkundigerâ ist die neutrale Beschreibung eines Menschen, der kein Christ ist, wĂ€hrend die Bezeichnung âUnglĂ€ubigerâ die persönliche Haltung dem Evangelium gegenĂŒber verrĂ€t.Â
Diese âUnkundigenâ oder âUnglĂ€ubigenâ können Griechen oder Nichtgriechen sein. Diese beiden Wörter stellen nicht im einzelnen fest, ob es sich nur um Griechen oder auch um nichtgriechische Fremde handelt.
Fazit
Ich finde es bedenklich, dass Du immer wieder von vornherein bestimmte Bibelstellen ausklammern möchtest, die nicht in Dein âWeltbildâ passen. Wer so selektiv mit dem Wort GOTTES umgeht, wird zwangslĂ€ufig zu einem Opfer von falschen Lehren.
AuĂerdem verkĂŒrzt Du das Bedeutungsspektrum biblischer Begriffe. Du handelst hier nach dem Motto. âWas nicht sein darf, das nicht sein kann.â
Du wiederholst gebetsmĂŒhlenartig Deine Ăberzeugungen, die lĂ€ngst anhand des Wortes GOTTES widerlegt sind (Vernunft/Intelligenz als Teil eins ominösen Geistes, UnglĂ€ubige in 1. Kor. 14 sind ausschlieĂlich die Juden, Glossolalie darf nicht unverstĂ€ndlich sein usw.). Daher bewegen wir uns argumentativ im Kreis.
Aus diesem Grund ist es gut, wenn wir hier ein Break machen, da der Austausch lĂ€ngst nicht mehr zielfĂŒhrend ist. Sollten sich neue Aspekte ergeben, können wir den Austausch gerne wieder fortsetzen.
Frage: Wenn Glaube Liebe Hoffnung bleiben, warum sollte man, wenn Christus wieder da ist noch speziell Hoffnung und Glauben brauchen? AuĂerdem: was wenn man in einer ĂŒbernatĂŒrlichen Gemeinde war und lange gebetet hat fĂŒr Geistesgaben und sogar mehrmals fĂŒr einen gebetet wurde & HĂ€nde aufgelegt wurden und man auch starken Glauben daran hatte und trotzdem nie irgendwas passiert ist. Wie soll man das verstehen? Weiterhin zu Gott fĂŒr Wahrheit gebeten hat, aber der Weg dann plötzlich aus der Gemeinde gefĂŒhrt hat? War diese Gemeinde wahrscheinlich nicht Bibeltreu & charismatische VerfĂŒhrung, denn sie hatten Frauen als Prediger + redeten & beteten hĂ€ufiger alle zusammen in Zungen ohne Ausleger und man solle das doch wenn dann nur alleine mit Gott machen oder wie? StĂ€ndiges Zungen nuscheln selbst im Gottesdienst? Gibt es echtes Zungenreden & falsches oder gar dĂ€monisches in Gemeinden?
Wenn speziell diejenigen Kraft bekommen die im Geist Geheimnisse reden ist das doch auch ungerecht?
Danke & Gottes Segen.
Hallo Roland,
Du schreibst:
Du willst ja sicherlich nicht bestreiten, dass der Verstand zum Körper gehört? Damit hast Du selbst die Unterscheidung zwischen âGeistâ und âKörperâ bestĂ€tigt, denn der Verstand bzw. die Vernunft sind Funktionen des menschlichen Gehirns, genauer des Stirnhirns.
Antwort:
Ich glaube, dass du Intelligenz und Verstand verwechselst, denn Verstand beinhaltet meine Gedanken und Gesinnungen und im Endeffekt einen Teil meiner Persönlichkeit. Wenn jemand mein Hirn öffnet, glaube ich nicht, dass er dann meine Gedanken und Gesinnungen findet.
Bitte schau dir dazu Röm. 7,22-25 an
22) Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen;
23) ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung (NOUS) streitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der SĂŒnde, das in meinen Gliedern ist.
24) Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?
25) Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! So diene ich selbst nun mit der Gesinnung (NOUS) dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der SĂŒnde.
Hier macht Paulus ganz klar einen Unterschied zwischen Körper/Fleisch und Gesinnung/Verstand/ NOUS. Im V.22 erklÀrt er, dass es bei Gesinnung/ Verstand/NOUS um den inneren Menschen geht.
Du schreibst:
Wichtig ist fĂŒr mich die Aussage, dass sich PNEUMA auf den âMenschengeistâ bezieht und nicht auf den menschlichen Verstand. FĂŒr den menschlichen Verstand gibt es ja auch einen anderen Begriff, nĂ€mlich âNOUSâ. Ich greife ein Bsp. heraus:
Von der Tochter des JaĂŻrus heiĂt es: »Ihr G. kam wieder« (Lk8,55).
Nach Deiner Ăberzeugung bedeut der Vers: âIhr Verstand kam wiederâ. Ich denke, dass wir einer Meinung sind, dass diese Ăbersetzung sinnfrei ist.
âIn HebrĂ€er 12,23 lesen wir von den âGeistern der vollendeten Gerechtenâ: Ihr Platz ist bei Gott durch die Erlösung. Hier deuten die âGeisterâ auf Personen getrennt von ihrem Körper hin.â
Antwort:
Ich glaube, dass du selbst mit deiner Argumentation durcheinander kommst, denn nochmal ich behaupte nicht, dass Geist und Verstand das Gleiche sind sondern, dass der Verstand (Denksinn) ein Teil des Geistes des Menschen ist, so wie meine Hand ein Teil meines Körpers ist, deshalb ist aber meine Hand nicht mein Körper. Du sagst ja selbst ĂŒber den Vers in Hebr. 12,23 dass diese Personen obwohl dort âGeisterâ steht nicht getrennt sind von ihrem Verstand. Genauso verhĂ€lt es sich bei der Tochter des Jairus als ihr Geist wiederkam, war sie auch wieder bei Verstand.
Du schreibst:
Du vermischst jetzt das Reden in Zungen mit der Gabe der Auslegung. Wichtig ist, bei den einzelnen Geistesgaben genau zu differenzieren, da wir sonst ein âgeistliches Chaosâ entsteht. Die Bibel lehrt, dass beim Reden in neuen Zungen der Verstand fruchtleer bleibt. Die genaue Bedeutung von âfruchtleerâ habe ich ja bereits im letzten Posting dargelegt. Kurz zusammengefasst bedeutet der Begriff, dass der Redende nicht versteht, was er spricht und auch nicht ĂŒbersetzen kann.
Antwort:
Du verwirfst meine Aussage nicht, weil sie nicht logisch ist, sondern weil sie nicht in dein Modell passt, dass Zungenrede nicht verstanden wird. Nochmals, wenn ich die Sprache als Gnadengabe empfangen habe, habe ich diese Sprache nicht aktiv mit meinem Verstand gelernt, deshalb ist der Verstand fruchtleer ânutzlos, weil keinen Gewinn bringendâ wie du es schon beschrieben hast.
Du schreibst:
Deine Hinweis auf Apg. 2 ist natĂŒrlich eine historische Tatsache, jedoch keine biblische Lehre. Daher möchte ich meine Frage konkretisieren:
Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?
Antwort:
Es ist sicherlich keine Lehraussage und doch sehen wir deutlich, wie Sprachenrede eingesetzt wurde. Du meinst ich versuche stÀndig 2 Bibelstellen auszuklammern, du klammerst hier aber die Relevanz eines ganzen Buches aus.
Du schreibst:
Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?
Antwort:
1. Kor. 14,5b Denn wer weissagt, ist gröĂer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt damit die Gemeinde Erbauung empfĂ€ngt.
Hier steht nichts von der Gabe der Auslegung, sondern Paulus betont, wenn der Sprachenredente in Korinth das Gesagte auf griechisch ĂŒbersetzt, werden alle erbaut
1. Kor. 14,9 So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verstÀndliche Rede gebt, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden
„wenn ihr durch die Sprache nicht eine verstĂ€ndliche Rede gebt“: Mit diesem Satz macht Paulus deutlich, dass Sprachenrede verstĂ€ndlich sein muss, denn wenn die Sprachenrede von Gott so gewollt wĂ€re, dass niemand sie versteht, wĂ€re dieser Satz vollkommen sinnlos. Wenn ich in einer den Zuhörern und mir unbekannten Sprache spreche, wie soll ich dann verstanden werden. Dieser Satz mĂŒsste dann Ă€hnlich wie V. 27+28 lauten, nĂ€mlich wenn kein Ăbersetzer anwesend ist, wie kann man verstehen, was geredet wird? Da aber Paulus das Ihr betont, spricht er die Sprachenredner an.
