
Afterrede
Wenn heute GlĂ€ubige zusammenkommen, wissen sie sich so allerhand zu erzĂ€hlen ĂŒber den Bruder XY und die Schwester YZ. Da heiĂt es: „Ich will ja nicht richten, aber …“ und dann wird eben doch gerichtet.
Anstatt zu singen vom Sieg in den HĂŒtten der Gerechten, redet man von den Niederlagen nicht anwesender Geschwister, vielleicht nicht gerade böse, aber doch abfĂ€llig und abwertend. Dies ist alles Teufelsdienst! Sogar auf der StraĂe, wenn man sich begegnet, weiĂ man nichts Besseres zu tun, als ĂŒber Geschwister herzuziehen. Da gibt es zwar eine lautstarke BegrĂŒĂung, doch dann kommt man sehr schnell zur Sache: „Ja, der Bruder XY, ich dachte mir schon immer, dass es bei dem nichts stimmt“ usw.
Die Bibel nennt das Afterrede. Afterrede meint hinter dem RĂŒcken des anderen Schlechtes ĂŒber ihn zu reden, wĂ€hrend sich der andere weder verteidigen noch etwas richtigstellen kann. Ein wesentliches Merkmal der Afterrede ist, dass das GesprĂ€ch nicht dazu beitrĂ€gt, das Problem der betroffenen Person zu lösen. Afterrede bleibt daher problem- und nicht lösungsorientiert. Jakobus warnt:
Jakobus 4, 11
Redet nicht gegeneinander, BrĂŒder. Wer gegen den Bruder redet und seinen Bruder richtet, redet gegen das Gesetz und richtet das Gesetz. Aber wenn du das Gesetz richtest, bist du nicht ein TĂ€ter des Gesetzes, sondern ein Richter.
„Redet nicht gegeneinander, BrĂŒder“ = oder: „Afterredet nicht untereinander, BrĂŒder“
Wenn heute GlĂ€ubige zusammenkommen, wird nicht der HERR JESUS gepriesen, sondern man tratscht und trinkt Bohnenkaffee. Bei solchen Bohnenkaffeeorgien geht es schlimm zu. Man hat das Herz voll Neuigkeiten, Neugierde und Richtgeist und der Mund geht wie geschmiert. Damit das Ganze doch noch etwas geistliches GeprĂ€ge behĂ€lt, hĂ€ngt man am Schluss einen frommen Schwanz an: Jeder trĂ€gt sein obligatorisches „Gebetchen“ vor, und die Sitzung ist beendet. Was war das fĂŒr eine Sitzung? Eine Teufelsmesse!
Wenn du nicht aufhörst, ĂŒber deine Geschwister hinter deren RĂŒcken schlecht zu reden, bist du „verkehrten Sinnes“. So sagt es uns GOTTES Wort. Wenn du dich an Afterrede beteiligst, entscheidest du dich dafĂŒr, den von GOTT fĂŒr dich vorgegebenen Weg zu verlassen. Diese pathologische Entwicklung sieht man bei vielen GlĂ€ubigen; auf der einen Seite hĂ€ufen sie immer mehr Bibelwissen und Erkenntnis an, doch auf der anderen Seite verharren sie in den SĂŒnden und dies fĂŒhrt geradlinig in den Ungehorsam. Und Ungehorsam ist wie ZaubereisĂŒnde. Afterreden ist daher nicht nur eine „kleine SĂŒnde“, wie wir uns manchmal einreden wollen. Das biblische Zeugnis ist ganz klar:
Das Zeugnis der Heiligen Schrift:
3. Mose 19, 16: Gehe nicht mit Verleumdung umher unter deinen Volksgenossen.
Psalm 101, 5: Wer seinen NĂ€chsten heimlich verleumdet, den will ICH vertilgen*. Wer hoher Augen und aufgeblasenen Herzens ist, den will ICH nicht dulden.
„vertilgen“ = oder: stumm machen [nĂ€mlich fĂŒr immer]
SprĂŒche 8, 13: Die Furcht JaHWeHs ist: das Böse hassen. â
Hochmut und Stolz und bösen Weg und trĂŒgerischen Mund* hasse ICH.
„trĂŒgerischen Mund“ = eigtl.: Mund der Verdrehungen/Falschheiten
1. Timotheus 5, 13: Zugleich aber auch lernen sie, MĂŒĂige [zu sein], gehen als solche umher zu den HĂ€usern, aber nicht nur MĂŒĂige, sondern auch GeschwĂ€tzige und auf fragwĂŒrdige Weise BeschĂ€ftigte, reden Dinge, die sich nicht gehören.
