Gebetserhörung

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Matthäus 7, 8
… denn wer da bittet, der empfängt

Die Rede des HERRN ist immer kurz und schnörkellos, so auch hier. Als sei es das Selbstverständlichste der Welt, dass Gebete erhört werden. Und so ist es auch tatsächlich. Dem Bibeltext ist allerdings ein Vater-Kind-Verhältnis zugrunde gelegt (Matthäus 7,11), das darf man nicht vergessen, d.h. nicht jeder dahergelaufene Hans und Franz kann dieses großartige Privileg des HERRN genießen, sondern nur, wer GOTT zum VATER hat. Geklärt werden muss also zunächst immer: Ist GOTT mein VATER, bin ich Sein Kind, d.h. bin ich wiedergeboren? Wenn ich auf der Straße predige, kommen manche daher und schimpfen: „Gott hat mich noch nie erhört, warum hat er meine Oma sterben lassen, warum hat mich meine Frau verlassen, obwohl ich gebetet habe? Usw. Ich antworte dann gewöhnlich mit GOTTES Wort:

Johannes 9, 31
… wir wissen, dass GOTT den Gottlosen nicht erhört.

Wer da bittet, empfängt, setzt also voraus, dass GOTT unser VATER ist und wir Seine Kinder. Manche wenden ein: „Aber wir sind doch alle Kinder Gottes“. Das jedoch ist ein primitiver Volksglaube. Die Wahrheit ist, dass der natürliche Mensch den Teufel zum Vater hat, weil er böse ist von Jugend auf. Der HERR sagt ihnen:

Johannes 8, 44
Euer Vater ist der Teufel.

Alle Menschen sind zwar Geschöpfe GOTTES, das ist richtig. Kinder GOTTES aber sind nur die, die aus GOTT geboren sind. Und sie können GOTT bitten, was sie wollen. ER wird es ihnen geben, soweit es nicht schädlich für sie ist (Markus 11,24).

Manche machen aus Bitten und Gebetserhörung eine mechanistische Glaubensformel, deren Anwendung wie eine mathematische Gleichung wirkt. Doch Gebetserhörung hat nichts mit den kalten Gesetzmäßigkeiten einer „vierten Dimension“ zu tun (Yonggi Cho), wie viele Charismatiker meinen. Sie glauben durch mentale Techniken der Inkubination, Visualisierung und des Positiven Denkens sich alles herbeizaubern und Gott zum Erfüllungsgehilfen und Homunculus ihrer Wünsche machen zu können.

Gebetserhörungen sind vielmehr zarte Blüten eines Gewächses, das nur im warmen Nest der Gottesfamilie gedeiht, d.h. wo das Familienverhältnis zwischen GOTT und Seinem Kind in Ordnung ist. Ein natürlicher Vater wird seinem Kind alles geben, soweit es ihm nicht schadet. Wenn der Kleine bettelt: „Papi, kaufe mir das Spielzeugauto mit der Fernlenkung, bitte, bitte, bitte!“ Dann wird es nicht lange dauern, bis der Vater sich erweichen lässt; denn nichts hat der Vater lieber als die leuchtenden Augen seines Kindes. Wenn aber der Kleine bettelt: „Bite gib mir das Messer zum Spielen“, dann bekommt der Vater einen harten Blick, und der Kleine weiß – sie verstehen sich wortlos – diesmal wird es nichts; denn Messer, Gabel, Scher‘ und Licht  sind für kleine Kinder nicht, auch nicht für die kleinen Gotteskinder. Die bitten in ihrer geistlichen Unreife auch manchmal um Dinge, die könnten sie das Leben kosten. Da betet der junge Mann: Oh, Gott, schenke mir dieses Mädchen zur Frau, diese und keine andere will ich haben, er bittet und bettelt GOTT und am Ende fragt er seinen Prediger resigniert: Warum erhört GOTT nicht mein Gebet? Das Mädchen mag hübsch sein, kein Zweifel, aber sie ist ungläubig und würde den jungen Christen geistlich abtöten. GOTT gibt Seinen Kindern nichts, was ihnen schadet.

ER gibt Seinen Kindern, besonders wenn sie jung sind im Glauben und noch um „Spielzeug“ bitten, auch Dinge, die keinen direkten geistlichen Wert haben, einfach um ihnen Freude zu bereiten, damit eure Freude vollkommen sei. Je erwachsener das Gotteskind wird, desto geistlicher werden auch die Wünsche, z.B., wem Weisheit mangelt, der bitte. 

Gebetserhörungen sind vielmehr zarte Blüten eines Gewächses, das nur im warmen Nest der Gottesfamilie gedeiht, d.h. wo das Familienverhältnis zwischen GOTT und Seinem Kind in Ordnung ist.

Hier geht es nicht mehr um Kinderkram, sondern um echte geistliche Anliegen. GOTT hat mir in meinem Leben viele Herzenswünsche erfüllt, oft schon bevor ich sie aussprach. Ich kann mich entsinnen, wie ich als kleines Kind immer von einem Häuschen im Wald schwärmte. Die Bauern, wo wir damals nach dem Krieg als Evakuierte wohnten, stellten mir extra einen kleinen Hühnerstall als mein „Häuschen im Wald“ auf, zwischen den Bäumen im Garten, damit ich zusammen mit meiner kleinen Freundin darin spielen und in meiner Idylle schwelgen konnte. Später dann als ich Straßenprediger war, schenkte mir der HERR tatsächlich ein richtiges Haus, obwohl ich gar nicht darum gebetet hatte. Es ist zwar klein, aber steht auch zwischen Tannen und Fichten, idyllisch wie in meinen Kindheitsträumen. Und so manches mal, wenn ich von der Predigtreise spät nachts nach Hause komme, muss ich meine Knie gleich am Gartentor vor Rührung beugen und GOTT danken für Seine Liebe, die ER mich so oft spüren läßt.

Man kann also zusammenfassend sagen: Der HERR erhört alle Gebete, mit einer Ausnahme: Was uns schadet, gibt ER uns nicht, da können wir noch so lange betteln. Wenn Du glaubst, Du habest in einer bestimmten Sache keine Gebetserhörung, dann kannst Du mit Sicherheit davon ausgehen, dass der HERR es Dir deswegen nicht gibt, weil es Dir früher oder später zum Fallstrick werden oder Dich von Deiner von GOTT bestimmten Berufung abbringen würde.

Quelle: Glaubensnachrichten 03-2005, S. 3f.

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