1.Kor. 14,16 Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst,
Wie kann ich wissen dass ich lobpreise, wenn ich es nicht verstehe
Du schreibst:
Das ist falsch, denn oft kenne ich die HintergrĂŒnde bzw. den Willen GOTTES nicht fĂŒr die Geschwister, fĂŒr die ich in FĂŒrbitte vor GOTT eintrete. Bevor ich irgendetwas falsches bete mit dem Verstand (weil ich den Willen GOTTES nicht kenne) ist es wirklich sehr erleichternd und erbauend, fĂŒr die Geschwister in Zungen zu beten.
Antwort
ErklĂ€re mir bitte wie du in Zungen fĂŒr die Geschwister betest, wenn du doch gar nicht weiĂt was du sprichst??
Wo in der Schrift wird erwĂ€hnt, dass Sprachenrede zur FĂŒrbitte eingesetzt werden soll?
Röm. 8, 26 „Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichâs gebĂŒhrt; aber der Geist selbst tritt fĂŒr uns ein mit unaussprechlichen Seufzern“ kommt nicht in Frage, denn hier heiĂt es ausdrĂŒcklich „unaussprechlich“ (αλαληÏÎżÎčÏ).
Du schreibst:
NatĂŒrlich werden die beiden Bibelstellen zitiert, da diese Bibelstellen beweisen, dass die Glossolalie fĂŒr den Sprechenden unverstĂ€ndlich ist. Warum versuchst Du stĂ€ndig, diese beiden Bibelstellen auszuklammern? Unser MaĂstab als Christen ist doch die ganze Bibel und nicht die âganze Bibel minus 2 Bibelstellenâ.
Antwort:
Ich versuche ĂŒberhaupt nicht diese Bibelstellen auszuklammern, nur habe ich dir schon einige alternative Auslegungen der Bibelstellen aufgezeigt doch du verwirfst sie alle und antwortest wieder mit den gleichen Versen bzw. eigentlich nur mit Vers 14. bzw nur mit einem Versteil nĂ€mlich „aber mein Verstand ist ohne Frucht“. Wenn ich dir auch immer darauf das Gleiche antworten wĂŒrde, wĂ€re unsere Diskussion recht eintönig.
Du schreibst:
Jawohl, Gott wird einmal mit unverstĂ€ndlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk, er, der zu ihnen gesagt hatâŠâŠ. (Jesaja 28,11)
Antwort:
Du schreibst hĂ€ufig, dass ich die Verse nicht aus dem Zusammenhang reiĂen soll, aber du weiĂt sicher, dass Jesaja hier Gericht ĂŒber Israel ankĂŒndigt. AuĂerdem spricht er hier zu Israel/Juda. Willst du sagen, dass du in Zungen zu Israel sprichst? Zudem steht hier, Gott wird einmal mit unverstĂ€ndlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden. Diese Stelle wird als Referenz auch in 1. Kor. 14,21 angefĂŒhrt, und im V22 bringt Paulus die ErklĂ€rung, „darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht fĂŒr die GlĂ€ubigen, sondern fĂŒr die UnglĂ€ubigen; die Weissagung aber ist nicht fĂŒr die UnglĂ€ubigen, sondern fĂŒr die GlĂ€ubigen“. Wie ich dir schon geschrieben habe, zeigt Paulus hier, dass das Sprachenreden den unglĂ€ubigen Juden/Israeliten und zwar denen die nicht glauben wollten, dass auch die Heiden errettet werden können (also anfangs auch die Apostel) als Beweis dienen sollte, dass von nun an auch die Heiden errettet werden können, weil sie selber plötzlich in heidnischen Sprachen Gott verherrlichten. Das Hauptaugenmerk Gottes lag hier auf den Juden, aber es war sicher fĂŒr einen unglĂ€ubigen Heiden auch eine groĂe Sache, wenn er von jemandem in seiner Muttersprache angesprochen wurde, der diese niemals gelernt hat. In deiner vorherigen Antwort, hast du verneint, dass hier Juden gemeint sind, du benutzt aber diesen Vers in dem klar Israel/JudĂ€a angesprochen wird, plötzlich als Argument wenn es nĂŒtzlich fĂŒr deine Auslegung ist.
Leider ist es wieder ziemlich lang geworden, aber ich glaube wir können nicht kurz. đ đ
Herzliche GrĂŒĂe
Bruder Martin
mehr im geist beten. bitte! mehr, mehr und seid dankbar, glory to GOD, daniel
Hallo Martin,
wenn es heisst: Es betet mein Geist, ist es offensichtlich, dass es also eine Gebetssprache des Geistes gibt die zu Gott geht ohne ĂŒber unseren Verstand.
Deswegen sagt der Apostel: Ich will dass ihr alle in Sprachen betet.
Hallo Roland
Zu deiner Aussage: Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden
Wie kannst du diese Behauptung beweisen?
Dies geht aus dem Text der Apostelgeschichte selbst hervor:
Apg. 2,4 âfremde Sprachenâ. Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort.
Englisch und griechisch sind fĂŒr mich auch Fremdsprachen (also nicht meine Muttersprache) und trotzdem verstehe und spreche ich die beiden Sprachen ganz ordentlich. Also die Aussage “ Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort“ ist so nicht richtig. Zudem steht in Apg. 2,4 nicht „fremde Sprachen“ sondern ΔÏΔÏαÎčÏ ÎłÎ»ÏÏÏαÎčÏ „in anderen Sprachen“.
Zu deiner Aussage: Die Glossolalie ist eine Sprache, die der Sprecher nie gelernt hat. Wenn er die Sprache nicht gelernt hat, kann er sie auch nicht verstehen.
Wenn er die Sprache nicht gelernt hat kann er sie auch nicht sprechen. Aber wir sprechen hier ja ĂŒber ein Wirken des Heiligen Geistes.
1. Kor. 14,14-15 Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. Wie soll es nun sein? Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten; ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen.
1. betet zwar mein Geist
hier steht, dass mein Geist betet (mein Geist beinhaltet natĂŒrlich auch meinen Verstand oder Denksinn) und nicht, dass der Heilige Geist betet. Was zeigt, dass ich es bin der redet (denn woher sollte ich sonst wissen, dass ich bete oder den Lobpreis spreche V.16), wenn auch in einer Sprache die ich nie gelernt habe, es bedeutet aber nicht, dass der Heilige Geist durch mich redet wĂ€hrend mein Geist und mein Verstand ausgeschaltet ist, so wie bei einem Medium.
2. aber mein Verstand ist ohne Frucht,
Sprachenrede dient zum Lobpreis Gottes (siehe APG) nicht als FĂŒrbittegebet fĂŒr Menschen und ihre Anliegen, das bedeutet beim Lobpreis (V16) Gottes muss ich nicht ĂŒberlegen was ich sage, denn Lobpreis ist nicht verstandesgefĂŒhrt, sondern er kommt inspiriert durch den Heiligen Geist direkt aus dem Herzen (2.Kor. 1,22 er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben) und unserem Geist (Röm. 8,16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind). Wohingegen in der FĂŒrbitte fĂŒr Menschen und ihre Anliegen, muss ich zuerst darĂŒber nachdenken, welcher Bruder oder welche Schwester hat welches Anliegen und fĂŒr wen oder fĂŒr was habe ich evtl. noch vergessen zu beten. Darum schreibt Paulus in V15 dass mit dem Geist gebetet werden soll aber auch mit dem Verstand. Das bedeutet nicht, dass der Verstand ganz ausgeschaltet wird, denn der Verstand gehört ja auch zum Geist.
WĂŒnsche dir ein schönes Wochenende
Herzliche GrĂŒĂe
Martin
Lieber Martin,
das gr. GLOSSA bedeutet sowohl „Zunge“ als auch „Sprache“; im NT bezeichnet es die geistgewirkte FĂ€higkeit, Fremdsprachen zu sprechen, ohne sie erlernt zu haben. Das biblische Sprachenreden dient als Wunderzeichen (vgl. Markus 16,17; 1. Korinther 14).
Zu áŒÏΔÏÎżÏ (HETEROS): Hetero steht als Wortbestandteil von Fremdwörtern aus dem Griechischen fĂŒr „anders“, „ungleich“, „abweichend“, „fremd“.
áŒÏΔÏÎżÏ hat zwei hauptsĂ€chliche BedeutungsstrĂ€nge:
1. „anderer“
a) Adj. und Subst.:
– der andere (von wzeien oder mehreren), (irgend) ein anderer (Matth. 8,21; Lukas 6,6; Apg. 15,35) u.a.
– bei AufzĂ€hlungen (Luk. 8,6; 11,16) u.a.
– der andere, einer (von nur zweien) (Matth. 21,30; Luk. 5,7) u.a.
2. „andersartig“
(qualitativ anders, verschieden (vom vorherigen, fremd (z. B. Matth. 11,3; Markus 16,12; Lukas 9,29; 23,32; Joh. 14,16; Apg. 2,4; 7,18; 27,1; Römer 7,23; 1. Kor. 14,17.21; 15,40; Gal. 1,6; Jak. 2,25)
Zu Deinen Anmerkungen bzgl. 1. Kor. 14,14.15: Du setzt „Geist“ mit „Verstand“ gleich. Dadurch kommst Du zu falschen Schlussfolgerungen. Zwischen „Geist“ und „Verstand“ besteht jedoch ein erheblicher Unterschied.