Römer 1, 28-32: Und gleichwie sie es nicht fĂŒr gut fanden, GOTT in Erkenntnis zu haben, gab GOTT sie dahin in einen verwerflichen* Denksinn, zu tun, was sich nicht geziemt, [als Menschen] erfĂŒllt mit aller Ungerechtigkeit, [mit] Unzucht, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit; [als Menschen] voll von Neid, Mord, Streit, List, TĂŒcke; [als] FlĂŒsterer*, [als] solche, die ĂŒble Nachrede betreiben, [als] Gott-Hassende, Freche, HochmĂŒtige, Prahler, Erfinder böser Dinge, [den] Eltern Ungehorsame; [als] UnverstĂ€ndige, Treulose, ohne natĂŒrliche Zuneigung, Unversöhnliche, Unbarmherzige, die, nachdem sie das von GOTT geforderte Gerechte erkannt haben, dass die, die solches tun, des Todes wĂŒrdig sind, es nicht allein ausĂŒben, sondern auch Wohlgefallen haben an denen, die es tun.
„verwerflichen“ = oder: nicht gutzuheiĂenden; unbewĂ€hrten
„FlĂŒsterer“ = d. h.: heimliche Verleumder
Vielleicht denkst du jetzt: „Es entspricht alles der ‚Wahrheit‘ und deshalb kann ich alles erzĂ€hlen, wem ich will.“ Lass dich an dieser Stelle warnen: Wer die Wahrheit mit den falschen Motiven weitergibt, kann sogar mehr zerstören als ein LĂŒgner. Also, auch wenn du nur die Wahrheit weitergibst, kann dies Afterrede sein.
Oder du bist der Meinung, dass du in Ruhe deinen Bohnenkaffee trinkst und „nur“ zuhörst. Dann hast du ja mit der Afterrede nichts zu tun. Mit dieser Meinung bist du leider auf dem „Holzweg“:
SprĂŒche 17, 4
Ein Bösgesinnter hört âčgespitztâș auf Lippen, die Unheil bringen*.
Ein LĂŒgner schenkt Gehör der Zunge des Verderbens.
„auf Lippen, die Unheil bringen“ = eigtl.: auf die Lippe des Unheils
Auch wenn du dich ausschlieĂlich passiv verhĂ€ltst und „nur“ zuhörst, beteiligst du dich an der Afterrede. Wie solltest du dich verhalten? Sage einfach: „Du sprichst von Dingen, die mich nichts angehen. Geh damit zu GOTT und zu denen, die es betrifft⊓ Ein solcher Hinweis stoppt die Afterrede schon im Ansatz. Irgendwann werden die Leute aufhören, dich damit zu beschmutzen. Die Bibel warnt uns davor, uns mit Verleumdern einzulassen (SprĂŒche 20,19).
Wie soll es sein, wenn man zusammenkommt? Paulus sagt:
Epheser 5, 19
… und redet zu euch untereinander in Psalmen und LobgesĂ€ngen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem HERRN in euren Herzen …
Das muss immer in der Mitte sein. Daneben kann man sich natĂŒrlich auch austauschen ĂŒber die MissstĂ€nde in der Christenheit, ĂŒber die Verweltlichung der Gemeinden. Man kann auch ein Klagelied anstimmen ĂŒber all die AbtrĂŒnnigkeit; denn die Liebe freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich der Wahrheit (1. Korinther 13,6). Diese gemeinsame Klage ĂŒber die Gottlosigkeit ist erlaubt, ist sogar laut Hesekiel 9,4f. ein Zeichen der Gottesfurcht und schafft eine Gemeinsamkeit, die stĂ€rkt, eine geschlossene Frontlinie gegen die vordringende Verweltlichung.
Paulus redet auch negativ, z. B. ĂŒber den Schmied Alexander (2. Timotheus 4,15), und der HERR SELBST redet negativ und pejorativ ĂŒber die PharisĂ€er hinter deren RĂŒcken:
MatthÀus 15, 14
„Lasst sie! Sie sind blinde Leiter von Blinden. Wenn ein Blinder einen Blinden leitet, werden beide in eine Grube fallen.“
Wir mĂŒssen immer ganz eng an der Schrift bleiben und dĂŒrfen keine Philosophien entwickeln, auch nicht aus dem „Richtet nicht“. Das Anprangern der VerfĂŒhrer und Irrlehrer ist sogar geboten (1. Timotheus 5,20).
Doch rede niemals schlecht ĂŒber Glaubensgeschwister. Das ist SelbstverstĂŒmmelung, weil sie Glieder an dem gleichen Leib sind, an dem auch du Glied bist. Wer Geschwister richtet, zerstört sich selbst. Wenn du mit der Hand auf den FuĂ schlĂ€gst, fĂŒgst du dir nur selbst Schmerzen zu. Ein Glied am Leib CHRISTI darf nicht gegen das andere Glied sein. Der Leib CHRISTI, an dem wir Glieder sind, ist GOTTES Tempel. Und wer GOTTES Tempel zerstören will, bekommt es mit GOTT persönlich zu tun (1. Korinther 3,17).
Quelle: Herausforderung an die verweltlichte Christenheit, Band 1, 3. Auflage 2010, S. 24 ff. (ergÀnzt und erweitert)