Das Wort „Geist“ bezieht sich nur auf den nicht-körperlichen Teil des Menschen. In der Schrift jedoch werden nur die GlĂ€ubigen, in denen der HEILIGE GEIST innewohnt, als „geistlich lebendig“ bezeichnet 1. Korinther 2,11; HebrĂ€er 4,12; Jakobus 2,26). UnglĂ€ubige sind „geistlich tot“ (Epheser 2,1-5; Kolosser 2,13), d. h. sie haben nicht den „Geist“, da der „Geist“ dem Menschen erst bei der Wiedergeburt gegeben wird. Der „Geist“ ist das Element im Menschen, das es ihm ermöglicht, eine persönliche Beziehung zu GOTT zu haben.
Der Verstand hat also nichts mit dem Geist gemein.
Ich wĂŒnsche Dir ein gesegnetes Restwochenende…
Shalom
Roland
Hallo Roland
schön, dass du dich wieder gemeldet hast. Ich dachte schon, dass du kein Interesse an der FortfĂŒhrung dieser Diskussion hast.
Deine Aussage: Das gr. GLOSSA bedeutet sowohl âZungeâ als auch âSpracheâ; im NT bezeichnet es die geistgewirkte FĂ€higkeit, Fremdsprachen zu sprechen, ohne sie erlernt zu haben. Das biblische Sprachenreden dient als Wunderzeichen (vgl. Markus 16,17; 1. Korinther 14).
Hier sind wir uns vollkommen einig, aber ich wollte nur ausdrĂŒcken, dass das Wort Fremdsprache nicht zwangslĂ€ufig bedeutet, dass ich diese Sprache nicht verstehe.
Sprache ist immer ein Komplex aus reden und verstehen wie ja auch 1. Kor.14,16-17 ausdrĂŒckt:
„Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er nicht weiĂ, was du sagst? Du magst wohl schön danksagen, aber der andere wird nicht erbaut“.
Paulus sagt hier, wenn eine andere Person die Sprache nicht versteht, dann ist er ein Unkundiger und kann nicht Amen sagen. Also wenn der Sprechenredner selber die Sprache nicht verstĂŒnde, wĂ€re er ja auch ein Unkundiger. Paulus betont aber klar, dass ein Anderer nicht weiĂ was der Sprachenredner sagt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Sprachenredende weiĂ was er sagt.
Das Verstehen des Gesagten wird auch angezeigt durch die Aussage, dass das Gebetete Danksagung war und dass der Sprachenredner, wie Paulus im V17 betont, schön danksagt und dadurch erbaut wird, aber der andere der die Sprache nicht versteht, wird nicht erbaut.
Zu deiner Aussage âdient als Wunderzeichenâ
1. Zeichen bedeutet „ein klarers Erkennungsmerkmal“, also ist ein Zeichen ein Beweis. Die Bibel beschreibt Zeichen als Wunder mit einem Hinweis auf etwas ganz Bestimmtes wie zum Beispiel wenn der Herr Jesus sagt âich bin das Brot des Lebensâ und zeichenhaft hat er es bewiesen in der Speisung der 4000 und der 5000. Zeichen und Wunder sind aber immer Ausnahmen und EinzelfĂ€lle, denn wenn etwas tagtĂ€glich und ĂŒberall auf der ganzen Welt geschieht, dann wird es niemand mehr als Wunder bezeichnen. Allerdings wenn jemand plötzlich eine Sprache spricht ohne diese gelernt zu haben, (mit eine Sprache sprechen ist immer reden und verstehen gemeint, denn niemand wird von sich behaupten, dass er eine Sprache spricht wenn er kein Wort davon versteht) dann ist das wirklich ein Wunder und somit ein Zeichen oder ein Beweis fĂŒr denjenigen der nicht glaubt, dass so etwas geschehen kann. Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen.
2. FĂŒr wenn gab Gott dieses Zeichen.
1. Kor. 14,22 „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen und zwar nicht fĂŒr die GlĂ€ubigen, sondern fĂŒr die UnglĂ€ubigen“, hier können nicht UnglĂ€ubige allgemein gemeint sein, denn im nĂ€chsten Vers erklĂ€rt er ja, „wenn alle in Sprachen reden, und es kĂ€men Unkundige oder UnglĂ€ubige herein, wĂŒrden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“ Im Vers 21 lesen wir, dass Gott zu seinem Volk spricht, folglich sind hier die Juden gemeint und zwar die Juden die nicht glauben wollten, dass auch die Heiden errettet werden können (auch die Zeichen und Wunder Jesu waren fĂŒr die unglĂ€ubigen Juden, wobei hier unglĂ€ubig nicht meint, dass sie nicht an Gott geglaubt hĂ€tten, sondern sie glaubten nicht oder noch nicht, dass Jesus der Messias ist) In 1. Kor. 1,22 sagt Paulus ĂŒber die Juden, dass sie Zeichen suchen, „wĂ€hrend nĂ€mlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen“ wie sie auch Jesus immer bedrĂ€ngt haben, dass er ihnen ein Zeichen vom Himmel zeigt. Deshalb hat Gott sie auch heidnische Sprachen sprechen lassen, damit sie begreifen, dass der Weg zu Gott nun auch fĂŒr die Heiden offen ist.
WĂŒnsche Dir eine gute und friedliche Woche
GruĂ
Martin
Hallo Martin,
leider kann ich nicht immer zeitnah antworten, da ich zurzeit „viel um die Ohren habe“. Sollte ich die Fortsetzung eines Threads als sinnfrei ansehen, wĂŒrde ich das entsprechend kommunizieren.
Du schreibst:
Die Bibel bezeugt uns bzgl. des Betens in neuen Sprachen folgendes:
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.
Hier können wir festhalten, dass der Geist des GlĂ€ubigen betet, aber der Verstand fruchtleer bleibt. FĂŒr „fruchtleer“ steht im Grundtext der Begriff AKARPOS und bedeutet neben „ohne Frucht“ auch „nutzlos, weil keinen Gewinn bringend“. FĂŒr den Verstand ist also das Reden in Zungen „nutzlos“. Das wĂŒrde sich Ă€ndern, wenn ich die Fremdsprache verstehen wĂŒrde, da mein Verstand daran beteiligt wĂ€re (zumindest beim Ăbersetzen). AuĂerdem wĂ€re die Gabe der Auslegung der Zungen ĂŒberflĂŒssig, da der Zungenredner die Botschaft direkt ĂŒbersetzen könnte.
FĂ€llt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen verstanden hat?
Deinen Umkehrschluss kann ich so nicht nachvollziehen, denn 1, Kor. 14,16.17 steht nicht geschrieben, dass der Sprechende seine Botschaft versteht. Wenn dies der Fall wĂ€re, könnte er die Zungenrede ĂŒbersetzen und der Hörer wĂŒrde erbaut werden. Gerade die Tatsache, dass er die Zungensprache nicht ĂŒbersetzen kann, fĂŒhrt dazu, dass der Hörer nicht erbaut wird, da er sie nicht verstehen kann. In der Gemeinde wird dieser Punkt dadurch aufgehoben, dass jemand mit der Gabe der Auslegung der Zungen in der Sprache des Zuhörers die Botschaft weitergeben kann.
Du schreibst:
Woher weiĂt Du, dass niemand der Zuhörer nicht die Fremdsprache verstehen kann? Nur weil der Sprechende die Sprache nicht versteht, bedeutet doch nicht automatisch, dass der Zuhörer nicht die Sprache verstehen kann.
Du schreibst:
Jetzt beginnst Du die Bibel umzudeuten, Martin. Wenn in 1. Kor. 14,22 „UnglĂ€ubige“ steht, dann sind damit auch UnglĂ€ubige gemeint. Wenn damit „unglĂ€ubige Juden“ damit gemeint wĂ€ren, wĂŒrde in 1. Kor. 14,22 „unglĂ€ubige Juden“ stehen. Wenn die Sprachenrede im Gottesdienst eingesetzt wird, sit sie ein Zeichen fĂŒr den UnglĂ€ubigen, dass er von GOTT getrennt ist und nicht versteht, was sich vor sich geht (s. V. 21 und 23). Prophetie ist dagegen ein Zeichen fĂŒr GlĂ€ubige, denn sie verstehen, dass es ein ĂŒbernatĂŒrlicher Ausdruck des HEILIGEN GEISTES und ein Beweis dafĂŒr ist, dass GOTT in der Gemeinde am Werk ist (V. 24 – 25).
Ich schlage vor, dass wir uns bei unserem Austausch uns eng an die Bibel halten und uns weniger von UmkehrschlĂŒssen, freie Interpretationen usw. leiten lassen.
Sei gegrĂŒĂt mit 1. Kor. 14,20
Shalom
Roland
Hallo Roland
leider kann ich den Text nicht so schön und ĂŒbersichtlich formatieren wie du es tust, ich hoffe, dass es trotzdem verstĂ€ndlich ist
Du schreibst:
Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist fruchtleer.
Hier können wir festhalten, dass der Geist des GlĂ€ubigen betet, aber der Verstand fruchtleer bleibt. FĂŒr „fruchtleer“ steht im Grundtext der Begriff AKARPOS und bedeutet neben „ohne Frucht“ auch „nutzlos, weil keinen Gewinn bringend“ FĂŒr den Verstand ist also das Reden in Zungen „nutzlos“. Das wĂŒrde sich Ă€ndern, wenn ich die Fremdsprache verstehen wĂŒrde, da mein Verstand daran beteiligt wĂ€re (zumindest beim Ăbersetzen)
Antwort:
genau hier ist der Fehler in deiner Argumentation, denn da es sich um eine Geistesgabe handelt brauche ich den Verstand nicht zum Ăbersetzen
Du schreibst:
AuĂerdem wĂ€re die Gabe der Auslegung der Zungen ĂŒberflĂŒssig, da der Zungenredner die Botschaft direkt ĂŒbersetzen könnte.
Antwort:
Die Schrift betont hĂ€ufig »Durch zweier und dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestĂ€tigt werden!« Die Echtheit der Aussage meiner Sprachenrede wird sichergestellt wenn ich sie nicht nur selbst verstehe. Denn ich könnte ja irgendetwas Unpassendes in einer Sprache reden die keiner versteht und dann ins VerstĂ€ndliche etwas ganz anderes ĂŒbersetzen. Deshalb ist die Gabe der Auslegung auch dazu da um sicherzustellen, dass der Sprachenredner wirklich eine Gabe von Gott bekommen hat und umgekehrt kann der Sprachenredner kontrollieren ob der andere wirklich die Gabe der Ăbersetzung empfangen hat.
Lieber Bruder du benutzt genau wie alle, die beweisen wollen, dass das heutige unverstĂ€ndliche Zungenreden dem der Bibel entspricht immer wieder die gleichen 2 Verse nĂ€mlich diesen hier (V14) und V4 âWer in einer Sprache redet, erbaut sich selbstâ
Hier ein Beispiel wie fruchtleer auch verstanden werden kann.
Sprachenrede dient zum Lobpreis Gottes (siehe APG) nicht als FĂŒrbittegebet fĂŒr Menschen und ihre Anliegen, das bedeutet beim Lobpreis (V16) Gottes muss ich nicht ĂŒberlegen was ich sage, denn Lobpreis ist nicht verstandesgefĂŒhrt, sondern er kommt inspiriert durch den Heiligen Geist direkt aus dem Herzen (2.Kor. 1,22 er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben) und unserem Geist (Röm. 8,16 Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind). Wohingegen bei der FĂŒrbitte fĂŒr Menschen und ihre Anliegen, muss ich zuerst darĂŒber nachdenken, welcher Bruder oder welche Schwester hat welches Anliegen und fĂŒr wen oder fĂŒr was habe ich evtl. noch vergessen zu beten. Darum schreibt Paulus in V15 dass mit dem Geist gebetet werden soll aber auch mit dem Verstand. Das bedeutet nicht, dass der Verstand ganz ausgeschaltet wird, denn der Verstand gehört ja auch zum Geist, obwohl du etwas anderes behautest. Ich finde nirgends im Wort Gottes dass Geist und Verstand getrennt wird auĂer an dieser Stelle aber das griechische ÎœÎżÏ Ï bedeutet, wie du sicher weiĂt, nicht nur Verstand sondern auch Sinn, Gesinnung, VerstĂ€ndnis. Wenn Jesus sagt: „Vater, in deine HĂ€nde befehle ich meinen Geist“ meint er nicht, dass sein Geist jetzt zum Vater geht, aber sein Körper und sein Verstand bleiben noch auf der Erde. Biblisch gibt es nur die Unterscheidung von Geist, Seele und Körper.
Das Bibellexikon erklÀrt zum Thema Geist:
In Unterscheidung zum Geist ist die Seele der Sitz des Verlangens und der WĂŒnsche. Der reiche Mann in Lukas 12,19 sagt: âIch will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele GĂŒter daliegen auf viele Jahre; ruhe aus, iss, trink sei fröhlich.“ In dieser Nacht wurde seine âSeele“ von ihm gefordert. Die Errettung der Seele kann nicht von der Errettung der Person unterschieden werden.
Der Geist ist ohne Frage der höhere Teil des Menschen. Er kennzeichnet die bewusste IndividualitĂ€t und trennt den Menschen so von der untergeordneten Schöpfung. Gott hauchte den Odem des Lebens in die Nase des Menschen und brachte den Menschen in Beziehung mit Gott. Der Mensch kann getrennt von ihm nicht wirklich glĂŒcklich werden, weder in seiner jetzigen Existenz noch in Ewigkeit. Die Wörter ruach und ÏÎœÎ”Ï ÎŒÎ± sind die gleichen, die auch fĂŒr Gottes Geist, den Heiligen Geist, fĂŒr die Engel als Geister und fĂŒr die bösen Geister benutzt werden.
Das Wort Gottes ist scharf und vermag die Seele und den Geist voneinander zu scheiden (Heb 4,12), auch wenn es fĂŒr den menschlichen Verstand nicht einfach ist, den Unterschied zu erkennen. Der Apostel betete fĂŒr die Thessalonicher, dass sowohl der Geist (der gewöhnlich als der Platz des Wirkens Gottes angesehen wird) als auch die Seele und der Körper geheiligt werde (1. Thes 5,23). In HebrĂ€er 12,23 lesen wir von den âGeistern der vollendeten Gerechten“: Ihr Platz ist bei Gott durch die Erlösung. Hier deuten die âGeister“ auf Personen getrennt von ihrem Körper hin.
Du schreibst:
FĂ€llt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen verstanden hat?
Antwort:
FĂ€llt Dir ein biblisches Beispiel ein, das bezeugt, dass der Sprechende das Reden in neuen Sprachen -nicht- verstanden hat? Und jetzt bitte nicht 1. Kor. anfĂŒhren, denn da sind wir uns ja uneins.
Mir fallen aber Beispiele dafĂŒr ein, dass die Sprachenrede von den Umstehenden verstanden wurden. In der APG ist das bei 2 von 3 erwĂ€hnten Gelegenheiten der Fall, das sind ca. 66%. Vermutlich war es bei der 3ten Gelegenheit auch so, wird aber nicht ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt. Jetzt sag mir, ob von den Personen die du kennst die in Zungen sprechen zumindest 10% von Anderen verstanden werden.
Du schreibst:
Deinen Umkehrschluss kann ich so nicht nachvollziehen, denn 1, Kor. 14,16.17 steht nicht geschrieben, dass der Sprechende seine Botschaft versteht. Wenn dies der Fall wĂ€re, könnte er die Zungenrede ĂŒbersetzen und der Hörer wĂŒrde erbaut werden. Gerade die Tatsache, dass er die Zungensprache nicht ĂŒbersetzen kann, fĂŒhrt dazu, dass der Hörer nicht erbaut wird, da er sie nicht verstehen kann. In der Gemeinde wird dieser Punkt dadurch aufgehoben, dass jemand mit der Gabe der Auslegung der Zungen in der Sprache des Zuhörers die Botschaft weitergeben kann.
Antwort:
Du sagt hier selbst, dass Erbauung durch das Verstehen der Sprachenrede kommt, weshalb also sollte derjenige der in Zungen spricht erbaut werden obwohl er das Gesprochene nicht versteht??Â
Du Schreibst:
Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen.
Woher weiĂt Du, dass niemand der Zuhörer nicht die Fremdsprache verstehen kann? Nur weil der Sprechende die Sprache nicht versteht, bedeutet doch nicht automatisch, dass der Zuhörer nicht die Sprache verstehen kann.
Antwort:
Wie oft hast du mitbekommen, dass du oder dir bekannte Geschwister die deiner Meinung nach die echte Gabe der Zungenrede haben, verstanden wurden?
Du schreibst:
1. Kor. 14,22 „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen und zwar nicht fĂŒr die GlĂ€ubigen, sondern fĂŒr die UnglĂ€ubigen“, hier können nicht UnglĂ€ubige allgemein gemeint sein, denn im nĂ€chsten Vers erklĂ€rt er ja, „wenn alle in Sprachen reden, und es kĂ€men Unkundige oder UnglĂ€ubige herein, wĂŒrden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“
Jetzt beginnst Du die Bibel umzudeuten, Martin. Wenn in 1. Kor. 14,22 „UnglĂ€ubige“ steht, dann sind damit auch UnglĂ€ubige gemeint. Wenn damit „unglĂ€ubige Juden“ damit gemeint wĂ€ren, wĂŒrde in 1. Kor. 14,22 „unglĂ€ubige Juden“ stehen. Wenn die Sprachenrede im Gottesdienst eingesetzt wird, sit sie ein Zeichen fĂŒr den UnglĂ€ubigen, dass er von GOTT getrennt ist und nicht versteht, was sich vor sich geht (s. V. 21 und 23).
Antwort:
Also das ist eine merkwĂŒrdige Argumentation, denn wo steht denn hier, dass nicht Juden gemeint sein können, oder können Juden nicht unglĂ€ubig sein? Im V21 auf den du verweist sind sogar definitiv Juden gemeint. Hier steht nicht Heiden, sondern UnglĂ€ubige und UnglĂ€ubige gibt es in allen Völkern. Und wenn hier UnglĂ€ubige allgemein gemeint sind, dann erklĂ€re mir bitte den V23, denn dort steht nicht, dass das Sprachenreden fĂŒr sie ein Zeichen wĂ€re, sondern dort steht: „und alle wĂŒrden in Sprachen reden, und es kĂ€men Unkundige oder UnglĂ€ubige herein, wĂŒrden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?“ Also wo ist hier die Erkenntnis, dass das Gesprochene ein Zeichen sein soll, im Gegenteil sie sagen: „dass ihr von Sinnen seid.“
Das Ganze ist ein etwas langer Kommentar geworden, aber habe es leider nicht kĂŒrzer hingekriegt
WĂŒnsche dir Gottes Segen und eine gute Woche
Martin K.
Hallo Martin,
Du schreibst:
Du vermischst jetzt das Reden in Zungen mit der Gabe der Auslegung. Wichtig ist, bei den einzelnen Geistesgaben genau zu differenzieren, da wir sonst ein „geistliches Chaos“ entsteht. Die Bibel lehrt, dass beim Reden in neuen Zungen der Verstand fruchtleer bleibt. Die genaue Bedeutung von „fruchtleer“ habe ich ja bereits im letzten Posting dargelegt. Kurz zusammengefasst bedeutet der Begriff, dass der Redende nicht versteht, was er spricht und auch nicht ĂŒbersetzen kann.
Bei diesem Vers hast Du den Kontext nicht berĂŒcksichtigt, denn er bezieht sich nicht auf die Geistesgaben. Der von Dir zitierte Bibelvers bezieht sich beispielsweise auf Klagen, die gegen Ălteste hervorgebracht werden. Es gibt noch weitere Beispiele in der Schrift, die durch zwei oder drei Zeugen bestĂ€tigt werden sollen, allerdings bezieht sich keines dieser Beispiele auf die Geistesgaben (bzw. Glossolalie). Daher habe ich folgende Bitte an Dich: Bitte berĂŒcksichtige den Kontext der Bibelstellen, da wir sonst zu sehr fragwĂŒrdigen und unbiblischen Ergebnissen kommen.
Du schreibst:
Die Bibel lehrt uns dagegen, dass i.d.R. weder der Redende noch der „Zuhörer“ die Glossolalie versteht. Daher ist die Gabe der Zungenauslegung (auch eine Geistesgabe) notwendig, wenn die Glossolalie innerhalb der Gemeinde praktiziert wird. Wenn jemand die Glossolalie ĂŒbersetzen könnte, wĂ€re die Gabe der Zungenauslegung ĂŒberflĂŒssig. Eine Ausnahme ist das Schawuot, da zu diesem Erntedankfest Menschen aus vielen Nationen in Jerusalem anwesend waren (das Schawuot war ein/ist wichtiges Pilgerfest innerhalb des Judentums).
Du schreibst:
NatĂŒrlich werden die beiden Bibelstellen zitiert, da diese Bibelstellen beweisen, dass die Glossolalie fĂŒr den Sprechenden unverstĂ€ndlich ist. Warum versuchst Du stĂ€ndig, diese beiden Bibelstellen auszuklammern? Unser MaĂstab als Christen ist doch die ganze Bibel und nicht die „ganze Bibel minus 2 Bibelstellen“.
Du schreibst:
Das ist falsch, denn oft kenne ich die HintergrĂŒnde bzw. den Willen GOTTES nicht fĂŒr die Geschwister, fĂŒr die ich in FĂŒrbitte vor GOTT eintrete. Bevor ich irgendetwas falsches bete mit dem Verstand (weil ich den Willen GOTTES nicht kenne) ist es wirklich sehr erleichternd und erbauend, fĂŒr die Geschwister in Zungen zu beten. Schade, dass Du nicht in unserem Hauskreis bist, denn vor zwei Wochen hat hier eine Schwester ein wunderbares Zeugnis weitergegeben.
Du schreibst:
Richtig und Du willst ja sicherlich nicht bestreiten, dass der Verstand zum Körper gehört? Damit hast Du selbst die Unterscheidung zwischen „Geist“ und „Körper“ bestĂ€tigt, denn der Verstand bzw. die Vernunft sind Funktionen des menschlichen Gehirns, genauer des Stirnhirns. Verstandesfunktionen werden hauptsĂ€chlich dem oberen Stirnhirn, dem dorsolateralen prĂ€frontalen Cortex, zugeordnet. Du wirst sicherlich nicht bestreiten wollen, dass dass Gehirn zum Körper gehört? Daher möchte ich gerne Deine Aussage etwas umformulieren:
Biblisch gibt es nur die Unterscheidung von Geist, Seele und Körper (inkl. Gehirn/Verstand).
Wenn „Geist“ mit „Verstand“ identisch wĂ€re, dann wĂ€re der Heilige Geist der Verstand Gottes. Verstehe mich nicht falsch; ich will Deine Ăberzeugungen nicht ins LĂ€cherliche ziehen – jedoch möchte ich darauf hinweisen, zu welchen Konsequenzen es fĂŒhren kann, wenn man nicht zwischen „Verstand“ und „Geist“ differenziert.
Auch in Deinem Bibellexikon-Zitat wird „Geist“ nicht mit „Verstand“ gleichgesetzt (um welches Bibellexikon handelt es sich dabei?).
Du schreibst:
Richtig, das gr. Wort NOUS (ÎœÎżÏ Ï) bedeutet Verstand, Sinn, Gesinnung, VerstĂ€ndnis, aber nicht Geist. FĂŒr den Begriff „Geist“ kennt die Bibel den Begriff „PNEUMA“ (ÏÎœÎ”Ï ÎŒÎ±). Das hebr. Ăquivaltent ist RUACH. Daran kannst Du eigentlich erkennen, dass auch das Wort GOTTES begrifflich zwischen „Verstand“ und „Geist“ unterscheidet.
Ich möchte ebenfalls aus einem Bibellexikon zum Thema „Geist“ zitieren:
Wichtig ist fĂŒr mich die Aussage, dass sich PNEUMA auf den „Menschengeist“ bezieht und nicht auf den menschlichen Verstand. FĂŒr den menschlichen Verstand gibt es ja auch einen anderen Begriff, nĂ€mlich „NOUS“. Ich greife ein Bsp. heraus:
Von der Tochter des JaĂŻrus heiĂt es: »Ihr G. kam wieder« (Lk8,55).
Nach Deiner Ăberzeugung bedeut der Vers: „Ihr Verstand kam wieder“. Ich denke, dass wir einer Meinung sind, dass diese Ăbersetzung sinnfrei ist.
Du schreibst:
Wenn ich jetzt Deine Ăberzeugung zugrunde lege, dann wĂŒrde das bedeuten, dass die Personen getrennt sind von ihrem Verstand.
Du schreibst:
Auch 1. Kor. gehört zum Wort GOTTES. Und dass wir hier uneins sind, bedeutet ja nicht, dass wir die Bibelstellen zitieren dĂŒrfen:
Hier noch einmal eine Bibelstelle, wo der Apostel Paulus zwischen „Geist“ und „Verstand“ unterscheidet:
Deine Hinweis auf Apg. 2 ist natĂŒrlich eine historische Tatsache, jedoch keine biblische Lehre. Daher möchte ich meine Frage konkretisieren:
Wo wird in den Lehrbriefen gelehrt, dass der Sprechende bzw. der Hörende die Glossolalie verstehen muss?
Du schreibst:
Mehrmals (ich habe es nicht gezÀhlt), aber es ist (wie bereits erwÀhnt) die absolute Ausnahme.
Du schreibst:
NatĂŒrlich können mit „UnglĂ€ubigen“ auch Juden gemeint sein. Deine Aussage war jedoch absolut, d.h. Du hast den Ausdruck „UnglĂ€ubige“ ausschlieĂlich auf Juden bezogen. Paulus schreibt hier an die GlĂ€ubigen zu Korinth. Korinth war damals auĂerordentlich synkretistisch geprĂ€gt. Daher kann sich der Ausdruck „UnglĂ€ubige“ sowohl auf Juden, Heiden, Atheisten usw. beziehen. Deine Auffassung ist m. E. daher nicht belastbar, dass mit „UnglĂ€ubige“ ausschlieĂlich Juden gemeint sind.
Leider ist meine Antwort auch ziemlich lange ausgefallen. Ich wĂŒnsche Dir eine gesegnete Woche…..
Hallo liebe Geschwister,
ein sehr langer Artikel mit sehr vielen Aussagen. Möchte hier gerne nur einen Punkt herausnehmen und etwas zu 1.Kor. 14,4 anmerken
Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.
Îż λαλÏΜ γλÏÏÏη Î”Î±Ï ÏÎżÎœ ÎżÎčÎșÎżÎŽÎżÎŒÎ”Îč Îż ΎΔ ÏÏÎżÏηÏÎ”Ï ÏΜ ΔÎșÎșληÏÎčαΜ ÎżÎčÎșÎżÎŽÎżÎŒÎ”Îč
hier sagt Paulus dass derjenige der in einer Sprache redet sich selber erbaut, also er wird nicht durch den Heiligen Geist erbaut sondern durch sich selbst. Biblische Erbauung bedeutet nicht, sich gut zu fĂŒhlen, denn man kann sich auch bei einem guten Essen oder in einem schönen Urlaub oder bei einem lustigen Abend mit Freunden gut fĂŒhlen. Erbauung im biblischen Sinn bedeutet, dass man geistig erbaut wird. Wenn ich aber nur etwas rede, das weder ich noch ein anderer versteht, wieso sollte ich dadurch geistig erbaut werden? Erbaut wird der Sprachenredende nur, wenn er, bzw. die Zuhöhrer verstehen was er sagt, denn Vers 5 zeigt, dass man nur erbaut wird, wenn man das Gesagte versteht. Dadurch wird klar, die Gabe als solches erbaut nicht, wenn keiner etwas versteht. Wird aber, in einer dem Zuhörer verstĂ€ndlichen Sprache gesprochen, ist sie fĂŒr UnglĂ€ubige (1.Kor.14,22) ein Zeichnen, denn dadurch werden auch die Zuhörer erbaut (siehe Apg. 2) und es wird kein Ăbersetzer benötigt (siehe Apg. 2)
Man wird durch das Gesprochene, wenn es sich um die echte Gabe handelt und man selbst versteht was man sagt, zwar selbst erbaut, aber die Selbsterbauung ist nicht das Ziel oder Zweck dieser Gabe (denn sonst brĂ€uchte man ja die Gabe der Ăbersetzung nicht). Ziel und Zweck der Gaben allgemein ist die Erbauung der Gemeinde, wie es Paulus an mehreren Stellen in diesem Kapitel betont. Die Aussage erbaut sich selbst ist nicht nur eine Feststellung sondern ein Tadel. Denn den Korinthern ging es nur um die eigene Erbauung und sie haben sich nicht darum gekĂŒmmert, dass auch die Gemeinde erbaut wird, deshalb betont er nochmal in V.12 strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Ăberfluss habt!
siehe auch 1. Kor.10,24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.
In 1. Kor 14,1 schreibt Paulus: „Strebt nach der Liebe“ und in 1. Kor 13,5 wird ĂŒber die Liebe gesagt „sie sucht nicht das Ihre“ wer also in in Sprachen spricht um sich selbst zu erbauen und nicht ĂŒbersetzt, strebt in dem Moment nicht nach der Liebe.
In 1.Petr 4,10 heiĂt es dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Eine Gnadengabe wird empfangen zum Dienst an den anderen und nicht um sich selbst zu erbauen, allerdings wird man natĂŒrlich auch durch den eigenen Dienst am Anderen erbaut.
Frage: Wieso sollte ich selber erbaut werden, obwohl ich die Sprachen die ich rede nicht verstehe und im Gegensatz dazu wird die Gemeinde erst erbaut, wenn sie die Sprachenrede verstĂ€ndlich ĂŒbersetzt bekommt (V5)
Lieber Martin,
herzlichen Dank fĂŒr Deinen ausfĂŒhrlichen Kommentar.
In 1. Korinther 14,4 steht fĂŒr „erbauen“ das griechische Wort „OIKODOMEO“. Es setzt sich eigentlich aus zwei Wörtern zusammen: „OI“ = Haus oder Haushalt und „DOMEO“ = „bauen“.
Der Schwerpunkt dabei liegt also auf der Bedeutung „erbauen“, „aufbauen“. Gemeint dabei ist immer die Gemeinde (Mt. 16,18; 1. Kor. 14,4b) bzw. die einzelnen Glieder (Apg. 20,32; 1. Kor. 8,1: 10,23; 14,4a.17; 1. Thess. 5,11 usw.). derselben.
Die Sprachenrede ohne Auslegung baut den Glauben und das geistliche Leben des Sprechers auf, weil er/sie durch den HEILIGEN GEIST in direkter Kommunikation und geistlicher Einheit mit GOTT steht (vgl. Epheser 3,16; Judas 1,20). Die Person spricht auf einer geistlichen Ebene (1. Kor. 14,2.14), um zu beten (1. Kor. 14,15.28), Dank zu sagen (1. Kor. 15,16.17) oder zu singen (1. Kor. 14,15). Paulus bezeugt, dass er auf diese Weise betet und mit GOTT Zwiesprache hÀlt, genauso wie mit seinem Verstand (d. h. mit seinen eigenen Worten, die er versteht ==> 1. Kor. 14,14.15).
Alle Geistesgaben sind in erster Linie dau da, die Gemeinde an sich und einzelne Christen zu stĂ€rken. „Erbauung“ bedeutet, in JESU JĂŒngern geistliches Leben, Reife und gottwohlgefĂ€llige Charaktereigenschaften zu fördern. Ziel ist, dass sie CHRISTUS Ă€hnlicher werden und sich nicht in das gottlose Schema der Welt fĂŒgen. Die persönliche Erbauung durch das Reden in neuen Sprachen ist ein ausgeprĂ€gter Segen, der uns mit dieser Gabe ĂŒbermittelt wird. Eine Schwester, die diesen Segen erfuhr, schrieb folgenden Brief an ihren ehemaligen Pastor:
Quelle: Christenson, Larry: Segen und Sinn des Zungenredens. Vom rechten Gebrauch des Zungenredens in Gemeinde und persönlichem Leben, 1. Aufl. (Leuchter-Verlag), Erzhausen 1983, S. 59f.
Die Schwester schreibt spontan aus ihrer Erfahrung heraus, ohne den Versuch einer theologischen Betrachtung. Und doch trifft sie genau die Bedeutung von 1. Korinther 14,4. Wir sind es gewohnt, bei Erbauung in rein intellektuellen Begriffen zu denken. Aber Paulus sagt ausdrĂŒcklich, dass beim Beten in Zungen der Intellekt nicht beteiligt ist. Wenn Du diese Gabe in Deiner persönlichen Gebetszeit anwendest, wird eine anderer Teil von Dir, ĂŒber den Intellekt hinaus, erbaut (beim persönlichen Gebrauch der Gabe ist Auslegung nicht notwendig, 1. Kor. 14,28). Die Erbauung, von der in 1. Kor. 14,4 gesprochen wird, hat daher die ganze Person im Auge.
Shalom
Roland
Hallo Roland
freue mich, dass du so schnell geantwortet hast, bin aber in einigen Punkten nicht deiner Meinung
Du schreibst: Die Sprachenrede ohne Auslegung baut den Glauben und das geistliche Leben des Sprechers auf, weil er/sie durch den HEILIGEN GEIST in direkter Kommunikation und geistlicher Einheit mit GOTT steht (vgl. Epheser 3,16; Judas 1,20).
Aber im 1. Kor. 14,14 steht doch ausdrĂŒcklich „wenn ich in einer Sprache bete, so betet zwar mein Geist“ also nicht der Heilige Geist betet sondern mein Geist!
Vermutlich wirst du dann auf Röm. 8,16+17 verweisen „Ebenso kommt auch der GEIST unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichâs gebĂŒhrt; aber der GEIST selbst tritt fĂŒr uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der jedoch, der die Herzen erforscht, weiss, was das Trachten des GEISTES ist; denn er tritt fĂŒr die Heiligen ein, wie es GOTT gefĂ€llt“ aber wenn man sich diesen Vers anschaut fĂ€llt auf, dass Paulus hier von unaussprechlichen Seufzern mit der Betonung auf unaussprechlich spricht. Wenn hier unaussprechlich steht kann damit keine Sprachenrede gemeint sein, da man Sprachenrede ja ausspricht.
In den Bibelstellen die du anfĂŒhrst Epheser 3,16; Judas 1,20 steht nichts vom Sprachenreden sondern von der Krafft des Heiligen Geistes.
Ich meine wirklich, dass man trennen muss zwischen der biblischen Gabe des Sprachenredens (Reden in einer ungelernten Sprache) und der nachgeahmten Zungensprache die heute von allen Pfingstlern und Charismatikern praktiziert wird, bis hin zu den katholischen Charismatikern die mit ihrer Gabe des Zungenredens Maria anbeten und behaupten, dass dies das Wirken des Heiligen Geistes ist
Zu deiner Aussage ĂŒber LALEO = geschwĂ€tzig, plauderhaft; ai.: [wie ein Kind] âlalalaâ sagen; vgl. nhdt.: âlallenâ); Vb. (296) GrĂ€z.: von Vögeln: zwitschern; zirpen. Hier geht es also um das BetĂ€tigen des Sprechorgane = nichtintellektuelles Reden.
Hierzu ist zu sagen, dass LALEO hĂ€ufig fĂŒr das Reden von Jesus in den Evangelien benutzt wird und du wirst sicher nicht behaupten wollen, dass Jesus wenn er zur Volksmenge oder den JĂŒngern sprach nichtintellektuelles Reden praktiziert hat
Lieber Bruder, ich möchte dich mit diesen AusfĂŒhrungen nicht Ă€rgern sondern ich bin nur auf der Suche nach der biblischen Wahrheit.
Herzliche GrĂŒĂe
Martin
Hallo Martin,
ich empfinde es auch nicht so, dass Du mich Ă€rgern willst. Die Kommentarfunktion gibt es ja, um Fragen/Kritik zu Ă€uĂern.
Du schreibst:
NatĂŒrlich betet der Geist des Zungenredners, der jedoch nicht von dem Verstand (siehe Vers 15!), sondern vom HEILIGEN GEIST bewegt wird. Das bedeutet, dass der Verstand beim Reden in neuen Sprachen nicht beteiligt ist (Verstand bleibt „fruchtleer). Dies ist auch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur okkulten „Glossolalie“, bei der der Zungenredner „ĂŒbermannt“ wird und keine Kontrolle ĂŒber die AusĂŒbung der Glossolalie hat. Im Ggs. dazu lehrt uns die Heilige Schrift, dass der Geist des Propheten dem Propheten untertan ist. Dadurch, dass ich mit meinem Geist in Zungen bete, kann ich den Zeitpunkt des Zungenredens bestimmen. Ich kann jedoch die Glossolalie nicht inhaltlich beeinflussen, da der Verstand daran nicht beteiligt ist.
Du meinst vermutlich Römer 8,26.27. Es gibt drei wichtige Beobachtungen bzgl. der GebetsunterstĂŒtzung des HEILIGEN GEISTES:
1. Als Kinder GOTTES haben wir zwei groĂe FĂŒrsprecher (d. h. Mittler, die andere verteidigen oder fĂŒr die Nöte und Situationen anderer Verantwortung ĂŒbernehmen): CHRISTUS setzt Sich fĂŒr uns im Himmel ein (1. Kor. 8,34; 1. Johannes 2,1) und der HEILIGE GEIST setzt Sich fĂŒr uns auf Erden ein, aus unserem Innern heraus.
2. Die Formulierung „unaussprechlichen Seufzern“ (andere Ăbersetzungsmöglichkeit: „wortlosen Seufzern“) soll vermitteln, dass der HEILIGE GEIST durch die verzweifelten Schreie und SehnsĂŒchte unseres Herzens mit GOTT dem VATER kommuniziert, wenn uns die passenden Worte fehlen und wir unsere Nöte und WĂŒnsche GOTT gegenĂŒber nicht ausdrĂŒcken können.
3. Die SehnsĂŒchte unseres Herzens mĂŒssen vom HEILIGEN GEIST kommen, Der in uns lebt. Er setzt Sich vor dem VATER fĂŒr unsere BedĂŒrfnisse ein, „dem Willen GOTTES gemÀÓ (Römer 8,27).
Es ging mir bei den angefĂŒhrten Bibelstellen darum, Dir zu zeigen, dass unserer innerer Mensch gestĂ€rkt werden muss. Dazu ist das Reden in neuen Sprachen eine wichtige Option (vgl. 1. Korinther 14,4).
Wie kannst Du Deine Behauptung beweisen, dass alle Pfingstler/Charismatiker lediglich die Glossolalie nachahmen?
ZU LALEW: GrundsĂ€tzlich finde ich es nicht gut, wenn man eine Bibelstelle gegen eine andere ausspielen möchte. Damit wir dieser Gefahr nicht erliegen, mĂŒssen wir einen wichtigen Grundsatz des Ăbersetzens berĂŒcksichtigen, nĂ€mlich, dass der Kontext die Bedeutung eines Begriffes (mit-)bestimmt. Wenn Du Dich an Apg. 2 erinnert, wurden ĂŒber die Apostel Witze gerissen, dass sie wohl betrunken waren. Dem HERRN JESUS wurde Betrunkenheit nie unterstellt. Und wenn ein Vogel zwitschert (und hier im Grundtext LALEW) steht, wirst Du sicherlich nicht von einem intellektuellen Reden des Vogels ausgehen, wie dies bei dem HERRN JESUS der Fall gewesen ist.
Deshalb mĂŒssen wir hier im Grundtext unterscheiden, z. B. LEGW (sammeln, zĂ€hlen, sagen), LOGIKOS (geistig, vernĂŒnftig), LOGION (Spruch), LOGIOS (beredt, gebildet), ALOGOS (unvernĂŒnftig, sprachlos), LALEW ([plaudernd] reden, sprechen, nichtintellektuelles Reden).
Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden und daher ist es folgerichtig, dass in der Heiligen Schrift „LALEW“ gebraucht wird (hier in diesem Zusammenhang fĂŒr nichtintellektuelles Reden).
Shalom
Roland
Hallo Roland,
freue mich, dass wir uns offen ĂŒber dieses Thema auseinandersetzen können, denn ich habe in meiner eigenen Gemeinde schon schlechte Erfahrungen gemacht, wenn ich manche Dinge angesprochen habe, fĂŒr die es meiner Meinung nach keine biblische BegrĂŒndung gibt.
Ich frage mich welcher Richtung ihr angehört, denn ich lese auf euren Seiten viel Kritik an den Pfingstgemeinden, aber deine Argumentation entspricht genau der Pfingstlehre.
Zu deiner Aussage: Wie kannst Du Deine Behauptung beweisen, dass alle Pfingstler/Charismatiker lediglich die Glossolalie nachahmen?
Das kann ich natĂŒrlich nicht beweisen, denn es ist so wie du schreibst nur eine Behauptung und ich hĂ€tte auch das âalleâ weglassen sollen. Aber ich meine, dass es GrĂŒnde fĂŒr diese Behauptung gibt. ErklĂ€re mir doch bitte, wie es sein kann, dass charismatische Katholiken in Zungen reden und gleichzeitig Maria anbeten. Wie kann es sein, dass Extrempfingstler und Charismatiker wie Benny Hinn usw, in Zungen reden und sehr viele Dinge tun, die dem Wort Gottes widersprechen und wie kann es sein, dass obwohl es meines Wissens ca. 500 Millionen Menschen auf der Welt gibt die von sich behaupten in Zungen zu sprechen, Gott scheinbar es immer so fĂŒhrt, dass das Zungenreden von niemandem verstanden wird, wohingegen es in der APG von den Anwesenden sehr wohl verstanden wurde.
Eine ErklĂ€rung wĂ€re, dass es echtes und nachgeahmtes Zungenreden gibt. Aber wie kann man das unterscheiden, wenn sich beides gleich anhört und auch beides von keinem verstanden wird. Deshalb kann die heute praktizierte Zungenrede nicht als Zeichen oder Beweis fĂŒr die Echtheit dienen, da niemand das Gesagte versteht (im Gegensatz zum biblischen Sprachenreden) und jeder der möchte kann es nachahmen. Ebenso kann jeder Laute ohne Bedeutung aussprechen, die teilweise sogar wie eine Sprache klingen, in welche manchmal, bewusst oder unbewusst, frĂŒher einmal gehörte oder dem Redner bekannte Worte einer anderen Sprache eingeflochten werden. Dies hat allerdings nichts zu bedeuten, denn wenn ich von einer Sprache 10 oder 20 Wörter kenne, werde ich niemals behaupten, dass ich diese Sprache sprechen kann.
(Auszug aus der ErklĂ€rung einer Sprachschule: Wenn Sie eine Fremdsprache lernen, so sollten Sie als AnfĂ€nger (in der Grundstufe) 1.300 bis 2.000 Wörter lernen. Man geht in der Sprachforschung davon aus, dass man mit einem Grundwortschatz von 2.000 wichtigen Wörtern die meisten GesprĂ€che im Alltag bestreiten kann. Als Lerner in der Mittelstufe sollten Sie Ihren Wortschatz aufstocken und zwischen 3.000 und 4.000 Wörtern beherrschen. Fortgeschrittene schlieĂlich, die sich mit ihrem Wissen zur Oberstufe rechnen dĂŒrfen, verwenden bis zu 6.000 Wörter der Fremdsprache im aktiven Wortschatz).
Zu deiner Aussage: Beim Pfingstereignis sprachen die Apostel eine Sprache, die selbst nicht verstanden
Wie kannst du diese Behauptung beweisen?
Bitte nicht mit
1. Kor. 14,2 Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht fĂŒr Menschen, sondern fĂŒr Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist
da die Aussage âdenn niemand versteht esâ hier wohl kaum zutreffend ist.
Eine ErklĂ€rung fĂŒr 1. Kor 14,2+4 wĂ€re: Wenn der Sprachenredende in einer fremden, ungelernten, aber fĂŒr ihn selbst verstĂ€ndlichen Sprache Gott lobpreist, dann redet er zu Gott, denn Gott versteht natĂŒrlich alle Sprachen, er redet in diesem Moment aber nicht zu Menschen, da die Geschwister in der Gemeinde das Gesprochene nicht verstehen, deshalb ist das Gesagte fĂŒr sie ein Geheimnis, wenn es nicht ĂŒbersetzt wird. Der Sprachenredende wird aber durch seinen Lobpreis Gottes selbst erbaut, da er ja versteht was er sagt und durch Lobpreis Gottes werden wir auch immer selbst erbaut.
Herzliche GrĂŒĂe
Martin
Hallo Martin,
schade, dass Du in Deiner Gemeine so schlechte Erfahrungen gemacht hast, wenn Du (aus Deiner Sicht) unbiblische Dinge ansprichst. Zumindest sollte in einer Gemeinde die Offenheit vorhanden sein, sich mit der Kritik konstruktiv auseinanderzusetzen (kann ja durchaus sein, dass sie dann zu einer anderen Bewertung kommen – aber die Verantwortlichen [z. B. Ălteste] stehen m. E. hier in der Pflicht).
Deine Frage, zu welcher Richtung wir gehören, kann ich wahrscheinlich nicht zu Deiner Zufriedenheit beantworten, denn wir gehören keinem bestimmten theologischen Lager an. Die Pfingstler wĂŒrde jetzt stark protestieren, dass meine Argumentation der Pfingstlerlehre entspricht (z. B. bin ich nicht der Meinung, dass jeder Christ in neuen Sprachen reden muss, dass man niemandem die Glossolalie aufdrĂ€ngen kann und ich bin auch nicht der Meinung, dass das sichtbare Zeichen der Geistestaufe die Glossolalie ist). Das sind alles pfingstliche Positionen, die ich nicht teile. Und wenn ich mir den Weltkongress der Pfingstler in Jerusalem (Pfingsten 2015) anschaue, fallen mir noch weitere GegensĂ€tze auf:
Quelle: TOPIC
Die Pfingstler-FĂŒhrer erklĂ€ren damit, die Glossolaie sei erlernbar und âvererbbarâ. Ein Armutszeugnis, oder? Auch das ist nicht meine Position đ
Von den Pfingstlern habe ich schon einige böse E-Mails erhalten. Einer wollte per E-Mail bei mir einen Exorzismus durchfĂŒhren (liegt schon einige Jahre zurĂŒck). Hat aber alles nichts genĂŒtzt, die Artikel sind immer noch online đ
Ich finde es gut, dass Du Deine Aussage „alle“ relativiert hast. Ich denke, dass wir hier auf einen Nenner kommen. FĂŒr mich gibt es heute 3 „Arten“ von Glossolalie
1. die biblische Glossolalie
2. nachgeahmte Glossolalie (menschlichen Ursprungs)
3. nachgeahmte Glossolalie (dÀmonischen Ursprungs)
Dies erklĂ€rt sicherlich die PhĂ€nomene, die Du angesprochen hast (Götzendiener [„Maria“], Hinn usw.).
Es gibt eine wichtige („stille“) Geistesgabe, die hier notwendig ist: Die Gabe der Geisterunterscheidung.
Weitere Kriterien sind: Das Leben der GlĂ€ubigen, die Lehre usw. Wenn jemand „Maria“ anbetet und bei uns in Zungen beten will, wĂŒrden wir es dieser Person untersagen, da wir nicht verstehen, was diese Frau redet.
Ich habe erlebt, dass jemand die Glossolalie verstanden hat: Ich betete mit einer Schwester um die Gabe des Zungenredens und sie sprach kurze Zeit in einer neuen Sprache. Die Worte, die sie aussprach, klangen Französisch. Da weder sie noch ich Französisch in der Schule gelernt hatten, konnten wir auch nichts verstehen. Allerdings hatten wir eine Französisch-Lehrerin in der Gemeinde und beim Gottesdienst sprachen wir sie an, ob wir zu Dritt eine Gebetsgemeinschaft bilden können. Wir baten sie, uns nach dem Gebetstreffen uns mitzuteilen, ob sie die Glossolalie der Schwester verstanden hatte. Es war tatsĂ€chlich Französisch (mit einem sehr starken Akzent) und sie ĂŒbersetzte die Glossolalie ins Deutsche. Die Schwester lobte GOTT fĂŒr Seine Taten in Zungen.
Dies geht aus dem Text der Apostelgeschichte selbst hervor:
Apg. 2,4 „fremde Sprachen“. Wenn ich eine mir fremde Sprache höre (z. B. chinesisch) verstehe ich auch kein Wort.
Keine Sorge – an 1. Kor. 14,2.4 hatte ich dabei gar nicht gedacht. DafĂŒr berufe ich mich auf 1. Kor. 14,14.15 đ : Die Glossolalie ist eine Sprache, die der Sprecher nie gelernt hat. Wenn er die Sprache nicht gelernt hat, kann er sie auch nicht verstehen.
Ich wĂŒnsche Dir einen gesegneten Start in die neue Woche……
Shalom
Roland
Ich habe mich oft gefragt, warum gerade gegen diese Gabe ein solcher Aufruhr enstanden ist und noch entsteht:
Weil es die einzige Gabe ist von der es heisst:
Wer sie ausĂŒbt, erbaut sich selbst!
Dass der Widersacher das nicht will ist klar.
Darum: Wehrt nicht in Sprachen zu reden!
Die Gaben des Heiligen Geistes sind nicht zur Selbsterbaung.Die Gaben sind nicht fĂŒr Dich und auch nicht fĂŒr Gott.Sie sind ausschliesslich fĂŒr die Gemeinde Christi.Desweiteren rate ich dazu die Entstehung der „ekstatische Rede“ zu erforschen.Es ist ja keine Sprache an sich.Eine Sprache versteht der Sprecher zumindest.Ein ganz wichtiger Punkt noch; jeder der denkt er besitzt die Gabe der Zungenrede wie sie im NT beschrieben ist,ist verpflichtet fĂŒr Ăbersetztung zu sorgen ,er ist verpflichtet die Worte zu verstehen die er redet und auch dass andere es verstehen.Nicht der Satan geht gegen die unverstĂ€ndliche Ekstasie vor sondern der Heilige Geist.Der Heilige Geist ist GOTT.Ein Gott der Weisheit,der höchsten Inteligenz die es gibt.Ein SouverĂ€ner GOTT.Kein GOTT welcher Angst vor dem Satan hat und seinen Kindern eine Geheimsprache gab,sondern ein AllmĂ€chtiger GOTT der Menschen diese Sprache zur Zeiten des NT gab um den Juden zu erkennen zu geben, DASS er nicht nur die Gnade fĂŒr sie allein ausgegossen hat, sondern fĂŒr alle Völker der Erde.Das war das Zeichen der Sprachenrede im NT an di e Juden.Heute hat leider Satan diese Irrlehre in die Welt gesetzt.NatĂŒrlich wird sie mit Bibelversen verteidigt.So wie viele andere Irrlehren.Alle Gute:“Ex-Zungenredner“
Die Zungenrede ist in erster Linie ein Gabe, die fĂŒr das Gebet zu GOTT bestimmt ist:
Wer in Zungen redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu GOTT.
AuĂerdem bezeugt die Heilige Schrift, dass derjenige, der in Sprachen redet, nicht andere, sondern sich selbst erbaut:
Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst.
(1. Korinther 14,4)
Der biblische Begriff „Erbauung“ meint nicht das Schwelgen in frommen GefĂŒhlen, sondern geistlichen Aufbau. Solche „Erbauung“ geschieht in der Förderung des Glaubenslebens, Vertiefung der Hingabe und Reifung im Christsein.
Durch Zungengebet soll also persönliche Erbauung geschehen. Den Wert dieser Gabe lernt man erst durch intensives Gebetsleben kennen. Wer ihn entdeckt, mag diese Gabe nie mehr missen.
Ich wĂŒnsche Dir ebenfalls alles Gute
Praktizierender Glossolalist